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Full text of "Geschichte des K.k. 28. Infanterie-regimentes F.z.m. Ludwig, Ritter von ..."

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GESCHICHTE 



des 



k. k. 28. Infantene-Re^mentes 



F.Z Ji. ludwiff Bitter von Benedek. 



Zusammengeelellt 



Tom 



Hauptmann Emil Scbmedes. 



Mit dem Portrait des Inhabers, 12 Adjustirungsbildem, 7 Beilagen, 3 Karten, 1 Plane. 



WIEN 1878. 

Druck von L. W. Seidel & Sohn in Wien. 



Verlag des RcgImeBUs, 



At^ I43^•^.^«^ 



APR29 1921 



VORWORT. 



Einhundertachtzig Jahre sind seit der Emchtiing des 
achtundzwanzigsten Infanterie-Regimentes verflossen. Reich 
an Thaten ist seine Geschichte. 

Unter neun Herrschern aus Habsburgs erhabenem 
Kaiserhause hat das Regiment gegen die Feinde der 
Monarchie in Serbien, Siebenbürgen, Ungarn, Böhmen 
und Deutschland, in den Niederlanden, Frankreich, Italien 
gestritten, — unt^r Eugen, Carl, Radetzky, 
Albrecht bei Peterwardein und Belgrad, bei Aspern, 
Sommacampagna und Gustozza Türken, Franzosen und 
Italiener besiegt. 

In fttnfuuddreissig Feldzügen an vierundvierzig Schlach- 
ten, einunddreissig Belagerungen und über einhundert 
Gefechten betheiligt, hat das Regiment sechs Ritter- 
kreuze des Maria Theresien - Ordens, zwei Leopold- und 
fünf Orden der Eisernen Krone, zweiunddreissig Militar- 
Verdienstkreuze, sieben goldene, einhundertvierundneunzig 
silberne Tapferkeits-Medaillen mit dem Blute von zwei- 
hundertundelf seiner Offiziere, mehr als fünftausend seiner 
Soldaten erkämpft, — fünfzehnmal die Zufriedenheit 
seiner Allerhöchsten Kriegsherren, die Anerkennung kaiser- 
licher Feldherren geerntet. 



IV 

Li den Worten des glorreichen Besiegers Napoleon 's : 
„Oberst Mecsöry, Ich verlasseMich aufSie!* 
— aus GarTs Munde bei Aspern hat das achtundzwan- 
zigste Regiment die Weihe seines Eufes erhalten. 

Gedenken wir in Ehren der tapferen Vorfahren, die 
unsere Regiments-Namen Thürheim, Lanken, Arem- 
berg, Wied, Wartensleben, Fröhlich, Latour 
und Benedek tief in die Kriegsgeschichte des kaiser- 
lichen Heeres eingegraben, — mögen unsere Nach- 
konunen die Blätter dieses Ehrenbuches mit ebenbürtigen 
Thaten schmücken, wie in allen Zeiten so auch fürderhin : 

Der Heimat zum Stolze, 
Oesterreich zum Ruhme, 
Dem Kaiser zu Dank! 



INHALT. 



Sflite 

Vorwort III 

Quellen und Behelfe VII 

Zeitraum 

1698—1715. Errichtung des Regimentes, Türkenkrieg 1698. — un- 
garischer Insnrrectionskrieg 17(M — 1711. — Spanischer 
Erbfolgekrieg 1701-1714 1 

1716—1739. Türkenkrieg 1716—1718. Polnischer Thronfolgekrieg 

llöO^-lloO . ............ lo 

1740-1755. Oesterreichischer Erbfolgekrieg 1740-1748 30 

1756—1763. Der siebeDJ&hrige Krieg 42 

1764—1791. Baierischer Erhfolgekrleg. 1778-1779. —Türkenkrieg 

1788-1789 * 73 

1792—1797. Erster Coalitionskrieg gegen Frankreich 80 

1799—1801. Zweiter ,, „ „ 105 

1802—1808. Dritter ^ ^ „ 1805 .... 136 

1809—1812. Der Krieg gegen Frankreich 1809 146 

1813—1815. Der Krieg der Verbündeten gegen Frankreich ... 161 

1816-1847 186 

1848—1849. 1. Der Krieg in Italien 193 

IL Die Einnahme von Prag und Wien, der Krieg in 

Ungarn 219 

1850-1865 241 

1866. Der Doppelkrieg gegen Italien und Preussen 247 

1867-1878 279 

Beilagen. 

1. Bestallungshrief zur Errichtung des Regimentes 289 

2. Inhaber 291 

3. Regiments- und Reserve-Commandanten 293 

4. Verzeichniss der Offiziere nach der Reihenfolge ihres Fiintrittes 

in das Regiment 295 



V[ 

Seit» 

5. Nachweis 

a) über die Nationalität der Offiziere des Regimentes seit 
dessen Errichtung 384 

h) des Standes, dem die Offiziere ihrer Geburt nach ange- 
hörten 384 

e) (U)er die Art des Abganges von Offizieren aus dem Regimente 335 

6. Verzoichniss der mit Tapferkeits-Medaillen decorirten Soldaten . 636 

7. Uebersicht der bedeutenderen Verluste des Regimentes . . . 341 

Karten und Pläne. 

/ A. Afiairen-Üebersicht. 

y B. Marsch-Skizzen. 

/C Plan des Gefechtsfeldes nächst Oliosi (zu Gustozza 1866). 



( 



Quellen und Behelfe. 

Feld-Acten des k. k. Eriegs-Archives. 

Feld-AcOen des Rei^mentes. 

Mittheilongen des k. k. Eriegs-Archives. 

Oesterreichische Müit&r-Zeitschrift. 

Der Militär -Maria Theresien- Orden und seine Mitglieder von 

Dr. Hirtenfeld. 1»57. 
Geschichtswerke über einzelne Eriege und Feldzflge. 



Die in einem kurzen Zeiträume möglich gewordene Beendigung 
der Regiments-Geschichte ist der bereitwilligen und hülfreichen Unter- 
stützung des k. k. Eriegs-Archires, dem Director Herrn Oberst Adolf 
Freiherrn von Sacken, dem Vorstände des Schriften • Archives 
Herrn Oberst Carl Rothauscher und dem Archivar Herrn Haupt- 
mann Gustav Gömöry von Gömör;— die Ausstattung des Buches 
mit dem Portrait des Inhabers, mit Adjustirungsbildem, Earten und 
Plan dem k. k. Milit&r-geographischen Institute, dem Director Herrn 
General-Major Alexander Guran, dem Gruppen-Vorstände Herrn 
Heinrich Ritter Schönhaber von Wengerot und dem Vor- 
stande der Topographen-Schule Herrn Hauptmann Eduard Pfihoda 
zu verdanken. 



Oberst Johann Hahne von Waffentreu legte in den Jahren 
1840 bis 1847 durch die Sammlung zahlreicher Daten über die Theil- 
nahme des Regimentes an den Eriegen gegen Frankreich, über Ereig- 
nisse während der jenen folgenden Friedens-Epoche, durch die Anlage 
einer Offiziers- Rangsliste den Grund zur Geschichte unseres Regimentes. 

Major Heinrich von Pflügl lieferte Beiträge aus den Jahren 
1848 bis 1861, Major Ferdinand Eoch und Hauptmann Wolfgang 
Markel gaben werthvolle Notizen. 

Oberlieutnant Egnolf Freiherr Röder von Diersburg und 
Oberlieutnant Friedrich Dorotka von Ehrenwall schöpften aus 
den Acten des k. k. Eriegs - Archives. Beide Offiziere wurden ihrer 

s 



VIII 

Arbeit zu früh entrissen, Röder durch den Tod auf dem Schlachtfelde 
Custozza's, Dorotka durch den Uebcrtritt in die Reserve. 

Oberstlieutnant Franz Kolb von Frankenheld, welcher vom 
Jahre 1846 bis 1877 ununterbrochen im Regimente diente, übergab 
Diesem gelegentlich der Fahnenweihe am 8. August 1875 in seinen 
^Erinnerungen aus der Geschichte des k. k. 28. Infanterie- 
Regimentes^ die erste chronologisch geordnete vollständige Uebersicht 
der vom Regimente mitgemachten Kriege und Affairen. 

Hauptmann Franz Hess, seit 1845 im Regimente und gegen- 
wärtig der älteste Offizier in demselben, hat die Ergänzung und Fort- 
setzung der Offiziers-Rangsliste bis auf die Jetztzeit, die Verfassung der 
Offiziers-Eintheilungslisten aus den Jahren 1848, 1849 und 1866, die 
Sammlung vieler Daten aus der jüngsten Vergangenheit bereitwilligst 
durchgeführt. 

Das spärlich, aus vielen Zeitepochen nur aphorismenartig zur Ver- 
fügung gestandene geschichtliche Material zu sichten, chronologisch zu 
ordnen, mit der Geschichte der Neuzeit den Schlussstein zu legen und 
zu diesem werthvollen Ganzen aufzubauen, diese ebenso umfangreiche 
als mühevolle Arbeit war dem seit 1. November 1871 vom k. k. General- 
stabe im Regimente eingetheilten Hauptmann Emil Schmedes vor- 
behalten. 

Dass sich derselbe mit dem anerkennenswerthesten Fleisse dieser 
Aufgabe unterzog und sich dadurch den Hauptantheil des Dankes er- 
warb, der sämmtlichen hier genannten Mitgliedern des Regimentes ge- 
bührt, mag dem Leser dieses Werkes nicht verschwiegen werden. 

Budweis, im Monate März 1878. 



Vom k. k. Regiments-Gommando. 

Heimbach m. p. 

Oberst. 



1698—1715. 

Erriehtnngr des Beirim^ntes, Tttrkenkrieg 1698. — Unsrariseher 
InBurreettonskTieg 1704—1711. — Spaniselier Erbfolgrekrieg 

1701—1714. 

Zur Zeit der Türkenkricge, als E a i s e r L e o p o 1 d s des i698 
Ersten siegreiche Heere dem Anpralle der Osmanen kräftigst 
widerstanden, errichtete der kaiserliche Obristlieutnant Franz 
Sebastian Qraf Thürheim unser Begiment. Das vom 
29. Mai 1698 datirte Patent*) verpflichtete den neuernannten 
Obersten, zu den bereits bestandenen sechs Compagnien des 
Infanterie-Kegimentes Metternich noch weitere sechs gegen ein 
Entgeld von dreissig Thalern für jeden Mann anzuwerben. 

Die Stärke des neuen Begimentos war auf 1800, einer 
Compagnie auf 150 Mann festgesetzt. Acht Compagnien sollten 
noch im Laufe des Jahres zu der gegen die Türken im Felde 
stehenden Armee des Prinzen Eugen stossen, die übrigen nach 
vollendeter Ergänzung**) ihnen nachfolgen. 

Das kaiserliche Heer unter Prinz Eugen hatte sich um 
diese Zeit im Lager zu EoUuth an der Donau versammelt, 
seine Stärke erreichte Ende Juli ungefähr 40.000 Mann. Die 
Erschöpfung beider kriegführenden Mächte bannte indess ihre 
Streitkräfte in die Defensive, Erhaltung des Besitzstandes war 
Hauptzweck des Feldzuges, eine thatenlose Kriegführung die 
Folge dieser Verhältnisse. Im Monate September in das Lager 
bei Nagy-Becskerek versetzt, blieb das kaiserliche Heer auch 
dort zu völliger ünthätigkeit verdammt. 

*) Beilage 1. 
**) Von den in ihre Heimath zurückkehrenden brandenburgischen 
Hilfstruppen wurden 70 Mann für das Regiment angeworben. 

Geschichte des 28 Inf.-Rgmts. 1 



2 Thürheim. 

1698 Das Begiment Thürheim war am 1. August mit 6 Gom- 

pagnien im Lager bei Eolluth eingetroffen und hatte seine 
EintheUung in der Infanterie des rechten Flügels erhalten. Die 
7. und 8. Gompagnie erwarteten ihre Completirung in Pressburg, 
üeber den Stand des Begimentes zu jener Zeit giebt die 
erste, vom 12. September aus Nagy-Becskerek datirte Monats- 
tabelle nachfolgende üebersicht: 

Begimentsstab per se 11 Köpfe 

Haubtleut 6 „ 

Leuthnants 6 „ 

Fähndrich 6 „ 

Veldtwebb 6 « 

Führer 6 „ 

Fourir 6 „ 

Musterschreiber 6 „ 

Veldtscheer 6 „ 

Corporal 36 „ 

Spielleut 24 „ 

Forierschütz 24 „ 

Qefreithen 72 

Alt-Gemeine 458 

Neue „ > 190 „ 

Summa effektiyen Standes 860 Köpfe 

Commandirt 75 Köpfe 

absent 6 „ 

krankh ausser Lager , . . . . 12 „ 

krankh im Lager » 57 „ 

Summe derselben 140 „ 

Abgang diess Monats 3 „ 

Abgang vom kompleten Stand 40 „ 

Summe des kompleten Standes » 900 „ 

Commandirt und absent 108 „ 

krankh in und ausser Lager 12 „ 

Zugewachsen 1 n 

Abgang diess Monats 5 

Provisorische Zelte- und Balkenwagen- 
Knechte 12 n 

Provisorische Zelte- und Balkenwagen- 
Pferde 24 



n 
n 



Thürheim. 3 

Gegen Eude September beengteu immer bestimmter auf- less 
tretende Friedensaussichten den kaiserlichen Feldherrn in seinen 
Plänen fast gänzlich. Prinz Eugen liess sein Heer an die 
Theiss zurückkehren; gegenüber Zsablya am linken Flussufer 
bezogen die Truppen am 5. Oktober das Lager. 

Die kaiserlichen Bevollmächtigten trafen in der That schon 
am 15. Oktober in Futak ein, die Friedensverhandlungen sollten 
bald ihren Anfang nehmen. Als Bedeckung und Qeleite der 
Bevollmächtigten wurden 1 Bataillon Thürheim, 1 Bataillon 
Anhalt und das Cuirassier-Begiment Gorbelli unter Gommando 
des General - Feldwachtmeisters Graf Thürheim bestimmt. 
Diese Truppen folgten den Gesandten am 22. und 23. Oktober 
nach Carlowitz und gaben dort die Ehrenwachen für die beim 
Friedenscongress anwesenden hohen Personen. 

Am 19. Oktober zog ein Theil des kaiserlichen Heeres 
nach Arad, während der Best desselben — darunter das 2. 
Bauillon Thürheim — zum Ausbau des Brückenkopfes bei 
Zsablya zurückblieb. Ende November traten die Truppen ihren 
Abmarsch in die Winterquartiere an. 

Der Friede zu Carlowitz beendete am 26. Jänner 1699 im 
die langwierigen, für Oesterreich an glänzenden Erfolgen so 
reichen Türkenkriege; er wurde auf 25 Jahre abgeschlossen 
und brachte Siebenbürgen, sowie alles Land zwischen Donau 
und Theiss an Oesterreich. 

Unser Regiment vereinigte sich in Peterwardein, mar- 
schirte im Herbste mit 6 Gompagnien nach Nagy-Bänya, während 
2 Compagnien nach Ofen verlegt wurden. Wenige Monate später, 
Februar 1700, garnisonirte das ganze Begiment in Szathmär. 1700 
Erst jetzt hatte es in 12 Compagnien den vorgeschriebenen 
Stand von 1800 Mann erreicht. Die Hauptleute von P 1 ö c k n e r 
und Schwormstadt hatten aus dem Wür^burgischen 200 
Neugeworbene dem Begimente zugeführt. 

Im Laufe des nächsten Jahres, 1701, nahm das Begiment 1701 
die für die Infanterie normirte neue Organisation an ; es bestand 
aus 1 Grenadier - Compagnie zu 100 Mann — gebildet aus 
den bisherigen je 8 Grenadieren der Musketier-Compagnien — 
ferner aus 4 Bataillonen zu 4 Musketier-Compagnien ä 150 
Mann, zusammen 2600 Mann. 



Thürheim. 



170J 



1702 



1703 



BangiruDg und Benennung der Bataillone und Compagnieu 
sind aus nachfolgender Zeichnung ersichtlich: 



ObriBtIieiitnants- HaaptmAnns- 0briftw»chtmeister8- 



I<«ib- 







B 


a 


t a i 1 1 n 


Obrist- 
lientnaiits 


13. 


9. 


2. 


5. 


12. 


8. 


1 


4. 


11. 


7. 


H^jors- 


S. 


10. 


6. 


Obrisv- 


Orena- 
dier- 



Compagnie. 

Werbungen in Schlesien brachten die 3 ersten Bataillone 
des Begimentes bald auf den vorgeschriebenen Stand. 

Aufstände der Ungarn gegen ihren rechtmässigen Herrscher 
führten zu langjährigen Kriegen mit den Bebellen, die in 
Franz Bäköczi ihr neues Oberhaupt erwählt hatten. Vorzüg- 
lich Siebenbürgen war der Hauptherd steter Bebellionen. 

Die Sicherung dieser Provinz war dem kaiserlichen Generalen 
Babutin anvertraut. Unter den wenigen Verstärkungen, die 
Diesem in seiner Bedrängniss zugesendet werden konnten, waren 
auch 8 Compagnieu Thürheim, die im Dezember Szathmär 
verliessen und in Siebenbürgen einrückten. Das 3. Bataillon 
blieb in Szathmär, das durch 450 Mann Ergänzungen aus 
Pressburg auf den vollen Stand gebrachte 4. Bataillon besetzte 
im Februar 1702 die Orte Kövär und Nagy-Bänya. 

Graf Thürheim, welcher auch als General-Feldwacht- 
meister das Commando seines Begimentes weiter geführt hatte, 
empfahl bei seinem Scheiden zur Uebernahme eines Commando*s 
bei der Beichsarmee in Baieru, seinem Begimente für den 
bevorstehenden Feldzug „gute Mannszucht und gute Dispo- 
sitiones!'' 

Im Monate Mai 1703 marschirten 2 Compagnieu des 
3. Bataillons Thürheim nach Eszek zur Bewachung der 
slavonischen Grenze gegen die räuberischen Einfälle türkischer 
Horden aus Bosnien. Im August gab das Begiment die Cadres 
an Offizieren, Chargen und altgedienter Mannschaft für zwei 
beim Begimente Virmond — jetzt Nr. 16 — neu zu errichtende 
Compagnieu ab, und erhielt als Ersatz für diesen Abgang 
154 Neugeworbene. 

üeber die Lage der kaiserlichen Truppen in Siebenbürgen 
giebt ein Bericht des Prinzen Eugen an den Kaiser, datirt 
vom 15. Dezember 1703 aus Presshurg, folgenden karakteristi- 
sehen Aufschluss: 



Thürheim. 5 

„So ist auch iu Siebenbürgen nach des Gl. Babuttin nos 
„brieffen die Gefahr nit gering, und weillen aber bei disen 
^Gonjuncturen aus d^m Land khain Geld zu hoffen, so ist kain 
9 anders Mittel, alss dass Es von oben herab müsse verschaffet 
„werden, umb sowohl denen aller Orthen Notturfft leidenden 
^Guarnisonen in Etwas helffen; alss auch die Augmentation 
„= remont = u. recroutirung der Trouppen unverzüglich vor- 
«nemben zu khönnen, denn gleichwie an sich Selbsten der 
^numeros des Militärs täglich abnimbt, und auch anfordrist 
„die Krankheiten bey der hiessig wenig Inftrie schon ziemblich 
„gross seynd, also ist ingleichen E. k. Majestät allergnädigst 
„bekannt, welcher gestalten man von anderwärts kaine andern 
„Begimenter herabziehen khönnte, etc. etc. 

Der Krieg gegen die ungarischen Bebellen beschränkte 
sich Seitens der wenig zahlreichen Kaiserlichen vorwiegend auf 
die Behauptung der wichtigsten befestigten Punkte des Landes, 
und selbst diese mussten häufig wegen gänzlichen Mangels 
an Unterstützung von Aussen und aus Noth an Nahrungs- Ä^^r^S^. 
mittein den Bebellen übergeben werden. Auch Bistritz, von Bistriu. 
einer Abtbeilyng. des Begimentes Thürheim vertheidigt, ver- 
fiel im 5'optSml Sqr 1704 diesem Schicksal. tsoL 

Hofkriegsrath Tiell berichtet am 20. September über ^ 
diesen Verlust an Prinz Eugen: „in Siebenbürgen ist auch 
„weiters nichts veränderliches Seither vorgegangen, ausser •vV#'Ä^ 
„dass der Thurhaimb*sche Obristwachtmeister Falkenheimb , ^ 
„Bistritz mit Accord an den Teleky Mikal ergeben, um weillen s 
„selbiger nicht punktual gehalten worden, die darin geweste 
„Besatzung von 170 Mann meist alle bei den Bebellen Dienst 
„genommen haben. Ebenso ist im November das Schloss 
„Görg^uy aus Bevolta der darin gelegenen Thürhaimb'- 
„sehen an Feind übergangen.*' Nach damaligem Gebrauche 
nahmen die kriegsgefangenen Söldlinge in der Begel beim 
Sieger Dienste. 

Im Laufe des Sommers hatte sich in Pressburg eine 
Augmentations - Abtheilung des Begimentes Thürheim ge- 
bildet, deren Stärke, nach Einreihung von 154 in Mähren An- 
geworbener, im November 300 Mann betrug. Die gänzliche 
Absperrung Inner - Ungarns durch die Bebellen verhinderte 
diese Abtheilung, dem Begimente in Siebenbürgen den Ersatz 
an Mannschaft zukommen zu lassen. Selbst von den Bebellen ;^j; 





6 Thürheim. 

1704 bedrängt, war sie sogar gezwungen, hinter der March Schutz 
zu suchen, wo sich bald eine grössere Anzahl kaiserlicher 
Truppen ansammelte und unter den Befehl des Obersten 
Baron Dillherr gestellt wurde. 

Dieser Oberst sollte nun mit den an der March stehenden 
Truppen zu Gunsten der in Ungarn operirenden Hauptarmee 
unter dem Generalen Heister eine Diversion gegen die In- 
surgenten unternehmen. Zur Durchführung dieser Aufgabe 
bestimmte Oberst Baron Dillherr IOC Mann Thürheim, 
300 Guido Stahremberg, 300 Eönigseck, 100 Nehem an In- 
fanterie, 4 Gompagnien Dragoner und 6 Kanonen. 

Am 23. November überschritt Oberst Baron Dillherr mit 
diesem Detachement die March, umschloss überraschend das 
Jockeisdorf, von dou Insurgeuten besetzte in Morästen gelegene Jockeis- 
(j«kob8dorf.) ^Qrf unj forderte den Commandanten dieser Ortschaft zur 
Uebergabe auf. Der in derselben befehligende Capitän ver- 
weigerte diese mit spöttischen Worten. 

Nun liess Oberst Dillherr angreifen, nahm das Dorf 
im Sturm, liess Alles, was ah feindlicher Besatzung darin war, 
über die Klinge springen und zog sich nach glücklich voll- 
brachter That, welche etwa eine Stunde an Zeit erfordert hatte, 
wieder gegen die March zurück. Zahlreiche feindliche Beiter 
unter denen 500 Melathy-Tartaren, ereilten indess bald die 
kaiserlichen Truppen und fielen dieselben von allen Seiten an. 
Sie mussten halten, um den Angriff abzuwehren. 

Die Geschütze der Kaiserlichen wirkten bald vortrefflich 
gegen die bis auf 100 Schritte nahe gekommenen Beiter, die 
nach Empfang der ersten Lagen in regelloser Flucht um- 
kehrten. Aber rasch gesammelt und durch 100 Husaren ver- 
stärkt machten die Bebellen unter Anführung der Häuptlinge 
Ocskay und Bogora neue verzweifelte Anstrengungen, die 
kaiserlichen Truppen auseinander zu sprengen. 

Oberst Dillherr wies auch diese Angriffe ab, trat in 
grösster Ordnung den Bückzug an und imponirte durch die 
ruhige Haltung seiner Truppen dem Gegner derart, dass der- 
selbe dem Detachement nur von Ferne folgte. Einzelne Trupps 
drangen indess verwegen bis in die Golonne der Kaiserlichen, 
die sich ihrer mit der blanken Waffe erwehren mussten. 

Mit dem geringen Verluste von 15 Todten und Verwun- 
deten erreichte das Detachement, nachdem es 2 Stunden unter 



Thürheim. 7 

solch' schwierigen Verhältnisseu glücklich zurückgelegt, das noi 
feste Schloss Angern an der March, vor welchem erst die Ver- 
folger sich zur Umkehr bequemten. 

„Dieser kühne Streifzug erregte bei Hoch und Nieder um 
„so grössere Bewunderung, als das ganze Detachement fast 
„nur aus Neugeworbenen und Bekruten bestanden hatte/ 
Mehrere tartarische Standarten und Lanzen, dann 600 Stücke 
Vieh ?nirden von den Truppen des Obersten Dillherr eingebracht. 

Im April des nächsten Jahres, 1705, zählte ein Theil der noö 
Thürheim 'sehen Augmentations - Abtheilung zur Besatzung 
von St. Georgen nächst Pressburg, üeber das Schicksal der- 
selben berichtet Hofkriegsrath Tiell an Prinz Eugen: 

„Die Besatzung von St. Georgen, bestehend in 200 Nehem'- 
^schen, 170 Thierheimb'schen und dem Nebenrest von 
„Darnan solle allen Kundschaftern nach bei einem gewissen 
„DorflF Bress" — wahrscheinlich Bfezowa — „zwischen Tyrnau Brexow» 
„und Skalitz von den Bebellen in Ereyss eingeschlossen und 
„auf gegebenes Zeichen grausamb und unchristlich massakrirt 
„worden sein, ohne dass Jemand übergeblieben ausser Etliche 
„mit aufgebrochenen Weiber, welche die Nachricht anhero ge- 
nbracht haben." 

In Siebenbürgen gestalteten sich die Verhältnisse für 
die Kaiserlichen immer ungünstiger. Oesterreich, gleichzeitig im 
Kriege gegen Frankreich begriffen, konnte nur geringe Mittel 
an ^Truppen und Geld zur Behauptung dieser Provinz auf- 
wenden. Eine Veste nach der andern fiel den Bebellen in die 
Hände, nur Hermannstadt, Fogaras und Kronstadt waren im 
September 1705 noch im Besitze der Kaiserlichen. 

Das Begiment Thürheim, durch vielfache Einbussen 
in seinem Stande sehr heruntergekommen, hatte Siebenbürgen 
im Anfange des Jahres verlassen. Eine Compagnie aus Kaschau, 
3 Compagnien aus Szathmär vereinigten sich im April mit 
zwei anderen in Pesth. Diese 6 Compagnien bildeten den Be- 
stand des Begimentes. Ein Werbe-Gommando von 80 Chargen 
und Gemeinen war im* Februar nach Baiern abgegangen, um 
Ersatzmannschaften aufzubringen. 

Die gefährliche Situation in Siebenbürgen veranlasste nun 
die kaiserliche Begierung, Verstärkungen dorthin zu dirigiren, 
um durch entscheidende Erfolge gegen die Bebellen den dauern- 
den Besitz dieser Provinz zu sichern. General Klöckelsperg 



8 Thürheim. 

1706 sammelte die dorthin bestimmten Truppen bei Pestb und brachte 
vorerst das rechte Donau-Üfer von Pesth bis Peterwardein in 
seinen Besitz. Das Regiment Thürheim, in dieses Corps ein- 
getheilt, wurde im Juli nach Paks und Földvär an der Donau 
entsendet, um diese dem Feinde günstigen Uebergangspunkte 
durch Verschanzungen gegen Angriffe zu sichern. 

Am 16. September vereinigte General Elöckelsperg seine 
Truppen bei Pest, der grösste Theil der Infanterie — darunter 
das Regiment Thürheim — wurde für den bevorstehenden 
Abmarsch nach Siebenbürgen in eine eigene Colonne unter dem 
Generalen Graf Löwenburg eingetheilt. Am 19. setzte sich die 
Armee in Marsch. 

üeber GzeglM, Csongräd an die Theiss rückend, über- 
setzte die Armee diesen FIuss auf einer Schiffbrücke bei Sze- 
gedin, wendete sich nordwärts über Debrecz^n, Szilägy-Somlyo 
gegen Ziläh, am 10. November gegen Sib6 an der Szamos, wo 
/,Ä.w>Ci,. /ü^p-.^ Eäköczi 24.000 Mann in einer befestigten Stellung versammelt 

^^^-*j^ C^ ;^<M^^ liatte. 

^^^^^i^*^^""^^^^^ Am 11. November erkämpfte die kaiserliche Armee in der 

/)k^.,»^vÄ,.^Ur--.g.^^ Schlacht bei Sibö einen glänzenden Sieg. Mit Anbruch 

^"^ des Tages ordnete sich die Armee zum Angnff gegen di^weit 

ausgedehnten Verschanzungen der Rebellen^ auf dem rechten 

^^^^^^^^(^1^ Flügel, befehligt vom Generalen Graf Löwenburg, 5 Grenadier- 

/y'"'^^^^^ Compagnien und 10 kaiserliche Bataillone — darunter 1 Ba- 

^JJ^^!I^^ taillon Thürheim — unter den Obersten Tollet, Toldo und 

/^^••^^>-ri^^--r. Wachtendonk; auf dem linken Flügel 4 kaiserliche Grenadier- 

e^.JZSy^J Compagnien, 2 kaiserliche und 8 königlich dänische Bataillone*) 

unter dem Befehle des Generalen Virmont. Die Reiterei stand 
auf beiden Flügeln der in zwei Treffen formirten Infanterie. 

um Vg3 ühr Nachmittags begann der linke Flügel den 
Angriff, um 4 ühr der rechte, welcher einen bedeutend 
weiteren Weg im feindlichen Geschütz-Feuer zurückzulegen und 
einen Bach in geschlossener Ordnung zu passiren hatte. Ein 
Bataillon Salm des rechten Flügels, unterstützt von Althan'- 
schen Dragonern, die theils zu Pferd theils zu Fuss kämpften, 
drang zuerst in die Verschanzungen. „Die Infanterie von beiden 
„Seiten verlierete auch keine Zeit und beeiferten sich die rechts 



*) Eöniglicli dänische Truppen unter dem GeneraUieutnant von 
Harboe in kaiserlichem Solde. 



* • 



Thürheim, 9 

„anschliessenden Bataillons dem tapfern Exenipel des Salm'- 1705 
„sehen Regiments nichts nachzugeben, mithin wurde alles auf 
„einmal über den Hauff geworfen und da war nichts als Mord 
„und Todschlag." 

Auch auf dem linken Flügel vollständig geschlagen, ent- 
flohen die Bebellen,* verfolgt von der kaiserlichen Reiterei, 
gegen Szamos üjvär. 6000 Rebellen blieben auf dem Platze, 
der Gesammtverlust der Kaiserlichen betrug 17 Officiere 433 
Mann. Mehrere Hundert Qefangene und viele Fuhrwerke, 60 
Fahnen, 28 Kanonen und eim'ge Mörser fielen in die Hände 
der Sieger. 

-„Solchenmach kann man dieses mit gutem Fug ein Victorj 
„nennen, welche Jedermänniglich das Ungemach eines so weit 
„und mühsamen Mai*sches vergessen machet, und mit Wahr- 
^heit sagen, dass fSrderst die Generalität und gleichmassen die 
^Obristen und Gommandanten, Ober- und Unteroffiziers der 
„Regimenter , auch sämmtliche Gemeine der Kaiserl. und 
„Königl. dänischen Trouppen einen mit nicht genugsamben Lob 
„zu belohnenden Eifer, Muth, Tapferkeit und Oonduite bei 
„diesem ganzen Verlauf haben spüren lassen." 

Der grösste Theil der kaiserlichen Armee — dabei das 
Regiment Thürheim — unter General Klöckelsperg folgte 
den Rebellen nach Szamos UjvÄr, nahm dessen festes Schloss J^.^t>^*^^^ ^* 
und zog über Klausenburg nach Karlsburg, wo er sich am 
28. November mit dem im Süden ^ Siebenbürgens hart be- 
drängten Generalen Rabutin vereinigte. 

Durch zahlreiche Streifzüge versuchte der kaiserliche Ge- 
neral die Rebellen unschädlich zu machen oder über die Grenze 
zu treiben, aber immer wieder tauchten neue Banden auf. Bei 
einem solchen Zuge unter dem Generalen Virmond gegen 
Vayda-Hunya dTwar auch ein Theil A(^ Bataillons T h ü r- vijda-Huny»d. 
heim; während des üeberfalles auf diese StaS^m 3. Juni 1706 1706 
bewachte Major Falkenheimb mit 100 Mann und 150 Reitern 
das Lager der Kaiserlichen. 

Im Monate August erhielt General Rabutin den Befehl, 
seine kleine Armee — sie zählte ungefähr 17.000 Mann — an 
die Theiss zu führen, um dort Unterhalt für seine Truppen 
zu suchen. Der Marsch führte durch insurgirte Gegenden, die 
jahrelang unter der drückenden Kriegslast gelitten. 



7^j^ ^\^^^^^ ^^^^^^;^ ^^^^^^< 




10 



Thürheitn. 



1706 



Mbkölcz. 



Kafichan 



Tokaj. 



Nach äusserst beschwerlichem Marsche erreichte General 
Rabutin mit seinen Truppen über Klausenburg am 14. August 
Grosswardein, umschwärmt von Bebellen, die häufig aber 
immer vergeblich seinen Train zu überfallen suchten. Nach 
einem Umwege über Debreczen, welches niedergebrannt wurde, 
überschritt die Armee am 28. August bei Gsongräd die Theiss 
und lagerte vom 30. August bis 8. September nächst der von 
den Bebellen in Asche gelegten Stadt Szolnok. 

Ganz ohne Subsistenzmittel, drei Tage selbst ohne Brod, 
war General Babutin gezwungen, der Nahrung nach zu 
marschireu. Er wendete sich zuerst Theiss abwärts nach 
Szegedin, fand auch dort nichts, zog daher am 29. September 
nordwärts nach Erlau. „Bei meiner Dahinkunft vor-, neben- 
„und hinter meiner alle Fourage, Mühlen und Dörfer, umb mir 
„die Subsistenz zu entziehen, verbrennt, .... wo ich der- 
„malen mit Euer Majestät Armada stehe, so ein Marsch von 
„drei Monaten ist, keine lebendige Seele in^ diesem weiten 
nUmbkreis habe zu sehn können bekommen, so ist der Marsch 
„mit unermüdetem Fleiss bis auf mehrernanntes Kaschau fort- 
„gesetzt worden, und habe unterwegs, als ich gesehn, dass der 
„Feind sein eigenes Vaterland selbst ohne Mitleiden zu ver- 
„derben, um mich durch den Hunger aufzuhalten, entschlossen 
„sei, des Erzrebellen Nest M i s k ö I c z in Feuer aufgehn lassen. 
„(Als Bepressalie gegen die Verwüstungen der Insurgenten)." 

Vom 1. bis 10. Oktober wurde Kaschau eingeschlossen, 
eine Scheinbelagerung eingeleitet, um die nirgend Stand halten- 
den Bebellen zum Kampfe zu verleiten. Aber nach vergeb- 
lichem Warten und wieder durch die Noth an Lebensmitteln 
getrieben, marschirte die Armee am 11. Oktober nach Tokaj. 
Nördlich dieser Stadt überfiel Oberst Tige mit einem com- 
binirten Detachement den Bebellen - Führer Käroly, tödtete 
500 Insurgenten, eroberte 16 Fahnen und ein Paar Pauken. 

Abermals Theiss abwärts ziehend, entsetzte General Graf 
Babutin das von den Insurgenten eingeschlossene Szolnok, 
verproviantirte die Besatzung und armirte den Platz mit 
schweren Geschützen. Bei „furchtbarem Mangel in der 
„menschenleeren und ausgeraubten Gegend" marschirte die 
Armee am 8. November zum zweiten Male nach Debreczän, 
aber überall wichen die Bebellen aus, um bald im Bücken 
der Kaiserlichen wieder aufzutauchen. 



Thürheim. 1 1 

Bei diesen unsteten, theils durch die Noth bedingten, "oe 
theils in der Absicht, die Insurgenten zum Kampfe zu zwingen, 
unternommenen Märschen erlitten die Truppen grosse Verluste. 
Das Bataillon Thürheim zählte am 30. November nur noch 
331 Mann, von denen 16 erkrankt waren. 

Ergänzungen, welche in der Stärke von 585 Mann schon 
im Monate März für das Regiment Thürheim aus Mähren 
in Pressburg eiugetrofifen waren, konnten nicht zur Armee 
Rabutm's gelangen, da die Verbindung mit derselben fast 
gänzlich durch die Rebellen unterbrochen war. Sie wurden 
daher im Juni als Besatzungen in die festen Schlösser zu 
Theben und Petronell verlegt; 120 Mann kamen im November 

nach Raab. 

Der effective Stand des Regimentes war demnach zu 
Ende des Jahres 918 Mann, der Abgang auf den um diese 
Zeit vorgeschriebenen completen Stand von 2180 betrug 
1262 Mann. 

Gegen Ende des Monates Dezember erhielt General Rabu tin 
den Befehl, sein kleines Heer über Szolnok und Ofen nach 
West-Ungarn in die Winterquartiere zu führen. Mitten durch 
das insurgirte Land zog die Armee im Januar 1707 nach nm 
Ofen, welches sie nach neuen Muhsalen am 5. Februar glück- 
lich erreichte , allerdings in sehr herabgekommenem Zustande. 

Nach kurzer Erholung in Cantonnirungen zu Veszpr6m und 
längs des Plattensee's, ging die Armee, nachdem sie am ^ 
2. März noch den Versuch gemacht, das von den Rebellen be- 
setzte Simontornya zu nehmen, in bequeme Quartiere nach 
Stein am Anger und Umgebung, das Regiment Thürheim 
nach Räba Koväcsi 

In einem Berichte des Hofkriegsrathes Tiell an den 
Prinzen Eugen über den Zustand der Rabu tin 'sehen Armee 
heisst es: 

„Die Reliquien von der so braven ungarischen Armee 
„können ohne Hereinziehung in die Erblande auf keinen grünen 
„Zweig kommen, oder zu rechtschaffenem Dienststand gelangen, 
„wo sie nit gar mit Gewalt aus Ungarn herausgeworfen werden." 

Als General Graf Rabutin im Mai abermals nach Sieben- 
bürgen zurückkehrte, blieb unser Regiment in seinen 
Stationen und trat nun unter den Befehl des Generalen Graf 



1 2 Thürheim. 

1707 Guido von Stahremberg, welchem die Sicherung der erbländi- 
sehen Grenzen oblag. 

Ein Detachement des Begimentes, in der Stärke von 
116 Mann, wurde im Herbste in die Festung Peterwardein 

1708 verlegt, rückte aber schon im Februar 1708 wieder zum Regi- 
mente ein. Im September geriethen 100 Mann von Nehem- 

siiDODtornya. uud T h ü r h e i m - Infanterie bei Simontornya gelegentlich 
eines Streifzuges in Gefangenschaft. 

Zum Schutze der Bergstädte in Nord-Ungarn führte General 
Löffel holz einen Theil der kaiserlichen Truppen im Monate 
Oktober dorthin und besetzte die wichtigsten derselben. Das 
Begiment Thürheim, in der Brigade des General-Feldwacht- 
meisters Tollet, nahm an diesem Zuge Theil und besetzte 
— jetzt aus 1 Grenadier-Compagnie und 1 Bataillon zu 5 Com- 
pagnien bestehend — am 10. November Alt- und Neusohl. 

1709 Auch während des Jahres 1709 auf die Defensive in Nord- 
üngarn beschränkt, hielt General Löffel holz die Gran-Linie, 
während General Heister am rechten Donauufer die Offensive 
gegen die Bebellen ergreifen sollte. Die Brigade Tollet be- 

Lipun. setzte Liptau. 

Am 9. April versuchten die Insurgenten einen üeberfall 
auf diese Stadt; 6000 Mann stark, griffen sie die kaiserliche 
Brigade von allen Seiten an. Aber rasch geordnet leistete die- 
selbe hartnäckigen Widerstand, General Tollet wurde schwer 
verwundet, aber den Truppen gelang es, die Bebellen so lange 
festzuhalten, bis die aus Arva ankommenden Brigaden der 
Generale Eberg^ny und Viard in den Kampf einzugreifen ver- 
mochten, der mit der eiligen Flucht des Feindes siegreich 
endete. 

In demselben Jahre wurde ein Deserteur des Begimentes 
Thürheim, Korporal Johann Eckstein, der wohlverdienten 
Strafe zugeführt. Er war einer der Haupt-ßädelsführer der 
Bebellen und Commandant der Stadt Veszpr^m geworden, wurde 
gefangen, durch ein Kriegsrecht zum Tode durch den Strang 
verurtheilt, in der That aber am 9. April mit dem Schwerte 
hingerichtet. 

Die Ergänzung des Begimentes Thürheim war im Laufe 
des Jahres so ernsthaft betrieben worden, dass dasselbe im 
Anfange des nächsten Jahres seinen completen Stand wieder 

1710 erreichte. Am 12. Februar 1710 bestand dasselbe aus 1 Grena- 



Thürheim 13 

dier-Gompagnie zu 100 Mann, 16 ordinären Compagoien zu nio 
130 Mann, zählte demnach 2180 Mann. 

Sieben dieser Compagnien waren noch in der Zips bei 
der Brigade Tollet, die übrigen 10 Compagnien hatten sich 
in Steiermark neu formirt. Erstere erhielten nun ihre Einthei- 
lung in das Corps des F. M. L. Virmond , letztere in jenes 
des F. Z. M. Nehem, beide Corps bezogen unter dem Oberbe- 
fehle des F. M. Pälflfy beiderseits der Donau Ende Oktober 
Postirungen. 7 Compagnien Thürheim kamen am 1. Novem- 
ber nach Szegedin, — wo die mittlerweile ausgebrochene Pest 
grosse Verheerungen unter den Virmond'scheu Truppen an- 
richtete, — 4 Compagnien nach Eszek, 6 in Quartiere an der 
unteren Drau. 

Ein Offizier und 60 Mann hatten eine Schanze — das 
Battina-Schänzl — gegenüber Bezdan besetzt, nächst welcher 
am 29. Oktober ein Scharmützel mit Bebellen stattfand. Becht- 
zeitig von Tolna aus verstärkt, blieb die Besatzung der Schanze 
vom Feinde unbehelligt. 

Bis Ende April 1711 war das Begiment Thürheim in i^n 
den oben genannten Stationen, ohne an kriegerischen Ereignissen 
Theil zu nehmen. Der am 11. Mai zu Szathmär geschlossene 
Friede machte endlich den langjährigen Kämpfen mit den 
Bebellen ein Ende, die sich dem Kaiser als rechtmässigen 
Herrscher üngarn's wieder unterwarfen. 

Noch in demselben Monate wurden die kaiserlichen Truppen 
in bequeme Erholungs-Quartiere verlegt, ö Compagnien Thür- 
heim blieben in Szegedin, 7 kamen nach Munkäcs, 5 nach 
Eszek, 1 nach Simontornya. Im Oktober gingen alle Regi- 
menter in die Winterquartiere: 5 Compagnien Thürheim 
blieben in Szegedin, die 7 Compagnien aus Munkäcs in Erlau, 
die übrigen 5 Compagnien in Szolnok, von wo dieselben sich 
bis gegen Erlau ausdehnen durften. 

Um diese Zeit war Oberst Arnold de Gentis Kegi- 
ments-Commandant, die Oberstlieutnants Freiherr von Falken- 
heim und von Stain befehligten Bataillone. Im Jahre 1713 nis 
verlor das Begiment seinen Gründer durch den Tod, an seiner 
Stelle wurde F. M. L. Friedrich Ludwig von der Lanken 
Inhaber. 



14 Lanken. 

1713 Im Juli errichtete das Begiment noch eine Grenadier- 

Gompagnie und gliederte sich nebstdem in 3 Bataillone zu je 
5 Compagnien mit einem Sollstande von 2300 Mann. 

Das Oberstlieutnants - Bataillon Lanken und eine Gre- 
nadier-Gompagnie verliessen im Monate Juli Ungarn, um zur 
Armee des Prinzen Eugen am Rheine zu stossen, welcher 
nach dem Bücktritte Englands den Krieg '^) gegen Frankreich 
allein fortsetzte. Aber zu schwach, um entscheidende Erfolge 
erkämpfen zu können, beschränkte der kaiserliche Feldherr 
sich auf die Behauptung der österreichischen Vorlande. 

Die Abtheilungen des Regimentes Lanken, — - die Gre- 
nadier-Gompagnie 100, das Bataillon in 5 Compagnien 700 M. 
stark — marschirten unter dem Befehle des Oberstlieutnants 
Schmiedinger über Fischament, Freistadt in Oberösterreich, 
Neuhaas, Waldsassen in Baiern, nach Durlach im Bheinthale, 
wo dieselben am 1. August eintrafen. 

Der Stand der Abtheilungen war an diesem Tage folgender : 
die Grenadier-Gompagnie zählte 1 Hauptmann, 2 Lieutnants, 
1 Feldwebel, 4 Gorporale, 2 Tambours, 72 Grenadiere, 19 Un- 
dienstbare, zusammen 100 Mann ; das Bataillon 1 Oberstlieut- 
nant, 3 Hauptleute, 3 Lieutnants, 4 Fähnriche, 5 Feldwebel, 
29 Gorporale, 13 Tambours, 50 Gefreite, 454 Gemeine, 
127 Undienstbare — darunter 1 Begimentstambour und Feld- 
pfeifer, 9 Hautboißten, 5 Zimmerleute, 5 Marketender — zu- 
sammen 689 Mann. 

Im Lager bei Durlach hatte der kaiserliche FML. d'Arnan 
14 Bataillone Infanterie und 16 Escadronen Gavallerie ge- 
sammelt ; er fahrte sie am 24. August über Neuenburg, Freu- 
denstadt nach Hornberg, wo sich diese Truppen dem Corps 
des Generalen Marquis de Yaubonne anschlössen, welches die 
Schwarzwald-Uebergänge bewachte. 

Als nun das französische Heer unter Marschall Villars 
Freibürg, dcu Rheiu überschritt und Freiburg bedrohte, wurde dessen 
Besatzung rasch durch 12 Bataillone und 7 Grenadier-Com- 
pagnien — unter denen auch die Grenadiere und das Bataillon 
Lanken — verstärkt. Am 16. September trafen diese Truppen 
unter den Generalen Weitersheim und Wachtendonk in der 
Stadt ein. Die gesammte Besatzung derselben betrug nun unter 



*) Spanischer Erbfolgekrieg 1701—1714. 



Lanken. X5 

dem Befehle des P. M. L. Harsch 7 Grenadier -Compagnien, ms 
16 Bataillone und 100 Dragoner. 

Am 22. September begann Marschall Villars mit 140 Ba- 
taillonen, 120 Escadronen die Belagerung Freiburg's. Aus der 
Geschichte ihrer ruhmvollen Vertheidigung soll hier nur des 
kleinen Blättchens gedacht werden, auf welches das Regiment 
Lauken durch heldenmüthige Tapferkeit und theuere Opfer 
ein Anrecht sich erworben. 

Am 6. Oktober erbieten sich drei Hauptleute der Be- -e. Oktober. 
Satzung freiwillig zu einem Ausfalle gegen die nahe gerückten 
Laufgräben des Angreifers. Hauptmann Geissler unseres 
Begimentes mit 30 Grenadieren und 100 Musketieren füllt 
beim Werke Nr. 36 aus, wirft die Franzosen mit grossem 
Verluste, zerstört einen Theil ihrer Arbeiten und weicht erst 
nach hartnäckiger Gegenwehr vor den anrückenden über- 
mächtigen Verstärkungen in die Festung zurück. 

Ein für den 14. Oktober Vs6 Uhr Abends vom Festungs- i*- Oktober. 
Commandanten angeordneter grosser Ausfall traf mit dem 
Generalsturm der Franzosen zusammen, der von 40 Grenadier- 
Gompagnien, 12 Compagnien Dragoner zu Fuss und 18 Ba- 
taillonen Infanterie unternommen wurde. Oberstlieutnant 
Schmiedinger vertheidigt mit seinem Bataillon das Werk 
Nr. 40; der Feind erreicht die Contrescarpe, unser kleines 
Häuflein stürmt um 10 Uhr Nachts tollkühn auf ihn ein, 
zerschellt aber an der üebermacht und weicht endlich auf 
höheren Befehl und im Vereine mit den Besatzungen der 
Nebenwerke bis zum Prediger-Thore, zerstört noch die Brücke 
über den Hauptgraben und verrammelt das Thor. 

Der 31. Oktober kostete dem Bataillon schwere Opfer, si. Oktober. 
Um 7 Uhr Abends bewarf der Feind eine Stunde lang den 
zwischen der Josefs- und Leopolds-Bastion gelegenen Halbmond 
mit Steinen und Bomben. Dieses Werk war vom Hauptmann 
Ziegenhirt mit 4 Offizieren und 225 Mann des Bataillons 
Lanken besetzt. Der Beschiessung des Halbmondes folgte 
der Sturm, dem fast die ganze Besatzung nach heldenmüthigstem 
Kampfe erlag, nur 2 Offiziere und 60 Mann, grösstentheils 
verwundet, konnten sich in das Reduit zurückziehen. 

Zum Aufgeben der unhaltbaren Stadt gezwungen, be- 
schränkte sich F. M. L. Harsch auf die Behauptung der 
beiden Schlösser ; 1500 Mann „auserlesener" Truppen, darunter 



IQ Lanken. 

1713 Oberstlieutnant Schmiedinger mit seinem Ba- 
taillon, besetzten am 1. November das untere Schloss. 

Trotz aller Noth und Bedrängniss versäumte die brave 
Besatzung nicht, des Namenstages ihres kaiserlichen Herrn, 
4. November. Kaiscr Karls VI., zu gedenken und feierte denselben in 
wahrhaft würdiger Weise dadurch, dass sie die ausserge wohnlich 
ihr bewilligte Proviant-Bation den in der verlassenen Stadt 
zurückgebliebenen verwundeten und kranken Kameraden über- 
liess, die in barbarischer Weise von den Franzosen dem 
Hungertode preisgegeben wurden. 
16. November. Am 16. November capitulirte die Festung; von 9378 Mann 
der Besatzung waren nur noch 4400 Mann dienstbar. Mit 
klingendem Spiele, fliegenden Fahnen und brennenden Lunten 
verliessen die kaiserlichen Truppen am 20. Freiburg, dessen 
zähe Vertheidiger die feindliche Hauptmacht zwei Monate 
festgehalten, ihr 15000 Mann kampfunfähig gemacht und die 
Bedingung des freien Abzuges mit allen militärischen Ehren 
ertrotzt hatten. 

Das Bataillon Lanken hatte am Schlüsse der Be- 
lagerung nur noch 217 Mann dienstbar. Allein bis zum 
9. November hatte dasselbe 6 Offiziere, 233 Mann eingebüsst 
und zwar todt : Hauptmann 6 e i s s 1 e r der Grenadier-Gompagnie 
und 26 Mann ; verwundet : Hauptmann Kästner, Oberlieutenant 
Toll, Lieutenant P f ä f f e 1, Fähnrich Johann v . W i r 1 e i t h und 
66 Mann ; gefangen : Hauptmann Ziegenhirt, 55 Mann ; ver- 
misst: 56, krank 15, an ihren Wunden gestorben 15 Mann. 

Die Anerkennung des Prinzen Eugen für das brave 
Verhalten der Besatzung lautete: 

„Des Herrn General von Harsch bei dieser Belagerung 
„erweisende kluge Gonduite und seine sowohl als der gesambten 
„Guarnison ungemein tapfere Defension ist umb so mehreres 
„zu beloben, als nicht allein durch continuirliche Ausßlle 
„denen Belagerern grosser Schaden und Abbruch geschiehet, 
„sondern auch der Feind selbsten gestehet, dass er noch 
„nichts dergleichen gesehen hat.^ 

Und in einfacher, schlichter Weise ertheilte der tapfere 
Gommandant Freiburgs der Besatzung das Lob: 

„Letztlich kann sagen, dass mit sämbtlichen Herren 
„Stabsoffiziers, auch allen Andern (Offizieren) und sämbtlichen 
„Gemeinen, Knechten in dieser Belagerung vollkommen ver- 



Lanken. 17 

„gnügt (zufrieden), obschon ein und andere Person von Distinc- ms , 
„tiou und Meriten in dieser meiner AUerunterthänigsten An- 
„merkung nicht benambset worden. "" 

Wenige Tage nach dem Falle Freiburgs begannen die 
Friedens- Verhandlungen zwischen dem Prinzen Eugen und 
dem französischen Feldherrn, die am 7. September 1714 zu 
Bastadt ihren Abschluss fanden. Oesterreich gewann durch 
diesen Friedensschluss die spanischen Niederlande, Mailand, 
Neapel und Sicilien. 

Den kleinen Best des Bataillons Lanken führte Oberst- 
lieutnant Schmiedinger, am 21. November aufbrechend, 
durch Baiern, Böhmen und Oesterreich zum Begimente nach 
Ungarn, wo die beiden nächsten Jahre ohne besondere Er- i7i4— 1710 
eignisse in einförmigem Friedensleben verflossen. 



(ieschiclile des t>8. inf.-K^rmts. 



1716—1739. 

Tflrkenlaleg 1716-1718. - Polnischer Thronfolgekrieg 1733—1786. 

1716 Ein neuer Krieg mit den Türken, welche Venedig um 

den Besitz Morea's erfolgreich bekämpften, führte im Mai 
1716 abermals ein kaiserliches Heer unter des Prinzen Eugen 
bewahrter Leitung in's Feld. Kaiser Karl VI., yerbündet 
mit Venedig, wollte den Fortschritten der Osmanen Einhalt 
thun, wozu ihn ein Vertrag yerpflichtete. 

Prinz E u g e n zog im Juli seine gegen 70.000 Mann zäh- 
lende Armee im Lager bei Futak an der Donau zusammen. Oberst- 
lieutnant Joachim Schmiedinger, jetzt Begiments - Gom- 
mandant, traf mit 2 Grenadier-Gompagnien und 2 Bataillonen 
Lanken, zusammen 1275 Mann, am 4. August im Lager 
ein, trat mit seinem Begimente in die Brigade des Generalen 
Prinz von Beyern und unter den Befehl des Begiments-In- 
habers, dessen Corps aus 16 Grenadier-Compagnien und 9 In- 
fanterie-Begim entern bestand. 

Ein mächtiges, nahe an 200.000 Mann staikes türkisches 
Heer unter Ali Pascha war von Adrianopel im Anmärsche 
auf Belgrad, es überschritt Ende Juli die Save bei Semlin 
und umschloss die Festung Peterwardein. Prinz Eugen 
führte nun seine 64.000 Mann zählende Armee bei Neusatz 
über die Donau und griff die vor der Festung stehenden 
150.000 Türken entschlossen an. 
Peterwardein. ln der Schlacht bei Peterwardein am 5. August 
wurden die mehr als doppelt überlegenen Osmanen entscheidend 
geschlagen, in wilde Flucht gejagt, zahlreiche Trophäen und 
das ganze türkische Lager erobert. 



Lanken, 19 

Das Begiment Lanken befand sich während der Schlacht nie 
im Centrtim des zweiten Infanterie-Treffens unter dem Com- 
mando seines Inhabers und hatte seine Aufstellung im inneren 
£et.ranchement. Als nun die Türken im Beginne des Kampfes 
einen Theil des ersten Treffens durch ihren übermächtigen 
Anfall zum Wanken gebracht, hielt -das zweite Treffen den 
Stoss muthig auf, F. M. L. von der Lanken an der Spitze der 
Kaiserlichen führt diese zum Gegenangriff, eine Kugel zer- 
schmettert ihm den Arm, eine zweite reisst ihm das Haupt 
weg, als Held hat er dem Siege sein Leben geopfert. 

Durch das glänzende Beispiel ihres Anführers angespornt, 
dringen die Truppeu des Centrums mit solcher Bravour auf 
die Türken ein, dass diese, gleichzeitig in der Flanke von 
unserer Beiterei attakirt, eilig zur Flucht wenden und eine 
Batterie von 10 Kanonen den Siegern überlassen, unaufhaltsam 
vorwärts stürmend, erreichen die Kaiserlichen das feindliche 
Lager, vergebens suchen die Türken ihre Schätze zu retten, 
Alles wird den Verfolgern zur Beute. 

Dieser herrliche Sieg kostete dem kaiserlichen Heere 
1840 Todte, 1533 Verwundete, den Türken 6000 Mann, dem 
Regimente*) Lanken seinen tapferen Inhaber, der um den 
glücklichen Erfolg des Tages sich grosse Verdienste erworben 
hatte. Ein kaiserliches Dankschreiben an den siegreichen Feld- 
herrn belohnte die Kühnheit des Prinzen Eugen, ein Be- 
lobungs-Befehl des Kaisers Karl VL an alle in der Schlacht 
bei Peterwardein gewesenen Regiments - Gommandanten die 
Truppen mit folgenden Worten: 

„Wür haben aus Unsseres Prinzen Eugenii von Savoye 
„eingelangten Berichtschreiben des mehreren entnommen, wess- 
„massen Du sowohl für Deine Person als Dein anvertrautes 
„Regiment in der den 5. d. Mts. bei Peterwardein mit der in 
„ohngemainer Anzahl dahin angeruckten türkischen Armee vor- 
„gefallenen Feldschlacht und derbei mit dem Seegen des AU- 
„ mächtigen erfochtenen herrlichen Sieg eine sonderbahre tapffer- 
„und standhaftigkeit erwiesen habest. — Wie nun solches Unss 
„sehr angenehm zu verstehen gewesen. Dir aber und denen 



*) Die Verluste des Regimentes von der Lanken sind unbekannt, 
die Brigade Prinz Bevern, zu welcher dasselbe nebst 3 anderen Regi- 
mentern gehörte, verlor 200 Todte and 257 Verwundete. 

2* 



1716 



20 



Lanken, 



„gesambten beygehabten Ober- und Unteroffizieren und Ge- 
„mainen zu immerwährendem Buhm angedeyet; 

„Alss thun Wör Dir ünsser besonderes Wohlgefallen hiemit 
9 darüber bezaigen und anbei mit beständiger Eaysers und Königs 
„Gnaden deren Du ebenfalls die oberwähnte bei Deinem an- 
n vertrauten Regiment befindliche Ober- und ünteroffiziirs und 
„Gemaine in ünsseren Nahmen zu versichern hast; wohlbei 
„gethan verbleibe.** 

Carl. 



Prinz Eugen führte schon nach wenigen Tagen sein 
tapferes Heer gegen Temesvär, dieses langjährige türkische 
Bollwerk dem Kaiser zurück zu gewinnen. 

Am 14. August brach die Armee aus dem Lager von 
Futak auf, am 1. September begann die Belagerung von 
TemeiTir. Temesvär, am 23. September war ein türkisches Entsatz- 
heer gänzlich geschlagen, am 14. Oktober überlieferte der feind- 
liche Commandant dem kaiserlichen Feldherrn die Schlüssel 
der Festung, aus welcher 15000 Türken freien Abzug erhielten. 

Von unserem Begimente nahmen 1 Grenadier-Com- 
pagnie und 1 Bataillon unter Oberstlieutnant Schmiedinger 
an dieser erfolgreichen Belagerung Theil. Fünf Mal im Laufe 
des Monates September ?ersah das Bataillon den Sicherheits- 
dienst in den Laufgräben , in welchen Obristwachtmeister 
Schi n dl und 8 Soldaten am 16. September den Tod fanden, 
die Häuptleute Franz de Calzada und Christian von Ban- 
ne wist, Lieutnant Hans Peter Sommer und 19 Mann ver- 
wundet wurden. 

Am 1. Oktober, dem Geburtstage des Kaisers, wurde die 
grosse P a lan k a — Vorstadt — von den Kaiserlichen erstürmt. 
Beim Angriffe bildeten die Grenadiere die Spitze in folgender 
Ordnung: 1 Koi-poral mit 12 Grenadieren, 1 Lieutnant mit 
30 Grenadieren, Prinz Würtemberg mit 2 Grenadier - Com- 
pagnien, Oberstlieutnant Schmiedinger mit 3 Compagnien, 
darunter eine Compagnie Lanken, u. s. w., 30 Bataillone 
Infanterie folgten als Unterstützung. 

Die Grenadiere gewinnen in raschem Anlaufe den Graben 
der Umfassung, halten in diesem ein heftiges Feuer der Ver- 
theidiger muthig aus, ersteigen die Brustwehre und stürzen 
mit blanker Waffe auf die verzweifelnd kämpfenden Türken. 



Palanka. 



Lanken. - Areniberg. 21 

Fast eine Stunde bat der ungleiche Kampf schon gedauert, nie 
Oberstlieutnant Schmiedinger ist im Handgemenge ge- 
fallen, von beiden Seiten greifen Unterstützungen in das 
Gefecht ein. 

Die kaiserliche Infanterie, — in welcher ein Bataillon 
Lanken — befreit die zusammengeschmolzenen Grenadiere aus 
ihrer gefahrvollen Lage, drei Gegenangriflfe der Türken werden 
siegreich überwunden, die ganze Vorstadt kommt schliesslich 

in den Besitz der Oesterreicher. 

• 

Für die Heftigkeit des Kampfes legt der grosse Verlust 
Zeugniss ab, den die Kaiserlichen erlitten. 455 Mann blieben 
todt» 1324 waren verwundet. Das Regiment Lanken hatte 
nebst dem Verluste seines tapferen Regiments - Gommandanten 
noch 9 Todte« den Lieutnant Jacob Erhart und 23 Mann 
an Verwundeten eingebüsst. 

Mit der Einnahme von Temesvär war den Türken der 
letzte Stützpunkt diesseits der Donau entrissen, der heran- 
nahende Winter machte vpriäufig ^dem Kampfe ein Ende, die 
kaiserlichen Truppen^z^f^ im October in die Wmterquartiere. 
Der Regiments - Stab und 3 Compagnien von Lanken kamen 
nach Debreczen, 5 Compagnien nach Arad, 5 in die Haiduken- 
Städte, je zwei in das Szathmärer und Bihärer Gomitat. 

Der Gesammtverlust unseres Regimentes in diesem Feld- 
zuge bestand in 2 gefallenen Stabs-, 4 verwundeten Ober- 
officieren, dann 491 Mann, deren Ersatz im Dezember in 
Schlesien rekrutirt wurde. 

Oberstlieutnant Baron Nieuland erhielt das Commando 
des Regimentes, welches auf Anempfehlung des Prinzen Eugen 
dem F.M.L. Leopold Herzog von Aremberg, anstatt 
seines bisherigen in den Niederlanden befindlichen Regimentes, 
vom Kaiser verliehen wurde. 

Glänzender noch als die Erfolge des beendeten Feldzuges 
waren die Resultate des Jahres 1717, die der kaiserliche Feld- 1717 
herr, den Krieg über die Donau tragend, auf feindlichem 
Boden erkämpfte. 

Prinz Eugen versammelte sein aus 61 Bataillonen, 
200 Escadronen bestehendes Heer A nfangs Juni im Banate und 
traf alle Vorbereitungen für den geplanten üebergang über 
die Donau und die beabsichtigte Belagerung von Belgrad. 



1 

22 Aremberg. 

1717 Nach der Odre de bataille vom 8. Juni erhielt das 

Regiment Aremberg*) — in 2 Grenadier - Compagnien, 
3 Bataillonen zu 5 Compagnien, 2300 Mann zählend — seine 
Eintheilung im Gentrum der Armee und stand nebst 9 anderen 
Bataillonen unter dem Commando des Generalen Wobeser im 
Corps des F. M. Mercy. 

Am 14. Juni setzte Prinz Eugen sein Heer in Be- 
wegung gegen Panöoya, Hess das Lager eine Stunde oberhalb 
der Stadt beziehen, gleichzeitig die Donau - Flottille und 
die Transportschiffe dorthin fuhren. Die Ueberschiffung von 
27 Bataillonen und 24 Grenadier - Compagnien unter F. M. 
Mercy wurde noch an demselben Tage in soweit eingeleitet, 
als die Truppen — unter welcher auch 2 Grenadier-Compagnien 
und zwei Bataillone Aremberg**) — mit allen Bedurfnissen 
für einige Tage versehen, sich unterhalb FanSova einschifften, 
die Flottille zu jeder Stunde auslaufen konnte. 

Mit Tagesanbruch des 15. Juni wurde das unvergleichlich 
kühne Manöver einer Ueberschiffung der Donau Angesichts 
der türkischen Streitkräfte auf dem rechten Ufer und der 
feindlichen Strom - Flottille in Szene gesetzt. 

Ein Theil der Eriegsfahrzeuge ruderte stromaufwärts bis 
zur Temes-Müudung, der zweite fuhr abwärts, beide zur Ver- 
hütung von Störungen des Unternehmens durch die bei Belgrad 
und Orsova liegenden türkischen Flottillen. Der dritte Theil 
eröffnete den Transportschiffen den Weg, an diese schlössen 
sich die zu Brücken - Unterlagen bestimmten Pontons. 

In der Mitte des breiten Stromes giebt F. M. Mercy 
durch einen Eanonenschuss das Zeichen zum Lösen aller Ge- 
schütze, die Fahnen werden entfaltet, die Musikbanden spielen, 
das Feldgeschrei „Stambul und Belgrad"" ertönt aus vielen 
tausend Kehlen. 



*) Die Grenadier- Gompagnie hatte 100, die ordinäre Gompagnie 
140 Köpfe. Nach der „kaiserlichen Bagage -Ordnung'^ fahrten an Train 
mit: der Oberst 2 Wagen und 12 Pferde, Oberstlieutnant 2 Wagen 
8 Pferde, Oberstwachtmeister 1 Wagen 7 Pferde, Hauptmann 1 Wagen 
4 Pferde, Lieutnant und Fähnrich zusammen 1 Wagen und 2 Pferde; 
der kleine Begimentsstab 2 Wagen, jede Gompagnie 1 Marketender- 
Wagen. 

**) Das 3. Bataillon blieb als Besatzung in Panöova. 



Äremberg. 23 

Geschütz- und Gewehrfeuer richten sich gegen die am im 
Ufer aufgestellten Tfirken, einige Geschützsalven des Feindes 
gegen die kühnen Angreifer, sie bleiben wirkungslos. Entsetzt 
über das sich ihnen darbietende Schauspiel ergreifen die 
Türken, 7 — 8000 Mann, die Flucht, die Kaiserlichen gewinnen 
ohne den geringsten Widerstand zu finden das Land. Nicht 
einen einzigen Mann hatte die üeberschifFung dem Heere 
gekostet. 

In zweimaliger üeberfahrt traf der Best der Armee bis 
zum Vormittage des 16. Juni im Lager ein, während die ge- 
sammte Beiterei die über Nacht geschlagene Brücke passirte. 
Im befestigten Lager bei Visnica zog die Armee im Laufe 
der nächsten beiden Tage alle Bedürfnisse ungestört vom 
Feinde an sich. 

Am 19. Juni rückte das kaiserliche Heer in 4 Colonnen 
Yor Belgrad die Festung enge umschliessend, das Begiment Beigrad. 
Äremberg erhielt seinen Platz im 2. Treffen des Gentrums, 
welches F. Z. M. Prinz von Bevern befehligte. 

Die Belagerung der von 30.000 Türken und 600 Ge- 
schützen vertheidigten Festung begann am 29. Juni, während 
zum Schutze der kaiserlichen Armee gegen das von Adrianopel 
im Anmärsche begriffene feindliche Heer unter dem Gross- 
vezier auch auf der äusseren Seite Verschanzungen um das 
Lager gezogen wurden. 

Eine zweite Brücke über die Save stellte die Verbindung 
mit Semlin her; sie wurde am 13. Juli durch einen starken 
Sturmwind für kurze Zeit unterbrochen. Grössere Ausfälle der 
Besatzung am 14. und 15. endeten mit erfolgreicher Abweisung 
durch die Kaiserlichen. 

Die türkische Hauptarmee war mittlerweile gegen Belgrad 
herangezogen, am 1. August umschloss sie mit 120.000 Mann 
das schwache kaiserliche Heer, das nicht mehr als 40.000 Streiter 
zählte, in einem weiten Bogen, der mit beiden Flügeln an die 
Save und Donau lehnte. 

Von beiden Seiten auf schmalem Baume vom Feinde ein- 
geengt, Tag für Tag von zahlreichen Geschossen aller Art 
überschüttet, wurde die Lage der Kaiserlichen um so mehr 
gefahrdrohend, als auch die türkische Hauptarmee die Lauf- 
gräben gegen die Verschanzungen der nun selbst Belagerten 
eröffnet und bald bis auf 600 Schritte denselben nahe ge- 



24 Arembery. 

1717 bracht hatte. Zum grössten Unglücke brach auch die Ruhr im 
Lager aus, sie forderte täglich grosse Opfer. 

Prinz Eugen verwandelte mit einem kühnen Schlage 
die unhaltbare Lage zu Gunsten seiner schwergeprüften Krieger. 
Am 16. August um 4 ühr schlug er die dreimal so starke 
türkische Hauptarmec in die Flucht, eroberte das reiche Lager, 
166 Geschütze, 9 Rossschweife, 59 Fahnen, 4 Paar Pauken. 
Zwei Tage später capitulirte Belgrad gegen freien Abzug 
seiner Besatzung. 
Beifrrad. Während der Schlacht bei Belgrad war in der 

Schlachtordnung der Kaiserlichen — die im dichten Nebel 
sich schwer zu Orientiren vermochten — eine Lücke zwischen 
dem Centrum und dem einen Flügel entstanden, in welche 
die Türken einzudringen versuchten. Als der erste Strahl der 
Sonne dem kaiserlichen Feldherrn die drohende Gefahr auf- 
deckt, führt Prinz Eugen das 2. Treffen — in welchem 
das Regiment Aremberg — persönlich gegen den gefährdeten 
Punkt. Begeistert von dem Heldenrauthe ihres geliebten Feld- 
herrn, stürzen die Truppen mit grösster Todesverachtung auf 
den Feind, werfen ihn zurück und dringen vereint mit dem 
siegreichen 1. Treffen in das türkische Lager. 

Den Osmanen kostete ihre Niederlage bei Belgrad 10.000 
Todte, 5000 Verwundete, 5000 Gefangene, den Oesterreichern 
der glänzende Sieg nur 2000 Todte, 4000 Verwundete. Vom 
Regimente Aremberg fielen Lieutnant Johann Marchand, 
47 Mann; verwundet waren: Hauptmann Georg Richter und 
von Marobiz, Lieutnant Haberl, von Lindenheim b, 
Ptastel, Reinhard, Fähnrich Johann Weiss und 169 
Mann. 

Ende August brach F. M. Graf Mercy mit 18 Bataillonen 
— darunter das ganze Regiment Aremberg — nach dem 
Banate auf, welches die Türken in Folge der Niederlage ihrer 
Hauptarmee verlassen hatten. Das Regiment Aremberg be- 
setzte die Festung Orsowa, besserte die Werke aus, brachte 
sie während der nächsten Monate in guten Vertheidigungszu- 
stand, und zog im Laufe des Winters Ersatzmannschaften aus 
Ober- und Ünter-Oesterreich an sich. 

1718 Um den mit der Türkei am 5. Januar 1718 zu Potarevac 
eingeleiteten Unterhandlungen grösseren Nachdruck zu geben, 
wurde die kaiserliche Artaaee im Lager bei Semlin zusammen- 



Aremberg. 25 

gezogen, Prinz Eugen übernahm Anfangs Juni wieder den ms 
Oberbefehl. Am 21. Juli wurde der Friede abgeschlossen, der 
dem Kaiser das ganze Banat, einen Theil von Serbien mit 
Belgrad und die Walachei bis zum Alt einbrachte. 

Das Regiment Aremberg war mit allen seinen Abthei- 
lungen im Semliner Lager gewesen, es bezog Ende August 
Winterquartiere zu Arad und in dessen Umgebung, entsendete 
im Oktober ein Bataillon zur Besatzung Belgrads, dem im 
September 1719 ein zweites folgte. "»^ 

Im November vereinigten sich diese beiden Bataillone mit 
dem dritten, aus Arad kommenden, in Pest. Das Begiment 
hatte die Bestimmung an den Oberrhein erhalten. Ende 
Januar 1720 traf dasselbe dort ein. Das Bataillon des Oberst- nw 
lieutnants Sigmund Baron Burmann kam nach Breisach, 
jenes des Majors Eberhard Baron Qemmingen nach Constanz 
am Bodensee. Im Oktober des nächsten Jahres war das ganze 
Regiment*) unter dem Festungs-Commandanten F. M. L. von 
Harsch in Freiburg wieder vereinigt. 

An die Stelle des zu einem anderen Regimente übersetzten 
Obersten Baron Nieuland, erhielt unser Regiment im Mai 1722 ^''^^ 
in dem Obersten Otto GrafWalsegg seinen neuen Com- 
mandanten, welcher, nachdem er das Regiment im Juni 1723 
nach Breisach geführt, Ende des Jahres in badische Dienste 
trat. Oberstlieutnant Sigmund Baron Thüngen ersetzte 
ihn, er wurde im Mai 1725 Oberst. 

Qegen Ende des Jahres 1726 erhöhte das Regiment seinen nse 
Stand wieder auf 2300 Mann und errichtete gleichzeitig wie 
die meisten anderen Regimenter des kaiserlichen Heeres fünf 
neue Compagnien, für welche die Rekruten im Juni des nächsten 
Jahres im Ansbachischen und Bayreutischen geworben wurden. 



*) Das uDregelmässige EintreiFen der Yerpflegsgelder hatte um 
diese Zeit nicht nur zahlreiche Desertionen der Mannschaft, die oft 
lange auf ihren Sold warten musste, sondern auch die Ueberbürdung 
der Offiziere mit Schulden zur Folge. Oberst Qraf Walsegg war ge- 
zwungen, von dem Juden Oppenheimer 30.000 Gulden zu entlehnen, um 
diesen üebelständen gründlich abzuhelfen. — Im Juli hatte er aber- 
mals 58.000 Gulden Schulden gemacht, da die Offiziere seit unge^Lhr 
12 Monaten keine Gebühren erhalten hatten. Der Hofkriegsrath bewil- 
ligte in Berücksichtigung dieser Verhältnisse Offizieren und Mannschaft 
eine Erhöhung ihrer Gebühren in unbekanntem Betrage. 



26 Aremberg, 

1128 1728 war das Segiment wieder in Freiburg, ein Detachement 
von 100 Mann in Bheinfelden. In diesem Jahre wurde in 
Augsburg rekrutirt. 

Nach langjähriger Vereinigung wurde das Begiment im 

1730 Mai 1730 durch Entsendung seines grösseren Theiles nach 
Italien zerrissen. Oberstlieutnant Baron Burmann mit 1 Gre- 
nadier-Compagnie und dem 3. Bataillon blieb in Freiburg, 
Oberst Baron Thüngen mit dem Leib-, dann dem Oberst- 
wach tmeisters-Bataillon und 1 Grenadier-Compagnie brach am 
22. Mai aus Breisach^ wo diese Abtbeilungen seit Ende des 
vorhergegangenen Jahres gelegen, über Tirol nach Mantua 
auf, erreichte diese Festung im Monate August und ging im 

1731 Sommer 1731 nach Mailand. 

Schon im Oktober desselben Jahres zur Verstärkung der 
Besatzung von Luxemburg bestimmt, trat das Begiment den 
Bückmarsch über Graubünden — der Train über Tirol — 
im Dezember an, bei grimmiger Kälte die Alpen übersteigend, 
theilweise auf Schlitten über die durch hohen Schnee fast un- 
wegsamen Gebirgsrücken fortgebracht. Oberst Baron Thüngen 
und viele Soldaten mussten krank unterwegs zurückgelassen 
werden, gross war die Anzahl jener, welche aus Ermattung 
im Schnee liegen blieben und ihren Tod durch Erfrieren fanden. 

Aus Freiburg war mittlerweile das 4. Bataillon unter Haupt- 
mann Cann^ mit 1 Grenadier-Compagnie am 12. Dezember 
abmarschirt, am 26. in Luxemburg eingerückt. Oberstlieutnant 
Baron Burmann mit dem 3. Bataillon folgte im Januar 
1738 2732 dorthin, der Best des Begimentes war im März ebenfalls 
angekommen. 

Der beschwerliche Marsch über die Alpen, sowie häufige 
Desertionen der vorwiegend aus Ausländern bestehenden Mann- 
schaft hatte den Stand des Begimentes um diese Zeit so tief 
heruntergebracht, dass die Werbungen in grossem Maasse be- 
trieben werden mussten, um den entstandenen Abgang zu decken. 
Hauptmann Baron Lützow und Hauptmann Juan wurden 
mit Werbe - Commanden in 's Bayreutische und nach Böhmen 
iws entsendet, wo sie, im Juli 1733, 500 und beziehungsweise 600 
Bekruten'*') aufbrachten. 



*) Der Preis für einen Rekraten sammt Montur war damals auf 
58 Oulden festgesetzt. 



Aremberg. 27 

Im nächsten Jahre im Münsterlande ohne Erlaubniss n^ 
werbend, wurde Hauptmann Baron Lützow von der Regierung 
n abgeschafft" ; er ging in's Lippe'sche. Der Stand des Begi- 
mentes*) war Ende April 1735 auf 2458 Mann gestiegen, von 
welchen 47 in Coblenz detachirt waren. 

Der seit zwei Jahren zwischen Oesterreich und Frankreich 
als Hauptbetheiligte ausgebrochene polnische Thronfolgekrieg, 
den Kaiser EarlVI. im Interesse des von ihm begünstigten 
Prätendenten August von Sachsen führte, hatte das Regiment 
Aremberg bis jetzt nicht berührt, erst 1735, als der Kampf 
der Beendigung nahe, stiessen 2 Bataillone und 2 Grena- 
dier - Compagnien zum Armee-Corps des F. M. Seckendorf, 
welches von Mainz Mosel aufwärts gegen Trier operirte. 

Früher noch als diese Abtheilungen des Regimentes mit 
dem Feinde in Berührung kamen, hatte das in Coblenz befind- 
liche Detachement Aremberg Gelegenheit, an einer Waffen- 
that Theil zu nehmen. Eine französische Streif partei hatte 
den Rhein unterhalb dieser Festung am 15. Juli übersetzt 
und die nächste Ufergegend gebrandschazt. General Wurm- 
brand, Commandant von Coblenz, führte sogleich 150 Mann 
von Aremberg und Alt-Daun nebst 50 Husaren zu SchiflF 
nach Neuwied, erfuhr hier, dass die Franzosen den Strom schon 
passirt hätten und gegen Mayen abgezogen seien. Rasch dort- Mayen, 
hin folgend, überfielen die Kaiserlichen den sorglosen Feind 
und brachten ihm bedeutenden Verlust bei. 

Die kaiserliche Hauptarmee stand im Monate Juli dem 
französischen Heere am Oberrhein gegenüber, gegen die linke 
Flanke des letzteren marschirte das aus 47 Bataillonen, 96 Es- 
cadronen bestehende Corps des Generalen Seckendorf. lieber 
Bingen, Sinmiern, Berncastel an die Mosel gerückt, übersetzte das- 
selbe diesen Fluss am 20. Oktober bei Mühlheim und bezog am 
Salmbache das Lager nächst Clausen. 

Nachmittag 2 Uhr kam es zu einer Kanonade mit den 
Franzosen, die in der Stärke von 2000 Grenadieren, 20 Ba- 



*) Der Reginients-Stab zählte damals: 1 Obrist, 1 Obristlieutnant, 
1 Obristwachtmeister,! Begiments-QaartiermeiBter, 1 Auditor, 1 SecretariuB, 
1 Caplan, 1 W^achtmeister-Lieutenant , 1 Feldscheer mit 12 Gesellen, 
und 1 Profoss. 



28 Äremberg. 

1735 taillonen und einiger Reiterei, den Kaiserlichen von Trier aus 
entgegen gegangen waren, nun aber nach dem Verluste mehrerer 
Hundert Mann den Bückzug antraten. 

Die Verstärkung aus Luxemburg, 6 Bataillone — unter 
denen das Oberstlieutnants- und Majors -Bataillon nebst 2 
Grenadier-Compagnien Äremberg mit 1044 Mann — hatte 
sich während der Kanonade dem rechten Flügel der Kaiser- 
lichen bis auf 2 Stunden genähert und folgte mit diesen dem 
Feinde am 27. Oktober an den Byll-Bach, hinter welchem die 
Franzosen kampirten. 

Um den Feind aus seiner Stellung zu vertreiben, über- 
stieg die Brigade F. M. L. von der Lippe — in welcher das 
Regiment Äremberg — die, die linke Flanke der Franzosen 
schützenden steilen Höhen, wodurch der überraschte Gegner 
veranlasst wurde, seine Position fast ohne VITiderstand aufzu- 
geben und im Laufe der Nacht abzuziehen. 

Etarang. Di^ Brigade Lippe wurde am 28. bei Ehrang über 

den Byll-Bach vorgeschoben, der Best der Armee folgte am 
nächsten Tage, die Franzosen beschossen dieselbe vom rechten 
Ufer aus mit 20 Geschützen und brachten ihr einen Verlust 
von 5 Todten und 16 Verwundeten bei. Die Beiterei kam bei 
dieser starken Kanonade etwas in Unordnung „während die 
Infanterie sich hierbei unerschrocken bezeigte." Längs des 
Biewerbaches wurde das Lager aufgeschlagen. 

Der wenig ruhmreiche Feldzug war hiemit beendet, beide 
Heere bezogen Winterquartiere, das Begiment Äremberg 
kehrte am 8. November in die Festung Luxemburg zurück. 
Der Friede zu VTien beschloss am 11. Oktober den Krieg, 
den Oesterreich gleichzeitig am Bheine, in Ober- und Unter- 
Italien geführt hatte. 

i73e Im nächsten Jahre wurden dem Begimente Äremberg 

neue Garnisonsorte in den Niederlanden angewiesen, im April 
zog der Begimentsstab mit 2 Grenadier-Compagnien und 2 Ba- 
taillonen in Brüssel ein, 1 Bataillon kam nach Ath, eines 
nach Termoude, detachirt waren 90*Mann in Misport, 80 in 
Boermond, 30 in Lierre. Die Abtheilung aus Coblenz hatte 



Aremberg. 29 



/ 



sich mit dem Kegimente während des Marsches*) vereiDigt, nse 
das 4. Bataillon i^urde aufgelöst. 

Als im September 1738 Oberst Sigmund Baron Burmann 173» 
einer Krankheit zu Brüssel erlag, erhielt auf Ansuchen des 
F. Z. M. Herzog von Aremberg, welcher das Militär-Com- 
mando in den Niederlanden führte, Oberstlieutnant Sigmund 
Baron Gemmingen das Commando des Regimentes. 



*) Auf dem Marsche von Luxemburg nach Brüssel desertirten 
139 Mann ; einschliesslich dieser hatte das Regiment durch Desertionen 
in letzter Zeit 700 Mann eini^ebüsst. Als Grund dieser auffallenden 
Erscheinung wird Mangel an Geld angegeben. Trotz solcher Verluste 
zählte das Regiment im November 1738 wieder 2300 Mann. 



1740—1755. 

Oesterreiehiselier Erbfolgekrieg 1741->1748. 

17M Maria Theresia hatte am 20. Oktober 1740 den Thron 

ihrer Väter bestiegen. Oesterreichs frühere Bundesgenossen, die 
Kaiser Karl VI. mit grossen Opfern zur Anerkennung der prag- 
matischen Sanction gewonnen, machten der jungen Fürstin ihr 
geheiligtes Erbrecht streitig, nur England und Holland standen 
zu ihr. Doch die grosse Kaiserin verzagte nicht, in ihrem 
eigenen muthvollen Geiste, der freudigen Opferwilligkeit ihrer 
Völker und in der Tapferkeit ihrer für die Herrscherin be- 
geisterten Heere fand sie die festen Stützen, ihren zahlreichen 
Feinden mit unerschütterlicher Standhaftigkeit entgegen zu 
treten. 

Im Bunde mit Frankreich, Baiern und Sachsen eroberte 

Friedrich II. von Preussen im ersten schlesischen Kriege 

1710-1742 1740 — 1742 das schutzlose Schlesien, das ihm die Kaiserin im 

Frieden zu Breslau abtrat, Frankreich setzte den Krieg in 

Deutschland fort. Eine englische Hilfsarmee unter König 

174S Georg II. trat im nächsten Jahre für die Sache der nun von 
ihrem gefährlichsten Gegner befreiten Kaiserin am Main in die 
Schranken. 

In den Niederlanden sammelte F. Z. M. Herzog von A r e m- 
berg im Januar 1743 einen Theil der kaiserlichen Truppen 
bei Brüssel, um sie den Engländern zuzuführen und ihrer etwas 
langweiligen Kriegführung mehr Nachdruck zu geben. Vom 
Regimen te Aremberg*^) waren 2 Bataillone, 2 Grenadier- 

*) Im Jahre 1740 musste das Regiment seinen Stand, den es durch 
Werbungen im Frankfurtiscben eben wieder ergänzt hatte, auf 2000 
Mann herabsetzen. 



Aremberg. 31 

Compagnien — seit Oktober 1740 in Moiis — unter Oberst- 1745 
lieutnant Baron Malowetz und Major Stockmanns zur 
Theilnahme an diesem Zuge bestimmt, während das dritte 
Bataillon unter Major de G u g g i a zur Besatzung der Festung 
Luxemburg kam. 

Gegen Ende des Monates Februar bei Luxemburg einge- 
troffen, brachen die kaiserlichen Truppen am ö. März wieder 
auf, übersetzten bei Coblenz den Bheinstrom und zogen Ende 
Mai längs des Mains nach Aschaffenburg, wo sie sich mit der 
englisch-holländischen Armee vereinigten. Jenseits des Flusses 
stand die französische Armee unter dem Marschall Noailles; 
Hannoveraner und Hessen waren im Anmärsche auf Hanau. 

Diesen Verstärkungen entgegen zu ziehen, setzte sich die 
Armee König Georg's in der Stärke von 36000 Mann am 
27. Juni Früh 5 Uhr nach Hanau in Bewegung. Bei Dettin- nettingen. 
gen angekommen, entdeckte die Vorhut unterhalb dieser Stadt 
zwei von den Franzosen während der Nacht geschlagene Brücken, 
über welche feindliche Truppen eben auf das rechte Mäinufer 
übergingen. Von der Beiterei hatten sich 30 Escadronen in 
der Ebene nördlich Dettingen entwickelt. 

Der Entschluss zur Schlacht war rasch gefasst, die ver- 
bündete Armee stellte sich in Schlachtordnung; ehe der An- 
griff erfolgen konnte, sah sie schon 30.000 Franzosen sich 
gegenüber. Im Laufe der Schlacht versucht ein französisches 
Garde-Begiment zu Fuss im Vereine mit einigen Linien-Batail- 
lonen längs des Maines in die Unke Flanke der Verbündeten 
zu gelangen, ein ausdrücklicher Befehl ihres Oberbefehlshabers 
macht diesen Truppen zur Pflicht, im Angriffe das erste Feuer 
des Gegners ohne Erwiderung auszuhalten, dann mit dem Ba- 
jonnete auf ihn zu stürzen. 

Die drohende Gefahr rechtzeitig bemerkend, formirt F. M. L. 
Salm die am linken Flügel der Verbündeten stehenden kaiser- 
lichen Regimenter — unter denen auch Aremberg — zum 
Gegenangriff. Indess sind die Franzosen diesen Truppen nahe 
gerückt, ein wirksames Gewehrfeuer empfängt sie, sie stutzen, 
weichen und werden von den nachstürmenden Kaiserlichen 
gegen das Ufer des hinter ihnen fiiessenden Maines getrieben. 

Vergebens sucht der Feind nach Dettingen zu entrinnen, 
der Weg ist verlegt, nur sehr Wenigen gelingt es, sich dahin 
durchzuschlagen. Ohne Unterstützung gelassen, werden die 



32 Äremberg. 

1743 Garden immer näher und näher an das Ufer gedrängt, es 
bleibt ihnen kein Ausweg als Ergebung oder sich in den Fluss 
zu werfen. 205 Todte und 224 Verwundete verlor allein das 
Garde-Begiment, nur ein geringer Theil desselben erreichte 
das andere Ufer. 

Der Verlust der Kaiserlichen, die zu dem günstigen Aus- 
gange der Schlacht so wesentlich beigetragen, betrug nur 
975 Manu. Ueber ihr braves Benehmen berichtet der, durch 
einen Schuss in die Brust schwerverwundete F. M. Herzog von 
Äremberg an den Grossherzog Franz von Toscana: »Die 
„TruppenSeinerMajestät haben Wundergewirkt!"* 

In laugsamer Bewegung folgte das Heer der Verbündeten 
uach diesem glücklichen Schlage den Franzosen, bei Biebrich 
den Bhein überschreitend, im August bis Worms, rückte im 
September nach Speyer und verharrte hier in ünthätigkeit 
bis zum 15. Oktober, an welchem Tage der Abmarsch in die 
Winterquartiere begann. 

Das Begiment Äremberg vereinigte sich in Luxemburg 

mit seinem dritten Bataillone, marschirte im Dezember in die 

1741 Niederlande zurück, und wurde im Januar 1744 mit dem 

ersten Bataillone nach Nivelles, mit dem zweiten und den 

beiden Grenadier-Gompagnien nach Hai verlegt. 

Als ein neues französisches Heer unter König Ludwigs 
XV. persönlicher Führung im Frühjahre gegen die Niederlande 
anrückte, sammelte sich die 40.000 Mann zählende Armee der 
Verbündeten bei Brüssel. Den österreichischen Heerestheil — 
in welchem wieder das Begiment Äremberg mit Ausnahme 
des dritten Bataillons - befehligte F. M. Herzog von Ärem- 
berg, ein gemeinsamer Oberbefehlshaber war nicht ernannt. 

Dieser umstand und die Schwäche der Verbündeten gegen- 
über den über 100.000 Mann starken Franzosen, verurtheilten 
die ersteren zu völliger ünthätigkeit, während Ludwig XV. 
einige Grenzplätze in Flandern ungestört belagerte und ein- 
nahm. Und selbst als der grösste Theil des feindlichen Heeres 
im August an den Oberrhein abzog, um den Fortschritten der 
über den Strom gegangenen kaiserlichen Hauptarmee unter 
dem Prinzen Carl von Lothringen Einhalt zu gebieten, änderte 
sich die ünthätigkeit dw uneinijjen Verbfindeten in den Nieder- 
landen nicht. 



Aremberg. 33 

Gegen Ende Oktober wurden Winterquartiere bezogen, 1744 
das 1. Bataillon Aremberg ging als Garnison nach Hai, 
das 2. nebst den Grenadieren nach Ath, der Kegimentsstab 
nach Charleroi, wohin das 3. Bataillon von Luxemburg Ende 
Dezember verlegt worden war. Die Stärke des Regimentes be- 
trug zu dieser Zeit 1881 Mann, der complete Stand war auf 
2300 Mann festgesetzt. 

Schon im Januar 1745 neuerdings in*s Feld gerufen, 1745 
traf das 1. Bataillon Aremberg am 14., das zweite mit den 
Grenadieren am 16. Januar zu Sittard im Jülich'schen ein, 
wo F. M. Herzog von Aremberg jenen Theil der kaiserlichen 
Truppen aus den Niederlanden versammelte, der an den Bhein 
bestimmt war. 1377 Mann stark, erhielt das Regiment seine 
Eintheilung in das vom F. Z. M. Salm befehligte 1. Treffen, 
Brigade G. M. Lannoy. 

Im Mai nächst Goblenz über den Rhein gegangen, be- 
zogen die kaiserlichen Truppen Cantonnirungen an der Lahn, 
das Regiment Aremberg zu Vallendar, setzten am 5. Juni 
ihren Marsch an den Main fort, standen am 16. in Giessen, 
wo F. M. Bathyany den Oberbefehl übernahm, und ver- 
einigten sich am 23. bei Gelnhausen mit einem vom F. M. 
Traun aus Baiern herbeigeführten Corps. 

Dieser General übernahm nun den Oberbefehl über die 
Armee, welche zur Sicherung der Eaiserwahl in Frankfurt a./M. 
nächst dieser Stadt zusammengezogen worden war. lieber Nieder- 
Erlenbach, Frankfurt ausweichend, übersetzte das kaiserliche 
Heer am 15. Juli bei Flörsheim auf 4 Brücken den Main 
und war Ende des Monates bei Heidelberg. 

Am 13. September sah die hartgeprüfte Kaiserin Maria 
Theresia ihren Lieblingswunsch erfüllt, die deutschen Fürsten 
hatten ihren Gemahl Franz von Lothringen zum deutschen 
Kaiser erwählt. Beide Majestäten besichtigten am 28. Sep- 
tember die kaiserlichen Truppen bei Heidelberg, verweilten 
einige Tage in der Mitte der Armee und begaben sich, nach- 
dem sie die Soldaten reichlich beschenkt'*') nach Frankfurt 
zur Krönung, die am 4. Oktober mit dem üblichen Gepränge 

*) Jeder Soldat erhielt einen Gulden in Silber, ein Pftind Fleisch 
und mn Pfund Reis; die Generale und Offiziere wurden an besonderen 
Tafeln festlich bewirthet. 

Oeschichte dea 28. Inf.-EgmU. 3 



34 



Aremherg. 



1745 vollzogen wurde. Nach Beendigung der Festlichkeiten kehrte 
das Kaiserpaar am 16. nochmals nach Heidelberg zurück und 
setzte am 17. die Reise nach Wien fort. 

In den Niederlanden hatten die Franzosen während dieses 
Jahres bedeutende Fortschritte in der Eroberung der Grenz- 
festungen gemacht, an welcher die am 11. Mai bei Fontenay 
geschlagenen Verbündeten — bei denen nur 8 kaiserliche Es- 
cadronen — sie nicht zu hindern im Stande waren. Als nun 
der Friede zu Dresden den far Oesterreich unglücklichen zweiten 
schlesischen Krieg beendet hatte, wurden die Engländer und 
Holländer durch einen Theil der in Böhmen verfügbar ge- 
wordenen Armee und durch das am Neckar gebliebene Corps 
so erheblich verstärkt, dass sie den Franzosen im offenen Felde 
entgegen zu treten vermochten. 

F. M. L. Baranyai führte das kaiserliche Corps, — in 
welchem das Begiment Aremberg seit Ende Oktober zu 
Heidelberg im Winterquartier — vom Neckar im Anfange des 

1746 Monates Januar 1746 in die Niederlande zurück, wo bis Ende 
April unter dem F. M. Bathyany 13.000 Oesterreicher ver- 
sammelt waren. Der Oberbefehl über diese, sowie über die 
Verbündeten wurde dem Prinzen Carl von Lothringen 
übertragen, der am 21. Juli bei seiner Armee eintraf. 

Das französische Heer unter dem Marschall von Sachsen 
hatte schon im Winter die Operationen begonnen und im 
Februar Brüssel eingenommen. Die schwachen Streitkräfte der 
Verbündeten verhielten sich in beobachtender Stellung östlich 
der verlorenen Hauptstadt völlig passiv. Nur eine einzige kühne 
Waffen that, an welcher auch die Grenadiere von Aremberg 
betheiligt waren, unterbrach die ünthätigkeit der AUiirten. 

Am 6. April übei-fiel eine aus 2 Grenadier-Compagnien 
von Aremberg, den Grenadieren von Gaisrugg unter dem 
Oberstlieutnant Gaisrugg und 6 holländischen Grenadier- 
Compagnien unter dem Obersten Com ab e zusammengesetzte 
vüTorde. Truppen- Abtheilung die Franzosen in der Stadt Vi 1 vor de, 
nördlich von Brüssel. Das Unternehmen gelang vollkommen, 
mit 2 Kanonen, 5 gefangenen Offizieren und 40 Mann kehrte 
das Detachement unbelästigt nach Mecheln zurück. 

Der Marschall von Sachsen bemächtigte sich am 20. Mai 

Antwerpen, der Stadt Antwerpen und begann an demselben Tage mit 

28 Bataillonen, 20 Grenadier-Compagnien, 16 Escadronen die 



V 



Aremberg. 35 

Belagerung der von 1700 Oesterretchern unter 6. M. Wied*) i746 
besetzten Citadelle. Unter den Yertheidigern derselben waren 
auch 1 Hauptmann, 2 Lieutnants und 148 Soldaten von 
Aremberg, die während der Belagerung 4 Todte und 2 Ver- 
wundete einbüssten. Nachdem die brave Besatzung eine vier- 
tägige heftige Beschiessung vom 27. bis 30. Mai ausgehalten, 
welche der Veste grossen Schaden zufügte, war der tapfere 
Commandaut am 1. Juni zur Gapitulation gezwungen. 

Die Armee der Verbündeten stand noch immer im Lager 
hinter der Dyle zwischen Mecheln und L()wen, sie näherte 
sich Mitte Mai Antwerpen, konnte dessen Einnahme nicht 
hindern, zog nördlich ab gegen Breda und besetzte die Ver- 
schanzungen bei Terheyden, wo sie bis 16. Juli blieb, üeber 
Peer gegen Süden sich wendend, ging die Armee hinter die 
Mehaigne nördlich Namur, an welcher sie am 30. Juli ein aus- 
gedehntes Lager bezog. Am 21. hatte Prinz Carl von 
Lothringen den Oberbefehl übernommen, nach der am 
23. ins Leben getretenen Ordre de bataille war das Begiment 
Aremberg — 2 Bataillone und die Grenadiere 1005 Mann 
— in der Brigade 6. M. Arberg, Division F. M. L. Kollowrat, 
in dem Reserve - Corps unter P. Z. M. Prinz von Wolfenbüttel 
eingetheilt. Die Armee der Verbündeten zählte um diese Zeit 
etwa 70.000, jene der Franzosen gegen 100.000 Mann. 

Nach einem misslungenen Versuche zum Entsätze von 
Charleroi, — dessen Besatzung, nebst dem 3. Bataillon 
Aremberg aus Holländern bestehend, am 3. August durch 
die Muthlosigkeit des holländischen Gommandanteu zur Gapi- 
tulation gezwungen wurde, — führte Prinz Carl sein Heer in 
der Nacht zum 29. August bei Ardenne über die Maas, dann 
längs dieses Flusses nach Mastricht, überschritt hier die Maas 
abermals und bezog westlich der genannten Stadt am 17. Sep- 
tember eine Stellung, aus welcher die Armee am 7. October 
in eine neue zwischen Houtain und Lüttich überging. 

Während dieses Linksabmarsches folgten die Franzosen 
der Nachhut der Kaiserlichen an die Geer bis Glins und ^^'^^*' 
drängten dieselbe zurück. Als aber 12 Bataillone — unter 
welchen zwei von Aremberg — in den Kampf eingriffen, 



*) G. M. Qraf WiedRunkel wurde 1754 Inhaber unseres Reg! 
mentes. 

3* 



3t> Äremherg. 

1746 der vorwiegend von der Artillerie geführt wurde, Hess der 
Feind vom Angriff ab und zog sich zurück. Die Verbündelen 
verloren nur 180 Mann. 

Am 11. Oktober griff der Marschall von Sachsen mit 
IIO.OUO Mann den linken Flügel der 72.000 Mann zählenden 
Bocour. Verbündeten bei Bocour an und warf denselben nach drei- 
stündigem Kampfe. Der aus den Oesterreichern bestehende 
rechte Flügel wurde vom Feinde mit ansehnlichen Kräften 
festgehalten, ohne dass es hier zu einem ernsteren Zusammen- 
stosse kam. unter dem Schutze dieser Truppen ging die Armee 
am 12. Oktober bei Masiricht auf drei Brücken über die Maas, 
blieb bis zum 28. October wieder unthätig und bezog Ende 
October Winterquartiere am Niederrhein. 

Das Regiment Aremberg kam am 4. Dezember, jetzt 
1169 Mann zählend, nach Luxemburg"^), nebst Limburg dem 
einzigen festen Platze, welcher Oesterreich nach den unglück- 
lichen Feldzügen der vergangenen Jahre geblieben. 

Während des Winters machten die Verbündeten die 
grössten Anstrengungen, die Armee in den Niederlanden auf 
eine Stärke zu bringen, welche die Wiedereroberung des ver- 
lorenen Landes hoffen liess. Der Herzog von Gumberland 
erhielt den Oberbefehl über das gegen 100.000 Mann zäh- 
lende Heer, das österreichische Oontingent commandirte F. M. 
i^^^ Bathyany, es sammelte sich im März und April 1747 an 
der Maas zwischen Boermond und Eindhoven. 

Vom Begimente Aremberg blieb das 2. Bataillon, 
492 Mann unter Oberstlieutnant Baron Lützow, in Luxem- 
burg, das 1. Bataillon, 518 Mann unter Major Heinrich von 
Mannsbach, und 171 Grenadiere führte Oberst Baron Malo- 
wetz Ende März über Mastricht nach Heimond, wo dieselben 



*) Unter den kaiserlichen Truppen herrschte so grosse Noth, dass 
die Ofifiziere, seit 26 Monaten ohne Gebühren gelassen, schon mit Nah- 
rungssorgen kämpften, da weder die Gastgeber, noch die Bürger 
länger Credit geben konnten. F. M. Graf Neipperg sagt in einem Be- 
richte, er getraue sich kaum die Truppen in Dienst zu commandiren, 
in der Befürchtung, die Regiments - Commandanten könnten die Antwort 
geben^ dass weder die Offiziere noch die Mannschaft wegen ^Abgang 
der Mondur^ dienstbar seien. Ein nach Wien um Geld entsendeter 
Stabsoffizier möge, wenn er kein Geld erhalte, lieber dort zurückge- 
halten werden, da die Bürger, falls derselbe ohne Geld ankäme, alle 
Thüren und Kisten zusperren würden. Dieser kam nicht! 



Areniberg, 37 

sich mit dem kaiserlichen Heerestheile vereinigten. Das 1. Ba- 1747 
taillon'*') wurde mit der Brigade G. M. Puebla, Division 
F. M. L. Mercy, in das 1., die Grenadier - Division in das 
3. Treffen des rechten Flügels unter F. M. Dann eingetheilt. 

Am 21. April setzte sich die verbündete Armee zur Be- 
lagerung Antwerpens in Bewegung, kam über Kuegsel am 23. 
in das Lager bei Poppel, am 29. nach Hoogstraeten. Am nächsten 
Tage bis Brecht, drei Stunden von Antwerpen, vorgerückt, 
nahm das Heer, ohne etwas gegen die Franzosen zu unter- 
nehmen, das Lager bei diesem Orte. Das Begiment Aremberg 
wurde nun in die Division EoIIowrat des neu gebildeten Re- 
serve -Corps unter dem Prinzen von Wolfenbüttel eingetheilt. 

Aus einem am 14. Mai bei Braekschooten bezogenen 
neuen Lager führte der Oberbefehlshaber das Heer am 26. in 
eine Stellung bei Herenthout hinter der grossen Nethe, die 
Oesterreicher kamen in das Lager bei Lierre, die Zeit bis zum 
24 Juni verlief wieder ohne bemerkenswerthe Ereignisse. 

Als nun der Marschall von Sachsen zwei französische 
Corps zur Bedrohung der Verbindungen der AUiirten mit 
Mastricht gegen S. Trond und Tongres dirigirte, brachen die 
letzteren am 24. Juni über Diest, Hasselt auf, und bezogen am 
28. eine Stellung zwischen Genck und Gellick vor Mastricht. 
Am 30. Juni führte F. M. Bathyany das Reserve-Corpji; 
nebst 18 Bataillonen 20 Escadronen unter dem F. Z. M. Dann 
zur Becognoscirung des Feindes gegen Bilsen und Tongres, 
in dessen Nähe die französische Armee an diesem Tage in 
Eilmärschen von Löwen eingetroffen war. 

Die kaiserlichen Truppen nahmen als rechter Flügel nächst 
Bilsen Aufstellung, an sie schlössen sich die Verbündeten, zu- 
sammen zählten sie 82.000 Mann, denen 100.000 Franzosen 
gegenüber standen. 

Um 9 Uhr Vormittags des 2. Juli begann die Schlacht 
bei Lawfeld, indem die Franzosen, den rechten Flügel der ^»^few. 
Verbündeten nur beobachtend, den linken derselben übermäch- 
tig angriffen und nach heftigem Kampfe zum Buckzuge auf 
Mastricht zwangen. Oesterreichische, den Weichenden zu Hülfe 
kommende Verstärkungen vermochten zwar nicht, das Geschick 



*) Das 3. Bataillon befand sich noch in französischer Kriegsge- 
fangenschaft. 



38 Aremberg. 

1747 der Verbündeten zum Besseren zu wenden, jedoch hielt die 
ruhige Haltung der kaiserlichen Truppen den Feind vor jeder 
Verfolgung ab, so dass die Geschlagenen ohne Störung die 
Maas passiren konnten. 

Ein Angriff auf die Oesterreicher missglückte den Fran- 
zosen vollständig, nach kurzem Geschützkampfe zogen die 
kaiserlichen Truppen in bester Ordnung durch Mastricht über 
die Maas. Die Verbündeten hatten 5800 Mann und eine Fahne, 
die Franzosen 9 Fahnen und über 10.000 Mann eingebüsst, 
das Begiment Aremberg verlor 2 Todte, 2 Verwundete; die 
kaiserlichen Truppen zusammen nur 138 Mann. 

Nach dieser Schlacht blieben beide Heere einander an der 
Maas gegenüber, am 20. August wurden lö Bataillone — 
darunter auch das Bataillon Aremberg — und 7 Escadronen 
der Verbündeten nach Flandern entsendet, um die Holländer 
im Lager zu Oudenbosch zu verstärken. Mit dem Falle von 
Bergen-op-Zoom am 16. September hatten indess die Feind- 
seligkeiten ihr Ende, die Truppen bezogen im Oktober Winter- 
quartiere. 

Das fiegiment Aremberg — 1 Bataillon und die Gre- 
nadiere — erhielt nebst 8 anderen Bataillonen die Stadt Cöln 
als Garnison zugewiesen, da aber dieselbe die Aufnahme 
kaiserlicher Truppen verweigerte, zogen diese dennoch in die 
Stadt und zwangen sie durch Unterbrechung der fiheiuschiff- 
fahrt zur Nachgiebigkeit. 

In Luxemburg befand sich noch immer das 2. Bataillon 
Aremberg unter Oberstlieutnant August Baron Lützow, 
das dritte war im September aus der Kriegsgefangenschaft 
entlassen worden, am 17. jenes Monates in Mastricht ange- 
kommen und hatte auf dem flachen Lande nächst Luxemburg 
Gantonnirungen bezogen. Mit nur 327 Mann unter Oberstlieut- 
nant de Cuggia zurückgekehrt, hatte es seinen Stand am 
Ende des Jahres wieder auf 413 Mann erhöht. 

Noch einmal während dieses langwierigen Krieges, im 

1748 März 1748, zogen das 1. Bataillon und die Grenadiere von 
Aremberg zu einem kurzen Feldzuge an die Maas, an 
welcher das Heer der Verbündeten sich nächst Boermond ver- 
sammelte. Die Franzosen belagerten am 16. April das von 
10.000 Oesterreichern und Holländern besetzte Mastricht ; nach 
mehreren Ausfällen und einem abgeschlagenen Sturme wurde die 



Areniberg. 39 

• 

Festung am 7. Mai gegen ehrenvollen Abzug der Besatzung über- i748 
geben. Dieser Waffenthat folgte am 10. Mai ein Waffenstillstand 
zwischen beiden Heeren, der Friede zu Aachen machte dem 
vieljährigen Kriege zwischen Oesterreich und Frankreich ein 
Ende. 

Ein grosser Theil der kaiserlichen Truppen kehrte nach 
abgeschlossenem Frieden in die Erblande zurück, 16.000 Mann 
wurden in die Städte und festen Plätze der Niederlande als 
Garnisonen verlegt. Das Regiment Are mberg vereinigte sich 
im Oktober in und nächst Luxemburg und errichtete am Ende 
des Jahres ein viertes Bataillon. Es bestand demnach jetzt aus 
2 Grenadier -Compagnieu zu 100 Mann, 4 Bataillonen zu 
4 Compagnien ä 136 Mann mit einem Sollstande von 2408 M.> 
der durch Werbungen in Cöln und Aachen completirt wurde. 

Die nun folgenden Jahre der Buhe verliefen fQr das 1749-1755 
Begiment ohne bemerkenswerthe Ereignisse, einzelne Per- 
sonal-Veränderungen in den Commandostellen, ein zweimaliger 
Wechsel des Inhabers, endlich Verlegungen einzelner Abthei- 
lungen in andere Garnisonsorte erschöpfen die' Geschichte der 
Friedenszeit. 

Oberst Ignaz Baron Malowetz aväncirte im Jahre 
17Ö2 zum Generalen, August Baron Lützow trat als' 
Oberst in seine Stelle, und als dieser 1755 starb, erhielt 
Oberst Sigmund Baron Burmann*) das Begiments-Com- 
mando. In diesem Jahre commandirten die Majore Sigmund 
Baron Gemmingen das 2., Ernst von Fischer das 3. 
Bataillon. 

Im März 1754 verlor das Begiment seinen langjährigen 
Inhaber F. M. Herzog von Aremberg, der neuernannte 
Inhaber G. M. Leopold Freiherr von Scherzer starb 
schon am 13. Juni desselben Jahres, die Stelle wurde am 
29. jenes Monates dem 6. M. Friedrich Graf Wied- 
Bunkel verliehen. 



*) Oberst Baron Bannann hatte im Jahre 1752 als Migor das 
Gommando des 3. Bataillons vom Major Spreizer abernommen, welcher 
beim Abgehen seine Compagnie um 6000 Qulden an den wallonischen 
Fähnrich de Hulder verkaufte. Zur selben Zeit aberliesB Hauptmann 
Garoffolo dem Comte Glerfayt die Seinige um 8000 Gulden. 



40 med-Runkel 

1749-1755 Das Schreiben, durch welches die Kaiserin diese Ver- 

leihung dem Segiments-Commandanten anzeigte, lautet: 

„Indem wir Unserm G. F. W. Grafen von Wied in mildester 
„Ansehung seiner durch viele Jahre zu Feld getreu, tapfer 
„und unermüdet geleisteten, auch annoch fortsetzenden Nutz 
„und erspriesslichen Kriegsdiensten in militari erlangter statt- 
„licher Erfahrenheit, dannsonsten zu Beförderung des k. k. 
„allerhöchsten Dienstes bezeigt ausnehmenden Eifers, Vernunft 
„und Geschicklichkeit, mithin ausdem in ihn setzenden beson- 
„derem Vertrauen das durch erfolgtem Tod des G. F. W. von 
„Scherzer jüngsthin erledigte deinem Gommando derzeit an- 
„ vertraute Regiment zu Fuss gnädigst verliehen, und Selben 
„darüber zu ünserm wirklichen Obristen bestellet haben. 

„Als Ifügen wir es dir zu dem Ende hiemit gnädigst an, 
„auf dass nicht allein für deine Person Ihn den G. F. W. Grafen 
„von Wied als deinem Vorgesetzten würklichen Obristen zu er- 
„kennen und seinen in ünsein Dienstes- dann in Begiments- 
„Angelegenheiten erttieilenden Befehlen mit kriegsgebräuchlicher 
„parition und Subordination stets nachzuleben, sondern auch 
„die übrige Staabs- Ober- ünterofficiere und gemeine Mann- 
„ Schaft dazu anzuweisen und zu verhalten wissen mögest. 

Maria Theresia. 

Zwei Bataillone des Begiments waren im Jahre 1751 nach 
Gent verlegt worden, sie kamen im Juni 1754 wieder zum 
Begimente, welches um diese Zeit von Luxemburg nach Ant- 
werpen abgerückt war, 1 Bataillon und die Grenadiere waren 
in Termonde. 

Die Organisation des Begimentes blieb während der 
Friedens-Epoche die am Ende des Jahres 1748 angenommene 
in 4 Bataillone zu 4 Compagnien & 130 Mann und 2 Grenadier- 
Compagnien ä 100 Mann. Jedes Bataillon hatte 1 Stabs- und 
3 ordinäre Compagnien, die ersteren wurden von den, um diese 
Zeit eingeführten Capitän-Lieutnants commandirt, und ran- 
girten beim Leib- und Oberstlieutnauts-Bataillon am rechten, 
beim Oberstwachtmeisters- und Oberst -Bataillon am linken 
Flügel. Jede Gompagnie hatte nebst dem Commandanten 
1 Oberlieutnant , 1 Lieuinant, das Bataillon noch 2 Fähn- 
riche und 2 Fahnen. Der Stand der schon früher aus Privat- 
mitteln unterhaltenen Musikbanden war auf 36 Mann festgesetzt. 



Wied'Btmkel 41 

2 leichte Geschütze „Regimentsstücke" wurden von einem 1749-1755 
Büchsenmacher der Artillerie geleitet, auf dem Marsche von 
zwei Pferden , im Gefechte von Soldaten des Regimentes 
gezogen und bedient. Die spanischen Beiter, auch „Schweins- 
federn" genannt, zum Schutze gegen Cavallerie- Angriffe ver- 
wendet, wurden noch immer in das Feld mitgenommen. 

In der Bewaffnung des Soldaten verdient die Einführung 
des eisernen Ladstockes als wesentliche Verbesserung besonderer 
Erwähnung. Der Gemeine trug nebst dem Gewehr noch den 
Säbel, der Unteroflficier führte die Picke, der Offizier die 
Partisane. Die Grenadiere bedienten sich noch der Hand- 
granaten. 

Auch die B e k 1 e i d u n g des Soldaten erlitt eine Aenderung, 
indem der bisher bis zur Wade getragene Oberrock nur noch 
bis zum Knie hinabreichte. Eamisol, Beinkleider und Sock- 
futter stimmten mit der Farbe des Aufschlages überein, zur 
Parade wurden weisse, zum gewöhnlichen Dienste schwarze 
Kamaschen getragen. Den Kopf bedeckte ein dreispitziger 
Hut. Der Officier, im Dienste dem Manne gleich ausgestattet, 
trug die schwarzgoldene Feldbinde,*) im Privatleben je nach 
Vermögen Tressenkleider. Die Grenadiere hatten Bärenmützen 
mit Blechschilden. 

Die Ergänzung der Regimenter wurde in sofern gere- 
gelt, als denselben bestimmte Werbebezirke — unserem Regi- 
mente Cöln und Aachen — zugewiesen wurden. Der Verkauf 
der Officiersstellen war nicht mehr erlaubt. 

Im Jahre 1749 erhielt die Armee ein neues Exercier-, im 
nächsten Jahre ein Dienstreglement und ein Heiraths-Normale, 
nach welchem dem Officier eine Caution von löOO Gulden auf- 
erlegt wurde. 

*) £ine Feldbinde für den Stabsofücier kostete 40, für den Haupt- 
mann 20, für den Lieutnant 15 Gulden. 



1756-1763. 

Der siebenJKliiige Krieg« 

i7A6 Maria Theresia, Oesterreichs grosse Kaiserin, konnte 

den Verlust des ihr wer th vollen Schlesien nicht yerschmerzen, 
im Bunde mit Bussland, Frankreich, Sachsen hoffte sie das 
Verlorene zurückzugewinnen. Der König von Preussen, mit 
den um Hannover besorgten Engländern verbündet, erhielt 
Kenntniss von dem geplanten Angriffe der Alliirten, eroberte 
ihnen zuvorkommend 1756 Sachsen und schlug bei Lobositz am 
1. Oktober das zum Entsätze der im Lager bei Pirna einge- 
schlossenen Sachsen herbeigeeilte österreichische Heer unter 
F. M. Browne. — Die sächsische Armee musste capituliren. 

Nach dieser ungünstigen Einleitung des Krieges machte 
Oesterreich grosse Anstrengungen, um im nächsten Jahre mit 
ansehnlicher Streitmacht gegen Preussen auftreten zu können. 
Das Heer sollte auf 80.000 Mann gebracht werden, zu welchen 
über 20.000 aus den Niederlanden herangezogen wurden. 

Das Regiment Wied ~ 2 Bataillone und die Orenadiere 
zu Antwerpen, 2 Bataillone in Luxemburg — gehörte zu dem 
nach Böhmen bestimmten Truppen. Wie alle kaiserlichen Regi- 
menter bildete es vor seinem Abmärsche aus den bisher be- 
standenen 4 Bataillonen zu 4 Compagnien, jetzt deren 2 zu 
6 Compagnien, jedes in der Stärke von 816 Mann, ferner ein 
Garnisons-Bataillon zu 4 Compagnien mit 540 Mann. Dieses 
blieb unter Hauptmann Engel in den Niederlanden zurück, 
Anfangs in Brüssel, vom Monate Mai des nächsten Jahres an 
in Termoude 



•i 



Wied-Bunkel 43 

Im Oktober ffihrte Oberst Baron Burmann die Grena- 1707 
diere, das 1. und 2. Bataillon nach Luxemburg, wo Q. M. 
d'Arberg die kaiserlichen Truppen zum Marsche nach Böhmen 
vereinigte, der in den Monaten November und Dezember durch 
Säddeutschland zurückgelegt wurde. Im südlichen Böhmen be- 
zogen die Truppen die Winterquartiere. Vom Begimente W i e d 
kam der Stab mit 3 Cömpagnien nach Wodnian, 2 Compagnien 
nach Sedlic, je 1 nach Eatowic, Protiwin und Podhrad, 2 Com- 
pagnien nach Blatna, 4 nach Netolic. 

Die kaiserlichen Heere sammelten sich im Laufe des 
März in Böhmen bei Eöniggrätz, Beichenberg, Pilsen und 
Prag. Sie zählten nahe an 120.000 Mann, von denen 40.000 
unter dem F. M. Browne bei Prag die Hauptarmee bildeten. 
Zu dieser stiess das Begiment Wied Ende März, wurde vom 
F. M. Browne zu Prag besichtigt nnd erntete dessen Aner- 
kennung, die in einem Berichte dieses Oeneralen an den Ober- 
befehlshaber der kaiserlichen Heere in Böhmen, Prinz Carl 
von Lothringen, mit den Worten ausgesprochen wurde: 
„Das Begiment Wied, welches ich heute ausrücken Hess, be- 
„findet sich in vortrefflichem Stand.'' 

Friedrich IL liess Ende April sein Heer in 4 Colonnen, 
120.000 Mann stark, über Trautenau, Beichenberg, Peters- 
walde und Eomotau in Böhmen einbrechen. Der König, die 
über Peterswalde ziehende Haupt - Colonne selbst führend, 
vereinigte sich mit jener des Prinzen von Dessau aus Eomotau 
am 24. April bei Hlinay an der Biela, drückte mit 44.000 Mann 
die schwächeren Oesterreicher von der Eger zurück, schloss 
am 2. Mai die £3einseite von Prag mit 24.000 Mann ein, 
überschritt am 4. die Moldau unterhalb dieser Stadt und be- 
zog eine Stellung bei Prosek. Am 6. Mai Früh trafen die 
beiden anderen preussischen Colonnen aus dem nordöstlichen 
Böhmen ein und brachten des Eönigs Armee auf 64.000 Mann, 
unter welchen 12.000 Seiten 

Die kaiserliche Armee hatte sich mit ihren einzelnen 
Theilen gegen Prag zurückgezogen, das bei Eöniggrätz ge- 
standene Corps des G. d. C. Serbelloni vereinigte sich indess 
mit jenem des F. M. Daun, welches aus Mähren im Anmärsche 
war. Prinz Carl von Lothringen übernahm am 30. April 
den Oberbefehl über die bei Prag vereinigte Armee, die in 



44 Wted-Bunkd, 

1757 70 Bataillonen, 134 Escadronen, 61.000 Mann mit 200 Ge- 
schützen zählte. 

Am 4. Mai hatte das kaiserliche Heer östlich Prag eine 
Stellung bezogen, welche in der Linie des ersten Treffens mit 
dem linken Flügel an die Moldau gelehnt über Key im 
rechten Winkel gegen StSrbohol lief und durch eine von 
Malesice gegen Norden ziehende schluchtartige Vertiefung 
unterbrochen war. Das Regiment W i e d stand mit der Brigade 
G. M. Unruhe, Division des Inhabers F. M. L. Graf W i e d im 
2. Treffen des Centrums auf dem Höhenrücken nächst HrtlorSes. 
22 Compagnien Grenadiere aus dem 2. Treffen — auch jene 
des Regimentes — unter dem Obersten G u a s c o von W i e d- 
Infanterie "*") bildeten eine von Key bis nahe St^rbohol gegen 
Osten gerichtete Frontlinie, an welche die Beiterei des rechten 
Flügels schloss. 

Um 10 ühr Vormittags des 6. Mai begann die Schlacht 
^'»s- bei Prag. Friedrich II. griff die Oesterreicher auf ihrem 
rechten Flügel und in der rechten Flanke, welche einschliesslich 
der Grenadiere durch 40 Compagnien gedeckt wurde, mit 
grosser Macht an und zwang die Kaiserlichen am Abende 
nach hartnäckigem Kampfe zum Bückzug. Dieser wurde theils 
gegen Prag angetreten. Versprengte ent¥nchen gegen Beneschau. 

Der Verlust der siegreichen Preussen betrug 4 Generale, 
428 Offiziere, 12.864 Mann, 4 Fahnen, 1 Standarte, 5 Geschütze, 
jener der Oesterreicher 3 Generale, 409 Offiziere, 12.912 Mann, 
33 Geschütze. An Todten und Verwundeten hatten die Preussen 
um ungefähr 3000 Mann mehr verloren als die Oesterreicher. 

Unvergänglichen Buhm erwarben sich an diesem heissen 
Tage die Grenadiere, unter welchen jene von Wied ganz 
besonders hervorragten. Als die Preussen ihren Angriff gegen 
den rechten Flügel der Kaiserlichen richteten« wurden die 
Grenadiere des 2. Treffens nebst den Infanterie-Begi meutern 
Los-Bios und Harrach, wie früher erwähnt, zur Verlängerung 
dieses Flügels im rechten Winkel gegen Störbohol verwendet. 
Die 22 Grenadier-Corapagnien — jene von Wied unter dem 
Commando des Hauptmanns Andreas Baron Burmann — 
kamen als erstes Treffen zwischen Sterbohol und Key zu 
stehen. 



*) Oberst Peter Graf GuaBco war seit dem Jahre 1752 beim 
Regimente aggregirt. 



Wied'Bunkel 45 

Friedrich's berühmte Grenadiere unter des tapferen Feld* kat 
marsch alls Schwerin Leitung formiren sich zum Angriffe gegen 
diesen Flügel; Elitetruppen beider Heere sehen sich einander 
gegenüber. Entschlossen, in musterhafter Ordnung, mit dem 
strengen Befehl des Königs nicht zu feuern, nur mit dem 
Bajonnete anzugreifen, rücken die Preussen vor; in unbeweg- 
licher Buhe erwartet die kaiserliche Grenadierlinie den Angriff. 
Auf 400 Schritte nahe gekommen, überschüttet ein Hagel von 
Kartätschen die feindlichen Beihen, ihre Vorrückung gerath 
in's Stocken, sie bleiben stehen. 

Diesen Moment benützt Oberst G u a s c o. Nach einer kurzen 
Ermahnung, nicht zu früh zu feuern, führt er seine Grenadiere 
im Chargir-Schritt vor, noch 300 Schritte vom Feinde entfernt, 
empfängt sie die erste Salve der Preussen, sie verharren, ohne 
das Feuer zu erwidern, im Vorrücken. F. M. Browne sprengt 
yor ihre Front, sie zum Sturme zu führen; er fallt, eine 
Kanonenkugel hat ihm das Bein zerschmettert, unbeirrt setzen 
die tapferen Grenadiere unter den mörderischen Geschossen 
der feindlichen Infanterie und Artillerie ihren Weg fort, nun 
im Vorrücken feuernd, unsere immer brave Artillerie unter- 
stützt sie kräftigst. 

Prinz Xaver von Sachsen, mit einigen hüheren Offi- 
zieren freiwillig herbeigeeilt, ruft den Grenadieren yon V7ied 
und Los Bios zu : „Zeiget jetzt, das ihr keine Invaliden seid !^' 
Es bedurfte dieser Aufmunterung nicht, die todesmuthigen 
Truppen an ihre Pflicht zu mahnen ; im nächsten Augenblicke 
zerstäubt vor ihrem wüthenden Angriffe die Linie der preussischen 
Grenadiere, sie sammeln sich erst hinter ihrem zweiten Treffen. 
12 Kanonen und mehrere Fahnen sind erbeutet, die Grenadiere 
haben an 2000 Schritte blutigen Bodens gewonnen, der Sieg 
auf diesem Theile des Schlachtfeldes scheint gesichert. 

Noch ist das nahe gelegene Dorf St^rbohol von den 
Preussen besetzt, einige Grenadier -Compagnien und eine Ab- 
theilung des zur Unterstützung herbeigezogenen Begimentes 
Harrach erobern es im ersten Anlaufe, noch zwei Kanonen 
werden dem Feinde abgenommen. 

Am äussersten rechten Flügel erliegt unsere Gavallerie 
nach langem unentschieden hin- und herwogenden Kampfe den 
von Friedrich durch 20 Escadronen verstärkten preussischen 
Beitern. Gleichzeitig führt F. M. Schwerin, die Fahne seines 



46 WiedrBunkel 

1757 Regimentes ergreifend, das zweite Treffen gegen die kaiser- 
lichen Orenadiere, die von beiden Seiten umfasst, gegen 
diese frischen Truppen nur von den Begimentern Harrach und 
Los ßios unterstützt werden. 

Schon einmal haben die Orenadiere ihre Munition er- 
neuert, sie bringen den Angriff der Preussen durch einige 
wohlgezielte Salven zum Stehen, Schwerin, der greise Held, 
fällt von 5 Engeln getroffen vor ihrer Front; es entspinnt 
sich ein «heftiges Feuergefecht, abermals sind den Grenadieren 
die Patronen ausgegangen, sie vermögen sie nicht zu ersetzen. 

Verloren ist die Schlacht In beiden Flanken vom sieg- 
reichen Oegner bedroht, weichen die fast all' ihrer OfGciere 
beraubten stark gelichteten Orenadiere, 3 Fahnen und 5 Ge- 
schütze mit sich führend. In ihrer ersten Aufstellung weisen 
sie mehrere Angriffe der feindlichen Gavallerie in fester 
Haltung ab, wenden sich dann, dem allgemein gewordenen 
Rückzüge folgend und ihn deckend, theils gegen Prag, theils 
gegen Beneschau. 

Minder glücklich als die Grenadiere, waren mittlerweile 
die beiden Bataillone unseres Regimentes in jene Ka- 
tastrophe verwickelt worden, die trotz aller Tapferkeit der 
Truppen zum schliesslichen Verluste der Schlacht führte. Das 
zweite Treffen des linken Flügels, Division Wied, hatte sich 
gegen den rechten der Schlachtlinie in Marsch gesetzt, um 
diesen zu unterstützen. 

Nach mühsamer Ueberwindung der schluchtartigen Ver- 
tiefung von HrtIor2es erhielt diese Infanterie ihre Aufstellung 
im 2. Treffen hinter der Division Durlach, welche die Höhen 
südlich Key besetzt hatte. Gegen diese Höhen dirigirte König 
Friedrich die gesammte Infanterie seines rechten Flügels, 
während zahlreiche Artillerie aus günstigen Positionen die 
Reihen der Kaiserlichen mit einem Geschosshagel überschüttete. 

Standhaft und unerschütterlich behauptet die Division 
Dur lach ihre Stellung, unter ungeheuren Verlusten rücken 
immer frische Bataillone der Preussen zu erneuerten Angriffen. 
Auch diesen widersteht die kaiserliche Infanterie mit glück- 
lichem Erfolge; plötzlich weicht sie. Die Kunde von der 
Niederlage unserer Gavallerie bat sich verbreitet, einzelne 
Regimenter wenden zur Flucht, das zweite Treffen wird in 
die allgemeine Verwirrung hineingerissen, versucht vergebens 



WiedrBunkel 47 

den nachdrängendeD Feind aufzuhalten, erst hinter MaleSice 1757 
vermochte die Division Wied sich wieder zu ordnen. Der 
grösste Theil des Osterreich ischen Heeres warf sich in die 
Festung Prag. 

Tapfer, aber unglücklich hat unser Regiment bei 
Prag gekämpft. Das ehrende Zeugniss seines Inhabers giebt 
dem Regimente das Recht, auch auf dieses Blatt seiner 
Geschichte mit Stolz zurückzublicken. 

F. M. L. Oraf Wied berichtet nach der Schlacht an 
den k. k. Hofkriegsrath : „wie dass in der letzt gewessten 
„Action bei Frag, das mir allergnädigst anvertraute Regiment, 
„weilen solches ausnehmende Proben der Tapferkeit erwiesen, 
^grösstentheils zu Grunde gerichtet wurde,'' und der tapfere 
Commandant der Grenadiere, Oberst Guasco, relationirt an 
den Prinzen Carl von Lothringen: ,,Ich kann mir nicht ver- 
„sagen es auszusprechen, dass die Officiere sowohl als die 
^Grenadiere Wunder der Tapferkeit vollbracht haben und 
„nenne insbesondere die Regimenter Harrach, Los Rios und 
„Wied!** Unter den Offizieren, die sich besonders hervor- 
gethan, steht Hauptmann Peter P i z a von Wied obenan, der, 
obgleich im Anfange verwundet, bis an das Ende der Schlacht 
mit grösster Selbstaufopferung und Bravour kämpfte. 

Die grossherzige Kaiserin Maria Theresia gab den 
tapferen Grenadieren den Beweis ihrer besonderen Zufriedenheit 
mit der Haltung derselben, indem sie den aus der Schlacht 
entkommenen Grenadieren für Lebenszeit doppelten Sold anwies, 
den Obersten Guasco zum Generalen ernannte. 

In der Schlacht bei Prag hatunserRegiment33 Todte, 
an Verwundeten die Hauptleute P ossär t Vinchent, d'Althon 
und Piza, ünterlieutnant Lean, Fähnrich Minkowitz und 
59 Mann verloren, über 300 Mann wurden vermisst. Von diesen 
hatte Hauptmann Baron Burmanu2 Offiziere, 111 Grenadiere, 
173 Füsiliere zu Beneschau gesammelt und führte dieselben 
nebst 700 Versprengten anderer Regimenter nach Olmütz. 

Die Stabsoffiziere unseres Regimentes, 27 Offiziere, 
24 Grenadiere und 753 Füsiliere hatten sich nach Prag Pra^. 
zurückgezogen, sie formirten eine Grenadier - Compagnie und 
1 Bataillon, besetzten schon am Tage nach der Schlacht als 
vollkommen wieder geordnete Truppe das Neuthor und er- 



48 Wted-Eunkel. 

1767 hielten ihre Eintheilung in die Brigade G. M. Browne, Di- 
vision P. M. L. d'Arberg. 

Friedrichs IL Hoffnung, unter dem Eindrucke der verlorenen 
Schlacht die Besatzung Prags zur Uebergabe der Festung ver- 
leiten zu können, scheiterte. Sein noch am Abende in die 
Stadt gesendeter Parlamentär erhielt vom F. M. Browne die 
würdevolle Antwort: der Commandant hoffe, durch die gute 
Vertbeidigung der Stadt sich die Achtung des Königs zu ver- 
dienen ! 

Bald hatte die eingeschlossene Armee sich wieder neu 
geordnet, ihr Selbstgefühl war nicht gebrochen, mit grösstem 
Eifer wurde an der Einrichtung der Wälle zur hartnäckigsten 
Vertbeidigung gearbeitet, in mehreren Ausfällen — an welchen 
das Regiment Wied keinen Antheil hatte — der Muth der 
Truppen gestählt. In barbarischer Weise richteten die Preussen 
ihr Feuer auf die Häuser der Stadt ; die Noth der Bevölkerung 
und der Hunger, der bei dem unzureichenden Vorrathe an 
Lebensmitteln bald eintreten musste, sollten die Thore öffnen, 
so hoffte Friedrich. 

Der ewig denkwürdige glänzende Sieg von Kolin am 
18. Juni, welcher den 36.000 Preussen unter des Königs Führung 
den Verlust von 2 Generalen, 326 Offizieren, 11.760 Soldaten, 
22 Fahnen und 45 Geschütze kostete, bewies dem Feinde, dass 
Oesterreich's Kraft noch lange nicht gebrochen, dass der un- 
glückliche Schlag von Prag den Muth des neuen Heeres nicht 
erschüttert, welches jetzt herbeigeeilt war, die eingeschlossenen 
Waffengefährten aus ihrer peinlichen Lage zu befreien. 

Kaum war die frohe Siegesbotschaft in der hartbedrängten 
Stadt eingetroffen, als auch schon ein Theil der Besatzung — 
darunter unserBegiment — unter dem Befehle des F. M. L. 
Forgacs zu einem grossen Ausfalle gegen den am linken Moldau- 
Ufer in stark verschanzter Stellung noch verharrenden F. M. 
Keith sich rüstete. Am 20. Juni um 3 Uhr Nachmittags 
rückten 26.000 Mann aus der Festung, die Grenadiere erstürmten 
ohne einen Schuss zu thun mit dem blanken Säbel die Be- 
festigungen der Preussen, 3 Geschütze und zahlreiches Be- 
lagerungs- und Brücken-Material wurde diesen abgenommen, 
sie zogen eiligst gegen Schlau. 

Der Verlust der Oesterreicher während der Belagerung 
Prags bestand in 56 Ofüzieren, 867 Soldaten, von denen auf 



Wied'Bunkel 49 

das Begiment W i e d nur 3 Todte und 4 Verwundete entfielen. mi 
Lieutnaut Denies war unter den Gefallenen. 

Entsetzt war die Stadt, befreit eine Armee von 50.000 
Mann; ihre Standhaftigkeit und des F. M. Graf Dann herrlicher 
Sieg — den die dankbare Kaiserin durch die Verleihung des 
ersten Grosskreuzes des von Ihr aulässlich des glücklichen Er- 
folges bei Kolin gestifteten Maria-Theresien-Ordens an den 
Feldherrn belohnte — war es zu danken, dass der bisher sieg- 
reiche König nach den erlittenen grossen Verlusten sich ent- 
schliessen musste, das von ihm so oft heimgesuchte Böhmen 
zu räumen. Ein feierliches Tedeum, begleitet von einem drei- 
fachen Lauffeuer der Infanterie, dem jedes Mal 100 Kanonen- 
schüsse folgten, gab der allgemeinen Freude über die Erlösung 
aus Noth und Eilend in Prag Ausdruck. 

Prinz Carl von Lothringen vereinigte beide öster- 
reichische Armeen sun 30. Juni bei Celakowic an der Elbe 
und führte das Heer über Jungbunzlau, Münchengrätz nach 
Gabel, in welchem am 15. Juli 2000 Preussen gefangen ge- 
nommen wurden. Gegen Zittau rückend, — auch diese Stadt 
fiel den Kaiserlichen am 23. in die Hände, — bezog das Heer 
an diesem Tage eine Stellung an der Neisse bei Klein-Schönau 
und lagerte dort bis zum 31. August. 

Den Oesterreichern gegenüber befehligte Prinz August von 
Preussen etwa 30.000 Mann, die am 25. Juli den Widerstand 
an der Lausitzer Grenze gänzlich aufgebend, in einem der 
Auflösung nahen Zustande bis Bautzen zurückgingen, um die 
Wirkungen des Eindringens der Bussen in Ostpreussen erst zur 
Geltung kommen zu lassen, verhielt sich das kaiserliche Heer 
vorläufig unthätig. 

Das Begiment Wied hatte nach der Vereinigung der 
beiden österreichischen Armeen seine Eintheilung in das Be- 
serve-Corps des F. Z. M. Graf CoUoredo , Division F. M. L. 
Clerici, Brigade G. M. Buttler erhalten. Nach den bei und in 
Prag erlittenen Verlusten zählte es nur noch 538 Füsiliere und 
60 Grenadiere des dienstbaren Standes, ergänzte sich aber im 
Laufe des Juli durch eingerückte Versprengte und durch Be- 
kruten, welche Hauptmann Baron Burmann in Olmütz an sich 
gezogen und ausgebildet hatte, auf 880 Mann, die in 2 Gre- 
nadier-Compagnien und 1 Bataillon formirt waren. Ende August 

Geschichte des 88. Inf.-Bgmts. 4 



50 Wied-Bunkel 

1757 wieder auf 1380 MaoQ gebracht, stellte das Begiment sein 
zweites Bataillon auf. 

König Friedrich war am 1. September yon Pirna, wohin 
er seine Hauptarmee nach der Niederlage bei Eolin geführt, 
mit einem Theile derselben zu Bautzen in der Absicht ein- 
getroffen, durch einen Schlag gegen den Prinzen Carl von 
Lothringen diesen von weiteren Unternehmungen gegen 
Schlesien abzuhalten. Aber alle Versuche des Königs, die 
Oesterreicher aus ihrer Stellung zu locken und zur Schlacht zu 
bringen, scheiterten, der kaiserliche Oberbefehlshaber, strenge 
an den ihm zugekommenen Weisungen festhaltend, war nicht 
zum Heraustreten aus seiner abwartenden Bolle zu verleiten. 

Der König Hess nun den Prinzen von Beyern mit 40.000 
Mann den Oesterreichern gegenüber und eilte mit dem Beste 
seines Heeres nach Thüringen, den Franzosen und der Beichs- 
armee entgegen. In seiner den Kais(3rlichen sehr nahe gelegenen 
Stellung sich unsicher fühlend, ging Prinz von Bevern bis 
Görlitz zurück und bezog dort eine neue beiderseits der Neisse. 
General Winterfeld besetzte mit dem schwächeren Theile der 
Armee die Höhen bei Moys am rechten Flussufer. 

Am 7. September griff das österreichische Beserve-Corps 
unter dem G. d. C. Nadäsdy den linken Flügel der Preussen 
MojB. auf dem Moysberge au. Zwei Grenadier-Brigaden, bei denen 
auch die Grenadiere von Wied unter Hauptmann Peter 
Piza, unter dem F. M. L. Herzog von Aremberg nahmen im 
ersten Anlaufe dem Feinde eine auf dem Moysberge stehende 
Batterie ab und bemächtigten sich auch des Lagers, in welchem 
4 Bataillone gerade mit dem Abkochen beschäftigt waren. An- 
rückende Verstärkungen bringen aber die allzu kühn vorge- 
drungenen und der kaiserlichen Infanterie weit vorausgeeilten 
Grenadiere bald in arge Bedrängniss, von allen Seiten dringt 
der Feind auf dieselben ein, besetzt einen Theil der Ver- 
schanzungen mit den frisch angekommenen Truppen. Die 
Grenadiere haben die letzte Patrone verbraucht, unsere lufan- 
terie betritt den Kampfplatz! 

Hauptmann Peter Piza"*") mit seinen Grenadier-Compag- 
nien von Wied erhält in diesem Augenblicke vom Corps-Com- 



*) Peter Franz Piza, zu Antwerpen 1726 geboren, trat im Alter 
von 18 Jahren als Soldat in das Regiment Wied; bei Frag verwundet, 



Wied'Bunfcel 5 1 

mandäüten den Befehl, eine starke preussische Schanze za sturmeu. 1757 
Trotz des heftigen feindlichen Feuers bringt er seine Grena- 
diere bis an den Fuss der Verschanzung. Auf zwei Gewehre 
sich stützend springt Piza allein auf die Brustwehr, hilft 
einem Grenadier, dieser einem zweiten und so fort hinauf, 
fällt mit dem Säbel die gegen das Innere der Schanze ge- 
wichenen Preussen an, wobei er durch einen Streifschuss an- 
der Brust, gleich darauf durch eine zweite Kugel im Fusse 
yeiwundet wird. Kasch lässt Piza den Stiefel vom Fusse 
schneiden, die Brustwunde leicht verbinden, und führt, ge- 
stützt auf zwei Grenadiere, seine Compagnie wieder gegen 
den Feind. Bis zum Ende des Kampfes die Truppe nicht ver- 
lassend, bringt er seine Compagnie, von welcher kaum die 
Hälfte der Grenadiere unversehrt ist, aus dem Gefechte zurück. 

Während des verzweifelten Kampfes der Grenadiere gr;gen 
die feindliche üebermacht hat auch die kaiserliche Infanterie 
die Wahlstatt erreicht, aber selbst die erste in das Gefecht 
eingreifende Brigade vermag den jetzt siegreichen Gegner nicht 
aufzuhalten, auch sie wird geworfen. 

In diesem bedenklichen Augenblicke führt G. M. Buttler 
seine Brigade im Sturmschritt den Berg hinauf, das an der 
T§te befindliche Bataillon Arberg pflanzt die Bajounete, diesem 
Beispiele folgt das 2. Bataillon Wied unter Major Ernst von 
Fischer und beide werfen sich mit grösster Entschlossenheit 
auf den Feind. 

Nach hartnäckiger Gegenwehr weicht dieser und geräth 
in das wohlgezielte Feuer des mittlerweile aufmarschirten 
1. Bataillons Wied unter Oberstlieutnant Baron G e m m i n- 
gen. Des Feindes Bückzug wird zur Flucht, der Sieg für die 
kaiserlichen Waffen ist entschieden. Prinz von Bevern führte 
in Folge dieser Niederlage sein Heer zwei Tage später über 
Bunzlau und Liegnitz nach Schlesien. General Winterfeld blieb 
todt, 350 Mann wurden gefangen. 

Sowohl die Grenadiere uns eres Regimentes als auch 
beide Bataillone wurden ihres tapferen Verhaltens wegen vom 
Corps -Commandanten G. d. C. Nadäsdy belobt. 12 Todte, 



wurde er nach der Schlacht Hauptmann im 14. Infanterie- Regimenie, 
?on dem er jedoch bald wieder in das frühere Regiment zurückkehrte 
und in diesem das Commando der 1. Grenadier-Compagnie erhielt. 

4* 



52 Wied'Runkel 

1767 59 Verwundete, darunter Hauptmann Pixa, und i Vermisste, 
hatte dieser kurze aber heisse Kampf dem Begimente gekostet. 

Die kaiserliche Armee des Prinzen von Lothringen 
wendete sich nun nach Schlesien und bezog dort am 1. Okto- 
ber das Lager bei Lissa. 

Das Corps des G. d. C. Nad&sdy, in welches auch eine 
Abtheilung unseres Begimentes in der Stärke von 4 Offi- 
zieren mit 200 Mann unter Major Fischer eingetheilt wurde, 
schweidniu. marschirte am 18. Oktober zur Belagerung nach Schweid- 
nitz, und nahm diese Festung, nachdem die Laufgräben am 
26./27. eröffnet und in drei Forts Breschen geschossen worden, 
in der Nacht des 11. November mit Sturm. 4 Generale und 
7000 Mann wurden kriegsgefangen, reichliche Vorräthe an 
Proviant, Artillerie-Materiale u. dgl. in Besitz genommen. 

Fünfzig Mann unseres Begimentes blieben in 
Schweidnitz zurQck, der Best des Detachements stiess am 
20. November wieder zum Begimente, das in Bücksicht auf 
seinen schwachen Stand, ungefähr 1200 Mann, nur noch 
1 Bataillon und 1 Grenadier- Compagnie formirte. 

ünthätig standen die Heere der Oesterreicher und Preussen 
während dieser Zeit einander gegenüber, der Prinz von Bevern 
Breslau, hatte seiue hinter der Lohe bei Breslau mit 30.000 Mann 
bezogene Stellung durch Feldschanzen und Verhaue erheblich 
verstärkt. Nichts desto weniger griff Prinz Carlvon Lothrin- 
gen die Preussen am 22. November an, der XJebergang über 
die Lohe wurde erzwungen, die Linie der tapfer vertheidigten 
Schanzen erstürmt; nach einem Verluste von 36 Kanonen, 600 
Gefangenen und 6000 Ueberläufern , wich der Feind durch 
Breslau über die Oder. Drei Tage später ergab sich diese 
Stadt dem Sieger. 

UnserBegiment kämpfte im Centrum der Kaiserlichen. 
Die Grenadiere überschritten im Grenadier -Corps des G. M. 
Sprecher die Lohe bei Gross-Mochbern, nahmen das Dorf 
Gräbischen und eine hinter diesem Dorfe gelegene grosse 
Batterie, wendeten sich dann gegen Kleiu-Mochbern und er- 
stürmten auch diesen stark verschanzten Ort. 

Das Bataillon Wied, im Corps der Beserve unter 
seinem Inhaber eingetheilt, kam bei Schmiedefeld und Höfi- 
chen in's Gefecht; letzteres ebenfalls stark verschanzte Dorf, 
sowie die zunächst desselben befindlichen Bedeuten wurden er- 



WiedrBunkel 53 

stürmt und trotz aller Versuche der Preussen sich dieser ns? 
Objecte wieder zu bemächtigeu, erfolgreich behauptet. 

In dieser Schlacht verlor unser Regiment 4 Todte; Oberst- 
lieutnant Baron Gemmingen, Hauptmann Possart, Ober- 
lieutnant Baron Oemmingen und 32 Soldaten waren ver- 
wundet. Oberstlieutnant Gemmingen und Hauptmann 
Piza wurden vom Armee-Gommandanten für ihr ausgezeich- 
netes Benehmen belobt. Den Hauptmann Piza ernannte die 
Kaiserin bald nach der Schlacht zum Majoren in der Keichs- 
Armee. 

Dieser neue Sieg der kaiserlichen Waffen berechtigte zu 
der frohen Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang des dies- 
jährigen Feldzuges, der dem Staate schon so ungeheure Opfer 
gekostet. Leider sollte es anders kommen und wieder mussten 
die hart mitgenommenen österreichischen Lande dem Heere 
die Winterquartiere bieten, die schon in Feindesland gesichert 
schienen. 

Bei Leuthen, am 5. Dezember, wendete sich das Eriegs- 
glück wieder den Preussen zu, Prinz Carl von Lothringen 
verlor die Schlacht, er musste das Heer über die Grenzen 
Böhmens zurückführen, die es vor Kurzem so siegesbewusst 
überschritten. 

Unser Regiment war nach der Schlacht bei Breslau Breslau. 
als Theil der Besatzung in diese Stadt gekommen, Friedrichs 
Hauptmacht rückte jetzt zu ihrer Belagerung heran. Am 
14. Dezember gerieth das Laboratorium der Stadt in Brand, 
eine Explosion zerstörte das nahe gelegene Stadtthor nebst 
dem anschliessenden Walle und tödtete 250 Mann der Be- 
satzung. Noch grössere Verheerungen richtete eine am 16. in 
ein Pulver-Magazin einschlagende Bombe an, deren Explosion 
fast eine ganze Bastion, einen Theil der benachbarten Gurtine 
in Trümmer legte und gegen 800 Mann in die Luft sprengte. 
Nach diesen Unfällen, die dem übermächtigen Feinde den 
Weg zum Sturme geebnet hatten, capitulirte der österreichische 
Gommandant F. M. L. Sprecher mit 16.000 Mann am 
20. Dezember. 

Unser ganzes Regiment, 48 Offiziere, unter denen 
6 Verwundete, und 1165 Mann gerieth in feindliche Kriegs- 
gefangenschaft. In dem am Tage vor der Uebergabe abgehal- 
tenen Eriegsrathe, hatte Major Ernst von Fischer mit meh- 



54 Wied'Runkel. 

1757 reren anderen höheren Ofüzieren für das Durchschlagen aus 
der Stadt gestimmt, das aber bei der grossen üebermacht der 
Preussen als unmöglich erkannt worden war. 

In einem Berichte an die Kaiserin über den Verlust 
Breslau's schreibt Prinz Carl von Lothringen: 

„Das Betragen des Commandanten F. M. L. Sprecher, 
„und aller derjenigen so noch weiter zu einer so gestaltigen 
„Uebergabe von Breslau angerathen haben, ist nicht wohl zu 
«begreifen, und die Entschuldigung, dass sie ihres Verhaltens 
„wegen keinen positiven Befehl erhalten, kann von darum nicht 
„stattfinden, weil ein jeder Gommandant dem ein Platz an- 
yVertraut wird, von selbst wissen und überzeugt sein soll, 
„dass er solchen in so lang, als ihm kein anderweitiger Befehl 
„zukommt, auf das Aeusserste zu defendiren hat." 

Das zur Neige gehende Jahr fand unser Regiment zer- 
rissen, mit seinen schwachen Resten über die weite Welt 
zerstreut. Zu Termonde in den Niederlanden, unberührt von 
den wechselvollen Ereignissen des Preusseukrieges, gamiso- 
nirte das 3. Bataillon; es zählte mit Einschluss zweier dort 
errichteter Ergänzungs-Gompagnien gegen 800 Mann. Zwei 
andere Ergänzungs-Gompagnien, bestehend aus 20S Mann, waren 
zu Königgrätz gebildet worden, sie allein repräseutirten in 
Oesterreich das Regiment Wied. 

1758 Friedrich IL brach am 5. Mai 1758 bei Troppau und 
Jägerndorf über die Grenzen in die österreichischen Lande, 
zog mit nahezu 60.000 Mann gegen Olmütz und schloss diese 
Festung ein, in der Nacht vom 27. zum 28. Mai begann die 
Belagerung. Die österreichische Hauptarmee in der Stärke von 
70.000 Mann hatte sich nächst Josefstadt Ende März gesammelt. 
F. M. Dann führte dieselbe — ein Gorps unter dem F. Z. M. 
Harsch bei Trautenau zur Deckung des nordöstlichen Böhmens 
zurücklassend — am 5. Mai in das Lager bei Leitomischl und 
beschränkte sich darauf, des Königs Heer durch leichte Truppen 
umschwärmen und dessen Verbindungen mit Schlesien stören 
zu lassen. Am 27. Juni stand die kaiserliche Armee im 
Lager bei Prödlitz, südlich Olmütz. 

Während dieser Ereignisse in Mähren hatte sich der kleine 
Stamm des Regimentes Wied allmählig zu der Stärke eines 
Bataillons und zweier Qrenadier-Gompagnien herangewachsen, 
die am 20. Juni, an welchem Tage diese Abtheilungen zur 



Wied'Bunkel. 55 

Armee in's Feld rückten, 808 Manu zählten. Aus der Kriegs- ms 
gefangenschaff*") waren im Monate Mai 21 Offiziere und * 
313 Soldaten zurückgekehrt, aus Böhmen 544 Rekruten ein- 
gebracht, so dass auch für die Bildung eines zweiten Batail- 
lons ein Stamm von ungefähr 250 Mann erübrigte. 

Am 20. Juni marschirten die Grenadiere und das 1. Ba- 
taillon unter Major Ernst von Fischer von Eöniggrätz 
zur Hauptarmee, trafen dieselbe am 28. im Lager bei Dobro- 
milic und traten in die Brigade G. M. Vitelesky, Division 
F. M. L. Angern, in das 2. Treffen des Centrums unter dem 
Befehle des F. Z. M. Herzog von Aremberg. 

F. M. D a u n fahrte das kaiserliche Heer am 30. Juni 
nächst Eojetein über die March nach Prerau, um von hier 
aus die Belagerung von Olmütz zu stören und wenn möglich 
Verstärkungen in die Festung zu werfen. An demselben 
Tage überfiel F. M. L. Laudon einen mit Eriegsbedürfnissen 
aller Art reich ausgestatteten preussischen Wagentransport 
bei DomstadtU zersprengte die gegen 7000 Mann starke 
Bedecknng desselben, nahm löOO Mann gefangen und erbeutete 
15 Geschütze, 4000 Fuhrwerke. Die nächste wichtige Folge 
dieser glücklichen Waffenthat war die Aufhebung der Bela- 
gerung von Olmütz, dessen tapferer Gommandant F. M. M a r* 
schall die Festung mit 7500 Mann fast sechs Wochen auf 
das Heldenmüthigste vertheidigt hatte. 

Die österreichische Hauptarmee des F. M. Dann folgte 
den gegen Königgrätz abgezogenen Preussen, übersetzte am 
4. Juli die March oberhalb Olmütz» erreichte am 7. Kouitz, 
am 12. Hohenmauth, am 26. Juli Königgrätz und bezog vom 
1. bis 9. August das Lager an der Bistritz nächst Chlum. 
Das Regiment Wied erhielt nach der nun in's Leben tretenden 
neuen Ordre de bataille seine Eintheilung in das Beserve-Corps 



*) Im April waren vom Regimente kriegsgefangen: in Nsisse 
497 Mann, in Leubus 112, in Breslau 50, zusammen 6ö9 Mann. Nebst 
den angegebenen 313 kamen im September noch 152 Mann zurück, 
von 1165 Mann waren demnach nur 465 ihrer Fahne treu geblieben. 
Die Uebrigen, geworbene Ausländer, hatten wie damals gewöhnlich 
beim Feinde Dienste genommen. Von den Offizieren kehrten die letzten 
10 erst im Dezember zurück, mehrere waren schon früher auf Ehren- 
wort, in diesem Feldzuge nicht gegen Preussen kämpfen zu wollen, 
entlassen worden. 



56 Wied'Bunkel. 

1768 des F. Z. M. Prinz Durlach, Division F. M. L. d' Arberg, Bri- 
gade G. M. Kinsky. 

Am 10. August aufbrechend, bewegte sich die Armee 
über Turnau, Ueichenberg nach Görlitz, von wo der grösste 
Theil derselben am 20. August nach Sachsen zur Befreiung 
dieses Landes zog, das Reserve-Corps zur Deckung des nord- 
östlichen Böhmens eine Stellung bei Schön beig, am 27. Sep- 
tember eine andere bei Löbau einnahm. Nachdem die Haupt- 
armee in ihrem festen Lager zu Stolpen vergebens von Frie- 
drich II. zur Schlacht versucht worden war, kehrte dieselbe, 
dem Könige folgend, in die Lausitz znrück, sie stand am 

7. Oktober bei Eittlitz, das zur Vereinigung mit dem kaiser- 
lichen Heere herbeigerufene Beserve-Corps bei Bosenhayn, am 

8. bei Beichenbach, die preussische Armee bei Hochkirch. 

Durch den üeberfall und die siegreiche Schlacht bei 
Hochkirch. Hochkirch brachte F. M. Dann mit 65.000 Mann den 
37.000 Mann des Königs einen Verlust von nahezu 10.000 M. 
bei, 28 Fahnen, 2 Standarten, 101 Geschütze und fast das 
ganze Lager mit dem grössten Theile des Gepäckes wurden 
erbeutet. Das Beserve - Corps — in der oben angegebenen 
Streiterzahl nicht einbegriffeu — betheiligte sieh an dem 
Kampfe nur mit einem geringen Theile, das Begiment Wied 
kam nur in Geschützfeuer. 

Dieses Corps, 21 Bataillone und 33 Escadronen zählend, 
war mit Tagesanbruch mit der Bestimmung gegen Glossen 
aufgebrochen, den rechten Flügel der Hauptarmee im Kampfe 
zu unterstützen. Bechtzeitig bei Glossen eiogetroffen, konnten 
doch nur einige vorausgeeilte Batterien des Corps sich noch 
in 's Feuer gegen den Feind setzen, der schon um 9 Uhr Vor- 
mittags den Bückzug angetreten hatte. Am Abende bezog das 
Corps das Lager gegenüber den bei Klein-Bautzen aufgestellten 
Freussen. 

Nach mehrtägigem Aufenthalte in den Lagern bei W ur- 
schen, Beichenbach und Görlitz, wendete sich die kaiserliche 
Hauptarmee wieder nach Sachsen. F.M. L. Graf Wi e d (Inhaber) 
wurde am 28. Oktober mit 10 Grenadier-Compagnien, 10 Ba- 
taillonen — unter denen auch das 1. Bataillon und die Grena- 
diere von Wied — und 4 Cavallerie-Begimentern nach Neisse 
entsendet, um der Belagerung dieser Festung mehr Nachdruck 
zu geben. 



Wied-Bunkel. 57 

F. M. L. Graf W i e d führte sein Corps am 28. Oktober nss 
fiber Ostritz nach Beichenberg — 45 Eilom., — am 29. nach 
Tnrnau — 24 Kilom., — am 30. nach Arnau — 45 Kilom., — 
am 31. nach Eipel — 24 Kilom. Hier musste die Truppe 
rasten, nm sich zu verpflegen und den Train, der nicht hatte 
folgen können, zu erwarten. 138 Kilometer waren grössten- 
theils auf schlechten Gebirgswegen in 4 Tagen, also durch- 
schnittlich 34 Vs Kilom. in einem Tage zurückgelegt worden. 
F. M. L. Graf Wied berichtete über diese Marschleistung 
dem F. M. Dann und schloss mit den Worten: „Mehrere 
„Begimenter haben schon über hundert Mann Marode zurück- 
ngelassen, nur mein unterhabendes Begiment (Wied) ist so 
^glücklich, nur zwei Mann zu vermissen!" 

Am 2. November marschirte das Corps über das Falten- 
Gebirge nach Braunau — 26 Kilom.» — am 3. über das Eulen- 
Gebirge nach Frankenstein — 34 Kilom., — am 4. nach 
Lobedau — 24 Kilom., am 5. vereinigte es sich im Lager 
zu Ottomachau mit dem Belagerungscorps des F. Z. M. Graf 
Harsch. Die Gesammtleistung des Corps in 7 Marschtagen 
bestand demnach in der Zurucklegung von 222 Kilometern 
oder durchschnittlich 32 Kilometern täglich, wobei das 
böhmische Grenzgebirge zwei Mal überschritten worden war. 

Im Corps des F. Z. M. Harsch, welches früher in Trautenau 
zur Sicherung der Grenze aufgestellt gewesen, befand sieb 
auch das, mittlerweile in Königgrätz auf 600 Mann ergänzte 
2. Bataillon Wied unter dem Major Josef von Fahnenberg, 
der dasselbe am 24. October dem Belagerungscorps vor Neisse Neisse. 
zugeführt hatte. Seit 4. August hatte F. Z. M. Harsch mit 
12.000 Mann die Festung cernirt, er musste das Unternehmen 
aber am 4. November aufgeben, als Friedrich II. mit seiner 
Hauptarmee über Schweidnitz nahte. 

Das Coi^s des Generalen Harsch ging bei Zuckmantel 
über die erbländische Grenze, am 21. November bezogen die 
Truppen, gleichzeitig mit jenen der von Dresden nach Böhmen 
zurückgekehrten Hauptarmee, Winterquartiere. 

Das Begiment Wied — am Schlüsse des Jahres 1750 
Mann*) zählend — bezog Quartiere zu Adler - Kostelec, Poten- 



*) Im Monate December hatte das Regiment 696 Bekmten aus 
Böhmen erhalten. 



58 Wied-Bunkel 

1758 stein, Castalowic und Doubleb. Das 3. Bataillon jetzt unter 
Major Peter Piza, stand zu Brügge in der Stärke von 
791 Mann. In Berücksichtigung der bei jeder Gelegenheit ge- 
leisteten vorzüglichen Dienste wurde Oberstlieutnant Baron 
Gemmingen zum zweiten Obersten, Major von Fischer 
zum Oberstlieutnant im fiegimente von der Kaiserin ernannt. 

1759 Das vierte Kriegsjahr, 1759, führte das Regiment Wied*) 
unter dem Commando des Obersten Sigmund Baron 
Gemmingen abermals in's Feld. Die Grenadiere, das 1. Ba- 
taillon unter Oberstlieutnant Ernst von Fischer, und das 
2. Bataillon unter Major Josef von Fahnenberg verliessen 
ihre Quartiere am 1. März und rückten nach Kopidlno. Die 
kaiserliche Hauptarmee unter F. M. Dann sammelte sich in 
der Stärke von 7Ö.000 Mann zwischen Königgrätz und der 
Iser, sie blieb in Erwartung des Eintreffens des russischen 
Heeres an der Oder vorläufig unthätig. Anfangs in das Corps 
des F. Z. M. Herzog von Aremberg bestimmt, kam das Re- 
giment Wied am 1. April in jenes des F. Z. M. Harsch, 
welches bei Skalic zusammengezogen wurde, um die Grenze 
zu decken. Am 25. trat das Regiment in der Brigade G. M. 
Gaisrugg, Division F. M. L. Dombasle zum Corps des F. M. L. 
Laudon über, welches bei Trautenau vorgeschoben war, 
am 29. Juni jedoch wieder in das alte Verhältniss zurück. 

Als die Russen sich der Oder genähert, brach die kaiser- 
liche Hauptarmee am 28. Juli aus dem bei Schurz bezogenen 
Lager, um sich bei Krossen mit denselben zu vereinigen. 
F. Z. M. Harsch mit 23.000 Mann — unter denen das Re- 
giment Wied — blieb im Lager bei Pless zur Sicherung 
des nordöstlichen Böhmens zurück; er ging am 9. Juli nach 
Trautenau. Ihm gegenüber in Schlesien stand der preussische 
General Fouquet mit lö.OOO Mann bei Landshut. 

Mit dem Auftrage, sich der Stellung bei Landshut 
zu bemächtigen und feindliche Kräfte auf sich zu ziehen, 
rückte das Corps Harsch am 16. nach Schlesien und kam am 
18. Juli nach Schömberg. General de Ville, anstatt des er- 
krankten F. Z. M. Harsch jetzt Commandant des Corps, führte 
dasselbe über Konradswaldau am 27. nach Gottesberg. Ein 



*) Oberst Burmann, in Wien abcommandirt, wurde 1760 General. 



Wied-Runkel. 59 

Versuch, die auf den Höhen bei Eonradswaldau erschienenen 17&9 
Preussen zu werfen, misslang, in einem Nachtmarsche er- 
reichte das Corps Donnerau und ging, um seine Verbindung 
mit Böhmen nicht zu verlieren, über Johannesberg und Schöm- 
berg, am 9. nach Eönigshayn. 

Ein Theil dieses Corps — darunter das Regiment W i e d 
— kam am 16. zur Hauptarmee, welche um diese Zeit bei 
Marklissa das Lager bezogen hatte. 30.000 Mann unter F. M. L. 
L a u d n waren zu den Russen gezogen und hatten am 
12. August mit 18.000 Mann die siegreiche Entscheidung der 
Schlacht bei Eunnersdorf herbeigeführt. 

um sich den Russen zu nähern, brach die Armee am 
16. August nach Lauban auf, das Corps de Ville's blieb im 
Lager bei Marklissa, um die Verbindung der Armee mit 
Böhmen gegen die bei Schmottseifen stehenden Preussen 
unter dem Prinzen Heinrich zu decken. Am 27 ging dieser nach 
Bunzlau, General Pouquet blieb dem Corps de Ville's gegenüber. 
Als der Erstere am 3 September nach Landshut abzog, ging 
das kaiserliche Corps über Lauban am 8. nach Lichtenberg, 
und als Prinz Heinrich die Preussen wieder verstärkte, am 13. 
nach Bautzen. Hier vereinigte es sich mit der Hauptarmee, die 
des Prinzen Heinrich Versuch, über Sagan zum Eon ige zu 
gelangen, vereitelt hatte. 

Als nun Prinz Heinrich am 23. September nach Sachsen 
aufbrach, ging auch F. M. Dann dorthin, übersetzte am 2iJ. 
die Elbe unterhalb Dresden, und bezog bei Eesselsdorf in der 
Nähe der bei Plauen stehenden Reichsarmee das Lager. Am 
1. October rückte die Armee über Meissen gegen Strehia, wo 
Prinz Heinrich 40.000 Mann vereinij-^t hatte. Durch Bedrohung 
des Rückens der Preussen, gelang es dem F. M. Dann, diese 
zum Abzüge nach Torgau zu veranlassen, wohin die Eaiser- 
liehen am 22. bis Schildau folgten. 

Das Reserve - Corps unter dem F. Z. M. Herzog von 
Aremberg — das Regiment Wied in der Brigade 6. M. 
Bülow, die Grenadiere mit jenen von Clerici und Esterhazy 
im Bataillon F rey e n f e 1 s — blieb im Lager von Strehla, rückte 
aber am 28. October über Düben gegen Wittenberg, wurde 
am 29. bei Sackwitz angegriffen und musste am 30. nach 
Eileuburg zurückgehen. 



1 

I 



(10 Wied-Runkel 

1758 Auf (ii^ Nachricht, dass die Russen den Heimweg ange- 

treten, König Friedrich aber mit beträchtlichen Verstärkungen 
im Anmärsche sei, führte F. M. Dann sein Heer über Lom- 
matsch am 17. November in das Lager bei Plauen nächst 
Dresden, wo jetzt einschliesslich der hier schon gestandenen 
Beichsarmee gegen 80.000 Mann vereinigt waren. Das preus- 
sische Heer unter dem Könige zählte 50.000 Mann. 

F. M. Daun beabsichtigte zum Schutze Dresdens und 
zur Sicherung Nordböhmens nächst der Hauptstadt über den 
Winter stehen zu bleiben und seine Armee in enge Cantonni- 
rungen zu verlegen. Als jedoch der König in der Absicht, 
durch Bedrohung der Verbindungen Dauns mit den Erblanden 
den kaiserlichen Feldberrn zum Verlassen Sachsens zu bewegen, 
ein beträchtliches Corps nach Maxen entsendete, und bald 
darauf nicht nur dieses verstärkte, sondern auch ein anderes 
nach Dippoldiswalde rücken liess, fand sich Daun bestimmt, 
dem F. Z. M. Sincöre mit dem Reserve - Corps nach Bipgen 
zu detachiren. 

Die feindliche Position bei Maxen verhinderte nicht nur 
das Beziehen von Winterquartieren, sondern begünstigte auch 
einen Einfall in Böhmen. Daun beschloss, sowohl das preus- 
sische Corps bei Dippoldiswalde und dann jenes des Generalen 
Fink bei Maxen anzugreifen, verstärkte zu diesem Zwecke das 
Corps Sincke durch 3 Infanterie- und 2 Cavallerie - Regimenter, 
gab den Oberbefehl über diese Truppen dem 6. d. C 0' Donnel, 
und liess dasselbe am 19. um 7 Uhr Früh von Ripgen nach 
Dippoldiswalde aufbrechen. 

0* Donnel traf bei Hesslich die feindlichen Truppen auf 
dem Marsche von Dippoldiswalde gegen Maxen. Zablreiche 
Defileen, welche der Entwicklung der Oesterreicher hinderlich 
waren, liessen es gerathen erscheinen, den Angriff auf den 
nächsten Ts^ zu verschieben und den Feind vorläufig nur 
durch einige Kanonenschüsse in seiner Bewegung zu stören. 
Bei einbrechender Dunkelheit bezog das Corps mit dem rechten 
Flügel bei Malter, mit dem linken bei Hesslich, eine Stellung, 
3 Bataillone besetzten Dippoldiswalde. 

F. M. Daun, mittlerweile selbst beim Corps eingetroffen, 

liess am 20. November um 7 Uhr Früh die Truppen zum 

Angriffe der Preussen aufbrechen, welche mit dem Rücken 

Maxen, gegou die Elbe auf den Höhen bei Maxen Stellung genommen 



Wied-Runkel. 61 

hatten, unter dem Generalen Fink zählten sie 13.500, die 1759 
Oesterreicher 11.000 Mann. 

Fünf Grenadier-Bataülone und 1 Husaren-Begiment unter 
6. M. Siskowics bildeten die Vorhut, ihr folgte das Gros in 
2 Infanterie- und 2 Cavallerie-Colonnen. Die Vorhut des Feindes 
wich bald auf die Hauptstellung bei Maxen zurück, die Kaiser- 
lichen, unterstützt von schwerem Geschütz, formirten Bataillons- 
Colonnen, die verschanzte Stellung bei Maxen wurde erstürmt, 
der Gegner von Höhe auf Höhe der Elbe zugetrieben. Die 
Möglichkeit, aus dem sie umschliessenden Netze zu gelangen, 
war durch Herbeiziehung eines Theiles der Beichstruppen von 
Plauen den Preussen gänzlich benommen. 

Die Grenadiere unseres Begimentes kämpften an 
diesem für die kaiserlichen Waffen siegreichen Tage in der 
Vorhut unter G. M. Siskowics und waren an dem Buhme 
betheiligt, den diese durch die Erstürmung Maxens und der 
benachbarten Schanzen erwarben. 

Die beiden Füsilier-Bataillone, Anfangs in der Golonne 
des F. M. L Dombasle eingetheilt, rückten mit dem Beginne 
des Gefechtes in das erste Treffen links neben die Grenadiere. 

Unter dem heftigsten Kartätschen- und Gewehrfeuer ersteigt 
das Begiment unter seinem tapferen ObA-sten gleichzeitig mit 
den Grenadieren die steilen, mit Schnee und Eis bedeckten 
Höhen vor Maxen, greift die feindlichen Bataillone mit dem 
Bajonnete an, wirft sie nach hartnäckigem Widerstände. Ein 
mörderisches Gewehr- und Geschützfeuer der Preussen bringt 
ein momentanes Schwanken im Begimente hervor, Oberst 
Gemmingen reisst seine Soldaten fort, das Begiment H ar s c h 
greift in den Kampf ein, beide Begimenter erstürmen eine 
vom Feinde zähe vertheidigte Bedoute und erobern den grössten 
Theil der in und neben derselben aufgefahrenen Geschütze. 

Eine während dieses Angriffes von feindlicher Gavallerie 
versuchte Attake scheiterte an der Kaltblütigkeit der kaiser- 
lichen Infanterie, die »ich hiedurch nicht aufhalten liess und 
auch das Dorf Maxen im ersten Anlaufe einnahm. Im weiteren 
Gange des Gefechtes erstürmten die Grenadiere auch die öst- 
lich lilaxen gelegenen Höhen, auf welchen der Feind neuerdings 
Stand zu halten versuchte, und mit einbrechender Dunkelheit 
kam auch Schmorsdorf in ihren Besitz. 



' 62 fViedrBunkel 

1759 YoQ aDderen kaiserlichen und einigen Beichstruppen auf 

allen Seiten eingeschlossen, verbrachte das schon stark gelichtete 
preussische Corps die Nacht unter dem Gewehre, ihm gegen- 
über lagerten die Kaiserlichen, wachsam und bereit, jeden 
Versuch zum Durchschlagen blutig zurückzuweisen. 

Am nächsten Morgen machte der preussische General 
wirklich Miene, wenigstens seine Cavallerie durch den ihn 
umschlingenden Bing von Bajonneten zu bringen; sie schei- 
terte an der Wachsamkeit der Oesterreicher. Dem tapferen 
Generalen Fink blieb nichts übrig, als vor den Siegern die 
Waffen zu strecken. Mehr als 15.000 Gefangene, 96 Fahnen, 
24 Standarten und 70 Geschütze fielen in die Hände der Oester- 
reicher. 

Für ihr braves Verhalten bei dieser Gelegenheit wurden 
sowohl die beiden Füsilier-Bataillone als auch die Grenadiere 
unseresBegimentes, welche zusammen 1 6 Todte, 6 Offiziere 
58 Soldaten an Verwundeten und 8 Vermisste eingebüsst hatten, 
besonders belobt. Ueber Erstere sagt die Belation: „dass sich 
„alle^ (Begimenter) „überhaupt und ohne Ausnahme wohlver- 
„haltnn, besonders aber verdienen die Begimenter Harsch und 
„Wied zu hohen Gnaden angemerkt zu werden!" und bezüg- 
lich der Grenadiere #ird hervorgehoben, dass die Compagnien 
an Tapferkeit einander nichts nachgegeben, jene von Wied 
aber vornehmlich auch die gute Ordnung erhalten haben. 

Die schönste Belohnung für seine Leistung aber erntete 
das Begiment, als sein Gommandant Oberst Sigmund Frei- 
herr von Gemmingen für sein tapferes, umsichtiges und 
erfolgreiches Benehmen mit dem Bit t er kreuze des Maria 
Theresien-Ordens ausgezeichnet wurde. 

Der so vorzüglich gelungene „Finkenfang'' bei Maxen und 
ein am 4. Dezember mit eben so glücklichem Erfolge ausge- 
führter üeberfall einer 3000 Mann starken feindlichen Brigade 
bei Meissen durch den F. M. L. Beck beendeten den diess- 
jährigen Feldzug in günstiger Weise für Oesterreich und sicherten 
den kaiserlichen Truppen Cantonnirungen in Sachsen. Unser 
Begiment kam am 26. Dezember in die Umgebung von 
17A0 Dippoldiswalde , bezog am 19. Jänner 1760 etwas bequemere 
Cantonnirungen zu Ober-Naundorf, Babenau, Eckertsdorf, Gross- 
und Klein-Oelsa und verbrachte hier den Best des Winters. 



Wied-Runkel 



63 



Im Corps des F. Z. M. Aremberg, Division F. M. L. Angern, 
Brigade 6. M. Briuken — die Grenadiere mit jenen von Neip- 
perg und Mercy im Bataillon des Major le Mede — rückte 
das Regiment Wied in der Stärke von 1137 Mann erst Anfangs 
Juni zur Hauptarmee, welche das feste Lager bei Plauen wieder 
bez(^en hatte und die Hauptmacht Friedrichs IL auf diesem 
Theile des Kriegsschauplatzes bei Meissen festhielt. Eine zweite 
kaiserliche Armee unter dem F. Z. M. Laudon war in Schlesien 
eingebrochen , ihre Fortschritte veranlassten den König am 
14. Juni dahin aufzubrechen. 

Er gelangte jedoch nur bis Bautzen, da F. M. Dann ihm 
den Weg nach Schlesien versperrte. Friedrich II. kehrte auf 
die Nachricht, dass F. Z. M. Laudon am 23. Juni bei Lands- 
hut den Generalen Fouquet mit 8000 Preussen gefangen genom- 
men, an die Elbe zurück und begann die Belagerung Dresdens. 

F. M. Dann kam wenige Tage später, am 18. Juli, in 
die Nähe der sächsischen Hauptstadt. Ein Bataillon und die 
Grenadiere unseres Regimentes waren am 19. Juli an dem 
Angriffe auf ein oberhalb Dresdens beim Fischhause nächst 
Loschwitz am rechten Elbeufer stehendes preussisches Corps 
betheiligt, welches nach heftigem Kampfe und mit Verlust von 
1000 Gefangenen und 7 Geschützen über^den Fluss getrieben 
wurde. 

Zwei Tage später, in der Nacht vom 21. auf den 22 Juli, 
wurden die in der Pirna'ischen und Wilsdruffer Vorstadt 
Dresdens etablirten preussischen Belagerungsbatterien von 
einem kaiserlichen Corps unter dem F. M. L. von Angern 
überfallen. Unser Regiment war in der gegen die Wils- 
druffer Vorstadt bestimmten Colonne eingetheilt, welche die 
Elbe bald nach Mitternacht auf der zu diesem Zwecke eigens 
geschlageneu Schiffbrücke passirte, die feindlichen Bedeckungs- 
Mannschaften vertrieb und einen grossen Theil der Geschütze 
vernagelte. 8 Todte, an Verwundeten den Fähnrich Fedelly 
und 28 Mann, 2 Vermisste, hatte dem Regimente dieser kühne 
IJeberfall gekostet, bei dem sich Hauptmann Emanuel von 
Fassignies ganz besonders auszeichnete. 

Durch diesen Unfall am 28. Juli zur Aufhebung der Be- 
lagerung Dresdens gezwungen, zog Friedrich IL am 30. Juni 
wieder nach Schlesien, wo F. Z. M. Laudon die Festung 
QlfiU am 26. Juli mit Sturm genommen hatte und nun Breslau 



1760 



LoschwitK. 



Drenden. 



64 Wied-BunJtd. 

1760 bedrohte« Die österreichische Hauptarmee folgte über Bautzen 
dem Könige, welcher noch vor ihrer Ankunft den F. Z. M. 
Laudon am 15. August bei Liegnitz schlug. Beide Heere blieben, 
ohne die Entscheidung zu suchen, einander gegenüber, es kam 
nur zu kleineren Gefechten, so am 17. September bei Hohen- 
Seitondorf, giersdorf und Seitendorf. 

An letzterem waren die Grenad iere des Regimentes 
betheiligt. Sie waren mit 3 Grenadier-Bataillonen unter Oberst 
Ferraris aus dem Lager bei Bögendorf zur Verstärkung des 
bis Hohengiersdorf yorgeschobenen 6. M. Kied entsendet 
worden. Dieser war indess gewichen, so dass Oberst Ferraris 
bei Seitendorf statt auf Freunde, auf die Preussen stiess. Trotz- 
dem erstürmten die Grenadiere eine vom Feinde besetzte An- 
höhe, mussten aber bei grosser Uebermacht des Gegners die- 
selbe nach tapferster Gegenwehr wieder verlassen und zogen 
sich nach einem Verluste von 600 Mann — darunter 22 Todte, 
12 Verwundete und ebenso viele Vermisste von Wied — in 
bester Ordnung zurück. 

Als Friedrich IL Anfangs Oktober über Sagan seiner vom 
F. M. L. Lacy und den Russen gebrandschazten Hauptstadt 
zu Hülfe eilte, wendete sich F. M. Dann wieder nach Sachsen, 
überschritt am 23. die Elbe bei Torgau und bezog nächst 
dieser Festung das Lager. Der König von Preussen, welcher 
nach dem Abzüge der Verbündeten aus Berlin, die Elbe bei 
Bosslau passirt hatte, erschien am 2. November bei Schildau 
gegenüber dem Lager der Oesterreicher. Am 3. November 
Torgan kam 08 zur Schlacht bei Torgau. 

Die kaiserliche Hauptarmee zählte 65.000 Mann mit 240 
Geschützen und dehnte sich von den grossen Teichen nächst 
Torgau über Zinna bis zur Dommitscher Halde aus. Fried- 
rich II. theilte sein Heer: General Ziethen ging mit 30 Ba- 
taillonen, 70 Escadronen gegen Grosswig, der König selbst mit 
30 Bataillonen, 50 Escadronen durch den Torgauer Wald über 
Neiden gegen den Bücken des kaiserlichen rechten Flügels. 
Um 2 Uhr Nachmittags erfolgte der AngriiF. 

Unser Begiment kämpfte an diesem Tage im rechten 
Flügel der Armee unter den Augen seines Inhabers, der diesen 
Theil der Schlachtlinie befehligte. Im Vereine mit dem Begi- 
mente Puebla fängt es den ersten Stoss der aus dem Walde 
vom Könige selbst dirigirten vordersten 6000 Preusseu auf. 



Wied'Eunk^l. 65 

Beide Begimeuter weichen aber bald dem übermächtigen An- neo 
pralle. Drei neue Begimenter — Kaiser, Gaisru^ und Neip- 
perg — eilen zur Unterstützung herbei, alle fünf Begimenter 
stürzen auf den Feind. An einer Batterie von 20 Geschützen 
unbekümmert vorübereilend, werfen sie sich in den Wald, ein 
mörderisches Handgemenge entspinnt sich, fast die ganze 
preussische Golonne wird aufgerieben. 

Frische feindliche Truppen, von ihrem Könige vorwärts 
getrieben, dringen auf die Kaiserlichen ein, vergebens sind 
ihre Versuche, diese Tapferen zum Weichen zu bringen, vier 
Angriffe scheitern. F. M. Dann erscheint mit den Grenadieren 
und zwei Guirassier-Begimentern, stellt sich an die Spitze der 
Infanterie, die Preussen wenden zur Flucht, F. M. Dann wird 
schwer verwundet vom Kampfplatze getragen. 

Feindliche Beiterei haut ein in unsere durch den Angriff 
in Unordnung gekommene Infanterie, das Begiment Wied 
wird übel zugerichtet, vor gänzlicher Vernichtung durch die 
mit unwiderstehlicher Gewalt daher brausenden kaiserlichen 
Guirassier-Begimenter Buccow*) und Serbelloni bewahrt. 

Noch Einmal versucht die feindliche Infanterie den An- 
griff, die Grenadiere schlagen ihn blutig ab, um 5 Uhr Nach- 
mittags ist König Friedrichs linker Flügel vollständig ge- 
worfen, dennoch die Schlacht für Friedrich nicht verloren. 
General Ziethen hat die Höhen von Zinna genonmien. 

F. Z. M. Graf Wied, vom Oberbefehlshaber aufgefordert, 
diesen wichtigen Punkt zurück zu gewinnen, sammelt das 
Grenadier-Bataillon Freyenfels, Oberst Gemmingen mit 
20Botten unseres Begimentes, ebenso vielen von TiUier, Zer- 
streuten von Harrach und Dann, schliesst sich dem tapferen 
Inhaber an, mit dem Bufe: „Vivat Maria Theresia" werden 
die verlorenen Höhen erstürmt. 

Plötzlich von mörderischen Gewehrsalven dezimirt, hält 
die in völliger Fiusterniss kämpfende Heldenschaar an, sie 
weicht zurück an den Fuss der Höhen. Bis um 9 Uhr Abends 
wird das Gefecht fortgesetzt, während der Nacht stehen Oester- 
reicher und Preussen einander nahe gegenüber. Niemand weiss, 
wer Sieger, wer geschlagen. Die Preussen haben 27 Fahnen, 



*) Buccow später aufgelöst, Serbelloni gegenwärtig Dragoner-Re- 
giment Nr. 4. 

Geschichte den 28. Inr-Rgmts. Ö 



66 Wied-Bunkel 

1760 13.000 Mann, die Kaiserlichen 11.000 Mann und 29 Fahnen 
verloren. 

Gross ist der Verlast, den unser Begiment erlitten : Ober- 
lieutnant Hanisch, Lieutnant Bobiano und Egen, 108 
Soldaten deckten als Leichen die Wahlstatt; Oberstlieutnant 
Ernst von Fischer, Hauptmann Graf Marchand, Pollard, 
Mayer, Boyer, Louville, Oberlieutnant Pellegrini, 
de Saillie, Baisfeld, Lerrsch, Lieutnant Ox, Fitz- 
Patric, Nehem, Ziegler, Warnsdorf, Cron, Fähn- 
rich Delsance, 168 Mann waren verwundet; 8 Offiziere, 
von denen 3 Verwundete, 272 Soldaten geriethen in Gefangen- 
schaft. Der Gesammtverlust belief sich auf 20 Offiziere, 548 
Mann. 2 Offiziere — Oberlieutnant Nehem und Fähnrich 
Delsance — und 60 Soldaten erlagen während der Gefangen- 
schaft ihren Wunden. 

' Die Fahnen des Begimentes blieben in den Händen 

der preussischen Cuirassiere, dass sie in Ehren verloren gingen, 
dass die brave Truppe im Augenblicke der Gefahr sich schützend 
um sie geschaart, lehrt ein Blick auf die grosse Anzahl der 
Tapferen, die ihre Fahnentreue mit ihrem Blute besiegelt. 

üeber die wackere Haltung des Begimentes in dieser 
mörderischen Schlacht herrscht in den Beiationen nur Eine 
Stimme: „Des höchsten Lobes würdig!*" F. Z. M. Graf 
Wied schliesst seinen Bericht: „Besonders muss ich hervor- 
„heben, dass der Oberst von Gemmingen mit dem kleinen 
„Best von Wied und Tillier sich von selbsten mit vorzu- 
„ rücken anerboten, und weil die Leute keine Munition mehr 
„hatten, solche da es schon anfing dankel zu werden von denen 
„Grenadieren entlehnet, und in der nächtlichen Attaque sich 
„nachgehends beständig an solche angeschlossen erhalten, wie 
„er dann während der Action eine ordentliche Personal- Affaire 
„mit einem preussischen Offiziere gehabt, welchen er endlich 
„nach langem Herumraufen zum Eriegs-Gefangenen gemacht, 
„der aber in der Confusion wieder verloren gegangen. "^ 

Nach der Schlacht bei Torgau, welche die kaiserliche 
Armee ohne jede Störung Seitens der durch ihren zweifelhaften 
Sieg erschöpften Preussen abgebrochen hatte , führte G. d. G. 
O'Donnel die Oesterreicher in das Lager bei Plauen und liess, 
als Friedrichs Armee, welche bei Kesselsdorf stand, nach Meissen 
abzog, die Truppen in die sehr beengten Winterquartiere geben. 



' Wied-Bunkel 67 

Das Begiment Wied kam nach Geising und Lauensfcein neo 
hart an der böhmischen Grenze. Es zählte nach den Verlosten 
bei Torgau nur noch 560 Dienstbare. Verwundet und krank 
in den Spitälern befanden sich 12 Offiziere 600 Mann, in Kriegs- 
gefangenschaft 6 Offiziere und über 200 Soldaten. 180 Mann 
lagen im Regiments -Depositorium zu Eaunm, 18 Chargen 
waren in Deutschland auf Werbung. * Das 3. Bataillon unter 
Major Piza hatte am 23. April die Niederlande verlassen, 
war kurze Zeit in Prag gewesen und am 14 August in Linz 
eingetroffen, wo es an der Bewachung der dort untergebrachten 
zahlreichen preussischen Kriegsgefangenen theilnahm. 

Im neuen Kriegsjahre, 1761, war die kaiserliche Haupt- i76i 
armee in Sachsen und mit ihr das Begiment Wied zu fast 
völliger ünthätigkeit verurtheilt. Gleich passiv verhielt sich 
auch das ihr gegenüberstehende preussische Heer, es rührte 
sich während des ganzen Jahres kaum aus seinem Lager. Li 
Schlesien dagegen errang Laudon im Vereine mit den Bussen 
einen grossen Erfolg, indem er nach langwieriger Belagerung 
das feste Schweidnitz eroberte. 

Das liegiment Wied, nachdem es über den Winter 
seinen Stand auf löOO Mann'*') gebracht, bezog am 8. Mai 
wieder das Armee-Lager bei Plauen, in welchem F. M. Dann 
über 70.000 Mann vereinigte. Nach dem Abzüge König Friedrichs 
nach Schlesien, entsendete auch Dann 16.000 Mann zur Ver- 
stärkung Laudons, verlegte seine Truppen Anfangs Oktober 
in enge Cantonnirungen — Begiment Wied in Brand bei 
Freiberg — und liess durch häufige Streifungen die nun vom 
Prinzen Heinrich befehligten Preussen beunruhigen. 

Zu einem unter dem Commando des G. M. Zedtwitz aus 
5 Bataillonen, 2 Grenadier - Compagnien und 11 Escadronen 
gebildeten Streifcorps, welches gegen Döbeln entsendet wurde, 
stiess auch Oberst Baron Gemmingen mit dem 1. Bataillon und 
der 1. Grenadier-Compagnie von Wied. Dasselbe marschirte 
am 4. November 1761 von Freiberg nach Etzdorf, fand am 
5. Bosswein vom Feinde besetzt, liess dieses durch 400 Croaten 



*) Das Begiment hatte im Februar 502 Mann an Ergänzungen 
erhalten: 100 Rekruten aus Böhmen, 100 aus Mähren, 50 aus Steier- 
mark, 100 aus Krain, 131 Geworbene aus Deutschland, endlich 21 preus- 
sische Deserteure. 

5* 



68 



Wied'Bunka. 



1761 



Bottwein. 



Döbeln. 



stürmen, während der Best des Corps auf den Höhen von Etz- 
dorf sich aufstellte. 

Der preussische Oberst Kleist, von DSbeln mit mehreren 
Bataillonen und einigen Geschützen vorrückend, besetzte das 
von den Groaten auf Befehl verlassene Boss wein und griff 
das Corps des G. M. Zedtwitz auf den Höhen südlich der 
Stadt an. Dieses konnte den Geschützen des Feindes keine 
Artillerie entgegenstellen, Wich daher gegen Etzdorf zurück. 
Die Preussen folgten, wurden aber, sobald sie die Stadt ver- 
lassen, von der kaiserlichen Beiterei überraschend in der Flanke 
attakirt und nach Bosswein hineingeworfen. 

Verstärkungen unter dem Prinzen Albrecht von Sachsen 
trafen bald darauf in Etzdorf ein, es wurde gegen Döbeln 
gerückt, wo sich am lö. ein längerer Geschützkampf entspann, 
unter welchem die Truppe fast gar nicht, desto mehr aber 
die Stadt zu leiden hatte. 

Um Döbeln zu schonen, hatte Prinz Albrecht bereits am 
14 dem feindlichen Commandanten die Bäumung der Stadt 
vorgeschlagen, jedoch war Kleist darauf nicht eingegangen. 
Als nun die Preussen am 15. aus Döbeln debouchirten, empÖDg 
sie heftiges Geschützfeuer, durch welches 2 Haubitzen demon- 
tirt wurden. Jetzt entsendete Kleist einen Offizier zu den 
Oesterreichern, um über die Neutralisirung der Stadt zu unter- 
handeln. Prinz Albrecht schickte den Obersten Gemmingen, 
Commandanten von Wied, an das Stadtthor. Oberst Kleist 
erklärte Diesem, dass er den ausdrücklichen Befehl vom Prinzen 
Heinrich habe, die Vorstädte in Brand zu stecken, wenn die 
Kaiserlichen sie nicht augenblicklich verliessen. Dagegen stellte 
Gemmingen das Verlangen, dass die Preussen die Stadt auf- 
geben sollten, da sie sich ohnehin nicht halten könnten, widri- 
genfalls das Feuern ohne Aufschub beginnen würde. Nun ver- 
langte Kleist, man solle nur so lange warten, bis er die Er- 
laubniss zum Abschlüsse eines Vertrages vom Prinzen Heinrich 
erhalten. 

Oberst Gemmingen, der sehr gut einsah, dass Kleist 
nur Zeit gewinnen wollte, ritt fort mit der Erklärung, dass 
das Schiessen gleich fortgesetzt werde. Ein feindlicher Trom- 
peter sprengte ihm indess nach und meldete, dass Kleist die 
Stadt räume, wenn nicht gefeuert würde. Trotzdem verliessen 



Wied-Bunkel. 69 

die Preussen die Stadt nicht, erst am 16. zogen sie ab, als i76i 
Oberst Gbmmingen ihnen den Beginn des Feuers ernstlicher 
angedroht hatte. 

Oberst Baron Oemmingen kehrte am 19. November 
mit der Grenadier-Compagnie nach Brand zurQck, wo das 

2. Bataillon und die Grenadiere über den Winter blieben. Das 
1. Bataillon bezog, als die Armee am 1. Dezember in Quar- 
tiere verlegt wurde, Gersdorf bei Bosswein in der Postirungs- 
linie der Kaiserlichen. 

Gegen Schluss des Jahres nahm das Begiment die neue 
Organisation der Infanterie an, nach welcher die beiden ersten 
als „Feld-" Bataillone zu 6 Compagnien formirt blieben, das 

3. Bataillon aber, mit der Bestimmung zum Gamisons-Dienste, 
zwei Compagnien auflöste und deren Mannschaft an die Feld- 
Bataillone abgab. 

Das letzte Kriegsjahr verlief für die kaiserlichen Truppen i'«« 
in Sachsen bis Ende September ohne wesentliche Ereignisse. 
Der Schwerpunkt der Operationen und mit diesem der grösste 
Theil der österreichischen Armee war nach Schlesien verlegt, 
wo Friedrich II. — nach der Thronbesteigung Peters III. mit 
Russland verbündet und dadurch Eines Gegners . entledigt — 
die Wiedereroberung der Festung Schweidnitz anstrebte. Zu 
ihrem Schutze hatte F. M. Dann die Armee Laudons ver- 
stärkt und über das gesammte Heer den Oberbefehl über- 
nommen. Schweidnitz fiel nach rühmlicher Vertheidigung am. 
9. Oktober, mit dem Verluste dieser Festung war der Krieg 
in Schlesien beendet. 

Den kaiserlichen Truppen unter F. M. Serbelloni und der 
Boichs-Armee stand in Sachsen wieder Prinz Heinrich gegen- 
über. Im April ging ein Theil der österreichischen Truppen 
nach Schlesien, der Best bezog Lager längs der wilden Weistritz, 
das Begiment Wied unter F. M. L. Buttler bei Dippoldis- 
walde. Die Beichs-Armee stand bei Freiberg. 

Prinz Heinrich griff die Letztere Ende Mai an, trennte 
sie von den Oesterreichern und nöthigte sie zum Bückzuge 
nach Franken. Der erste Versuch der Beichs-Armee, in 
Sachsen einzudringen, scheiterte, erst im September konnte sie 
sich über Böhmen wieder mit den Kaiserlichen vereinigen. 
G. d.O. H a d i k übernahm über beide Heerestheile den Ober- 
befehl und beschloss, als mehrere kaiserliche Regimenter zur 



/ 



70 Wied-Runkel. 

176S Verstärkung eingetroffen waren, die Preussen aus ihrer Schanzen- 
linie längs der Weistritz mit den Hauptstützpnnkten WilsdrnfF 
und Pretschendorf zu vertreiben. 

Am 27. September wurden die üebergänge über die Weistritz 
zum Theile genommen, die Division F. M. L. Buttler trieb 
den Feind in seine Verschanzungen bei Cunnersdorf und nahm 
am Abende ihre Aufstellung bei Häckendorf, der äusserste linke 
Flügel der Kaiserlichen kam bis Hennersdorf. Der nächste 
Tag verlief in heftigem Geschützkampfe von beiden Seiten, 
erst der 29. September war zur Ausführung des Angriffes 
bestimmt. 

Mit Tagesanbruch begann der Kampf, 600 Freiwillige er- 
öffneten ihn; sie sollten die verschanzten üebergänge über 
die wilde Weistritz nehmen, um den Angriffs-Golounen den 
Weg auf die Höhen von Pretschendorf zu öffnen. Es war 
hauptsächlich auf eine Umfassung des preussischen rechten 
Flügels von Frauenstein aus abgesehen, während die Mitte 
der Kaiserlichen — Division F. M. L. Buttler — die Auf- 
gabe hatte, den Gegner bei Pretschendorf zu beschäftigen und 
festzuhalten. Die Durchführung dieses Planes gelang voll- 
kommen, sie hatte die Bäumung Freibergs und den Bückzug 
der Preussen bis Siebenlehn zur Folge. 

Siegreich für die kaiserlichen Waffen, sollte dieser Tag 
zum Ehrentage für unser Begiment werden: zwei 
Bitterkreuze des Maria Theresien-Ordens lohnten 
die Tapferkeit des Begimentes in seinen vorzüglichsten Offizieren. 
Major Peter Piza, schon aus dem Treffen am Moysberge 
(7. September 1757) rühmlichst bekannt, nahm am 29. Sep- 
tember mit seinem Bataillon unter Oberst Gemmingens 
cannersdorf. Lcituug dou feindlichen Verhau bei C u n n e r s d o r f, und erhielt 
den Auftrag, denselben zum Schutze der in der Nähe auf- 
fahrenden kaiserlichen Artillerie unbedingt zu behaupten. 

Nicht zufrieden mit dem schon errungenen Erfolge, auch 
nicht gewillt, unthätiger Zuschauer in dem fortwährenden 
Kampfe zu bleiben, lässt Piza nur zwei Compagnien im Ver- 
hau, mit 4 Compagnien durchwatet er die wilde Weistritz und 
erstürmt, angespornt durch das Beispiel seines tapferen Begi- 
ments - Commandanten Oberst Baron Gemmingen mehrere 
Schanzen am jenseitigen Flussufer. Einige Beichstruppen sind 



Wied'Bunkel 



71 



1768 



unserem tapferen Bataillone gefolgt, sie lassen es jetzt, als 
preussische Verßtärkungen anrücken, im Stich. 

Durch den ausdrücklichen Befehl des DivisionSxs zurück- 
gerufen und von der Uebermacht fast erdrückt, fahrt Piza 
seine kleine Heldenschaar zurück, abermals durch den Fluss in 
den ihm anvertrauten Verhau. Alle vier Compagnien haben 
sich verschossen, er lässt zwei Drittheile der Munition von 
den beiden Beserve-Compagnien unter sie vertheilen und bittet 
durch einen Offizier den F. M. L. Buttler um Verstärkung 
und Munition. Nur Diese bringt der Offizier und mit ihr den 
Befehl, sich bis auf den letzten Mann zu behaupten. 

Der Feind rückt an, Piza stürzt, von einer Kugel in die 
Brust getroffen. Mit seinem Hemde, das er zerreissen lässt, 
und seinem Sacktuche ist er rasch verbunden, steigt wieder 
zu Pferde, ermuthigt die Seinigen, mit zähester Ausdauer 
weist das brave Bataillon, angeeifert durch den Heldenmuth 
seines mit Blut übergossenen Commandanten, alle Angriffe 
der Preussen siegreich ab. Jene weichen über den Fluss zu- 
rück, das Bataillon hat seinen Posten glänzend behauptet. 

Ebenbürtig diesen Braven, kämpfte bei Frauenstein Franensisin. 
ein anderer Theil des Begimentes. Hauptmann Emanuel de 
Fassignies mit 2Ü0 Freiwilligen erbot sich, eine am linken 
Weistritz-Üfer gelegene feindliche Schanze dem Feinde abzu- 
nehmen. Angesichts der Preussen durchwatet er den 1 Meter 
tiefen Fluss, erstürmt den steilen Hang vor der Schanze, 
diese selbst, die Besatzung wird theils niedergemacht, gefangen 
oder in die Flucht getrieben. Auch die hinter der Schanze auf- 
gestellte feindliche Infanterie wird nun von der kleinen Schaar 
mit solcher Lebhaftigkeit angegriffen, dass sie, als andere 
Truppen mit in den Kampf eingreifen, weicht und den Kaiser- 
lichen das Schlachtfeld überlässt. 

Mit einem Verluste von 10 Todten, 50 Verwundeten und 
92 Vermissten erkämpfte sich das Regiment eines der schönsten 
Blätter in seiner an glänzenden Waffenthaten so reichen Ge- 
schichte. 

Zwei Wochen später versuchten die Preussen, sich des 
verlorenen Bodens wieder zu bemächtigen, indem sie die Stellung 
der Verbündeten am 14. und 15. Oktober bei Freiberg in Freiberg, 
mehreren Colonnen angriffen. Das Begiment Wied stand in 
der Division Buttler bei Nieder-Schöna« Diese Division wies 



72 Wied-Bunkel 

1768 am 14. nicht nur den Angriff der Preussen zurück, sondern 
warf dieselben auch über den Bobritsch und Hess am 15. die 
bei Conradsdorf vom Feinde besetzten Verschanzungen durch 
Freiwillige erstürmen. Das Regiment Wie d war den Letzteren 
auf dem Fusse gefolgt, hatte sich dem Angriffe angeschlossen 
und die verschanzten Höhen bei Conradsdorf mit grosser Bravour 
eingenommen. Sein Verlust bestand in 1 Todten, 4 Verwundeten 
und 20 Vermissten. 

Am 29. Oktober kam es, nachdem Prinz Heinrich Ver- 
Freiberg. stärkungcu erhalten, abermals bei Freiberg zur Schlacht, 
die nach kurzem kaum zweistündigem Kampfe mit dem Rück- 
zuge der Reichsarmee und der Kaiserlichen endete. Aus ihrer 
weitausgedehnten Stellung zwischen Waltersdorf und Erbisdorf 
durch den gleichzeitigen Angriff von vier Colonnen in der 
Stärke von 27.000 Mann bald vertrieben , mussten die Ver- 
bündeten, 30.000 Mann stark, bis hinter Freiberg weichen, bei 
welcher Gelegenheit das 1. Bataillon von Wied, als es im 
Vereine mit mehreren anderen Bataillonen den Rückzug deckte, 
fast völlig umfasst wurde und 5 Offiziere — Hauptmann von 
R i, Sigmund Baron L ü t z o w, Lieutnant von V i 1 1 i e r s, Otto 
Baron Lützow und de Baut — nebst 385 Mann an Ge- 
fangenen einbüsste. Die Kaiserlichen wendeten sich über Süss- 
bach nach Frauenstein, wo unser Regiment vorläufig blieb. 

Eine am 24. .November vereinbarte Waffenruhe beendete 
die Feindseligkeiten auch auf diesem Kriegsschauplatze, am 
15. Februar 1763 der Friede zu Hubertsburg den siebenjährigen 
Krieg. An Gesammt- Verlusten hat Dieser unserem Regi- 
mente gekostet: 6 Offiziere 266 Mann getödtet, 7 Offiziere 
1267 Mann gestorben, 53 Offiziere 1885 Mann gefangen, 
1 Offizier 867 Mann desertirt, 1 Offizier 131 Mann vermisst, 
zusammen: 68 Offiziere 4416 Soldaten. 



1764-1791. 

BAierischer Erbfolgekrieg 1778—1779. - Tflrkenkrieg 1788—1789. 

Unter den tief eingreifenden Veränderungen und Verbes- 1764-1777 
serungen im Heerwesen Oesterreichs während der nun folgen- 
den langjährigen Friedensepoche, war eine der wichtigsten die 
Regelung der Ergänzung der Armee, die durch Einführung 
der Conscription und durch Zuweisung bestimmt abgegrenzter 
Werbbezirke an die Begimenter geregelt wurde. Nur der dritte 
Theil des jährlichen Rekrutenbedarfes durfte von nun an durch 
Werbungen im deutschen Reiche gedeckt werden. 

Nach dieser ersten Werbbezirks-Eiutheilung erhielt das 
Regiment Wied 1766 Mähren zugewiesen, die Grenadiere 
kamen dem entsprechend in das 1. mährische Orenadier-Ba- 
taillon. Im Jahre 1769 wurde der Werbbezirk des Regimentes 
bei Gelegenheit einer allgemeinen Regelung der Heeres-Ergän- 
zung nach Böhmen verlegt, 1771 Euttenberg Stabs-Stand- 
quartier, die Grenadier-Division in das 5. böhmische Grenadier- 
Bataillon eingetheilt. Die Regimenter erhielten 1769 entsprechend 
dem Range ihrer Inhaber fortlaufende Nummern, unser Regi- 
ment war nach dieser Reihenfolge das Achtundzwanzigste. 

In der Organisation der Infanterie sind während dieser 
Periode bemerkenswerthe Aenderungen vorgekommen. Das 
Trainwesen der Regimenter wurde 1767 geregelt, indem die 
beiden Feld-Bataillone derselben zehn Rü8t-(Proviant-)Wagen 
erhielten. Die Grenadiere wurden 1769 in selbstständige Ba- 
taillone zu sechs Gompagnien unter eigenen Stabs-Offizieren 
als Commandanten formirt. Das Infanterie-Regiment zählte 
2 Bataillone zu 6, eines zu 4 Gompagnien ä 160 Mann, das 



74 Wied-Bunkel 

1764-1777 1. Bataillon hiess Leib- oder Inhabers-, das zweite Obersts-, 
das dritte Oberstlientnauts - Bataillon. Aus dem bisherigen 
Wachtmeister - Lieutnant wurde der Regiments -Adjutant, aus 
dem Begiments-Quartiermeister der Rechnungsführer. Von den 
schon früher (1763) eingeführten 2 Fahnen- und 6 k. k. ordi- 
nären Gadeten hatten die Ersteren den Rang als Offiziere. 

Auch die Bewaffnung der Infanterie änderte sich in- 
soferne, als verbesserte Gewehre eingeführt und die deutschen 
Regimenter 176ö mit kurzen Säbeln ausgerüstet wurden. Die 
O^ziere vertauschten 1769 die Partisane mit dem Degen, den 
sie beim Commandiren zogen. Sonst trugen Stabs- und Ober- 
offiziere, Feldwebel und Führer spanische Rohre, die Corporale 
den Haseln ussstock. 

Die Bekleidung des Heeres überging 1767 an die neu- 
gegründeten Monturs - Commissionen. Die Infanterie bekam als 
Kopfbedeckung lederne Casquets, Offiziere und Unteroffiziere 
trugen au denselben Borten aus Qold oder Silber, den Knöpfen 
des Rockes entsprechend. Die Farbe des letzteren blieb die 
weisse, nach der Entscheidung durch das Loos wurde jene 
der Aufschläge und der Knöpfe bestimmt, unser Regiment 
erhielt den grasgrünen Aufschlag und weisse Knöpfe. 

Nach Beendigung des siebenjährigen Krieges war das 
Regiment nach Mähren verlegt worden, das 3. Bataillon nach 
Krems. 1764 bis 1765 waren das 1. und 2. Bataillon sammt 
den Grenadieren in Nikolsburg, Auspitz und Wischau; 1766 
die Grenadiere und die beiden Feld - Bataillone in Wien, das 
dritte in Laibach; 1772 das 1. Bataillon in Kuttenberg, das 
zweite in Deutsch brod, das dritte in Wien, 1774 in Kutten- 
berg. Die Grenadier - Division war seit 1774 in Prag. 

Statt des zum Generalen beförderten hochverdienten Re- 
giments -Commandanten Sigmund Baron Gemmingen 
war 1773 Oberst Peter Freiherr von Piza an dessen 
Stelle getreten. Ein Maria -Theresien- Ordens -Ritter löste den 
anderen ab. 

Der baierische Erbfolgekrieg führte unser Ro- 
ms giment im Jahre 1778 wieder in*s Feld gegen Preussen, 
dessen König den Erbansprüchen der Habsburger auf das 
durch den Tod Maximilians erledigte Baiern zu Gunsten des 
Herzogs von Zweibrücken entgegentrat. 



Wied-BtHikd, 75 

Ein kaiserliches Truppen - Corps besetzte Theile von Baiem, itts 
zwei Armeen sammelten sich im April in Böhmen und Mähren, 
die böhmische zwischen Eöniggrätz und der Iser. Den Ober- 
befehl über dieselbe führte Kaiser Josef, unter ihm com- 
mandirten die Feldmarschalle Laudon und Lacy die beiden 
Flügel der Armee. 

Die beiden Feld - Bataillone unseres Regimentes, 
1934 Mann mit 6 Geschützen, kamen im Monate Mai zum 
rechten Flügel der Hauptarmee nach Hochwessely in die 
Brigade G. M. Beisky, die Grenadiere im Bataillon Corti 
zum linken Flügel nach unter - Bautzen. Das 3. Bataillon, 
456 Mann, blieb als Besatzung in dem befestigten Eger. 

Anfangs Juli brach die preussische Armee über Nachod 
und Bumburg in Böhmen ein, beide Heere standen sich Monate 
lang gegenüber, keiner der beiden Monarchen suchte die Ent- 
scheidung, in unbedeutenden Scharmützeln und Streifzügen 
auf feindliches Gebiet, übten sich die Truppen im kleinen 
Kriege, in dem die Oesterreicher fast immer Sieger waren. 
Friedrichs Heer, durch Desertionen und Krankheiten be- 
deutend herabgekommen, verliess im September das nördliche 
Böhmen, die kaiserliche Armee bezog Winterquartiere unter 
dem Schutze eines längs der Grenze aufgestellten Truppen- 
Cordons. ünserBegiment kam zur Postirung nach Jaromöf , ' 
das 3. Bataillon nach Königgrätz, die Grenadier - Division 
n^ach Prag. 

Trotz des Winters, der die Grenzgebirge mit hohem ms 
Schnee bedeckte, beschloss F. M. L. Wurmser, Cordons- 
Commandant im nordöstlichen Böhmen, eine ihm gemeldete 
günstige Gelegenheit zu einem Handstreiche gegen das Glatzische 
zu benützen und den Preussen Habelschwerl, sowie das Block- 
haus bei Oberschwedelsdorf abzunehmen. 

Zu dieser Unternehmung durch den Abzug des preus- 
sischen Corps bei Glatz nach Schlesien angeregt, schritt der 
kaiserliche General sogleich zur Ausführung seines Planes und 
sammelte seine Streitkräfte auf fünf der Grenze nahe gelegenen 
Punkten, um sie von diesen in eben so vielen Colonnen in's 
feindliche Land zu führen, um die Preussen über die Aufgabe 
dieser Truppen irre zu führen, liess er aussprengen, sie hätten 
die Bestimmung zum Abmärsche nach Mähren. 



76 Wied-Bunkel 

1779 Drei Colonnen der Gestenreicher brachen in der Nacht 

zum 18. Januar gegen Habeischwert auf, die 4. und 5. Colonne 

Ober- unter Führung des F. M. L. W u r m s e r wurden gegen b e r- 

8chwedeiBdorf.g^^^^^gjg^^j,f dirfgirt. Die 5. Colonne unter Oberst Kle- 

beck, zusammengesetzt aus 5 Bataillonen — darunter das 
1. Bataillon von Wied — 3 Divisionen Husaren und 5 Ge- 
schützen, marschirte von Nachod über Eleinerz, Stolzenau in 
den Rücken des Blockhauses, um den Anzug von Verstärkungen 
aus Olatz abzuwehren. 

Zur Aneiferung der Truppen war denselben für die Ge- 
fangennahme eines feindlichen Soldaten eine Belohnung von 
zwei Gulden zugesagt, für einen Offizier 3, für einen Stabs- 
Offizier 6, für die Eroberung einer Fahne 6, einer Kanone 
10 Ducaten in Gold. In der Aussicht auf die Erwerbung einer 
dieser Prämien legten die Truppen den Marsch trotz Schnee, 
Kälte und Finsterniss so fliessend zurück, dass alle fünf 
Colonnen Funkt ö Uhr Früh auf den ihnen zugewiesenen 
Plätzen eingetroffen wai*en. 

Der üeberfall auf Habeischwert hatte den glücklichsten 
Erfolg, über 800 Gefangene, 10 Fahnen und 3 Geschütze fielen 
den drei österreichischen Colonnen in die Hände. Nicht minder 
günstig verlief der Angriff auf das Blockhaus bei Ober- 
Schwedelsdorf, dessen Besatzung, 2 Offiziere 60 Mann, 
ebenfalls gefangen wurde. 

Die fünfte Colonne liatte während dieser Ereignisse eine 
Aufstellung Front gegen Glatz genommen, von wo sogleich 
30 Husaren und 1 Bataillon Infanterie mit 2 Geschützen 
gegen Ober-Schwedelsdorf entsendet wurden, als der Kanonen- 
donner in die Festung hinüberschallte. Die kaiserlichen Husaren 
warfen sich diesen Truppen entgegen, sprengten ein Carr6, 
hieben einen Theil des preussischen Bataillons zusammen und 
brachten 13 Offiziere nebst 33ö Soldaten gefangen mit zu- 
rück. Die Infanterie dieser Colonne hatte nicht Gelegenheit 
zum Schusse zu kommen. 

Kaiser Josef, hoch erfreut über diesen glücklichen 
Schlussact des sonst an Begebenheiten so armen Feldzuges, 
belohnte die Theilnehmer an diesem Handstreiche durch Aus- 
zeichnungen und Geschenke, — die Soldaten erhielten mehrfache 
Löhnung — und dankte dem F. M. L. Wurmser in einem 



WartensMen. 77 

Handbillet für die geschickte Einleitung und Dorchführang 1779 
dieses Unternehmens. 

Der Friede zu Teschen beendete am 13. Mai 1779 den 
thatenlosen Krieg, der beiden Staaten grosse Opfer an Menschen 
gekostet, Oesterreich aber auch von dem baierischen Erbe das 
sogenannte Inn-Viertel eingebracht hatte. Noch in demselben 
Monate rückte unserBegimentin seine Friedensgarnisonen 
Euttenberg und Deutschbrod, die Grenadier-Division wieder 
nach Prag. 

Schon am 16. Februar dieses Jahres war der bisherige 
Inhaber des Begimentes Friedrich Qraf Wied-Bunkel 
zu Mailand verschieden. Einer der hervorragendsten Generale 
des siebenjährigen Krieges, hatte er 1778 die Feldmarsch alls- 
Würde erlangt ; für seine Verdienste in der Schlacht bei Kolin 
war ihm das Bitterkreuz, für jene bei Torgau das Orosskreuz 
des Maria Theresien-Ordens zuerkannt worden. Sein Nachfolger 
als Inhaber wurde G. M. Wilhelm Graf Wartensleben. 

Nach dem Hinscheiden seiner grossen Mutter, am 29. No- i78o-i787 
vember 1780, setzte Kaiser Josef II. das von ihr begonnene 
Beformwerk an Staat und Heer mit grösstem Erfolge fort. 
Eine seiner für die Armee werthvollsten, für die Familien der 
Soldaten wohlthätigsten Stiftungen, war die Gründung der 
Begiments-Erziehungshäuser im Jahre 1782. 

Schon die Fürsorge der mildthätigen Kaiserin M^ria 
Theresia hatte das Loos der Soldatenkinder durch Staats- 
beiträge erleichtert, welche den mit der Erziehung derselben 
betrauten Pflegeältern in jährlichen Geld-Unterstützungen zu- 
flössen. Kaiser Josef machte einen grossen Schritt weiten 
indem bei den deutschen Begimentern je 48 Kinder unter 
militärischer Aufsicht im Erziehungshause ausgebildet, auf 
Staatskosten versorgt wurden, um aus ihnen einen brauchbaren 
Nachwuchs an Unteroffizieren heranzuziehen. Zahlreiche tüchtige 
Offiziere, von denen viele sich bis in die höchsten Stellen auf- 
schwangen, gingen im Laufe der Jahre aus diesen Anstalten 
hervor. Das Erziehungshaus des Begimentes Wartensleben 
wurde zu Kuttenberg errichtet. 

Ein weiterer grossherziger Act des Kaisers war die Stiftung 
goldener und silberner Tapferkeits-Medaillen für Soldaten, als 
sichtbare Auszeichnungen und Belohnungei) hervorragender 
Waffenthaten. Auf den Vorschlag des F. M. Laudon im 



78 Wartensleben. 

1780-1787 Jahre 1786 vom Kaiser genehmigt, trat diese Stiftung am 
25. Juli 1789 in's Leben. 

Unser Regiment blieb während dieser Jahre unver- 
ändert in Euttenberg, die Grenadier-Division in Tabor, das 
3. Bataillon war 1780 nach Königgrätz gekommen und hatte 
an dem Bau der Befestigungen dieser Stadt theilgenommen. 

In dem Commando des Regimentes war Oberst Sigmund 
Baron Lützow dem 1787 zum Generalen vorgerückten 
Baron Piza gefolgt. 

Durch Vereinbarungen mit Bussland zu gemeinschaftlichem 
1788 Vorgehen verpflichtet, wurde Oesterreich im Jahre 1788 in den 
Krieg dieser Macht mit der Türkei verwickelt, die, misstrauisch 
gegen die Absichten Busslands, schon seit August des vorher- 
gegangenen Jahres die Feindseligkeiten begonnen hatte. Im 
Februar erklärte auch Oesterreich der Pforte den Krieg. 

Die kaiserliche Hauptarmee sammelte sich unter Kaiser 
Josefs Oberbefehl im Lager bei Futak, ein Theil des Heeres 
kämpfte im Vereine mit den Bussen in der Moldau, ein selbst- 
ständiges Corps in Croatien. Unser Regiment, 1. und 2. 
Bataillon, im Februar aus Böhmen aufgebrochen, kam Ende 
März zur Hauptarmee und ging mit dieser in das neue Lager 
bei Semlin, in welchem dieselbe bis zum Monate August in 
ziemlicher Unthätigkeit blieb. 

Erst im August als der Grossvezier mit bedeutender Macht 
die Donau überschritten und das Corps des F. M. L. Graf Wartens- 
leben aus dem Banat drängte, führte der Kaiser 40.000 Mann, 
darunter unser Regiment, am 12. August von Semlin über 
eine bei Szurduk über die Donau geschlagene Schiffbrücke nach 
Panöova, im September nach Karansebes, um die Türken an 
weiteren Fortschritten zu hindern. 

Auf dem Marsche von Slatina nach Karansebes befand 
sich Kaiser Josef im Wagen bei dem 2. Bataillon unseres 
Regimentes. Das erste Bataillon war zur Besatzung nach 
Temesvär gekommen. 

Die Türken bei Mehadia in grosser Stärke stehend, wagten 
den Angriff auf das kaiserliche Heer nicht, bald räumten sie 
das ganze Banat und gingen über die Donau zurück. Die 
Truppen der Hauptarmee wurden in Winterquartiere verlegt. 
Unserem Regimente wurde Pressburg zugewiesen, wo 
beide Bataillone Ende November eintrafen. 



Wartenslehen. 79 

Erfolgreicher als der erste begann der zweite Feldzug gegen nse 
die Türken für Oesterreich. In der Wallachei und im Banat 
siegreich, konnte ernstlich an die Eroberung Belgrads ge- Beigrad. 
gangen werden, welche schon im ersten Jahre als wichtigste 
Unternehmung betrachtet, wegen Unzulänglichkeit der Mittel 
aber nicht durchgeführt worden war. 

Als im August F. M. L. L a u d o n den Oberbefehl über die 
kaiserliche Hauptarmee übernahm, wurden die Vorbereitungen 
zur Belagerung der Festung mit Eifer betrieben. In der Nacht 
vom 10. zum 11. September überschritt die Arme die Save 
bei Semlin, am 18. begann die Belagerung, am 8. Oktober 
fiel die Festung. 

Unser Begiment hatte an diesem glänzenden Erfolge 
der Kaiserlichen nur mittelbaren Antheil genommen. Es war 
Ende Juni nach Ofen marschirt, zu Schiff am 14. Juli bei 
Opawa angelangt und von dort in das Banat zum Corps des 
F. Z. M. Clerfayt in das Lager bei Weisskirchen gekommen. 
Während der Belagerung Belgrads stand das Begiment unter 
dem 6. M. Wenkheim im Brückenkopfe zu Panöova, um den 
dortigen Uebergang über die Donau zu sichern. 

Ohne an irgend einem Kampfe betheiligt gewesen zu sein, 
bezog unser Regiment im Oktober Quartiere zu Waitzen, ver- 
liess diese jedoch schon Anfangs Januar 1790, marschirte nach >7^ 
Wien und von da am 21. Januar nach Senftenberg zur Beob- 
achtungs-Armee gegen Preussen. Dieses hatte, eifersüchtig auf 
Oesterreichs Erfolge, mit den Türken ein Bündniss geschlossen 
und dadurch einen grossen Theil der kaiserlichen Streitkräfte 
auf sich gezogen. 

Als die Verhandlungen zu Beichenbach die zwischen beiden 
Mächten entstandene Spannung beseitigten, rückte unser Begi- 
ment im August wieder nach Kuttenberg und Deutschbrod. 



1792—1797. 

Erster Coalltionskrie^ ^egren Frankreleh. 

Wellerschütternde Stürme brausten von Frankreich über 
Europa, Oesterreich trat in die Reihe der Vorkämpfer für 
Recht und Ordnung, in fast dreiundzwanzigjährigem Ringen 
setzte es die besten Sjräfte ein für seine und Europa's Unab- 
hängigkeit, wehrte sich gegen die Vergewaltigung, mit der 
Napoleons hochfliegende Plane die Dynastien und Reiche un- 
seres Continentes bedrohten. 

Im Bunde mit Preussen rüstete sich Oesterreich im Jahre 
179« 1792 zum Kampfe, um den kommenden Ereignissen gewachsen 
zu sein. Frankreich erklärte den Krieg, seine zahlreichen Heere 
strömten über die Grenzen, die Niederlande waren am Schlüsse 
des Jahres für Oesterreich verloren, ein schwaches kaiserliches 
Corps unter F. Z. M. Glerfayt hielt sich noch an der Erfb. 
Verstärkungen aus den Erblanden waren im Anmärsche, unter 
ihnen das Regiment VtTartensleben. 

Das 1. und 2. Bataillon des Regimentes unter Oberst 
Josef von Lucini brachen am 29. November von Kutten- 
berg auf, marschirten über Prag, Hayd, Nürnberg, VtTörth, 
1793 Neuwied nach Jülich, wo sie am 28. Februar 1793 zur Armee 
stiessen, die an diesem Tage Gantonnirungen an der Roer 
bezogen hatte. Das Regiment trat mit der Brigade 0. M. Ben- 
jowsky in das 1. Treffen unter F. Z. M. Glerfayt; F. M. Prinz 
Josias von Coburg führte den Oberbefehl über die 40.000 
Mann starke Armee. 

Am 1. März überschritt dieselbe die Roer bei Düren, das 
1. Treffen bei Jülich, die Vorhut unter Erzherzog Carl 



Wartenalehen. g 1 

eröffnete in glänzender Weise durch den Sieg bei A 1 d e n h o v e u ms 
den Feldzug, der angehende Feldherr legte den Grundstein 
seines Ruhmes. Mastricht wurde am 3. eingenommen, am 4. 
übersetzte das 1. Treffen die Maas in dieser Stadt, am 5. zog 
ein kaiserliches Corps in Lüttich ein und erbeutete 80 Ge- 
schütze nebst grossen Eriegsvorräthen. Ueberall wichen die 
Franzosen unter General Miranda zurück, entmuthigt erreichten 
sie Löwen, wo der neue Oberbefehlshaber Dumouriez sie wieder 
ordnete und aufrichtete. 

Das kaiserliche Heer rückte am 14 März nach Tongres, 
am 14. bis St. Trond, der nächste Tag war zum Angriffe des 
Feindes bei Löwen bestimmt. Gleichzeitig griffen indess die 
Franzosen an, bei Tirlemont und längs der grossen Geete 
stiessen die Yortruppen aufeinander. Nach mehrstündigem 
Geschützkampfe ging die österreichische Armee hinter die 
kleine Geete zurück und nahm an derselben Aufstellung; die 
Vorhut bei Orsmael, an diese anschliessend das 1. Treffen unter 
F. Z. M. Golloredo, bei Neerwinden das 2. Treffen, das Reserve- 
Corps südlich Oberwinden. In dieser Stellung blieb die Armee 
dem Feinde nahe gegenüber am 17. stehen. 

Dumouriez griff am 18. März mit 41.000 Mann in 8 Golonnen 
die Kaiserlichen an, auf beiden Flügeln entwickelten sich heisse 
Kämpfe, die zum Nachtheile der Franzosen endeten. Im Centrum 
gewinnen die französischen Colonnen Anfangs das Dorf N e e r- Naerwiudan. 
winden, werden aber nach einem äusserst wirksamen Geschütz- 
feuer von dem 1. Treffen — in welchem unser Regiment-— 
mit solchem ungestüm angegriffen, dass sie in grösster Un- 
ordnung das Dorf, sowie den Hügel bei Middelwinden verlassen. 
Nun erscheint Dumouriez auf diesem Theile des Schlachtfeldes, 
er begeistert seine Truppen zu nochmaligem Angriffe, sie folgen 
ihm willig, nehmen Neerwinden, und wieder werden sie durch 
das 1. Treffen des kaiserlichen Heeres mit gleicher Bravour 
aus demselben vertrieben. 

Die Nacht macht dem Kampfe ein Ende, überall geschlagen 
ziehen sich die Franzosen, nach einem Verluste von 30 Geschützen 
und 4000 Mann, auf Tirlemont zurück. Die Oesterreicher 
verloren 2900 Mann, von denen auf das Regiment Wartens- 
leben 3 Todte, 8 Verwundete, 1 Vermisster entfielen. 

F. M. L Benjowsky verjagte am nächsten Morgen den 
Feind mit 7 Bataillonen, 2 von Wartensleben» und 13 Esca- 

OMchichte des 28. Inf.-Kgmts. 6 



\ 



82 



Wartensleben. 



179S 



Löwen. 



BrftBsel . 



dronen, und vertrieb ihn aus Goidsenhoven ; 1 Compagnie War- 
tensleben und eine Grenadier-Compagnie nahmen Haecken- 
dover. In üngewissheit über die Aufstellung der Franzosen, 
deren zahlreiche Wachfeuer am Abende zur Täuschung der 
Kaiserlichen brannten, entsendete F. M. L. Benjowsky das Bataillon 
Wartensleben den Feind auf allen Seiten zu alarmiren. 
Das Bataillon löste seine Aufgabe vollkommen, indem es den 
Abzug der Franzosen aus Tirlemont constatirte. 

Korporal Johann Ger lach, mit einer Patrulle gegen eines 
der Stadtthore entsendet, dringt kühn durch dasselbe ein, ent- 
deckt in der Hauptstrasse eilig abziehende französische Fuhr- 
werke, stürzt mit seiner kleinen Schaar auf die Bedeckung 
derselben, vertreibt sie und erobert eine sechspfündige Kanone 
sammt dem Munitions wagen. Sein Lohn für diese tapfere That 
ist die silberne Tapferkeits-Medaille , er ist der Erste im 
Begimente, der dieses Ehrenzeichen erkämpft! 

Von dem Abzüge des Feindes unterrichtet, lässt F. M. L. 
Benjowsky das Bataillon Wartensleben, 1 Grenadier-Com- 
pagnie, 1 Division Cavallerie und einige Geschütze unter G. M. 
Czernecky der feindlichen Nachhut folgen, die aber nitr von 
den Geschossen der eiligst vorgefahreneu Geschütze erreicht 
werden konnte. Die Truppen Benjowsky's nahmen bei Wille- 
bringens Stellung, die Armee bezog westlich Tirlemont das 
Lager. 

F. M. L. Benjowsky sagt in seiner Relation : „Alle Manöver 
meiner Truppen wurden so ordentlich und pünktlich wie auf 
dem Exercierplatze vollzogen." 

Die Verfolgung der Franzosen wurde am 22. März in drei 
Colonnen fortgesetzt. Die Colonne Benjowsky's griff den Feind, 
der seine Hauptkraft hinter Löwen conzentrirt hatte, bei 
Pellenberg an, konnte denselben trotz aller Anstrengungen 
jedoch nicht zum Weichen bringen. Erst am 23. nach erbittertem 
Kampfe verliessen die Franzosen die tapfer vertheidigte Stellung 
und zogen der Auflösung nahe, nach einem Verluste von un- 
gefähr 4000 Mann, über Löwen ab, welches die Kaiserlichen 
am 24 besetzten. Letztere hatten in diesen zweitägigen Ge- 
fechten über 1200 Mann eingebüsst. 

Am 25. März zog die österreichische Armee in Brüssel 
ein, die Franzosen räumten die Niederlande, die in 25 Tagen 
wieder erobert worden waren. 



Wartensleben. g3 

F. M. Prinz Coburg liess am 30. die Vorhut, das 1. ms 
und 2. Treffen bei Mons, die BeseiTe bei Tournai das Lager 
beziehen — unser Regiment bei Guaregnon. 

Nachdem die Franzosen aus dem Felde geschlagen, ging 
die Armee an die Belagerung der nächsten Grenzplätze, während 
das Gros bei Quievrain das Lager bezog. Das Regiment 
Wartensleben kam am 5. April nach Antoing bei Tournai 
und nahm, im Reserve-Corps des F. Z. M. Clerfayt, Theil an 
der Einschliessung der Festung Cond6, welche am 8. April conu. 
vollendet war. Die Franzosen suchten durch häufige Angriffe 
den Gang der Belagerung zu stören, wodurch es zu hartnäckigen 
Kämpfen kam,^ die sich vorwiegend in den Waldungen von 
St. Armand abspielten. 

unser Regiment bestritt während dieser Zeit mehrmals 
die Vorposten gegen den äusseren Feind, so vom 10. bis 12. April 
zu Fresnes, am 17. bei der Abtei Vicogne, am 21. bei Raismes. 
In fast täglichen Zusammenstössen mit den Franzosen konnte 
es diesen doch nicht gelingen, entscheidende Erfolge gegen die 
wachsamen und stets kampfbereiten kaiserlichen Truppen zu 
erringen. 

Bei dem am 1. Mai nnternommenen Angriffe des Feindes 
auf die österreichische Vorpostenlinie hatte das 1. Bataillon 
Wartensleben Gelegenheit, sich besonders hervorzuthun. 
Es hatte seine Aufstellung zunächst der Abtei Vicogne, gegen yicogne. 
welche die Franzosen mit grosser Macht anrückten, sich des 
Klosters bemächtigten und selbes zu plündern begannen. Gegen 
weitere Fortschritte des Feindes hielt aber das Bataillon tapfer 
Stand, alle Versuche, es aus seiner Aufstellung zu verdrängen, 
scheiterten an dem zähen Widerstände dieser wenigen Truppen, 
denen es schliesslich sogar gelang, den weit überlegenen 
Gegner zum Abzüge und zum Aufgeben der Plünderung zu 
zwingen. 

Für seine anerschrockene Haltung in diesem Gefechte 
wurde das brave Bataillon vom Corps - Commandanten öffent- 
lich belobt, und jeder Mann mit einer zweitägigen Gratis- 
löhnung, einer Portion Fleisch und Reis noch besonders be- 
theilt. ' 

Am 8. Mai wiederholten die Franzosen den Versuch, die 
kaiserlichen Vorposten zurück zu drängen, und richteten ihren 
Hauptangriff wieder gegen die Abtei Vicogne und das Dorf 



84 



Wartensleben. 



1793 
Raiames. 



Baisaies. Früh Morgens begann der Angriff mit zahlreicher 
Infanterie und Artillerie auf der ganzen Linie, die schwachen 
Vorposten werden bald auf die Hauptstellung zurückgedrückt, 
aber aus dieser vermag der Feind die Oesterreicher nicht zu 
verdrängen. 

Unterstützt von vielen schweren Geschützen, versuchen 
die Franzosen, die Stellung zu stürmen, sie werden mit grossem 
Verluste abgewiesen. Fünf Mal wiederholen sich diese Angriffe 
mit immer frischen Truppen, bis spät in die Nacht dauert der 
Kampf, 6. M. Wenkheim hat seine Stellung behauptet, in 
Unordnung ist der Feind gewichen, Dampierre, bemüht seine 
Truppen zu sammeln, wird tödtlich verwundet. 

Unter den heldenmüthigen Begimentern, die dem kaiser- 
lichen Generalen diesen glänzenden Erfolg erkämpften, war 
auch das Unsrige. Ganz besonders hatte sich Lieutnant 
Carl Berger hevorgethan. Obwohl am Kopfe und an der 
rechten Schulter durch eine vorbeistreifende Kanonenkugel 
stark verletzt, verliess dieser tapfere Offizier seine Truppe 
nicht und kämpfte schon zwei Tage später, am 10. Mai, an 
der Spitze von Freiwilligen des Begimentes, welche sich dem 
Angriffe der Kaiserlichen auf die französischen Verschanzungen 
vicogne. im Walde von V i c o g n e anschlössen, diese erstürmen und den 
Feind in völlige Flucht schlagen halfen. 

Die französische Armee hatte am 23. Mai, als die Ver- 
Famftra. bündoteu zum Augriffe auf ihr Lager bei Famars schritten, 
dieses nach kurzem Kampfe, welcher dem Begimente 9 Todte 
kostete, verlassen und war gegen Gambrai zurückgewichen. 
Prinz Coburg Hess am nächsten Tage die Festung Valenciennes 
einschliessen, an ihrer Belagerung nahm unser Begiment 
hervorragenden Antheil. 

Nachdem schon am 27. Mai aus dem Lager bei Onaing 
Taienciennes. eine Arbeiter-Abtheiluug zum Batteriebau nach Valenciennes 
abgerückt war, traf auch das Begiment' am 9. Juni dort ein und 
erhielt seine Aufstellung bei St. Sauve, nordöstlich der Festung. 
F. M. L. Erbach befehligte die Kaiserlichen, die 12 Bataillone 
und 8 Escadronen zählten. In der Nacht vom 13. zum 
14. Juni wurden die Laufgräben eröffnet, mehrere im Laufe 
der Belagerung unternommene Ausfälle der Besatzung, bei 
deren Abwehr Lieutnant Franz Baron Lützow sich durch 
Umsicht und Tapferkeit hervorthat, hielten den Fortgang der 



Wartensleben. 85 

Belagerangs-Arbeiten nicht auf, in der Nacht zum 25. Juli nss 
fand der Sturm auf die Aussenwerke der Festung statt. 

Hauptmann Ludwig von Thierry mit 3 Offizieren und 
109 Freiwilligen unseres Regimentes bildete die Spitze der 
dritten Colonne, welche unter dem Commando des G. M. Wenk- 
heim den Sturm auf die vor dem Schelde-Hornwerke gelegene 
Erdflesche ausführte, üeberdiess betheiligten sich an dem 
Sturme noch 250 Mann des Regimentes als Arbeiter und 
2 Gompagnien, 7 Offiziere 300 Mann unter Hauptmann von 
Nietzen, als Reserve für die dritte Angriffs-Colonne. 

Während die beiden ersten Golonnen die Flesche in der 
Front angreifen, dringt Hauptmann Thierry mit seinen 
Freiwilligen längs der Scheide vor, stürzt überraschend in die 
Oeffnung der Schanze, verlegt der Besatzung den Rückweg, 
mit Kolben und Bajonnet werden fast alle Franzosen, 300 an 
der Zahl, mit Hülfe der nun eingediningenen ünterstützungs- 
truppen niedergemacht, nur 1 Hauptmann und 3 Mann gefan- 
gen, 4 Mann als Deserteure aufgenommen. Neun Geschütze 
fallen in die Hände der Sieger, drei davon werden zurückge- 
führt, sechs aber vernagelt und in den Graben gestürzt. 

Bei dem nun aus eigenem Antriebe erfolgenden Sturme 
auf das Hornwerk ersteigt Hauptmann Thierry mit seinen 
Braven zuerst das Ravelin und die zunächst befindliche Lünette, 
behauptet dieselbe unterstützt von anderen durch sein Beispiel 
angeeiferten Truppen, und ermöglicht dadurch den Arbeitern 
die Yerbauung in der genommenen Flesche. 

Um 2 Uhr Nachts befiehlt G. M. Wenkheim die Räumung 
des Ravelins und der Flesche, deren dauernde Behauptung 
nicht beabsichtigt war, und zieht bei Anbruch des Tages seine 
Truppen gänzlich zurück, nur Hauptmann Thierry*8 Freiwillige 
nebst 20 Jägern bleiben zur Deckung der Arbeiter in der Flesche, 
die beiden Gompagnien von Wartensleben in der dritten 
Parallele. Bis zur üebergabe der Festung behielt Hauptmann 
Thierry mit seiner kleinen Heldenschaar den von ihm mit 
unvergleichlicher Bravour erkämpften Ehrenposten in der Flesche 
besetzt. 

Glänzend wie die That, die sie vollbracht, war die Aus- 
zeichnung, die die Tapferen lohnte. Hauptmann Thierry, der 
die Ehre der Führerschaft bei der dritten AngrifFscolonne erbeten 
hatte, erhielt das Ritterkreuz des Maria Theresien- 



^^ Wartensleben. 

1793 Ordens, Hauptmaou Alexander von Nietzen, Oberlieatnant 
Franz Mang, Lieutnant Franz Baron L ü t z o w, Fähnrich Josef 
Erich wurden fiir ihre beispiellose Entschlossenheit belobt, 
15 Soldaten, die Tapfersten der Tapferen, mit der silbernen 
Medaille decorirt: Feldwebel Josef Loy, Corporal Ludwig 
Michalsky, Georg Heckel, Peter Kämmerer, Gefreiter 
Josef Bosenthal, Konrad Seh weinsberger, Josef Bfe- 
zina, Ludwig Stätte, Franz Klena, Carl Stettin, Gemeine 
Martin Mendel, Mathias Wowosad, Mathias Steinbach, 
Michel Diakowsky, Josef Marek. 2 Soldaten waren ge- 
tödtet, 11 verwundet worden. 

Einen Tag nach der Erstürmung der Vorwerke, am 27. Juli, 
capitulirte der feindliche Gommandant der Festung, gegen 
10.000 Mann streckten die Waffen, 175 Geschütze wurden in 
dem eroberten Platze vorgefunden. Nun wendete sich die Armee 
der Verbündeten gegen die feindliche Hauptmacht, die sich im 
sogenannten Cäsarenlager, Ueberreste eines römischen Lagers 
zwischen Cambrai und Bouchain, an der Scheide verschanzt 
hatte und am 7. August aus demselben vertrieben wurde, 
ünse^ Regiment blieb unter G. M. Wenkheim bei Villers- 
Pol zur Beobachtung der Besatzung von le Quesnoy. 

Während dieser Ereignisse in den Niederlanden waren 
auch das 3. Bataillon Wartensleben unter Major Balthasar 
Baron Lützow von Csaslau und die Grenadier - Division im 
Bataillon Synod von Prag aufgebrochen und zur Armee 
des Prinzen von Coburg gestossen, in der nun das ganze Re- 
giment an den weiteren Kämpfen Antheil nahm. Beide Ab- 
theilungen hatten Böhmen im Mai verlassen, das 3. Bataillon 
war vom 19. Juni bis 22. Juli an der Belagerung von Mainz 
mit Auszeichnung betheiligt, die Grenadiere hatten ihren 
Marsch in der Grenadier -Division F. M. L. Kinsky ununter- 
brochen über Goblenz, Luxemburg fortgesetzt und Mitte Juli 
die Armee erreicht. 

Ein Theil der kaiserlichen Truppen, danmter unser 
Begiment und die Grenadiere, unter F. Z. M. Glerfayt, wendete 
sich gegen die Festung le Quesnoy, dieselbe einzuschliessen. 
Um die Franzosen aus den südöstlich der Festung gelegenen 
ausgedehnten Mormaler Waldungen zu vertreiben, und über 
die Sambre zu werfen, griff Clerfayt den Feind am 17. August 
in mehreren Golonnen gleichzeitig an. Unser Begiment 



Wartemieben. 87 

in der Coionne des F. M. L. Erbach, welche die BichtuDg 179s 
gegen Berlaiaiont einschlug, kam in heftigen Kampf mit Beruimont. 
dem Feinde, der schliesslich über die Sambre zurückwich. 
Nach diesem Erfolge wurde die Einschliessung von leQuesnoy le qii«>ooy. 
noch an demselben T^e vollzogen, in der Nacht vom 28. 
zum 29. die Eröffnung der Laufgräben bewirkt und die Festung 
am 13. September zur Capitulation gezwungen. Die öOOO Mann 
starke Besatzung streckte die Waffen. 

Das Corps des F. Z. M. Clerfayt bezog das Lager bei 
Bermerain und blieb in beobachtender Haltung den Franzosen 
gegenüber, während Prinz Coburg mit dem grössten Theile 
der Armee in Flandern den Verbündeten unter dem Herzoge 
von York zu Hilfe geeilt war und durch einige kräftige Schläge 
den Gegner wieder über die Grenze getrieben hatte. Prinz 
Coburg kehrte nach Bavay zurück, vereinigte sich mit Clerfayt 
und beabsichtigte, auch die Festung Maubeuge dem Feinde 
noch vor Beendigung des Feldzuges zu entreissen. 

Zur Vertreibung der Franzosen von der Sambre setzte 
sich die Armee am 28. September gegen diesen Fluss in Be- 
wegung, die feindliche Vorpostenlinie wurde überall geworfen, 
Maubeuge von Oesterreichem — unter denen unser Be- luabeiige. 
giment — und Holländern am 30. unter dem Schutze des 
bis St. Bemy vorgeschobenen Corps Clerfayt eingeschlossen. 
Diesem nur 15.000 Mann starken kaiserlichen Heerestheile 
stand die französische, gegen 50.000 Mann zählende Armee 
Jourdans bei Avesnes gegenüber.)^ 

Am 15. Oktober griff die feindliche üebermacht die 
schwachen Oesterreicher in 3 Colonneu bei Berlaimont, Dour- 
lers und Wattignies an. Die Qrena die r- Division F. M. L. wattigmes. 
Kinsky im Centrum bei Dourlers leistete den Franzosen so 
heldenmüthigen Widerstand, dass dieselben trotz ihrer grossen 
üeberlegenheit keine Vortheile auf diesem Theile des Schlacht- 
feldes zu erringen vermochten. Beide Heere blieben während 
der Nacht kampfbereit und verstärkten sich in ihren Stel- 
lungen, um am nächsten Tage die Schlacht fortzusetzen. 

General Jourdan fiel am 16. mit dem grössten Theile 
seines Heeres wieder das Centrum Clerfayts und den bei Wat- 
tignies stehenden linken Flügel der Kaiserlichen an, während 
deren rechter Flügel nur durch lebhaftes Artilleriefeuer be- 
schäftigt wurde. Wieder hielten die Grenadiere den Anprall 



gg Wartenslehen. 

1793 des Feindes mit bestem Erfolge aus, der linke Flügel musste 
indess weichen, die Grenadiere wurden im Bücken angegriffen 
und traten, nachdem sie durch eine gelungene Attake unserer 
Reiterei aus dieser gefährlichen Lage befreit waren, den Bück- 
zug in fester Haltung hinter die Sambre an. In Folge dieses 
ungünstigen Ausganges der Schlacht, wurde die Einschliessung 
von Maubeuge aufgehoben. 

Trotzdem die Armee dem Feinde das Schlachtfeld über- 
lassen musste, hatte sie den Franzosen in diesen zweitägigen 
Kämpfen 27 Geschütze abgenommen und einen Verlust von 
6 — 8000 Mann beigebracht, sie selbst aber nur 3000 Soldaten 
eingebüsst. Das Grenadier-Bataillon Synod, welches 
8 Todte und 62 Verwundete verloren und sich durch mehrere 
herzhafte Bajonnetangriffe ausgezeichnet hatte, erntete die be- 
lobende Anerkennung seines Gorps-Commandanten. üeber die 
Haltung der Truppen an diesen Tagen sagt Prinz Coburg: 
dass Alle* vom Generalen bis zum Gemeinen sich 
gleich brav, tapfer und heldenmässig betragen! 

Der kaiserliche Feldherr führte die Armee am 24. Oktober 
in das Lager bei Solesmes und liess in den nächsten Tagen 
durch ausgesendete Truppen-Golonnen die Franzosen aus dem 
Bereiche des Heeres verjagen, um demselben ruhige Winter- 
quartiere zu sichern. 

Das 3. Bataillon Wartensleben — vom Bheine am 
2ö. Oktober zu Tournai eingetroffen — wurde einer dieser 
Colonnen unter dem G. M. Otto zugetheilt, welche im Vereine 
mit jener des G. M. Eray am 30. Oktober einen glücklichen 
MArcuennet. üeberfall auf die von 4000 Franzosen besetzte Stadt Mar- 
chiennes ausführte. Mit Tagesanbruch näherten sich beide 
Colonnen der Stadt, umschlossen dieselbe von allen Seiten und 
griffen die Franzosen überraschend an. Diese wehrten sich 
verzweifelt, nahe an 2000 Mann waren im heftigen Kampfe 
schon unschädlich gemacht, ehe der Commandant mit dem 
Beste sich gefangen gab und 14 Geschütze dem Sieger aus- 
lieferte. Diese kühne Waffenthat kostete den kaiserlichen Trup- 
pen nur 170 Todte und Verwundete. 

Das Bataillon Wartensleben, dessen Commandant Ma- 
jor Baron L ü t z o w rühmlichst belobt wurde, hatte sein erstes 
Auftreten auf dem neuen Kriegsschauplatze mit Ehren einge- 
leitet; es blieb als Besatzung in dem eroberten Platze. 



Wartenaleben. 89 

Einen Tag später, am 31. Oktober, ward dieselbe Aus- 1799 
Zeichnung dem 1. Bataillon unseres Regimentes zu 
Theil, welches in der Colonne des F. M. L. Wenkheim über 
Forest, le Cateau gegen Ors vorging und den Feind von dort 
vertrieb. Ebenfalls ausPommereuil und Bazel verjagt, ver- Pommerenii. 
loren die Franzosen in diesen Gefechten gegen 300 Mann 
nebst 100 Gefangenen. 

Nach diesen und ähnlichen Erfolgen in kleinen Unter- 
nehmungen bezogen die Truppen die Winterquartiere unter 
dem Schutze einer längs der Sambre und Seile laufenden 
Postiningslinie. Unser Regiment kam in der Letzteren 
nach Douchy zwischen Bouchain und Valenciennes, bewohnte 
dort bis zum 10. November eigens erbaute Baracken und be- 
zog dann das Dorf Douchy. Anfangs Dezember zur Postirung 
gegen Maubeuge bestimmt, erhielt das Begiment am 3. die 
Dörfer Feignies und Longueville nordwestlich der genannten 
Festung als Gantonnirungsstationen zugewiesen. 

Fem von der Heimath, auf demselben Boden, der schon 
einmal der Zeuge vielfacher tapferer Thaten des Regimentes 
gewesen, hatte dasselbe wieder neue Lorbeern gepflückt, aber 
auch air das Ungemach willig ertragen, welches dieser an 
Begebenheiten aller Art und anstrengenden Märschen so reiche 
Feldzug gegen einen thätigen und oft verzweifelnd kämpfen- 
den Feind mit sich gebracht. 

Das Massen-Aufgebot der Franzosen, welches alle waffen- ^"^ 
fähigen Männer vom 18. bis 25. Lebensjahre zur Yertheidigung 
des Vaterlandes heranzog, hatte um diese Zeit Frankreich eine 
so bedeutende Uebermacht an Streitkräften gesichert, dass die 
Verbündeten sich kaum ihrer AnfUle zu erwehren vermochten. 
Aus Angreifern wurden sie Vertheidiger , von immer neuen 
feindlichen Heeren schliesslich fast erdrückt. 

Durch die grössten Anstrengungen hatten die Verbündeten 
ihre Armee in den Niederlanden im Laufe des Winters auf 
160.000 Mann gebracht, von denen über 130.000 Oesterreicher, 
zu ihrer Bekämpfung standen 300.000 Franzosen an der Grenze 
bereit, die zur Eroberung der Niederlande bestimmt waren. 
Pichegru war Oberbefehlshaber der im Februar bei Avesnes 
und Cambrai sich sammelnden Operations-Armee. 

Die kaiserlichen Truppen standen um diese Zeit noch in 
ihren Cantonnirungen, — die Grenadiere unseres Regimen- 



90 Wartensleben. 

17M tes zu Bavay, das 1. und 2. Bataillon zu Feignies, das 3. Ba- 
taillon in Marcbiennes, — sie wurden nun in engere Kreise 
zusammengezogen und yerstärkten ihre Vorposten, um nicht 
durch überraschende Anfälle geworfen zu werden. 

Unsere beiden Bataillone blieben unter G. M. 
Werneck in der Postirungslinie an der Sambre und bestritten 
pommereaü. bei Pommerouil die Vorposten abwechselnd auf je vier Tage. 
Die Grenadiere im Lager zu Bavay waren in zweiter Linie als 
Beserve aufgestellt, km 29. März wurden die Postirungen der 
Gestenreicher von Pichegru mit 36.000 Mann in 6 Colonnen 
angegriffen, deren zweite gegen Pommereuil gerichtet war. 
Nachdem Ors vom Feinde genommen und dieser gegen Pom- 
mereuil vordrang, musste das Dorf nebst der in dessen Nähe 
befindlichen Bedeute geräumt werden. 

Mittlerweile waren die nächsten Truppen in ihren Canton- 
nirungen alarmirt und zur Wiedereroberung des Verlorenen 
vom Generalen VITerneck gegen Pommereuil vorgeführt worden. 
Sowohl das Dorf, als die Redoute wurden in raschem An- 
laufe genommen, der Feind verlor 5 Geschütze und zog sich 
bis hinter Ors zurück, welches wieder von kaiserlichen Truppen 
besetzt wurde. Zur selben Zeit waren auch sämmtliche anderen 
le catean. Colonuen, die hauptsächlich um den Besitz von le Gate au 
kämpften, von den Oesterreichern unter G. M. Eray zurückge- 
wiesen worden. 

Nach diesen glücklichen Gefechten trat von beiden Seiten 
eine längere Buhepause in den Feindseligkeiten ein, da an- 
haltendes Regenwetter die Bewegungen von Truppen und Fuhr- 
werk fast unmöglich machte. Die kaiserliche Armee sowie die 
Engländer und Holländer sammelten sich zwischen Scheide 
und Sambre iu so engen Gantonnirungen, dass mit Beginn der 
besseren Witterung die Operationen sogleich aufgenommen 
werden konnten, deren erstes Ziel die Einschliessung von 
Landrecies war. 

ünserBegiment blieb während dieser Zeit auf seinem 
Posten bei Pommereuil und wurde erst am 15. April, als 
einige trockene Tage das Fortkommen auf Weg und Feld er- 
leichterten, zur Hauptarmee in's Lager bei Montey und Forest 
gezogen. 

Nun schritten die Verbündeten zur allgemeinen Offensive, 
am 16. April besichtigte Kaiser Franz, der sich selbst auf 



WartensUben. 



91 



1794 
le Cateaa. 



den Kriegsschauplatz begeben hatte, seine Truppen nächst le 
Gate au, am 17., unter den Augen ihres Herrschers, führte Prinz 
Coburg das tapfere Heer zum Angriffe auf die verschanzte 
Stellung der Franzosen zwischen Guise und Landrecies, sie 
wurde gestürmt, der Feind nach Verlust von 21 Kanonen und 
gegen 3000 Mann aus den Yerschanzungen vertrieben. 

Unser Regiment hatte geringen Anthcil an diesem 
Kampfe, den alle kaiserlichen Truppen im edlen Wetteifer, 
die Zufriedenheit ihres anwesenden Monarchen zu erwerben, 
mit gleicher Tapferkeit gefochten. Durch persönliche Bravour 
that sich der Begiments- Adjutant Oberlieutnant Philipp B o s e n- 
kranz hervor. Bei Beginn des Gefechtes nahte ein Trupp 
feindlicher Husaren dem linken Flügel des Begimentes, das 
noch nicht geladen hatte. Bösen kränz sprengt diesem Trupp 
ganz allein entgegen, greift den ersten, etwas vorausgeeilten 
Husaren entschlossen mit dem Säbel an, haut ihn vom Pferde, 
worauf die üebrigen zur Flucht wenden. 

An demselben Tage hatten die Grenadiere, die sowie 
das Begiment die Bestimmung zum Einschliessungs-Corps vor 
Landrecies erhielten, auf dem Marsche dorthin ein heftiges 
Gefecht bei Vau x, welches Dorf von den Franzosen verschanzt 
und besetzt war. G. M. Petrasch, in dessen Brigade die Gre- 
nadiere eingetheilt waren, liess das Bataillon Betz gegen die 
vor dem Orte gelegene Bedoute im Sturmschritte vorgehen, 
diese und das Dorf wurden genommen, von den Feinden in 
Eile verlassen. 

Am 19. April war die Einschliessung der Festung Lan- i^*"d'««*w 
drecies durch holländische und kaiserliche Truppen unter 
dem Oberbefehle des Erbprinzen von Oranien vollzogen. Unser 
Begiment im Corps des F. M. L. Latour, die Grenadiere in 
jenem des Herzogs von York nahmen am 20. an der Er- 
stürmung des verschanzten Lagers Theil, durch welche die 
Franzosen gänzlich in die Festung geworfen wurden. Ober- 
lieutnant Adalbert Schätz und Fähnrich Johann Hauser 
erlitten an diesem Tage Verwundungen. 

Nach einem zweiten Siege C o b u r g^s über das französische 
Entsatzheer bei 1 e G a t e a u am 26. April und nach dem Miss- 
lingen mehrerer Ausfälle capitulirte der Festungs-Gommandant 
am 30. April, 5000 Mann streckten die Waffen, 78 Geschütze 
nebst vielen Vorräthen fielen den Verbündeten in die Hände. 



Vanx. 



le Cfttesn. 



92 



Wartenalehen. 



1794 
Manbeuge , 



Toarnai. 



unser Regiment kam nun zum Einschliessungs-Corps 
?or der Festung Mau beuge, während die Grenadiere mit 
einem Theile der kaiserlichen Truppen unter dem F. M. L. 
Bellegarde gegen Tournai zogen, gegen welches der Ober- 
general Pichegru mit 70.000 Franzosen im Vorrücken begriffen 
war. Die Verbündeten hatten längs der Margue zahlreiche 
Verschanzungen aufgeworfen, die nun mit grosser Macht vom 
Feinde bestürmt wurden. 

Zum Gegenangriffe setzten sich am 17. Mai die Ver- 
bündeten in mehreren Colonnen in Bewegung, es kam an 
diesem und dem folgenden Tage zu heissen Kämpfen, am 22. 
zur Schlacht bei Tournai. Unsere Grenadiere drangen 
in der Golonne des F. M. L. Bellegarde siegreich gegen Templeuve 
vor, wurden aber bald, als sie auf das Gros der Franzosen 
stiessen, bis Blaudain zurückgeworfen, das nun vom Feinde 
wüthend angegriffen wurde. Fünf Mal war das Dorf von den 
Franzosen genommen, eben so oft wieder verloren, erst um 
10 Uhr Abends liessen sie von ihren Versuchen, in den Besitz 
desselben zu kommen, und traten den Bückzug an. 

KaiserFranz, welcher Augenzeuge der Tapferkeit seiner 
Truppen gewesen, belobte dieselben in einem besonderen Be- 
fehle und dankte seinen Soldaten mit dem Beisatze, dass dieser 
Tag ihm unvergesslich bleiben werde. Dem Kaiser ging der 
Verlust seiner Truppen — 2000 Mann — so zu Herzen, dass 
er verbot, den Sieg in der gewöhnlichen Weise durch einen 
Courier, der von Trompetern begleitet in die Hauptstadt ein- 
zuziehen pflegte, in Vitien bekannt zu machen. 

Das Grenadier - Bataillon Betz verlor an diesen drei 
Gefechtstagen 3 Offiziere und 29 Mann. Unter den Ersteren 
waren Hauptmann Josef B e i n w a 1 d und Oberlieutenant Johann 
Schulz von Wartensleben, dieser erlag noch in der Nacht 
seinen Wunden. 

Vor Maubeuge hatte indessen das Corps des F. Z. M. 
Kaunitz — in welchem jetzt alle 3 Bataillone*) unseres 
Begimentes — dem Andränge der Franzosen weichen und 
am 24. Mai bis Bouveray zurückgehen müssen. Vorgeschobene 
Posten beobachteten die Festung, jener bei Douzies war dem 



**) Das 3. Bataillon war in Marchiennes abgelöst worden und zum 
Regimente gestossen. 



Wartensleben. 



93 



DovsioB. 



Begimente zugewiesen, und wurde divisions weise von dem- i7im 
selben besetzt. 

Am 29. Mai unternahmen 7000 Franzosen einen Ausfall 
aus Maubeuge und griffen die einzelnen Posten der Kaiser- 
lichen und der an sie anschliessenden Holländer mit starken 
Golonnen an. In Douzies standen an diesem Tage 2 Gom- 
pagnien unseres Begimentes unter Hauptmann Ludwig von 
Thierry, rähmlicLst bekannt als Anführer der Fr^eiwilligen 
bei der Erstürmung der Vorwerke von Yalenciennes. 

Im ersten Anlaufe drang der Feind in Douzies ein, und 
drohte die verschanzte Stellung, durch die an das Dorf an- 
grenzenden Gärten und das hochstehende Getreide gedeckt, 
zu umgehen, dadurch die benachbarten aufwärts der Sambre 
aufgestellten Holländer abzuschneiden. 

Lieutnant Garl Berger bemerkt rechtzeitig die Gefahr, 
wirft sich mit seiner Mannschaft den Franzosen entgegen, er- 
stürmt die mit lebendigen Hecken eingefassten Gärten, bringt 
das Vordringen des Gegners zum Stehen und trägt durch seinen 
unerschrockenen Angriff Vieles dazu bei, dass der Ausfall mit 
Hülfe des rasch herbeigeeilten Begimentes auf diesem Punkte 
gänzlich zurückgeschlagen wird. Gegen Ende des Gefechtes 
wurde dieser tapfere Offizier schwer verwundet, eine französische 
Kugel verletzte ihm den linken Fuss und durchdrang auch 
den rechten. 

Hauptmann Thierry wurde für sein braves Benehmen, 
welches an dem günstigen Erfolge dieses Tages grossen Antheil 
hatte, vom Corps-Commandanten öffentlich belobt. Die Behaup- 
tung des Postens Douzies kostete dem Begimente bedeutende 
Verluste: Hauptmann Josef Zamolly, Oberlieutnant Johann 
Otto und Anton B 1 a h a, ünterlieutnant Jakob A m a n n wurden 
tödtlich getroffen und starben bald darauf an den erhaltenen 
Wunden. Nebst dem Lieutnant Berger waren noch Fähnrich 
Erich und 92 Mann verwundet, 9 Soldaten todt. 

Bei derselben Gelegenheit zeichneten sich auch mehrere ju^^ 
Soldaten des Begimentes besonders aus und erhielt^ Kdie^il- ..».p.,p^.«^^^ ^^^i^^ 
berne Ta pf erkeits - Meda ilfen Korporal Kaspar JakoDS*^ettete ^^^-^i— ^^^-^ 
mit kühnem Muthe seinen tödtlich verwundeten Compagnie-/^*?'^* ä^^ 




Commandanten, Hauptmann ZamoUy, vor der Gefangenschaft, 
indem er ihn Angesichts des Feindes und unter dessen Feuer 
auf seine Schultern hob und aus dem Gefechte trug. 



^^r «» »»1 




94 Wartensleben. 

1794 Hervorragend tapfer benahmen sich auck die Feldwebels 

Simon Graf, Josef Czerny, Korporal Gottlieb Hill ig, Ge- 
freiter Adalbert Prohaska und Gemeiner Hodowancznk, 
welche im dichtesten Kugelregen ihren Kameraden mit schönem 
Beispiele vorangingen, sie zur Ausdauer und Standhaftigkeit mit 
grösstem Erfolge anspornten; Hodowanczuk, allein voraus- 
eilend, nahm mehrere Franzosen gefangen. 

Nach diesen Ereignissen fand um den Besitz der von den 
Verbündeten besetzten Festung Charleroi eine Reihe heisser 
Kämpfe statt, in denen die Franzosen unter Charbonnier stets 
den Kürzeren zogen und nicht zur Einschliessung der Festung 
gelangen konnten. Als endlich Jourdan mit 70.000 Mann den 
Platz umgab und die Verbündeten am 26. Juni den Entsatz 
"Versuchten, war die Festung derart zusammengeschossen, dass 
die tapfere Besatzung noch während der Schlacht bei 
Fiennis. Fleurus capltulireu musste. Mit dem Falle dieser Festung 
war auch die Aufhebung der Einschliessung von Maubeuge zur 
Nothwendigkeit geworden. Die kaiserlichen Truppen zogen in 
der Nacht des 27. Juni nach Mons, wo sie sich mit der Haupt- 
armee vereinigten. 

Die übermächtigen französischen Heere, die von mehreren 
Seiten zugleich in die Niederlande eindrangen, konnten nun 
von den Verbündeten trotz vieler Siege nicht mehr abgewehrt 
werden. Die Holländer und Engländer dachten an die Sicherung 
Hollands und zogen dorthin, die Kaiserlichen, allein zu schwach 
zu erfolgreichem Widerstände, waren dadurch zur Bäumung 
des so lange behaupteten Landes gezwungen. 

Nur allmählig wich die kaiserliche Armee dem Andränge 
des'Feindes, vereinigte sich zwischen dem 10. und 15. Juli 
im Lager bei Tirlemont, überschritt die Maas am 22. bei 
Mastricht und ging im August hinter die Boer. Nach dem 
Verluste dieser Festung, die erst am ö. November nach mehr- 
wöchentlicher Belagerung fiel, bezogen die Truppen Winter- 
quartiere auf dem rechten Ufer des Rheines. 

Dnser Regiment kam in das Fürstenthum Wied nach 
Dierdorf und Anhausen. Am 20. Oktober wurde das fanfzig- 
jährige Dienstjubiläum des Oberstlieutnants Franz Eder 
von Hartenstein festlich gefeiert, er hatte seit 1744 un- 
unterbrochen im Regimente gedient. 



Wartenslehen. 95 

Der grösste Theil des Jahres 1795 verlief für die kaiser- itss 
licheu Trappen in ünthätigkeit, der Bheinstrom trennte sie 
Ton den Franzosen, welche Mainz am linken Ufer einge- 
schlossen hielten. Als im Februar Preussen seine Armee abrief, 
dehnte sich das österreichische Heer unter F. M. Clerfayts 
Oberbefehl längs des Bheines weiter aus, diesen in einer 
langgestreckten Gordon - Stellung bewachend. 

Das Regiment Wartensleben verliess Ende Februar 
seine Winterquartiere, ruckte Ende März zur Hauptarmee in 
die Gegend von Schwalbach, im April in's Lager bei Erumm- 
stadt. Das 1. und 2. Bataillon marschirten am 14. Mai im 
Corps des F. M. L. Latour an den Oberrhein nach StoUhofen 
zur Unterstützung der Armee des F. M. AlTinzy, dem die 
Sicherung des Stromes ?on Mannheim aufwärts übertragen 
war. Das 3. Bataillon und die Grenadiere blieben bei der 
Hauptarmee im Lager bei Erummstadt, später bei Eönig- 
stätten. 

Von StoUhofen aus bezog das Regiment wiederholt die 
Vorposten auf je 4 Tage nächst Ottendorf am Rheine, und 
rückte Mitte September, nachdem auch das 3. BataUlon eiuge- 
troffen war, über Rastatt nach Schwetzingen, wo F. M. 
Wurmser die kaiserliche Oberrhein- Armee concentrirte, um 
dem erwarteten üebergange der Franzosen unter Pichegru zu 
begegnen. 

Als am 20. September ein Theil der Franzosen über 
Mannheim gegen die Stellungen der Oesterreicher am Neckar 
vorging, wurde derselbe auf allen Punkten wieder zurück- 
getrieben. Bei Handschuhsheim hatten alle 3 Bataillone HandschiiiiB- 
unseres Regimentes in der Reserve gestanden, waren ^*^"^' 
aber nicht zum Eampfe gekommen. 

Am 10. October führte F. M. Glerfayt die vereinigte 
Armee gegen Jourdan, der längs des rechten Rheinufers gegen 
Mainz gerückt war, und zwang die Franzosen durch die Ge- 
fechte bei Höchst am 12. zum Rückzuge hinter den Rhein. HAciist. 
Nach dieser siegreichen Einleitung liess F. M. Glerfayt am 
29. October die Cernirungslinie der Franzosen vor Mainz mit 
glänzendem Erfolge stürmen, während ein Theil der Armee 
Wurmsers Pichegru beobachtete. 

An demselben Tage kamen das Regiment Wartens- 
leben und auch die Grenadiere im Bataillon Retz zum 



96 WariensUben. 

1795 Blocade - Corps vor Mannheim, dessen Eroberung dem 
Maanheim. j, jj Wurmser übertragen worden war. Bei der Eröfl&iung 
der Laufgräben am 10. November zeichnete sich die Orenadier- 
Division des Regimentes durch die Erstürmung der Qrapp- 
mühle vorzüglich aus, ihre Haltung wurde besonders belobt 
und die beiden Grenadiere Wenzel Czullek und Mathias 
Z rager erhielten für ihr muthiges Benehmen die silberne 
Tapferkeits - Medaille. 

Vom Begimente zeichneten sich überdiess an demselben 
Tage Feldwebel Ernst Brokmann und Korporal Adalbert 
Heber dadurch aus, dass sie sich mit aufgerufenen Frei- 
wilUgeu zur Wegnahme einer von den Franzosen neu angelegten 
Schanze erboten, und diese auch durch einen kühnen Angriff 
eroberten. Auch diese beiden Tapferen wurden mit der silbernen 
Medaille belohnt. 

Das 3. Bataillon übersetzte im Corps des F. M. L. Lat o u r, 
welcher die Franzosen am linken Bheinufer aus der Nähe 
Mannheims vertreiben sollte, am 8. November den Strom auf 
einer bei Qernsheim geschlagenen Pontonbrücke und nahm am 
10. November rühmlichen Antheil an der Eroberung von 
Fnnkenthfti. Fraukeuthal, von wo die Franzosen mit grossem Verluste 
vertrieben wurden. 

Als Pichegru am 12. mit grösserer Truppenmacht Franken- 
thal wieder zu nehmen versuchte, scheiterten bis zum Abende 
alle Angriffe an der heldenmüthigen Yertheidignng der kaiser- 
lichen Truppen, die sich gegen die feindliche üebermacht er- 
folgreich behaupteten. 

Latour zollte der Entschlossenheit und Tapferkeit der 
Truppen alle Anerkennung und belobte besonders das 3. Ba* 
taillon Wartensleben, das unter dem Befehle des Majors 
Balthasar Baron Lützo w in der Stadt so hartnäckigen Wider- 
stand geleistet hatte, dass es den Franzosen erst gegen Abend 
gelang, das Bataillon zum Verlassen des bis zum letzten 
Augenblicke behaupteten Wormser Thores zu zwingen. 

Mit einem Verluste von 13 Todten, 6 Offizieren — Major 
Lützow, Hauptmann Lukas Moser und Josef Hornik, 
Lieutnant Clemens von Weyrother und Albert Vicomte de 
Damm, Fähnrich Johann Coels — und 65 Mann an Ver- 
wundeten hatte das brave Bataillon diese Auszeichnung sich 
erkämpft; Feldwebel Carl Schermeng und die Korporale 



Wartensleben. 97 

Leonhard Lux und Martin S c h m i g u s hatten noch Gelegenheit 1795 
gefunden, für hervorragende Bravour die silberne Tapferkeits- 
Medaille zu erwerben. 

F. M. Glerfayt traf am nächsten Tage mit einem Theile 
seiner Armee nächst Frankenthal ein, um die Franzosen gänz- 
lich aus Mannheims N&he zurückzuwerfen. Am 13. und 14. No- 
vember entriss er dem Feinde Frankenthal und die Ortschaften 
Eppstein, Oggersheim und Friesen he im. Bei dem Sturme Friosenheim. 
auf das zuletzt genannte Dorf büsste das 3. Bataillon War- 
tensleben abermals 6 Todte und 98 Verwundete ein. 

Mannheim, nun auch auf dem linken Bheinufer einge- 
schlossen, capitulirte am 22. November, die Besatzung, 10.000 
Mann, wurde kriegsgefangen nach Schwaben abgeführt. Als 
Anerkennung für sein tapferes Benehmen während der Bela- 
gerung genoss das Grenadier-Bataillon Betz die Auszeichnung, 
zur Waffenstreckung der Franzosen auf dem Glacis auszurücken 
und als erste Truppe in. die eiioberte Festung einzuziehen. 

Zur Escorte der Gefangenen zählte auch das 2. Bataillon 
unseres Regimentes, welches die Franzosen am 3. Jänner 
des nächsten Jahres in der Veste Hohen-Asperg abgab und 
erst im Mai wieder zum Regimente am Bhein stiess. Letzteres 
bezog schon am 29. November die Winterquartiere, das 
1. Bataillon in Mutterstadt, des dritte zu Bohl und Igelheim 
am Behbache, die Grenadier-Division zu Freinsberg. Ein am 
26. Dezember abgeschlossener Waffenstillstand machte für 
einige Zeit den Feindseligkeiten ein Ende. 

ErzherzogCarl erhielt im April 1796 das Commando 1796 
der kaiserlichen Niederrhein-Armee und nach Abzug des F. M. 
Wurmser mit 25.000 Mann nach Italien, Ende Mai den Ober- 
befehl über sämmtliche am Rheine zurückgebliebenen Truppen. 
Zwei feindliche Heere unter Jouidan und Moreau standen dem 
jungen Feldherrn gegenüber, sie mit bedeutend schwächeren 
Kräften zu bekriegen, war des kaiserlichen Prinzen schwierige 
Aufgabe. 

Am 21. Mai wurde der Waffenstillstand gekündigt, am 
1. Juni sollten die Feindseligkeiten beginnen. Das Regiment 
Wartensleben sammelte sich schon am 19. Mai bei Schiffer- 
stadt, wohin auch das aus Schwaben zurückgekehrte 2. Batail- 
lon einrückte, überschritt im Corps Latours, das vor dem 
mit überlegenen Streitkräften anrückenden Moreau zu weichen 

ÜMchiehte des 28 Inf-Rgrata. 7 



98 



Wartensleben. 



1796 gezwungen war, am 3. Juni den Bhein bei Mannheim und 
marschirte nach Schwetzingen, wo F. Z. M. Latour den rechten 
Flügel der Oberrhein-Armee vereinigte. 

Die Orenadier-Division im Bataillon Betz blieb in der 
Brigade G. M. Eaim bei Schwetzingen zurück, das Begiment 
aber wurde dem linken Flügel der Oberrhein-Armee zugetheilt, 
marschirte nach Freiburg und trat dort unter das Commando 
des F. M. L. Fröhlich, dem die Sicherung des Oberrheins gegen 
Uebersetzungs- Versuche der Franzosen anvertraut war. 

Es gelang dem französischen Feldherrn, den üebergang 
bei Kehl zu erzwingen, Erzherzog Carl verstärkte sogleich 
den rechten Flügel der Oberrhein- Armee und trat mit 36.000 
Mann den gleichstarken Franzosen am 9. Juli bei Maisch und 
Bothensohl entgegen. Bei Maisch siegreich, wendete sich das 
Anfangs glücklich geführte Gefecht der Kaiserlichen bei Bothen- 
sohl zum Nachtheile für die Oesterreicher, die gar nicht unter- 
stützt von den nahe gestandenen Beichstruppen, am Abende 
gegen Pforzheim weichen mussten. 

Die Grenadier-Division des Begimentes hatte bei 
pranenftib. Fraueualb in der Brigade G. M. Kaim gekämpft, vier Mal 
schon waren die von St. Cyr mit immer frischen Truppen unter- 
nommenen Angriffe unter grossen Verlusten für die Franzosen 
glänzend abgeschlagen worden, als die Grenadiere sich zu un- 
vorsichtiger Verfolgung des Gegners verleiten Hessen, unver- 
muthet auf feindliche Beserven stiessen und, von diesen ge- 
worfen, selbst aus ihrer bisher so erfolgreich vertbeidigten 
ersten Aufstellung vertrieben wurden. Hauptmann Josef Bein- 
wald gerieth bei dieser Gelegenheit in Gefangenschaft, Lieut- 
nant Kaspar Wer th wurde verwundet und starb wenige Tage 
nach dem Gefechte, 8 Grenadiere waren todt, 73 gefangen. 

F. M. L. Fröhlich hatte während dieser Ereignisse den 
grössten Theil seines Corps an der Elz concentrirt, schwache 
Vorposten beobachteten noch den Bhein bis gegen Basel. Am 
14 Juli Nachts wurden einzelne Theile der Vorpostenlinie un- 
vermuthet angegriffen, Oberlieutenant Baron Ackelshausen 
BreisMii unseres Begimentes, der die Vorposten nächst Alt-Breisach 
innehatte, plötzlich im Bücken bedroht. 

Ohne die Geistesgegenwart auch nur einen Augenblick zu 
verlieren, sammelte dieser Offizier eiligst seine Mannschaft, 
• wies den ersten Angriff der Franzosen durch einige wirksa 



WaHemhben. 



99 



1796 



Salven ab, brachte zwei Geschütze in's Feuer und trieb den 
Feind, der den Seinen an Zahl weit überlegen, mit Verlust 
von DQehreren Todten und Verwundeten wieder zurück. Das 
beherzte und tapfere Benehmen dieses Offiziers fand im Corps- 
befehle eine belobende Anerkennung. 

Erzherzog Carl, zu schwach um Moreau und dem 
von Düsseldorf auf dem rechten Rheinufer heranziehenden 
Jourdan gleichzeitig die Spitze bieten zu können, entschloss 
sich zum Rückzüge an die obere Donau. Mitte Juli verliess 
die kaiserliche Armee das Rheinthal, der Erzherzog selbst mit 
der Hauptarmee, bei welcher unsere Grenadiere, rückte 
über Pforzheim, Cannstadt bis in die Nähe von Nördlingen, 
F. M. L. Fröhlich, in dessen Corps das Regiment verblieb, 
über Villingen, Geisingen, Biberach, wo am 29. Juli die 
schwäbischen Truppen entwaffnet wurden , längs der Hier 
nach Ulm. 

Moreau war dem Erzherzoge gefolgt. Um ihn abzuweisen 
beschloss der kaiserliche Prinz, dem Gegner die Schlacht zu 
bieten und liess zu diesem Zwecke auch das Corps des F. M. L. 
Fröhlich bei Günzburg über die Donau setzen, um sich 
dessen Unterstützung zu versichern. 

Am 11. August kam es zwischen den 35.000 Manu starken 
Oesterreichern und den 45.000 Franzosen Moreau's zur Schlacht 
bei Neresheim, die wohl kein entscheidendes Resultat hatte, Noresheim. 
aber doch Moreau zu behutsamerem Vorgehen veranlasste. 
Weder die Grenadiere noch das Regiment Wartensleben 
kamen bei dieser Gelegenheit in ernsteres Gefecht. 

Das Regiment ging wieder auf das rechte Donauufer > 
zurück und marschirte nach Schongau an den oberen Lech, 
hinter welchem Flusse F. Z. M. Latour mit seinem Corps 
dem weiteren Vordringen Moreau's Schranken setzen und mit 
seinem linken Flügel unter F. M. L. Fröhlich gleichzeitig 
die Zugänge zu Tirol und Vorarlberg decken sollte. 

Mit einem Theile des Heeres, worunter die Grenadiere 
des Regimentes, wendete sich der Erzherzog am rechten Donau- 
Ufer stromabwärts gegen Ingolstadt, überschritt hier wieder 
den Strom und eilte gegen Amberg, dem von Jourdan bis Amberg. 
hieher zurückgedrängten F. Z. M. Wartensleben zu Hilfe. 
Am 24. August wurde die französische Maas-Armee bei Am- 



100 



Wartensleben, 



1796 
Wftrzbnrg. 



Kmnpien. 



Innaenstadt. 



lany. 



berg geschlagen, der Erzherzog folgte dem Feinde bis W ü r z- 
burg und siegte hier am 3. September abermals. 

Die Grenadiere hatten an dem glücklichen Erfolge 
dieser Schlacht, indem sie unter 6. M. Eaim die Stellung 
der Franzosen vollständig umgingen und sich gegen alle Ver- 
suche des Feindes, sie von dort zu vertreiben, erfolgreich be- 
haupteten, hervorragenden Antheil. 

Jourdan war Ende September zum Bückzuge über den 
Bhein gezwungen, der Erzherzog wendete sich nach diesen 
glänzenden Erfolgen mit einem Theil der Armee, zu dem 
auch unsere Grenadiere zählten, wieder gegen Moreau. 

Dieser französische Heerführer hatte mittlerweile die 
schwachen Kräfte des F. Z. M. Latour zum Verlassen des 
Lech gezwungen und hinter die Isar zurückgedrängt. Das Be- 
giment Wartensleben war Ende August nach Scharnitz in 
Tirol gekommen. Als Moreau aber die UuglücksfUlIe erfuhr, 
welche Jourdan betroffen, entzog er sich einem ähnlichen Ge- 
schicke Anfangs September durch den Bückzug an die obere 
Donau. 

Sogleich entschloss sich F. Z. M. Latour zum Angriffe 
auf den abziehenden Feind und beauftragte auch den F. M. L. 
Fröhlich, gegen die rechte Flanke der Franzosen vorzu- 
gehen, sie vom oberen Hier zu vertreiben. Am 17. September 
wurden die Franzosen bei Kempten angegriffen, von den 
kaiserlichen Truppen — unter denen auch das 1. und 2. Ba- 
taillon unseres Begimentes — aus ihrer Stellung neben 
der Stadt und aus dieser verjagt, die sie vergeblich zu be- 
haupten suchten. Sie Hessen 200 Gefangene in den Händen 
der Oesterreicher. Ein gleichzeitiger Angriff auf Immen- 
stadt, bei welchem das 3. Bataillon betheiligt war, hatte 
einen gleich günstigen Erfolg. Lieutnant Murgich und 26 
Soldaten wurden in diesen Kämpfen verwundet 

F. M. L. Fröhlich führte am 19. September eine Co- 
lonne — bestehend aus dem 1. und 2. Bataillon Wartens- 
leben, 2 Bataillonen Kaunitz und 4 Escadronen Cuirassiere — 
gegen Isny, um die Franzosen auch von dort zu vertreiben. 
Mit Tagesanbruch des 20. versuchte der Feind einen üeber- 
fall auf diese Truppen, es entspann sich ein heftiger Kampf, 
unser 3. Bataillon und 2 Compagnien Grenzer trafen 
rechtzeitig als Verstärkung ein, alle Truppen gingen so energisch 



Wärtensleben. * 101 

zum Angriffe über, dass die Franzosen eiligst den Rückzug nse 
antraten. Die Gavallerie attakirte die Weichenden, nahm 19 
Offiziere und 500 Mann gefangen, die Infanterie „folgt der 
«Cayallerie in vollem Kennen über 27: Stunden bis in das 
„Eglofer Thal." 

Nebst den Gefangenen verloren die Französen 1200 Todte 
und Verwundete, die Kaiserlichen nur 9 Todte und 60 Ver- 
wundete, von denen die Meisten unserem Begimente ange- 
hörten, von welchem 3 Mann todt, Oberlieutnant Beinhard 
Moratty und Fähnrich Felix Popovich nebst 21 Soldaten 
verwundet waren. Oberst Eder, Major de Baut, Oberlieut- 
nant Baron Lützow, Baron Ackelshausen und Lieutnant 
Pfingsthorn wurden vom F. M. L. Fröhlich belobt, der 
sich glücklich schätzte, „solch* brave Truppen unter seinem 
nCommando gehabt zu haben. ** 

Moreau verliess den Lech, zog hinter den Hier, wies den 
AngriJST des ihm nachfolgenden Corps Latour am 2. Oktober 
bei Biberach erfolgreich ab und überschritt den Schwarzwald 
auf der Strasse durch das Höllthal. F. M. L. Fröhlich, über 
Stockach vorrückend, gelangte am 18. Oktober bis Waldau, 
stiess hier auf die Nachhut der Franzosen, und griff dieselben 
sogleich in vier Golonnen an. 

Der ersten Colonne, bestehend aus dem Emigranten-Corps 
des Prinzen Cond6, wurde ein Bataillon Wartensleben zu- 
getheilt. Diese Truppen warfen den Feind bei Waldau, durch 
den sogenannten „hohlen Graben" über St. Morgen bis nach st. Morgen. 
St. Peter. Sie leisteten „Alles, was von der Tapferkeit einer 
Truppe nur erwartet werden kann/ 

Erzherzog Carl hatte sich nach der Vertreibung 
Jourdans über den Bhein, diesen Strom aufwärts ziehend 
gegen Moreau gewendet, um auch diesen zum Verlassen des 
deutschen Bodens zu zwingen. Am 19. Oktober schritten beide 
Feldherrn bei Emmendingen zum Angriffe. Die zweite Emmendingan. 
Colonne unter F. M. L. Fürstenberg — in welcher unsere 
Grenadiere — kam gegen die an der Elz gestandene Front 
der Franzosen in's Gefecht, das mit dem Bückzuge des Feindes 
gegen Freiburg und Breisach siegreich für die Kaiserlichen 
endete. 

Am 21. Oktober rückte die Armee des Erzherzogs gegen 
Freiburg, um die Franzosen auch von dort zu verdrängen, Freibarg. 



1 02 Wartensleben . 

1796 gleichzeitig griff das Corps des F. M. L. Fröhlich, in welchem 
unser Regiment, vom Höllthale aus an. Durch diesen An- 
fall in seiner rechten Flanke überrascht, verliess der Feind 
nach kurzem Kampfe Freiburg und zog sich gegen Schliengen 
zurück. 
schiieQgeD. Bei Schliengen kam es am 24. Oktober nochmals zur 

Schlacht. Das Regiment und auch die Grenadiere von Wartens- 
leben in der Colonne des F. M. L Fürstenberg waren zum 
Angriffe der ?on den Franzosen sehr stark besetzten Höhen 
bei Manchen und Schliengen bestimmt, die nur nach hart- 
näckigem Kampfe dem Feinde entrissen werden konnten. Erst 
als der rechte Flügel der Franzosen umgangen war, gelang 
es den Truppen Fürstenbergs, in den Besitz der Höhen zu ge- 
langen, mit deren Verlust der Rückzug der Franzosen gänzlich 
entschieden war. Sowohl das Regiment als auch die Grenadiere 
hatten rühmlichen Antheil an den schliesslichen Erfolgen dieser 
Colonne gegen das feindliche Centrum. 

Major de Baut, der auch beim Rückzuge der Franzosen 
durch kühnes Nachdrängen dem Feinde viele Gefangene ab- 
nahm, wurde für sein vorzügliches Benehmen in dieser Schlacht 
belobt, die Korporale Friedrich Voss, Kaspar Steinwicht 
und der Gemeine Kaspar Rakusan erhielten als Belohnung 
ihrer ausgezeichneten Tapferkeit die silberne Tapferkeits-Me- 
daille. Der Verlust des Regimentes war ein geringer, 7 Mann 
wurden getödtet, 30 verwundet. 

Moreau räumte in Folge seiner neuen Niederlage am 2ö. 
und 26. Oktober das rechte Rhein-Üfer, nur die Brückenköpfe 
von Hüningen und Kehl blieben noch von den Franzosen be- 
setzt. Auch diese dem Feinde vor Eintritt des nahenden Winters 
zu entreissen, beschloss Erzherzog Carl deren Bel£^rung, 
die mit grösster Energie betrieben wurde. 
Kehl. Vor Kehl, dessen Einschliessung schon Anfangs Oktober 

begonnen, übernahm F. Z. M. Latour den Oberbefehl über das 
Belagerungs-Corps, zu dem am 3. November nebst bedeutenden 
anderen Verstärkungen auch unser Regiment und die Gre- 
nadiere stiessen. Das Erstere kam nach Lentesheim zum 
rechten Flügel der Kaiserlichen, das Grenadier-Bataillon Retz, 
an Stelle des in Gefangenschaft gerathenen Oberstlieutnants 
Retz vom Hauptmann Thierry von Wartensleben befehligt, 
nach Willstatt. 



Wartensleben. ]03 

In der Nacht ram 22. November wurden Laufgräben er- i796 
Sflffiet, am Morgen desselben Tages machten 20.000 Franzosen 
unter Moreau's Leitung gegen den linken FlQgel des Belagerungs- 
Gorps aus dem Brückenköpfe einen Ausfall, der nur mit grossen 
Anstrengungen zurückgeschlagen werden konnte. Die Grena- 
diere unter G. M. Eaim nahmen an dem Kampfe rühmlichen^ 
Antheil, indem sie von Willstädt herbeieilten und bei der 
Wiedereroberung der im ersten Andränge vom Feinde genom- 
menen Schanzen beim Bappenhof tapfer mitwirkten. v- 

Vom 10. Dezember an erschwerte die plötzlich eingetretene ,^ 
strenge Kälte den Fortgang der Belagerungs - Arbeiten in hohem v 
Grade, die fest gefrorene Erde trotzte jeder Anstrengung und * ''\ 
dem grössten Fleisse der unermüdlich an der Fortsetzung des ^^^^ 
angefangenen Werkes arbeitenden Truppen, die überdiess in « 
dünnwandigen Baracken kaum den nothwendigsten Schutz gegen ' 
die Unbilden des rauhen Winters fanden. ^^ 

Nicht minder thätig als die Belagerer, hatten die Franzosen -. ^ 
den ihnen am rechten Rhein - Ufer noch gebliebenen engen 
Baum durch zahlreiche Verschanzungen gesichert, aus denen * 
sie mehrere Male durch Ausfälle die Arbeiten der Oesterreicher 
zu zerstören suchten. Einer dieser Ausfölle, am 27. Dezember, 
gab unseren Grenadieren wieder Gelegenheit, sich die 
Anerkennung des Oberbefehlshabers vor Kehl zu erwerben. 

Um 9 Uhr Vormittags drang der Feind aus einer etwas 
vorgeschobenen Schanze gegen die zunächst befindlichen Lauf- 
gräben, um diese einzuwerfen. Die Absichten der Franzosen 
waren aber erkannt, zu ihrer Vereitelung die beiden Grenadier- 
Bataillone Betz und Beisinger rechtzeitig herangezogen und 
in den Laufgräben verdeckt aufgestellt worden. Als nun der , - 
Feind aus seiner Schanze hervorbrach, stiess er unvermuthet 
auf die tapferen Grenadiere, die mit dem Bajonnete auf ihn 
einstürmten und die Franzosen in wilde Flucht jagten. 

Der 1. Januar des Jahres 1797 war für das Schicksal 1797 
Kehls von entscheidender Bedeutung, indem an diesem Tage 
das verschanzte Lager der Franzosen durch acht Bataillone 
unter dem F. M. L. Staader gestürmt und erobert wurde. In 
Folge dieses Verlustes und der nun mit grösster Energie be- 
triebenen Beschiessung des Brückenkopfes kapitulirte die Be- 
satzung am 10. Januar, sie zog nach Strassburg ab. 



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104 



Wartensleben. 



1797 




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y^c. 




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1798 




Während der mehr als zweimonatlichen Theilnahme an 
der Belagerung Eehls hatte unser Begiment an Todten den 
Hauptmann Eberhard Baron Qemmingen nebst 15 Mann 
und 43 Verwundete eingebüssL/^ls die kaiserlichen Truppen 
nach diesem glücklichen Schluss » Erfolge die Winterquartiere 
bezogen, kam unser Begiment nach Mannheim, im Februar 
nach Mainz, die Grenadier - Division nach Pforzheim. 

An den Eriegs-Ereignissen, die nach der Kündigung des 
Waffenstillstandes im Monate April am Bheine ihren Anfang 
nahmen, hatte unser Begiment keinen Antheil, es verliess 
Mainz am 17. März und roarschirte über Darmstadt, He^lbronn, 
Ulm, Augsburg, München, Braunau in die Erblande. 

Der Abschluss der Friedens -Präliminarien von Leoben, 
7. April 1797, beendete den ersten Coalitionskrieg gegen 
Frankreich, Bonaparte's überraschende Erfolge in Italien hatten 
Oesterreich leider um die Früchte gebracht, die sein jugend- 
licher Feldherr durch eine Reihe schöner Siege in Deutschland 
erkämpfte. 

Unser Begiment, am 15. April in Efferding bei 
Linz angekommen, erhielt die Bestimmung nach Laibach und 
Triest, setzte in Folge dessen den Marsch über Salzburg, 
Murau, Bleiburg fort und erreichte am 19. Mai Laibach, das 
3. Bataillon am 28. Juni Triest. Gegen Ende des Jahres ver- 
einigte sich das Begiment in Görz auf dem Marsche nach 
Italien, am 21. Januar 1798 traf es in Padua, seiner neuen 
Station ein, wo auch die Grenadiere, nachdem sie Deutschland 
im Dezember verlassen, am 8. April anlangten. 

Am 21. April verlor das Begiment seinen bisherigen In- 
haber und erhielt den Namen des F. M. L. Michael 
Freiherrn von Fr5>hlich, unter dem es bald zu neuen 
Kämpfen auf italienischem Boden berufen wurde. 



1799—1801. 

Zweiter Coalltionskrieg gegen Frankreieh. 

Nach kurzem trügerischen Frieden, während welchen die 1799 
kaiserlichen Truppen den Eriegsstand beibehalten hatten, 
führten Frankreichs üebergriffe neuerdings zum Kriege, der 
wieder gleichzeitig in Deutschland und in Italien zum Aus- 
bruche kam. Anfangs alleinstehend errang die kaiserliche 
Armee in Italien in kurzer Zeit Erfolge, die mit theilweiser 
Unterstützung der Bussen unter Suwarow schliesslich zur Er- 
oberung ganz Ober-Italiens führten. 

Als im Monate März 1799 die französische Armee unter 
Qeneral Scherer sich nahe dem Mincio concentrirte, versammelte 
auch F. M. L. Eray, welcher vorläufig statt des neuernannten 
G. d. C. Baron Melas den Oberbefehl führte, die kaiserlichen 
Truppen an der Etsch. 

Unser Begiment unter Oberst Franz Eder von 
Hartenstein, eingetheilt in der Division seines Inhabers 
F. M. L. Fröhlich, rückte am 14. März nach Bevilacqua 
nächst Legnago, von wo aus das 3. Bataillon an dem Brücken- 
bau bei Masi an der Etsch sich betheiligte. 

General Scherer Hess seine Armee am 24. März den Mincio 
überschreiten und unternahm am 26. gleichzeitige Angriffe 
gegen die von den Oesterreichern besetzten Punkte Fastrengo, 
Verona und Legnago. Bei Fastrengo reussirend wurden die 
Franzosen vor Verona blutig zurückgewiesen. 

Gegen Legnago rückte an diesem Tage die französische ugugo. 
Division Montrichard, versuchte die wohl vertheidigten Wälle 
zu erstfirmen, beschränkte sich aber nach zwei vergeblichen 



10(5 Fröhlich, 

1799 verlustreichen Angriffen auf die Beschiessung der Festung. 
Jetzt Hess F. M. L. Kray die beiden Divisionen Fröhlich 
und Mercandin von Bevilacqua aufbrechen, die Division Fröhlich 
in 3 Colonnen durch Legnago debouchiren, um die Franzosen 
zurückzuwerfen. 

An der Spitze der ersten Colonne marschirte das 1. Ba- 
taillon Wartensleben unter dem Major Josef Bein wald 
gegen des Feindes Centrum bei S. Pietro. In der Nähe des 
Dorfes von heftigem Gewehrfeuer empfangen, fuhrt Major 
B e i n w a 1 d sein Bataillon im Sturmschritt vor, wirft im ersten 
Anlaufe die Franzosen zurück, muss aber dann vor der von 
allen Seiten auf ihn einstürmenden üebermacht weichen. Basch 
sammelt er seine Truppe wieder, ermuthigt sie zu einem neuen 
Angriffe und zwingt durch seine ungestüme Tapferkeit den 
Gegner zum Bückzuge. Fünf Kanonen fielen in die Hände der 
Sieger, deren Erfolge durch das gleichzeitige Eingreifen der 
2. Colonne in den Kampf bis zur völligen Niederlage des 
Gegners gesteigert wurden. 

Die zweite Colonne — in welcher das 2. und 3. Bataillon 
Fröhlich unter Oberstlieutnant Paul Candiani und Major 
Ludwig von Thierry — umging des Feindes Stellung, 
drang in die Häuser des Dorfes, machte zahlreiche Franzosen 
nieder und eroberte noch 3 Kanonen. Dem nun folgenden 
gleichzeitigen Angriffe beider Colonnen vermochte der Gegner 
nicht Stand zu halten, er wurde völlig in die Flucht geschlagen 
und Hess über 2000 Todte und Verwundete auf dem Platze, 
üeberdiess verloren die Fransosen in diesem Treffen 9 Kanonen, 
5 Haubitzen, 22 Munitionskarren und 500 Gefangene. 

unser Begiment hatte in dieser Schlacht 14 Todte, 
73 Verwundete, unter Letzteren Hauptmann Josef Ertl und 
Oberlieutnant Josef Badonje. F. M. L. Kray belobte seine 
Truppen, indem er sagte, dass sie in dem ISstündigen Kampfe 
Wunder an Tapferkeit verrichtet! 

Major Beinwald wurde für sein tapferes umsichtiges 
Benehmen, durch welches er sich um den Erfolg des Tages 
entscheidende Verdienste erwarb, mit dem Bitterkreuze 
des Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet. 

Corporal Anton Schwammenschneider nahm dem 
Feinde eine Kanone ab, die nächst S. Pietro postirt, unseren 
Truppen bedeutenden Schaden that und ihr Vorrücken er- 



Fröhlich 107 

Schwerte. Mit 10 bis 15 Mann schlich sich dieser Corporal itoo 
an das Geschütz heran, überfiel die Bedlenungs- und Be- 
deckungs-Mannschaft unvermuthet, hieb einen Theil dei*selben 
nieder und verfolgte den Best eine geraume Strecke, bis er 
selbst verwundet wurde. Nothdürfbig verbunden, kehrte er zu 
seiner Truppe zurück und nahm wieder am Kampfe Theil. 
Schwammeuschneider erhielt die silberne Tapferkeits-Medaille. 

Nicht minder kühn benahm sich der Oemeine Alexander 
EoUeschnik. Mit einigen Kameraden drang er bis zu einem 
anderen auf der Strasse stehenden Geschütze vor, vertrieb 
dessen Bedienungs-Mannschaft, brachte die Zugpferde in Sicher- 
heit und stürzte die Kanone, die er im heftigen Feuer nicht 
zurückzuschaffen vermochte, in den Strassengi^aben. Er wurde 
ebenfalls mit der silbernen Medaille belohnt. 

Dieselbe Auszeichnung wurde auch dem Gemeinen Johann 
Bambousek zuerkannt, der den Fähnrich Metzger aus feind- 
licher Gefangenschaft errettete. Er schoss den französischen 
Soldaten, der den Fähnrich ergriffen hatte, nieder, brachte 
Metzger in Sicherheit, sammelte dann seine Kameraden zu 
erneuertem Vorgehen und warf den Gegner mit grosser Ent- 
schlossenheit zurück. 

Nach dem glücklichen Treffen von Legnago conzentrirte 
F. M. L. Kray seine gesammte Macht bei Verona in der Ab- 
sicht, den noch immer zwischen Etsch und Mincio haltenden 
Gegner jetzt selbst anzugreifen. F. M. L. Kray bestimmte den 
5. April zur Ausführung seines Planes, und an eben diesem 
Tage setzte sich auch die französische Armee zum Angriffe 
auf Verona in Bewegung. Beide Heere trafen bei Magnan Magnan. 
aufeinander, bis in die späte Nacht dauerte ein erbitterter 
Kampf, der mit der völligen Niederlage der Franzosen und 
ihrem Bückzuge hinter den Mincio endete. 

Unser Begiment kämpfte in dieser Schlacht am linken 
Flügel der Kaiserlichen, der gegen Pozzo vorrückte. Anfangs 
kam dieser Flügel hart in's Gedränge , als die beiden franzö- 
sischen Divisionen Victor und Grenier von St. Giovanni aus 
mit erdrückender Uebermacht auf ihn einstürmten, und trotz 
des heftigsten Widerstandes die Kaiserlichen auf diesem Theile 
des Schlachtfeldes bis Tomba nächst Verona zurückdrängten. 

Nun liess F. M.L. Kray den weit vorgedrungenen Gegner 
in der linken Flanke angreifen und dadurch zum Stehen brin- 



1(J8 Fröhlich. 

1799 gen. In diesem entscheidenden Augenblicke rückten auch die 
Regimenter Fröhlich und Preiss nebst dem 7. Husaren- 
Begimente vor, griffen seine Front mit grösster Tapferkeit an, 
und schlugen die Franzosen nach einem Verluste von 3000 Qe- 
fangenen, 7 Fahnen und 16 Kanonen in die Flucht, die sie 
unaufhaltsam bis an den Mincio fortsetzten. 

Sehr bedeutend war der Verlust, den unser Regiment 
an diesem blutigen Tage erlitt. Getödtet waren: Hauptmann 
Adalbert Schätz, 37 Mann, verwundet: Hauptmann Lukas 
Moser, Oberlieutnant Franz Baron L ü t z o w, Andreas E g e r, 
Leopold von Erich, Lieutnant Josef Murgich, Thomas von 
Quosdanovich, Damian Hettinger, Friedrich von Alten- 
berg, Josef Loy, Fähnrich Friedrich Metzger, Adalbert 
Schüller, Franz Baron Schorlemer und 311 Soldaten. 
Hauptmann Ermenegild von Bigoni und Wenzel Arwa- 
1 w s k y mit 35 Mann geriethen in feindliche Gefangenschaft. 

Ueber das Benehmen der Truppen an diesem Tage sagt 
F. M. L. Eray, „dass alle Offiziere belobt zu werden verdienen, 
„da Alle gleich thätig und entschlossen sich benommen und 
»ohne das rühmliche Zusammenwirken derselben dieses hart- 
n nackige Gefecht, das mehrmals verloren schien, nicht so glück- 
»lieh zum Buhme der kaiserlichen Waffen sich entschieden 
„haben würde." 

Wenige Tage nach diesen schönen Erfolgen des kaiser- 
lichen Heeres übernahm der General der Gavallerie Baron 
Melas den Oberbefehl über die tapferen Truppen vom F.M.L. 
Eray, der nun die Belagerung Mantua's leiten sollte. Am 15. April 
rückten die österreichischen Vortruppen an die Chiese, während 
das geschlagene französische Heer sich hinter dem Oglio fest- 
zusetzen suchte, um diese Zeit traf der F. M. Suwarow im 
österreichischen Hauptquartier zu Villafranca ein, ihm folgten 
20.000 Bussen, mit denen vereint die Eaiserlichen nun ihren 
Marsch gegen die Adda fortsetzten. 

Die französische Armee, jetzt unter dem Commando Mo- 
reau's, versuchte den Fluss vergeblich zu vertheidigen , am 
27. April hatten die Verbündeten sämmtliche Uebergänge er- 
obert, mehr als 7000 Gefangene gemacht und den Feind zu 
ungeordnetem eiligen Bückzuge hinter den Ticino gezwungen. 
Die Verbündeten hielten am 29. April ihren feierlichen Einzug 
in Mailand. 



FroMich. 



109 



1799 
Caasano. 



Unser Begimenl in der Division Fröhlich, half bei 
Gassano den Brückenkopf erstürmen und drang trotz des 
heftigsten feindlichen Geschützfeuers im Sturmschritt über die 
von den Pionnieren wieder hergestellte Brücke. Bei dieser 
Gelegenheit zeichneten sich zwei Soldaten des Regimentes durch 
besondere Kühnheit so vortheilhaft aus, dass Beide mit der 
silbernen Tapferkeits-Medaille belohnt wurden. 

Korporal Heinrich Jungmann stürmte mit 14 Freiwil- 
ligen aus eigenem Antriebe über die noch nicht vollendete 
Lauf brücke, passirte die schon brennende Addabrücke, stürzte 
in die nächstgelegene Redoute und eroberte dort eine Kanone. 
Ein zweites Geschütz fiel den Unsrigen durch das entschlossene 
Benehmen des Gemeinen Wenzel Minafik in die Hände. 
Dieser tapfere Soldat räumte im heftigsten Kartätschenfeuer 
die schon angezündeten Brennmaterialien von der Brücke, er- 
reichte als erster von mehreren Kameraden das jenseitige Flnss- 
ufer und stürzte hier auf ein schweres Geschütz los, das er 
noch rechtzeitig am Abfahren verhinderte. 

Am 3. Mai überschritt die verbündete Armee den Po bei 
Piacenza, wo 4 Compagnien des 1. Bataillons Früh lieh unter 
Major Reinwald als Besatzung zurückblieben, während zwei 
Compagnien die festen Schlösser Gompiano und Bardi in den 
Apenninen besetzten und dort bis Mitte November blieben. Der 
Rest des Regimentes zog mit der Armee gegen Turin zur Turin. 
Belagerung der dortigen Citadelle. 

Vier Compagnien unter Major Thierry marschirten am 
5. Juni mit einem Detachement unter dem Generaleu Lusignan 
in die Alpen zur Einschliessung der Festung Fenestrelles, FenesueUes. 
wobei zur Deckung der Flanken 2 Compagnien den beschwer- 
lichen Aufstieg auf den Col de la Rousse, die beiden anderen 
Compagnien die nicht minder schwierige Ersteigung der Berge 
von Bourset zu vollführen hatten. Als aber schon am 7. Juni 
die Einschliessung der Festung aufgehoben wurde, kehrten die 
4 Compagnien nach Turin zurück, wo sie am 10. eintrafen. 

Um diese Zeit näherte sich der französische General 
Macdonald mit einer Armee aus Unter-Italien dem Po, um 
sich mit dem gegen Genua zurückgedrückten Moreau zu ver- 
einigen. Die verbündete Armee brach nun am 10. Juni von 
Turin auf, um die Annäherung der beiden feindlichen Heere 
zu verhindern. 



1 lo Fröhlich, 

1799 F. M. L. Ott, in dessen Division auch unser Regiment 

eingetheilt wurde, conzentrirte seine Truppen bei Piacenza 
und liess grössere Streifzüge bis an die Seeküste unternehmen. 

Major Reinwald mit 3 Compagnien Fröhlich wurde 
nach Bobbio verlegt, kehrte aber, als F. M. L. Ott am 16. Juni 
sich vor dem anrückenden Macdonald gegen die eigene bei 
Casteggio eingetroffene Hauptarmee zog, als Besatzung nach 
pucenza. Piaceuza zurück. Bald von den Franzosen eingeschlossen, 
vollführte diese kleine Besatzung am 20. Juni einen glück- 
lichen Ausfall aus der Citadelle gegen die Stadt und machte 
bei dieser Gelegenheit 4 feindliche blessirte Generale und 
sämmtliche zum französischen Hauptquartiere gehörigen „Bran- 
chen" gefangen. 

üeber die Haltung der schwachen Besatzung Piacenza's 
berichtet der kaiserliche Oberbefehlshaber: „Major Reiu- 
„w a l d mit 400 Mann vertheidigte die Citadelle auf das Thä- 
„tigste und verdient besonders angeführt zu werden."* 

Wie erwähnt, war die verbündete Hauptarmee in Ca- 
steggio eingetroffen, als F. M. L. Ott den Rückzug von Pia- 
TidoDo. cenza hinter den Tidone antrat, gefolgt von Macdonald. 
Am 17. Juni griffen die Franzosen die Vorposten Ott's an und 
brachten sie in hartes Gedränge. Schon wollte F. M. L. Ott 
den Rückzug befehlen, als G. d. C. Baron Melas mit 2 Ko- 
saken-Regimentern, 3 Grenadier-Bataillonen, dem Regimente 
Karaczay und 10 Compagnien Fröhlich anlangte, das Ge- 
fecht zum Stehen brachte und die Entwicklung der nach- 
rückenden Armee ermöglichte. 

Die Franzosen griffen in 3 Colonnen an, nahmen eine 
Batterie und drangen mit der polnischen Division Dombrowsky 
über den Tidone. Da steigt Suwarow, fast ganz entkleidet, 
zu Pferde, und giebt mit dem Kantschuh den Kosaken das 
Zeichen zum Angriffe auf die Polen. Zu gleicher Zeit dringen 
sämmtliche Regimenter mit klingendem Spiele, die Russen 
mit Gesang, auf den Feind los. 

Mehrere polnische Bataillone werden von den Kosaken 
gesprengt und grössteutheils zusammengehauen. Eine franzö- 
sische Halbbrigade eilt zu ihrer Unterstützung herbei, sie wird 
durch einen glänzenden Bajonnet-Angriff der beiden Bataillone 
Fröhlich und eines Grenadier- Bataillons vollständig über 
den Haufen geworfen. 



FröfUich. 1 1 1 

ifAuch hier wurdeu alle Hindernisse überstiegen, der un- i79» 
n wegsamste Boden konnte die Compagnien von Fröhlich 
,,nicht hindern, mit dem Bajonnete auf den Feind loszugehen j"* 
so schreibt der russische Feldmarschall Suwarow über den 
Angriff unseres Begimentes. 

Die einbrechende Dunkelheit machte dem Kampfe ein 
Ende, der den Franzosen mehr als 1000 Todte und 1^00 Ge- 
fangene gekostet hatte. Der nächstfolgende Tag sollte erst die 
Entscheidung bringen, welcher das Treffen am Tidone nur als 
siegverkündendes Vorspiel gedient. 

Am 18. Juni Früh 10 Uhr begann die Schlacht an 
der Trebbia. Unser Begiment blieb an diesem Tage in der Trebbia. 
Beserve, nahm nicht Theil am Kampfe, der unentschieden 
blieb und die Trebbia zwischen beiden Heeren liess, als die 
Nacht einbrach. Den nächsten Morgen setzten beide Feldherm 
ihre Versuche, den Sieg zu erringen, mit grösster Anstrengung 
und Aufbietung aller verfügbaren Kräfte fort. Die kaiserlichen 
Truppen unter G. d. C. Baron Melas bildeten den linken 
Flügel der längs der Trebbia entwickelten Schlachtlinie, und 
führten bis Mittags ein stehendes Gefecht gegen den hier be- 
deutend stärkeren Gegner. 

Der französische Feldherr sammelte nun seine besten 
Truppen auf seinem rechten Flügel, setzte sich persönlich an 
deren Spitze und versuchte durch einen heftigen Anfall die 
österreichischen Divisionen zum Weichen zu bringen Mac- 
donald gelangte im ersten Anpralle über die Trebbia und 
drängte die ihm entgegenstehenden Truppen zurück, wurde 
aber mit solchem Ungestüm von den heranstürmenden Grena- 
dieren der Division Fröhlich angegriffen, dass er seine Trup- 
pen in Eile und Unordnung über den Fluss zurückführen 
musste. Noch in der Nacht räumte Macdonald die blutige 
Wahlstatt, sie war von 4000 Franzosen bedeckt; 4 Generale, 
500 Offiziere und 12.000 Soldaten waren gefangen in den 
Händen der Sieger geblieben, 10 Fahnen und 7 Kanonen 
erobert. 

In diesen mehrtägigen Kämpfen hatten sich sowohl die 
beiden Füsilier -Bataillone als auch die Grenadiere unseres 
Begimentes vorzüglich hervorgethan ; sie hatten siegreich 
gegen Macdonalds erprobte Truppen gekämpft, die in der 



112 Fröhlich. 

1799 franzÖBischen Armee ein besonderes AnseheD genossen. Ober- 
lieutnant Mathias Seh ranz von den Grenadieren wurde im 
Armeebefehl für seine Tapferkeit besonders belobt, Qrenadier 
Georg D 1 u h y mit der silbernen Tapferkeits-Medaille decorirt. 

Feldwebel Peter Kämmerer erhielt die goldene Me- 
daille für die Befreiung des Oberstlieutnants Paul Candiani aus 
feindlicher Gefangenschaft, indem er die diesen Stabsoffizier 
umringenden Franzosen mit dem Bajonnet wüthend anfiel und 
den Verwundeten mehrere 100 Schritt aus dem heftigsten 
Eartätschenfeuer zurückbrachte. 

Corporal Stephan Swillar verdiente sich die silberne 
Tapferkeits-Medaille für die Bettung eines Geschützes sammt 
Munitionskarren, die er mit wenigen Soldaten den schon in 
ihrem Besitze befindlichen Franzosen durch einen entschlossenen 
Angriff mit dem Bajonnete wieder entriss. 

In diesen blutigen Kämpfen büsste das Regiment den 
Fähnrich Philipp Dürr und 37 Mann an Todten, 9 Offiziere 
und 280 Mann an Verwundeten ein. unter diesen waren: 
Major Ludwig von Thierry, Hauptmann Philipp von Wein- 
bach, Ladislaus von Kazinczy, Bartholomäus Geyer, 
Johann Möckeln, Oberlieutnant Friedrich Schaffen Franz 
von Kopfinger, Lieutnant Nikolaus Eberth, Fähnrich 
Kaspar Jacobs. 

Macdonalds geschlagenes Heer zog der Seeküste zu und 
vereinigte sich in Genua mit der Armee Moreau*s, der jetzt den 
Oberbefehl über sämmtliche franz(^sischen Streitkräfte in der 
Riviera übernahm. Die Verbündeten begannen nun die Unter- 
werfung der noch von den Franzosen besetzten festen Plätze 
in Oberitalien. 

Unser Regiment, mit Ausnahme der Grenadiere und 
der beiden in Bardi und Compiano detachirten Compagnieu, 
stiess in der Stärke von 1981 Mann am 26. Juni zum Be- 
AiesMiidria. lagerungs-Corps vor AlessandTia und trat unter das Com- 
mando des F. M. L. Bellegarde. In der Nacht vom 5. zum 
6. Juli wurden die ausserhalb der Festung aufgestellten fran- 
zösischen Vorposten überfallen und grossentheils niedergemacht. ^ 

Bei dieser Gelegenheit dringt Oberlieutnant Friedrich 
Wick unseres Regimentes mit dem fliehenden Feinde bis in 
den gedeckten Weg und selbst bis an die Brückenwache, mit 



Fröhlich. 113 

welcher sich ein heftiges Gefecht entspinnt, mehrere Franzosen 1799 
getödtet, 2 Sergeanten und 11 Soldaten gefangen werden. Der- 
selbe Offizier that sich am 8. Juli abermals hervor. 

Als die Franzosen an diesem Tage einen Ausfall gegen 
die am Tanaro aufgestellten Vorposten der Kaiserlichen unter- 
nahmen und die schwachen Posten, im ersten Andränge ver- 
jagten, warf sich Oberlieutnant Wick mit seiner Compa^nie 
dem Feinde entgegen, und trieb im Vereine mit einer kleinen 
Dragoner - Abtheilung den Gegner in rascher Flucht der 
Festung zu. 

Noch bevor es zum Sturme kam, capitulirte der franzö- 
sische General Gardanne am' 21. Juli und gab sich mit 218 
Ofifizieren und 236G Mann kriegsgefangen. 91 Kanonen, 10 
Mörser, 7000 Gewehre wurden in der Festung vorgefunden. 
Während der Belagerung hatte unser Regiment an Todten den 
Oberlieutnant Josef Sadonje und 22 Mann, an Verwundeten 
den Oberlieutnant Johann Kollack von Jonchie nebst 
33 Soldaten eingebüsst. 

Während 2 Divisionen Fröhlich vom 22. bis 29. Juli 
die Kriegsgefangenen escortirten, marschirte das Begiment 
am 26. Juli nach Tortona, an der Beli^erung der dortigen Tortou. 
Gitadelle unter dem G. M. Alcaini Theil zu nehmen. 

Die französische Armee hatte mittlerweile bedeutende 
Verstärkungen aus dem Innern Frankreichs und in dem jungen 
Generalen Joubert einen neuen Conounandanten erhalten, der 
nach einer Gelegenheit sich sehnte, das Kriegsglück den fran- 
zösischen Fahnen wieder zuzuwenden. Am 11. August fährte 
Joubert sein Heer über die Apenninen gegen Novi, nächst Non. 
welcher Stadt seine 45.000 Mann starke Streitmacht eine sehr 
vortheilhafte Stellung bezog. 

Mit ungefähr gleicher Macht griffen die Verbündeten am 
15. August den Feind an, nach hartnäckigem Kampfe blieb 
ihnen der Sieg, General Joubert und l&OO Franzosen wurden 
getödtet, 5000 verwundet, 4 Generale und 3000 Feinde ge- 
fangen, 32 Kanonen, 4 Haubitzen, 28 Munitionskarren, 4 Fahnen 
erobert 

Von unserem Begimente nahm die Grenadier-Division 
im Bataillon Paar rühmlichen Antheil am Gefechte. G. d. C. 
Baron Melas führte gegen Mittag, als der Kampf im Centrum 
und auf dem rechten Flügel der Verbündeten einen ungünstigen 

OMchiobt« d09 28. iDf.-Bgmts. 8 



114 Fröhlich. 

1789 Ausgang zu nehmen drohte, den von ihm befehligten linken 
Flügel in drei Colonnen gegen den rechten der Franzosen bei 
Novi und Serravalle. 

Melas persönlich setzt sich an die Spitze der dritten 
Colonne, welche aus den Grenadier - Brigaden London und 
Lusignan bestand ; zu letzterer zählen auch unsere Grena- 
diere. Auf dem Vormärsche gegen Serravalle wird diese 
Colonne in der rechten Flanke von dem Bande des Ostlich 
Novi sich ausdehnenden Plateau *s plötzlich in überraschender 
Weise heftig beschossen. Melas lässt sogleich die Brigade 
Lusignan und neben ihr zwei Dragoner Begimenter rechts 
aufschwenken und in Front gerade gegen das Plateau vor- 
rücken. 

Kein Augenblick ist zu verlieren, man darf den aus Novi 
sich mehr und mehr verstärkenden Franzosen nicht die Zeit 
lassen, sich an dem Bande des Plateau 's festzusetzen. Die 
Grenadier -Bataillone Bertusi, Weber und Paar, an dessen 
Spitze Melas, ersteigen diesen Band zuerst. Siegreifen „ohne 
einen Schuss zu thun mit beispielloser Entschlossenheit'' den 
Feind mit gefälltem Bajonnete an, werfen ihn zuerst gegen 
Novi, dann immer heftig nachdrängend, gegen den steilen 
Abfall des Monte Botondo. 

Französische Cavallerie versucht den Fortschritten der 
tapferen Grenadiere Einhalt zu thun, sie wird von den kaiser- 
lichen Dragonern hinter ihre Infanterie zurückgejagt. Sobald 
General Lusignan seine Bataillone gesammelt, erstürmt er 
auch den Monte Botondo und gewinnt die Strasse nach Gavi, 
wodurch der französische Oberbefehlshaber Moreau veranlasst 
wird, den Befehl zum allgemeinen Biickzuge zu geben. 

Nur General Grouchy steht noch zur Deckung des Buck- 
zuges des geschlaKeueu Heeres auf den Höhen bei Novi und 
wehrt sich bartnäckit^ ^egeu die erueuert vorstürmende Brigade 
Lusiguan, die jetzt voo eiuzelnen Abtheilungen der Bussen 
unterstutzt ist. Gegen 6 ühr Abends hält noch eine franzö- 
sische Halbbrigade Novi, da nimmt das Grenadier -Bataillon 
Paar mit Aufbietung seiner letzten Kräfte die Höhen nächst 
dem oberen Thore und wirft den Gegner gänzlich aus der 
Stadt. Oberlieutnant Mathias Seh ranz von Voramberg 
und 27 Grenadiere unseres Begimentes wurden in diesem hart- 
näckigen Kampfe verwundet. 



Fröhlich. 115 

Mehrere Wochen verflossen nun für die rerbündeten 1799 
Heere in ünthätigkeit, während die Belagerung Tortona's, an 
welcher das Regiment Fröhlich noch immer betheiligt war, 
ihren langsamen Fortgang nahm. Am 8. September rüsteten 
sich die Bussen zum Aufbruche in die Schweiz, Moreau 
machte an diesem Tage noch einen vergeblichen Versuch zur 
Entsetzung Tortona's, dessen Besatzung, 47 Offiziere und 1000 
Mann stark, am 11. September die Waffen streckte und nach 
Frankreich abgeführt wurde. 79 Kanonen, 14 Mörser und 
gegen 4000 Oewehre fielen in die Hände der Kaiserlichen. 
Unser Regiment hatte 17 Todte, 46 Verwundete verloren. 

Q. d. C. Baron Melas versanmielte nun — während die 
Bussen am 11. September ihren Abmarsch in die Schweiz 
antraten — die kaiserliche Armee im Lager bei Brä zwischen 
der Stura und dem Tanaro. Am 16. traf unser Regiment 
daselbst ein und erhielt seine Eintheilung in der Brigade 
Morzin. 

Eine zweite französische Armee unter dem Generalen 
Ghampionnet hatte um diese Zeit die Alpen überschritten und 
war in die Thäler der Stura, Maira, und Dora herabgestiegen. 
Am 1 7. September rückte Q. d. C. Baron Melas mit 2 Colonnen 
dem Feinde entgegen und schlug ihn bei Savigliano und Fossano 
entscheidend aufs Haupt. 

Bei Savigliano brachten die Grenadiere, worunter sariguauo. 
auch jene unseres Regimentes, den Kampf in kurzer Zeit zur 
siegreichen Entscheidung. Im Sturmschritte und mit gefälltem 
Bajonnete griffen die beiden Grenadier-Brigaden Lattermann und 
Laudon den Feind an, der die österreichischen Colonnen mit 
einem verheerenden Kartätschenfeuer empfing. Aber jede Gefahr 
verachtend, erstürmten die tapferen Grenadiere die Brücke vor 
Savigliano, die Stadt selbst, nahmen 2 Kanonen und machten 
zahlreiche Gefangene. 

In der zweiten gegen Fossano dirigirten Colonne kämpfte Fosaano. 
mit ebenso glücklichem Erfolge unserRegiment, indem es 
im Vereine mit mehreren anderen Regimentern und kräftig 
unterstützt von der Artillerie, den hinter Gebüschen und auf 
den Höhen postirten Feind unerschrocken mit dem Bajonnete 
angriff, nach Fossano hinf'inwarf und ihn am Abende auch aus 
dieser Stadt vertrieb. 

8* 



ii6 



i'röhlich. 



1799 



Piaerolo. 



Boioo. 



Wenige Tage später marschirte das Regiment im Corps 
des F. M. L. Fürst Liechtenstein über Salazzo, wo der Po 
mittelst einer Pontonbrücke übersetzt wurde, gegen P i n e r o 1 o. 
Am 23. September Mittags 12 Uhr, griffen die Kaiserlichen 
den in und nächst der Stadt aufgestellten Feind an, warfen 
ihn nach zweistündigem Kampfe gegen Fenestrelles und kehrten 
noch au demselben Tage nach Savigliano zurück, wo sich die 
Armee neuerdings concentrirte. 

Vor N V i war während dieser Ereignisse bei der Haupt- 
armee ein schwaches österreichisches Corps unter dem G. M. 
Karaczay aufgestellt gewesen, das jetzt von stärkeren franzö- 
sischen Abtheilungen unter dem General St. Cyr von Genua 
aus ernstlich bedroht wurde. Zur Verstärkung des G. M. S[a- 
raczay marschirte nun unser Begiment nach Alessandria, 
vereinigte sich dort am 23. Oktober mit den kaiserlichen 
Truppen und kämpfte schon am folgenden Tage bei Bosco 
in deren Beihen. Anfangs siegreich, zwangen eintreffende Ver- 
stärkungen der Franzosen, welche sich Bosco's bemächtigten, 
den G. M. Karaczay unter dem Schutze der Nacht sich dem 
weiteren Kampfe zu entziehen, und seine Truppen hinter die 
Bormida gegen Alessandria zurückzuführen. 2 Fahnen und 
800 Gefangene, unter welchen 1 General, waren den Kaiser- 
lichen in die Hände gefallen. 

In diesem Gefechte, welches unserem Begimente 
7 Todte und 73 Verwundete gekostet, wurde der Gemeine 
Hodowanczuk gefangen und von französischen Ofüzieren 
zum Treubruche zu verleiten gesucht. Standhaft wehrte der 
brave Soldat eine solche Zumuthung ab, trotzdem ein feind- 
licher General polnischer Nationalität ihm in seiner Mutter- 
sprache grosse Versprechungen machte. Hodowanczuk, hiedurch 
aufgebracht, hatte die Kühnheit, dem Generalen bittere Vor- 
würfe über seine unehrenhafte Denkungsweise zu machen. Nun 
liess der General von weiteren Versuchen ab, belobte den 
Soldaten für seine bewiesene Treue und liess diesen Vorfall 
den gefangenen österreichischen Offizieren mittheilen, die später 
dem Begiments-Commando hie von die Anzeige machten. 

Schon bei einer früheren Gelegenheit hatte dieser Soldat 
besondere Findigkeit bewiesen, als die beiden in Bardi und 
Compiano detachirten Gompagnien einen üeberfall auf Torr iglia 
versuchten, der mit ihrer Abweisung endete. 



Fröhlich. 117 

Die Compagnie des Hauptmanns Baron Lützow, welche 1799 
den Bückzug deckte, wurde vom Feinde hart bedrängt, der ihr 
auf dem Fusse folgte und sie abzuschneiden drohte. In dieser 
gefahrvollen Lage rettete eine List des Gemeinen Hodo- 
wanczuk die Compagnie vor grossem Verluste. 

Dieser Soldat warf sich mit zwei Tambours in ein dichtes 
Gebüsch, Hess dieselben den Grenadier-Marsch schlagen und 
commandirte mit lauter Stimme: „Mein ganzes Bataillon 
Marsch, Marsch I' Die Franzosen wurden in der That getäuscht, 
wendeten sich gegen den vermutheten neuen Gegner, wodurch 
die Compagnie einen Vorsprung gewann, der sie bald dem 
Feinde entzog.*) 

Bald nach dem Gefechte bei Bosco trafen Verstärkungen 
bei den Kaiserlichen ein. F. Z. M. Kray, welcher den Befehl 
übernommen hatte, setzte am 4. November neuerdings seine 
Truppen gegen die noch immer bei N v i stehenden Franzosen ^o^- 
in Bewegung. 

In drei Colonnen geschah am 6. November der Angriff; 
in der rechten unter dem F. M. L. Hadik rückten das 2. und 
3. Bataillon Fröhlich gegen die steilen Höhen westlich der 
Stadt. Siegreich erstieg diese Golonne die beschwerlichen Abfälle, 
vertrieb den Feind von der Höhe und drückte ihn gegen Novi 
zurück. 2 Compagnien unseres Regimentes wurden nun dem 
Obersten Bevay zur Verstärkung gesendet, um sich des Ortes 
Pasturana zu bemächtigen, auch dieser Angriff gelang voll- 
kommen. 

F. M. L. Hadik hatte durch die günstigen Erfolge der 
mittleren Colonne den Angriff auf Novi in hohem Grade er- 
leichtert, trotzdem wurde diese, die sich allzusehr ausgebreitet 
hatte, bald wieder von den Franzosen zurückgeworfen und auch 
die rechte Colonne von St. Cyr mit Uebermacht angegriffen. 

Durch den entschlossenen Widerstand dieser Truppen wirk- 
sam aufgehalten, kamen die Franzosen zum Stehen, die mittlere 



^ Hodowanczuk machte sich bei Zeiten ans dem Staube, die 
beiden Tamboors sind „anwissend wie^ Terloren gegangen. 

Bei Legnago erhielt Hodowanczuk eine schwere Wunde, blieb 
für todt gehalten auf dem Felde liegen und wurde später in die Leichen- 
kammer nach Legnago transportirt. Hier erwachte er zum Bewusstsein, 
polterte so lange an der Terschlossenen Thüre, bis man ihn entdeckte, 
und kehrte kaum genesen in die Beihen des Begimentes zurftck. 



118 FröMich. 

1790 Colonne konnte sich wieder ordnen und alle Versuche des 
Gegners, Terrain zu gewinnen, vereiteln. Die einbrechende 
Nacht machte dem unentschiedenen Kampfe ein Ende; beide 
Theile bezogen ihre früher inne gehabten Stellungen, St Cyr 
bei Novi, F. Z. M. Kray bei Pozolo. 

Als die Franzosen am 11. November sich gegen Acqui 
wendeten, conzentrirte F. Z. M. Eray sein Corps bei Alessandria, 
das 2. Bataillon Fröhlich kam als Besatzung nach Tortona. 
Am 14. November rückten die beiden bisher in den Apenninen- 
schlOssern Bardi und Gompiano gelegenen Gompagnien zum 
Begimente ein. 

Am 6. Dezember kam unser Regiment abermals bei 

NoTi. Novi in's Gefecht, jetzt unter dem Oberbefehle des F. M. L. 
Hohenzollern, der an Eiay's Stelle getreten war. Es handelte 
sich um die Zurückwerfung der wieder bei Novi erschienenen 
Franzosen bis in die Biviera. 

Diesen Auftrag erfüllte das Regiment Fröhlich im 
Vereine mit 2 Escadronen Husaren mit glücklichstem Erfolge« 
Unter dem Gommando des Obersten Frimont erstürmte es 
die steilen Höhen nächst Novi, vertrieb den vortheilhaft auf- 
gestellten Gegner mit dem Bajonnete und eroberte in der Ver- 
folgung auch die Stadt. Von der Cavallerie nachdrücklich atta- 
kirt, wich der Feind bis hinter Gavi, welches sogleich von 
einem Theile der Oesterreicher, unter denen auch unser 1. Ba- 
taillon, eingeschlossen wurde. 

Noch einmal, am 15. Dezember, kam das 3. Bataillon 
c»ro8io. unseres Regimentes bei Carosio, gelegentlich einer 
Alarmirung der Franzosen zu kurzem Kampfe, in welchem 
1 Soldat getödtet, Oberlieutnant Josef Baron L ü t z o w, Lieutnant 
Thomas vonQuosdanovich und 4 Mann verwundet wurden; 
dann trat auf diesem Theile des Kriegsschauplatzes die den 
hart mitgenommenen Truppen so nothwendige Ruhe ein. Feld- 
webel Wilhelm Uebersetzig und Korporal Paul Zellner 
hatten in diesem letzten Gefechte des Jahres 1799 noch Ge- 
legenheit gehabt, sich durch ausgezeichnete Tapferkeit die sil- 
berne Medaille zu erwerben. 

Die Blocade von Gavi wurde aufgehoben und das ganze 
Regiment Fröhlich am 18. Dezember zu Cassano di Spiuola 
in enger Cantonnirung vereinigt, 



Fröhlich. \ ] 9 

Während aber die dbrigen Truppen schon am 20. Dezember nn 
die weiten Cantonnirungen am Tanaro und an der Scrivia bezogen, 
erhielt unserBegiment eine neue Bestimmung , in Folge 
deren es am 19. wieder aufbrach und über Piaceuza, Parma 
am 31. Dezember in Bologna zum Corps des F. M. L. Fröhlich 
stiess, dem die Sicherung Mittel-Italiens übertragen war. 

Eine lange Beihe glänzender Siege war die Frucht der 
beharrlichen Tapferkeit des kaiserlichen Heeres in dem ruhm- 
vollen Feldzuge des Jahres 1799, ganz Ober -Italien mit 
22 Festungen und festen Schlössern hatten die Verbündeten 
erobert, die Trümmer zweier französischer Armeen in den 
schmalen Küstenstrich zurückgeworfen, in dem sie an den 
festen Plätzen Genua und Savona die letzten Stützen ihrer 
einstigen Herrschaft inne hatten. 

Der greise Feldherr 0. d. C. Baron Melas anerkannte in 
einem Armeebefehle die grossen Verdienste, welche sich die 
brave Armee um Kaiser und Beich erworben und dankte gerührt 
allen Generalen, Stabs- und Oberoffizieren für ihre bei jeder 
Gelegenheit erprobte thätige Mitwirkung, ihre Entschlossenheit 
in allen Gefahren, — der Mannschaft für den männlichen Muth 
und ihr unerschütterliches Ausharren in den vielfältigen Be- 
schwerden dieses Feldzuges. 

Ein strenger Winter mit starkem Schneefalle in den Ge- isoo 
birgen verhinderte die baldige Wiederaufnahme der Feindselig- 
keiten, erst Ende März conzentrirten sich die kaiserlichen 
Truppen auf den ihnen bestimmten Sammelpunkten, — ihr 
nächstes Ziel war die Eroberung Genua*s und der Biviera. 

unser Begiment hatte während der ersten Monate 
des Jahres 1800 die Apenninen überschritten und den Sammel- 
punkt Sarzana des Ot tischen Corps am 31. März erreicht. 
Die speciele Aufgabe dieses Heerestheiles war der längs der 
Meeresküste auszuführende Angriff auf Genua. 

Die Grenadiere des Begimentes — im Bataillone Paar — 
standen in der Colonne des F. M. L. Elsnitz bei Garcare; diese 
hatte die Bichtung auf Savona zu nehmen. Der 6. April war 
vom Oberbefehlshaber zum allgemeinen Beginne der Opera- 
tionen ausersehen. 

Mit grauendem Morgen dieses Tages begann F. M. L. Elsnitz 
den Angriff über Altare gegen die von den Franzosen ver- 
schanzte Stellung bei G a d t b n a, eroberte sämmtliche Schanzen c«dib«na. 



120 



Fröhlich. 



1800 and trieb den Feind anf den durch Natur und Kunst zur Ver- 
theidignng vorztlglich geeigneten Monte Qiuto. Q. M. Latter- 
mann umging die feindliche Stellung mit fünf Grenadier-Ba- 
taillonen — darunter das Bataillon Paar — gelangte auf die 
Bückzugslinie der Franzosen, ein allgemeiner entschlossen aus- 
geführter Angriff führte zur Wegnahme der Stellung des 
Gegners und zu seinem eiligen Bückzuge gegen Savona. Ein vom 
französischen Generalen Soult auf dem Monte Moro versuchter 
Widerstand konnte das siegreiche Vordringen der Kaiserlichen 
nicht aufhalten, am Abende standen letztere yor Savona ; Soult 
entkam in der Nacht nach Genua, F. M. L. Elsnitz hatte seine 
Aufgabe mit seinen tapferen Truppen glänzend gelöst. 

An demselben Tage (6. April) griff G. M. Gottesheim vom 
OtVschen Corps die Franzosen längs der Biviera an, trieb sie 
nach heftigem Kampfe bis an den Bisagnobach nächst Genua, 
während Oberst Faul Gandiani mit dem Begimente 
Torrigiia. Fröhlich den Franzosen Torriglia abnahm, den Monte 
Capernardo erstürmte und diesen Berg mit dem 1. Bataillon 
besetzte. 

Diese erfolgreiche Waffenthat kostete unserem Begimente 
11 Todte, 37 Verwundete, unter diesen Hauptmann Johann 
Baron Ziennieg, Lieutnant Jakob Baron Schmidl und 
Fähnrich Franz Baron Schorlemer. 

Die gewonnenen Positionen mussten aber schon am näch- 
sten Tage, als der französische Oberbefehlshaber Massena sich 
mit 2 Divisionen auf die schwache Brigade warf, geräumt 
werden, bei welcher Gelegenheit unser Begiment in nörd- 
licher Richtung abgedrängt wurde und nach beschwerlicher 
IJebersteigung des Apenninenrückens über Torriglia zur Haupt- 
Colonne des F. M. L. Ott gelangte. 

Am 11. April wieder zur Brigade G. M. Gottesheim ein- 
gerückt, nahm das Begiment Fröhlich am 12. an dem Ge- 
Barari. fochtc bei S. Giorgio di Bavari thätigsten Antheil, wodurch 
erneuerte Versuche der Franzosen, die Brigade aus Genua's 
Nähe zu vertreiben, gänzlich verhindert wurden. Das Begiment 
behauptete an diesem und den folgenden Ts^en den ihm zur 
Vertheidigung anvertrauten Monte Batti gegen alle Angriffe 
des Feindes. 

Feldwebel Carl Schermeng erwarb sich hier die gol- 
dene Tapferkeits-Medaille, die jetzt neben der schon früher 



FröMieh. 121 

erworboDen silberneD seine Brust zierte. Als die Franzosen bei imo 
einem Ausfalle sich mit üebermacht des von einer Division 
Fröhlich vertheidigten Monte Batti bem&chtigt hatten, schlich 
Schermeng, in richtiger Erkenntniss der drohenden Gefahr, 
mit 30 Freiwilligen auf Umwegen in des Feindes Bücken. 
IJnentdeckt bis ganz nahe an die Franzosen gelangt, verbarg 
er die Seinigen hinter Felsen und Gebüschen, bestimmte die 
besten Schützen zum Schiessen, die übrigen Soldaten zum 
Laden der Gewehre. Ein rasches Feuer, verbunden mit auf- 
fallendem Geschrei, täuschte den Feind über die Anzahl der 
Oeslerreicher, und als nun auch die Division zum Angriff vor- 
ging, zogen sich die Franzosen in Eile zurück. 

G. d. G. Baron M e 1 a s hatte während dieser Ereignisse 
Massena's linken Flügel vollkommen abgetrennt, die französische 
Hauptmacht von Savona gegen Voltri zurückgedrängt, und con- 
zentrirte seine Truppen zum Angriffe auf diesen letzten wich- 
tigen Stützpunkt der Franzosen ausserhalb Genua's. Zu diesem 
Zwecke wurde ein Theil des Ott'schen Corps ebenfalls gegen 
Yoltri dirigirt, darunter unser Begiment, welches auf 
schlechten Gebirgswegen am 15. nach Ponte decimo, 16. nach 
Marcarolo, 17. durch Campofreddo, wo abgekocht wurde, auf 
den Monte del Dente rückte. 

Am 18. April begann die allgemeine Vorrückung der 
Armee gegen Voltri. Die Spitze der Colonne des F. M. L. vouri. 
Ott, bestehend aus 3 Compagnien Jäger und 1 Bataillon 
Fröhlich unter Führung des Flügeladjutauten Major Brusch, 
begann den Angriff auf Cabane nördlich Voltri. Die Jäger, 
als Flankier vorausgehend, wurden von heftigem Gewehrfeuer 
empfangen, 2 Compagnien Fröhlich folgten als Unterstützung, 
diesen die 4 anderen Compagnien des Bataillons in geschlos- 
sener Front. 

Ohne einen Schuss zu thun, erstieg diese tapfere Truppe 
den Hauptpunkt der feindlichen Stellung, verfolgte den Gegner 
von Höhe zu Höhe, ihm nirgends die Zeit lassend, sich er- 
neuert festzusetzen. Schon war die erste Brücke vor Voltri 
genommen, als eine frische französische Halbbrigade und drei 
Grenadier-Compagnien auf dieselbe losstürmten und sie nach 
verzweifelter Gegenwehr den gelichteten Kaiserlichen wieder 
entriss. 



122 Fröhlich. 

iMo Indess von anderer Seite stark bedroht, verliessen die 

Franzosen bald ihre Positionen und räumten auch Voltri; am 
nächsten Morgen hatte sich die ganze französische Armee nach 
Oenua zurückgezogen, dessen Einschliessang Seitens der Oester- 
reicher im Vereine mit der englischen Flotte nun sogleich 
bewerkstelligt wurde. 

ünserBegiment blieb vorläufig in Reserve bei Sestri 
hinter dem rechten Flügel des Biocadecorps. Unter seinen Ver- 
lusten bei Voltri — 8 Todte, Oberlieutnant Philipp Bosen- 
kranz und 33 Soldaten verwundet — befand sich auch ein 
tapferer Offizier, dem der Tod den Lohn für eine beherzte 
That entzog. Den weichenden Franzosen auf dem Fusse folgend, 
ersah Lieutnant Alexander Popow ich die günstige Oelegen- 
heit, eine feindliche Abtheilung gänzlich abzuschneiden. An 
der Spitze seiner Mannschaft, sie durch Wort und Beispiel 
aneifernd, stürzte er dem Feinde in Flanke und Rücken, brachte 
ihn zum Stehen und war nahe daran, sein Unternehmen von 
Erfolg gekrönt zu sehen, als eine Kugel seinem Leben ein 
plötzliches Ende bereitete. 

0. d. G. Baron M^las wendete sich nun mit einem Theile 
seiner Armee gegen den von Massena abgetrennten linken 
Flügel des französischen Heeres, der unter dem Gommando 
des Generalen Suchet bis westlich Savona vorgedrungen war. 
Die Grenadier-Brigade Q. M. Lattermann - in welcher auch 
unsere Grenadiere — brach am 27. April von Sestri auf, 
traf am 29. bei Finale ein und vertrieb noch selben Tages 
capn zoppa. die Frauzoseu aus der Stellung von Capra Zoppa. Am 30. 
gelangte die Brigade bis S. Pietro, am 1. Mai wurde eine 
französische Abtheilung bei Loano angegriffen, nach kurzem 
Gefechte verjagt, Loano selbst eingenommen. 

Immer die Franzosen vor sich hertreibend, erreichten die 
Grenadiere am 5 Mai Diane, und stiessen erst am 7. bei 
capodi Berts. Capo di Berta auf ernstlicheren Widerstand des Feindes, 
der sich hinter einem Schleppverhau vertheidigte. G. M.Lat- 
te r mann liess den Verhau in beiden Flanken zugleich an- 
greifen, während mehrere Freiwillige vom Grenadier- Bataillon 
Paar eine Oeffnung in denselben zu machen versuchten. 

Als der Flankenangriff wirksam wurde, hatten auch die 
Freiwilligen den Verhau durchbrochen und sogleich stürzte 
eine Escadron Husaren durch die schmale Oeffnung, den Feind 



Fröhlich. 123 

in rastlosem Eifer durch Oneglia bis Poggi verfolgend. 25 isoo 
schwere Geschütze, ein mit Muniton beladenes Transportschiff, 
ein Spital und mehrere Hundert Gefangene fielen in die Hände 
der Si^er. 

Die Grenadier-Brigade G. M. Lattermann marschirte 
am 9. Mai nach Bordighera, erfuhr hier, dass eine feindliche 
Abtheilung in der Stärke von 600 Mann am Fusse des Berges 
San Giacomo hinter der Nervia aufgestellt sei. Nachdem 8»a GiMomo. 
er seinen Grenadieren eine kurze Erholung gegönnt, griff er 
den Feind in der Front an und trieb die Franzosen gegen 
die Brücke über die Bo)a, gegen welche eine Abtheüung der 
Oesterreicher längs der Küste vorgerückt war und nun den 
Fliehenden zuvorkam. Hart bedrängt, stürzten sich die Fran- 
zosen in den Fluss und suchten denselben zu durchwaten, 
wobei eine grosse Anzahl derselben getödtet oder gefangen 
wurde. 

Zwei Tage später, am 11. Mai, übersetzte die Grenadier- 
Brigade die Boja um einen Versuch auf das vom Feinde be- 
setzte feste Schloss Ventimiglia zu machen. Das Schloss VAnumiKiim. 
wurde umzingelt, die Grenadiere sammelten alle Leitern aus 
der Stadt vor dem Schlosse, um dessen Mauern zu ersteigen, 
da capitulirte der feindliche Commandant, 6 Offiziere und 
100 Soldaten streckten kriegsgefangen die Waffen. 

Nizza wurde noch am 11. Mai von den Kaiserlichen ein- nuu. 
genommen, die Armee rückte am 13. bis an den Var, den 
Grenzfluss Frankreichs, hinter den der französische General 
seine geschli^enen Truppen zurückgeführt hatte. 

Die Grenadier-Brigade Lattermann bildete in der vom 
österreichischen Oberbefehlshaber ausgewählten Stellung gegen- 
über dem vom Feinde am Var erbauten Brückenkopfe den 
linken Flügel, der sich an das Meer lehnte. 

Für den 26. Mai beschloss F. M. L. Elsnitz eine 
combinirte Unternehmung zu Lande und zur See gegen den 
feindlichen Brückenkopf, der seit der Frühe dieses Tages von 
der Artillerie auf das Heftigste beschossen wurde. Abends 
10 Uhr sollten die Grenadiere die Yerschanznngen stürmen 
und die Brücke über den V a r zerstören ; die beiden Grenadier- var. 
Bataillone Neny und Paar waren hiezu auserwählt. Sie er- 
hielten Pecbkräuze und Faschinen, und hatten den Auftrag, 
nach einer Generalsalve, die als Angriffszeichen diente, bis an 



124 Fröhlich. 

iMo den Graben des Bräckenkopfes vorzudringen, diesen auszu- 
füllen und den Sturm auf die Verschanzungen zu beginnen. 

Bei eintretender Dämmerung setzten sieb die Bataillone 
in Bewegung, an ihrer Spitze marschirten Freiwillige und die 
Zimmerleute. Das Bataillon Paar erreichte den ihm ange- 
wiesenen Platz ohne Unfall, das Bataillon Neny war seiner 
Vorhut nicht nachgekommen, daher letztere genOthigt war, 
einen kurzen Halt zu machen. In diesem Augenblicke ertönte 
das Zeichen zum Angriffe. 

Das Bataillon Paar stürzte gegen den Brückenkopf, 
wurde aber von einem so heftigen durch Geschütze vom jen- 
seitigen Ufer des Var aus unterstützten Eart&tschenfeuer em- 
pfangen, dass die tapferen Grenadiere in den Schutz der Auen, 
aus welchen sie hervorgebrochen waren, zurückweichen mussten. 
Nicht besser erging es dem nun vorrückenden Bataillon Neny, 
dessen Freiwillige wohl bis an den Graben gelangten, aber 
ebenfalls dem verheerenden Feuer der Vertheidiger nicht Stand 
zu halten vermochten. Das Nutzlose weiterer Versuche ein- 
sehend, befahl F. M. L. Elsnitz den Grenadieren, in ihre Stel- 
lungen zurückzugehen. 

General Suchet glaubte sich um diese Zeit durch einge- 
troffene Verstärkungen zur Ergreifung der Offensive berechtigt 
und begann schon am 28. Mai die hiezu erforderlichen ein- 
leitenden Bewegungen, die den bedeutend schwächeren F. M. L. 
Elsnitz zum Abzüge aus seiner exponirten Lage bestimmten. 
Als aber Suchet an diesem Tage aus dem Brückenkopfe am 
Var. Var hervorbrach, wurden seine Truppen durch die beiden 
Grenadier-Brigaden Lattermann und Weidenfeld mit bluti- 
gen Köpfen wieder in ihre Verschanzungen zurückgetrieben. 

Nach diesem, den Gegner abschreckenden Erfolge, trat 

F. M L. Elsnitz am Abende den Bückzug auf den Col de Braus 
an, erreichte am 30. diesen Pass, am 2. Juni Bordighera, am 

MonuNare. ö. dou Mouto Navo, auf wclchem die Nachhut-Brigade 

G. M. Lattermann auch am 6. Juni stehen blieb, um den 
gesicherten Weitermarsch des Gros zu protegiren. Von Suchet 
angegriffen, wiesen die tapferen Grenadiere drei Stürme des 
Feindes mit glänzendem Erfolge ab und folgten erst Abends, 
als französische Abtheilungen ihre linke Flanke bedrohten, in 
bester Ordnung dem Gros nach Ceva, wo sich die Beste des 
Corps vom F. M. L. Elsnitz vereinigten. 



PröMich, 125 

Während dieses beschwerlichen Bäckzuges über den Eamm 1800 
der Apenninen hatten die Grenadiere der Brigade G. M. Latte r- 
mann trotz aller Strapazen bei mangelhafter Verpflegung 
und ohne jede Unterstützung ihre Pflicht als Nachhut in 
musterhafter Weise erfüllt und sich durch ihre ausdauernde 
Tapferkeit die wesentlichsten Verdienste um die Bettung des 
Corps vor gänzlicher Zertrümmerung durch den übermächtigen 
Gegner erworben. 

Die Einscbliessung Genua's war während dieser Ereig- onna. 
nisse am Var vom F. M. L. Ott aufrecht erhalten worden 
und hatte zu blutigen Kämpfen mit dem sich tapfer wehren- 
den Vertheidiger geführt. 

unser Begiment, das wir am 19. April in der Be- 
servestellung zu Sestri verliessen, nahm an den meisten dieser 
Gefechte den thätigsten Antheil und bestand mit Ehren die 
harten Proben, die an die Ausdauer und Tapferkeit der Be- 
lagerungstruppen in vielfacher Weise herantraten. Am 30. 
April, 2., 11. und 13. Mai kam das Begiment mit einzelnen 
seiner Theile zum Kampfe mit den Franzosen, die in häufig 
wiederholten Ausfällen den immer enger gezogenen ümfas- 
sungsgürtel vergebens zu sprengen versuchten. 

Endlich am 4. Juni, als die Noth in Genua bis zur ün- 
erträglichkeit gestiegen, verstand sich der hartnäckige franzö- 
sische General Massena zu einer Capitulation, nach welcher 
die Besatzung in der Stärke von mehr als 8000 Mann freien 
Abzug nach Frankreich erhielt. An «demselben Tage besetzte 
das 3. Bataillon Fröhlich die Porta Lanterna und den Molo 
von Genua, in welches F. M. L. Hohenzollern als neu er- 
nannter Festungs-Commandant seinen Einzug hielt. 

Zwei Tage nach der Einnahme Genua*s zog F. M. L. Ott 
mit dem grössten Theile des bisherigen Belagerungs-Corps — 
darunter unser Begiment — über La Bochetta nach Novi 
in die ober-italienische Ebene, in welcher G. d. C Baron Melas 
sein Heer zu entscheidenden Ereignissen vereinigte. 

Vor dem Abmärsche verwendete F. M. L. Ott den Kor- 
poralen Johann Bügner unseres Begimentes zu einem wich- 
tigen Ordonnanzdienste nach Serravalle, eine Strecke von 28 
Wegstunden, die der brave Unteroffizier, trotzdem er zweimal 
ganz nahe die feindlichen Vorposten und höchst beschwerliche 
Bergsteige zu passiren hatte, in 21 Stunden zurücklegte. Ein 



126 



Fröhlich, 



1800 



Cutoggio. 



Marrago. 



Dukaten war der Lohn, mit dem Bügner für seine wichtige 
Dienstleistung bedacht wurde. 

Siegreich bis zum Var, im Besitze ganz Oberitaliens, 
wurde die kaiserliche Armee plötzlich von Ereignissen in ihrem 
Bücken überrascht, die sie um alF die theuer erkauften Er- 
folge bringen sollten, durch deren Erkämpfung die österreichische 
Oberherrschaft auf diesem Kriegsschauplatze Tollkommen ge- 
sichert schien. Napoleon Bonaparte hatte eine Beserve - Armee 
am 15. Mai über den grossen St. Bernhard geführt und am 
2. Juni seinen feierlichen Einzug in Mailand gehalten. 

F. M. L. Ott, der dem Feinde zunächst sich befand, 
führte sein Corps — in welchem unser Begiment — am 
8. Juni von Novi in der Absicht über die Scrivia, das wichtige 
Piacenza für die Oesterreicher zu sichern. Am 9. Juni, bei C a- 
s t e g g i 0, traf er auf die entgegenrückende französische lleserve- 
Armee, die ihn mit ganzer Macht anfiel und schliesslich zum 
Bückzuge zwang. 

Unser Begiment, in der Division F. M. L. Schellen- 
berg, kämpfte nächst dem Städtchen Gasteggio und behauptete 
die ihm anvertraute Stellung gegen fünf nach einander unter- 
nommene Angriffe mit grösster Tapferkeit Als endlich der 
rechte Flügel der Kaiserlichen geworfen wurde und F. M. L. 
Ott den allgemeinen Bückzug anordnete, verliess das Begiment 
seinen Posten und ging nach Castelnuovo an der Scrivia zurück, 
wo das Corps sich vereinigte. Der Verlust des Begimentes 
bestand in 6 Todten,^ Fähnrich Ludwig Mihalsky und 
85 Mann waren verwundet 

Q. d. C. Baron Melas, am 10. Juni in Alessandria ein- 
getroffen, versammelte an diesem und dem folgenden Tage 
sein Heer östlich dieser Festung und forderte in einem kraft- 
vollen Tagesbefehle die Truppen auf, in dem bevorstehenden 
entscheidenden Kampfe den altgewöhnten Heldenmuth für die 
eigene Bettung und den Buhm der kaiserlichen Waffen zu 
bewähren. 

Während der Nacht vom 13. zum 14. Juni stellte sich 
die kaiserliche Armee in jener Ordnung hinter der Bormida 
auf, in welcher sie mit grauendem Morgen ihre Bewegungen 
zur Schlacht beginnen sollte. In der mittleren, über Marengo 
gegen San Giuliano bestimmten Colonne erhielten unsere 
Grenadiere, Brigade G. M. Lattermann, ihre Eintheilung, 



FröMieh. 127 

in der linken gegen Sal6 gerichteten die 3 Bataillone Fröhlich, i&oo 
mit einem Bataillon, 523 Mann, in der Vorhut, mit den 
beiden anderen Bataillonen, 1046 Mann, im Gros. Die mittlere 
Colonne befehligte G. d. C. !^aron Melas selbst, die linke 

F. M. L. Ott. 

Die mittlere Colonne erkämpft mit grossen Opfern 
den üebergang über den von den Franzosen hartnäckig rer- 
theidigten Fontanone-Graben, die immer braven Grenadiere des 

G. M. Lattermann greifen in den Kampf ein und ermög- 
lichen die Herstellung einiger Laufbrücken über den schwer 
passirbaren Graben. 

G. M. Lattermann setzt sich an die Spitze seiner 
Grenadiere, überschreitet als Erster die eben geschlagene 
Brücke uud erstürmt in entschlossenem Anlaufe das Tom 
Feinde stark besetzte Dorf Marengo. Von französischen Re- 
serven mit üebermacht angegriffen, müssen die kaiserlichen 
Grenadiere den Ort wieder verlassen, über den Fontanone- 
Graben vermag der Gegner die ünsrigen nicht mehr zurück- 
zudrücken. 

Der tapfere General behauptet hartnäckig den einmal 
gewonnenen üebergaug, er selbst wird durch eine Flinten- 
kugel schwer verwundet. Immer neue Angriffe der Grenadiere, 
unterstützt von den nun auch über den Graben gelangten 
übrigen Truppen der mittleren Colonne, bringen die Franzosen 
auf diesem Theile des Schlachtfeldes zum Weichen, sie über- 
lassen Marengo den Oesterreichern. 

F. M. L. Ott mit der linken Colonne ist mittlerweile 
bis Castel Ceriolo vorgerückt und hat sich, als er keinen 
Gegner in der ihm vorgeschriebenen Richtung auf Sal6 antraf, 
gegen die rechte Flanke der durch das Corps Lannes gebildeten 
Gefechtslinie der Franzosen gewendet. 

Bonaparte, die im Centrum beginnende rückgängige Be- 
wegung seiner Armee und die Gefahr, in der General Lannes 
schwebt, bemerkend, lässt seine Consulargarde zu Fuss 
gegen das Ott*sche Corps vorrücken, durch den Angriff dieser 
Kemtruppe Zeit zu gewinnen, der drohenden allgemeinen Flucht 
vorzubeugen. 

In offener Colonne durchzieht die Garde das freie Feld, 
weist in ruhiger Haltung die Attake eines kaiserlichen Dra- 
goner-Regimentes ab, das nun selbst Ton einer französischen 



128 FrMieh. 

1800 Beiterbrigade verfolgt wird. G. M. Gattesheim mit dem 
Begimente Splenj greift diese Reiter in entwickelter Linie au, 
verjagt sie aus der Nähe der Garde, welche in die Front auf- 
zumarschiren beginnt. 

Unterstützt Ton einem Bataillon Fröhlich wendet sich 
das Begiment Spleny gegen die Garden, welche die Kaiserlichen 
mit einem heftigen Gewehrfener empfangen. In der Front von 
nnserer Infanterie kräftigst angegriffen, erliegen die Franzosen, 
als plötzlich von der Haupt-Golonne Oberst Frimont mit 
4 Escadronen Husaren heranbraust , von rückwärts * in die 
Garden eiohaut. 

Nur wenige der 800 Franzosen entgehen dem (Gemetzel, 
eine kleine Anzahl wird gefangen, sämmtliche Kanonen sind 
erobert, die prächtige Gonsulargarde ist vernichtet. 

Es ist 1 Uhr Mittags, die französischen Divisionen treten 
erschüttert den Backzug an, im Bewusstsein des errungenen 
Sieges setzen sich die Oesterreicher zur Verfolgung in Bewegung. 
Die Grenadierbrigade marschirt als Vorhut der Mittelcolonne 
gegen San Giuliano, F. M. L. Ott gegen Casa Ghilina. G. d. C. 
Baron Melas hat sich verwundet nach Alessandria begeben, 
den Oberbefehl an F. M. L. Kaim übertragen. 

Vor San Giuliano stösst die Mittelcolonne um 5 Uhr 
Nachmittags unerwartet auf Widerstand, der französische Ge- 
neral Desaiz mit frischen Truppen soeben von Novi eingetroffen, 
wirft sich den Kaiserlichen entgegen. Diese entwickeln sich 
in zwei Treffen, das erste wird überfalien, es beginnt zu weichen. 
Die tapferen Grenadiere Lattermanus im zweiten Treffen 
verlieren nicht ihre feste Haltung; sie lassen das erste durch- 
brechen und erwidern, langsam vorrückend, das Feuer des 
Feindes. 

General Desaix setzt sich an die Spitze einer Halbbrigade, 
stürzt mitten unter die österreichischen Bataillone, ermuthigt 
durch sein schönes Beispiel die Franzosen zu neuem Angriffe. 
Er bezahlt seine Kühnheit mit dem Leben, aber seinen Truppen 
gelingt es, auch das zweite Treffen der Kaiserlichen zu werfen. 

VTieder sind es die tapferen Grenadiere Lattermanns, 
deren feste Haltung dem Feinde einen Damm entgegensetzt, 
als aber die französische Beiterbrigade Kellermann von allen 
Seiten in die ohne jede Unterstützung kämpfenden Grenadiere 
einhaut, erliegen auch sie der Uebermacht 1600 dieser braven 



Fröhlich. 129 

Soldaten mit 37 OfBziereu fallen in Gefangenschaft, der Rest isoo 
wird nach grossen Verlusten zersprengt und weicht gegen Marengo, 
wo die Grenadier-Brigade Weidenfeld den weiteren Fortschritten 
der Verfolger Einhalt thut. 

Die schönen Früchte des schon erfochteuen Sieges sind 
dahin, ein unerklärlicher Zufall hat die Haltung einer Armee 
erschüttert, die in zahllosen Schlachten und Gefechten den 
Gegner überwunden, ganz Oberitalien von der Etsch bis zum 
Var erobert hatte. 

F. M. L. Ott, im Vorrücken gegen Sal6 begriffen, als die 
Ereignisse bei der Mittel-Golonne sich abspielten, hatte wohl 
bei Wahrnehmung der geänderten Verhältnisse seine Truppen 
gegen den Ort des Kampfes dirigirt, aber zu weit von diesem 
entfernt, war es ihm unmöglich, noch rechtzeitig in denselben 
einzugreifen. Von den Heitern des Generals Murat umschwärmt, 
trat nun auch F. M. L. Ott den Bückzug an, stürmte das vom 
Feinde schon besetzte Gastel Ceriolo und erreichte am Abende 
ohne grösseren Verlust die Bormida, über die er in das Lager 
bei Alessandria ging. 

Auf diesem Bückzuge wurde der Brigadier G. M. Betz 
?on den immer kühner an die Colonne heranrückenden fran- 
zösischen Beitem gefangen genommen. Korporal Michel Dia- 
kowsky unseres Begimentes, die Lage seines Generals 
noch rechtzeitig bemerkend, stürzt mit einigen Kameraden 
auf die feindlichen Chasseurs, macht zwei derselben nieder und 
führt den G. M. Betz im Triumphe zu seiner Brigade zurück. 
Schon im Besitze der silbernen Medaille für seine beim Sturme 
auf Valenciennes bewiesene Tapferkeit erhielt Diakowskj 
für diese neue aufopfernde That die goldene Medaille. 

Das Begiment Fröhlich erlitt bei Marengo einen Ver- 
lust von 14 Todten, 137 Verwundeten, unter diesen 7 Offi- 
ziere: Hauptmann Johann Galluschka und Ladislaus Ka- 
zinczy, Oberlieutnant Edmund Pfingsthorn, Karl von 
Otto, Karl von Nehem, Friedrich Schäffer, Lieutnant 
Franz Weigl. 

Einen Tag nach der Schlacht bei Marengo schloss der 
österreichische Oberbefehlshaber G. d. C. Baron Melas mit 
Bonaparte eine üebereinkunft , laut welcher die Kaiserlichen 
Piemont und die Lombardie räumen und hinter den Mincio 
zurückgehen sollten.' In drei Colonnen trat die Armee, unser 

Oetchiohte de« 88. ]uf.-Jigmta. 9 



130 Fröhlich. 

1800 Begiment in der drittel], unter F. M. L. Ott, am 20. Juni 
den Bückmarsch an, der über Piacenza, Parma, am 9. Juli 
über den Po bei Borgoforte erfolgte. Das Begiment bezog am 
20. Juli Cantonnirungen zu Sommacampagna, die Grenadiere zu 
Ca di David. 

A.m 17. August hielt das Grenadier- Bataillon Paar feier- 
liche Fahnenweihe in seiner Station, wozu sich die höchsten 
Spitzen der Armee als Gäste eingefunden hatten. Sie alle 
wollten den berühmt gewordenen Grenadieren einen Beweis 
der Achtung für ihre heldenmüthige Tapferkeit geben. 

Der unglückliche Ausgang der Schlacht bei Marengo 
bildete noch nicht den Schluss des diessjährigen Feldzuges, 
neue Kämpfe standen der Armee bevor und für diese rüsteten 
sich die Truppen mit allem Eifer. Ein Handschreiben des 
EaisersFranz, dessen Gerechtigkeitssinn der unvortheilhafte 
Tag von Marengo nicht zu trüben vermochte, sprach der 
Armee seinen Dank für ihre grossen Leistungen während der 
letzten Kriegsperiode aus und gab die Zuversicht zu erkennen, 
dass der augenblickliche Wechsel des Glückes den Muth der 
Armee nicht beugen werde. G. d. G. Baron Melas schloss 
diesem Handschreiben Worte der Anerkennung und des Ver- 
trauens für die Armee an, die er so oftmals siegreich den 
Feind hatte überwinden gesehep. 

Bei der neuen Armee - Eintheilung kam das Begiment 
Fröhlich in das zweite Treffen unter F. M. L. Ott, die 
Grenadiere in das Beserve - Corps unter F. M. L. Schellenberg. 
Am 12. September übernahm G. d. C. Graf Bellegarde den 
Oberbefehl vom G. d. C. Baron Melas, der mit Ehren über- 
häuft aus Gesundheitsrücksichten das Commando niederlegte. 

Nach mehrmaliger Verlängerung des Waffenstillstandes, 
während welchen die kaiserlichen Truppen weite Cantonnirungen 
bezogen hatten, wurde die Wiedereröffnung der Feindseligkeiten 
für den 24. November bestimmt. Schon Tags zuvor hatte sich 
die österreichische Armee im Lager bei Gherla versammelt. 

Mit Anbruch des 25. December rückten die Franzosen 
unter General Brune an den Mincio zum Angriffe auf die 
Stellungen der Kaiserlichen bei Pozzolo und Valeggio. 
pozzoio. Bei Pozzolo gelang es dem Feinde, den Mincio zu 

überschreiten und dieses Uorf im ersten Anlaufe den zur Ver- 
theidigung aufgestellten schwachen österreichischen Truppen 



Fröhlich. 131 

abzunehmeu. Indess bald trafen Verstärkungen ein und nun isoo 
entspann sich ein mörderischer Kampf um den Besitz des 
Dorfes und der Minciobrücke. 

Während andere Truppen Pozzolo dem Feinde wieder 
entrissen, warfen die beiden Regimenter Fröhlich und Josef 
GoUoredo die neben dem Dorfe aufgestellten Frauzosen gegen 
die Minciobrücke, geriethen aber hier in ein so verheerendes 
Geschützfeuer, dass jedes weitere Vordringen geradezu un- 
möglich schien. 

Mit seltenem Heldenmuthe unternahmen dennoch diese 
beiden Regimenter den Sturm auf die Brücke, dreimal er- 
reichten sie deren Zugang, ebenso oft aber schmetterten die 
feindlichen Geschosse viele der Tapferen nieder, ein Durch- 
dringen auf dieEtem Punkte war nicht ausführbar. Die ein- 
brechende Nacht machte dem erfolglosen Kampfe ein Ende. 

Bei diesen wiederholten Angriffen wurde, nebst vielen 
andei^n Officieren und Soldaten, auch Oberstlieutnant 
Thierry des Regimentes schwer verwundet und blieb auf 
dem Gefechtsfelde liegen. Gefreiter Hodowanczuk*) eilte 
seinem Vorgesetzten zu Hilfe, gerieth aber bei dem Versuche 
ihn aus dem Feuerbereiche zu tragen, mit dem Verwundeten, 
bei dem er getreulich ausharrte, in feindliche Gefangenschaft. 

Am 26. Dezember setzten die Frauzosen bei Monzambano 
über den Mincio und wendeten sich gegen Valeggio. Der vaieggio. 
österreichische Armee - Commandaut beorderte das Reserve- 
Corps dem Feinde entgegen, ihn vom Monte bianco wieder 
zu vertreiben. Ein grosser Theil der noch bei Pozzolo stehenden 
Truppen — darunter auch unser Regiment — wurde zur 
Unterstützung der Grenadiere herbeigezogen und entwickelte 
sich nächst Valeggio. 

Die Grenadiere erstürmten die Höhen, verloren sie 
wieder, gewannen des Feindes linke Flanke und auf diesem 

*) Am folgenden Tage wurde Hodowanczuk zum Aufisuchen 
verwundeter französischer Offiziere verwendet. W&hrend seiner späteren 
Escortirang nach Frankreich trat eines Tages ein französischer Capit&n 
in die Reihen der Gefangenen, und fragte Hodowanczuk, ob er bei 
Pozzolo einen polnischen Offizier vom Schlachtfelde getragen habe. 
Auf die bejahende Antwort beschenkte der Capit&n Hodowanczuk reich- 
lich and sprach ihm seinen Dank aus fllr die bei dieser Gelegenheit 
dem feindlichen Offizier bewiesene schonungsvolle und menschenfreund- 
liche Behandlung. 

9* 



132 FroMich. 

1800 Wege nach mehreren wiederholten Angriffen abermals den Be- 
sitz des Monte bianco. Bald aber fiel der Gegner die noch 
immer vereinzelt kämpfenden Grenadiere erneuert an, warf sie 
die Höhen hinunter auf das zweite Treffen, dessen ruhige Ent- 
schlossenheit dem Verfolgen der Franzosen Einhalt that. 

G. d. C. Graf Bellegarde eilte persönlich vor die Front 
der Infanterie und führte sie zum Angriffe, der den Rückzug 
des Feindes auf die eben verlassenen Höben zur Folge »hatte. 
Nach langem unentschiedenen Kampfe gelang es den Franzosen 
dennoch in Valeggio von mehreren Seiten zugleich einzudringen, 
unser Regiment wurde zur Unterstützung und Aufnahme 
der Besatzung Valeggio's dahin dirigirt. 

Ein Bataillon des Regimentes Einsky leistete noch hart- 
näckigen Widerstand im Orte, stand aber schon in Gefahr, 
vom Feinde abgeschnitten zu werden. Da eilte Hauptmann 
Heinrich Hahne unseres Regimentes mit seiner, Com- 
pagnie aus eigenem Antriebe den Bedrängten zu Hülfe, griff 
die Franzosen im Rücken an, und verursachte in ihren Reihen 
eine solche Bestürzung, dass sie in der Meinung, mit einer 
starken Abtheilung zu thun zu haben, eiligst das Feld räumten. 
Uas schon arg bedrängte Bataillon entkam durch diesen ent- 
schlossenen Angriff Hahne*s der ihm drohenden Vernichtung. 
Die brave Gompagnie und ihr tapferer Commandant wurden 
für diese erfolgreiche That in der Gefechtsrelation besonders 
belobt. 

Die Nacht brach herein, der Kampf war noch immer nicht 
entschieden, aber der österreichische Heerführer entschloss 
sich, seine um 20.000 Mann schwächere Armee der üebermacht 
des Gegners zu entziehen, und führte das Heer hinter die Etsch 
zurück. Das Gros der kaiserlichen Armee kam nach S. Michele 
nächst Verona. 

Die Schlacht am Mincio hatte unserem Regimente 
grosse Opfer gekostest ; 4 Offiziere, 32 Mann wurden getödtet, 
1 1 Offiziere und 272 Mann werwundet, 2 Offiziere und 300 Mann 
geriethen bei den wiederholten Stürmen auf die Minciobrücke 
in Gefangenschaft. Das Benehmen des Regimentes an diesen 
heissen Tagen fand aber auch von Seite des Armee*Gomman- 
danten, unter dessen Augen es Proben von aufopferndstem 
Muthe abgelegt, die rühmlichste Anerkennung. 



Fröhlich. 133 

Unter deu Todten des Kegimeutes waren: Oberlientuant isoo 
Franz Glass, Josef Baron Lützow, Fähnrich Josef Pfand 1er 
und Josef Man iöiö; unter den Verwundeten: Oberstlieutnant 
Ludwig von Thierry, Hauptniann Josef von Ehrenburg, 
Karl von Otto, Lieutnant Paul Slamitza, Thomas von 
Quosdanowich, Karl Graf Tenison von Walworth, 

4 

Franz Baron Schorlemer, Fähnrich Josef Krautelt,- 
Ferdinand Parma, Josef Straube, Werner Budde. 

Als die Franzosen am 1. Januar 1801 den üebergang mi 
über die Etsch bei Bussolengo erzwangien, führte G. d. C. Graf 
Bellegarde seine Armee in der Nacht vom 2. zum 3. in die 
Stellung von Caldiero zurück. Die drei Castelle von Verona 
wurden vom F. M. L. Riese mit 2100 Mann besetzt. 

Nächst dem Castel S. F e 1 i c e blieb eine aus dem Regi- s. Feiice. 
mente Fröhlich zusammengesetzte Compagnie, die aus den 
ältesten Offizieren jeder Charge und auserlesener Mannschaft 
gebildet war, um den annickenden Feind möglich lange aufzu- 
halten. Capitänlieutnant Benedikt Baron Ackelshausen be- 
fehligte dieselbe, die übrigen Offiziere waren: Oberlientuant 
Vinzenz Paykerth, Lieutnant Friedrich von Altenburg, 
Fähnrich Leopold Hoffinger. Ein Zug Kaiser- Chevauxlegers 
war der Compagnie beigegeben. Mit Tagesanbruch sah sich 
diese kleine Schaar auf allen Seiten von Feinden umgeben, und 
trotz hartnäckigsten Widerstandes genöthigt, in das Castel zu 
weichen. 

Sechs Wochen hielt die Besatzung tapfer die harte 
Belagerung aus, bis endlich die Noth an Lebensmitteln sie zur 
Capitulation zwang. Mit klingendem Spiele und fliegenden « 
Fahnen zog die Besatzung aus der so hartnäckig vertheidigten 
Veste, die Offiziere behielten ihre Ehrenzeichen, die Mannschaft 
musste ihre Waffen abgeben, und so wurden diese Truppen, 
gegen die Verpfiichtung ein Jahr nicht gegen Frankreich dienen 
zu dürfen, zu der mittlerweile hinter den Tagliamento gezogenen 
Armee geleitet. 

In Anerkennung und zur Belohnung ihres ausdauernden 
tapferen Widerstandes erhielten die Offiziere dieser Besatzung 
eine dreimonatliche Gratisgage, die Soldaten eine lö-tägige 
Gratislöhnung. 

Die österreichische Armee hatte mittlerweile Caldiero ver- 
lassen, am 6. Jänner bei Monte hello ein kurzes Nachhut- Monubaiio. 



134 Fröhlich. 

1801 gefecht bestanden und am folgenden Tage bei Montecchio 
Montecchio. maggiore eine vortheühafte Stellung bezogen. Das Regi- 
ment Fröhlich stand im ersten Treffen, das Grenadier-Corp? 
bildete die Reserve. 

Um 9 Uhr Früh griffen die Franzosen an, der Kampf 
dauerte bis zum Abende, ohne dass der Feind besondere Vor- 
theile zu erlangen vermochte. Unser Regiment behauptete 
mit zäher Ausdauer die ihm zugewiesene Position, die Grena- 
diere kamen fast gar nicht in 's Gefecht. Die Korporale Johann 
Kirschenbach, Johann Schmahel und Johann Kolafik 
erwarben sich für ihr muthiges Beispiel und hervorragende 
Tapferkeit die silberne Medaille. 

Am 8 Januar marschirte unser Regiment unter dem 
F. M. L. HohenzoUem nach Bassano zur Aufnahme des aus 
Tirol anrückenden Corps des F. M. L. Vucassevich, die Grena- 
diere gingen in der Hauptarmee bei Fontaniva hinter die Brenta; 
am 10. Januar war die ganze Armee bei Castelfranco vereinigt. 

Waffenstillstands - Verhandlungen wurden mit dem feind- 
lichen Oberbefehlshaber eingeleitet, während die österreichische 
Armee über Treviso und Conegliano am 15. in Sacile eintraf, 
an welchem Tage ein 16-tägiger Waffenstillstand zum Ab- 
. schluss kam. 

Der Friede zu Luneville, am 9. Februar 1801 unterzeichnet, 
machte dem Kriege ein Ende, den Oesterreich unter so schönen 
Anspielen im Jahre 1799 begonnen. Siegreich bis zum Var, 
^ mit Ruhm bedeckt, verfiel die tapfere Armee bei Marengo 
einem Schicksale , das die erworbenen Lorbern nicht zu ver- 
dunkeln vermochte, aber für ein Heer mit ungebeugtem Muthe von 
grausamer Härte sein musste, als es ohne Kampf einem glück- 
lichen Gegner das mit so vielem Blute eroberte Ober -Italien 
zu überlassen gezwungen war. 

An den Opfern des Krieges war unser Regiment in 
hohem Grade betheiligt. Es hatte an Todten 8 Offiziere, 
205 Mann , an Verwundeten 42 Offiziere 1422 Mann , einen 
Gesammt - Verlust von 50 Offizieren, 1627 Soldaten 
zu beklagen. 

Im Monte April verliess das Regiment den italienischen 
Boden, marschirte durch die Erblande nach Böhmen und zog 



Fröhlich. 135 

am 17. Mai nach fast zehnjähriger Abwesenheit und manchen isos 
wechselvollen Ereignissen auf verschiedenen Kriegsschauplätzen 
in Euttenberg ein. 

Der am 13. August 1800 in Tirol verstorbene F. M. L. 
Josef Freiherr von Eempf vermachte, als ehemaliges 
„Begimentskind*', in seinem Testamente dem Erziehungshause 
den bedeutenden Betrag von 34.000 Gulden in Staats-Schuld- 
scheinen. 



1802—1808. 

Dritter CoalitioiiBkriegr sregen Frankreieh 1805. 

1802-1804 Drei Jahre des Friedens folgten den thatenvollen Kämpfen 

in Italien, in jährlichen üebungslagern bei Czaslau worde der 
taktischen Ausbildung der Truppe eine ganz besondere Auf- 
merksamkeit zugewendet. 

Die Einfahrung leichterer Gewehre mit längeren Bajon- 
neten, Abschaffung der Säbel bei den Gemeinen, Aenderung 
der Kopfbedeckung, welche nun in einem Helme bestand, be- 
zeichnen die wichtigsten Neuerungen in der Bewaffnung 
'und Bekleidung der Infanterie. 

Unser Regiment, im Dezember 1804 mit Ausnahme 
des 1. Bataillons nach Prag verlegt, erhielt in dem Obersten 
Ludwig Ton Thierry seinen neuen Commandanten. Oberst 
Franz Eder von Hartenstein trat als General nach 
45j ähriger ununterbrochener Dienstzeit im Begimente aus 
demselben. 
1806 Kurz vor dem Ausbruche des 3. Coalitionskrieges gegen 

Frankreich, der nach eingeleiteten Vereinbarungen mit England 
und Bussland als unvermeidlich zu betrachten war, erhielt 
die kaiserliche Infanterie eine neue Organisation nach dem 
Entwürfe des F. M. L. Mack. 

Das Begiment gliederte sich nun in 5 Bataillone, welche 
die Benennung Grenadier-, 1. bis 4. Füsilier-Bataillon erhielten. 
Jedes Bataillon führte nur Eine Fahne. Zwei Bataillone wur- 
den von Stabsoffizieren, die beiden anderen von Hauptleuten 
befehligt, welche nebstdem ihre Oompagnien commandirten. 



• Fröhlich. 137 

Sie bezogen die Fourage-Oebühr nach dem Ausmaasse für 1B05 
Majore. 

Das Qrenadier-Bataillon wurde durch 2 Füsilier-Compag- 
nien ergänzt, welche als „Jnng-Grenadiere^ zwar den Säbel, 
aber nicht die höhere Löhnung bekamen. Alle Compagnien 
zählten 180 Oefreite und Gemeine in ihrem Stande, Ton den 
6 Liniengeschützen des Regimentes waren 2 Stücke für das 
Grenadier-, 4 Stücke für die Füsilier-Bataillone bestimmt. 
Am 15. Juni trat diese neue Organisation ins Leben.*) 

Nebst diesen für den Dienst im Felde bestimmten Ab- 
theilungen gelangten am 1. Oktober noch das 5. und 6. Füsi- 
lier-Bataillon, sowie eine Depot-Division in Kuttenberg zur 
Errichtung, sie wurden am 25. und 26. Oktober als Be- 
satzungstruppen in die Festung Josefstadt verlegt. 

Im Bunde mit England, Bussland und Schwedea trat 
Oesterreich im Jahre 1805 abermals gegen Napoleon in die 
Schranken, dessen Uebergriffe hauptsächlich auf Betreiben 
Gross-Britaniens die Annäherung dieser Mächte und den Be- 
schluss einer gemeinschaftlichen Aktion gegen den französi- 
schen Machthaber herbeiführten. Oesterreich sollte in Italien 
und durch 90.000 Bussen verstärkt auch in Deutschland den 
Krieg führen, während gleichzeitige Einfalle der Bussen und 
Engländer in Ünter-Italien und Hannover die Unternehmungen 
der Hauptarmeen durch Abziehung feindlicher Streitkräfte 
unterstützen würden. 

58.000 Oesterreicher sammelten sich im Laufe des Mo- 
nates August bei Wels, um in Baiern einzudringen. Erzher- 
zog Ferdinand war zum Oberbefehlshaber über die Ar- 
mee bestimmt, ihm zur Seite sollte F. M. L. Mack stehen. 

Vom Begimente Fröhlich waren das Grenadier-, das 1. 
bis 4. Füsilier-Bataillon am 1. August von Prag und Kutten- 
berg aufgebrochen und von Wessely an vereint über Budweis, 
Linz am 17. August im Lager von Wels eingetroffen, wo bis 
Ende des Monates 30 Bataillone und 29 Escadronen ver- 
sammelt waren. 



*) Der Train eines Regimentes hatte zu bestehen aus: 1 Cassawagen, 

1 Stabswagen, 1 Feldschmiede ; 1 vierspännigen Froviantwagen, 3 Pack- 
pferden zum Transporte Ton 24 Mannschafts- und 8 Oewehrzelten, 

2 Kesselpferden für jede Division ; 1 Packpferd für jeden Offizier. 



s. 



138 FröMieh. 

1805 Am 4. September führte F. M. L. E 1 e n a u diese Trup- 

pen als Vorhut der Armee über Grieskircheu» Raab an den 
Inn, überschritt diesen Fluss bei Braunau am 8., unser 
Regiment in der Di?ision F. M. L Gottesheim bei Sch&r- 
ding. Durch diesen raschen Einmarsch in Baiem sollten die 
baierischen Truppen überrascht und zum Anschlüsse an die 
kaiserliche Armee genöthigt werden. Dieser Plan misslang, die 
Baiern wichen über die Donau. 

Auf die falsche Nachricht, dass die Franzosen bei Kehl 
den Rhein passirt, führte Mack die Vorhut der Armee vom 
9. bis 24. September in forcirten, fast ununterbrochenen Mär- 
schen über Landshut, Ulm, bis Scheer an der Donau. Hier 
kam die Armee durch das Eingreifen des Erzherzogs Fer- 
dinand zum Stehen, welcher am 19. bei der Armee einge- 
troffen war, und das Nachrücken der übrigen österreichischen 
und der russischen Truppen abwarten wollte. Der Rest des 
kaiserlichen Heeres conzentrirte sich gegen Ende des Monates 
am Hier, — es zählte vorläufig nicht mehr als 35.000 Mann 
und 8000 Reiter. 

Um diese Zeit hatte Napoleon seine Armee-Corps in der 
Gesammtstärke von 170.000 Mann über den Rhein und Main 
in Bewegung gesetzt, um Mack von den im Anrücken begriffenen 
Osterreichischen und russischen Verstärkungen zu trennen. Die 
Rhein-Armee zog gegen Nördlingen, die Main-Armee hatte 
die Richtung über Bamberg auf Manchen. Reiterei unter 
Murat demonstrirte gegen den Schwarzwald, um Mack in seiner 
vorgefassten Meinung, dass die Hauptmacht der Franzosen in 
dieser Richtung anrücke, zu bestärken. 

In völliger ünkenntniss über die Bewegungen der feind- 
lichen Armee verhielt sich F. M. L. Mack in seiner ausge- 
dehnten Aufstellung unthätig, und schritt erst dann zur Con- 
zentrirung seiner Armee, als es zu spät war. Am 6. Oktober 
standen die Franzosen mit mehr als 50.000 Mann bei Donauwörth 
im Rücken der österreichischen Armee, am 7. übersetzte diese 
Masse die Donau. 

In grösster Eile suchte nun F. M. L. Mack seine Armee 
bei Günzburg zu versammeln, es gelang jedoch nur einem 
Theile des Heeres, ungefähr 30.000 Mann, diesen Punkt zu 
eneichen, gegen den auch schon französische Streitkräfte von 
mehreren Seiten im Anmärsche sich befanden, unser Re- 



Fröhlich. ] 39 

giment, am 4. Oktober von Scheer aufgebrochen, erreichte 1805 
am 8. deD zusammengeschmolzenen Rest der Kaiserlichen, 
deren abgetrennte Theile von der üebermacht der Franzosen 
in einzelnen Gefechten erdrückt wurden. 

F. M. L. Mack, endlich zur Erkenntniss seiner gefähr- 
deten Lage gelangt, wollte nun die kaiserliche Armee bei 
Günzburg über die Donau führen, um am linken Strom- atnsbttrg. 
ufer die Verbindung mit den Erblanden wieder zu gewinnen. 
Aber am jenseitigen üferrande hatte der französische Marschall 
Ney den Zugang zur Brücke gewonnen und vereitelte am 
9. Oktober alle Versuche der Oesterreicher, den Uebergang 
über dieselbe zu erzwingen. Bis spät Abends dauerte der 
Kampf, an dem nur ein geringer Theil der Armee sich be- 
theiligen konnte. 

Durch dieses Gefecht von seinem Entschlüsse abgebracht, 
fiihrte F. M. L. Mack die ermüdeten Truppen noch in der-* 
selben Nacht nach Ulm. Im heftigsten Begen, auf grund- 
losen Wegen marschirte die Armee 12 Stunden ununterbrochen 
fort, sie langte, im höchsten Grade erschöpft, am 10. Oktober 
gegen Mittag bei Ulm an, nächst welchem Freilager bezogen 
wurden. 

Nach eintägiger, den Truppen unentbehrlicher Buhe liess 
F. M. L. Mack abermals aufbrechen, um von Ulm aus zu ver- 
suchen, was ihm bei Günzburg missglückt war. Noch hoffte 
er die Armee über die Donau zu bringen, Nördlingen zu er- 
reichen, sich dadurch der drohenden Einschliessung zu ent' 
ziehen und die Trümmer der Armee nach Böhmen zu retten. 

Am 11. Oktober begann die Armee ihren Abmarsch, 
stiess aber bald bei Jungingen und Albeck auf Truppen der 
französischen Division Dupont, mit denen die kaiserlichen Vor- 
truppen sogleich in's Gefecht kamen. 

Von unserem Begimente standen bei Beginn des 
Kampfes das Grenadier-Bataillon unter Major Philipp von 
Weiubach, dann das 1., 2. und 3. Bataillon unter Oberst- 
lieutnant Gustav von Bosenhain, Major Josef Graf 
Dönhoff und Johann Möckeln im zweiten Treffen der 
Truppen des F. M. L. Laudon, welcher Jungingen zu nehmen 
trachtete. Das 4. Bataillon, unter Major Hugo Kramer 
von Clauspruck, befand sieh im Corps des F. M. L. Fürst 



140 FröhUch. 

1805 Schwaitenberg, kämpfte bei Albeck und tbat sieb bei der 
Albeck. Einnahme dieses Dorfes rühmlichst hervor, 
jumringen. Bei Jungingen gelang es den anfänglich mit üeber- 

macht gegen das Dorf vorbrechenden Feinden, sich desselben 
zu bemächtigen. F. M. L. Laudon zog nun das Regiment 
Fröhlich aus dem 2. Treffen zum Angriffe vor und fahrte 
dasselbe persönlich gegen den Ort. 

unter den Klangen der Musik rückt das Begiment ent- 
schlossen vor, stürzt sich mit dem Bajonnete auf die die 
Lisi^re hartnäckig vertheidigenden Franzosen und dringt bald 
von mehreren Seiten in das Innere, das vom Feinde eiligst 
und mit grossem Verluste geräumt wird. Auf allen Punkten 
geschlagen, traten die Franzosen den Bückzug an, 2 Adler, 
11 Kanonen, 26 Munitions - Wagen und gegen 100 Gefangene 
in den Händen der Oesterreicher lassend. 

Dieser erste schöne Waffenerfolg berechtigte die Armee 
zu der Hoffnung, mit Ehren aus einer Lage zu kommen, in 
die ein wankelmüthiger Führer sie gebracht. Aber wieder be- 
mächtigte sich des F. M. L. Mack die frühere ünent- 
schlossenheit, und statt, ermuthigt durch den errungenen Sieg, 
auf der einmal eingeschlagenen Bahn fortzuschreiten, liess er 
die Armee einen ganzen Tag unthätig bei Ulm stehen. 

Am 13. Oktober brach die Armee abermals von Ulm auf, 
aber bald erhielt sie Gegenbefehl, F. M. L. Mack hatte seinen 
Entschluss schon wieder geändert. Am 14. kam es östlich von 
Ulm mit der Vorhut der französischen Hauptarmee zu kleineren 
Gefechten, an welchen bei Pfuhl auch unser Begiment 
betheiligt war. Abends verliess Erzherzog Ferdinand 
mit 12 Escadronen die Festung, noch in der Nacht war der 
Ulm. Best der österreichischen Armee in Ulm eingeschlossen. 

Am 15. Morgens griff der Feind den, die Festung be- 
herrschenden Michelsberg mit grosser üebermacht an, nahm 
ihn mit Sturm und zwang die Kaiserlichen zum Bückzuge 
gegen das Frauenthor, um das Eindringen der Franzosen 
durch dieses zu verhindern, wurde dasselbe plötzlich gesperrt 
und dadurch auch eine Compagnie unseres Begimentes 
unter Hauptmann Anton Quiriny von der Festung abge- 
schnitten. 

Ein feindliches Grenadier - Bataillon warf sich mit un- 
gestüm auf die kleine Schaar, überwältigte dieselbe nach 



Fröhlich. 141 

tapferer Gegenwehr und machte sie schliesslich gefangen. Die laos 
Franzosen begannen sogleich, die Gefangenen auszuplündern, 
unterliessen aber, ihnen die Wa£fen abzunehmen. 

Plötzlich stürzt Hauptmann Graf Leiuingen vom Re- 
gimente F r o o n mit einer starken Abtheilung auf den Feind, 
die Gefangeneu unterstützen seinen Angriff auf das Tapferste, 
das feindliche Bataillon wird auseinander gesprengt, der Gom- 
mandant und 300 Mann strecken die Waffen, sie werden in 
die Festung escortirt. 

Diese kleinen Erfolge vermochten jedoch nicht, das der 
Armee bevorstehende traurige Schicksal abzuwenden. Nach 
zweitägigen Verhandlungen, während welchen die Festung wieder- 
holt beschossen wurde, unterzeichnete F. M. L. Mack in 
der Nacht vom 17. zum 18. Oktober eine Gapitulation, durch 
welche 23.000 Mann am 20. die Waffen strecken mussten. 

Die Offiziere wurden gegen Ehrenwort, in diesem Kriege 
nicht mehr gegen Frankreich zu kämpfen, entlassen; jene 
unseres Regimentes marschirten über Tirol, Kärnten, 
Ungarn nach Kuttenberg, wo sie am 16. Januar 1806 ein- 
trafen. Die Mannschaft blieb kriegsgefangen und wurde nach 
Frankreich escortirt. Die Regiments- Bagage, schon Anfangs 
Oktober nach Tirol dirigirt, war gerettet; am 13. Noveinber 
vereinigte sich der Train mit den Offizieren. 

üeber die Scenen *), die sich seit Abschluss der Gapitula- 
tion in Ulm abspielten, möge ein Augenzeuge berichten, in 
dessen authentischen Aufzeichnungen noch die tiefempfundene 
Entrüstung über die unverdient erlittene Schmach nachzittert, 
die ihn in bitterer Selbstironie veranlasste, seinem Memoire 
das parodistische Motto voranzusetzen: „Tout est perdu, hor- 
mis nos bagagesl'' Am 18. Oktober begann die Ausfahrung 
der am 17. geschlossenen Gapitulation. 

n* • . gegen 9 Uhr wird das Neuthor übergeben, und wir 
haben den schmerzhaften Verdruss, eine feindliche Brigade 
mit klingendem Spiele durch die Stadt defiliren und sich auf 
dem Hauptplatze aufstellen zu sehen, wo man ihr Bequar- 
tierungs-BoUeten austheilte. Marschall Ney, Berthier, 
Suchet, die Generale Labass^e, Marmont und eine 



*) Aus den ^Mittheilangen des k. k. Erieg8-Archi?8<'y Separat- 
Beilage zum XI. und XII. Heft der Oesterr. Mil.-Zeitschrift, 1877. 



142 FröMick. 

1805 Menge Anderer erscheinen in Ulm , eine zahllose Menge 
Gesindel schlich ihnen nach, und gegen Abend waren über 
6000 Franzosen in unserer Mitte einquartiert. 

„Man muss in Ulm sich befunden haben, um sich unsere 
traurige Lage in ihrem scheusslichen Umfange yorstellen zu 
kennen; es wäre viel zu kränkend, zu schmerzhaft, die um- 
ständliche Schilderung aller Beschimpfungen und Misshand- 
lungen, die wir nun erdulden mfissen, zu liefern, unsere, mit 
den Franzosen allenthalben vermischten Soldaten, die das 
Schicksal, welches auf sie wartet, nur zu gut wissen, blicken 
mit Verachtung auf ihre Offiziere, die solches nicht theilen. 
Man macht uns unsere Wohnungen streitig, man plündert 
unser Eigenthum, und während der Nacht dringt man mit 
Gewalt in unsere Stallungen, raubt unsere Pferde und lacht 

unserer Vorstellungen Am 20. bereitet sich Alles zum 

Triumphe des Feindes, zur Schande der Gestenreicher. Gegen 
11 Uhr Vormittags zieht das Armee-Corps des Marschalls 
Marmont, bei welchem sich auch eine holländische Brigade 
befindet, in grosser Parade vom rechten durch die Stadt auf 
das linke Ufer, um dort mit den übrigen französischen Corps 
jenes ungeheure Quarrt abzuschliessen, welches sich einerseits 
längs des Stadtgrabens ausdehnt, andererseits bis zum Fusse 
der Anhöhen von Ulm verlängert. 

„Kaiser Napoleon nimmt, umgeben von seinen präch- 
tigen Garden zu Fusse und zu Pferde, auf einem hervorra- 
genden Plateau des Michelsberges Platz. 

„Gegen 1 Uhr Nachmittags, als Alles veranstaltet war, 
erhalten wir den Befehl, uns in Bewegung zu setzen; wir 
rücken durch das Frauenthor aus. 

„23.000 Gestenreicher, Infanterie, Cavallerie und Artillerie, 
ihre Generale an der Spitze, traversiren mit klingendem Spiele 
und brennender Lunte, die Wuth in der Brust, Verzweiflung 
in der Seele, das französische Viereck seiner ganzen Länge 
nach, und als sie sich dem Neutfaor nähern, müssen sie die 
Waffen strecken. Tage von Pultawa, von Pirna, Auszug aus 
Mantua, ihr seid nichts im Vergleiche mit diesem schimpf- 
lichen Auszuge aus Ulm; — die Schande, die uns erdrückt, 
der Eoth, der uns bedeckt, ist unauslöschbar ! 

„Während dieser beschämenden Procession, und während 
die Bataillone die Waffen strecken, unterhält sich Napoleon 



Fröhlich. 143 

in der einfachsten Kleidung in der Mitte seiner gestickten im» 
Marschälle mit M a c k und mehreren unserer Generale, die er, 
nachdem sie defilirten, zu sich berufen hat. Der Kaiser, in der 
Uniform eines gemeinen Soldaten, mit einem grauen, an den 
Ellbogen und an den Schössen verbrannten Mantel, einen ein- 
gedrückten Hut ohne Unterscheidungszeichen auf dem Kopfe, 
die Arme am Bücken gekreuzt und an einem Lagerfeuer sich 
wärmend, sprach mit Lebhaftigkeit und gab sich ein gut- 
müthiges Aussehen, um destomehr das Vertrauen zu fesseln, 
welches er einflössen wollte. 

„Beim Einbrüche der Nacht kehrt Jeder von uns traurig 
in sein Quartier zurück und bereitet sich vor, am andern Tage 
von einem Orte abzuziehen, welchen zu hassen er so viel Ur- 
sache hat. 

„Der Morgen des 21. verstreicht, um vom General-Lieut- 
nant Dumas die Beisepässe zu erhalten, den Act zu fertigen, 
welcher uns zu Gefangenen auf Ehrenwort erklärt, und den 
Bevers, welcher uns bis zur Auswechslung in ünthätigkeit 
versetzt. 

„Gegen 2 ühr werden wir verständigt, dass die erste 
Colonne der Offiziere, welche bestimmt sind, sich über Kempten 
nach Tirol zu begeben, durch das Donauthor abgehen können. 

„Die Menge drängt sich gegen den Ausgang, der von 
einer französischen Wache, von Commissären und Gensdarmen 
bewacht wird; Alles will auf einmal hinausgehen: Generale, 
Offiziere, Diener, Gepäcke versperren so den Weg, dass man 
weder vorwärts noch rückwärts gehen kann. Mack, welcher 
am Morgen mittelst Post abgereist ist, um sich über Augs- 
burg nach Wien zu begeben, hat sehr wohl gethan, vorauszu- 
gehen; er hätte viel zu leiden gehabt, wenn er die Bufe und 
Verwünschungen aller Jener vernommen hätte, welche ihn 
unseres Unglückes anklagen. 

„Endlich gelangt man dazu, allmälig und einzeln hervor- 
zukommen. Französische Offiziere und Soldaten, Gommissäre 
und Beamte hängen sich an die Abziehenden in der Hoffnung, 
sie plündern zu können, und haben die Unverschämtheit, eine 
ziemliche Anzahl Pferde ihren Eigenthümern unter dem Ver- 
wände zu entreissen, dass es Dienstpferde seien. 

„Man legt Verwahrung ein, man vertheidigt sein Eigen- 
thum, so gut man kann, — die Schwächeren unterliegen, 



144 FröhJich. 

1805 werden beschimpft, sie müssen den Kelch der Schmach bis 
auf die Neige leeren. Erst nach drei Tagen kommt die letzte 
Golonne der Offiziere daran, den Ort der Drangsale zu fliehen.^ 

Ruhmlos war der kurze Feldzug für die Armee verlaufen. 
In wenigen Gefechten hatten zwar die Truppen sich ihrer alt- 
bewährten Tapferkeit würdig bewiesen, trotz aller Strapazen 
und nutzlosen Hin- und Hermärsche mit immer gutem Muthe 
waren sie wieder in den Kampf gegangen, — sie hatten nicht 
Schuld an dem Unglücke, das Unfähigkeit, Leichtgläubigkeit 
und Wankelmuth eines Einzelnen einem willigen und tapferen 
Heere so unverdient bereitete. 

Unserem Begimente hatten die Oefechte nächst Ulm 
nur 2 Todte gekostet; 4 Offiziere — Hauptmann Anton 
Quiriny, Oberlieutnant Mathias Schranz, Lieutnant Johann 
Galluschka und Fähnrich Franz Ortenbach — nebst 
39 Mann waren verwundet, 73 Offiziere und 2949 Soldaten 
durch die Capitulation von Ulm zur Waffen Streckung gezwungen 
worden. Dass bei den geschilderten Verhältnissen wenig Ge- 
legenheit zu Auszeichnungen sich ergab, ist wohl erklärlich. 

Nach der unglücklichen Schlacht bei Austerlitz 
machte ein Waffenstillstand den Feindseligkeiten ein Ende, der 
Friede zu Pressburg, am 26. Dezember 1805, kostete dem 
Kaiserstaate die beiden Provinzen Tirol und Venedig. 

1806 Im Laufe des Frühjahres 1806 ergänzte unser Regi- 
ment, dessen Kern das gegen Ende des vorhergegangenen 
Jahres errichtete ö. Bataillon bildete, seinen Stand durch die 
aus der Gefangenschaft zurückkehrenden Mannschaften wieder 
auf 3 Bataillone zu 6 Gompagnien und 1 Grenadier-Division. 
Letztere und das 2. Bataillon blieben in Kuttenberg, das 1. 
Bataillon kam nach Deutschbrod, das 3. nach Josefstadt. 

Von den bei Ulm in französische Kriegsgefangenschaft 
gerathenen 2949 Soldaten wurden 1808 ausgewechselt, 693 
hatten sich selbst ranzionirt, 5 waren gestorben, 46 in feind- 
liche Dienste getreten; 397 blieben vermisst. 

Im Oktober wurden die Grenadiere, das 1. und 2. Ba- 
taillon erneuert auf den Kriegsstand ergänzt und marschirten 
nach Prag, um zu der Armee zu stossen, welche Oesterreich 
während des preussisch - französischen Krieges zur Wahrung 
seiner Neutralität im nördlichen Böhmen zusammenzog. 



Fröhlich. 



145 



In Prag auf dem Invalidenhausplatze produzirte sich am 
28. Oktober das 1. Bataillon des Begimentes im Bajonnet- 
fechten, die berittenen Offiziere markirten die Schwärm- und 
geschlossenen Attaken der Cavallerie. Der commandirende 
General F. Z. M. Graf Kolowrat sammt allen in Prag anwe- 
senden Generalen und Stabsoffizieren wohnte dieser Produktion 
beii die dem Bataillon die allgemeinste Zufriedenheit eintrug. 

Im November hielt das Begiment feierliche Fahnenweihe 
in der St. Ignatiusklrche , als Fahnenmütter fungirten die 
Fürstinen Einsky und Hohenzollern, sowie die Baronin 
Fröhlich, Gemahlin des Inhabers. 

Am 9. Dezember wurden beide Bataillone wieder in die 
vorigen Stationen verlegt, wo sie den Friedensstand annahmen 
und während der folgenden beiden Jahre 1807 und 1808 un- 
verändert blieben. 

Erzherzog Carl benützte die Friedenszeit zu gross- 
artigen Reformen des Heerwesens in allen Zweigen und erhöhte 
die Wehrkraft des fieiches durch die Gründung der Landwehr. 
Jedes Infanterie-Begiment hatte im Laufe des Sommers 1808 
die Mannschaften zweier Bataillone auszubilden. 

Die Infanterie erhielt ein neues Exercier-Reglement, welches 
die bisherigen pedantischen Formen in vielen Sichtungen ver- 
einfachte, ferner in dem vom Erzherzoge verfassten Dienst- 
Beglement ein mustergUtiges Werk, das in seiner klaren 
Sprache den Angehörigen der Armee bis in die Neuzeit ein 
zweifelloser Bathgeber in den oft verwickelten Lagen des 
Dienstes-Lebens gewesen ist. 



1806 



1808 



Oeschichte des S8. Inf.-BgmU. 



10 



1809—1812. 

Per Krieg gegen Frankreleh 1809. 

1809 Oesterreichs mächtig entwickelte Kraft ermuthigte seinen 

unverzagten Herrscher, im Bunde mit England das Glück der 
Waffen nochmals gegen Napoleon zu versuchen, der im Volks- 
kriege auf der pyrenäiscben Halbinsel seine besten Truppen in 
der Unterjochung der Spanier verzehrte. Dieser umstand be- 
günstigte die Aussichten Oesterreichs zu einer erfolgreichen 
Bekämpfung des französischen Machthabers, der die Grenzen 
seines Beiches immer weiter gegen die kaiserlichen Erblande 
vorzuschieben suchte. 

Schon in den ersten Monaten dieses denkwürdigen Jahres 
begannen die Eriegsrüstungen Oesterreichs, Erzherzog Carl 
übernahm als Generalissimus den Oberbefehl über sämmtliche 
kaiserlichen Armeen, die in der Stärke von nahezu 400.000 Mann 
in Deutschland, Italien und Polen aufgestellt wurden. Ihnen 
dienten über 150.000 Mann der zum ersten Male aufgebotenen 
Landwehr als Beserve. 

Unser Begiment nahm am 16. Februar den Eriegs- 
stand von 180 Mann bei jeder Compagnie der Grenadiere und 
der drei Feldbataillone an, in Eöniggrätz bildete sich eine 
Depot-Division. Die drei Feldbataillone unter dem Gommando 
des Obersten Carl von Mecs^ry -— 66 Offiziere 3552 Mann 
— verliessen am 25. Februar ihre Friedensstationen Eutten- 
berg und Josefstadt; über Prag, Pilsen kamen sie am 4 März 
nach Staab und traten in die Brigade G. M. Prinz Wied- 
Bunkel, Division F. M. L. Weber des 2. Armee-Corps, welches 



Fröhlich 147 

sich unter dem Befehle des F. Z. M. Graf Kolowrat um Pilsen 1809 
zusammenzog. 

Die Grenadiere im Bataillon Nisse l erhielten ihre 
Eintheilung in das bei Iglau sich sammelnde 1. Bcserve-Corps 
unter dem G. d. C Färst Liechtenstein, welches aus 12 Gre- 
nadier-Bataillonen unter G. M. Prinz Rohan und 8 schweren 
Beiter-Begimentern bestand. 

Von den zur Offensive nach Deutschland bestimmten 
österreichischen acht Armee -Corps, die zusammen gegen 
180.000 Mann mit mehr als 500 Geschützen zählten, wurden 
sechs auf das rechte Donauufer gezogen, um in Baiern ein- 
zudringen, während des 1. und 2. Corps aus Böhmen an den 
Strom rücken, und sich bei Begensburg mit der Hauptarmee 
vereinigen sollten. Diese zuletzt genannten Heerestheile hatten 
die Aufgabe, die nördlich der Donau befindlichen feindlichen 
Streitkräfte von der französischen Hauptmasse zu trennen, die 
in einzelnen Gruppen im südlichen Baiern stand. 

Das 2. Armee-Corps trat am 7. April seine Bewegung 
gegen Begensburg an und gelangte ohne bemerkenswerthe 
Störungen Seitens des Feindes über Bosshaupt, Schwandorf, 
Begenstauf am 21. April nach Stadt am Hof gegenüber Be- 
gensburg. 

Die kaiserliche Hauptarmee hatte indessen am 10. April 
den Inn, das 1 . Beserve - Corps bei Schärding, überschritten, 
die feindlichen ihr entgegen gestandenen schwachen Streit- 
kräfte vertrieben, am 17. Landshut genommen, am 18. die 
Laber erreicht, an welcher das 5., 6. und 2. Beserve -Corps 
stehen blieben, während das 3. und 4. Corps am 19. über 
Hausen beziehungsweise Schneidart gegen Begensburg rückten. 
Die Grenadiere des 1. Beserve - Corps folgten dem 4. Corps, 
dem sie zugetheilt waren. 

Der französische Marschall Davout hatte an demselben 
Tage Begensburg mit seinem Coi'ps verlassen und entkam nach 
heftigen Kämpfen mit dem österreichischen 3. und 4. Corps bei 
Hausen und Dinzling, an welchen die bei Grub zurückge- 
haltenen Grenadiere nur unbedeutenden Antheil nahmen, 
noch glücklich zur Armee Napoleons an der Abens. Am 
nächsten Tage fiel Begensburg in die Hände der Oesterreicher, 
deren Verbindung mit dem 1. und 2. Corps am linken Donau- 
ufer dadurch eröffnet war. 

10* 



148 Fröhlich. 

1809 Während dieser Vorfillle hatte Napoleon an der Abens 

100.000 Mann vereinigt, mit diesen die österreichischen Corps 
an der Laber gegen Landshut gedrängt und diese Stadt am 
21. April nach erbitterten Kämpfen genommen. Von hier 
führte Napoleon den grössten Theil seines Heeres gegen Be- 
Eckmfthi. gensburg und traf am 22. bei Eck mü hl auf die linke Flanke 
der österreichischen Armee, die im Vorrücken gegen den ihr 
gegenüber stehenden Marschall Davout begriffen war. So über- 
rascht mussten die Oesterreicher nach hartnäckigem Wider- 
stände ihrer vereinzelten Corps am Abende den Rückzug nach 
Begensburg antreten. 

Das Grenadier - Bataillon Nissel stand an diesem Tage 
nördlich Eglofsheim nächst Köfering als Nachhut des 1. Be- 
serve-Corps und erhielt die Aufgabe, die bei Eglofsheim gewor- 
fene Cavallerie aufzunehmen. Es entwickelt sich auf einer 
WaldblössQ, nimmt eine grosse Anzahl versprengter Soldaten 
des 4. Armee -Corps auf, wehrt die nachfolgende feindliche 
Beiterei erfolgreich ab, bezieht dann auf Anordnung des 
F. M. L. Prinz Bohan eine neue Aufstellung an der Strasse 
nach Begensburg. 

Kaum hier angelangt, werden die Grenadiere durch 
zurückeilende kaiserliche Cavallerie fast überritten, durch feind- 
liche attakirt. Das Bataillon hat sich rasch geordnet, den An- 
griff abgewiesen, sich zur Abwehr fernerer Anfälle im Vierecke 
geschlossen. In diesem Augenblicke jagt eine österreichische 
Batterie, die auf einer vorwärts befindlichen Anhöhe noch immer 
das Feuer gegen die feindlichen Beitermassen unterhalten hat, 
auf der Strasse heran, verfolgt von französischer Cavallerie. 
Das Carr^ der Grenadiere nimmt die Batterie auf, und zwingt 
die Franzosen zur Umkehr. 

Jetzt verlässt Major Nissel seine Stellung und sucht 
Begensburg zu erreichen, wohin die Armee den Bückzug an- 
getreten hat. In fester Haltung, von feindlichen Beitern fort- 
während bedroht, setzt das Bataillon seinen Weg fort, als 
plötzlich die österreichische Cavallerie, vom G. d. C. Fürst 
Liechtenstein geführt, sich den Franzosen entgegenwirft. 

Erzherzog Carl selbst erscheint auf dieser Stelle, be- 
lobt das tapfere Grenadier-Bataillon für seine Standhafbigkeit 
und ertheilt demselben erneuert den Befehl, seine Aufgabe als 
Nachhut mit grösster Aufopferung weiter zu versehen. 



Fröhlich. 149 

Von dem Lobe des Feldherrn angeeifert stehen die braven 1809 
Grenadiere wie Felsen in dem sich nun entspinnenden Beiter- 
kampfe; ein Spielball beider Parteien, werden sie von Freund 
und Feind schonungslos mitgenommen. Endlich sind die Reiter 
enteilt, Major Nissel begiebt sich rekognoscirend auf die 
Strasse, stösst mit seinem Adjutanten auf Franzosen, die beide 
Offiziere gefangen nehmen. 

Hauptmann Bartholomäus Geyer unseres Regimen- 
tes sucht mit dem Bataillon Burgweinting zu erreichen, feind- 
liche Infanterie folgt den Grenadieren, Reiter versperren den 
Weg, nach heftigem Kampfe wird das Bataillon zersprengt. 
Nur 10 Offiziere und 121 Grenadiere sind der Katastrophe 
entgangen, der das brave Bataillon in treuer Pflichterfüllung 
erlegen. Erst wenige Tage vor der Schlacht bei Wagram wurde 
dasselbe unter dem Befehle des Majors Carl Berger von 
Fröhlich wieder neu formirt. 

Am 23. April überschritt das kaiserliche Heer bei Be- itogensburg. 
gensburg die Donau, das 2. Armee-Corps blieb zur Deckung 
des Bückzuges bis zum späten Abende bei Stadt am Hof, ver- 
wehrte dem Feinde den üebergang über den Strom und folgte 
noch in der Nacht der gegen die böhmische Grenze abziehen- 
den Armee. Napoleon drang auf dem rechten Ufer in Eil- 
märschen gegen Wien. 

Erzherzog Carl musterte am 27. April seine Armee 
zu Cham und führte dieselbe sodann über Budweis, wo Kaiser 
Franz das Heer defiliren liess, über Zwettel und Hörn in das 
Marchfeld, dem Feinde bei Wien zuvorzukommen. Am 19. Mai 
war die ganze österreichische Armee schlachtbereit vereinigt, 
das 2. Armee-Corps unter F. M. L. HohenzoUern stand 
bei Gross-Ebersdorf an der Brünner Strasse, das Grenadier- 
Corps — aus dem 1. und 2. Reserve-Corps zusammengesetzt 
und vom G. d. C. Fürst Liechtenstein befehligt — bei 
Pillichsdorf. 

Den Franzosen war am 20. Mai der üebergang über die 
Donau gelungen, an demselben Tage beschloss Erzherzog 
Carl den AngrifiT und setzte die Armee von seinem Ent- 
schlüsse durch folgende schönen Worte in Kenntniss: „Morgen 
„ist Schlacht; dasSchicksal derMonarchie hängt 
„von ihr ab; Ich werde Meine Schuldigkeit thun 
„und erwarte dasselbe von der Armee!'' 



150 Fröhlich, 

1800 Mit Tagesanbruch des 21. Mai tritt die kaiserliche Armee 

Aspern. _ i^QQQ jj^^q j^ij 288 Geschützen ~ in's Gewehr, formirt 

sich in zwei Treffen zwischen dem Bisamberge und Deutsch- 
Wagram, das 5. Corps bei Stammersdorf, neben diesem das 
1. und 2., das 4. bei Wagram, das Gavallerie-Corps zwischen 
dem 1. und 2., die Grenadiere bei Seyring. Um 9 ühr ist der 
erste Aufmarsch beendet, die Truppen kochen ab, die Dispo- 
sitionen zur Schlacht werden erlassen. 

Punkt 12 ühr Mittags setzt sich die Armee in 5 Colonnen 
unter den Klängen der Musik gegen Aspern und Essling in 
Bewegung, tausendfache Kufe: „Es lebe der Kaiser! Es lebe 
Erzherzog Carl ! ** empfangen den Feldherrn , der sich an die 
Spitze der zweiten Colonne stellt. 

Die dritte Colonne — das zweite Armee-Corps, in welchem 
das Begiment Fröhlich — hat über Süssenbrunn und Breiten- 
lee um 3 ühr Nachmittags Hirschstetten erreicht, die Vorhut 
stösst auf den Feind, die Geschütze beginnen das Feuer, die 
Infanterie entwickelt sich in Bataillons-Massen zur Schlacht- 
ordnung. Die Franzosen suchen durch heftiges Gewehrfeuer 
den Aufmarsch zu stören. 

Oberst Mecsöry ruft Freiwillige des Regimentes auf, 
den Gegner zu vertreiben. Feldwebel Franz Weitzner und 
Korporal Konrad Oswald sind die Ersten, die der Aufforderung 
ihres Begiments-Commandanten nachkommen, ihrem Beispiele 
folgen zahlreiche Soldaten. Oberlieutenant Anton L o p a c s und 
Damian He t tinger, Fähnrich Simon Brenn fleck erbieten 
sich zur Führung der Braven, rasch bilden sie eine Kette von 
Plänklern, wenige Schüsse fallen, mit dem Bajonnete stürzen 
die Freiwilligen, an der Spitze die tapferen Offiziere, auf den 
Feind; dieser weicht, der Aufmarsch des Regimentes ist voll- 
endet. Die Namen der muthigen Offiziere sind in der Relation 
des kaiserlichen Feldherrn verewigt, die Bravour der Unter- 
offiziere belohnt die silberne Tapferkeits-Medaille. 

Napoleon will das Centrum der kaiserlichen Armee durch- 
brechen, 5000 Reiter sind bestimmt, das 2. Corps zu zermal- 
men. Rasch und unvermuthet jagen die leichten Reiter Lasalles 
gegen die österreichische Schlachtlinie, ihnen folgt die Cürassier- 
Division d*Espagne. Mit Mühe rettet die kaiserliche Artillerie 
ihre Geschütze vor dem daherbrausenden Strome in die In- 
tervalle der Infanterie, drei kaiserliche Reiter-Regimenter zer- 



Fröhlich. 151 

stäuben vor dem mächtigen Anpralle, schutzlos, auf die eigene isos 
Kraft angewiesen, steht das österreichische Fussvolk, eine 
Mauer, an der die Panzerreiter zerschellen. 

Irregeleitet durch die in den Bataillons-Massen herrschende 
Buhe, dringen die französischen Cuirassiere in die Intervalle 
der Infanterie, fordern diese zur Ergebung auf. Da krachen 
mehrere Salven aus den scheinbar leblosen Massen, die blutige 
Antwort auf eine unerhörte Zumuthung. Hunderte von Leichen 
bedecken die Wahlstatt, General d'Espagne, 3 Oberste sind 
getödtet, die feindlichen Beiter wenden zur Flucht, Napoleons 
Hoffnung, hier durchzubrechen, ist glänzend vereitelt. 

General Nansouty mit einer Cürassier-Brigade ist auf dem 
Schlachtfelde eingetroffen, Napoleon wiederholt um 8 Uhr 
Abends den schon einmal gescheiterten Versuch. Wieder nimmt 
diese Beitermasse ihre Sichtung gegen das zweite Corps, 
wieder wird sie von der kaiserlichen Infantorie abgewiesen; von 
zwei Husaren-Begimenteru attakirt, weichen die Cuirassiere vor 
den Massen zurück, die sie nicht zu erschüttern vermögen. 

Siegreich ist der erste Schlachttag für Oesterreichs Heer 
entschieden, die vom heissen Kampfe erschöpften Tiiippen 
überlassen sich einer kurzen Buhe, ein zweiter blutigerer Tag 
soll den Erfolg der kaiserlichen Waffen vervollständigen. 

Kaum graut der Morgen des 22. Mai, als auch die heftigen 
Kämpfe um Aspern und Esslingen mit erneuerter Wuth beginnen. 
Um 7 Uhr befiehlt Napoleon die Wiederholung des am vor- 
hergehenden Tage missglückten Angriffes gegen das öster- 
reichische Centrum. Marschall Lannes mit drei Infanterie- 
Divisionen und Bessi^res mit einer gewaltigen Beitermasse be- 
ginnen alsbald die Bewegung gegen die Mitte der kaiserlichen 
Schlachtlinie, die Infanterie gegen das zweite Corps, die 
Beiter gegen das Intervalle zwischen diesem und der Beserve- 
Gavallerie. 

Dem mächtigen Anpralle weicht das 2. Corps nach langem 
erbitterten Kampfe, Erzherzog Carl ergreift die Fahne 
des Begimentes Zach, begeistert durch sein edles Beispiel die 
erschöpften Truppen zu neuem Heldenmuthe, unterstützt von 
den Grenadieren werfen die kaiserlichen Begimenter die fran- 
zösischen Divisionen gegen Aspern und Esslingen. 

Während dieses Vorrückens des österreichischen Centrums 
ist zwischen den Grenadieren und der Beserve-Cavallerie eine 



152 Fröhlich. 

1809 Lücke entstanden, F. M. L. HohenzoUern ertheilt dem Begi- 
mente Fröhlich den ehrenvollen Auftrag, diesen Zwischen- 
raum auszufüllen, mit seinen drei Bataillonen den Durchbruch 
zu verhindern. Bald soll das Begiment die Gelegenheit finden, 
das in seine Tapferkeit gesetzte Vertrauen glanzvoll zu recht- 
fertigen. 

Vier französische Cuirassier-Begimenter formiren sich zum 
Angriffe, um diesen wichtigen nur von drei schwachen Bataillons« 
massen besetzten Baum des österreichischen Centrums zu durch- 
brechen, heftiges Geschützfeuer leitet die Attake ein, eine 
einzige Kugel macht 25 Mann unseres Begimentes kampf- 
unfähig. 

ErzherzogCarl, der sich persönlich auf diesen gefähr- 
deten Punkt seiner Schlachtlinie begeben, sprengt vor der 
Front des Begimentes vorüber. „Oberst Mecs^ry, Ich ver- 
lasse Mich auf«Sie!* sind die wenigen kostbaren Worte, 
in denen der kaiserliche Prinz dem Begimente und seinem 
tapferen Commandanten ein Zeugniss des Vertrauens ausstellt, 
auf das für ewige Zeiten stolz zu sein , die Achtundzwanziger 
sich durch ihre Haltung bei Aspern ein Anrecht erworben. 

Dem Sturme der heranbrausenden Cuirassiere sieht das 
Begiment mit Buhe und ernster Entschlossenheit entgegen, 
bis auf vierzig Schritte jagen die gefürchteten Panzerreiter an 
die Massen, da stocken sie, die feierliche Stille in den Batail- 
lonen, ihre ruhige Haltung täuscht die Beiter, sie meinen nicht 
anders, diese unbewegliche Masse wolle sich, erschreckt durch 
die drohende Gefahr, ergeben. 

Einzelne französische Offiziere reiten vor und fordern das 
Begiment zur üebergabe der Waffen auf. nHolt sie Euch!'' 
ist die Antwort aus den Bataillonen, einzelne Schüsse strafen 
die Verwegenen für ihre Kühnheit, Korporal Georg Kohout, 
plötzlich vorstürzend, sticht einen feindlichen Offizier vom 
Pferde. 

Jetzt bricht die Beitermasse zum Angriffe los, Oberst 
Mecsäry commandirt „Feuer !*^, Salve auf Salve sendet ihre 
tödtlichen Geschosse in die dichten Beihen der überraschten 
Beiter, sie fliehen, zahlreiche Leichen zeigen dem befreiten 
Begimente die Früchte seiner Disziplin, seiner musterhaften 
Haltung. 



Fröhlich. 153 

Oberst Carl Mecs^ry erntet als Anerkennung für den 1809 
wichtigen Dienst, den er der Armee geleistet und durch welchen 
er zum allgemeinen Ei'folge so wesentlich beigetragen, das 
Bitterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Haupt- 
mann Carl Berger als Gommandant des zweiten Bataillons 
wird für sein umsichtiges Benehmen, für hervorragenden Muth 
besonders belobt, bald nach der Schlacht ausser der Tour zum 
Major befördert und vom Generalissimus mit der Bildung eines 
neuen Grenadier-Bataillons betraut. Korporal Georg E oh out 
erhält die silberne Tapferkeits-Medaille. 

Die Schlacht ist entschieden, der Osterreichische Doppelaar 
behauptet siegreich das Feld. Napoleons glänzendes Heer tritt 
den Bfickzug in die Lobau an, 7000 Todte, 34.000 Verwundete, 
2300 Gefangene hat der mächtige Schlachtenkaiser dem Ver- 
suche geopfert, Oesterreichs tapferer Armee in zweitägigem 
blutigen Bingen die Palme des Sieges zu entwinden. Zum 
ersten Male ist Napoleon geschlagen, der Nimbus seiner ün- 
überwindlichkeit gebrochen. 

Auch der kaiserlichen Armee hatte der zweitägige Kampf 
grosse Opfer gekostet, über 4000 Todte bedeckten das Schlacht* 
feld, gegen 16.000 Soldaten wurden verwundet, von diesen ge- 
riethen 800 in feindliche Gefangenschaft. Vom Begimente 
Fröhlich waren Lieutnant Josef Galluschka getödtet. 
Major Benedikt Baron Ackelshausen, Hauptmann 
Josef Bradatsch und Anton Quiriny, Oberlieutnant 
Clemens Baron Lützow, Vinzenz Baron Voith, Fähnrich 
Gustav Treustein verwundet. Ueberdiess wurden 31 Sol- 
daten getödtet, 26 vermisst, 226 verwundet, von diesen 31 
gefangen. Der Gesammtverlust des Begimentes betrug 7 Offi- 
ziere, 283 Mann. 

Zwei Tage noch blieb die Armee auf dem Schlachtfelde, 
das französische Heer in Noth und ohne Obdach auf der Lo- 
bau, dann rückten die Oesterreicher in Lager am Bussbache, 
das 2. Armee -Corps bei Baumersdorf, das Grenadier - Corps 
nächst Wagram. In dem Tagesbefehle vom 24. Mai dankte 
der Generalissimus in edler Sprache seinen Kriegern mit den 
Worten: „die Armee hat Meine grossen Erwar- 
„tungen übertroffen, und Ich fühle Mich stolz, 
„ihr Anführer zu sein. Ihr seid auf dem Sc hl ach t- 
„felde die ersten Soldaten der Welt!"* 



154 FröMieh. 

1809 Eintreffende Verstärkungen brachten die österreichische 

Armee bald auf 100.000 Mann und 410 Geschütze; Ergän- 
zungen ersetzten die Verluste der Begimenter. unser Be- 
giment zählte Ende Juni wieder 4202, das neuformirte 
Orenadier - Bataillon Berger 646 Mann. Ersteres stand jetzt 
unter dem Divisionär F. M. L. Ulm, letzteres in der Grenadier- 
Division F. M. L. Prochaska, Brigade G. M. Steyrer. 
Wftffram. Napoleous zweiter Versuch, die Donau zu überschreiten 

war geglückt, am 6. Juli rückten 1Ö0.000 Franzosen mit 
584 Geschützen gegen die Stellung der Oesterreicher hinter 
dem Bussbache, wo Erzherzog Carl seine kampfbereite 
Armee in Schlachtordnung aufgestellt hatte. Das 2. Armee- 
Corps stand auf dem Bideau hinter Baumersdorf, das Grena- 
dier-Corps zwischen Gerasdorf und Sejring. 

Erst um 6 Uhr Abends, als die Vortruppen der Oester- 
reicher nach hartnäckiger Gegenwehr bis an den Bussbach 
gedrängt worden waren, schritt Napoleon mit 4 mächtigen 
Colonnen zum Angriffe auf die Stellung des Erzherzogs, je 
eine dieser Colonnen in der Stärke von 25.000 Mann war 
gegen die Intervalle zwischen dem 2. Corps und den neben 
diesem stehenden 1. und 4. Corps gerichtet. 

Fest und unerschrocken wie am Tage von Aspern, be- 
hauptete auch das 2. Armee-Corps seine Position, in Ba- 
taillons - Massen mit Plänklern am Bande des Bideau*s wiesen 
die tapferen Begimenter die Angriffe der feindlichen Infanterie, 
den Anprall der französischen Beiter siegreich zurück. Her- 
beieilende kaiserliche Cavallerie - Begimenter stürzten todes- 
muthig in den erschütterten Feind, in Unordnung und nach 
grossen Verlusten wurden die französischen Colonnen über das 
Bideau hinuntergeworfen und wichen, das Vergebliche ihrer 
Anstrengungen erkennend, hinter den Bussbach. 

Mit zwei Bataillonen hatte während dieses Kampfes General 
Hardegg das Dorf Baumersdorf behauptet, schon brannte 
dasselbe, die Lage der Besatzung wurde mit jeder Minute 
unhaltbarer. Da eilte das 3. Bataillon des Begimentes F r ö h 1 i c h 
in den Oi-t, den arg bedrängten Waffenbrüdern zu Hülfe. 

So verstärkt setzte der tapfere General den V^iderstand 
mit neuem Muthe fort. Von allen Seiten das Dorf umringend, 
gelang es den Franzosen doch nicht, auch nur ein Haus den 
zähen Vertheidigern zu eutreissen. Als die französischen 



Fröhlich. 155 

AngriiTs-Colonnen endlich über den Kussbach wichen, brach im9 
auch die kleine Besatzung aus Baumersdorf und vertrieb den 
Gegner gänzlich aus der Nähe des Dorfes, das während der 
Nacht besetzt blieb. — Es war 11 Uhr Abends als der Kampf 
ruhte, sammtliche Truppen lagerten in ihren Stellungen, das 
Grenadiercorps war noch gar nicht in Verwendung gekommen. 

Am 6. Juli Früh Morgens begann die Schlacht aufs Neue, 
Erzherzog Carl liess die Grenadiere nächst Aderklaa in's 
erste Treffen rücken, sie, dann das 6. und 3. Corps sollten 
einen kräftigen Stoss gegen den feindlichen linken Flügel 
führen. Um 4 Uhr setzten sich die Grenadiere in Bewegung, 
und rückten über Gerasdorf und Süssenbrunn in die Schlacht- 
linie, in welcher sie Aderklaa besetzten und sich gegen Breiten- 
lee entwickelten. 

Nun hatte auch Napoleon seine Massen gegen das öster- 
reichische Centrum dirigirt, um dieses mit erdrückender üeber- 
macht zu durchbrechen. 100 Kanonen leiteten den Angriff ein, 
der sich gegen die Lücke zwischen den kaiserlichen Grenadieren 
und dem rechts von diesen stehenden 3. Armee-Corps richtete. 
Die beiden Grenadierbrigaden Murray und Steyrer — in welcher 
auch das Bataillon Berger — unter dem F. M. L. Prochaska, 
traf der Stoss der feindlichen Infanteriemassen, denen die Ca- 
vallerie der Garde folgte. 

In dem eingehenden Winkel, den der rechte Flügel der 
Grenadiere mit dem linken des 3. Corps bildete, erlag die 
französische Infanterie dem mörderischen Kreuzfeuer der kaiser- 
lichen Truppen, die ihre Geschosse in die dichtgedrängten 
unbehülflichen Massen der Franzosen schleuderten. 

Nach ungeheueren Verlusten begann die feindliche Infan- 
terie den Bückzug, an ihre Stelle trat die Cavallerie der Garde. 
Aber auch ihr Schicksal war bald entschieden. Bis an die 
Bajonnete liessen die braven Grenadiere die gefürchteten Beiter 
herankommen, dann streckte ihr wohlgezieltes Feuer ganze 
Beihen derselben zu Boden, Napoleons Elite-Cavallerie suchte 
das Weite. 

Trotz wahrhaft heroischer Abwehr des feindlichen Angriffes 
auf dieser Stelle, von dem Napoleon sich so grosse Erfolge 
versprochen, war das Schicksal des Tages schon entschieden, 
der linke österreichische Flügel hatte der üebermacht weichen 
und sich gegen Bockfliess zurückziehen müssen. 



156 Fröhlich. 

1809 Dem 2. Armee-Corps war es zwar gelungen, die ihm zu- 

gewiesene Stellung hinter Baumersdorf zu behaupten, aber die 
Erfolge der Franzosen gegen unseren linken Flügel zwangen 
nun auch dieses Corps gegen den Helmhof zu ziehen, um dort 
erneuerten Widerstand zu leisten. 

Um Mittag entschloss sich ErzherzogCarldie Schlacht 
abzubrechen und um 2 ühr setzten sich sämmtliche Corps in 
grösster Ordnung gegen die Höhen westlich der Brünner 
Strasse in Marsch. Das 2. Corps ging nach Enzersfeld. Major 
Carl Berger unseres Regimentes, der an diesem Tage 
mit seinem erst kürzlich neugebildeten Grenadier-Bataillone die 
Feuerprobe glänzend bestanden, bildete die Nachhut des Re- 
serve-Corps, zog in schönster Haltung, alle Angriffe der feind- 
lichen Reiterei kräftigst abwehrend, am Abende nach Hagen- 
brunn und während der Nacht bis Eorneuburg, um die grosse 
Strasse nach Znaym zu erreichen. 

Obwohl durch die üebermacht der Franzosen gezwungen, 
diesen das Schlachtfeld nach zweitägigem Ringen zu über- 
lassen, hatte die österreichische Armee keine Niederlage er- 
litten, sie führte 7000 Oefangene, 12 Adler und Fahnen, 
11 Geschütze mit sich, nur 9 demontirte Kanonen und eine 
Fahne dem Sieger überlassend. 

Grösser als bei Aspern war der Verlust des Regimentes 
Fröhlich. 16 Offiziere waren verwundet: Oberstlieutnant 
Franz Hauger, Hauptmann Josef Bradatsch, Carl Otto, 
Adalbert Schul 1er, Oberlieutnant Anton Lopa es, Eduard 
Müller, Gottfried von Pitt reich, Lieutnant Rudolf Graf 
St. Genois, Carl de Vi nee, Anton Hentke, Viktor Mayer, 
Carl Ealliwoda, Franz Ortenba ch, Fähnrich Franz Graf, 
Wenzel Janowka, Felix Schützer, — von diesen erlagen 
Hauptmann Bradatsch, Oberlieutnant Müller, Lieutnant 
Mayer und Fähnrich de Vinco ihren Wunden. 

Von der Mannschaft wurden 62 Mann getödtet, 275 ver- 
wundet, 190 vermisst, 276 gefangen. Fähnrich Heinrich Engel 
gerieth auf dem Rückzuge bei Eorneuburg in feindliche Hände. 
Oberst Me CS ^ry und Hauptmann Berger hatten sich aber- 
mals rühmlichst hervorgethan und die Anerkennung des 
Erzherzogs geerntet. 

Die österreichische Hauptarmee setzte am 7. Juli ihren 
Abmarsch gegen Znaym fort — das 2. Corps über Ernst- 



Fröhlich, 157 

« 

bruDD, — nur wenig belästigt von den Franzosen, die lange isos 
im Unklaren blieben über die Richtung, welche das kaiser- 
liche Heer eingeschlagen. Erst am 9., als das Gros der Armee 
im Lager bei Schöngrabern angekommen, näherte sich das 
französische Corps des Marschalls Davout Znaym, nächst znaym. 
welcher Stadt die österreichischen Trains in langen Colonnen 
die schwierigen Defil6en passirten. 

Zum Schutze dieser Fuhrwerks-Colonnen und zur Sicherung 
der Znaymer Defilien für die in ihrem Bücken bedrohte Armee 
Hess Erzherzog Carl noch am 9. Juli Abends das Grena- 
dier-Corps und die Beserve-Cavallerie gegen Znaym aufbrechen, 
wo der Generalissimus am 10. Früh 6 Uhr mit der Spitze der 
Grenadiere eintraf. Die Brigade G. M. Steyrer, an deren T§te 
das Grenadier-Bataillon Berger marschirte, erhielt sogleich 
den Auftrag zur Besetzung des Dorfes Tesswitz. 

Schon rückten die Franzosen gegen das Dorf und drohten 
dasselbe in Besitz zu nehmen, als Major Berger in rascher 
Erkenntniss der Verhältnisse, die der Entwicklung der Brigade 
hinderlich werden konnten, sein Bataillon im schnellsten Lauf- 
schritte gegen Tesswitz führte, und dieses noch rechtzeitig be- 
setzte. Feindliche Cavallerie, die sich dem 'Orte näherte und 
unsere ühlanen zurückdrängte, wurde durch Gewehrfeuer ver- 
jagt, und das Dorf mit seinen schluchtenartigen Zugängen zur 
hartnäckigsten Vertheidigung hergerichtet. 

Die beiden Compagnien von Fröhlich und die Division 
CoUoredo, unterstützt von einer schwachen Ühlanen-Abtheilung, 
griffen mittlerweile die von Mühlfraun anrückende französische 
Infanterie mit glücklichstem Erfolge an, nahmen das genannte 
Dorf und zwangen den Gegner zur Entwicklung seiner Kräfte. 
Eine werthvoUe Stunde war gewonnen, unbelästigt erreichte 
das Grenadier-Corps die angewiesenen Aufstellungspunkte. 

Um diese Zeit waren die feindlichen Streitkräfte schon 
auf 15.000 Mann mit 20 Geschützen angewachsen, die sich 
nun vereint gegen die Grenadier -Brigaden Steyrer und 
Murray wendeten und diese zu erdrücken drohten. Die Gre- 
nadiere leisteten den heldenmüthigsten Widerstand, das Batail- 
lon Berger behauptete sich hartnäckig in den Weingärten 
nächst Tesswitz. 

Endlich aber umfasste der Feind die Brigaden von beiden 
Seiten, sie mussten das Feld räumen und rückwärts ihre 



1 58 Fröhlich. 

1809 Aufstelluog Dehmen. Major Berger unternahm zur Deckung 
des Abzuges einen kräftigen erfolgreichen Ofiensivstoss, sam- 
melte alle noch verspäteten Abtheilungen und folgte der Bri- 
gade in musterhafter Ordnung, alle Augriffe des nachdrängen- 
den Feindes energisch zurückweiseiid. 

Noch einmal hatten sich die vom Kampfe erschöpften 
Grenadiere in ihrer neuen Aufstellung des Feindes zu er- 
wehren, und wieder gelang es ihnen, durch kräftige Oegen- 
stösse jeden Versuch der Franzosen, die Brigade zum Weichen 
zu bringen, mit bestem Erfolge zu verhindern. 

In diesen mehr als sechsstündigen Kämpfen, die dem Bar 
taillon Berger 6 silberne Tapferkeits-Medaillen einbrachten, 
hatten sich von unseren Grenadieren besonders der Felbwebel 
Franz Fetz und Grenadier Faul Kossmann durch hervor- 
ragende Tapferkeit ausgezeichnet. 

Feldwebel Petz führte bei Tesswitz eine Abtheilung 
durch dieses Dorf, stiess am jenseitigen Ausgange auf feind- 
liche Cavallerie, die in einer engen Schlucht ihm entgegen- 
rückte. Ohne sich lange zu besinnen, stürzt Petz mit seiner 
Mannschaft auf die Spitze der Beiter-Colonne, mit dem Ba- 
jonnete werden die ersten Feinde von den Pferden gestochen, 
die nächstfolgenden wenden. Alles geräth in grösste Verwirrung, 
Jeder sucht Bettung nach rückwärts und bald flieht die Ab- 
theilung, mehrere Todte und Verwundete zurücklassend, in 
Unordnung gegen ihre Infanterie, verfolgt von den Schüssen 
der braven Grenadiere. 

Nicht minder herzhaft benahm sich Grenadier Paul 
Kossmann, der als Flankier plötzlich von drei feindlichen 
Reitern angefallen wurde. Mit grosser Gewandheit vertheidigte 
er sich gegen dieselben, verwundete den Einen mit dem Ba- 
jonnete, den Anderen durch einen wohlgezielten Schuss und 
trieb schliesslich alle Drei in die Flucht. 

Gegen Abend des 10. Juli war ein grosser Theil des 
kaiserlichen Heeres bei Znaim eingetroffen, das 2. Armee- 
Corps — bei dem unserEegiment — hatte zwischen Pumlitz 
und Naschetitz Aufstellung genommen. Noch in der Nacht um 
2 Uhr ging dieses Corps bei Oblass über die Thaya, bezog 
eine neue Stellung zwischen Tief-Maispitz und Brenditz und 
deckte den Abzug des grossen Artillerie-Trains der Armee. 



Fröhlich 1 59 

Das Grenadier-Corps kam zwischen Brenditz und der Strasse iw» 
nach Budwitz zu stehen. 

Am 11. Juli begann der Kampf aufs Neue, die Haupt- 
macht der Franzosen entwickelte sich, die Thaya konnte von 
den bedeutend schwächereu Oesterreichern nicht mehr behauptet 
werden. Gegen Mittag rückte das Grenadier-Corps bis Znaim 
vor und noch einmal gelang es diesem, den über die Thaya 
vordringenden Feind bis an die Brücke zurückzuwerfen. Das 
2. Armee-Corps hatte nur mit einzelnen Abtheilungen ein 
Flänklergefecht geführt, andere Corps waren noch gar nicht 
zum Kampfe gekommen. 

Da machte ein Waffenstillstand den Feindseligkeiten ein 
Ende, in Folge dessen der Erzherzog sein Heer am nächsten 
Tage nach Budwitz, dann nach Leitomischl führte, wo es 
am 20. Juli eintraf. Nach einigen Buhetagen rückte die Ar- 
mee durch Mähren, das 2. Corps über Hohenstadt, Sternberg, 
Skalitz an die Waag und Neutra und blieb dort bis Anfangs 
November in Cantonnirungen. 

Unser Begiment, welches bei Znaym einen Verlust 
von 3 Todten, 23 Verwundeten, 4ö Vermissten und 15 Ge- 
fangenen erlitt, cantonnirte Anfangs August mit 1564 Mann 
zu üjlak, mit 1459 zu üregh, die Grenadier-Division zu Tor- 
mos im Neutrathaie. Ende September breiteten sich die 
Truppen weiter aus, das Kegiment erhielt Komjäthi nebst 5 
Dörfern, die Grenadier-Division Kaläsz zugewiesen. 

Am 10. Oktober war der Friede zu Schönbrunn abge- 
schlossen worden. Am 4 November brach unser Begiment 
aus den Cantonnirungen auf, übersetzte bei Jablonic die kleinen 
Karpathen, durchzog Mähren über Kremsier, Littau und hielt 
am 31. Dezember seinen Einzug in Kuttenberg. 

Einer der ruhmreichsten Kriege für Gestenreich war be- 
endet, sein Heer hatte tapfer und erfolgreich gegen die über- 
mächtige Armee des Beherrschers von halb Europa gestritten, 
noch mehr, sie hatte den grossen Schlachtenkaiser geschlagen, 
den Wahn seiner ünbesiegbarkeit zerstört. 

Wie alle kaiserlichen Truppen in diesem Kriege hatte 
auch unser Begiment brav mitgekämpft, seinen Namen 
auf dem Schlachtfelde von Aspern verewigt, die Anerkennung 
eines geliebten und geehrten Heerführers sich erworben. Ein 
Maria Theresien-Orden und 5 silberne Tapferkeits-Medaillen 



160 Fröhlich. 

180» wurden dem Begimente als sichtbare Zeichen kaiserlicher Huld 
verliehen, viele Brave öflFentlich belobt. 6 Offiziere, 106 Sol- 
daten Hessen ihr Leben auf dem Schlachtfelde. 17 Offiziere, 
460 Mann waren verwundet, 1 Offizier und 489 Mann ge- 
riethen in feindliche Oefangenschaft. 
1810-1812 Während der nun folgenden Friedensjahre blieb die Grena- 

dier-Division in Prag, das 1. und 2. Bataillon kamen im De- 
zember nach Brunn, das 3. Bataillon im darauffolgenden 
Frühjahre, 1811, nach Budweis in Garnison. Im Januar 1810 
waren die 17. und 18. Gompagnie, sowie die Depot-Division 
aufgelöst, Ende August die Grenadier - Compagnien von 100 
auf 70, die Füsiliere von 160 auf 50 Gemeine herabgesetzt 
worden. Vom 3. Bataillone blieb nur der Cadre erhalten. 



Grenadier Offizier 1813 



Grenadier 1S13 



I8I3-I8I5. 

Der Krlegr ^«r Yerbündeten fstgen Frankreieb. 

Als nach den furchtbaren Niederlagen der grossen Armee isis 
in Bussland Napoleon den Krieg gegen die mit Preussen ver- 
bündeten Bussen im Jahre 1813 erfolgreich fortsetzte, warf 
endlich Oesterreich am 12. August sein gewichtiges Schwert 
in die Wagschale, den Friedensstörer^ in die engeren Grenzen 
seines Landes zurückzuweisen, Europa die ersehnte Buhe zu 
erkämpfen. 

Schon während des Frühjahres hatte Oesterreich einen 
Theil seines Heeres auf den Eriegsfuss gesetzt und als die 
Kämpfenden sich mehr und mehr den Grenzen der Monarchie 
näherten, eine Beobachtungs-Armee im nördlichen Böhmen an. 
der Eger aufgestellt. 

Unser Begiment erhielt im April die Bestimmung zu 
dieser Armee. Am 3. Mai von Brunn in Kuttenberg angelangt, 
nahmen das 1. und 2. Feld-Bataillon am 19. den Kriegsstand 
mit 160, die Grenadiere zu Prag mit 120 Mann per Compagnie 
an, das 3. Bataillon zu Königgrätz errichtete am 28. die dritte 
Division. Kurze Zeit später gelangten auch das 1. und 2. Land- 
wehr-Bataillon und eine Depot -Division in Kuttenberg zur 
Aufstellung ; die Letztere erweiterte sich gegen Ende des Jahres 
zu einem Beserve-Bataillon mit vier Compagnien. 

Am 1. Juni von Kuttenberg aufbrechend, marschirte das 
Begiment unter Commando des Obersten Franz Hauger 
mit dem 1., Major Graf Cappy, und dem 2. Bataillon, Major 
Baron Ackelshausen, über Melnik nach Auscha, wo es 
vom 7. Juni bis 8. August blieb. Als am 29. Juli Kaiser 

Oescliichte des 88. Inf.-Kgmts. 11 



1 62 Fröhlich, 

181S Franz durch den Ort fuhr, rückte die Truppe zum . ersten 
Male mit Eichenlaub, statt wie bisher mit Buchsbaum-Feld- 
zeichen zur Parade aus. 

Anfangs August wurde das 2. Bataillon nach Theresien- 
stadt verlegt, am 11. und 14. trafen auch das 1. und 2. Land- 
wehr-Bataillon in der Festung ein, wo diese Truppen bei dem 
Bau des Brückenkopfes verwendet wurden. Das Grenadier- 
Bataillon Berger kam in das Lager bei Wrana, in welchem 
sich die Grenadier-Division des F. M. L. Marquis Chasteller 
versammelte. 

Die verbündeten Monarchen hatten nach dem Beitritte 
Oesterreichs zur Goalition gegen Frankreich am 12. Juli zu 
Trachenberg eine üebereinkunft geschlossen, nach welcher die 
Hauptarmee der AUiirten, auch die böhmische Armee genannt, 
unter dem Oberbefehle des F. M. Fürst Schwarzenberg 
ans 130.000 Oesterreichern , 100.000 Russen und Preussen 
bestehen sollte. Die Versammlung des österreichischen Heeres- 
theiles begann Mitte August an der Eger. 

Das 1. Bataillon unseres Begimentes erhielt seine 
Eintheilung in der Division F. M.L. Graf Weissenwolf, Brigade 
G. M. Grimmer, traf bei dieser am 17. August im Lager zu 
Wrana ein und nahm, wie auch die Grenadier-Division, an der 
grossartigen Heerschau Theil, die von den Kaisern Franz 
und Alezander nebst dem Könige von Preussen über ungefthr 
100.000 Mann österreichischer Truppen am 19. abgehalten 
wurde. 

Nach beendeter Parade marschirten die Truppen nach 
Teplitz, Brüx, Komotau und Kaaden, um von dort in 4 Co- 
lonnen in Sachsen einzubrechen. Nahe an 200.000 Verbündete 
setzten sich in Bewegung, Napoleons Hauptarmee in den Ebenen 
Sachseus aufzusuchen und anzugreifen. 

Anfangs gegen Leipzig dirigirt, nahm das böhmische 
Heer auf die Nachricht, dass Napoleon seine Hauptkraft gegen 
die schlesische Armee geführt habe und Dresden nur schwach 
besetzt sei, die Richtung auf diese Hauptstadt. Die 4. Armee- 
Colonne, in welcher unser 1. Bataillon, unter dem F.Z. M. 
Graf Gyulay, sowie die 3. Colonne — in der die Grena- 
diere — überschritten am 22. bei Marienberg die Grenze 
Böhmens; sie waren am 24. in Dippoldiswalde. 



Fröhlich. 163 

Am Nachmittage des 25. begann der Angriff gegen das isis 
von nur 25 — 30.000 Franzosen besetzte Dresden, die Gre- Dresden. 
nadier-Division rückte am 25. nach Gittersee, am 26. auf die 
Höhen hinter Plauen als Beserve und war hier einem mehr- 
stündigen Eanonenfeuer ausgesetzt. Die Division F. M. L. Graf 
Weissenwolf ging am 26. Nachmittags 4 Uhr über Bossthal 
nach Löbeda und nahm dort — das Bataillon Fröhlich in 
der Brigade G. M. Grimmer nächst Nauslitz — Aufstellung. 

Napoleon war indessen persönlich in Dresden eingetroffen, 
ihm folgte ein Theil seiner Armee aus Schlesien auf dem 
Fusse. Er ordnete sogleich einen, die beiden Flügel der Ver- 
bündeten umfassenden Angriff an. 

Das erste Treffen der Division Weissenwolf behauptete 
wohl seine Stellung gegen alle Angriffe der Franzosen, die allge- 
meine Lage des Heeres bewog jedoch den Obercommandanten, 
spät Abends den Bückzu^ der Armee in die ersten Aufstellungen 
anzuordnen. Die Grenadier-Division blieb nächst Flauen, die 
Division Weissenwolf ging auf Löbeda zurück. Die Truppen 
verbrachten die regnerische Nacht unter dem Gewehre. 

Den Angriff am 27. fortsetzend, richtete Napoleon nun 
bedeutendere Kräfte auch gegen den linken Flügel der ver- 
bündeten Heere, welcher von den Oesterreichern gebildet wurde. 
Nach hartnäckigem Widerstände musste die Division Weissen- 
wolf ihre Stellungen aufgeben, sie passirte den schwierigen 
Plauen'schen Grund in fester Ordnung, und als der Bückzug 
des Heeres nach Böhmen Nachmittags 5 Uhr anbefohlen wurde, 
setzte sie ihren Marsch über Pretschendorf, wo sich der grösste 
Theil der österreichischen Armee vereinigte, gegen Dux fort. 

Auf schlechten Gebirgswegen, bei anhaltendem Begen- 
wetter wurde dieser Bückzug des Heeres über das Erzgebirge 
zu einem der mühseligsten und schwierigsten, den ungünstige 
umstände einer Armee bereiten können. Die kaiserlichen 
Heerestheile hatten bei Dresden auf dem Bückzuge über 
16.000 Mann eingebüsst, von welchen auf das Begiment 
Fröhlich 2 Todte, 2 Verwundete und 97 Vermisste entfielen. 

Unser Begiment — das 2. Bataillon war am 30. August 
von Theresienstadt in Janig zu demselben eingerückt — er- 
reichte am 1. September Zinnwald, von wo aus das 2. Ba- 
taillon die Vorposten bei Neu-Geissing bezog. Am nächsten 

Tage nach Eichwald marschirend, wurde das 1. Bataillon einem 

11* 



1 64 Fröhlich. 

181» gemischten Uetachement unter dem Befehle des russischen 
G. M. Kaisarow zugetheilt, welches zur Verbindung zwischen 
den Vortruppen der russischen und der preussischen Armee- 
Colonnen bis Vorder-Zinnwald ging. Am 5. September lagerte 
der grösste Tbeil der österreichischen Armee bei Dux. Nach 
der neuen Ordre de bataille vom 3. September kam unser 
Regiment zur 3. Armee- Abtheilung , F. Z. M. Graf Ignaz 
Gyulay, in die Division F. M. L. Prinz zu Hessen-Homburg, 
Brigade G. M. Grimmer von Riesenburg. Die Grenadiere wurden 
in das Reserve-Corps unter dem G. d. C. Erbprinz zu Hessen- 
Homburg, Division F. M. L. Graf Weissenwolf, Brigade G. M. 
Fürstenwärther eingetheilt. 

Das französische Armeecorps des General Vandamme, 
welches bei Eönigstein die Elbe übersetzt und den rechten 
Flügel des Heeres der Verbündeten in der Flanke angegriffen 
und verfolgt hatte, wurde am 29. und 30. August in der 
Schlacht bei Kulm fast gänzlich aufgerieben. 

Um der von Napoleon bedrohten schlesischen Armee 
Hülfe zu bringen, führte F. M. Fürst Schwarzenberg am 
6. September den grössten Theil der östeiTeichischen Armee 
in 2 Colonnen nach Wellemin und Aussig mit der Bestimmung, 
die Elbe zu überschreiten und am rechten Flussufer gegen 
Rumburg zu rücken. 

Als jedoch die sichere Nachricht eintraf, dass Napoleon 
von dieser Bewegung der Oesterreicher Nutzen zu ziehen und 
das nun geschwächte Heer der Verbündeten in Böhmen an- 
zugreifen beabsichtige, trat die kaiserliche Armee den Rück- 
marsch an die Eger au, und nahm ihre Aufstellung in der 
Schlachtordnung der AUiirten — Regiment Fröhlich und 
die Grenadiere bei Dux — am 11. September wieder ein. 
Enim. Am 17. kam es bei Kulm abermals zum hitzigen Kampfe 

zwischen Theilen des böhmischen Heeres und den Franzosen, 
die vergebliche Angriffe gegen die gut besetzten Stellungen 
der Verbündeten machten. Als am 18. die Erneuerung des 
Gefechtes zu erwarten stand, rückte das 3. Armeecorps nächst 
Arbesau in die Schlachtlinie, die Grenadier-Division als Reserve 
nach Stirbitz, beide kamen jedoch nicht mehr in*s Gefecht, das 
die Franzosen bald aufgegeben hatten. 

Die Erfolge der schlesischen und der Nord- Armee hatten 
Napoleous Heerestheile auf das linke Elbe-Üfer zurückgedrängt, 



Fröhlich. 165 

eine allgemeine Offensive der verbündeten Heere sollte die i8is 
Entscheidung herbeiführen, in der Ebene um Leipzig wollten 
die Alliirten ihre Armeen zur Hauptschlacht vereinigen. 

Während die aus Polen herbeigerufene russische Reserve- 
Armee unter dem Generalen Benningsen die Stellungen des 
böhmischen Heeres längs des Erzgebirges einnahm, vollführte 
dieses vom 27. September an seinen Linksabmarsch gegen 
Chemnitz und Altenburg. 

Das 3. Armee -Corps — das Regiment Fröhlich jetzt 
unter dem Di visionär F. M. L. Prinz zu Hessen-Homburg — 
erreichte über Eomotau und Marienberg am 4. Oktober, das 
Reserve - Corps am 8. Chemnitz. Am 6. bestand die Vorhut 
des 3. Corps bei Flöha ein hitziges Gefecht gegen die Fran- 
zosen unter Marschall Murat, das Gros des österreichischen 
Corps marschirte bei Waldkirch auf, kehrte aber am 8. nach 
Chemnitz zurück, als der Gegner den Rückzug antrat. Am 
15. erreichte das 3. Armee-Corps Lützen, das Reserve -Corps 
Audigast, die Heere der Verbündeten nahmen jene Stellungen 
ein, von denen aus sie zum Entscheidungskampfe bei Leipzig 
vorrücken sollten. 

Am denkwürdigen 16. Oktober nahm die Völkerschlacht 
bei Leipzig ihren Anfang. Ein erhebender Tagesbefehl des Leipzig. 
Obercommandanten F. M. Fürst Schwarzenberg wies die 
Truppen auf die Wichtigkeit des bevorstehenden Kampfes 
hin, spornte die Krieger der verbündeten Heere zu edlem 
Wetteifer in der üeberwindung des mächtigen Feindes Aller. 

Das 3. Armee-Corps unter F. Z. M. Graf G y u 1 a y nebst 
der leichten Division F. M. L. Fürst Liechtenstein, dem Streif- 
corps des Obersten Graf Mensdorf und jenem des russischen G. L. 
Thielemann hatte den Auftrag, sich um 6 Uhr Früh bei Mark- 
rannstädt zu vei*sammeln, um 7 Uhr über Lindenau gegen Leipzig 
vorzurücken, den Angriff der Nachbar-Colonne zu erleichtem 
und die Verbindung zwischen dem böhmischen und dem schlesi- 
schen Heere zu erhalten. Die Grenadier-Division Graf W e i s- 
senwolf sollte dem 2. Armee-Corps um 7 Uhr in der Rich- 
tung auf Kounewitz folgen, bei diesem Orte als 3. Treffen 
aufmarschiren. 

Das 3. Armee-Corps brach um 4 Uhr Früh in 
2 Colonnen nach Markrannstädt auf, schied hier eine dritte 
Colonne aus und begann um 7 Uhr die Vorrückung zum An- 



166 Fröhlich. 

181S griffe auf Lindenau , welches das 4. französische Corps unter 
Marschall Bertrand yertheidigte. Die Brigade Grimmer 
mit der gesammten Artillerie des Corps griff längs der Chaussee 
das Dorf in der Front an, die beiden Bataillone Ton Fröhlich 
wurden zur Sicherung der linken Flanke beziehungsweise zur 
Unterstützung der 3. Colonne, Brigade Csolich, beim Beginne 
des Kampfes abgetrennt. 

Das erste Bataillon ging mit der Brigade Csolich 
über Klein-Zschocher zum Angriffe auf Lindenau vor, entwickelte 
sich nächst Elein-Zschocher längs der Elster, deckte die rechte 
Flanke der Brigade und war fast den ganzen Tag in ein äusserst 
heftiges Plänklergefecht mit den am anderen Ufer in den Ge- 
büschen aufgestellten Franzosen verwickelt. Erst am Nach- 
mittage endete der Kampf auf diesem Theile des Schlacht- 
feldes, dreimal hatte die tapfere Brigade Csolich den süd- 
lichen Theil Ton Lindenau genommen, eben so oft entrissen 
ihr die Franzosen das für sie so wichtige Dorf. 

Eine Pause trat im Gefechte ein, das Bataillon Fröhlich 
blieb aber im ununterbrochenen Feuergefechte mit den feind- 
lichen Plänklern. F. Z. M. Graf G y u 1 a y wollte die Erfolge 
des 2. Armee-Corps zwischen Elster und Pleisse abwarten, ehe 
er seine letzten Ki'äfte zur Eroberung des Dorfes Lindenau 
verwendete. 

Napoleon, besorgt um den Besitz Lindenau's und des 
dortigen Elster-Üeberganges, verstärkte nun das Coi*ps Bertrands. 
Dieser brach um ö Uhr Nachmittags aus Lindenau mit über- 
legener Macht heraus, trieb die Brigade Csolich gegen Klein- 
Zschocher und versuchte diesen Ort zu nehmen. 

Die kaiserlichen Truppen, Verstärkt durch das 1. Bataillon 
Fröhlich unter der Führung seines Begiments-Commandanten 
Oberst Hauger, leisteten den hartnäckigsten Widerstand, 
zwei Mal wurden die schon eingedrungenen Franzosen aus dem 
Dorfe wieder vertrieben, Klein-Zschocher blieb in den Händen 
der Oesterreicher , das Bataillon Fröhlich behielt es wäh- 
rend der Nacht besetzt. Bertrand zog seine Truppen nach 
Lindenau zurück. 

Während dieser harten Kämpfe, an welchen das 1. Ba- 
taillon so rühmlichen Antheil genommen, war das 2. Bataillon 
unter Major Baron Ackelshausen über Dölzig nach Horburg 
an die Luppe gerückt, um die Uebergänge über diesen Fluss, 



Fröhlich. 167 

die für die Verbindung des 3. Armee- Corps mit der schlesi- i'tis 
sehen Armee Ton grosser Wichtigkeit waren» und zugleich den 
Böcken der gegen Lindenau kämpfenden ersten Colonne zu 
sichern. 

Das Bataillon vertrieb in heftigem Feuergefechte die vor- 
geschobenen französischen Abtheilungen, reinigte die Gebüsche 
längs der Luppe vom Feinde und gelangte über Lautsch in 
die rechte Flanke der bei Lindenau stehenden Franzosen, mit 
denen es bis zum späten Abende im Kampfe blieb und erst 
in der Nacht nach Schön au zurückging. 

In diesen wechselvollen Kämpfen hatten sich Oberst Franz 
Hauger, Lieutnant Franz Casper und Wenzel Wrany so 
rühmlich ausgezeichnet, dass der Corps-Commandant diese Offi- 
ziere dem F. M. Fürst Schwär zenberg unter den hervor- 
ragend Tapfersten namhaft machte. Unter den Soldaten des 
Regimentes, deren Benehmen als ein vorzügliches geschildert 
wurde, fanden Feldwebel August Richter, Korporal Josef 
Jellinek Gelegenheit, durch besonders kühne und muthige 
Thaten die silberne Tapferkeits-Medaille zu erwerben. Korporal 
Johann Emmer erhielt die goldene. 

Korporal Johann Emmer, mit kühnem Muthe eine Ab- 
theilung der Flankier gegen den Feind führend, der im Vor- 
dringen begriffen war, rettete den verwundeten Fähnrich Johann 
Greischütz, den die Franzosen gefangen hatten, aus deren 
Händen und trug ihn auf den Schultern zum Verbandplatze. 
— Feldwebel August Richter zeichnete sich durch seltene 
Geistesgegenwart, Entschlossenheit und musterhafte Tapfer- 
keit im Flankier - Gefechte, durch Aneiferung seiner Mann- 
schaft und vortreffliches Beispiel vortheilhaft aus, — Korporal 
Josef Jellinek, nicht minder entschlossen, stürzte sich 
mit einigen Plänklern auf eine feindliche Abtheilung, welche 
verdeckt durch Gebüsche in den Rücken des Bataillons ge- 
langt war, und trieb sie nach kurzem Kampfe über die Elster 
zurück. 

Nebst dem Fähnrich Johann Greischütz wurden an 
diesem ersten Schlachttage noch Oberlieutnant Franz Hahne, 
Lieutnant Anton F 1 u x und Ludwig Baron Oberkirch, 
sowie 131 Soldaten verwundet; 20 Mann waren getödtet, 21 
vermisst. 



y 



168 Fröhlich. 

181S Die Grenadier-Division F. M. L. Graf Weissenwolf 

war ebenfalls um 7 Uhr Morgens von Audigast aufgebrochen 
und hinter dem 2. Armee - Corps über Gautzsch gegen Eonne- 
witz vorgerückt, dort als drittes Treffen bei dem zuerst ge- 
nannten Orte aufmarschirt. Am Nachmittage zur Unter- 
stützung der bei Wachau hartbedrängten Heerestheile ab- 
berufen, durchwatete die Division die Pleisse nächst Deuben 
und stellte sich, eine Lücke ausfüllend, zwischen der Division 
Bianchi und den Bussen östlich von Krebem auf. 

Noch vor Einbruch der Dämmerung berief F. M. Fürst 
Schwarzenberg die österreichischen Grenadiere, das für 
die Fortsetzung des Angriffes am nächsten Tage wichtige 
Plateau von Auenhayn den Franzosen zu entreissen. Unter 
dem Geschützfeuer des Feindes entwickelten sich die Grena- 
diere in musterhafter Ordnung, erstürmten die von den Fran- 
zosen tapfer vertheidigten Höhen, nahmen die Schäferei und 
hatten mit Einbruch der Nacht die ihnen gestellte Aufgabe 
glänzend gelöst. 

In steter Bereitschaft, jeden Versuch der Franzosen zur 
Wiedereroberung des verlorenen Bodens zurückweisen zu können, 
verbrachten die Grenadiere die Nacht unter dem Gewehre. 
Das Bataillon Berg er, welches in der Vorhut auf das Pla- 
teau losgestürmt, hatte sich vorzüglich bemerkbar gemacht. 

Der 17. Oktober verfloss für das 3. Armee -Corps ohne 
Kampf, das Regiment Fröhlich, welches an diesem Tage 
durch das aus Theresienstadt eingetroffene 3. Bataillon ver- 
stärkt worden war, wurde von seinen dem Feinde nächsten 
Posten zu Scbönau und Klein - Zschocher abgelöst und kam 
in das Lager bei Altrannstädt, die Grenadiere blieben in ihrer 
Aufstellung bei Auenhayn. 

Am 18. Oktober begann der Kampf auf allen Theilen des 
weiten Schlachtfeldes von Neuem, für unser Regiment 
verlief der Tag thatenlos. Bertrand ging am Vormittage selbst 
zum Angriffe des Corps Gyulay über, er hatte bei Klein- 
Zschocher ein hartes Gefecht mit der Brigade Csolich und 
zog dann gegen Weissenfeis ab. 

Die Brigade Grimmer, Anfangs zur Unterstützung gegen 
Zschocher gerückt, war durch einen Befehl des Armee -Com- 
mandanten mit dem grössten Theile des Corps über Knaut- 
heim nach Pegau abberufen worden. Das Grenadier -Bataillon 



Fröhiich. 169 

Berger stand während des Verlaufes der Schlacht als Oe- i8is 
schütz * Bedeckung bei Dölitz in Verwendung. 

Die siegreichen Heere der Verbündeten lagerten am 
Abende des 18. Oktober um Leipzig, der geschlagene Feind 
durchzog die Ton Truppen überfüllte Stadt. Um 12 Uhr 
Mittags hielten die alliirten Monarchen mit dem Fürsten 
Schwarzenberg ihren Einzug in die Stadt, während an 
einzelnen Orten noch der Kampf mit den zur Verzweiflung 
getriebenen Franzosen tobte. 

Theile des böhmischen und schlesischen Heeres setzten sich 
am Abende des 19. Oktober zur Verfolgung des eilig ab- 
ziehenden Feindes in Bewegung, das 3. Armee -Corps unter 
F. Z. M. Graf Gyulay ging von Pegau am 20. nach Naum- 
burg, um den Franzosen den dortigen üebergang über die 
Saale zu verwehren. 

Die Versuche des Feindes, sich der Stadt sowie des Saale- 
üeberganges bei Kosen zu bemächtigen, scheiterten an dem 
tapferen Widerstände einer österreichischen Truppen - Abthei- 
lung, die am Vormittage das 3. Armee -Corps in Naumburg 
ablöste, indess diese Abtheilung das Defil^e von Kosen be- 
setzte. 

Das französische Heer passirte die Saale bei Weissenfeis 
und Hess zur Deckung des weiteren Bückzuges gegen Erfurt 
eine starke Nachhut bei Kosen zurück. Als diese am Kosen. 
21. Oktober die Brücke angriff, mussten die Oesterreicher 
Anfangs der Uebermacht weichen, bald aber griff die Brigade 
6. M. Graf Salins des 3. Corps in den Kampf ein, nahm 
die Brücke, behauptete sie den ganzen Tag und machte 400 
Franzosen gefangen. 

Unser Regiment wurde zur Unterstützung der Brigade 
Salins vorgezogen, hinter einer Höhe verdeckt aufgestellt, und 
Abends, als der Gegner seine Stellung verliess, zur Besetzung 
von Alt- und Neu -Kosen entsendet. Um über den weiteren 
Rückzug der Franzosen Gewissheit zu erlangen, wurden Frei- 
willige des Regimentes aufgefordert, die Höhen bei Hassen- 
hausen zu ersteigen und die Stellung des Feindes auszukund- 
schaften. 

Feldwebel Wenzel Kammer meldete sich zu dieser Unter- 
nehmung, schlich begünstigt durch die Finsterniss der Oktober- 
Nacht gegen das Dorf und traf dort auf feindliche Vorposten, 



1 70 JPVöWtcÄ. 

1818 die Ton den MühBii des Tages erschöpft in tiefem Schlummer 
lagen. Basch zurückeilend, machte Kammer Meldung von 
dieser Nachlässigkeit der Franzosen, Fähnrich Franz Petz 
mit einer Abtheilung brach von Kammer geführt gegen 
Hassenhausen auf, zwei feindliche Posten wurden vollständig 
überfallen und die Mannschaften gefangen nach Kosen ge- 
bracht. 

Feldwebel Kammer , der auch bei diesem üeberfalle sich 
brav benommen; erhielt als Belohnung für seine kühne That 
vier Dukaten in Oold. Dieselbe Belohnung wurde dem Kor- 
poralen Jobann Schul 1er zu Theil, der mit gleicher Findig- 
keit an eine feindliche Geschütz-Stellung heranschlich und den 
Abzug der französischen Artillerie constatirte. 
Bcurtsbtrga. Am 22. Oktober bei Eckartsberga leistete die fran- 

zösische Nachhut erneuert Widerstand und brachte das Streif- 
Corps des Obersten Scheiter in arge Bedrängniss. Das 3. 
Bataillon Fröhlich, zur Unterstützung Scheiters entsendet 
nahm an dem Kampfe rühmlichen Antheil, erlitt einen Verlust 
von 4 Todten und 32 Verwundeten, unter denen der Fähnrich 
Johann Hillebrand. 

In diesem Qefechte zeichnete sich Feldwebel Jacob Bü- 
schel vortheilhaft aus, indem er mit seinen Plänklern einen 
Graben besetzte, als eine fremde Abtheilung von 30 Mann 
ihren commandirenden Offizier durch eine feindliche Kugel verlor, 
den Befehl auch über diese Soldaten übernahm und den 
Graben bis zur Beendigung des Gefechtes behauptete. 

In fast ununterbrochenen Märschen folgte nun das Heer 
der Verbündeten den dem Rheine zueilenden Franzosen. Unser 
Begiment, sowie die Grenadiere berührten Jena, Weimar, 
Fulda, passirten am 5. November Frankfurt am Main, das 
Begiment kam am 6. nach Bornheim, das Grenadier - Bataillon 
Berger blieb zum Empfange der verbündeten Monarchen in 
Frankfurt. 

Bei Hanau hatte Napoleon am 30. Oktober die von der 
Donau herangeeilte österreichisch-baierische Armee unter dem 
Generalen Fürst Wrede geschlagen, dann sein Heer über den 
Bhein geführt, an dessem rechten Ufer nur der Brückenkopf 
von Mainz nebst Hochheim besetzt blieb. 
Hochheim. Hochheim, von 2000 Franzosen mit 20 Geschützen 

vertheidigt, wurde am 9. November vom 3. Armee -Corps 



Fröhlich. 171 

unter F. Z. M. Graf Gyulay angegriffen, um 2 Uhr Nach- iwt 
mittags begannen die Truppen in drei Colonnen die Bewegung 
gegen die Stadt. Die erste Colonne — in welcher das Re- 
giment Fröhlich — unter persönlicher Führung des Corps- 
Commandanten, rückte Ton Höchst auf der grossen Strasse 
gegen Hochheim, die Artillerie eröffnete ein so wirksames 
Feuer, dass das feindliche Geschütz bald zum Schweigen ge- 
bracht wurde. 

Die Brigade G. M. Csolich erstürmte zwei vor der 
Stadt gelegene Fleschen und warf den Feind bis an die Thore, 
nahm zwei derselben, drang in die Stadt ein und machte 
25 Offiziere, 800 Mann gefangen. Fast gleichzeitig waren auch 
die 2. und 3. Colonne in die Stadt gedrungen, die Franzosen 
verliessen dieselbe und zogen sich mit einem Gesammtverluste 
von 1 Fahne, 4 Kanonen, 30 Offizieren und 1000 Mann an 
Gefangenen in grösster Unordnung in den Mainzer Brücken- 
kopf zurück. F. Z. M. Graf Gyulay stellte seinen Truppen das 
lobende Zeugniss aus, dass „alle den grössten Eifer und glän- 
zendsten Muth bewiesen.* 

Unser Regiment verlor 2 Todte und 24 Verwundete, 
unter denen Hauptmann Anton Lopacs und Fähnrich Franz 
Petz. Diesem Letzteren war es gelungen, durch eine kleine 
Pforte der Umfassungsmauer in die Stadt zu dringen und zwei 
Munitionswagen zu erbeuten, als eine Kugel ihn ereilte. Feld- 
webel Franz Keller zeichnete sich ebenfalls aus, indem er 
einen französischen Offizier und mehrere Soldaten gefangen 
nahm, während Korporal Johann SchüUer als Erster in eine 
vor der Stadt gelegene Schanze mit grosser Kühnheit eindrang 
und eine ganze Abtheilung abschnitt, die den nachfolgenden 
Truppen sich ergeben musste. Korporal S c h ü 1 1 e r erhielt für 
seine auffallende Tapferkeit die silberne Medaille. 

Mit Ausnahme der beiden Brückenköpfe vou Mainz und 
Kehl hatten die Franzosen das rechte Rheinufer verlassen, in 
den Operationen des böhmischen Heeres trat ein längerer Still- 
stand ein. Nach all' den Kämpfen und Mühseligkeiten dieses 
Feldzuges bezogen die Truppen, sich längs des Rheines aus- 
breitend, Erholungsquartiere, die österreichische Armee in Baden 
und Hessen -Darmstadt. 

Aber nicht lange sollten die Truppen der Verbündeten 
der Ruhe geniessen, die energischen Massregeln Napoleons zur 



172 Fröhlich. 

1818 Abwehr der Frankreich drohenden Invasion veranlassten 'die 
Monarchen, den Krieg ohne Unterbrechung fortzuführen, am 
21. Dezember sollte das böhmische Heer den Rhein bei Basel 
überschreiten und durch die Schweiz auf französischen Boden 
rücken. 

Unser Regiment war nach der Erstürmung von Hoch- 
heim im Einschliessungs-Corps vor dem Mainzer Brückenkopfe 
geblieben, hatte mehrmals die Vorposten gegen denselben be- 
zogen, marschirte am lö. November über Darmstadt und, nach 
kurzen Aufenthalten in Cantonnirungen zu Oos und Ehren- 
stetteu, über Lörrach nach Basel, wo es am 21. Dezember 
den Rhein passirte. Durch den Canton Solothurn erreichte das 
Regiment am 27. Dezember die französische Grenze bei Court- 
leber, übersetzte in beschwerlichen Märschen das Jura-Gebii^e 
und stand am Jahresschlüsse in Danvant. 

Das Grenadiere-Bataillon Berg er, welches beim Einzüge 
der Monarchen in Frankfurt im Vereine mit russischen und 
preussischen Garden das Spalier gebildet hatte, war am 8. No- 
vember nach Homburg entsendet worden, um dieses vor Re- 
quisitionen der alliirten Truppen zu schützen. Nach 8 Tagen 
von dort abberufen, marschirte das Bataillon über Mannheim 
zur Armee, passirte am 21. Dezember den Rhein bei Schaff- 
hausen, rückte über Zürich, Bern, Neuchatel nach Frankreich 
und erreichte am 31. Dezember Morteau am oberen Doubs. 

Die beiden Landwehr-Bataillone unseres Re- 
gimentes waren am 6. Juli in Czaslau und Leitomischl 
zur Aufstellung gekommen und am 17. Juli in Kuttenberg 
armirt und ausgerüstet worden. Das 1. Bataillon zählte an 
jenem Tage 1289, das zweite 934 Mann. 

Als die rascheste Absendung des 1. Bataillons angeordnet 
wurde, ergänzte dieses seine Offiziere und Chargen aus dem 
zweiten, und marschirte am 5. August unter dem Commando 
des Majors Freiherrn von Hörn nach Theresienstadt, wo 
es am 11. eintraf und sogleich zum Dienste verwendet wurde. 
Am 14. kam auch das 2. Landwehr-Bataillon unter Major 
Anton Borosini Ritter von Hohenstern in der Festung 
an, beide erhielten ihre Eintheilung in der Brigade G. M. 
Drechsler, Division F. M. L. Wied-Runkel. 

Das 1. Landwehr- Bataillon ging am 7. Oktober nach 
Tetschen zur Deckung der Arbeiter am dortigen Brückenkopfe 



/ 



Fröhlich. 173 

lind bezog am 16. Oktober mit der 1., 2. und 3 Compaguie isis 
Vorposten nächst Peterswalde im Anschlüsse an jene der 
Truppen-Abtheilung des F. M. L. Chasteller, welcher mit einem 
Theile der Festungsbesatzung die Uebergänge über das Erz- 
gebirge besetzt hielt. 

Zur Recognoscirung der Brücken des Feindes bei König- 
stein wurde Obeiiieutnant Johann Hahne mit 12 Mann, 
1 Tambour und 2 Dragonern im Auftrage des Truppen-Com- 
mandanten unter dem Deckmantel eines Parlamentärs entsendet. 
In der Nacht zum 18. Oktober schlich Oberlieutnant Hahne 
mit seinen Begleitern bis in die Nähe der Schiffbrücke, machte 
seine Beobachtungen und musste sich, als der Feind durch 
seine Annäherung alarmirt wurde, als Parlamentär zu erkennen 
geben. Vor den feindlichen Commandanten, den sächsischen 
Generalen Graf Warnsdorf, gebracht, rechtfertigte Oberlieutnant 
Hahne sein Erscheinen durch die ihm mitgegebenen Voll- 
machten und kehrte Abends unbehelligt in das Hauptquartier 
des F. M. L. Chasteller zurück, der ihn für die umsichtige und 
erfolgreiche Lösung seines Auftrages belobte. 

Nachdem die beiden ersten Compagnien des 1. Landwehr- 
Bataillons im Vereine mit 1 Division Kolowrat und V« Esca- 
dron Dragoner die Stadt Pirna besetzt, ruckten dieselben am 
20. Oktober in der Truppen-Coloune des F. M. L. Chasteller 
vor Dresden, welches von den Verbündeten eingeschlossen war. 
Die 1. Division kam auf Vorposten gegen den grossen Garten 
und hatte am 21. Früh sowie am 24. Oktober kurze Gefechte 
gegen die Besatzung desselben. 

Die 3. Compagnie war seit 20. Oktober bei den Ein- 
Schliessungstruppen gegen die Befestigungen des Feindes auf 
dem Sonnensteine zurückgeblieben und hatte am nächsten 
Tage einen Ausfall der Franzosen zurückgeschlagen, bei welcher 
Gelegenheit von der Compagnie 4 Mann verwundet und 2 Mann 
gefangen wurden. Die ^4. Compagnie hielt das Schloss Tetschen 
besetzt, die 5. und 6. bewachten die Verpflegs-Magazine zu 
Teplitz und Pillnitz. 

Am 25. Oktober kam die 1. Division nach Mügeln, von 
wo aus Oberlieutnant Bosentritt mit 40 Mann der 1. Com- 
pagnie eine Recognoscirung gegen Dobritz unternahm, am 27. 
wurden die Vorposten gegen den grossen Garten bei Dresden 



174 Fröhlich. 

181S bestritten. Die Franzosen mussten in den Garten zurückge- 
worfen werden und Hessen 24 Gefangene in den Händen unserer 
Division. An demselben Abende streifte Oberlieutnant Zizius 
mit 40 Mann bis an den Landgraben, dessen Besetzung Seitens 
des Feindes er constatirte. 

Nach kurzem Gefechte am 29. Oktober, au welchem die 

1. Landwehr-Division nebst einer Abtheilung Kosaken betheiligt 
war, wurden die Franzosen aus dem Landgraben vertrieben, 
und dieser nun von unserer Division im Vereine mit 4 Esca- 
dronen Eosaken besetzt. Am 5. November kam die Division 
in das Schloss Pillnitz. 

Als die Besatzung Dresdens am 12. November capitulirte 
und auch die Yerschanzuugen auf dem Sonnensteine vom Feinde 
übergeben wurden, blieben die ersten drei Compagnien theils 
in Pirna, theils in Dresden, von wo dieselben am 9. Dezember 
nach Theresienstadt zurückkehrten. Die 4., 5. und 6. Com- 
pagnie trafen gleichzeitig in der Festung ein, in welcher das 

2. Landwehr-Bataillon während dieser Zeit den Wachdienst 
versehen hatte. 

Am Ende dieses ereignissvollen Jahres standen sonach die 
beiden Landwehr-BataiUone unseres Begimentes in The- 
resienstadt, die drei Feld-Bataillone und die Grenadiere auf 
französischem Boden, den sie in dem siegreichen Heere der 
Verbündeten unter dem F. M. Fürst Schwarzenberg be- 
treten hatten. In den wenigen Kämpfen, an welchen das Be- 
giment betheiligt war, hatte dasselbe 6 Offiziere, 336 Mann 
an Gesammt- Verlusten eingebüsst, nebstdem aber durch Krank- 
heiten derart an seinem Stande gelitten, dass im Monate No- 
vember allein 24 Offiziere in fremden Spitälern darniederlagen. 

Eine goldene und zwei silberne Tapferkeits- 
Medaillen belohnten die Braven, die bei der Grossartigkeit 
der allgemeinen Verhältnisse dennoch Gel^enheit gefunden 
hatten, sich besonders bemerkbar zu machen und über ihre 
tapferen Waffengef&hrten als die Tapfersten hervorzuleuchten. 

uu Napoleons Widerstand gänzlich zu brechen , den Frieden 

in Paris zu diktiren, mit diesem Ziele hatten die Heere der 
Verbündeten Frankreichs Boden betreten. Die Hauptarmee 
des F. M. Fürst Schwarzenberg rückte mit mehr als 
250.000 Mann über Langres gegen die französische Haupt- 



Fröhlich. 175 

Stadt, zu derea Vertheidigung Napoleon alle Mittel aufgeboten isu 
hatte. 

Das Begiment Fröhlich mit 3 Bataillonen hatte seine 
Eintheilung noch wie bisher im 3. Armee- Corps des F. Z. M. 
Oraf Ignaz Oyulay, Division F. M. L. Fürst Hohenlohe-Bartenstein, 
Brigade 0. M. Grimmer von Biesenburg. Oberst H auger 
commandirte das Begiment, Major Baron Ackels hausen 
das 1., Major Baron Bock das 2., Oberstlieutnant von Bigoni 
das 3. Bataillon. Das Grenadier - Bataillon Berger blieb in 
der Brigade G. M. Fürstenwärther. Das Begiment stand am 
1. Januar zu Pont de Boide in der Nähe von Be8an9on, das 
Grenadier-Bataillon zu Morteau. 

Deber Montbäliard und Vesoul vorrückend, erreichte das 
3. Armee-Corps am 12. Januar Fayl Billot südlich von Langres, 
welches der Marschall Mortier mit der kaiserlichen Garde, den 
Gerüchten zufolge, besetzt haben sollte. 

Als aber am 17. Januar das 3. Corps gegen Langres LangrM. 
den Angriff vorbereitete und die Stadt förmlich umzingelt hatte, 
fanden die österreichischen Truppen geringen Widerstand, 
die Besatzung aus nur 6 Offizieren und 200 Grenadieren be- 
stehend capitulirte, 13 Geschütze und viele Vorräthe fielen 
den Kaiserlichen in die Hände. Noch am selben Abende 
setzte das 3. Armee-Corps seinen Marsch bis Chaumont fort, 
um die Franzosen, die dort erneuert Aufstellung genommen, 
zu vertreiben. 

Wieder hatte der Gegner sich dem Zusammentreffen mit 
den Truppen der AUiirten entzogen, das 3. Corps marschirte 
nach Clairvaux, um von hier aus im Vereine mit dem 4. Armee- 
Corps am 24. Januar zum Angriffe auf den bei B a r sur Aube b«i. 
stehenden Marschall Mortier vorzugehen. Nur ein Theil des 
3. Armee -Corps kam in's Gefecht, welches mit dem Bück- 
zuge der Franzosen endete. ünserBegiment war am Abende 
dieses Tages, nachdem es 20 Stunden marschirt war, wieder 
in Clairvaux. Am 25. wurde Bar sur Aube besetzt. 

Um diese Zeit hatte sich die schlesische Armee, nachdem 
sie den Bhein am 1 . Januar zwischen Mannheim und Coblenz 
überschritten, der Hauptarmee so weit genähert, dass beide 
Heere gemeinsam zu handeln vermochten. Als nun die schle- 
sische Armee am 29. und 30. Januar bei Brienne von Napo- 
leon geschlagen wurde, verstärkte der F. M. Fürst Schwär- 



1 76 Fröhlich 

isu zeuberg dieselbe durch das 3. und 4. Armee-Corps, welche 
unter den Befehl des Marschalls Blücher traten und am 
Brieiine. 1. Februar an der siegreichen Schlacht belBrienne theil- 
nahmen. 

Das 3. Armee-Corps, zur Unterstützung des russischen 
unter General Baron Sacken bestimmt, sammelte sich um 
11 Uhr Vormittags zwischen Ar^onval und Trannes, die In- 
fanterie entwickelte sich zwischen der grossen Strasse nach la 
Bothi^re und der Aube mit Bataillons-Massen in Schlacht- 
ordnung. Längs des Flusses vorrückend, sollte das 3. Corps 
als linke Flügel-Colonne der Armee den äussersten rechten 
Flügel der Franzosen bei Dienville angreifen, diesen Ort mit 
den dortigen Aube-Brücken in Besitz nehmen. General Gerard 
befehligte in Dienville, von hier bis la Rothiäre stand die 
französische junge Garde. 

Um 12 Uhr Mittags gaben 3 Kanonenschüsse den Ver- 
bündeten das Zeichen zum Angriffe. Das 3. Armee-Corps ge- 
langte nach kurzem Gefechte bis nahe Dienville, vor dieser 
von den Franzosen stark besetzten Stadt kam jedoch der Au**, 
griff zum Stehen, eine heftige Kanonade von beiden Seiten 
unterhielt den Kampf, am rechten Flügel des 3. Corps waren 
24 österreichische Geschütze in Thätigkeit. 

Die Brigade G. M. Grimmer, bisher als Reserve ge- 
folgt, verlängerte nun die Schlachtlinie des Corps, marschirte 
zur Sicherung der Artillerie am rechten Flügel der Geschütze 
auf und war bald in ein heftiges Feuergefecht mit der ihr 
gegenüberstehenden jungen Garde verwickelt. 

Als nun das gegen la ßothifere dirigirte Corps des Ge- 
neralen Sacken gegen die Franzosen keine Fortschritte zu 
machen vermochte, befahl Marschall Blücher persönlich um 
7 Uhr Abends der Brigade GM. Grimmer, die Russen im 
Augriffe auf das Dorf zu unterstützen. Eine glückliche Attake 
der russischen Cavallerie hatte um diese Zeit die feindliche 
Reiterei geworfen, Unordnung auch in der französischen In- 
fanterie hervorgebracht. Der jetzt wieder unternommene Sturm 
der Russen brachte sie in den Besitz des Dorfes bis auf die 
Kirche, welche von den Franzosen aufs hartnäckigste behauptet 
wurde. 

Die Brigade G. M. Grimmer unterstützte die Russen kräftig, 
das 1. Bataillon Fröhlich unter seinem tapferen Comman- 



Frötdich, 177 

danten Major Baron Ackelshausen drang stürmend in die i&u 
Hauptgasse des Dorfes und hielt sich in den der Kirche nächst- 
gelegenen Häusern. Zwei frische russische Grenadier-Regimenter 
griffen in den Kampf ein und bald war das ganze Dorf ge- 
nommen, der Feind wich, die Schlacht war zu Gunsten der 
Verbündeten entschieden. 

Während dieser Ereignisse im Centrum, hatte das 3. 
Armee - Corps vergebliche Versuche gemacht , Dienville zu 
nehmen, der Feind hatte diesen für seinen Sückzug wichtigen 
Punkt durch Theile der alten Garde verstärkt, die Oesterreicher 
waren zu schwach, um entscheidende Erfolge erkämpfen zu 
können. Die Nacht war eingebrochen, überall hatte der Kampf 
sein Ende erreicht, nur bei Dienville durchblitzten noch ein- 
zelne Kanonen- und Gewehrschüsse die dichte Finsterniss. 

Da befahl F. M. Fürst Schwarzenberg dem 3. Armee- 
Corps, Dienville um jeden Preis zu nehmen, nach viermaligem 
Sturme war der am rechten Flussufer gelegene Stadttheil in 
den Händen der Oesterreicher, die Brücke und den am linken 
Ufer befindlichen Theil Dienville's hielten jedoch die Franzosen 
mit Zähester Ausdauer. Das 2. Bataillon Fröhlich, welches 
schon früher die Aube bei ünienville passirt hatte, rückte nun 
im Vereine mit anderen Truppen des Corps auf dem linken 
Flussufer gegen Dienville, den letzten Widerstand des Feindes 
ZU brechen. 

Die 10. und 11. Compagnie unter Hauptmann Johann von 
KoUak betheiUgten sich an dem Angriffe gegen die zunächst 
der Brücke gelegenen Häuser, die auch bald genommen waren. 
Nun sollte die stark verbarrikadirte Brücke gestürmt werden, 
welche mit wahrem Heldenmuthe von den Franzosen vertheidigt 
wurde. Mehrmals drangen auch die beiden Compagnien bis in 
die Nähe der Brücke, die Tapferkeit des Feindes zwang sie 
aber jedes Mal zur Umkehr. 

F. M. L. Fürst Hohen lohe und Major Baron Wald- 
stätten des General-Quartiermeister-Stabes riefen nun Frei- 
willige vor. Feldwebel Carl Petz, erst kürzlich im Alter von 
16 Jahren aus dem Begiments-Erziehungshause in*8 Feld ge- 
rückt, und viele Soldaten von Fröhlich folgten dem Bufe, 
mit grösster ünerschrockenheit stürmten diese Braven wieder 
gegen die Brücke, begannen die Barrikade zu ersteigen. Das 
heftige Geschützfeuer des Gegners trieb sie abermals zurück 

GMchiehtt dM 28. Inf.-Bgnte. 12 



178 Fröhlich. 

1814 und erst dem Angriffe anderer Truppen am rechten Flussufer 
konnte es gelingen, die so tapfer vertheidigte Brücke zu nehmen. 

Die Franzosen zogen in der Nacht ab, die Verbündeten 
lagerten auf dem Schlachtfelde. Von 73 eroberten Geschützen 
hatte das 3. Armee-Corps 8 dem Feinde abgenommen, unser 
Regiment verlor in diesen Kämpfen nur 7 Mann an Todten, 
2 Offiziere — Hauptmann Franz Binder von Degenschild 
und Lieutnant Franz Graf — nebst 17 Mann wurden ver- 
wundet, 25 vermisst. 

Unter den Ansgezeichneten , die F. Z. M. Graf Gyulay 
dem Armee-Commandanten namhaft machte, befanden sich: 
Oberst Franz Hauger, Major Benedikt Baron Ackels- 
hausen, Hauptmann Franz Binder von Degenschild, 
Johann von Kollak und Johann Kriegern, Oberlieutnant 
Karl Weninger und August Baron de Vicq, Lieutnant 
Wenzel Wrany und Anton Hentke. 

Feldwebel Carl Petz, welcher als Adjunkt des Begiments- 
Adju tauten blos mit dem Säbel bewaffnet so muthig gekämpft, 
erhielt die silberne Tapferkeits-Medaille. Dasselbe Ehrenzeichen 
erwarben sich noch folgende Soldaten: 

Korporal Martin S c h 1 e n z vermisste während des Kampfes 
seinen Feldwebel, er suchte und fand ihn mit dem Tode ringend, 
von zwei Franzosen umgeben, die sich eben daran machten, 
deu Verwundeten auszuplündern. Rasch entschlossen, schoss 
Sohle nz einen der Feinde nieder, eilte dem entweichenden 
Zweiten nach, streckte ihn mit einem Kolbenschlage zu Boden, 
entriss ihm das Geraubte und brachte den Feldwebel mit Hülfe 
eines Soldaten in Sicherheit. 

Korporal Johann Kadefabek und Gefreiter Johann 
Pawliöek waren unter den Ersten beim Angriffe auf die 
Brücke von Dienville, Allen vorauseilend stürzten sie mit dem 
Bajonnete auf zwei feindliche Offiziere, die ihre Mannschaft 
zum Kampfe aneiferten, und stachen dieselben Angesichts der 
von solcher Kühnheit übenascfaten Franzosen nieder. 

Nebst diesen Braven zeigten auch Feldwebel Johann 
Oswald, Korporal Franz T h u m a und Mathias S c h a c k un- 
gewöhnlichen Math und hervorleuchtende Tapferkeit, indem 
sie bei dem Angriffe auf la Bothike im Handgemenge mit 
dem Feinde mehrere Franzosen tödteten und die Mannschaft 
durch ihr Beispiel zu gleichen Thateu aneiferten. 



PröMick 



179 



Die Hauptarmee der Verbündeten setzte am 2. Februar isu 
ihren Marsch gegen Troyes fort, das 3. Annee-*Corps mar- 
schirte am 7. dorthin, kam am 14. bis Sens, am 18. bis Ser* 
bonne. Mehrfache Erfolge Napoleons gegen die schlesische 
Armee bedingten nun auch die rückgängige Bewegung des 
Hauptheeres der Verbündeten hinter die Aube, das 3. Armee- 
Corps zog über Bar s/Seine dorthin und stand am 24. Februar 
bei Qy6 s/Seine. 

Die Mittel-Division des 1. Bataillons nebst den Zimmer- 
leuten des Kegimentes Fröhlich unter Hauptmann Baron 
B r e u n e k kam am 23. nach C h a p p e s, wo das Hauptquartier cbaypes. 
des 3. Corps sich befand. Als dieses am 24. Früh unter der 
Bedeckung yon 1 \ Compagnien abmarschirte, blieb die halbe 
3. Compagnie unter Oberlieutnant Wilhelm Eempf mit dem 
Auftrage in Chappes zurück, die im Dorfe und bei der nahe 
gelegenen Mühle befindlichen Brücken zu zerstören, dann nach 
Bar s/Seine abzurücken. 

Die hölzerne Brücke nächst der Mühle war bald zerstört, 
jene im Dorfe aber erforderte die angestrengteste Arbeit, wo- 
durch die Truppe länger als yorauszusehen in Chappes ver- 
weilen musste. Plötzlich drang feindliche Cavallerie in den Ort, 
die ihrer weissen Mäntel wegen anfänglich für befreundete 
gehalten wurde. Zu spät den Irrthum erkennend, war die halbe 
Compagnie Fröhlich bald umringt, Oberlieutnant Kempf, 
Fähnrich Weiss und 67 Mann wurden gefangen. 

Nach vielfachen Hin- und Hermärschen zwischen Aube 
und Seine war das Hauptheer des F. M. Fürst Schwarze n- 
berg am 21. März bei Arcis s/Aube in Schlachtordnung Arci>. 
aufgestellt, das 3. Armee-Corps im Centrum. Mit klingendem 
Spiele rückten 100.000 Mann um die Mittagsstunde gegen 
Arcis, das nur von der starken französischen Nachhut besetzt 
war. Napoleon selbst mit dem grösseren Theile seiner Armee 
hatte Angesichts der grossen üeberlegenheit der Verbündeten 
den Bückzug angetreten. Unser Begiment kam nicht zum 
Kampfe. 

Napoleon wendete sich nun ostwärts, um durch Organi- 
sirung des Volkskrieges im Bücken der Verbündeten diese zur 
Umkehr zu veranlassen. Dieser Plan schlug fehl, die Heere 
der Alliirten näherten sich mehr und mehr Paris. 

12* 



182 Fröhlich — Kutschera, 

18U Grenadiere im Laufe des Coogresses für ihr musterhaftes 
Betragen, ihre gute militärische Haltung und ihre Gewandtheit 
im Exercieren und Manövriren. 

Wie im vergangenen Jahre bildeten die beiden Land- 
wehr-Bataillone Fröhlich auch jetzt einen Theil der 
Besatzung von Theresienstadt. Das 1. Bataillon zählte 6, das 
zweite 4 Gompagnien und 1 Depot-Division. Schon war die 
Auflösung der böhmischen Landwehr angeordnet, als für die 
beiden Bataillone Fröhlich der Befehl eintraf, im Vereine 
mit 10 anderen unter G. M. GoUner am 15. März von There- 
sienstadt nach Ulm zu marschiren. TJeber Pilsen, Wald- 
mfinchen, Begensburg trafen beide Bataillone am 6. April in 
der Bundesfestung ein.*) 

Ein neuer Befehl bestimmte die Bataillone zur Belagerung 
von Hüningen, sie rückten über Winterthur, Zürich nach Con- 
stanz, wurden aber von hier in die Heimat zurückgesendet. 
Beide Bataillone erreichten am 9. Mai Ulm, das 2. setzte 
seinen Marsch fort, das 1. blieb zur üeberwachung von Artil- 
leriegütern theils in der Festung, dann mit Detachements in 
Donauwörth, Günzburg und Begensburg. 

Am 11. Juni marschirte auch das 1. Bataillon nach 
Böhmen und traf am 10. Juli in Chrudim ein, wo es im 
Monate September noch die WafTenübung mitmachte. Das 
2. Bataillon, am 18. Juni in Josefstadt angelangt, wurde am 
18. Juli nach Deutsch br od verlegt. 
1815 Mit dem neuen Jahre erhielt unser Regiment in dem 

F. M. L. Johann Freiherrn von Eutschera, General- 
Adjutanten des Kaisers Franz, seinen neuen Inhaber. 

Nach Napoleons Wiedereinzug in Paris rüsteten die Ver- 
bündeten mit aller Macht gegen das dem Kaiser zujubelnde 
Frankreich, Oesterreich stellte am Oberrhein und in Ober- 
Italien zwei Heere, ein drittes gegen Neapel auf. 

Das Regiment Kutschera unter dem Commando des 
Obersten Franz Hauger mit dem 1. Bataillon unter Major 
Baron Bock, dem zweiten unter Major Otto, dem dritten 
unter Oberstlieutnant Baron Ackelshausen, wurde zur Armee 



*) Auf den M&rschen durch Deutschland gebührte den kaiserlichen 
Truppen die Etapen-Yerpflegong, bestehend in Vs Pfund RindfleiBch, 
\ Pfund Gemflse oder Mehl, Vi Pfund Brod. Der Lieutnant bezog 
täglich 2, der Hauptmann 3, der Stabsoffizier 6 solcher Portionen. 



KuUchera. 183 

in Ober-Italien unter dem G. d. C. Barou Frimont, das 1815 
Grenadier-Bataillon Berger zur Oberrhein-Armee unter dem 
F. M. Fürst Schwarzenberg bestimmt. 

Am 18. März von Euttenberg aufbrechend, vereinigte sich 
unser Regiment mit dem 1. Bataillon in Iglau und mar- 
schirte über Znaym nach Wien. Hier defilirte das Regiment 
vor seinem neuen Inhaber, dann vor dem Kronprinzen Erz- 
herzog Ferdinand. 

Nur jeden 7. Tag Bast haltend, setzte es den Marsch über 
den Semmering, Elagenfurt, Tarvis, Gonegliano, Verona ohne 
längere Unterbrechung bis Bergamo fort, blieb hier vom 
30. April bis 6. Mai, dann in der Umgebung von Mailand 
bis zum 3. Juni. Das Regiment erhielt seine Eintheilung im 
2. Armee-Corps. 

Um diese Zeit hatte sich die ans ungefähr 60.000 Mann 
bestehende Armee in der Lombardie versammelt, sie trat nun 
in 2 Haupt- Colonnen den Marsch nach Frankreich an, die 
eine derselben durch Wallis, die andere, aus dem 2. Armee- 
Corps bestehend, durch Piemont und Savoyen. Das Ziel beider 
Colonnen war Lyon. 

In 22 Märschen legte das 2. Armee-Corps den Weg von 
Mailand nach Lyon zurück, überstieg den Mont Cenis, lieferte 
dem Feinde mehrere Vorhut-Gefechte mit stets siegreichem 
Ausgange, nahm Gr^noble und viele kleinere Festungen ein 
und besetzte schliesslich im Herzen Frankreichs dessen zweite 
Hauptstadt. *) 

Das Regiment Kutschera hatte nicht die Gelegenheit 
zu besonderen Waffenthaten, häufig jedoch versah es den Sicher- 
heitsdienst während der Nacht und mehrmals in den Flanken 
der Haupt-Colonnei 

Die Marschlinie unseres Regimentes ging von Rh6 nächst 
Mailand (12. Juni) über Vercelli (15.), Veneria nördlich Turin 
(18.), Mont Cenis, Lans-le-bourg (25.), Montm^lian (3. Juli), 
Chamböry (7.), Pont de Beauvoisin nach Lyon 15. Juli. 
450 Kilometer betrug die Länge der Marschlinie, 207« ^i^o- 
meter die durchschnittliche tägliche Marschleistung. 

Bis 25. August blieb das Regiment in der Stadt, bezog 
dann die Gantonnirungen westlich von Lyon, Regimentsstab 

*) Mit dem Betreten des französischen Gebietes erhielten die 
Offiziere statt der Etapen eine tAgliche Yergütong von 5 Francs. 



184 Kutschera. 

1815 uDd 3. Bataillon zu Gr^zieux la Yarenne, 1. Bataillon Ghasse- 
laye, 2. Bataillon Saint B^l. Als Platz-Commandanten waren 
unterwegs zurückgeblieben: Oberlieutnant Lippka in der 
Gaserne auf dem Mont Genis, Oberlieutnant Küster in Gham- 
b6ry, Oberlieutnant Baron Yoith in Latour du Pin. 

Am 24. September brach das Begiment von Lyon auf 
marscbirte über Macon und Beaune — durch diese Stadt im 
Laufe Yon 17 Monaten zum dritten Male — nach Dijon, wo 
80.000 Mann österreichischer Truppen im Lager zusammen- 
gezogen wurden. 

In Gegenwart der K a i s e r Franz und Alexander, des 
Erzherzogs Ferdinand, des Herzogs von Wellington 
und vieler Fürsten fanden nächst Dijon grosse Manöver statt, 
die am 6. Oktober beschlossen wurden. Durch einen Gnaden- 
Akt des Kaisers Franz wurden die ältesten Offiziere jeder 
Ghargengruppe vom Gapitän-Lieutnant abwärts um einen Grad 
befördert. 

Den Rückmarsch in die Erbländer am 7. Oktober antre- 
tend, marschirte das Begiment Kutschera über Langres, 
Epinal, St. Marie aux Mines, bei Strassburg über den Bhein, 
Rastatt, Heilbronn, Feuchtwangen, Amberg, Waldmünchen nach 
Böhmen, über Pilsen, Prag, der Regimentsstab mit dem 1. Ba- 
taillon am 9. Dezember nach Kuttenberg, das 2. nach Ghrudim, 
das 3. nach Königgrätz. 

Der äusserst feierliche Empfang des Regimentes in K u t- 
tenberg, an dem sich die Stadtvertretung, sowie die Be- 
völkerung in herzlichster Weise betheiligte, legte aufs Neue 
Zeugniss ab für die Sympathien, die sich das Regiment er- 
worben. Oberst Franz Hang er wurde mit dem Ehrenbürger- 
Diplome der Stadt Kuttenberg ausgezeichnet. 

Das Grenadier-Bataillon Berg er war im April von Wien 
über Salzburg, München, Ulm zur Hauptarmee des F. M. Fürst 
Schwarzenberg abgerückt, cantonnirte fast während des 
ganzen Monates Juni in Gannstadt, überschritt am 26. Juni 
den Rhein bei Basel, und stand am 30. in Golmar. 

Anfangs zu den Blokade - Truppen gegen Neu -Breisach 
bestimmt, marschirte das Bataillon am 1. Juli dorthin, besetzte 
aber schon am nächsten Tage wieder Golmar und stiess am 
3. Juli zur Brigade G. M. Herzogenburg, welche die Festung 
Schlettstadt eingeschlossen hatte. 



Kutschern. 185 

Vou würtembergischen Truppen abgelöst, marschirten die ists 
6renadiereaml7. Juli über Marie aux Mines nach Brienne, 
erreichten hier das Grenadier-Corps, kamen in diesem in Can- 
tonnirungen nächst Montargis, dann in das Lager bei Dijon, 
wo sie die Manöver vor den verbündeten Monarchen mitmachten. 
Am 7. Oktober trat das Bataillon Berg er den Bückmarsch 
über Strassburg durch Süd-Deutschland an und rückte wieder 
nach Prag. 

Die beiden Landwehr-Bataillone hatten in Folge 
der beschlossenen Auflösung km 1. März die Mannschaft ent- 
lassen, dieselbe aber schon am 11. wieder einberufen. Aus 
dem Stande des zweiten completirt, marschirte das 1. Land- 
wehr-Bataillon am 23. April über Tirol nach Verona, am 
20. Juni nach Mantua, in welcher Festung es einen Theil der 
Besatzung bildete. 

Das ungesunde Klima brachte in kurzer Zeit 6 Offiziere 
und 209 Mann in das Spital, mehrere Hundert Soldaten waren 
marode und undienstbar, drei Bataillone zusammen mussten 
den täglichen Wachdienst bestreiten, zu dem Anfangs ein ein- 
ziges Bataillon für zwei Tage genügt hatte. In den ersten 
Tagen des Monates September betrug der Krankenstand des 
Bataillons 700 Mann. 

In der Nacht vom 22. zum 23. September, als Ober- 
lieutnant Wenzel Wrany mit Soldaten des 1. Landwehr-Ba- 
taillons die Hauptwache bezogen hatte, entwichen über 100 
italienische Rekruten aus der Caserne und suchten einen Aus- 
weg durch das Festungsthor. Hier angehalten, zerstreuten sich 
die Flüchtlinge in der Festung, wurden aber noch während 
der Nacht durch die erfolgreichen und energischen Anstalten 
des Oberlieutnants Wrany vollzählig aufgegriffen. Diesem 
Offizier, sowie der betheiligten Mannschaft des Bataillons wurde 
die vollste Anerkennung vom Festungs-Gommandanten sowohl 
schriftlich als mündlich zu Theil. 

Am 26. September verliess das 1. Landwehr-Bataillon 
Mantua, marschirte durch Tirol nach Deutschbrod, wo es am 
15. Dezember aufgelöst wurde. 



1816-1847. 



1816 



1817 



Eine lange Beihe von Jahren des tiefsten Friedens folgte 
den blutigen Kämpfen, die durchs die französische Bevolution 
entfesselt, durch die Niederwerfung des gössen Schlachten- 
kaisers Napoleon glücklich beendet worden waren. 

Nach den grössten Opfern der finanziellen Erholung drin- 
gend bedürftig, setzte Oesterreich seine Armee ^mld auf den 
Friedensfuss, reduziite diesen noch, als sichere Anzeichen einer 
langen Buhe hiezu berechtigten. Im September wurde das 3. 
Bataillon Kutschera zu Königgrätz aufgelöst, die Mann- 
schaft beurlaubt, die Unteroffiziere wurden in das 1. und 2. 
Bataillon eingetheilt, die überzähligen Offiziere in Stationen 
des Gzaslauer und Ghrudimer Kreises untergebracht. 

Der Begiments - Stab mit dem 1. Bataillon blieb in 
Kuttenberg, das 2. Bataillon ersetzte das aufgelöste 3. in 
Königgrätz. Die Grenadier -Division war in Prag, von der 
Landwehr blieben nur jene Offiziere activ, welche die Aufsicht 
über die Büstungs- und Monturs - Depositorien zu Ghrudim, 
Pardubitz und Poliöka zu fuhren hatten. 

Im Monate September 1817 wurde das Begiment zum 
ersten Male vom commandirenden Generalen F. Z. M. Graf 
Kolowrat inspicirt. Sowohl das 2. Bataillon in Königgrätz 
als auch das erste und das Erziehungshaus zu Kuttenberg 
ernteten die vollste Anerkennung, die noch insbesondere dem 
Gommandanten des letzteren, Fähnrich M ü 1 1 e r , in einer An- 
empfehlung an den Inhaber zu Theil wurde. 

Kurze Zeit später verlor das Begiment seinen bisherigen 
Werbbezirk, der an das 21. Infanterie -Begiment überging. 



omz 



Kutschera. 187 

Dafür erhielt es den Werbbezirk Prag vom 47. Infanterie- ms 
Begimente, marschirte am 13. Oktober mit dem 1. Bataillon 
in die Hauptstadt, der Gadre des 3. Bataillons, vorläufig in 
Kuttenberg zurückgelassen, kam Anfangs Januar des Jahres 
1819 nach Beraun. 

Eine am 29. September stattgefundene Produktion des 
1. Bataillons brachte demselben neuerdings das Lob des com- 
mandirenden Generalen sowie den Beifall seines neuen Divi- 
sionärs F. M. L. Palombini ein. 

Der Ausbruch der Bevolutionen in Spanien und Neapel isso 
drohte den Frieden zu unterbrechen, auch Oesterreich sah sich 
veranlasst, im Sinne der Beschlüsse des Congresses zu Laibach 
ein Heer in Italien aufzubieten, um die Buhe in Neapel 
wieder herzustellen, unser Begiment nahm nicht Theil an 
diesem für die kaiserlichen Waffen rühmlichen Feldzuge, es 
stellte jedoch im August das 3. Bataillon mit 40 Manu per 
Compagnie in Prag wieder auf und detachirte dasselbe im 
November statt des 2. Bataillons, welches schon am 7. Mai 
zum Begimente eingerückt war, nach Eöniggrätz, die Com- 
pagnien des 1. und 2. Bataillons erhöhten ihren Stand von 
60 auf 80 Mann. 

Während der Anwesenheit des allerhöchsten Hofes in 
Prag hatte das Begiment das Glück, vom Kaiser Franz 
besichtigt zu werden. Vom Inhaber persönlich vorgeführt, er- 
warb es sich die allerhöchste Anerkennung in so hohem Grade, 
dass der Kaiser dem Begiments - Gommandanten Obersten 
Franz Hauger nicht nur seine vollste Zufriedenheit auf 
der Stelle aussprach, sondern demselben auch seine baldige 
Beförderung zum Generalen ankünjligte, die in der That am 
18. Oktober erfolgte. 

In warmen Ausdrücken sagte auch der Inhaber dem Be- 
gimente seinen Dank für die musterhafte Haltung, in der es 
sich seinem allerhöchsten Kriegsherrn präsentirt hatte. Oberst 
Georg Baron Haller von Hallerstein erhielt am 25. 
Dezember das Begiments -Commando. 

Neues Lob erntete unser Begiment im Jahre 1822, als is» 
es vom Erzherzoge Ferdinand d*Este besichtigt wurde und 
das 2. Bataillon einige Evolutionen zur vollsten Zufriedenheit 
ausführte.. Ebenso anerkennend sprachen sich 1823 der com- 



] 88 Kutsehera. 

18S4 mandirende General F. Z. M. Graf Gyulay und 1824 der 
Inhaber über die Leistungen des Regimentes aus. 

F. M. L. Baron Eutschera spendete als sichtbaren 
Beweis seiner Zufriedenheit den bedeutenden Betrag von 400 
Gulden W. W. als Gratification für die Mannschaft. Von 
dieser Summe fielen 300 Gulden dem 1. und 2. Bataillon 
sowie der Grenadier - Division*) zu, 100 Gulden dem Knaben- 
Erziehungshause. 

1825 Im Jahre 1825, mit Ende des Monates Juli, wurden die 

bisher bestandenen Monturs- und Büstungs - Depositorien der 
Landwehr gänzlich aufgelöst. Am 2. November 1826 kam 
das 3. Bataillon von Eöniggrätz nach Josefstadt, im Herbste 
1829 übersiedelte das seit seiner Errichtung in Kuttenberg 
gewesene Knaben-Erziehungshaus nach Jungbunzlau. 

Eine compagnieweise Production des Begimentes vor dem 
commandirenden Generalen F. Z. M. Fürst Liechtenstein 

1830 brachte demselben im Juli 1830 abermals eine Belobung ein, 
die in den Worten „ausserordentlich zufrieden'' ihren Ausdruck 
fand. Dem Obersten Baron Haller von Hallerstein, am 19. 
September zum Generalen befördert, folgte am 6. Oktober im 
Begiments-Commando der Oberst Peter Edler von Luxer. 
Die in Paris ausgebrochene Juli -Revolution bewog auch 
Oesterreich, wie die meisten der übrigen Staaten Europa^s, 
militärische Yorsichtsmassregeln zu treffen; die kaiserlichen 
Truppen in Ober-Italien wurden verstärkt und im Frühjahre 

1^1 1831 die Aufstellung der ersten Landwehr-Bataillone in den 
deutschen Erbländern verfügt. Im Monate März ergänzte jenes 
von Kutsehera seinen Stand auf 180 Gemeine per Gompagnie, 
im Monate Mai war dasselbe vollkommen marschbereit unter 
dem Commando des Majors Josef Borosini Ritter von 
Hohenstern zu Kuttenberg formirt. 

Als im Herbste an den nördlichen Grenzen der Monarchie 
ein Militär-Gordon zum Schutze gegen die Einschleppung der 
im östlichen Europa verheerend auftretenden Cholera gezogen 
wurde, erhielt auch das 1. Landwehr-Bataillon die Bestimmung 
an die böhmische Grenze nächst Grulich. Am 17. September 
von Kuttenberg in Eilmärschen aufbrechend, erreichte das 



*) Jeder verheirathete Soldat desMannschaftsstandeB erhielt 1 Guldeni 
jeder ledige ausserhalb der Menage sich beköstigende Mann 30 Kreuzer, 
von den Uebrigen jeder Soldat 15 Kreuzer. 



Kutschera. — Latour. 1^9 

Bataillon am 21. Grulich und versah bis zum 22. Oktober den issi 
äusserst ermüdenden Grenzdienst, der noch durch nächtliche 
Streifungen gegen preussische Schmuggler erschwert wurde. 

Nach Aufhebung des Cordons am 22. Oktober traf das 
Bataillon in der Marschstation Hohenmauth der Befehl, nach 
Josefstadt zu rücken, es blieb hier vom 27. Oktober bis zum 
10. November, an welchem Tage es Cantonnirungen in und 
nächst Schwarz-Eostelec bezog. 

Das Knaben - Erziehungshaus zu Jungbunzlau war im 
September in das Schloss Weisswasser verlegt worden, als 
das von demselben inne gehabte Gebäude zur Aufnahme der 
überhand nehmenden Cholera -Kranken benützt wurde. 

Der bisherige Inhaber verschied am 20. April 1832 zu isss 
Wien, im Dezember desselben Jahres wurde F. M. L. Theodor 
Graf Baillet de Latour sein Nachfolger. An die Stelle 
des in den Buhestand übergegangenen Begiments-Comman- 
danten trat Oberst Franz Bienenfeld von Löwenkron. 

Im Monate Mai vereinigte sich das 1. Landwehr- Ba- 
taillon mit dem Begimente in Prag, verliess dieses jedoch im 
Dezember, um nach sechsmonatlicher Abwesenheit zu Theresien- 
stadt am 15. Juni 1833 in die Landes - Hauptstadt zurück- 18» 
zukehren. Hier spendete Kaiser Franz zum letzten Male 
dem Begimente bei mehreren Gelegenheiten stets das vollste 
Lob, wodurch sich auch der neue Inhaber veranlasst fühlte, 
in einem eigenhändigen Schreiben dem Begiments - Comman- 
danten seinen Dank für die vorzüglichen Leistungen des Be- 
gimentes auszudrücken. 

Die Grenadiere ernteten im Lager bei Münchengrätz nicht 
mindere Anerkennung Seitens des Monarchen und des daselbst 
anwesenden Kaisers Nikolaus von Bussland, der durch die 
Verleihung des St. Annen -Ordens 2. Classe den Bataillons- 
Gommandanten Oberstlieutnant von Simunich des 18. In- 
fanterie - Begimentes auszeichnete. 

Am 8. September 1834 hielt dieses Bataillon auf dem i8m 
Invalidenhaus - Platze zu Prag die feierliche Fahnenweihe, bei 
welcher die Fürstinen Windischgrätz und Kinsky als 
Fahnenmütter fungirten. 

Zur Feier der Grundsteinlegung für das Monument, 
welches den in der Schlacht bei Kulm am 30. August 1813 
gefallenen russischen Kriegern errichtet wurde, rückten das 



^^^J^^i dbal^— ifci I [ I ■ ^^^- ^^ j ._i_^i-..aj 



190 Latour. 

1885 1. und 2. Feld-, dann das 1. Landwehr - Bataillon unseres 
Regimentes im Jahre 1835 in das Lager bei Brüx. Sie 
nahmen an der Feierlichkeit Theil und erwarben sich während 
der vierwöchentlichen Waffenübung die Anerkennung der an- 
wesenden Fürsten, des Kaisers Ferdinand, der am 2. März 
den habsburgischen Thron bestiegen, des Kaisers Nikolaus 
von Russland, des Kronprinzen von Preussen und anderer. 
Die Grenadiere — jetzt unter dem Befehle des Majors Josef 
Borosini Ritter von Hohenstern — in Prag zurückge- 
blieben, ernteten gleichfalls das Lob der Monarchen ; dem Com- 
mandanten des Bataillons wurde der russische St. Stanislaus- 
Orden 2. Classe verliehen. 

1836 Das 1. Landwehr - Bataillon bezog wieder seinen früheren 

Garnisons - Ort Theresienstadt und reduzirte sich im nächsten 
Jahre auf 4 Compagnien, das 3. Feld - Bataillon kam im Juli 
ebenfalls in die genannte Festung. Die in Prag stationirten Ab- 
theilungen des Regimentes rückten zu den Feierlichkeiten an- 
lässlich der Krönung des Kaisers Ferdinand aus. 

In den Jahren 1837 und 1838 machten die Grenadiere 
sowie die beiden ersten Feld - Bataillone die Waffenübungen 
in den Lagern zu Mochow und Brandeis mit, im folgenden 
erhielt Oberst Franz Ritter von Rudtorffer anstatt des 
zum Generalen beförderten Obersten von Bienenfeld das Re- 
giments - Commando. 

1840 Das 3. Bataillon wurde im August 1840 vom comman- 

direnden Generalen F. Z. M. Fürst Windischgrätz zu 
dessen vollster Zufriedenheit der Inspicirung unterzogen, welche 
die übrigen Abtbeilungen im nächsten Jahre im Lager bei 
Kolin vor der deutschen Bundes-Commission unter dem Prinzen 
Wilhelm von Preussen mit ebenso gutem Erfolge be- 
standen. 

1842 In höchst feierlicher Weise begingen am 2. August 1842 

das 1. und 2. Bataillon die Fahnenweihe. Der Fürst-Erzbischof 
von Prag, Freiherr von Schrenk auf Notzing, versah 
persönlich die heilige Handlung der Weihe, bei welcher der 
Inhaber anwesend, die ganze Garnison ausgerückt war. Fürstin 
Eleonora zu Windischgrätz, Gemahlin des comman- 
direnden Generalen, und Gräfin Marie Chotek, Gemahlin 
des Oberstbnrggrafen, spendeten als Patbinen sehr reich aus- 
gestattete Fahnenbänder. 



iMtour. 1 \\ 1 

F. M. L. Graf Latour versammelte das Offiziers - Corps ms 
des Regimentes zu einem Diner auf der Sophieninsel, dem die 
höchsten Militär- und Civil * Personen Prags beigezogen waren. 
Die Soldaten des Regimentes wurden mit Gratislöhnungen be- 
dacht, das Erziehungshaus und zwei Veteranen, Führer Michael 
flartmann und Franz Barresch, reichlich beschenkt. 
Ersterer hatte 53, der Andere 42 Jahre ununterbrochen und 
ehrenhaft im Regimente gedient. 

Im Herbste bezogen die Grenadiere, das 1. und 2. Feld- 
Bataillon das Lager bei Minie und Tursko, im Jahre 1843 i^a 
jenes bei Weltrus. Unruhen unter den Druckern und Eisen- 
bahn-Arbeitern 1844 hatten die Consignirung der Garnison 
von Prag zur Folge, welche durch mehrfache Alarmirung und 
starken Patrullengang einige Tage in Athem erhalten wurde. 

Eine abermalige Besichtigung aller Abtheilungen des Re- 
gimentes im August 1845 durch den Inhaber, hatte dessen i^is 
vollste Anerkennung und besondere Belobung des Comman- 
danten, Lieutnants Malec, sowie der Lehrer des Erziehungs- 
hauses zur Folge. Am 23. August fand die feierliche Eröffnung 
der ersten Eisenbahn statt, wozu die Prager Garnison in Pa- 
rade auf dem Invalidenhaus-Platze ausrückte, und wobei unser 
Regiment sich die Zufriedenheit des den Kaiser vertretenden 
Erzherzogs Franz Carl erwarb. 

Unter Betheiligung zahlreicher Leidtragender, denen auch 
der Inhaber sich angeschlossen, wurde am 31. Augnst der 
Oberst Franz Ritter von Rudtorffer, der sich auch 
als Schriftsteller einen Namen gemacht, zu Grabe getragen. 
Ihm folgte im Regiments-Commando Oberst Johann Hahne 
von Waffentreu. 

In Folge der im Jahre 1846 in Galizien ausgebrochenen ims 
Unruhen wurde der Stand der Compagnien bei den drei Feld- 
Bataillonen von 80 auf 108 Mann erhöht. Das 3. Bataillon 
kam nach Prag, der Regimentsstab, das 1. und 2. Bataillon, 
auf den Stand von 140 Mann per Gompagnie gebracht, er- 
hielten am 4. März den Marschbefehl nach Olmütz. Am 
5. März Nachmittags ö Uhr per Bahn — 'die erste Eisen- 
bahnfabrt des Regimentes — dorthin befördert, traf 
dasselbe am 6. Früh 6 Uhr in Olmütz ein, marschirte am 7. 
nach Trschitz, am 8. nach Leipnik, in dessen Umgebung Can- 
tonnirungen bezogen wurden. Doch schon am 16. trat das* 



192 Latour. 

1846 Begiment den Bückmarsch nach Olmütz an und ruckte, wie- 
der per Bahn, am 19. März in Prag ein. 

Im Monate August fand im Lager bei Theresienstadt, 
an welchem die Grenadiere und die beiden ersten Bataillone 
unseres Begimentes Theil nahmen, die Inspicirung der Truppen 
durch die deutsche Bundes-Gommission unter dem Prinzen 
Wilhelm von Preussen statt. Nach Beendigung des 
Lagers wurde der Stand der Compagnien beim 1. und 2. Ba- 
rn? taillon, im Jahre 1847 auch beim 3. Bataillon auf 100 Mann, 
beim Landwehr-Bataillon auf 60 Mann herabgesetzt, im Au- 
gust kamen das 1. und 2. Bataillon nach Theresienstadt, wo 
nun das Begiment mit 4 Bataillonen vereinigt war. Die Gre- 
nadiere blieben in Prag. 

In der Organisation des Begimentes hatte sich seit 
30 Jahren wenig geändert, die Bewaffnung durch die Ein- 
fahrung von Perkussions - Gewehren (1841) wesentlich ver- 
bessert, die Bekleidung des Soldaten eine gründliche Um- 
wandlung erfahren. 

Schon 1817 war der schwere Helm dem Czako gewichen, 
die seidene Feldbinde für den Offizier eingeführt worden. Mit 
der Adjustirungs-Yorschrift des Jahres 1836 erhielt die In- 
fanterie blaue Pantalons und kurze Eamaschen, an den Ersteren 
trugen die Offiziere Silber-Borten, die Soldaten Passepoils aus 
weissem Tuche. Die Grenadiere vertauschten den bisherigen 
Schild auf der Bärenmütze mit der Granate. 



1848—1849. 



L Der Krief in Itftlien. 



Die Pariser Februar-Bevolution rüttelte Europa aus einer 
mehr als dreissigjährigen Buhe, vielerorts auch in Oesterreich 
lodert^ die Flamme der Empörung zu gefährlicher Höhe auf. 
In zweijährigen Kämpfen warf die kaiserliche Armee die äusseren 
Feinde über die Grenzen, zwang die Aufrührer im Innern zur 
Unterwerfung unter den angestammten Herrscher. 

Im Februar 1848 nahm das Begiment Latour*) den 
Eriegsstand an, bei den Füsilieren mit 180, bei den Grena- 
dieren mit 150 Gemeinen per Compagnie; am 14. April ge- 
langten die 9. Füsilier- und die 3. Landwehr-Division zur Auf- 
stellung. 

Diese neuerrichteten Abtheilungen und das 2. Bataillon 
blieben als Theile der Besatzung in Theresienstadt, die Grena* 
diere in Prag, das 1., 3. und das Landwehr-Bataillon erhiel- 
ten Marschbefehl in die Bundesfestung Ulm. Die an den 
Begiments - Inhaber vom Officierscorps gestellte Bitte, an den 
Eriegsereignissen in Italien Theil nehmen zu dürfen, sollte 



1848 



*) Regiments-Adjutant: Oberlieutnant Vetter. 

1. Bataillon. Adjutant: Lieutnant Bössler. 

Comp. HaupinaBii Oberlieutnant . Lieutnant 



1. Lhottak 

2. Hoffer 

3. Birndt 

4. Krebs 

5. Kirchner 

6. Braun 



Kim 

Eypert 

Kostka 

Ooffin 

Barbier 

Horacek 



Lamm 

Wunschheim Adolf 

Jettmar 

Jacob 

Schubert Jalios 

Habermann 



Juni 1848. 

Oeachicbte des 88, iDf.-Rgmta. 



Schmitzer 
Doleisch 
Krafft Yinzenz 
Kiss 

Heiversen 
•Schubert Josef. 

13 



194 Latour, 

1848 trotz dieser ersten friedlich lantenden Bestimmung dennoch 
bald in Erfüllung gehen. 

Am 24. April yerliessen der fiegimentsstab und das 1. Ba-r- 
taillon , am 26. das 3. und das Landwehr - Bataillon die 
Festung Theresienstadt und marschirten über Pilsen, Wald- 
münchen , Begensburg nach Ingolstadt. Mit Kokarden und 
Fahnenbändern in den deutschen Farben geschmückt, fand 
das Regiment auf seinem Zuge durch Baiern überall die herz- 
lichste Aufhahme Seitens der Bevölkerung, die sich an Be- 
weisen der Gastfreundschaft überbot. 

In Ingolstadt erhielt das Regiment am 15. Mai die neue 
Bestimmung zur Verstärkung der Truppen in Tirol. Es schlug 
am nächsten Tage die neue Marschrichtung ein, war am 19. Mai 
in München, defilirte vor dem Könige von Buern, verliess die 
Hauptstadt nach reichlicher Bewirthung am folgenden Tage 
und rückte in zwei Colonnen über die Tiroler Grenze nach 
Innsbruck. Hier Hess Kaiser Ferdinand am 26. Mai das 
Regiment defiliren, welches die frohe Kunde seiner Weiter- 
iustradirung nach Verona an demselben Tage empfing. 

In Doppelmärschen mit theilweiser Benützung von Vor- 
spannswagen überstieg unser Regiment den Brenner und 
legte an 225 Kilometer Weges in 7 Tagen zurück; Der Re- 
gimentsstab mit dem 3. Bataillon, in 4 Compagnien 16 Offi- 
ziere 800 Mann zählend, verliess die Landes -Hauptstadt am 
27. Mai und erreichte Verona am 2. Juni. 

Das Landwehr-Bataillon, 4 Compagnien mit 13 Offizieren 
740 Mann, wurde auf dem Marsche von Ala nach Verona 
durch einen Befehl des Truppen - Commandanten in Südtirol 
F. M. L. Graf Lichnowsky in Peri aufgehalten und der Bri- 
gade Oberst Baron Zobel zugetheilt, welche sich bei Rivoli 
nach dem Falle der Festung Peschiera von den Piemontesen 
unter des Königs Führung mit üebermacht bedroht sah. 

Vom 1. Bataillon , 6 Compagnien mit 24 Offizieren 





3. Bataillon. Adjutast: Lieatnant Henriquez. 


Comp. 


Hauptmann Oberlientnant 


L i n t n 


an i 


13. 


Ortwein BOh 


Pozza 


Nieke 


14. 


Siegl Reisinger 


Frieberger 


Tysskowsky 


15. 


Rhode Mayer 


Beer 


Gerlach 


16. 


Wöber Schwarzer 
Juni 1848. 


Fischer von 8ee 


Ulrich. 



Latour. 195 

1200 Mann, traf die erste Division der Haltbefefal in Boveredo, isis 
wo sie als Theil der Besatzung blieb. Die übrigen 4 Com- 
pagnien wurden nur einen Tag in Peri aufgehalten, am ö. Juni 
waren auch sie in Verona. 

In drei Theile zerrissen, fanden bald alle Abtheilungen 
des Begimentes Latour Gelegenheit, ihren Namen auf dem 
südlichen Kriegsschauplätze zu Ehren zu bringen, sich ihren 
Waffenbrüdern der italienischen Armee ebenbürtig an Tapfer- 
keit und Disziplin zu zeigen. 

F. M. Graf Badetzky hatte um diese Zeit seine durch 
vielfache Kämpfe gegen die Piemontesen und die Aufrührer 
im eigenen Lande geschwächte Armee zum ersten Male in 
der Schlacht am Curtatone zur Offensive geführt, die 
bald zu einem glänzenden Siegeszuge werden sollte. Aber noch 
zu schwach, um durch entscheidende Schläge den Feind vom 
insurgirten Gebiete vertreiben zu können, führte der kaiserliche 
Feldherr sein am 4. Juni um Mantua versammeltes Heer un- 
vermuthet gegen das aufstandige Yicenza, das den päpst- vieoiiM. 
liehen General Durando mit 12.000 Mann in seinen Mauern 
aufgenommen hatte. 

Von der Besatzung Verona^s wurde zu dieser Unterneh- 
mung G. M. Bitter von Guloz mit 2 Bataillonen Latour, 
2 Bataillonen Beisinger, 1 Bataillon Ogulinem, 3 Compagnien 
des 2. Banal -Grenz -Begimentes, 1 Division Windischgrätz- 
Chevauxlegers, 1 Cavallerie- und 1 Baketenbatterie am 7. Juli 
nach S. Bonifacio entsendet, wo er den Befehl erhielt am 10. 
von Brendola oder Alta villa aus die Höhen oberhalb Vicenza 
bei Madonna del Monte zu gewinnen. 

Während die Vorhut auf der Hauptstrasse gegen Vicenza 
vorrückte, führte G. M. Guloz den Best seiner Truppen am 
9. Juli nach Brendola, und traf in der Nacht nach Ueberwin- 
dung der schwierigsten Terrainhindernisse in Arcugnano ein, 
wo er ein Lager beziehen und die Vorposten durch eine nach 





Landw^r-Bataillon. AdjntAnt: Lieutnant Schindler. 


Comp. 


Hauptmann 


Oberlieninant 


L i • 


Q t n a n t 


1. 


Mariesich 


W oytiäek 


^attek 


Fischer v. Feldsee 


2. 


Stain 


Rosenberg 


Malier 


— 


3. 


Dalmata 


Preusser 


Friedberg 


Bylandt 


4. 


Henneberg 
Juni 1848. 


Wirth 


Rhemeu 


Wunschheim Joh. 



13^ 



196 Latour. 

1848 Brendola vorausgesendete Divisioa Oguliner auf dem Hange 
der "HShe aufstellen liess. 

Das Begiment Latour leistete auf diesem Marsche den 
mitgenommeneu 2 Haubitzen und 3 Rüstwägen der Artillerie, 
die theilweise durch die Mannschaft gezogen werden mussten, 
sehr wesentliche Dienste. Ein Bustwagen stürzte von diesem 
für Fuhrwerke kaum passirbaren Wege sammt der Bespannung 
in den Abgrund, die übrigen Fahrzeuge, unterstützt von Latour, 
kamen erst um 10 Uhr Nachts bei Arcugnano an. 

Der Feind hatte die gegenüberliegenden Häuser S. Mar- 
gherita mit seinem rechten, das Schloss Bombaldo mit dem 
linken Flügel besetzt und verhielt sich vollkommen ruhig. 

Um Mitternacht wurde Oberst Johann von Hahne 
angewiesen, mit dem 3. Bataillon Latour unter Major Franz 
Landgraf Fürstenberg und der Division Oguliner noch 
vor Tagesanbruch gegen die Höhe von S. Margherita aufzu- 
brechen, selbe zu nehmen, zu behaupten und von dort aus 
das Gasten Bombaldo, welches vom Feinde stark besetzt war, 
zu beschiessen. 

Um 2 Uhr Früh geschah die Vorrückung, drei verbarri- 
kadirte Strassen -Abgrabungen wurden durch die Pionnier- Ab- 
theilungen der Begimenter Latour — unter Oberlieutnant 
Josef Böh — und Beisinger in aller Stille und mit ange- 
strengtestem Fleisse hergestellt und S. Margherita sowie das 
Gasten Bombaldo von den Ogulinem besetzt. Die Besatzung, 
aus Grociati und Schweizern bestehend, hatte sich bei Annä- 
herung der kaiserlichen Truppen ohne Gegenwehr zu leisten 
in das Blockhaus geflüchtet 

Dem guten Anfange folgte rasch die energische Aus- 
nützung der errungenen Vortheile. 6. M Guloz lässt beider- 
seits des Weges je eine Division Latour zur Unterstützung 
der Oguliner vorrücken, eine neue Strassen-Abgrabung unter 
dem Gewehr- und Geschützfeuer des Feindes mit grösster 
Schnelligkeit ausfüllen, gleichzeitig das Blockhaus und die in 
den Verschanzungeu vor demselben befindlichen Truppen mit 
Baketen'und aus zwei Haubitzen beschiessen. 

Von den sicher treflfenden Geschossen erfolgreich beworfen, 
geräth die feindliche dichtgedrängte Besatzung bald in grösste 
Unordnung. Diesen Augenblick benützend, stürzen die Oguliner 
auf das Blockhaus, das Bataillonr Latour folgt dem schönen 



Latour, 197 

Beispiele mit gleicher Bravour, das Blockhaus wird genommen, ^^^ 
und bald zeigen hoch auflodernde Flammen der kaiserlichen 
Armee in der Ebene, dass ein grosser Theil der schwierigen 
Aufgabe bereits durch ein Häuflein braver Soldaten unter einem 
kühnen Commandanten gelöst sei. 

F. M. Graf Badetzky lässt min den Truppen des 6. M. 
Culoz, die von den erkämpften Erfolgen angeeifert, eben zum 
weiteren Angriffe sich anschicken, Halt gebieten, um das Ein- 
greifen der übrigen Heerestheile zum gemeinsamen Angriffe 
abzuwarten. Das 10. Jäger-Bataillon unter seinem tapferen 
Obersten Eopal, eine 12pfündige und eine Baketen-Batterie 
treffen als Verstärkungen auf den Höhen ein. 

um den Gegner über die Stärke seiner Truppen im Un- 
klaren zu erhalten und ihn dadurch zum Angriffe zu verleiten, 
hält 0. M. Culoz seine Kräfte, soweit das Terrain es ge- 
stattet, verborgen. Er hatte erkannt, dass die Einnahme der 
starken feindlichen Stellung nur dann gelingen kOnne, wenn 
man mit dem Gegner zugleich in dieselbe einzudringen ver- 
mochte. 

Um 10 Uhr Vormittags beginnt der einleitende Geschütz- 
kampf gegen Vicenza auf der ganzen Linie der kaiserlichen 
Armee, um 3 Uhr Nachmittags erfolgt das Zeichen zum all- 
gemeinen Angriffe. Auf den Höhen des Monte Berico ergreift 
aber der Feind, der hier seine Kerntruppen, die Schweizer, in 
Verwendung bringt, selbst die Offensive. Die besten Schützen 
des 10. Jäger-Bataillons fügen dem Angreifer zwar grossen 
Schaden zu, dennoch macht derselbe entschieden Fortschritte, 
eine unseren linken Flügel umfassende Colonne des Feindes 
kommt bis auf 50 Schritte der 12pfündigen Batterie nahe. 

In diesem entscheidenden Augenblicke wirft G. M. Culoz 
den umfassenden Schweizern die 3., 4. und 5. Compagnie 
Latour unter den Hauptleuten Johann Birndt, Carl Kirch- 
ner und Anton Krebs entgegen, gleichzeitig stürzen die 
Jäger auf den Feind, dieser weicht, die kaiserlichen Truppen 
folgen ihm in edlem Wetteifer bis an seine Verschanzungen, 
Latour unter Führung seines tapferen Obersten, dem das 
Pferd unter dem Leibe erschossen wird, und die Oguliner 
nehmen jene des rechten Flügels, Beisinger erstürmt den 
linken Flügel derselben. 



198 Latour. 

1848 Aber die Verfolgung kommt auch hier nicht zum Stehen 

Alles drängt gegen die Kirche Madonna del Monte, das wohl- 
verschanzte Centrum der feindlichen Stellung. Hauptmann 
Maroiöic*) — dem G. M. Culoz*) als Generalstabs- Offizier 
beigegeben — erstürmt mit Abtheilungen der Regimenter 
Latour und Reisinger eine feindliche Schartenbatterie mit zwei 
Kanonen und, immer an der Spitze der ihm willig folgenden 
Soldaten von Latour, auch die westlich der Kirche gelegene 
domiuirende Kuppe oberhalb der Villa Salvi. 

Bunt durch einander gemischt, stürzen indessen Jäger« 
Latour und Beisinger gegen die Kirche, um sie, im Innern, 
UQ^ Thurm, naheliegende Häuser und Villen wird erbittert ge- 
kämpft. Keiner will dem Anderen an Tapferkeit nachstehen, 
Jeder der Erste im AugriiTe sein. 

So dringen die Truppen, 40 Jäger und 100 Mann Latour 
und Reisinger voran, bis an die ersten Häuser der Vorstadt, 
besetzen dieselben und beseitigen alle Hindernisse, um der 
Artillerie den Weg zu bahnen, die nun die geäugstigte Stadt 
bis Mitternacht mit Projektilen überschüttet. Noch in der- 
selben Nacht capitulirte General Durando und zog mit seinen 
Truppen in die Romagna ab. 

Schon am 11. Juni Abends 7 Uhr brach die Brigade 
G. M. Culoz wieder auf, erreichte gegen Tagesanbruch 
S. Bonifacio, am 13. Abends 7 Uhr Verona. 

Der Tag von Vicenza kostete dem Regimente grosse Ver- 
luste: Oberlieutnant Ferdinand Kost ka und 27 Mann waren 
todt; Major Franz Landgraf Fürstenberg, Oberlieut- 
nant Wilhelm HoraöQk, Gustav Brem; Lieutnant Ni- 
kolaus Graf Pozza, Carl von Fischer, Hermann von 
Ulrichsthal und Heinrich Edler von Habermann nebst 
121 Soldaten verwundet, 15 Mann vermisst. 

Ueber das Benehmen des Regimentes giebt die Relation 
des G. M. Culoz folgende anerkennende Auskunft: „Der 
Herr Oberst und Regiments-Commandant von Hahne ruhig, 



*) 6. M« Culoz und Hauptmann Maroidiö erhielten fflr ihr 
rahmlicfaes Benehmen bei Vicenza das Ritterkreuz des Maria Theresien- 
Ordens. Hauptmann Maroiäiö, gegenwärtig F. Z. M. und comman- 
dirender General in Wien, wurde flberdiess zum Major im 1. Banal- 
Grenz-Regimente befördert und später in den Freihermstand erhoben 
mit dem Prädicate „di Madonna del Monte**. 



Latour. 199 

kalt und entschlossen, leitete er seine Truppen nach den von ims 
mir erhaltenen Befehlen. Sein Pferd ward durch vier Kugeln 
unter ihm getödtet; bei dem Sturz erhielt er eine für den Augen- 
blick schmerzhafte Gontusion auf der Brust, blieb jedoch zu 
Fuss ohne seine Truppen zu verlassen. 

,, Durch Muth und Entschlossenheit haben sich bei dem 
Sturme auf die Yerschanzungen bei Madonna del Monte rühm- 
lichst hervorgethan : 

„Major Franz Landgraf Fürstenberg; Hauptmann 
Anton Krebs, Anton Braun von Praun, Friedrich Graf 
Rhode, Carl Kirchner von Neukirchen; Oberlieutnant 
Carl Baron Beisinger, Josef BOh, Edmund Schwarzer 
von Heldenstamm, Ludwig Barbier, Oustav Brem; 
Lieutnant Franz von off in, Nikolaus Graf Pozza von 
Zagorien." 

Der Kriegsminister F. Z. M. Graf Baillet de Latour 
beglücktwünschte in einem eigenhändigen Schreiben das Be- 
giment zu seiner ersten so glücklichen Waffenthat in Italien. 

Die silberne Tapferkeits - Medaille 1. Classe erhielten: 
Feldwebel Eduard Weitenweber, Peter Mayer, Wilhelm 
Hellmund, Vincenz Arnberg, Anton Wocelka; Kor- 
poral Josef Beer; Bataillons-Tambour Josef S c h i m r a 1 ; 
Gefreiter Franz Cypra, Anton Mrazek; Gemeiner Johann 
Watzata und Wenzel Trmal; jene zweiter Classe: Feld- 
webel Wenzel Swoboda, Anton Gerisch, Johann Prasky, 
Leopold Balek, Wenzel Stahl; Cadet Franz Schott; Füh- 
rer Martin Egem; Korporal Peter Simpartel, Carl Hanns, 
Johann Ci2ek, Adalbert Sedlaöek, Mathias Pfibil, An- 
ton Loh an — nebstdem 4 Dukaten; Gefreiter Wenzel Ko- 
nyard, Franz Unger, Georg Goldhammer, Andreas 
Pfeffer, Franz Zwifinsky, Franz Schimani — nebst- 
dem 3 Dukaten; Gemeiner Franz Pr och azka, Adalbert Pe- 
likan, Johann Pitzka, Georg Hammerle, Josef §wec, 
Franz And 61 — nebstdem 2 Dukaten. Die Gemeinen Adal- 
bert Schuster, Johann Metliöka und Franz Straka er- 
hielten ebenfalls 2 Dukaten in Gold. 

Unter den vielfachen von diesen Soldaten ausgeführten 
tapferen Thaten mögen die nachfolgenden hier besondere Er- 
wähnung finden: Führer Martin Egem zeichnete sich durch 
persönliche Bravour im höchsten Grade aus, im stärksten 



200 Latour. 

1848 Kugelregen blieb er stets an der Spitze seiner stürmenden 
Compagnie, begeisterte die Mannschaft durch sein Beispiel und 
den Zuruf „folgt mir, Kameraden'' und erstieg als Einer der 
Ersten die feindlichen Verschanzuugen. 

Bataillons-Tambour Josef Schimral schloss sich wäh- 
rend des Gefechtes einer Compagnie an, ergriff ein auf dem 
Boden liegendes Oewehr, schoss mit grosser Buhe und bestem 
Erfolge auf den Feind, bis eine Schusswunde ihn kampfun- 
fähig machte. 

Gemeiner Johann W a t z a t a, war bei dem Sturme inmier 
an der Spitze, bewies besondere Kühnheit und Todesverach- 
tung und schützte mehrmals den Major Landgraf Fürsten- 
berg, der sich allzu kühn dem feindlichen Feuer aussetzte, 
dadurch, dass er sich selbst vor denselben stellte. 

Gemeiner Wenzel Trmal benahm sich besonders tapfer 
und entschlossen. Bei dem Angriffe auf die Kirche sprang der 
Hammer seines Gewehres ab, er warf es weg, lief im stärksten 
Kugelregen vor die Feuerlinie, nahm das Gewehr eines Ge- 
fallenen, füllte seine Patronta^che, kehrte zu seinen Kameraden 
zurück und tödtete mit dem neuen Gewehre mehrere Feinde. 

Korporal Josef Beer und Gefreiter Franz Cypra be- 
merkten, dass ein Geschütz der zwölfpfündigen Batterie schon 
mehrere Bedien ungskanoniere verloren hatte und in Folge dessen 
nur noch langsam feuerte. Sie eilten freiwillig zu diesem Ge- 
schütze , boten dem Batterie - Gommandanten Oberlieutnant 
Schneider ihre Hülfe an und leisteten mit grosser Geschick- 
lichkeit so gute Dienste, dass das Geschütz im entscheidenden 
Augenblicke ein heftiges Kartätschenfeuer gegen den vor- 
brechenden Feind unterhalten konnte. 

Ein schönes Beispiel von Aufopferung und Anhänglichkeit 
an ihre Vorgesetzten gaben die Infanteristen Pawel und 
Schuster. Ersterer sprang während des Sturmes vor den 
Oberlieutnant Brem und rettete diesem das Leben, indem er 
die Kugeln, die diesem zugedacht waren, mit seinem Körper 
aufüng und mehrfach getroffen todt zu Boden sank. 

Gemeiner Adalbert Schuster eilte aus eigenem Antriebe 
zu einem zwischen beiden Plänklerlinien gelegenen Brunnen, 
schöpfte trotz des feindlichen Gewehrfeuers Wasser, brachte 
dieses dem verwundeten Major Landgraf Fürstenberg und 
legte diesem Stabsoffizier auch den ersten Nothverband an. 



LflUmr. 201 

Wie früher erwähnt, war die erste Division unseres ims 
Begimentes, als dieses durch Tirol marschirte, in Boyeredo 
zurückgehalten worden. Auch sie hatte Gelegenheit, sich mit 
dem Feinde zu messen, indem sie an einer Expedition gegen 
die Insurgenten, welche den Verkehr durch die Val d'arsa 
unterbrachen, rühmlichen Antheil nahm. 

Unter dem Commando des Obersten M e 1 c z e r von 
Schwarzenberg-Infanterie rückten am 6. Juni um 2 Uhr Nach- 
mittags die U Division Latour, 2 Compagnien des 59. Re- 
gimentes, 2 Tiroler Landei^chützen-Compagnien , 1 Zug Ca- 
vallerie und V^ Raketen-Batterie von Roveredo nach Chiesa cueBa. 
in der Yal d'arsa, wo das Biwak bezogen wurde. 

Mit Tages- Anbruch des 7. Juni setzt sich die Colonne in 
Bewegung, die Insurgenten in den Valle dei Signori aufzusuchen 
und anzugreifen. Tiroler Schützen bilden die Vorhut, die 2. 
Compagnie Latour unter Hauptmann Franz von Ho ff er, 
eine Schützen - Compagnie und 2 Baketen - Geschütze sichern 
den Marsch in der rechten Flanke, mühsam längs des be- 
schwerlich zu passirenden Thalhanges sich fortarbeitend. Eine 
Compagnie des 59. Begimentes deckt die linke Flanke. 

An der Grenze Tirols verlassen die Schützen die kaiser- 
lichen Truppen, die 1. Compagnie Latour unter Hauptmann 
Carl Lhottak übernimmt den Dienst der Vorhut, sie wird 
mit dem Betreten des italienischen Bodens von dem Feuer 
der auf den Höhen postirten Insurgenten empfangen. 

Unüberwindliche Hindernisse in dem Terrain zu beiden 
Seiten der Strasse machen das Fortkommen unmöglich, die 
Chaussee selbst ist an mehreren Stellen abgegraben, an anderen 
durch Stein-Barrikaden gesperrt. Abgelöste Felsstücke werden 
durch die Insurgenten von den Höhen herabgestürzt, sie ge- 
fährden in höchstem Grade unsere Soldaten, die nur einzeln 
von Deckung zu Deckung vorzuspringen vermögen. 

Dennoch gewinnt die Vorhut Boden. Hauptmann Lhottak, 
an der Spitze seiner Compagnie die Mannschaft fortreissend, 
ergreift selbst ein Gewehr, sendet einige Kugeln auf die fast 
unsichtbaren Feinde, die sich mehr und mehr gegen die höheren 
Theile des Gebirges zurückziehen. Vor einem von ihnen be- 
setzten Fusse des Monte Cengo, der sich quer über das Thal 
legt, kommt die Vorrückung der Truppe zum Stehen, diese 



202 Latour, 

1848 Stellung, aus welcher der Feind ein heftiges Oewehrfeuer unter- 
hält, muss genommen werden. 

Lieutnant Adolf von Wunschheim ruft Freiwillige auf, 
eine halbe Compagnie folgt ihm, auf ein Zeichen dieses tapferen 
Offiziers stürmen die Braven die Höhe hinan, die Insurgenten 
fliehen, hinter einer tiefen Schlucht sucht ein Theil derselben 
dem Nachdringen der Truppen durch lebhaftes Gewehrfeuer 
Einhalt zu thun. 

Feldwebel Ferdinand Koch bemerkt zuerst die neue Ge- 
fahr, sammelt rasch 10 bis 12 Soldaten, umgeht in schnellem 
Laufe die unpassirbare Schlucht, stürzt auf die überraschten 
Insurgenten, die im ersten Schrecken das Weite suchen. Doch 
bald haben sie erkannt, welch' schwachem Häuflein sie das 
Feld geräumt, von allen Seiten dringen sie auf unsere Soldaten 
ein, die nur mit Mühe diesem Anfalle sich zu entziehen ver- 
mögen. Zwei Mann *) werden gefangen, die Uebrigen erreichen 
glücklich ihre Compagnie, welche 1 Todten und 7 Verwundete 
eingebüsst hat. 

Lieutnant Adolf von Wunschheim erhielt später das 
Militär-Verdienstkreuz, Feldwebel Ferdinand Koch, Korporal 
Vinzenz Keis, Gefreiter Georg Bai er, Gemeiner Thomas 
Krej6i und Wenzel Kinde 1 wurden für ihr ausgezeichnet 
tapferes Benehmen in dieser Affaire mit der silbernen Medaille 
2. Glasse decorirt. 

Zu schwach, um entscheidende Erfolge erringen zu können, 
trat Oberst Melczer unter dem Schutze der 1. Compagnie 
Latour den Bückzug bis Chiesa an, und kam am 8. Juni 
nach Boveredo. Drei Tage später machte unsere 1. Division 
eine zweite Expedition über Mori nach Brentonico mit, von 
welcher sie, ohne an bemerkenswerthen Ereignissen betheiligt 
gewesen zu sein, am 12. Juni nach Boveredo zurückkehrte, 
am 14. nach Ala und Peri marschirte. 

Das Landwehr-Bataillon unseres Begimentes unter 
Commando des Majors Konrad K o c y, seit 3. Juni in der bei 
Bivoli stehenden Brigade des Obersten Zobel eingetheilt, kam 
um dieselbe Zeit, als das Begiment bei Vicenza kämpfte, gegen 
die Piemontesen in^s Gefecht. 



*) Diese beiden Soldaten worden später in Schio durch andere 
kaiserliche Truppen befreit, die in grösserer Stärke die Yerbindang 
durch die Yal d'arsa öffneten. 



Latour. 203 

Das Bataillon bewachte die Etsch mit je einer Compagnie ims 
in Ceraino, Volargne, Ponton und S. Lucia, wo die 4. Com- 
pagnie unter Oberlieutnaut Josef Wirth schon am 7. Juni 
Abends mit den Piemontesen ein heftiges Feuergefecht zu be- 
stehen hatte. 

Als der Feind unter des Königs Führung die Brigade 
Oberst Zobel bei Rivoli am 10. Juni zurückdrängte , rückten 
Abtheilungen gegen Volargne und eröffneten ein lebhaftes Feuer 
auf die Vertheidiger. Bald traten Geschütze auf den jenseitigen 
Höhen in den Kampf und unterbrachen durch ihre auf die 
Strasse fallenden Geschosse den Verkehr auf dieser vollkommen. 

Die 1. Compagnie in Ceraino war dadurch vom Bataillon 
getrennt; sie zog sich nach Dolce, später nach Vo zurück und 
konnte, als Ersteres nach Verona einberufen wurde, nur auf 
dem Gebirgswege von Peri über Fosse dorthin gelangen. Auch 
die 1. Füsilier- Division aus Ala nahm diesen Weg, so 
dass das Regiment am 16. Juni in Verona wieder vereinigt war. 

Während der nächsten Tage arbeiteten das 1. Bataillon 
und die 1. Landwehr-Division an dem Bau der Kedoute Wra- 
tislaw, das 3. Bataillon und die 2. Landwehr- Division an jenem 
der Bedeute Clam. üeberdiess versahen Abtheilungen öfters 
den Vorpostendienst nächst Santa Lucia. 

Das Regiment *) zählte zu dieser Zeit 2380 Streitbare 
und bildete mit 1 Bataillon des 2. Banal-Grenz-Regimentes, 
1 Division Radetzky-Husaren und 1 Raketen-Batterie die Bri- 
gade G. M. S u p p li k a t z, welche in der Stärke von 3900 Mann, 
200 Reitern, 6 Raketen zum 1. Armee-Corps gehörte, vom 
F. M. L. Graf W rat is law befehligt. 

F. M. Graf Radetzky entschloss sich nun zur Offensive 
gegen den noch immer bedeutend überlegenen Feind, und mit 
diesem Entschlüsse begann der ununterbrochene Siegeslauf des 
kaiserlichen Heeres, der erst mit der yölligen Vertreibung der 
Piemontesen von österreichischem Boden sein Ende finden sollte. 



*) Der damalige ,,re8tringirte" Train des Regimentes war folgender- 
massen zasammengesetzt: 1 Cassawagen, 4 RflstwageD, 1 Sanitätswagen, 
1 Feldschmiede, 2 Stabsoffiziers wagen, 14 Zugpferde, 16 Kesselpferde, 
4 Privatzagpferde, 5 Offizierspackpferde. Auf den Rüstwagen befanden 
8ich die Kanzleien^ Fourage, Offiziersgepäck, dann jene Kochkessel, 
welche nicht auf Packpferde geladen werden konnten; auf die Privat- 
wagen kam die Bagage der Stabsoffiziere. 



204 Latour. 

1848 Der 23. Juli war zum Beginn der Offensive ausersehen, deren 
erster Zweck der Durchbruch des feindlichen, bei Sona und 
sommacam- SoDoimacampagna stark verschanzten Centrums war. 

In drei Colonnen brach die Armee um 1 ühr in der Nacht 
zum 23. Juli von Verona auf, in der linken Colonne, mit der 
Sichtung auf Sommacampagna, unser Regiment. Das 1. 
Bataillon commandirte Hauptmann Eduard S i e g 1, das 3. Major 
Franz Landgraf Fürstenberg, das Landwehr - Bataillon 
Hauptmann Anton Braun von Praun. 

Ein gegen 3 ühr Früh ausbrechendes Gewitter, begleitet 
von einem heftigen Gussregen, verzögerte den fliessenden Ab- 
marsch der Colonnen bis gegen Tagesanbruch. Undurchdring- 
liche Finsterniss hatte die schon im Marsche befindlichen Trup- 
pen zu öfteren Halten gezwungen. 

Gegen 7 ühr Früh stand das 1. Armee-Corps Angesichts 
der verschanzten Stellung von Sommacampagna, dessen mit 
Schiesslöchern versehene Gartenmauern und gegen Osten vor* 
springende Gebäude vom Feinde mit zahlreicher Infanterie 
besetzt waren. 

Die Brigade G. M. Supplikatz erhält nun den Befehl, 
über Ca Verde, Casetta di Terzi und Madonna della Salute 
gegen Sommacampagna zum Angriffe vorzugehen. Das Banal- 
Grenz - Bataillon wendet sich gegen den feindlichen linken 
Flügel auf den Höhen von Ca S. Piero, zu seiner Unter- 
stützung bringt Oberst Hahne das 1. und Landwehr -Ba- 
taillon des Begimentes Latour vor, das 3. Bataillon bei Ma- 
donna della Salute als Reserve zurücklassend. 

Von verheerendem Feuer empfangen, dringen die Grenzer 
bis an die vom Feinde besetzten Mauern S. Piero*s, sie können 
nicht durchdringen und müssen weichen. In diesem Augen- 
blicke führt Oberst Hahne die 1., 2. und 3. Compagnie des 
ersten Bataillons Latour zum Kampfe, ermuthigt die Grenzer 
zu erneuertem Angriffe und nimmt im kühnen Anlaufe das 
Gehöfte. Immer kämpfend, lässt Oberst H a h n e seine Truppen 
durch eine Linksschwenkung den Feind überflügeln und drückt 
ihn durch dieses geschickte Manöver bis an die Kirche von 
Sommacampagna. Geg^n diese führt nun auch G. M. Suppli- 
katz die andere Hälfte des 1. und das Landwehr - Bataillon 
unseres Begimentes, während Major Landgraf Fürstenberg 



Latour. 205 

gleichzeitig das 3. Bataillon zur Umfassung des feindlichen ms 
linken Flügels in Bewegung setzt. 

Noch versucht der Gegner sich auf einer steilen Terrasse 
zu behaupten, zweimal stürmen die 1. und 2. Compagnie ver- 
geblich gegen diese feste Stellung, erst der dritte, durch die 
13. und 14. Cpmpagnie des 3. Bataillons verstärkte Bajonnet- 
Angrifif vertreibt die Piemontesen. 

Major Landgraf Fürsten berg mit dem Beste des 3. Ba- 
taillons findet ebenso heftigen Widerstand an einer zwei Meter 
hohen Mauer, von welcher der Feind ein lebhaftes Gewehr- 
feuer auf die Angreifer richtet. Aber die Mauer wird rasch 
durchbrochen, eine zweite überstiegen und dem Feinde auf 
dem Fusse folgend, dringt das Bataillon in die nächsten 
Häuser von Sommacampagna. 

Den vereinten Anstrengungen der Brigade, deren Truppen 
sich an Ungestüm und Tapferkeit zu überbieten suchen, kann 
der Feind nicht länger Stand halten, er weicht, gefolgt von 
den Oesterreichern, die jede seiner Abtheilungen, welche hinter 
Mauern und Hecken Widerstand zu leisten versucht, in raschem 
Anlaufe mit dem Bajonnete verjagen. 

Als nun auch frische kaiserliche Truppen in das Gefecht 
eingreifen, fällt ganz Sommacampagna in deren Hände. Die 
siegreichen Truppen verfolgen den Feind in westlicher Rich- 
tung bis Berettara und sammeln sich hier um die Abtheilungen 
wieder zu ordnen. Nach kurzer Erholung setzen dieselben 
den Marsch bis Oliosi fort, nächst welchem Orte die Brigade 
Supplikatz gegen Abend das Biwak bezog. 

Mit dem äusserst geringen Verluste von 5 Todten, 2 ver- 
wundeten Offizieren — Lieutnant Friedrich Nieke und Franz 
Dwofak — und 25 Mann, hatte das Begiment eine schöne 
Wafienthat vollführt, die in folgenden Worten des Corps- 
Commandanten ihre ehrendste Anerkennung fand: „Oberst 
„Hahne und Major Landgraf Fürstenberg von Latour 
„leiteten mit lobenswerthem Muthe und militärischem Blicke 
„die Bewegungen ihrer Truppen und wurden hiebei nicht nur 
„von sämmtlichen Offizieren des Begimentes, sondern noch 
„besonders durch die vorzügliche Mitwirkung des Begiments- 
„ Adjutanten Oberlieutnant Vetter und Bataillons-Adjutanten 
„Lieutnant Hab er mann auf das Thätigste unterstützt. ** 



206 Latour. 

1848 Nicht minder anerkenneDd für das Regiment spricht der 

Brigadier sich aus, indem er schreibt: „dass die schnelle und 
„mit wenig Verlust verbundene Einnahme der durch Kunst 
„und Natur starken, gut besetzten Stellung dem umstände 
„zuzuschreiben, dass die gesammte Mannschaft mit ausge- 
„zeichnetem Eifer, ohne . sich viel mit Schiessen aufzuhalten, 
„mit dem Bajonnete dem Feinde an den Leib ging, ermuthigt 
„durch die Aneiferung des tapferen Offiziers-Corps, wozu die 
„einsichtsvolle Führung des Obersten von Hahne und Majors 
„Landgraf Fürstenberg ebenfalls viel mitgewirkt hat." 

Von der Mannschaft zeichneten sich ganz besonders durch 
unerschrockene Tapferkeit aus: Gefreiter Anton Mräzek, 
Korporal Johann Kassik, Gemeiner Andreas Bauscha und 
Josef Müller, von denen Ersterer die goldene, letztere 
die silberne Tapferkeits - Medaille 1. Classe erwarben. Ferner 
wurden wegen ihres hervorragenden tapferen Benehmens mit 
der Medaille 2. Classe decorirt: Feldwebel Johann Pollaöek, 
Eduard Tesaf, Korporal Franz Kiefler, Franz Misch- 
kowsky, Gefreiter Johann Watzata, Wenzel Konyard, 
Tambour Wenzel Schmidt, (premeiner Josef Otradowec, 
Franz Wolf, Wenzel Barcal, Wenzel Wlöek, Franz 
Straka, Adalbert Oberthor, Benedikt Bartl, Johann 
Schubert. 

Gefreiter Anton Mräzek sammelte, als der Feind auf 
seinem Bückzuge ein Haus besetzte und aus diesem gegen 
die Angreifer lebhaft feuerte, rasch einige Soldaten, erstürmte 
mit ihnen das besetzte Haus und trieb die weit überlegenen 
Piemontesen in die Flucht, sie heftig verfolgend. Schon für 
sein braves Benehmen bei Vicenza mit der silbernen Tapfer- 
keits -Medaille 1. Classe ausgezeichnet, erhielt Mräzek nun die 
goldene, später auch noch das russische St. Georgs-Kreuz 
5. Classe und ein Geschenk von 10 Gulden in Silber. 

Ebenso erkämpfte sich Gemeiner Johann W atz ata, 
schon bei Vicenza ausgezeichnet, bei dieser Gelegenheit die 
silberne Tapferkeits - Medaille 2. Classe, zu welcher das rus- 
sische St. Georgs -Kreuz 5. Classe später hinzukam. 

Noch aber war die italienische Armee des Königs Carl 
Albert nicht geschlagen, harte Kämpfe sollte es den kaiser* 
liehen Truppen noch kosten, ehe sie des vollkommenen Sieges 
sich erfreuen konnten. Am 24. Juli ging ein Theil des 



Latour. 207 

1 . Armee-Corps — darunter die Brigade Q. M. S u p p 1 i k a t z — iw« 
bei SalioDze über den Mincio und bezog das Biwak bei Mon- 
zambano. An demselben Tage drang auch die piemontesische 
Hauptmacht wieder gegen Custozza und Sommacampagna cuatozxa. 
vor, wodurch F. M. Graf Badetzky gezwungen wurde, den 
Entscheidungskampf diesseits des Mincio durchzuführen. 

Am 25. Juli früh 8 Uhr rückte daher das 1. Armee- 
Corps, wieder über den Fluss und nahm als rechter Flügel 
der Armee zwischen Valeggio und Custozza, mit der Brigade 
G. M. Supplikatz bei S. Zeno südlich des Monte Vento 
Au&tellung, wo dieselbe der Brigade Clam als Beserve dienen 
sollte. Gegen 10 Uhr Vormittags, nach einem erschöpfenden 
bei glühender Sonnenhitze ausgeführten Marsche waren diese 
Truppen auf den ihnen zugewiesenen Plätzen angelangt. 

Um 11 Uhr Vormittags begann auf diesem Theile des 
Schlachtfeldes der Kampf, der Feind versuchte hier zwischen 
dem 1. und 2. Armee- Corps durchzubrechen, stiess aber auf 
den energischen Widerstand der Brigade Clam. Der ungleiche 
Kampf dieser Brigade konnte aber auf die Dauer nicht ohne 
Nachtheile bleiben, sie bedurfte dringend der Unterstützung, 
sollte sie nicht der Uebermacht erliegen. 

Auf Anordnung des Corps-Commandanten rückten daher 
das Landwehr-Bataillon Latouf nebst einer Batterie gegen 
den Monte Vento zur Sicherung der linken Flanke der be- 
drohten Brigade, das 3. Bataillon über Bipa, das 1. über 
Gardoni in die Gefechtslinie. Aber nur dem 3. Bataillon unter 
Major Landgraf Fürstenberg war es gegönnt, an den 
glänzenden Erfolgen der nun verstärkten Brigade Clam thätigen 
Antheil zu nehmen, den Sturm auf den Monte Mamaor mitzu- 
machen und hiedurch mit zu dem schönen Resultate des Tages 
von Custozza beizutragen. 

Während die 15. Compagnie zur Unterstützung hinter die 
Flankier von Prochaska-Infanterie rückte, die 16. die Deckung 
der Geschütze übernahm, führte Major Landgraf Fürsten- 
berg die 13. und 14. Compagnie den Gradiscaner-Grenzern 
zu Hülfe. Als diese sich verschossen, löste die Division La- 
tour dieselben ab und hatte sogleich Gelegenheit, den gegen 
die Flanke von Prochaska-Infanterie in einer Schlucht vor- 
dringenden Gegner durch einen herzhaften Bajonnetangriff der 
14. Compagnie zurückzuwerfen. Bataillons- Adjutant Lieutnant 



208 Latour, 

1848 von Wunschheim zeichnete sich hiebei aus, als er freiwillig 
an der Spitze einer Abtheilung diese zum Sturme führte. 

Die hereinbrechende Dunkelheit machte dem siegreichen 
Kampfe ein Ende, der die eilige Flucht des bedeutend stärke- 
ren italienischen Heeres fiber den Mincio zur unmittelbaren 
Folge hatte. Die kaiserlichen Truppen biwakirten auf jenen 
Punkten des Schlachtfeldes, die sie durch ihre Tapferkeit in 
blutigem Bingen sich eroberten. Unser Regiment bezog 
das Lager bei Gardoni. 

Mit dem frühen Morgen des 26. Juli führte der siegreiche 
kaiserliche Feldherr sein Heer über den Mincio zur Verfol- 
gung des Feindes. Das 1. Armee-Corps überschritt den Fluss 
bei Valeggio und Monzambano, die Brigade G. M. Suppli- 
katz erreichte in der Nacht um 2 Uhr Solferino, in dessen 
Nähe die Truppen lagerten. 

Als das 2. Armee-Corps am 26. bei Volta neuerdings mit 
dem Feinde in*s Gefecht kam, brachen die Brigaden G. M. 
Supplikatz und Wohlgemuth schon um ö Uhr des 27. Juli 
wieder auf, um über Castellaro jenem Corps zu Hülfe zu eUen. 
Aber der letzte Widerstand der Piemontesen war gebrochen, 
als diese Verstärkungen bei Volta eintrafen, in unaufgehaltenen 
Märschen eilte die geschlagene Armee gegen Mailand. Waffen- 
stillstandsanträge des Königs wurden, weü sie nicht die Ge- 
währ für den Abschluss eines definitiven Friedens boten, vom 
F. M. Graf Badetzky abgewiesen. 

Am 28. Juli setzte sich die Armee wieder in Bewegung, 
Mailand, am 4. August stand sie vor Mailand. Unser Begiment 
im 1. Armee-Corps marschirte über Asola, bei Cremoua vor- 
bei, über Formigara, Lodi und Melegnano gegen die lombar- 
dische Hauptstadt. 

Noch einmal versuchte der Feind, die kaiserliche Armee vor 
Mailand aufzuhalten, aber die sieggewohnten Truppen kannten 
kein Hinderniss, mit grösster Bravour wurde eine Stellung des 
Gegners nach der anderen mit Sturm genonmien. Auf dem 
äussersten rechten Flügel kam auch das 3. Bataillon Latour 
als Verstärkung der Brigade Clam in's Gefecht und half seinen 
Waffenbrüdern in edlem Wetteifer die von den Piemontesen 
besetzten Gärten und Häusergruppen im Sturme erobern, bei 
welcher Gelegenheit 2 Mann getödtet, 5 Manu verwundet 
wurden. Am Abende des 4. August lagerte die kaiserliche 



Latour. 209 

Armee unter den Mauern Mailands, dessen geängstigte Be- i848 
wohner dem siegreichen Einzüge der Oesterreicher mit Bangen 
entgegensahen. 

Durch so viele Niederlagen entmuthigt, schloss Carl Al- 
bert am 5. August mit dem kaiserlichen Feldherrn eine Con- 
vention, durch welche die Piemontesen das lombardische Ge- 
biet räumten, die Oesterreicher aber am 6. in Mailand ein- 
zogen. Bis zum 14. blieb unser Regiment ausserhalb der 
Stadt im Biwak nächst der Porta Tosa und bezog dann Ca- 
sernen innerhalb der Mauern Mailands. 

In kaum 14 Tagen hatte F. M. Graf Badetzky den 
übermüthigen Feind vom Mincio bis über den Ticino getrieben, 
sein tapferes Heer von Sieg zu Sieg geführt, die Lombardie 
dem Reiche zurückerobert. Am 9. August wurde der Waffen- 
stillstand mit Piemont abgeschlossen. Nur Freischaaren waren 
es noch, die au der gebiigigen Nordgrenze des Landes ihr Un- 
wesen trieben und gestützt auf die Schweiz häufige Einfälle 
in die sonst beruhigte Provinz machten. 

Oberstlieutnant Schanz von Badetzkj-Husaren unter- 
nahm am 25 August einen Streifzug gegen die Freischärler, 
wobei das 1. Bataillon Latour zu seiner Aufnahme nach 
Monza und Seregno vorgeschoben war und am 1. September 
per Bahn nach Mailand zurückkehrte. 

Die Division G. M. Wohlgemuth löste am 2. Sep- 
tember Truppen des 2. Armee -Corps längs der Grenze ab 
mit dem Auftrage, durch häufige Streifzüge den Insurgenten 
den Aufenthalt auf österreichischem Gebiete unmöglich zu 
machen. Unser Regiment, 21Ö6 Streitbare zählend, kam 
am 3. September nach Varese, von wo die Abtheilungen in 
folgender Weise detachirt wurden: Oberst von Hahne mit 
6 Compagnien, Va Escadrou Husaren und 2 Geschützen war 
in Como, je 1 Compagnie in Drezzo und im Zollhause bei 
Chiasso, 5 Compagnien in Varese, 1 Compagnie zwischen diesem 
Orte und Como in Rodero zur Verbindung. 

Unter den Expeditionen, welche Abtheilungen des Re- 
gimentes gegen die Insurgenten unternahmen, verdienen die 
beiden folgenden besonderer Erwähnung. Hauptmann August 
Baron Wöber mit der 15. und 16. Compagnie Latour, 
2 Raketengeschutzen und 1 Abtheilung Gensdarmen verliess 
am 25. Oktober Früh 4 Uhr auf 2 Dampfschiffen Como, 

Geschichte des 28. Inf.-Kgmts. 14 



210 Latour. 

1848 und landete um 8 Uhr in Argegno, um die Freischärler aus 
dem Val Intelvi zu vertreiben. 

Ein Zug unter Lieutnant Wenzel Swoboda blieb in Ar- 
gegno sowie eine Wache auf den Dampfern zurück, um lOVg 
s. Pedei«. Ubr trat das Detachement den Marsch gegen S. Fedele an. 
Eine viertel Stunde hinter Argegno stiess die 16. Compagnie 
auf zahlreiche bewaffnete Insurgenten, welche die Vorhut mit 
heftigem Feuer empfingen und sich zwischen die Truppen und 
die Dampfer zu drängen suchten. Hauptmann Baron Wöber 
sendete sogleich eines der Schiffe nach Como mit der Meldung 
über dieses Zusammentreffen mit den Freischärlern, liess die 
Letzteren mit Baketen bewerfen und wartete den Erfolg seiner 
Meldung ab, die Gegner durch das Feuer entfernt haltend. 

Oberstlieutnant Landgraf Fürstenberg in Como hatte 
rasch mit 1 Division Oyulay- Infanterie den angekomme- 
nen Dampfer bestiegen und traf mit dieser Verstärkung 
um 4 Uhr Nachmittags in Argegno ein. Eine Compagnie 
Gyulay hier zurücklassend, ging er mit der anderen und den 
beiden Compagnien Latour zum Angriffe über und gelangte 
bis nahe an die Kirche von Dizasco. Der anbrechende Abend 
veranlasste ihn indess, die Truppen nach Argegno zurückzu- 
führen. 

Am 26. Oktober Morgens begann der Angriff auf die 
während der Nacht durch Zulauf verstärkten Bebellen aufs 
Neue, die Truppen gewannen Terrain, Lieutnant Swoboda 
mit eiher halben Compagnie erstieg den rechtsseitigen steilen 
Thalrand, da traf von Como der Befehl ein, sogleich vom 
Kampfe abzulassen und zurückzukehren. 

Unter dem Schutze der Division Gyulay in Argegno, be- 
stieg die Division Latour einen Dampfer und deckte dann 
von diesem aus die Einschiffung der ersteren Division auf dem 
zweiten Schiffe. 

Diese fuhren unter dem Feuer der Insurgenten ab, am 
Ufer erschienen plötzlich 3 Soldaten von Latour, sie hatten 
sich verspätet, konnten nicht mehr aufgenommen werden und 
wurden von den Freischärlern gefangen genommen. Die Divi- 
sion Latour kam nach Tavernola zur Bewachung des Breggia- 
Thales. 

Die zweite Expedition unter Oberstlieutnant Landgraf 
Fürstenberg am 30. Oktober war wieder gegen das Val 



Latour. 2 1 1 

Intelvi gerichtet, das Detacheincnt bestand aus 2 Compagnien ims 
Latour, 2 Compagnien Gyulay, Vs Compagnie Kaiserjäger 
und 2 Baketengeschützen. Major Philipp Ho ff mann mit der 
Division Latour und den beiden Raketen in Bovenno bis 
auf weiteren Befehl zurücklassend , führte Oberstlieutnant 
Landgraf Fürstenberg die Division Gyualy und die 
Eaiserjäger über Piazza gegen den Monte Bisbino, auf ^»"^ Bi«i>i»o 
welchem die Insurgenten in grosser Anzahl die Kirche besetzt 
hatten. Die Kirche wurde im Sturme genommen, der Feind 
verjagt. 

Major H f f m a n n , verstärkt durch eine Compagnie 
Liccaner, wurde am nächsten Tage längs des Seeufers gegen 
das Val Intelvi dirigirt, Oberstlieutnant Landgraf Fürsten- 
berg zog eine Compagnie Latour aus dem Breggia-Thale 
au sich — die andere blieb an der Breggia-Brücke zurück — 
und vertrieb die Insurgenten aus der Kirche S. Bernard o, s- Bemtrdo. 
in welcher sowie in den benachbarten Gehöften die Truppen 
die Nacht zubrachten. 

Am 1. November Früh 3 Uhr brach die Oolonne des 
Oberstlieutnants Landgraf Für st enberg wieder auf, in der 
Umgebung wurde auf allen Thürmen Sturm geläutet, und bald 
waren bei 700 Bewaffnete versammelt, um sich den Truppen 
entgegenzustellen. Nach zwei Bajonnetangriffen wurden die 
Rebellen indess geworfen und mit einem Verluste von 12 Mann 
nach Colmo getrieben, welchen Ort sowie Fieso die Truppen 
einnahmen. 

Die Colonne des Majors Hoffmann schloss sich nun an, 
um 7 Uhr Früh des 2. November rückte Oberstlieutnant 
Landgraf Fürstenberg mit den 3 Compagnien Latour, 
I Compagnie Gyulay, den Jägern und den Raketen auf be- 
schwerlichen Fusssteigen über Casasco gegen S. Fedele. Eine s. Pedeie. 
Deputation der Stadt bat um Schonung gegen die derselben 
zugedachte Züchtigung, das Haus des Rädelsführers Brenta 
wurde aber geplündert und zerstört. Bis zum 5. November 
blieb das Detachement in S. Fedele, wo sich auch die drei bei 
der ersten Expedition gefangenen Soldaten — die übrigens von 
den Rebellen gut behandelt worden waren — wieder einfanden. 

Häufige Streifungen in die Umgebung und die Einnahme 
von Luino durch andere Truppen unter Commando des Ober- 
sten von Hahne stellten die Ruhe allmählig wieder her. Das 

14» 



2 1 2 Latour. 

1848 Detachement des OberstlieutDants Landgraf Fürstenberg 
yerliess S. Fedele, nur eine Compagnie blieb bis zum 7. No- 
vember dort zurück. An diesem Tage streifte Oberstlieutnant 
Landgraf Fürstenberg mit der 13. Compagnie bis Pigra, 
am 9. war er in Osteno und Porlezza am Lugano-See und 
unternahm eine Expedition in's Val Solda. Von Truppen des 
2. Armee-Corps abgelöst, rückte das ganze Begiment am 14., 
15. und 16. November wieder in Mailand ein. 

Für den ermordeten Inhaber, F. Z. M. Graf B a i 1 1 e t de 
* Latour, wurde am 23. November eine grossartige Todten- 
feier abgehalten, zu welcher 16.000 Mann in 5 Treffen auf 
dem Castell-PIatze ausgerückt waren. Das Begiment Latour 
genoss die Auszeichnung, vor der Front des ersten Treffens 
mit seinen 3 Bataillonen aufgestellt zu sein. 

Am 7. Dezember gelangte die Nachricht von der Abdan- 
kung des Kaisers Ferdinand nach Mailand, am 13. feierte die 
gesammte Garnison durch eine grosse Parade auf dem Castell- 
PIatze die Thronbesteigung Seiner Majestät des Kaisers 
Franz Josef I. 



1849 Wohl selten hat eine Armee die Kündigung des Waffen- 

stillstandes mit grösserer Begeisterung «mpfaugen, als die 
kaiserliche Armee des F. M. Graf Badetzky, die mit 
wahrem Jubel die Nachricht von dem Wiederbeginne der 
Feindseligkeiten gegen den treulosen Sardenkönig aufnahm, 
und eben so selten ging wohl ein Heer mit der innigsten 
TJeberzeugung von Neuem in den Kampf, „Vater Badetzky 
könne und müsse sie nur zum Siege führen!'' 

In Como, von wo unser Begiment seit 1. Februar die 
Vorposten bestritt, rief die frohe Botschaft vom bevorstehenden 
Ausbruche des Krieges die freudigste Aufregung hervor. Das 
Offiziers -Corps des Begimentes zog mit Musik, gefolgt von 
Hunderten freiwillig herbeigeeilter Soldaten, auf den Domplatz, 
die Volkshymne ertönte und tausendstimmige Jubelrufe durch- 
zitterten die Luft. „Hoch unser Kaiser I*" „Hoch Vater Badetzky I*" 
lauteten die nicht endenwollenden Vivats, die immer und 
immer wieder der Liebe zum Monarchen, der Verehrung für 
den greisen Feldherrn begeisterten Ausdruck gaben. 



Latour. 213 

Ein schwungvoller Armee - Befehl von 12. März verkündete »849 
den kampfeslustigen Truppen der kaiserlichen Armee den Be- 
ginn der Feindseligkeiten für den 20. März Mittags 12 Uhr. 

Unser Regiment - 1., 3. und Landwehr -Bataillon*) 
— trat fQr den bevorstehenden Feldzug in 'die Brigade G. M. 
Graf Festetics, Division F. M. L. Graf Haller des 1. 
Armee - Corps. Der streitbare Stand der drei Bataillone betrug 
2680 Mann, jener der Brigade, welche ausser Latour noch 
das Landwehr -Bataillon Hohenlohe — später statt diesem das 
2. Bataillon Albrecht — und eine 6 Pf. Fassbatterie enthielt, 
3750 Mann. 

Am 17. März kam das Regiment nach Mailand, am 
19. nach Mirabelle, am 20. um 11 Uhr Vormittags erreichte 
es die Porta S. Vito von Pavia. Um 12 Uhr Mittags begann 
der Uebergang der kaiserlichen Armee über den Gravellone. 

Mit klingendem Spiele zogen mehr als 70.000 Mann an 
der Wohnung des Feldherrn vorüber, der auf den Balcon des 
Hauses getreten war. Ein einziger aus dem Innersten der 
Seele dringender Jubelruf entstieg der Brust dieser Tapferen 
zum Helden -Marschall empor, ihm ein Zeichen des grenzen- 
losen Vertrauens, der selbstlosesten Opferfreudigkeit einer ihm 
blind ergebenen siegesbewussten Armee. 

Das 1. Armee -Corps wendete sich nach Passirung des 
Grenzflusses gegen Zerbolö, wo die Trappen gegen 10 Uhr 
Abends das Biwak bezogen. Für den 21. März erhielt dieses 
Corps die Richtung nach Mortara, ein Streif - Commando unter 
dem Oberstlieutnant Schanz von Rade tzky- Husaren — 
bestehend aus den 3. Bataillonen Latour und Hohenlohe, 
1. Division Husaren und Vsf6pfündigen Batterie — rückte zur 
Sicherung der rechten Flanke des Armee -Corps gegen Vige- 
vano. Nach dem Abkochen, um 9 Uhr Vormittags brachen 



*) Regiments- Adjutant : Oberlieutnant Jett mar. 


1. Bataillon. Adjatant: Lieutnant Ger lach. 


Comp. Hauptmann Oberlieutnant L i e 


u t n a n t 


1. Lhottak Nagy Rodakowsky 


Werther 


2. -> Jacob Kiss 


Burka 


3. Birndt Habermann Erfurth 


Kanka 


4. Krebs Goffin Künzl 


Scheiner 


5. Kirchner Barbier Fautz 


Jenik P'erdinand 


6. Kba Rösch Schmitzer 


Kölgen. 


März 1849. 





214 Latour, 

1849 diese Truppen von Zerbolö auf. Die Brigade G. M. Graf 
Festetics schloss die Truppen -Golonne des Corps, ihr 
folgte der gesammte Train, an dessen Queue das Landwehr- 
Bataillon Latour. 

Die Vorhut - Brigade G. M. Strassoldo des 1. A.rmee- 
uurgo ö. siro. Corps war mittlerweile bei Borgo S. Siro auf den Feind 
gestossen, das Gefecht begann, die Kaiserlichen gewannen bald 
Terrain und schickten sich eben au, den Ort selbst anzugreifen, 
als Oberstlieutnant Schanz mit dem Streif - Commaudo ein- 
traf. Rasch wurde das 3. Bataillon Latour vorgezogen, es 
formirte sich zum Angriffe und stürmte unter seinem tapferen 
Commandanten , Oberstlieutnant Landgraf Fürstenberg, 
gleichzeitig mit den Truppen der Brigade Strassoldo in den 
Ort, in welchem unser Bataillon 2 OCBziere und 50 Mann ge- 
fangen nahm. 

Nach kurzem Aufenthalte, der durch den Brand einiger 
Häuser in Borgo S. Siro herbeigeführt wurde, da die Muui- 
tionS' Wagen nicht passiren konnten, trat Oberstlieutnant 
Schanz um 3 Uhr Nachmittags den Weitermarsch gegen 1 a 
lasforzosca. SfoTzesca an. Hier aber stiess das Streif - Commando um 
4 ühr erneuert auf den Feind, der Anfangs für die aus 
S. Siro geworfene Truppe gehalten und daher unverzüglich 
angegriffen wurde. In der Wirklichkeit hatte man es aber mit 
einer vierfachen üebermacht, der ganzen Division Bes in der 
Stärke von mehr als 15.000 Mann zu thun. 

Oberstlieutnant Landgraf Fürstenberg mit 2 Gom- 
pagnien Latour rückt auf dem rechten Ufer der Koggia 
Sforzesca, das andere halbe Bataillon nebst der '/, Batterie 
auf dem linken Ufer gegen Ca Cavezzo ; das Bataillon Hohen- 
lohe und die Husaren bleiben an der Canalbrücke in Reserve. 
Um dieselbe Zeit gehen auch die Italiener zum Angriffe mit 
so grosser üebermacht vor, dass beide Halb - Bataillone von 
Latour durch je 3 Compagnien Hohenlohe unterstützt werden 
müssen. 

3. Bataillon. Adjutant: Lieutnant Kolb. 



Comp. 


HaaptmaiiD 


Oberltentnant 


Lieutnant 


13. 


Bayer 


Zaborsky 


Frieberger Mai 


14. 


Brem 


Pozza 


Tysskowsky Wallaschek 


15. 


Siegl 


Henriquez 


Krafft Vinzenz Ordnung 


16. 


Wöber 
März 1849. 


Wattek 


Weiten Weber Wizina. 



Latour. 215 

Ein heftiges Gewehrfeuer setzt jedem weiteren Vorgehen iw9 
der Oesterreicher bald ein Ziel, 5 feindliche Bataillone 
drohen auch die Flanken der beiden kaiserlichen Bataillone 
zu umfassen. Diese sind gezwungen, sich mehr und mehr aus- 
zudehnen, so dass schliesslich fast sämmtliche Abtheiluugcn 
in Flankier sich auflösen. Oberstlieutnant Schanz beschliesst 
dennoch auszuhalten, bittet aber gleichzeitig um Verstärkung. 

unter solchen Umständen wird die Lage der kaiserlichen 
Truppen mit jedem Augenblicke schwieriger, eine Sammlung 
der Abtheilungen im heftigsten Feuer ist kaum möglich, wird 
aber noch mehr erschwert, als feindliche Infanterie und meh- 
rere Escadronen in der linken Flanke erscheinen, die dort 
stehenden Geschütze und auch die Rückzugslinie der Oester- 
reicher bedrohen. 

Oberstlieutnant Schanz wirft sich in diesem gefähr- 
lichen Momente mit seinen beiden Husaren - Escadronen auf 
die nächste und am weitesten vorgedrungene Infanterie, rettet 
dadurch die Geschütze und attakirt dann mit bestem Erfolge 
die feindliche Gavallerie. 

Aber das weitere Vordringen der piemontesischen Truppen 
kann durch diese schöne WafTenthat nicht lange aufgehalten 
werden, die beiden kaiserlichen Bataillone, heftig gedrängt, 
weichen bis zur Boggiabrücke, nächst welcher die stark aus- 
einander gekommenen Abtheilungen sich rasch zu ordnen 
suchen. 

G. M. Festetics hatte auf die Meldung des Oberst- 
lieutnants Schanz sogleich die 3., 4., 5. und 6. Compagnie 
des 1. Bataillons Latour unter Major Philipp Hoffmann 
mit einer halben Fuss- und Ys Baketen- Batterie gegen la 
Sforzesca entsendet und ein anderes Bataillon vor Torrazza 
zur Sicherung des durch diesen Ort passirenden Trains auf- 
gestellt, dessen unmittelbare Bedeckung die übrigen 2 Gom- 
pagnien des 1. Bataillons und das Landwehr- Bataillon Latou r 
unter Major Anton Braun von Praun bildeten. 





Landwehr-Bataillon. Adjutant: Lieutnant Uelversen. 


Comp. 


Hauptmann 


OberUeatnant 


Lieutnant 


1. 


Mariesich 


Woytiöek 


Schott — 


2. 


Reisinger 


Müller 


Fischer von Feldsee Lohr 


3. 


Vetter 


Brestl 


Grossmann Hess Franz 


4. 


Wirth 
März 1849. 


Piatrik 


Rhemen Polaöek. 



216 Latour. 

1849 Obgleich nuu das 1. Bataillon (4 CompaguieD) Latour 

sogleich nach seinem Eintreffen an der Boggiabrücke thätig 
in das Gefecht des Streif- Commandos eingriff, und die her- 
beigeeilte halbe Batterie unter Bedeckung der 3. Compagnie 
Latour ein kräftiges Feuer gegen den Feind richtete, gelang 
es diesem dennoch, die linke Flanke des noch immer zu 
schwachen Detachements zu umfassen und Letzteres gegen 
Torrazza zurückzudrängen. Die Uebermacht des Gegners war 
eben eine so bedeutende, dass nach dem schon lange dauernden 
Kampfe kein Vortheil gegen dieselbe zu erringen war. 

Plötzlich aber wendet sich das Blatt zu Gunsten der 
Oesterreicher. Die Hülfe für das bedrängte Streif-Commando 
erscheint von einer Seite, von der sie am wenigsten zu er- 
warten war. F. M- L. Wohlgemuth, an diesem Tage mit 
der Brigade G. M. Görger noch auf dem linken Ticino-Ufer 
befindlich, lässt diese Truppen gegen Mittag bei Bereguardo 
überschiffen. 

Um VgZ Uhr bei Borgo S. Siro vernimmt er den von 
la Sforzesca herübertönenden Kanonendonner. Mit den zuerst 
überschifften Truppen — 1 Jäger-Bataillon und 10 Compagnien 
Ogulinern — eilt F. M. L. Wohlgemuth auf den Kampfplatz 
nach Torrazza, verlängert den linken Flügel des Streifcorps 
mit seiner Hauptkraft und stellt den Kest seiner Truppen neben 
die an der Strasse noch immer sich behauptenden Abtheilungen 
des Regimentes Latour. 

Sechs feindliche Bataillone und 4 Escadronen, unterstützt 
von 10 Geschützen, gehen in diesem Augenblicke gegen die 
kaum beendete Aufstellung der Kaiserlichen bei Torrazza vor. 
Viermal versucht die piemontesisehe Uebermacht, die Oester- 
reicher zum Weichen zu bringen, aber ebenso oft leisten die 
tapferen kaiserlichen Truppen erfolgieichen Widerstand. 

Endlich giebt der Feind die weiteren Versuche, hier zu 
siegen , ' auf und unterhält nur noch mit 2 Bataillonen ein 
nutzloses Feuergefecht. Seine Cavallerie macht einige vergeb- 
liche Attaken, sie vermag nirgends Erfolge zu erringen. Das 
1. Bataillon Latour, ebenfalls von feindlichen Lanciers an- 
gegriffen, lässt diese auf 50 Schritte herankommen, giebt mehrere 
Salven und zwingt die piemontesischen Beiter schleunigst das 
Weite zu suchen. 



Latour. 217 

GegeD 6 ühr Abends ergreift' F. M. L. Wohlgemuth i»^» 
die Offensive, das 1. Bataillon Latour beschäftigt den Feind 
in der Front, der linke Flügel führt den Stoss, dem die 
Piemontesen sehr bald weichen. Als im richtigen Momente 
eine kleine österreichische Colonne in der rechten Flanke des 
Feindes erscheint, verlässt er das so lange durch seine üeber- 
macht behauptete Gefechtsfeld und zieht sich unter dem Schutze 
der einbrechenden Nacht gegen Vigevano zurück. Die öster- 
reichischen Truppen biwakirten auf dem Kampfplatze nächst 
S. Vittore und marschirten in der Frühe des 22. März nach 
Gambolö, wo das ganze 1. Armee-Corps sich conzeutrirte. 

Gegen vierfache üebermacht muthig kämpfend, haben die 
österreichischen Truppen unter Oberstlieutnant Schanz an 
dem Tage vou la Sforzesca Ausserordentliches geleistet. 
Anfangs fast erdrückt und zurückgedrängt, behaupten sich 
4iese Truppen mit grosser Ausdauer bis die lang ersehnte 
Hülfe eintrifft und als nun der österreichische Angriff beginnt, 
sind auch sie, trotz der vorhergegangenen Gefechte, noch frisch 
genug, um an dem jetzt siegreichen Kampfe den thätigsten 
Antheil zu nehmen. 

Der Verlust des Begimentes am 21. März war nicht be- 
deutend, 6 Mann blieben todt, 2 Offiziere — Lieutnant Eduard 
Künzl und Franz Wizina — nebst 54 Soldaten waren 
verwundet, 22 vermisst. 

Durch hervorragende Tapferkeit in diesem heissen Gefechte 
haben sich besonders ausgezeichnet: Oberstlieutnant Franz 
Landgraf Fürstönberg, Major Philipp Hoffmann. 
Folgende Soldaten erhielten die silberne Tapferkeits-Medaille 
1. Classe: Feldwebel Anton Haberditzl; Korporal Wenzel 
Konyard; Gemeiner Josef Swec; jene 2. Classe: Feld- 
webel Josef Heinrich, Johann Benesch, Josef Prucha; 
Korporal Thomas Wlöek, Josef Titzar, Johann Po Hak, 
Franz Mascha, Franz Cernoch, Wenzel Hauschild; 
Gefreiter Veit Kada, Franz Matejka; Gemeiner Thomas 
Kolar, Franz Schleicher, Johann W atz ek , Adalbert 
Tomanu, Jakob Hajek. 

Feldwebel Anton Haberditzl nahm bei der Erstürmung 
von Borge S. Siro 5 feindliche Soldaten gefangen und wirkte 
auch bei Torrazza durch sein kühnes Vorgehen sehr günstig 
auf die Mannschaft. Ebenso gaben die Feldwebels Josef 



218 Latour. 

i84d Prucha und Peter Maier bei jeder Gelegenheit das beste 
Beispiel und waren überall an der Spitze, wo es sich um rasches 
und rücksichtsloses Vordringen handelte. Korporal Wenzel 
Eonyard drang als einer der Ersten in Borge S. Siro ein 
und nahm ganz allein einen feindlichen Offizier gefangen. 
Cadet Weitenfeld benahm sich als Fahnenträger sehr tapfer 
und unerschrocken. 

Der Muth, die Kaltblütigkeit und die Ausdauer sämmt- 
lieber Offiziere beider im Kampfe gewesenen Bataillone in allen 
Phasen des wechselvoUen TrefTens fanden in der Gefechts- 
Relation ihre vollste Anerkennung. 

Am 22. März setzte die österreichische Armee ihre Vor* 
rückung gegen Mortara fort, das 1. Armee-Corps marschirte 
um 2 Uhr Nachmittags über Cattanea nnd Parona nach Cila- 
yegna und bezog dort gegen 10 Uhr Nachts das Lager. Für 
den 23. erhielt das 1. Corps den Befehl um 10 Uhr Früh 
aufzubrechen und gegen Vercelli zu dringen, wohin man den 
Feind im Rückzuge glaubte. 

Um 4 ühr Nachmittags nächst Robbio wurde anhaltender 
Kanoneudonner von Norden hörbar, der Corps -Commandanl 
änderte sogleich seine Marschrichtung und führte das Corps 
gegen Novara. Aber bei anhaltendem Regen auf schlechten 
Wegen nur mühsam weiterkommend, traf die Spitze erst um 
8 ühr Abends, die Queue um Mitternacht bei Monticello — 
8 Kilometer von Novara — ein. Das 1. Armee-Corps kam 
ohne sein Verschulden zu spät zur Schlacht von Novara. 

König Carl Albert entsagte dem Throne Sardiniens, sein 
Nachfolger Viktor Emanuel erbat vom kaiserlichen Heerführer 
einen Waffenstillstand. Die österreichischen Armee-Corps machten 
noch eine Bewegung gegen die Sesia, das 1. Corps blieb jedoch 
am 24. bei Monticello. Am 26. März kam es nach Borgo- 
Vercelli, am 29. hielt Feldmarschall Graf Radetzky an der 
Spitze dieses und des Reserve-Corps seinen Wiedereinzug in 
Mailand. 

In zwei Feldzügen hatte unser Regiment brav ge- 
stritten, bei jeder Gelegenheit durch Entschlossenheit, gute 
Zucht und Ordnung sich hervorgethan, seinem Namen „Latour'' 
in der Geschichte des kaiserlichen Heeres einen bleibenden 
ehrenvollen Platz errungen. 



Latour. 219 

Ueich waren aber auch die Belohnungen, mit denen der ms 
gütige Monarch auf Vorschlag des für seine Truppen mit 
väterlichem Wohlwollen sorgenden Helden - Marschalls die 
Tapfersten des Regimentes auszeichnete. 

Es erhielten das Bitterkreuz des Leopold-Ordens: Oberst 
Johann yo[n Hahne, Oberstlieutnant Franz Landgraf 
Fürslenberg; das Militär-Verdienstkrenz : Major Anton 
Braun von Praun, Major Friedrich Graf Rhode, 
Hauptmann Anton Krebs, Oberlieutnant Carl Baron Beisinger, 
Franz Vetter, Josef Böh, Franz Edler von G off in, 
' Lieutnant Adolf Edler von Wunschheim und Heinrich Edler 
von Habermann. 



II. Die Einnfthme von Praf and Wien, der Krieg: in Ungrurn. 

Als im April 1848 unserBegiment nach Italien mar- ims 
schirte, um dort im raschen Siegeslaufe der kaiserlichen Armee 
reichen Lorbeer zu sammeln, war das 2. Bataillon*) Latour 
in Theresienstadt zurückgeblieben. In dieser Festung den in 
solch' erregter Zeit gewiss nicht anregenden Garnisonsdienst 
zu versehen, schien das traurige Loos dieser Truppe werden 
zu sollen. Bald aber schlug auch für sie die Stunde der Er- 
lösung aus den beengenden Festungsmauem. 

Der Prag er Aufstand war um die Mittagsstunde des Pr»«. 
12. Juni ausgebrochen. An den heftigen Strassenkämpfen hatten 
unsere Grenadiere*) im Bataillon van der Mühlen durch 
Erstürmung mehrerer Barrikaden nächst dem Pulverthurme 

*) Anmerkung: 

Uaapimiuin Oberlieutnant Lieatnant 

1. Grenadier-Cooip. Hoffmann Dittmann Herdiborsky 

2. „ 9 Graf Kttnigl Kersting Maschke 

2. Bataillon. Adjutant: Lieatnant Rösch. 

Comp. Hauptmann Oberlieutnant Lientnant 

7. Sauer Bayer Krafft Heinrich Stefan 

8. Niewiadomsky Schmatz Strasser Grossmann 

9. FiaUca A^'altz Mriz Henrici 

10. Elvenich Fanta Nagy Wolf 

11. Hajek Buschek Pilny Jeppige 

12. Benko Kerpl Schmidt Probst. 

Juni 1848. 



220 Latour. 

J84« röhmlichen Antheil. Feldwebel Johann P r o k o p und Zimmer- 
mann Josef Moizich erwarben durch hervorragende Tapfer- 
keit die silberne Medaille 2. Classe. 

An demselben Tage um 10 Uhr Abends traf der Marsch- 
befehl für das 2. Bataillon — commandirt von Hauptmann 
Philipp Ho ff mann an Stelle des erkrankten Majors Wilhelm 
Stockar von Bäorenkopf — in Theresienstadt ein, um 4 Uhr 
des 13. verliessen die Truppen unter Commando des Brigadiers 
G. M. Fürst Colloredo die Festung und ruckten gegen die 
Landes-Hiuptstadt. 

ö6 Kilometer wurden in glühender Sonnenhitze in fast 
ununterbrochenem Marsche zurückgelegt, um 10 Uhr Abends 
bezog das 2. Bataillon unseres Regimentes auf dem Invaliden- 
hausplatze das Biwak. Am folg<Snden Morgen besetzte es den 
Graben und Heuwagsplatz, die Grenadiere den Hradschin. 

Mehr als 70 Soldaten des Regimentes, während der Pfingst- 
feiertage in Prag beurlaubt, rückten bis auf den letzten Mann 
zu ihrer Truppe ein ; trotz aller üeberredungskünste, Drohungen, 
ja selbst Misshandluugeu Seitens der Empörer waren sie in 
unerschütterlicher Pflichttreue auf die erste Kunde vom Ein- 
treffen des Regimentes zur Fahne geeilt. Sicherlich ein ehren- 
volles Zeuguiss für den guten Geist der Truppe in einem 
Augenblicke, in welchem leider Viele durch unklare Verhält- 
nisse irregeführt in ihrer Treue gegen den Monarchen wankend 
wurden. 

In der Nacht vom 14. zom 15. Juni liess F. M. Fürst 
Windischgrätz die Altstadt Prags von fast sämmtlichen 
Truppen räumen, von unserem Bataillon besetzten die 11. und 
12. Compagnie die Josefs- und Reiter-Caserne sowie das Ge- 
neral-Commando-Gebäude, in welchem sie vom Volke vielfach 
belästigt wurden, aber alle Angriffe entschieden abwiesen. 

Nach mehrfachen Plänkeleien mit den Aufständigen und 
kräftiger Beschiessung der Altstadt, ergab sich diese am 
17. Juni; die feste Haltung der Truppen, sowie die allmählig 
wiederkehrende Beruhigung der Gemüther in der Bevölkerung 
hatten im Vereine mit dem energischen Auftreten des com- 
mandirenden Generalen die böhmische Hauptstadt von ihrer 
kurzen Verirrung zur gesetzlichen Ordnung zurückgeführt. 

Am Tage vor dem Falle Prags war von unserem Ba- 
taillone die Mittel - Division unter Hauptmann Carl Ritter 



, Latour . 221 

von E 1 V e n i c h nebst 1 Escadron Palatinal-Husaren und einigen ims 
Pionnieren über die Pontonbrücke zum Invalidenbause geruckt, 
um dort einen Transport von 350 Fuhrwesens -Bemonten zu 
übernehmen und diese auf den Bechowicer Bahnhof zu escor- 
tiren. Nach glücklich gelöster Aufgabe stiess das Detache- 
ment am 18. Juni auf 400 Freischärler, die aus Prag abzogen, 
griff dieselben an, verwundete 70 Personen und entwaffnete 
die üebrigen. 

Erst am 2. Juli rückte das Detachement wieder nach 
Prag, unsere Division zum Bataillon auf den Hradschin. Am 
26. Juli marschirte das 2. Bataillon nach Theresienstadt zurück, 
wo die 12. Gompagnie jedoch erst Anfangs August eintraf. 
Sie war mit Vs Escadron Palatlual-Husaren unter Commando 
des Hauptmanns Anton Bitter von Benko seit 8. Juli zur 
Entwaffnung unverlässlicher Nationalgarden nach Schlau, Saaz, 
Badonic und Türnitz entsendet gewesen. 

Im Juli kam das Beserve- Bataillon mit ungefähr 
900 Mann in Theresienstadt zur Aufstellung. Die 17. und 18. 
Füsilier-Compagnie wurden am 23. August als Assistenz nach 
Eomotau und Eaaden verlegt, die ö. und 6. Landwehr-Com- 
pagnie waren noch in der Festung. 

Als die Wiener Oktober -Ereignisse mit der grausamen 
Ermordung des Eriegsministers F. Z. M. Graf Latour, unseres 
langjährigen Begiments-Inhabers, ihren Anfang nahmen 
und die Heranziehung grösserer Streitkräfte gegen die rebellische 
Besidenzstadt erforderten, erhielten das 2. Bataillon unter Major 
Alois Oraf Eünigl und das Grenadier - Bataillon unter 
Major Eonrad Eocy unseres Begimentes den Marsch- 
befehl, der vorläufig nach Olmütz lautete. 

Am 11. Oktober marschirte das 2. Bataillon über Weltrus 
nach Prag, von hier mittelst Eisenbahn nach Olmütz und nach 
eintägiger Bast am 14. über Prossnitz, wo Eaiser Ferdi- 
nand die Truppen besichtigte, Nikolsburg, Wolkersdorf, am 
20. nach Stammersdorf im Marchfelde. 

Die Brigade G. M. Fürst Colloredo, zu welcher das 2. 
Bataillon noch immer gehörte, rückte am 22. Oktober zur 
Verstärkung der kaiserlichen Truppen am rechten Donauufer 
in die Lobau, biwakirte auf der Insel während der folgen- 
den, äusserst stürmischen Nacht und überschiffte den Strom 
am nächsten Mittage Der Banus F. M. L. Baron Jellaöic 



222 Latour. 

1848 erwartete die Truppen am jenseitigen Ufer, sie waren unter 
seinen Befehl getreten und feierten diesen Moment des ersten 
Begegnens mit ihrem neuen Commandanten durch herzliche 
Hochrufe, die sie dem Banus darbrachten. 

Das Grenadier-Bataillon K o c y, eingetheilt in der Brigade 
G. M. Schütte, rückte aus dem Lager bei Stammersdorf am 
23. Oktober auf der bei Lang-Enzersdorf geschlagenen Pon- 
tonbrücke über die Donau, und marschirte als Bedeckung mit 
dem Hauptquartier des F. M. Fürst Windischgrätz über 
Döbling, Gersthof nach Hetzendorf. 

Die Brigade G. M. Fürst CoUoredo — bestehend aus 
dem 2. Bataillon Latour, 1 Bataillon Parma, 1 Bataillon 
Paumgarten, 1 Zug Pionniere, 1 Cayallerie-Batterie — kam 
den 23. Oktober nach Eaiser-Ebersdorf, unser Bataillon 
nach Mannswörth, am 24. gegen Mitternacht nach Atzgersdorf. 

F. M. Fürst Windischgrätz versuchte vergebens, 
wi«n Wien im Wege der Unterhandlung zur Unterwerfung zu 
zwingen, alle Versuche scheiterten, es blieb nur das letzte 
Mittel der Anwendung von Waffengewalt übrig. Am 28. Ok- 
tober 10 Uhr Vormittags erfolgte diese von allen Seiten gleich- 
zeitig gegen die von zahlreichen in der Eile organisirten Auf- 
ständigen vertheidigte Besidenz. 

Die Brigade G. M. Fürst CoUoredo hatte an diesem 
Tage die Aufgabe: zwischen der „Spinnerin am Kreuz" und der 
Eisenbahnbrücke auf der Höhe des Wienerberges Aufstellung 
zu nehmen, Scheinangriffe gegen die Hundsthurmer- und Matz- 
leinsdorfer-Linie zu machen, sich in den Besitz derselben zu 
setzen, wenn dies ohne grosse Verluste möglich wäre. 

Um V8 9 Uhr Früh brach die Brigade aus den Cantonni- 
rungs-Stationen Erlaa, Atzgersdorf, Liesing auf der Strasse 
zwischen Altmannsdorf und Hetzendorf gegen Wien, 1 Divi- 
sion Paumgarten mit dem Pionnier-Zuge bildete die Vorhut, 
das 2. Bataillon Latour die Queue der Colonne. 

Auf wirksame Schussweite vor dem Hundsthurmer Linien- 
walle angekommen, setzt sich die Cavallerie - Batterie, .zu 
deren Verstärkung auch eine halbe Baketen-Batterie eintrifft, 
in's Feuer, die Bataillone Latour, Parma und Paumgarten 
rücken in Divisions-Colonnen bis über die Eisenbahn vor. Aus 
dem Gaudenzdorfer Friedhofe und den hinter diesem befind- 
lichen Gärten werden die anrückenden Truppen mit lebhaftem 



Latour. 223 

Gewehrfeuer empfangen. Um an den Wall gelangen zu können, i848 
muss der Friedhof genommen sein. 

Während nun 1 Division Parma gegen den Linienwall 
zum Angriffe schreitet, erstürmt die 6. Division Latour den 
Friedhof. „Beide Angriffe*) wurden von den Truppen mit 
„glänzender Tapferkeit ausgeführt und von dem voUkommen- 
„sten Erfolge gekrönt. Die 6. Division Latour unter Com- 
„mando des Oberlieutnants Schwarzer drang im Sturmschritt 
„in den Kirchhof, warf die Insurgenten bis hinter die Linie 
„zurück uud obwohl dieser bald wieder verlassen werden musste 
„ — da er durch den Wall dominirt wird und keine Deckung 
„gewährt — so wurde der Zweck dieses Angriffes, nämlich 
„die Vertreibung der Insurgenten aus demselben, von wo sie 
„den Truppen durch gut unterhaltenes Feuer beschwerlich 
„fielen, erreicht." 

Als die Division Parma den Wall erklommen, rückt auch die 
6. Division Latour erneuert gegen denselben vor, ersteigt ihn 
auf Leitern in dem vorspringenden Winkel beim Friedhofe 
und dehnt sich längs des Walles bis in die Nähe der Hunds- 
thurmer-Linie aus. Beide Divisionen setzen sich auf dem 
äusseren Linienwalle fest und behaupten denselben trotz des 
aus den anliegenden Gärten und Häusern auf sie gerichteten 
starken Feuers der Insurgenten. 

Abtheilungen des 12. Jäger- Bataillons, unterstützt durch 
die halbe Raketen-Batterie, erstürmen das Linien-Thor, La- 
tour und Parma dringen in die Gärten, treiben die Insurgen- 
ten vor sich her und breiten sich bis zur Johannesgasse aus. 
Ein Befehl des Armee-Commandanten gebietet um 3 ühr 
Nachmittags den siegreichen Truppen Halt. 

Die 6. Division L a 1 u r wurde von einer Division Paom- 
garten abgelöst, als die Mannschaft alle Patronen verschossen 
hatte. Am Abende besetzte 1 Compagnie Latour den Fried- 
hof, eine den Eingang von Meldung zur Verbindung mit der 
Nachbar- Brigade G. M. Schütte, 3 Compagnien blieben bei 
der Beserve an der Eisenbahn. In dieser Aufstellung ver- 
brachte das Bataillon die Nacht. Die 10. Compagnie war in 
Mödling detachirt zur Sicherung des Rückens der Brigade. 



*) Aus der Relation des Brigadiers G. M. Fürst Golloredo 
wörtlich entnommen. 



224 Latour. 

18« Der 29. Oktober verstrich im Geplänkel mit deü Insur- 

genten, Unterhandlungen wurden wieder aufgenommen, am 30. 
war ein ungarisches Heer, welches zum Entsätze Wiens heran- 
rückte, bei Schwechat siegreich zurückgeschlagen. In der 
Hoffnung auf Befreiung hatten die Wiener Insurgenten die 
schon eingegangene Capitulation gebrochen, ein neuer Kampf 
gegen die enttäuschten Empörer musste deren gänzliche Unter- 
werfung herbeiführen. 

Am 31. Oktober Mittags 1 Uhr schritten die kaiserlichen 
Truppen zum Angriffe. Den Brigaden Jablonowsky und Sanchez 
der Division Csorich als Reserve folgend, rückte die Brigade 
6. M. Fürst Colloredo in 3 Colonnen durch die Hunds- 
thurmer-Linie in die Vorstadt Wieden. Das 2. Bataillon La- 
tour marschirte nach Zurücklassung einer Division auf dem 
Walle in die Hundsthurmer Hauptstrasse, besetzte diese und 
die zunächst liegenden Uebergänge über den Wieiifluss und ent- 
waffnete die Bewohner dieses Vorstadt-Theiles. Nach Erstür- 
mung des Burgthores hatten unsere Truppen die innere Stadt 
genommen, Wien hatte sich bedinglos den Siegern unterworfen. 

Der Kampf am 28. Oktober hat dem 2. Bataillon Latour 
verhältnissmässig geringe Verluste gekostet; 1 Soldat blieb 
todt, 12 Mann wurden verwundet. G. M. Fürst Colloredo 
hielt es für seine Pflicht, in der Gefechtsrelation „sämmtli- 
„chen Truppen das Zeugniss zu geben, Alles gethan zu haben, 
„was voD wohl disciplinirten und tapferen Truppen erwartet 
„werden kann. Als besonders ausgezeichnet verdienen bemerkt 
„zu werden von Latour: Feldwebel Honsig, welcher als der 
„Erste den Kirchhof erstürmte und dabei auch blessirt wurde.** 

Feldwebel Johann Honsig wurde zum Offizier befördert, 
Lieutnant Bataillons-Adjutant Johann Fiala für hervorragende 
Tapferkeit „belobt mit Vormerkung bei künftiger Beförderung," 
Zimmermann Josef Dupac und Gemeiner W^enzel Sou6ek 
erhielten für ihr besonders tapferes Benehmen die silberne 
Medaille 2. Classe. 

Im Armee - Befehle vom 2. November anerkannte der 
Armee-Commandant F. M. Fürst Windischgrätz die Tapfer- 
keit seiner Truppen in den wenigen erhebenden Worten: 
„Ich bin stolz, an Euerer Spitze zu stehen!" 

Unser Bataillon blieb vorläufig in der Vorstadt 
Hnndsthurm, kam später in die Ingenieur- Akademie, das 



Latour. 225 

GreDadier-Bataillon Eocy war noch iu Hetzeudorf, später iu i848 
Wien, wo es ohne an weiteren Eriegsereignissen Theil zu 
nehmen, länger als ein Jahr zur Garnison zählte. 

Am 18. Oktober fand auf dem Glacis der Stadt Wien 
eine Leichenfeier für den unglücklieben Inhaber unseres Re- 
gimentes F. Z. M. Graf Baillet de Latour statt, an welcher 
das 2. Bataillon und die Grenadiere des Regimentes, in der 
Mitte des ersten Treffens stehend, theilnahmen. 

Am 4. Dezember wnrde das 2. Bataillon mittelst 
Eisenbahn nach Brück a. d. Leitha befSrdert und trat in die 
Armee des F. M. Fürst Windischgrätz, die den Winter- 
feldzug gegen Ungarn begann. Seine specielle Eintheilung er- 
hielt das Bataillon in der Brigade G. M. Karger, Division 
F. M. L. Hartlieb des 1. Armee-Corps unter Commaudo des 
Banus F. M. L. Baron Jella6ic. 

Die kaiserliche Armee überschritt am 16. Dezember die 
ungarische Grenze, das Corps des Banus bei Brück. Nach 
kurzer Kanonade wurde Parendorf genommen, die 8. Com- p»"«dorf. 
pagnie unseres Bataillons blieb hier zurück, um das Dorf 
vorläufig besetzt zu halten. 40 in den Häusern versteckte 
Insurgenten und 12 Verwundete fielen in ihre Hände. Das 
Corps rückte bis Halbthurm. 

Einer am 18. unternommenen Recognoscirung durch Trup- 
pen des Banus, war auch unser Bataillon beigezogen. Es 
marschirte bis in die späte Nacht nach Üngarisch-Altenburg, 
stellte die abgebrannte Leitha-Brücke wieder her, besetzte die 
Stadt und biwakirte auf dem Hauptplatze. 2 Compagnien be- 
zogen die Vorposten gegen die Schütt-lnsel. 

Am 23. Dezember kam das Bataillon nach Leiden 
und versah bei sehr strenger Kälte, so dass die Abtheilüngen 
alle 12 Stunden abgelöst werden mussten, den Sicherheitsdienst 
bis zum 25. Dezember. 

Das 1. Armee-Corps conzentrirte sich am folgenden Tage 
bei Szt. Mihäly zur Vorrückung gegen Raab, unser Ba- R^b. 
taillon überschritt um Mitternacht die Eisdecken der Flüsse 
Raab und Marczal, um in der linken Flanke die bei Raab 
verschanzten Rebellen anzugreifen. Diese aber hatten sich zu- 
rückgezogen, die gut gebauten Redouten waren verlassen. Das 
Bataillon kam bis zum 28. Dezember nach Raab in Quartiere. 

Oescbichte des 88. Inf.-Rgrats. 15 



226 Latour. 

1848 Am 30. Dezember traf das 1. Armee-Corps bei Moor auf 
^°'*'' den ungarischen Heerestheil unter General Perczel, der nach 

kurzem Gefechte, in welchem vorwiegend die Cavallerie den 
Ausschlag gab, zum Buckzuge gezwungen wurde. 23 Offiziere 
und über 2000 Insurgenten fielen den Kaiserlichen als Gefan- 
gene in die Hände, sie wurden von der 8. Compagnie unseres 
Bataillons in Moor zur Bewachung übernommen, am nächsten 
Tage an andere Truppen zur Escortirung nach Oesterreich 
übergeben. ' 

In Moor blieb Lieutnant Heinrich Er äfft mit 45 Mann 
von Latour zur Sicherung des dort etablirten Spitales zurück. 
Als die Insurgenten dasselbe bedrohten, sendete K rafft einen 
Unteroffizier und 5 Mann am 6. Januar mit einer Meldung 
nach Stuhlweissenbur^. Diese PatruUe wurde unterwegs von 
zahlreichen Insurgenten überwältigt, entwaffnet und gefangen 
gehalten. Ein Streifcommaudo von Baden-Infanterie befreite sie 
aber noch am selben Tage: 

1849 Bei strenger Kälte, die mit dem Beginne des neuen Jahres 
auf 20^ B^aumur stieg, setzte das 1. Armee-Corps den Marsch 
über Lovas-Ber^ny fort, den gegen Ofen zurückweichenden 
Ungarn auf dem Fusse folgend. Am 3. Januar ereilte die Vor- 
hut eine feindliche Cavallerie-Abtheilung mit Geschützen bei 

Teuny. T e 1 6 u j , die nach kurzer Kanonade gegen Promontoriuitf 
abzog. Um 1 Uhr Nachts wurden die Truppen wieder alarmirt, 
die 11. Compagnie Latour, zur Aufklärung in die Weinberge 
entsendet, kehrte erst um 9 Uhr Vormittags von dieser Ex- 
pedition zurück. Der Feind war bis Ofen zurückgegangen. 

Promontorium wurde am 4. von Truppen des 1. Armee- 
Corps besetzt und die ganze kaiserliche Armee nächst Ofen 
conzentrirt, um am folgenden Tage diese Stadt, deren hart- 
näckige Vertheidigung Seitens der Ungarn man erwartete, anzu- 
greifen. Zur grossen Ueberraschung der Oesterreicher hatte aber 
der Feind Ofen geräumt, die kaiserlichen Truppen hielten am 
5. Januar gegen Mittag ihren Einzug. F. M. Fürst W i n d i s c h- 
grätz, ihm zur Seite der Banus, befand sich an der Spitze 
des 1. Armee-Corps, das am Fusse des Festungsberges vor dem 
Feldherrn defilirte und theilweise über die gefrorene Donau 
nach Pest rückte. Unser Bataillon wurde in der Dreihasen- 
gasse bequartiert und stellte Vorposten gegen Soroksär aus. 



Latour. 227 

Id äusserst rauher Jahreszeit, bei kurzen trüben Winter- iw» 
tagen hatte die kaiserliche Armee eine Reihe anstrengender 
Märsche mit rfihmenswerther Ausdauer überwunden, den Feind 
ohne Aufenthalt vor sich her getrieben und seine Hauptstadt 
eingenommen. Die zwingende Nothwendigkeit, die Truppen in 
den kalten Nächten abwechselnd unter Dach zu bringen, hatte 
manche Mühseligkeit für die Letzteren im Gefolge, da sie nach 
zurückgelegtem Marsche oft noch stundenweit wandern mussten, 
um das schützende Obdach zu erreichen. 

Nach wenigen Tagen der Ruhe, die den Truppen in der 
kalten Jahreszeit sehr zu Statten kam, erhielt unserBatailion 
seine Eintheilung in die Brigade G. M. Kriegern, Division 
F. M. L. Schulzig, welche zur Vereinigung mit dem Corps des 
F. M. L. Graf Schlick am 19. Januar nach Easchau auf- 
brach, üeber Aszöd, Gyöngyös, Käpolna ging der Marsch nach 
Miskölcz, wo unser Bataillon am 25. strenge Bereitschaft hielt 
und bei der Entwaffnung von 1000 Sensenmännern behülflich 
war. Bei Forrö traf die Division auf die Vorposten des F. M L. 
Graf Schlick, am 1. Februar zog sie in Easchau ein. Görgey 
mit ansehnlicher Macht näherte sich der Stadt. 

Häufige Rekognoscirungen nach allen Richtungen wurden 
unternommen, an welchen auch die 11. und 12. Compagnie 
Latour am 4. Februar gegen Margitfalva betheiligt war. Am 
6. wurde das ganze Bataillon auf Wagen gegen Eperies dirigirt, 
um die von Görgey gedrängte Besatzung zu unterstützen. Aber 
diese Stadt war schon verloren, F. M. L. Graf Schlick Hess 
bei Lemes von dem grössten Theile seiner Truppen Aufstellung 
nehmen, führte dieselben am 7. nach Budamer und von dort, 
um der ihm von Görgey und Elapka drohenden Einschliessung 
zu entgehen, nach Easchau. 

Das 2. Bataillon Latour bildete während dieses Rück- 
marsches die Nachhut, blieb an der Hernädbrücke — die vom 
Oberlieutnant Julius Schubert verbrannt wurde — bis in 
die tiefe Nacht und rückte dann noch nach Szepsi, in dessen 
Nähe, in Makrancz, die über Schnee und Eis in dichter 
Finsterniss marschirte Truppe Unterkunft erhielt, üeber Torna, 
Szin und P^tri zog das Corps nach Agtelek, wo am 12. Februar 
gerastot wurde. 



15 



r.* 



228 



Latour. 



1849 



Sxin. 



Tornalya. 



SHrok. 



Unser Bataillon erhielt hier seine Eintheilung in die 
Brigade 0. M. Deym, die aus 8 Escadronen Cayallerie, l\ 
Cavallerie - Batterien und 2 Kaketen - Batterien bestand. Die 
Nachhut dieser Brigade, aus Cavallerie und einigen Geschützen 
bestehend, war in Szin zurückgeblieben. Sie wurde am 13. 
von den Ungarn überfallen und dankte es nur dem rasch nach 
P6tri vorgeeilten 2. Bataillon Latour, dass der Gegner im 
weiteren Vordringen aufgehalten wurde. 

Am 14. Februar nach Füge marschirend, kehrte das Ba- 
taillon gegen Tornalya um, als der Feind abermals unsere 
Nachhut anfiel. Unsere Cavallerie wies den Angriff zurück, es 
entspann sich eine längere Kanonade, unser Bataillon blieb 
bis 2 Uhr Nachts in seiner Aufstellung, ging dann nach Füge, 
am nächsten Tage nach Rima-Szombat, wo endlich eine zwei- 
tägige Rast, die den Truppen so nothwendige Erholung brachte. 
F. M. L. Graf Schlick erhielt nun den Befehl, sein Corps 
mit der kaiserlichen Hauptarmee zu einem Schlage gegen die 
Insurgenten zu vereinigen, auf dem kürzesten Wege über das 
Gebirge sollte Gyöngyös erreicht werden. 

Der Corps-Commandant führte demgemäss seine Truppen 
am 18. Februar nach Märtonfalva» machte am 19. einen Ver- 
stoss gegen Putnok, kehrte nach Bima Sz^cs zurück und kam 
mit seinem Corps am 22. nach sehr beschwerlichen Märschen 
über schlechte durch das eingetretene Thauwetter gänzlich 
verdorbene Gebirgswege am 22. nach Feterväsära, unser 
Bataillon nach Iväd. 

Durch Landleute herangeführt, überfielen die Insurgenten 
am 24. Februar bei Tagesanbruch die Vorhut der Kaiserlichen 
in Feterväsära, wurden jedoch rasch von den rasch geord- 
neten Truppen zurückgeworfen. Unser Bataillon, bei dem 
Lärm schnell unter Gewehr getreten, eilte auf den Kampf- 
platz, kam aber nicht mehr in Verwendung, übernahm jedoch 
sogleich die Vorposten. Die 10. und 11. Compagnie voll- 
führten am nächsten Tage eine erfolgreiche Requisition nächst 
Sirok. 

Nachdem die Vorhut — das 2. Bataillon Latour an der 
TSte derselben — am 26. die Insurgenten bei einbrechender 
Dunkelheit aus Sirok verjagt, setzte das Corps am nächsten 
Tage die Vorrückung gegen Verpelßt durch das geöffnete 
Siroker Defilöe fort. 



Latour. 229 

E8 kam am 27. Februar zur Schlacht bei Käpolua, im9 
in welcher die hinter dem Tamabache aufgestellten Insurgenten ^*'®^" 
von der kaiserlichen Hauptarmee und dem Corps des F. M. L. 
Graf Schlick vollständig geschlagen und zum Bückznge 
hinter die Theiss gezwungen wurden. 

Nach der Einnahme Verpel^Vs durch die Vorhat, wenden verpeiet. 
sich die Truppen des Schlick'schen Corps gegen die hinter der 
Stadt liegenden vom Gegner stark besetzten Höhen. Der erste 
Angriff auf dieselben scheitert, das zweite Treffen der Brigade 
Kriegern muss den Versuch wiederholen. Unser Bataillon 
überschreitet im Sturmschritte eine vor der AnhGhe befindliche 
schluchtenartige Vertiefung, ersteigt den Hang und gelangt 
glücklich bis in die Nähe der Kuppe. 

Bisher nur von feindlicher Infanterie beschossen, geräth 
das Bataillon plötzlich in das mörderische Kartätschenfeuer 
einer in der rechten Flanke stehenden Batterie, Hauptmann 
Sauer, Lieutnant Hostosch und über 40 Mann werden in 
einem Augenblicke kampfunfähig gemacht. Das Bataillon muss 
auf dem Hange Deckung suchen, um weiteren nutzlosen Ver- 
lusten zu entgehen. Als aber andere Truppen unterstützend 
in den Kampf eingreifen, bricht auch unser Bataillon aus 
seiner Deckung, stürzt mit dem Bajonnete auf die feind- 
liche Infanterie und vertreibt dieselbe aus ihrer vortheilhaften 
Position. 

Der allgemeine Bückzug der fast doppelt so starken In- 
surgenten machte dem Kampfe gegen Abend ein Ende, sein 
günstiger Ausgang war hauptsachlich dem energischen Ein- 
greifen des S c h 1 i c kuschen Corps zu danken , das geraden 
Weges in die rechte Flanke der Ungarn marschirt war. 

Vom 2. Bataillon Latour haben sich in dieser Schlacht 
ausgezeichnet: „durch umsichtige Leitung seines Bataillons 
„Major Graf Künigl; durch gutes umsichtiges und tapferes 
„Benehmen: Hauptmann Sauer, Horaöek und Fialka, 
„Oberlieutnant Friedberg, Unterlieutenant Henri ci, Ba- 
„taillons - Adjutant Fiala. Durch muthvoUes tapferes Vor- 
drucken und Aneiferung ihrer Kameraden: Feldwebel Ferdi- 
„nand Schruth, Korporals Anton Becker, Vincenz Kohout, 
»Gemeiner Josef Oczasek,** sie erhielten die silberne Tapfer- 
keits-Medaille 1. Glasse; ferner: „Begiments-Cadet- Korporal 
„Wilhelm Goldbach, Ex propriis Korporal Johann Zuppan, 



230 Latour. 

1849 „Korporal Andreas Hoffmaon, Gemeiue Johann Wodak, 
„Johann Englisch, Anton Kleinhampel,'' welche mit der 
silbernen Tapferkeits-Medaille 2. Classe belohnt wurden. 

Im 26. Armee-Bulletin ist der Verlauf der siegreichen 
Schlacht mit der Bemerkung veröffentlicht: „Verpel^t wurde 
„genommen, wobei sich besonders das 2. Bataillon*) Latour 
„Infanterie rühmlichst auszeichnete!" 

Die Verluste des Bataillons waren gering, 6 Mann blieben 
todt, 36 Mann waren verwundet, unter diesen Hauptmann Carl 
von Sauer und Lieutnant Caspar Hoste seh. Hauptmann 
Sauer erlag seinen Wunden zwei Tage nach der Schlacht 
zu Gyöngyös. 

Das ungarische Heer zog nach verlorener Schlacht über 
Mezö Eövesd an die Theiss und übersetzte diesen ^luss bei 
Poroszlö, während die kaiserliche Armee zur Deckung der 
Hauptstadt zwischen Donau und Theiss versammelt blieb. 

unser Bataillon ruckte mit der jetzt vom F. M. L. 
Fürst Liechtenstein befehligten Division über Dormänd am 
Porossiö. 6. März gegen Poroszlö. Der Uebergang über die Theiss 
daselbst konnte nicht forcirt werden, die Division kehrte am 
8. nach Heves zurück, welches erst um 4 Uhr Morgens erreicht 
wurde. 
HeTes. Von Jäsz Apäthi zog unserBataillon mit 1 Escadron 

Gavallerie und 2 Raketengeschützen wieder gegen Heves, 
um dessen Bewohner für die Misshandlung kaiserlicher Jäger 
zu züchtigen. Nach Zerstörung des Besitzthumes^des Orts- 
richters und des Notars, welche das Volk zu jener Grausam- 
keit aufgestachelt hatten, requirirte das Detachement zwanzig 





*) 2. Bataillon. Adjutant: Lieutnant Fiala. 




Comp. 


Hauptmann 


Oberlientnant L i e n 


t n a D i 


7. 


Sauer 


^unschheim Adolf Schönfeld 


Hostosch 


8. 


Rosenberg 


ßöh Wirth 


Schlögl 


9. 


Fialka 


Schmidt Podhradetzky 


Wagner 


10. 


Horaöek 


Schubert Julius Henrici 


Huber 


11. 


Elvenich 


Friedberg Probst 


Markel, Luxer 


12. 


Kersting 


Schwarzer Doleisch 


Fiala Johann. 




März 1849. 








Orenadier-Divison. 






Comp. Hanpimann Oberliantnani 


Lientnaut 




1. 


Rhode Lamm 


Pilny 




2. 


Benko Maschke 


Bylandt. 




Mürz 1849. 





Latour. 



231 



Wagen voll Lebensmittel und kam am 12. glücklich zur 
Division nach Alberti. 

Am 13. März per Bahn nach Czegl6d transportirt, blieb 
das 2. Bataillon Latour bis 20. dort, bestritt während dieser 
Zeit zweimal die Vorposten, marschirte am 21. im Verbände 
des Corps über Jäsz-Bereny nach Gödöllö, um den in dieser 
Bichtung vordringenden Insurgenten in der Brigade G. M. 
Fergen, Division F. M. L. Fürst Lobkowitz entgegenzutreten. 
Die kaiserliche Hauptarmee stand concentrirt östlich von Pest 
in Erwartung der feindlichen Offensive. 

In Gödöllö am 26. März angelangt, brach das 3. Armee- 
Corps am 1. April zu einer Recognoscirung des Feindes über 
Bagh gegen Gyöngyös auf und stiess am 2. April bei Hat van 
auf den Feind, der selbst im Vorrücken begriffen war. Bald hatte 
sich das ganze 3. Armee -Corps entwickelt, ein mehrstündiges 
Gefecht entspann sich, das keinem der Gegner besondere Vor- 
theile zu bringen vermochte. 

Endlich gelang es der üebermacht der Insurgenten die 
beiden Flügel der kaiserlichen, ihre Positionen auf das hart- 
näckigste vertheidigenden Truppen zu umfassen und sie dadurch 
zum Buckzuge hinter die Zagyva zu veranlassen. F. M. L. 
Graf Schlick führte sein Corps in bester Ordnung nach 
Aszöd, am nächsten Tage nach Gödöllö. 

Verstärkt durch das 2. Armee - Corps rückte das 3. schon 
am 4. April wieder gegen Aszöd und Bagh vor, eine am 5. 
gegen Hatvan unternommene Recognoscirung endete mit einer 
siegreichen Attake der kaiserlichen Reiter gegen ungarische 
Husaren. 

Um 1 1 ühr Vormittags am 6. April hatte das 3. Armee- 
Corps wieder das Lager bei Gödöllö bezogen, und schon um 
1 Uhr, ohne dass die ermüdeten Truppen zum Genüsse ihrer 
in der Zubereitung begriffenen Menage gekommen waren, 
musste die Division Fürst Lobkowitz dem anrückenden 
Feinde entgegen gehen. 

Sie nahm östlich Gödöllö nächst Besnyö Aufstellung 
und leistete während des ganzen Tages dem weit überlegenen 
Gegner so heftigen Widerstand, dass Letzterer auf diesem 
Punkte keinen Boden zu gewinnen vermochte. Gleichzeitig 
hatte der Banns den Insurgenten das unentschiedene Treffen 



1649 



Hatvan. 



Gddftllft. 



232 Latour. 

1849 bei Isaszeg geliefert. Theile des 3. Armee -Corps entschieden 
dasselbe zu Gunsten der kaiserlichen Waffen. 

Görgey's Erfolge bei Waitzen veranlassten nun den F. M. 
Fürst Windischgrätz, seine Armee zur Deckung der 
^•*** Hauptstadt östlich Pest zu vereinigen. Das 3. Corps traf 
über Kerepes am 8. April auf dem Bakos ein, unternahm 
am 10. eine Becognoscirung über den Rakos - Bach und wurde 
am 11., 16. und 21. selbst vom Feinde alarmirt, der jedoch 
ein ernstes Gefecht nicht beabsichtigte. 

An Stelle des F. M. Fürst Windischgrätz übernahm 
F. Z. M. Baron Weiden am 20. April das Armee -Com- 
mando, er führte die Armee, besorgt um die Sicherheit der 
erbländischen Grenzen, am rechten Donauufer gegen dieselben 
zurück. 

Am 23. April Abends 10 Uhr brach die Armee auf und 
zog durch Pest. Das 2. Bataillon unseres Begimantes 
erreichte über Biczke, Bänhida, Nagy Igmänd, Baab, wo das- 
selbe, nachdem es als Nachhut 24 Stunden marschirt war, 
am 27. eintraf, die 7. Compagnie am 30. April die Vor- 
posten bezog. 

Nach Zerstörung der üebergänge über die Baabnitz rückte 
das Bataillon am 1. Mai über Hochstrass, Croatisch Kimling, 
Wieselburg, am 6. Mai nach ungarisch - Altenburg, wo das 
3. Armee -Corps sich vereinigte. Das 2. Bataillon zählte um 
diese Zeit 862 Streitbare. 

Seine Majestät Kaiser Franz Josef kam am 
11. Mai in das Hauptquartier des 3. Armee-Corps und betheilte 
die Soldaten, welche sich in der Schlacht bei Eäpolna ausge- 
zeichnet, mit den ihnen zuerkannten Tapferkeits - Medaillen. 
Ofen. Ofen, vertheidigt vom heldenmüthigen Generalen Hentzi, 

erlag am 20. Mai dem Angriffe der Insurgenten. Lieutnant 
Franz Bitter von Schönfeld unseres Begimentes fand 
bei der Erstürmung der Festung durch die Ungarn den Tod. 

Vom 13. bis 31. Mai war das 2. Bataillon Latour in 
Hedervär auf der kleinen Schütt-Insel, versah dort den Vorposten- 
Dienst, rückte an dem zuletzt genannten Tage wieder zum 
3. Corps nach Wieselburg und blieb hier bis zum 20. Juni. 
Am nächsten Tage wurde das Bataillon mit 1 Division 
Kaiser - Jäger, 1 Division Kaiser - Chevauxlegers und 1 Batterie 
B5-84rkany. gcgeu das Dorf B ö - S är k an y entsendet, um dessen Bewohner 



Latour. 233 

für den meuchlerischen üeberfall kaiserlicher Soldaten zu be- imq 
strafen. Das Dorf wurde bis auf die Kirche gänzlich nieder- 
gebrannt, die Truppen blieben während der folgenden Nacht 
in Bereitschaft, kamen am 22. nach St. Peter und bestritten 
bis zum 27. divisionsweise die Vorposten. 

Oesterreich hatte die Hälfe Busslands zur Unterdrückung 
der ungarischen Insurrection angenommen, F. Z. M. Baron 
Haynau, als kühn und energisch aus dem Feldzuge in Italien 
bekannt, übernahm am 30. Mai den Oberbefehl der wieder 
auf 70.000 Mann gebrachten kaiserlichen Armee. 

Eine Defilirung vor Seiner Majestät dem Kaiser 
am 27. Juni leitete die Offensive ein, die mit der Vernichtung 
der Insurgenten enden sollte. Am 28. Juni erzwang die Armee 
den üebergang über die Baabnitz, um 6 Uhr Abends zog 
Seine Majestät noch während des forttobenden Kampfes 
in Raab ein. J***^- 

Das 2. Bataillon Latour, nach der neuen Ordre de ba- 
taille im 1. Armee "-Corps unter 0. d. C. Graf Schlick, 
Division F. M. L. Graf Wallmoden, Brigade Oberst Sartori 
marschirte über Szt. Iväny, Szt. Jänos, am 30. Juni nach Äcs, 
am 1. Juli in die Cemirungslinie vor Komorn, von wo aus 
Gorgey am nächsten Tage einen Stoss gegen die kaiserliche 
Armee versuchte, während diese gleichzeitig zum Angriffe gegen 
die Verschanzungen der Ungarn vorrückte. 

Es kam am 2. Juli zur Schlacht bei Äcs, die mit Acs. 
dem Bückzuge der Ungarn in die Festung endete. Das 1. 
Armee - Corps bildete zwischen Äcs und der Donau den linken 
Flügel der kaiserlichen Schlachtlinie, es hatte die Aufgabe, 
die vorliegenden Waldungen vom Feinde zu reinigen, die 
hinter denselben befindlichen Schanzen zu nehmen. 

Die Brigade Sartori beginnt um VsS Uhr Früh die Vor- 
rückung, vertreibt den Feind aus dem Megyfa- Walde und mar- 
schirt vor der Schanzenlinie der Ungarn auf. Links neben 
dieser Brigade hat die Brigade Beischach um diese Zeit, 
107, Uhr Vormittags, drei der Schanzen erstürmt, der Feind 
ist im Bückzuge gegen Komorn. Ein Befehl des Corps-Com- 
mandanten ruft die Brigade Beischach, die stark vom feind- 
lichen Geschützfeuer gelitten, zurück, der Gegner, die rück- 
gängige Bewegung bemerkend, drängt mit Uebermacht nach, 
die Brigade Sartori befreit die erstere durch einen ent- 



234 Latour. 

iMd schlossenen Bajonnet- Angriff, vor dem die Ungarn mehr als 
1000 Schritte in den Wald zurückweichen. 

Nun aber wendet sich die ganze Macht des Feindes gegen 
die allein im Äcser -Walde stehende Brigade Sartori, diese 
muss weichen, imponirt durch ihre ruhige Haltung dem Gegner 
aber dergestalt, dass sie nicht nur mehrmals Stellung zu 
nehmen, sondern auch nach Passirung des Czonczobaches, die 
über denselben führende Brücke abzutragen vermag. Sie nimmt, 
dem Befehle des Corps - Commandanten entsprechend, nächst 
Äcs ihre Aufstellung. 

Gegen 5 Uhr Nachmittags erneuert der Feind den Angriff 
gegen die zur Behauptung eines Theiles des Äcser -Waldes 
wieder vorgeschobene Brigade Schneider, welche Anfangs 
den Gegner aufhält, gegen Abend aber von der üebermacht 
zum Rückzuge gezwungen wird. 

Abermals rückt die Brigade Sartori zur Aufnahme der 
Weichenden vor, die Bataillone Latour und Erzherzog Ludwig 
werfen sich dem Feinde entgegen, erstürmen im entschlossenen 
Bajonnet -Angriffe den Waldrand und dringen, als die übrigen 
Truppen durch das schöne Beispiel angeeifert gleichfalls 
offensiv vorgehen, bis an die feindlichen Verschanzungen, die 
Ungarn vor sich hertreibend. 

Um 8 Uhr Abends war der Kampf zu unserem Vortheile 
entschieden, die Brigade Sartori übernachtete unter dem Ge- 
wehre stehend in dem eroberten Walde. Unser Bataillon 
hatte nur 1 Todten verloren, Lieutnant Eduard Saak und 
13 Mann waren verwundet. 

Ueber das Benehmen der Truppen an diesem harten Tage 
berichtete der Armee-Gommandant an Seine Majestät: 
„Alle Truppen ohne Ausnahme haben in Muth und Tapferkeit 
„gewetteifert. Insbesondere haben sich die Truppen des 1. Armee- 
„ Corps, welches ununterbrochen im heftigsten Kampfe stand, 
„ebenso durch Muth als Ausdauer hervorgethan.*" Und der Corps- 
Gommandant fühlte sich verpflichtet „ihnen (seinen Truppen) 
„das Zeugniss der grössten Tapferkeit und aufopferndsten 
„Hingebung, die sie an diesem Tage glänzend bekundeten, 
„zu geben!" 

Nachdem unser Bataillon zwei Tage in Acs can- 
tonnirt, bezog es am 5. Juli wieder das Biwak an der Haupte 
Strasse nach Komorn Am 11. unternahmen die Ungarn, um 



Latour. 235 

den Abzug Oörgey's zu maskicen, um die Mittagszeit einen isi» 
Ausfall aus der Festung mit bedeutenden Kräften, die ihren 
Angriff abermals gegen den A c s e r Wald richteten. acs. 

Die Brigade Schneider, welche wieder den Wald besetzt 
hatte, musste dem ersten Stosse der Insurgenten bis an den 
Verhau weichen, zu ihrer Unterstützung rückte die Brigade 
Sartori über den Czonczo-Bach auf die Anhöhe von Acs. 
Als nun das 1. Armee ^ Corps den Auftrag erhielt, den Wald 
um jeden Preis zu nehmen, setzten sich die Brigaden Bei- 
schach, Bianchi und Schneider gegen den viel bestrittenen 
Wald in Bewegung. 

Brigade Schneider, kräftigst unterstützt vom 2. Bataillon 
Latour, drang mit dem Bajonnete stürmend in den Wald, 
aus dem die Insurgenten gänzlich vertrieben wurden. Der 
Feind wendete sich jetzt mit ganzer Kraft gegen die rechte 
Waldspitze, um hier neuerdings einzudringen, dreimal stürmte 
er, ebenso oft wurde er wieder geworfen „bis es endlich nach 
.,dem vierten Sturm unseren braven Truppen, von denen ich 
„ . . . die 9. und 10. Gompagnie Latour .. . lobend erwähnen 
„muss, gelang, die ganze Masse der Insurgenten mit solcher 
„Entschiedenheit hinauszuwerfen, dass sie keinen neuen Sturm 
„mehr wagte. "* So schreibt F. M. L. Qraf Schlick. 

Um 4V8 Uhr Nachmittags kam das Gefecht zu Stehen, 
beschränkte sich auf eine unsererseits sehr wirksame Kanonade, 
der Gegner zog sich in die Festung zurück, unsere Truppen 
blieben bis zum Abende auf dem Schlachtfelde in Kampfbe- 
reitschaft. Der Verlust unseres Bataillons belief sich auf 
7 verwundete Soldaten. 

Der Commandant des 2. Bataillons Latour, Major Alois 
GrafKünigl, dann die Hauptleute Wilhelm Horaöek und 
Moriz F i a 1 k a , Oberlieutnant Adolf von Wunschheim, 
Lieutnant-Bataillonsadjutant Leopold Podhr ade tzky wurden 
„wegen muthigen Vorgehens beim Sturme im Äcser Walde, 
wegen ihrer Umsicht und Thätigkeit'' belobt. Ueberdiess hatten 
folgende Soldaten durch hervorragenden Muth und besondere 
Tapferkeit sich hervorgethan : 

Feldwebel Anton Mara, Korporal Julius Janeöek und 
Gemeiner Peter Eberth waren beim Vorrücken der Plänkler 
die Ersten und ermunterten die Mannschaft durch Wort und 
That. Korporal Josef Ghocz, Gefreiter Emanuel Lehmann 



236 Latour. — Benedek. 

1819 und Gemeiner Franz Je4ek zeichneten sich durch muthvoUes 
Vorgehen über den Verhau aus. 

Begiments - Cadet , Korporal Johann Zuppan drang 
aus dem Walde an der Spitze seiner Mannschaft gegen eine 
feindliche Batterie vor, und ermunterte seine Leute durch 
Zuruf und Beispiel. Gemeiner Veit Ledel wollte, obwohl 
verwundet, nicht aus dem Feuer gehen, in welchem er durch 
freudigen Zuruf seine Kameraden aneiferte, auf dem 'Ver- 
bandplatze noch jubelte aber unseren Sieg (nach Zeugniss 
des G. M. Baron Bianchi). Feldwebel AntonHorina zeichnete 
sich durch besondere ünerschrockenheit aus. Ledel wurde 
mit der silbernen Tapferkeits - Medaille 1. Classe belohnt, die 
üebrigen erhielten jene 2. Classe. 

F. Z. M. Baron Haynau schliesst seine Belation an 
Seine Majestät den Kaiser mit den Worten: 

„Er müsse der unvergleichlichen Tapferkeit und kalt- 
„ blutigen Standhaftigkeit aller im Gefechte gewesenen Truppen 
„das wärmste Lob zollen.'' 

Der kaiserliche Feldherr fahrte nun seine Armee in raschem 
Zuge nach Fest, wo dieselbe am 26. Juli ohne Widerstand 
einzog. Unser Bataillon — seit 14. Juli Benedek — ging 
am 24. Juli über Kocs, Bicske, wo es während der Nacht an 
der Löschung eines grossen Brandes betheiligt war, Bia, bei 
Fest über die Donau und bezog am 26 östlich dbr Haupt- 
stadt das Lager. Schon am nächsten Tage brach die Armee 
gegen Süd-Üngarn auf, die Bekämpfung Görgey's den Russen 
überlassend. 

Unser Bataillon kam nicht mehr in's Gefecht, es 
marschirte mit dem 1. Corps nur bis Makö. Am 27. Juli 
von Pest aufbrechend, kam dasselbe über UUö, Pills, CzeglÄd, 
Nagy Koros am 31. nach Alpär an der Theiss, traf hier zum 
ersten Male seinen neuen Inhaber G.M. LudwigvonBenedek, 
der die Truppe mit warmen Worten begrüsste. 

Die Theiss überschreitend setzte das Bataillon den Marsch 
über Kun Szt. Märton , Szentes , Höd - Mezö - Väsärhely nach 
Makö fort , wo es am 4. August eintraf. In grosser 
Hitze, bei empfindlichem Wassermangel hatte das Bataillon den 
Weg von Äcs bis Mak6, nahezu 300 Kilometer, über die stau- 
bigen, schattenlosen Flächen zwischen Donau und Theiss in 
nur 12 Tagen ohne Basttag zurückgelegt. 



Benedek. 237 

Bei Szöreg hatte F. Z. M. Baron Haynaa am 5. August im9 
die Insurgenten geschlagen, am 13. streckte die Armee Görgey's 
bei Yil&gos vor den Bussen die Waffen, ganz Ungarn war 
seinem rechtmässigen Herrscher wieder unterworfen. 

Das 2. Bataillon Benedek, 21 Offiziere und 870 Streit- 
bare, hatte mittlerweile in Makö zahlreiche Gefangene ge- 
sammelt. Am 8. August lieferte es 37 Wagen voll ungarischer 
Monturen, 211 Gefangene und 14 üeberläufer nach Szegedin 
ab, am Abende wurden von Mezöhegjes 2 verdächtige Beamte 
und eine halbe Gompagnie der Wachmannschaft sammt ihrem 
Gommandanten eingebracht und nebst 35 anderen Gefangenen 
am 9. August ebenfalls nach Szegedin escortirt. 

Am 13. August marschirte unserBataillou über Perjä- 
mosnach Arad uud rückte am 17. zur Brigade ein. Zur üebernahme 
ungarischer Gefangener von den Bussen ging das Bataill o n am 
20. über Vilägos nach Boros-Jenö, empfing dort 136 Offiziere, 
7368 Mann, 1112 Pferde, und brachte dieselben am 24. mit 
Beihilfe einer Division Cavallerie nach Arad. Oberlieutnant 
Josef Wirth transportirte zu Wagen gegen 500 Säbel und 
über 4000 Gewehre eben dorthin. Die Gefangenen blieben bis 
zu ihrer Entlassung oder Assentirung in Parthien von LOOO 
Mann in Bewachung und Verpflegung der einzelnen Com- 
pagnien. 

Nach Niederwerfung der Insurrection nach ünghvär als 
Garnison bestimmt, war das 2. Bataillon Benedek am 14. 
September von Arad aufgebrochen, über Eis-Jenö, Nagj- 
Szalonta am 20. nach Grosswardein gekommen und hatte hier 
die neue Bestimmung zum Begimente nach Tirol erhalten. 
Theils marschirend, theils per Bahn transportirt, ging das Ba- 
taillon über Szolnok, Pest, Pressburg nach Wien, wo dem- 
selben das Glück zu Theil wurde, von Seiner Majestät 
dem Kaiser am 21. Oktober besichtigt zu werden. 

Das huldreiche Lob seines obersten Kriegsherrn über das 
nimmer tapfere Verhalten*' in Ungarn belohnte das 
Bataillon für all* die Kämpfe, Mühseligkeiten und Entbeh- 
rungen, die dasselbe in einem Zeiträume von anderthalb Jahren 
mitgemacht und ertragen hatte. 

üeber Molk, Steyer, Lambach, Salzburg, Lofer, Wörgl, 
Innsbruck rückte das Bataillon am 18. November in Canton- 
niruugeu in uud um Telfs, und vereinigte sich hier mit dem 



1 



238 



Benedek. 



1849 



Comorn. 



Begimente, welches ebenfalls im November in Nord - Tirol 
eingetroflFen war. 

In den Kämpfen bei Wien und gegen die ungarischen 
Insurgenten hatte das 2. Bataillon an Todten 2 Offiziere 8 
Mann, an Verwundeten 2 Offiziere 68 Mann, überdiess gegen 
200 Soldaten durch Krankheiten eingebüssl. 

An Belohnungen ' erntete das Bataillon nebst den schon 
erwähnten silbernen Tapferkeits-Medaillen noch 2 Ritterkreuze 
des Eisernen Kron-Ordens für seinen Commandanten und 
Oberlieutnant Edmund Schwarzer von Heldeastamm 
und 7 Militär- Verdienstkreuze für nachfolgende Offiziere : Major 
Alois Oraf K ü n i g 1, Hauptmann Moriz F i a Ik a, Oberlieutnant 
Emanuel von Friedberg, Lieutnant Johann Fiala, Leopold 
Podhradetzky, Gabriel Badoi^ic und Carl Henrici. 

Auch das 4. Bataillon*) Benedek unter Major Franz von 
Hoff er hatte au den letzten Kriegsereignissen in Ungarn 
Antheil genommen. Am 12. August von Theresienstadt auf- 
brechend, kam es am 20. nach Pressburg, escortirte einen 
grossen Pulvertransport nach Raab, ging über Acs nach Totis, 
wo es vom 25. bis 31. August blieb. Das Bataillon mit 24 
Offizieren und 1275 Mann an Streitbaren trat in die Reserve- 
Brigade G. M. voQ Teuchert des 2. Armee-Corps, welches 
unter dem Befehle des F. M. L. Baron Czorich die Ein- 
schliessung Comorns unternommen hatte. 

Anfangs nächst Puszta Billeg biwakirend, wurde das Ba- 
taillon am 8. September nach Mocsa verlegt, am 10. nach 
Puszta Cs6m, wo es während der Dauer der Cernirung blieb. 
Nach dem anstrengenden Dienste während der Einschliessung, 
hatte das Bataillon vom 2. bis 4. Oktober, als die üebergabe 
der Festung erfolgte, tägliche Bereitschaft vor Komorn, die 
von 6 Uhr Früh bis zum späten Abende dauerte. Dann erst 
kehrte die Truppe in das Biwak zurück. 



•) 


4. Bataillon. 


Adjutant: Lieutnant Gerisch. 




Comp. 


Hauptmann 


Oberlieninant 


L i e n t n a 


n t 


19. 


Schmatz 


Nieulant Carl 


Nieke 


Buratti 


2(). 


— 


Szentpeter}' 


Krafft Heinrich 


Tezai 


21. 


Dittmann 


Schindler 


Dworzak 


HobRig 


22. 


Preusser 


Kragora 


Artmann 


Jaburek 


23. 


Eypert 


Beer 


Ptak 


Dostal 


24. 


Falkner 


Herdiborsky 


Wolf 


Lämmer. 



Benedek. 239 

Am 10. Oktober marschirte das Bataillon von Eoniorn 1849 
über Pressburg, Wien nach Salzburg, wo es vorläufig als Gar- 
nison bUeb unter Major Anton von Braun. 

Das Beserve-Bataillon'^) hatte Theresienstadt nicht 
verlassen, die 30. Compagnie war seit Oktober in Jungbunzlau. 
Die 17. und 18. Compagnie hatten im Laufe des Jahres 
mehrmals im nördlichen Böhmen Assistenzen geleistet, im 
Januar und Februar in Warnsdorf und Schönlinde, im August 
in Schöulinde und Polic. Denselben Dienst versah die 5. 
Landwehr-Compagnie im Februar in Eomotau, im Mai und 
April in Saaz. Anfangs November marschirten die 9. Füsi- 
lier- und die 3. Land wehr- Division zum Begimente nach 
Nord- Tirol. 

Das 1., 3. und das Landwehr-Bataillon des Begimentes 
waren seit Beendigung des Krieges gegen Piemont in Mailand 
geblieben. Am 10. Mai war der hochverdiente Oberst Johann 
Hahne von Waffen treu aus dem Begimente geschieden 
und in den Generalstab getreten. Der ebenso ausgezeichnete 
Oberst Franz Landgraf Fürstenberg wurde Begiments- 
Commandant, erlag aber schon am 13. Oktober der Cholera 
und erhielt seinen Nachfolger in dem Obersten Philipp 
Hoff mann. Seit 14. Juli war G. M. Ludwig von Be- 
nedek Inhaber des Begimentes. 

Am 4. Oktober verliess das Begiment Mailand und bezog 
in Nord-Tirol Cantonnirungen : der Begimentsstab zu Beute im 

Reserve-Bataillon. Adjutant: Lieutnant Schubert. 

Comp. Haapimann Oberliantnant Lientnant 

2&. Sepp Stefan Buffa Deputowii 

26. Molitor Strasser Seiinka Massner 

27. Kozell Ganal Nieulant Josef — 

28. Frosche Prochaska Stcrndahl Prasky 

29. Görner Mayer — Hartmann 

30. Lasberg — — Slawik. 

März 1849. 

H.inptnianii Oberlieninonl Lieutnant 

17. Fas.-Comp. Fries Rössler Swoboda Radoiöiö 

18. 9 „ Lutzer PflOgl Schwarz H lisch ek 

5. Landw. ^ Kerpl Fanta Wunschheim Job. Saak 

6. ^ ^ Martinek Fischer ▼. See Hess Emil Zelcny. 

März 1849. 



240 Benedek, 

i8i9 Lechthale, das 1. Bataillon in Viis, Pinzwang, Ehrwald, Breiten- 
wangen, Lermos, das zweite ioi Innthale zu Telfs, Zirl und 
Umgebung, das dritte im oberen Lechthale von Stög bis 
Höfen, das Landwehr-Bataillon in Imst und Umgebung. 

Vier Bataillone des Begimentes waren in Nord>- 
Tirol vereinigt, aus Italien und Ungarn waren sie nach mehr 
als achtzehn monatlicher Trennung zusammengetroffen. Auf 
verschiedenen Kriegsschauplätzen hatten alle Theile des Be- 
gimentes mit gleicher Bravour gekämpft, gleiche Ehren und 
Auszeichnungen geerntet, in edlem Wetteifer Muth und Blut 
eingesetzt, den Namen des Tapfersten der Tapferen, den Namen 
„Benedek" zu verdienen! 



1850—1865. 

Seine Majestät der Kaiser besichtigte im Monate isso 
September 1850 zu Beute das 1. und 3., zu Landek das 2. 
Bataillon, und sprach allen Abtbeilungen die Allerhöchste Zu- 
friedenheit für das Verhalten in den verflossenen Erieg8jahren aus. 

Das L a n d w e h r-Bataillon, welches an allen Waffenthaten 
des Begimentes in Italien so rühmlichen Antheil genommen, 
hatte die Gantonnirungen in Tirol schon im Januar verlassen, 
und war am 3. Februar in Prag eingetroffen. Die 1. und 2. 
Gompagnie kamen Anfangs Mai nach Gza'slau, die 3. — 6. Gom- 
pagnie nach Euttenberg. Das 5. oder Beserve- Bataillon war 
am 8 Februar aufgelöst worden. Auch das 4. Bataillon 
verliess Salzburg und wurde mit je 3 Gompagnien nach Eönig- 
grätz und Josefstadt verlegt. 

Das Begiment mit den 3 Feldbataillonen erhielt seine 
Eintheiluog iu das Armee-Gorps' des F. M. L. Legeditsch, 
welches zur Durchführung der Bundes-Ezecution in Eurhessen 
und Holstein beordert war. Am 25. Oktober aus seinen Gan- , 
tonnirungen aufbrechend, marschirte unser Begiment durch 
Vorarlberg, über Eempten, Oünzburg, Bamberg nach Eissingen, 
wo es am 13. November eintraf. Nun zur Besatzung der 
Bundesfestung Bastatt bestimmt, langte es am 4., 6. und 7. 
Januar 1851 dort an, feierlich empfangen vom grossherzoglich ^^^ 
badischen Offiziers-Gorps und der Bürgerschaft. 

Im August desselben Jahres brachte das Austreten des 
Murgflusses Abtheilungen des Begimentes in grosse Gefahr, 
aus welcher sie durch thätige Hülfe der Offiziere und der 
übrigen Mannschaft jedoch glücklich befreit wurden. Die 

Oeschiclite des 88. Inf.-Kgmts. 16 



242 Benedek. 

1851 Allerhöchste Zufriedenheit Seiner Majestät des Kaisers 
wurde deai Offiziers-Corps für seine aufopfernde Hülfeleistung 
zu Theil. 

Das Land wehr- Bataillon war am 16. Oktober 1850 
nach Josefstadt, am 12. Januar 1851 nach Prag, 6. Februar 
mit dem Stabe, der 1. und 3. Division nach Czaslau, mit der 
Mittel-Division nach Eolin gekonmien. Am 27. November auf 
den Cadre gesetzt und nach Prag verlegt, wurde es im Oktober 

1852 1852 aufgelöst, an dessen Stelle ein D e p o t-Bataillon errichtet 

Die Grenadiere, zuletzt in Wien, hatten im Laufe des 
Jahres 1850 ihre Station zu Pressburg, Eomorn, dann wieder 
Pressburg, am 20. Oktober 1851 kamen sie nach Pest, wurden 
als selbstständiger Körper 1852 aufgelöst und rückten nach 
liastatt zum Begimente ein, in welchem sie die Flügel- Com- 
pagnien der Bataillone zu bilden bestimmt waren. 

Das 4. Bataillon - unter Major Moriz Fialka ge- 
legentlich des Attentates auf Seine Majestät den Kaiser 
am 14. Februar 1853 auf sechs Wochen nach Wien gezogen — - 
war vom 11. Mai bis zum Jahre 1855 in Bastatt beim Begi- 
mente, welches seit 1854 statt des zum Generalen beförderten 
Obersten von Hoffioaann den Obersten Adolf Freiherr von 
Wimpffen als Begiments-Commandanten erhalten hatte. 

1867 Als im Jahre 1857 das grossherzoglich badische 2. In- 

fanterie-Begiment, mit welchem unser Begiment sieben Jahre 
in bester Harmonie gelebt, Bastatt verliess, widmete das Offiziers- 
Corps von Benedek demselben zur Erinnerung ein Album, 
gleichzeitig dem allgemein verehrten Festungs - Gouverneur, 
badischen General - Lieutnant Freiherrn von Gayling gele- 
gentlich seines fünfzigjährigen Dienst-Jubiläums ein sinnreich 
^ verziertes Jagd-Gewelu:. 

Am 22. August 1858 feierte das Begiment das Geburts- 
fest Seiner kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen Budolf 
durch ein Tedeum, dem am nächsten Tage ein Soldatenfest, 
zu welchem dem Begimente 1000 Gulden bewilligt worden 
waren, auf dem Exercierplatze folgte. 

1859 Als Oesterreich sich zum Kriege gegen das mit Frankreich 

verbündete Sardinien rüstete, nahmen auch die Abtheilungen 
unseres Begimentes in Bastatt den Kriegsstand mit 180 
Gemeinen per Compagnie an. Die Grenadiere wurden in ein 
Bataillon vereinigt, das 5. und das Depot-Bataillon in Prag 



Benedek. 243 

aufgestellt Nach Beendigung des für unsere Monarchie un- 18&9 
glücklichen Krieges wurden die zuletzt genannten 3 Bataillone 
aufgelöst. Oberst Alexander Bitter von Lebzeltern 
war jetzt Begiments-Gommandaot. 

Das 4. Bataillon, am 25. April von Prag mit der Be- 
stimmung nach Bastatt aufgebrochen, Anfangs unter Hauptmann 
Carl Fanta, dann Major Titus Baron Sterneck, er- 
hielt in Eger am 5. Mai Haltbefehl, blieb in dieser Stadt und 
Umgebung bis 6. Juni und trat am nächsten Tage unter freund- 
lichster Theilnahme der Bewohner den Marsch nach Südtirol an. 

In Münchberg, wohin die in Asch detachirt gewesene 
Mitteldivision direkte marschirt war, wurde das Bataillon am 
8. per Bahn bis Hall im Innthal transportirt, wo es, nachdem 
die Soldaten fast in jeder baierischen Station von den Bürgern 
reichlich bewirthet worden waren, am 10. Früh eintraf. Hier 
erhielt dasselbe seine Eintheilung in die Brigade ß. M. Henik- 
stein des 6. Armee-Corps. 

Am 12. Juni über Steinach nach Sterzing marschirend, 
stiess das Bataillon am 13. zu den übrigen Truppen der Bri- 
gade, kam mit diesen über Brixen nach einem dreizehnstündigen 
Marsche nach Botzen, wo am 15. das Biwak bezogen wurde. 

Vorläufig zur Besetzung des Ortes Cles im Val di Non 
bestimmt, liess das Bataillon die Tornister und Böcke in 
Botzen zurück, ging am 16. Juni Nachmittags bis Kaltem, 
am 17. in eilfstündigem Marsche auf einem äusserst schwierigen 
nur einzeln passirbaren Saumwege über den Nonsberg nach Cles. 
Der Train wurde am 16. per Bahn bis St. Michele befördert 
und marschirte von dort auf der Poststrasse nach Cles. Am 
18. rückte die 10. Division nach Mal6 als Bedeckung für die 
Fussbatterie 3/VI. 

F. M. L. Eoudelka übernahm das Commando der zur 
Vertheidigung des Tonal-Passes gegen italienische Freischaaren 
bestimmten Truppen, unser Bataillon, bisher in Reserve 
gestanden, kam am 24. Juni nach Mal6 in die 2. Yertheidigungs- 
linie, die 19. und 20. Compagnie rückten gegen den Tonale 
vor, als sich auf italienischer Seite Freischaaren in bedeutender 
Stärke zeigten. Lieutnant Wilhelm Eckel mit einem Zuge 
wurde nach Madonna di Campiglio zur Verbindung mit den 
südwärts stehenden Truppen der Brigade entsendet. Die 19. 
und 20. Compagnie kehrten, nachdem sie den mit Freischaaren 

16» 



244 Benedek. 

1869 zusammengestossenen Truppen — Eaiser-Jäger and 4. Bataillon 
Franz Carl - Infanterie — als Reserve gedient, am 26. nach 
Monclassico beziehungsweise Croviana zurück. 

Am 27. Juni Früh wurden die Oesterreicher abermals 
alarmirt, unser Bataillon bezog bei Croviana das Biwak, 
die 21. und 22. Gompagnie nebst einer halben Batterie gingen 
wieder bis auf den Tonale vor. Der Feind zog am nächsten 
Tage ab, das Bataillon kam nach MaI6, die 21. und 22. Com- 
pagnie blieben in Fusine. Am 2. Juli übernahm unser Bataillon 
die Vorposten : die 22. Compagnie bezog die äussersten Posten, 
die 21. besetzte die Befestigungen auf dem Tonale, die 20. kam 
zur Deckung der rechten Flanke nach Pejo, die 19. nach Ossana, 
die 23. und 24. Compagnie blieben in Mali. 

Bald nach Ablösung der Vorposten zeigten sich feindliche 
reguläre Truppen, 2 Bataillone Piemontesen, 1 französisches 
Bataillon, Lanciers und einige Geschütze. Um 3 ühr Früh des 
3. Juli stand' das Bataillon — die 23. und 24. Compagnie 
nebst 2 Tiroler Schützen-Compagnien zu Fusine in Bereit- 
schaft, dem sicher erwarteten Angriffe des Feindes zu begegnen. 

Der Feind besetzte Ponte di Legno mit einem Bataillon, 
eine Abtheilung streifte gegen Bormio, Lanciers recognoscirten 
die Aufstellung unserer Truppen auf dem Tonale und kamen 
bis in die Nähe unserer Vedetten. Die 21. und 22. Compagnie 
Benedek besetzten mit ihren Flänklern die Hänge nächst 
der Strasse. 

Als aber gegen Abend der Gegner von der Grenze zu- 
rückging, rückten auch die 23. Compagnie nach Fusine, die 
24. nach Casiano in*s Quartier, am 9. Juli wurden die vor- 
deren Posten durch diese beiden Compagnien bezogen. 

Die Nachricht von dem am 8. Juli zu Villafranca zwischen 
Oesterreich und Frankreich abgeschlossenen Waffenstillstände 
gelangte am 10. zu den Vorposten auf dem Tonale und wurde 
dem Feinde in Ponte di Legno überbracht. Zwei italienische 
Offiziere erschienen am nächsten Tage bei unseren Vorposten 
und begehrten die Zurückziehung derselben bis hinter die 
Demarcationslinie, was auch an demselben Tage stattfand. 

Vom 4. Bataillon Franz Carl - Infanterie am 17. Juli ab- 
gelöst, vereinigte sich unser Bataillon in Mali, verstärkte 
aber am 31. wieder die Vorposten, die 22. Compagnie in 
Casiano, 23. und 24. in Pellizano, wo diese drei Compagnien 



Benedek. 245 

am 19. August durch die übrigen drei ersetzt wurden. Am 1859 
28. August wurde das ganze Bataillon nach Gles und Um- 
gebung zurückgezogen und hier vom Armee - Commandanten 
F. M. L. Oraf Degenfeld in Begleitung des Corps -Com- 
mandanten F. M. L. Baron Paumgarten, sowie des Bri- 
gadiers Oberst Baron Kuhn inspicirt. 

In Cles stiess am 10. September die 4. Grenadier- 
Compagnie ?on Bastatt zum Bataillon, dagegen marschirte die 
19. Compagnie mit sämmtlichen Reservisten am 14. September 
nach Prag ab. Das Bataillon bezog am 29. weite Quartiere 
in und nächst Mezzolombardo, verliess dieselben jedoch schon 
am 21. Oktober, ging per Bahn bis Botzen, marschirte bis 
Innsbruck, kam hier am 29. Oktober neuerdings auf die Eisen- 
bahn bis Wörgl, legte den Weg bis Lambach in Märschen 
zurück, und war am 9. November in Wien, am 11. in Prag. 
Am 16. wurde das Bataillon auf den Friedensstand versetzt. 

Als im Jahre 1860 die Infanterie - Regimenter auf 80 1860 
erhöht wurden, kam das 3. Bataillon Benedek zum 74. Be- 
gimente mit dem Ergänzungsbezirke JiCin, Oberstlieutnant 
Anton Krebs wurde dessen Oommandant. Die Orenadiere 
hörten ganz auf, die Granate blieb Distinction für freiwillig 
Fortdienende. 

Ende September erhielt unser Begimentdie Nachricht 
seiner Bestinmiung nach Italien. Der Grossherzog von 
Baden verlieh den Stabsoffizieren des Begimentes den Zäh- 
ringer-Löwen-Orden, das badische Offiziers - Corps gab dem 
unsrigen ein Abschieds - Diner, die Bürgerschaft begleitete das 
Begiment in grosser Menge zum Bahnhofe, — lauter sprechende 
Beweise für den guten Namen, den das Begiment im Laufe 
eines zehnjährigen Aufenthaltes in fremdem Lande bei allen 
Kreisen der Bevölkerung sich zu erwerben gewusst. 

Am 13. und 14. Oktober verliessen der Begiments - Stab, 
das 1. und 2. Bataillon per Bahn die liebgewordene Garnison, 
marschirten von Innsbruck bis Botzen zu Fuss, wurden in 
Verona vom Corps - Commandanten F. M. L. Graf Stadion 
in ausgezeichnetster Weise bewillkommt und bezogen ihre 
neue Station Yicenza. Hier kam das Begiment zum 8. Armee- 
Corps, befehligt von Seiner kaiserlichen Hoheit Erzherzog 
A 1 b r e c h t , und bildete mit dem 19. Jäger - Bataillone und 



246 Benedek. 

dem 47. Infanterie - Begimente die Brigade G. M. Baron 
Oablenz. 

1861 Im nächsten Jahre, 21. März 1861, hatte das Begiment 

das seltene OlQck, der feierlichen Einweihung eines Monu- 
mentes beizuwohnen, das die Huld Seiner Majestät des 
Kaisers den Gebliebenen vom 10. Juni 1848 — einem Ehren- 
tage auch unseres Begimentes — auf dem Monte Berico 
widmete. 

Wenige Tage später verliess das Begiment Vicenza, es 
kamen: der Begiments - Stab, der Stab des 1. Bataillons, die 
3., 4. und 5. Compagnie nach Schio, die 1. Compagnie nach 
Torre Belvicino, die 2. nach Magre, S. Yito; der Stab des 
2. Bataillons und die 9. Compagnie nach Piovene, die 7. nach 
Arsiero, 8. Velo, 10. Caltrano, 11. Carr6, die 12. Compagnie 
nach Zan^. 

Nachdem das Begiment die am 21. September begonnenen 
Waffenübungen bei Breganze mitgemacht, verliess dasselbe am 
14. Oktober Schio, ging am 17. nach Bovigo, aber schon am 

IMS 12. Mai 1862 nach Venedig, von wo das 1. Bataillon am 
30. Oktober nach Mestre — eine Division in^s Fort Haynau 
— verlegt wurde. 

Bald wieder auf der Wanderung, kam das Begiment am 

1865 3. September 1863 nach Verona, am 24. Oktober 1865 endlich 
in Feschiera zur Buhe, aus der es in kurzer Zeit durch den 
herannahenden Erleg gegen Italien gerissen werden sollte. 



1866. 

Der Doppelkrieir regen Italien und Prensqen.*) 

Oesterreich und Prenssen hatten 1864 im Wiener Frieden isee 
die Herzogthümer Lauenburg, Holstein und Schleswig von 
Dänemark erworben. Streitigkeiten über die Verwaltung dieser 
Länder f&hrten bald zu Spannungen zwischen beiden Mächten, 
endlich zum Kriege zwischen den bisher verbündeten Staaten. 
Italien, im Jahre 1859 auf billige Weise durch Frankreichs 
Hülfe in den Besitz der Lombardie gelangt, verbündete sich 
mit Prenssen; es hoffte Oesterreichs Verlegenheit 'benutzen, 
leichten Kaufes Venetien erringen zu können. 

Unglückliche Verhältnisse entschieden im Norden der 
Monarchie den Krieg zum Nachtheile Oesterreichs, sie warfen 
ihre trübenden Schatten auf die Erfolge der kaiserlichen Süd- 
armee in Italien, unserer Flotte in der Adria, den Olanz ihrer 
Waffenthaten vermögen sie nicht zu verdunkeln. 

Die österreichische Operations-Armee in Italien zählte in 
3 Armee-Corps (V., VH., IX.), 1 Infanterie-Beserve-Division 
und 1 Cavallerie-Brigade, an Streitbaren 71.824 Mann, 3536 
Beiter, 168 Geschütze. Ihr gegenüber conzentrirte der König 
von Italien in der Lombardie seine Hauptarmee mit 120.000 
Mann, 6720 Beitern, 282 Qeschützen, General Cialdini am 
unteren Po das 4. Armee-Corps mit 86.000 Mann, 3360 Beitern 
und 168 Geschützen des streitbaren Standes. 



*) Die Ereignisse des Jahres 1866 wurden ausschliesslich nach 
Acten des k. k. Kriegs-Archives und des Regimentes dargestellt. 



248 Benedek, 

1866 Aus West und Süd von dreifach überlegenen Streitkräften 

bedroht, entwand sich die kleine kaiserliche Armee dem sie 
umschlingenden Netze, — sie suchte den Knoten, zerhieb ihn 
bei Custozza! 



Anfangs des Jahres, vor Beginn der Eriegsrüstungen, 
garnisonirte der Stab mit den drei Feldbataillonen unseres 
Begimentes*) zu Peschiera, das 4. Bataillon mit dem Depot- 
Cadre befand sich in Prag. Nach der Ordre de bataille vom 

15. Mftn. 15. März bildete das Begiment mit dem 19. Feldjäger-Ba- 
taillone, dem 63. Infanterie-Begimente und der 4pfd. Fuss- 
batterie 4/V die Brigade Oberst Theiss des V. Armee-Corps, 
letzteres befehligt vom F. M. L. Baron Gablenz, Stellver- 
treter F. M. L. Bitter von Mollinary. 

Als die Büstungen Italiens immer drohender für Oester- 

21. April, reich zu werden begannen, erfolgte am 21. April die Versetzung 
der ganzen Südarmee auf den Kriegsfuss. Zum Armee-Com- 
mandanten wurde Seine kaiserliche Hoheit F. M. Erzheri^og 
A 1 b r e c h t ernannt, zum Commandanten des V. Armee-Corps 
General der Cavallerie Friedrich Fürst Liechtenstein, 
diesem zugetheilt G. M. Gabriel Freiherr von Bodich. 
Oberst Ferdinand Bauer des 48. Infanterie-Begimentes 
übernahm das Commando der Brigade Theiss, Generalstabs- 
Offizier war Hauptmann Ferdinand Fiedler. Am 5. Mai bezog 
6. Mai. die Brigade Cantonnirungen zwischen Verona und dem Mincio, 
nach der Ordre de bataille vom 6. Mai bestand, sie aus fol- 



*) Regiments- Adjutant: Oberlieutnant Mara. 

„ ProTiant-Offizier : Oberlieutnant Nagelholz. 
Gorps-ProYiant-Offizier: Hauptmann Krämer. 
Brigade- „ , Oberlieutnant Krause. 

Fleischregie-Offizier: Lieutnant Khem. 
Adjutant der Brigade Weimar: Lieutnant Oschtzadal. 

1. Bataillon. Adjutant: Lieutnant Dorotka. 

Comp. HaiipimAiui Ob«rli«iitiiant LieatB»nt 

1. Sitka Peschka — Roscht 

2. Bradka Husa Rueber Towarek 

3. — Hartmann Wagner Neviani Anton 

4. Reinel Reisinger Mayerhofer Palm 

5. Roner — Romanowsky — 

6. Markel Niebour Ahsbahs Suchomel. 



Benedek. 249 

genden Truppen : 19. Feldjäger-Bataillou zu S. Pietro in cariano. im6 
28. Infanterie-Begiment: Begimentsstab, 1. Batailllons- 
Stab, 1. — 4. Compagnie zu Sommacampagna ; 5. Compagnie 
in Galzoni, 6. in Dossobuono; 2. Bataillonsstab, 7. und 
8. Compagnie in Sona, 11. un^ 12. in S. Giustina, 10. in 
S. Giorgio, 9. in Sandra; 3. Bataillonsstab, 15.— 18. Compagnie 
in Chievo, 13. und 14. in Bussolengo. 70. Infanterie-Begiment in 
Verona und Umgebung ; 4pfünd. Fussbatterie 3/V in Bussolengo. 

Der Sollstand der Brigade betrug 7916 Mann, 322 Pferde, 
8 Geschütze, jener des Infanterie-Begimentes 3316 Mann.*) 
Der Yerpflegsstand unseres Begimentes erreichte am 
24. Mai 2873 Mann, unter denen 2751 Streitbare. m. mu. 

Im Laufe der nächsten Wochen veränderten einzelne Theile 
ihre Cantonnirungen mehrmals, um anderen Truppen Platz 
zu machen. Am 24. Mai war das B e g i m e n t, wie folgt, 
vertheilt: Begimentsstab, 1. Bataillonsstab, 1.— 4. Compagnie 
in Sommacampagna, ö., 6. in Custozza; 2. Bataillonsstab, 
7., 8. Compagnie in Sona, 9. in Sandra, 10. in S. Giorgio, 
11., 12. in S. Giustina; 3. Bataillonsstab, 15. — 18. Compagnie 
in Chievo, 13., 14. in Bussolengo. 

Am 6. Juni: Begimentsstab und 1. Bataillon wie oben; e. Jani. 
2. Bataillonsstab, 7., 8. Compagnie wie oben; 9. 10. in Villa 



2. Bataillon. Adjutant: Lieutnaut Beyrodt. 

C«mp. Hauptmann Obarlientattnt Lientn» nt 

7. Lorenz Hummel Kubinek — 

8. DitCl — Ki8s — 

9. Schroll Lang Heinrich — Schneider 

10. Rudolf Nadherny Bauer Georg Szent-Imrey 

11. Koch Röder Emminger Wimmer 

12. Merlet Heinrich Daublebsky-Stemeck Kummar. 

3. Bataillon. Adjutant: Lieutnant Weber. 

Comp. Hanptmaan Oberlientnant Li«ntD»nt 

13. Oylek Klaatschek Prinz-Ziegler Betalli 

14. Spengel Janowsky Heinrich Peyl Skala 

15. Swoboda Janowsky Leopold Schmidts 

16. Puhony Kistler Bauer Josef — 

17. Hess Franz Wessel^ Rakowsk^ Schindler 

18. 2iwsa Watzke Huber Bressnitzer. 

Juni 1866. 

*) Der Train des Regimentes bestand in: 1 Tierspftnnigen Gassa- 
deckelwagen, 13 zweisp. Bagagekarren, 9Tiersp. Rfist- (ProTiant-) Wagen. 



250 Benedek. 

1866 S. Francesco, 11., 12. wie obeo; 3. Balaillonsstab, 13., 14. 
17. Compagnie in Castelnnovo, 18. in Palazzo Ferrari, 15., 16. 
in Sandri. Am 10. Juni: Begimentsstab in CastelnuoTO, 
1. Bataillonsstab nnd zwei Compagnien in Pastrengo und Pio- 
vezan, je eine in Cordevigo und Cavajon, zwei Compagnien in 
Galmasino; 2. und 3. Bataillon wie oben. 
12. Juni. Am 12. Juni wurde der bisherige Begiments-Commandant 

Oberst Gustav Friedrich Prinz zu Sachsen- Weimar 
zur üebernahme eines Brigade-Commando's in der neuformirten 
Infanterie - Beserve - Division nach Verona abberufen, Oberst- 
lieutnant Friedrich Bitter von Bouvard erhielt interi- 
mistisch das Commando des Begimentes, Hauptmann Franz 
Eolb von Frankenheld jenes des 1. Bataillons. Major 
Franz Edler von Goffin befehligte das 3., Major Her- 
mann Scholze das 2. Bataillon. 

Während die kaiserlichen Truppen in ihren Gantonnimngen 
sich auf die kommenden Ereignisse vorbereiteten, voUz&hlig und 
vollkommen ausgerüstet des Winkes ihres Feldherrn harrten, 
hatte auch der Feind seine Kriegsrüstungen beendet, seine 
Bewegung gegen den Po und den Mincio begonnen. 

Diese VerhSltnisse bewogen den Commandanten der kaiser- 
lichen Südarmee, seine mobilen Streitkräfte am linken Dfer 
der mittleren Etsch zu conzentriren, um von hier aus je nach 
Umständen einem oder dem anderen Theile des italienischen 
Heeres entgegentreten zu können. In dem Baume zwischen 
Lonigo, Montagnano und Megliadino S. Vitale hatte die tak- 
tische Versammlung der Armee am 14. Juni zu erfolgen ; dem 
V. Armee -Corps wurde der Baum zwischen San Bonifacio, 
Soave, Monteforte zugewiesen. Die Truppen sollten in engen 
Cantonnimngen mit Zuhülfenahme von Scheunen, Flugdächern 
und dergleichen möglich gegen die Unbilden des Wetters ge- 
schützt werden. 
u. jani. Im Laufe des 14. Juni erreichten die eiozelnen Truppen- 

theile des kaiserlichen Heeres die neu zugewiesenen Stationen, 
während zur Bewachung der Grenzflüsse nur die Cavallerie- 
Brigade Oberst Pulz nebst dem 21. Jäger - Bataillone am 
MinciOy die Infanterie - Brigade G. M. Baron Sondier mit 
dem 13. Husaren-Begimente am unteren Po zurückblieben. 

Das Hauptquartier des V. Armee-Corps, sowie der Stab 
der Brigade Oberst Bauer kam nach Verona, die Brigade selbst 



Benedek. 251 

in den Raum zwischen der Festung und Vago, unserBe- 1866 
g i m e n t mit dem Stabe und dem 3. Bataillon nach Montorio, 
das 1. Bataillon nach Mizzole, das 2. nach Olive. In den 
nächsten Tagen wurden einige Veränderungen in den Ganton- 
nirungen vorgenommen, am 17. Juni waren untergebracht: n. jam. 
Begimentsstab, 2. Bataillonsstab, 8., 12. Compagnie, 3. Batail- 
lonsstab, 14., 16. Compagnie in Montorio; 7., 9., 10., 11. Com- 
pagnie in Olive; 13. in Palazzo Soppi, 15. in Casa Albere, 
17. in Palestro und Bongiovanni, 18. Compagnie in Ferrare di 
sopra; 1. Bataillon in Mizzole. Der Stand des Regimentes 
betrug 3360 Mann mit 2995 Streitbaren. 

An diesem denkwürdigen Tage erliess Seine Majestät 
der Kaiser das Eriegsmanifest an seine Völker. Wie auf 
dem deutschen, so auch auf dem italienischen Kriegsschauplätze 
konnte der Eröffnung der Feindseligkeiten von nun an stündlich 
entgegen gesehen werden. 

In der That wurde die Kriegserklärung des Königs 
von Italien an Oesterreich unseren Vorposten vor Mantua 
schon am 20. Juni Früh übergeben, drei Tage später sollten 20. juni. 
die Feindseligkeiten beginnen, nach österreichischer Annahme 
um die Mittagsstunde des 23. Juni. 

Die Brigade Oberst Bauer unternahm am 21. Juni eine 
Marschübung über S. Michele, die Truppen waren eben im 
Begriffe, die ihnen zugewiesenen Rastplätze zu beziehen, als 
ein neuer Befehl die ganze Brigade in conzentrirter Auf- 
stellung auf einem günstigen Punkte versammelte. Der Bri- 
gadier berief das Offiziers - Corps und eröffnete demselben die 
erfolgte Kriegserklärung Seitens Italiens. Ein begeistertes 
Hurrah war die freudige Antwort auf diese Mittheilung, von 
Bataillon zu Bataillon wiederhallte der Jubelruf, die Defilirung 
vor dem Brigadier beschloss die Marschübung, die Truppen 
rückten in ihre Stationen, sich vorzubereiten für die ernste 
blutige Arbeit, die ihrer harrte. 

Angesichts des drohenden Einbruches beider feindlichen 
Armeen fasste der kaiserliche Feldherr den kühnen Entschluss, 
sein kleines Heer der italienischen Haupt -Armee am Mincio 
entgegen zu führen, ihr die Schlacht zu liefern. Nur 4 Esca- 
dronen des 13. Husaren - Regimentes und das 10. Jäger -Ba- 
taillon unter dem Commando des Obersten Oraf Szapäry 
blieben am unteren Po zur Bewachung dieses Flusses zurück. 



252 Benedek, 

1866 Nahezu 90.000 Italiener standen diesem Häuflein Seiter und 
Jäger gegenüber. 

28. jani. Am 22. Juul couzentrirte sich die Süd - Armee nächst 

Verona, das 5. Armee -Corps bei S. Michele und Montorio, 
die Brigade Oberst Bauer bei dem zuletzt genannten Orte. 
Am nächsten Tage sollte die Armee die Etsch überschreiten, 
sie hatte einen Eriegsmarsch*) in der vollsten Bedeutung des 
Wortes vor sich. 

Die Brigade - Pionnier - Abtheilungen wurden zusammen 
gestellt, jene der Brigade Oberst Bauer unter dem Commando 
des Oberlieutnants Wildner vom 70. Infanterie- Regimen te, die 
Pionniere unseres Begimentes befehligte Oberlieutnant 
Heinrich Lang. 

Um Irrungen und Störungen beim Durchmarsche durch 
die Festung Verona vorzubeugen, waren den einzelnen Truppen- 
Colonnen genau bestimmte Marschlinien vorgezeichnet, die 
durch Cavallerie - Posten offen gehalten wurden. Die Marsch- 
linie der Brigade Oberst Bauer ging über Valverde, durch 
die Porta del Vescovo in die Festung, durch die via dietro 
muro Padri, via disciplina, über Ponte nuovo, Piazza d*erbe, 
Gorso vecchio, durch die Porta S. Zeno über Chievo nach La 
Sorte, wo das 5. Armee-Corps das Freilager ^zu beziehen hatte. 

13. Jnni. Am 23. Juni vollführte die kaiserliche Süd -Armee den 

befohlenen Marsch. Unser Regiment traf um 9 Uhr Vor- 
mittags auf dem angewiesenen Biwakplatze ein, nach dem Ab- 
essen wurde der den Beginn des Krieges ankündigende erhebende 
Armee -Befehl des Oberbefehlshabers publizirt, dann die Vor- 
bereitung für ein zweites Abkochen getroffen. 



*) Jeder Soldat erhielt einen zweitägigen Yerpflegsvorrath, jedes 
Bataillon 2 Stücke Schlachtvieh. Der mitzunehmende Train des Regi- 
mentes wurde beschränkt auf: die Reserve - Reitpferde, Infanterie- 
Mnnitions -'Wagen, Regiments- und Bataillons -Stabs -Bagage -Wagen, 
Marketender- nnd Fleischhauer -Wagen. Die Brigade- Proviant -Colonnen 
des Corps sollten sich bei Montorio sammeln, wo ihnen der Proviant - 
Offizier der Brigade Oberst Bauer, Oberlieutnant Eduard Krause 
des 28. Infanterie -Regimentes, die Lagerplätze anzuweisen und am 23. 
Nachmittags 3 Uhr die gesammelte Proviant -Golonne auf dem von den 
Truppen benQtzten Wege durch Verona zu den Lagerplätzen des Corps 
zu leiten hatte. Die grosse Bagage des Corps sollte bei Montorio 
zurückbleiben. 



Benedek. 253 

Um 2 Vi Uhr Nachmittags stellte indess ein Gegenbefehl im6 
das nochmalige Abkochen ein, neue Dispositionen des Armee- 
Gommandos, hervorgerufen durch die Nachricht, dass die 
Italiener schon mit Tagesanbruch den Mincio bei Goito, Va- 
leggio und Monzambano überschritten, befahlen den sogleich^ 
Weitermarsch des 5. Armee -Corps bis nach S. Oiustina und 
Sona. 

Die Brigade Oberst Bauer brach um 4 ühr Nachmittags 
ans dem Freilager auf und setzte sich an die Queue der 
Truppen - Colonne des ö. Armee -Corps, welches in gedrängter 
Marsch - Ordnung -- Halb - Compagnien in gleicher Höhe — 
auf der Strasse gegen Peschiera vorrückte. 2 Escadronen des 
12. ühlanen - Begimentes bildeten die Vorhut, die Infanterie 
führte nur die Munitions- Wagen mit sich, der übrige Train 
blieb auf dem Lagerplatze zurück. 

Bei versengender Hitze bewegte sich das Corps, in dichte 
Staubwolken eingehüllt, nur langsam und mit grösster Vor- 
sicht weiter bis Ca Presa, wo der Corps - Gommandant, G. M. 
Freiherr von Bodich*) von der Vorhut die Meldung er^ 
hielt, dass Sona, S. Giustina, Castelnuovo und S. Giorgio in 
Salice vom Feinde noch nicht besetzt seien. 

Im Sinne der ihm bekannten Absichten des Armee -Com- 
mandanten beschloss G. M. Bodich, noch heute eine Front- 
veränderung gegen Süden mit seinem Corps auszufuhren, die 
Orte Sona, S. Giorgio in Salice und Castelnuovo besetzen und 
zur Vertheidigung einrichten zu lassen. Als Folge dieses Ent- 
schlusses wurde die Brigade G. M. Piret nach Castelnuovo, 
die Brigade G. M. Möring nach Sona dirigirt, die Brigade 
Oberst Bauer bezog Freilager an der Chaussee, unser Be- 
giment nächst Palazzo Ferrari, der Best der Brigade bei 
Alberello 

Das 1. Bataillon Benedek rückte auf Vorposten nach 
S. Giorgio in Salice, die 5. und 6. Compagnie gaben die Feld- 
wachen und Unterstützungen. Dieses Bataillon übernahm im 
Vereine mit den Vorposten der Nachbar - Brigaden bei Sona 
beziehungsweise Castelnuovo die Sicherung des ganzen ö. 
Armee -Corps. Das Hauptquartier des Letzteren blieb in 
Osteria del Bosco. 



*) Der bisherige Corps - Commandant G. d. C. Farst Liechtenstein 
war schwer erkrankt in Verona geblieben. 



254 Benedek, 

1866 Erst gegen 10 TJhr Abends kam unser Regiment in 

das Biwak bei Palazzo Fen'ari, in welchem eine ruhelose Nacht 
zugebracht wurde. Die Erwartung der Proviant - Wagen, die 
in der finsteren Nacht erst nach üeberwindung vielfacher 
Schwierigkeiten — wie solche bei grosser Anhäufung von Fuhr- 
werken auf nur einer Strasse gewöhnlich sich einstellen — 
auf den Lagerplatz gelangen konnten, die Vorbereitung zum 
nochmaligen Abkochen hielt die Mannschaft wach, überdiess 
brach gegen 11 Uhr Nachts ein äusserst heftiger Gewitter- 
regen los, der bis 2 Uhr Früh andauernd die Truppen bis 
auf die Haut durchnässte. Eine Stunde später stand das Be- 
CQfltoxu. giment marschbereit zur Schlacht bei Custozza. 

Der kaiserliche Feldherr konnte nach den bisher einge- 
laufenen Nachrichten darauf rechnen, am 24. Juni von der 
Armee des Königs von Italien ungefähr 100.000 Mann, 7000 
Reiter und 192 Geschütze gegen sich zu haben. Mit 71.824 
Mann, 3ö36 Reitern, 168 Geschützen wollte der österreichische 
Oberbefehlshaber den übermächtigen Gegner in der linken 
Flanke angreifen. 

Die Süd-Armee musste zu diesem Zwecke eine Links- 
schwenkung vollführen. Das IX. Armee -Corps bildete das 
Pivot bei Sommacampagna, eine Brigade des VII. Corps wurde 
gegen Zerbare, das V. Corps gegen S. Rocco di Palazzolo, 
die Reserve-Infanterie-Division gegen Oliosi dirigirt. Zwei Bri- 
gaden des Vn. Armee-Corps hatten als Armee-Reserve nächst 
Sona zu bleiben. 

Die Cavallerie-Brigade sicherte die linke Flanke der Ar- 
mee, die Richtung anfanglich gegen Sommacampagna nehmend. 
Für den Fall eines ungünstigen Ausganges der Schlacht war 
der Reserve-Infanterie- Division die Brücke über die Etsch bei 
Ponton, dem V. und VII. Corps jene bei Pastrengo, dem IX. 
jene bei Pescantina zum Rückziige angewiesen, den die Ca- 
vallerie gegen Verona zu bewirken hatte. 

üeber die ersten zu lösenden Aufgaben vollkommen im 
Klaren, setzen sich alle Theile der kaiserlichen Armee um 
3 Uhr. 3 Uhr Morgens in Bewegung. Die Brigade Oberst Bauer 
verlässt um die angegebene Stunde das Freilager nächst Al- 
berello und Palazzo Ferrari, das 19. Jäger-Bataillon bildet die 
Vorhut, dieser folgt das 28. Infanterie-Regiment, dann 
der Rest der Brigade. Unser Regiment zählt 1176 Rotten mit 



Benedek, 2Ö5 

voller Chargenzahl, die ganze Brigade 7089 Mann, 8 Geschütze im 
an Streitbaren. 

Bei S. Giorgio in Salice wird das auf Vorposten gestan- 
dene 1. Bataillon Benedek angenommen, die Brigade macht 
um V«^ ^^ Ff^ Halt, unser Regiment marschirt in 
conzentrirter Divisionsmassen-Linie am Bande des Bideau's 
längs der Eisenbahn auf. Nach kurzem Aufenthalte setzt die 
Brigade den Marsch über Corte fort und erreicht ohne Störung 
um etwa 7^6 ühr Früh das ihr zugewiesene erste Marschziel «/.euhr. 
S. Bocco di Palazzolo. 

Cavallerie - PatruUen haben während dieser Vorrückung 
die Verbindung mit der gegen Oliosi dirigirten Beserve-In- 
fanterie-Division aufgesucht, aber bisher ist noch keine Mel- 
dung über das Besultat ihrer Becognoscirung eingetroffen. 
Infanterie-Abtheilungen, nach mehreren Bichtungen entsendet, 
sollen in der Nähe aufklären, Oberlieutnant Budolf Hum- 
mel unseres Regimentes wird mit einem Zuge der 7. 
Compagnie gegen Oliosi entsendet. 

Vom Feinde ist bisher nichts wahrgenommen worden, 
erst Yon.S. Bocco aus können italienische Infanterie-Colonnen 
gesehen werden, die aus dem Strassendefil^e des Monte Vento 
debouchiren, ihren Weg gegen Oliosi nehmen, bald aber in 
den Culturen verschwinden. Nur von Zeit zu Zeit tauchen sich 
bewegende Truppen an gut sichtbaren Punkten auf, auch auf 
den Hügeln bei Jese zeigen sich Italiener, deren Stärke nicht 
erkennbar, schliesslich ist zu bemerken, dass das auf einem 
Hügel liegende Gehöfte Bagajola vom Feinde besetzt wird. 

Bei so gefählicher Nähe der Italiener ordnet Oberst Bauer 
für seine Brigade die Annahme einer gedeckten Aufstellung 
Front gegen Oliosi an, aus welcher es möglich bleibt, den 
Verhältnissen entsprechend die Truppen zu verwenden: Re- 
giment Benedek bei Palazzina, 19. Jäger - Bataillon in 
S. Bocco, Batterie 3/V auf der Euppe nordwestlich Fomi, 
Regiment Nagy mit zwei Bataillonen nächst Fomi, einen 
Haken gegen Süden bildend. Auf die der Südfront vorliegen- 
den Hügel werden PatruUen vorgeschoben. 

Speciel unser Begiment erhält folgende Aufstellung: 
Das 1. Bataillon in der Mulden-Niederung nördlich S. Rocco, 
ganz nahe an diesem Orte. Vom 2. Bataillon besetzt die 4. 
Division — Hauptmann Raimund Dittl — die steile Euppe 



256 Benedeh 

• 

1866 nördlich Palazzina, die 5. — Hauptmann Oeorg Budolf — 
— dieses Gehöfte, welches sogleich zur Yertheidigung einge- 
richtet wird, die 6. — Hauptmann Franz Merlet — bleibt 
als Unterstützung hinter dem Gehöfte. Das 3. Bataillon steht 
in geschlossener Divisionsmassen-Linie südlich des Weges 
nächst Brolino auf dem Bideau. 

Oberlieutnant Hummel mit seinem Zuge ist schon bei 
Golombarola auf die Yortruppen des Feindes gestossen, hat im 
Sinne der ihm gewordenen Aufgabe ein kurzes Feuergefecht 
mit dem Gegner unterhalten, das dem Zuge 1 Todten und 
1 Verwundeten kostet, zieht sich langsam gegen Palazzina 
zurück und bringt die Meldung über sein Zusammentreffen 
mit den Italienern. 
v,7 uiir. Gegen V«? Uhr Früh bemerkt man abermals feindliche 

Infanterie im Laufschritte von Busetta durch die Weingärten 
gegen Oliosi eilen, unsere Brigade-Batterie eröffnet das Feuer, 
welches bald von feindlicher südlich Oliosi aufgefahrener Ar- 
tillerie erwidert wird. Die Batterie der Brigade Piret unter- 
stützt von Brolino ans das Feuer unserer Geschütze. Die 
Geschosse des Feindes gehen sämmtlich zu hoch, sie überfliegen 
sowohl die Batterien als auch die Truppen, diesen nicht den 
mindesten Schaden zufügend. 

Während dieses Artillerie-Kampfes ist die Brigade G. M. 
Piret bei Brolino eingetroffen, nördlich von ihr hat sich die 
Corps-Geschütz-Beserve in's Feuer gesetzt. Von Palazzo Alza- 
rea her werden Elein-Gewehrschüsse, bald aus der Bichtung 
Castelnuovo Geschütz-Salven hörbar, — Anzeichen, dass die 
Beserve-Infanterie-Division mit dem Feinde in's Gefecht ge- 
kommen. Der Kampf scheint nordwärts zu ziehen, neue 
feindliche Truppen sieht man vom Monte Vento gegen das 
Gefechtsfeld der kaiserlichen Beserve-Division herabsteigen. 

Diese umstände bewegen den Commandanten des V. Ar- 
mee-Corps, der Brigade G. M. P i r e t den Auftrag zu ertheilen, 
Oliosi zu nehmen und dadurch der Beserve-Division die Er- 
reichung des ihr vorgezeichneten Zieles zu ermöglichen. Von 
der Brigade Oberst Bauer soll ein Begiment die linke Flanke 
jener Brigade während ihres Vormarsches sichern, beziehungs- 
weise in der Bichtung auf Fenilone bei dem Angriffe mit- 
wirken. Die eben eingetroffene Brigade G. M. Möring hält 
als Beserve bei S. Rocco di Pallazolo. 



Benedek. 257 

Die Brigade 6. M. Piret löst ihre Aufgabe in glänzend- im 
ster Weise, sie nimmt Oliosi mit dem Bajonnete und stellt 
sich nächst dem Orte Front gegen den Monte Vento auf. 

Brigadier Oberst Bauer ertheilt dem Commaadanten 
des 28. Infanterie-Regimentes, Oberstlieutnant Friedrich 
Bitter von Bouvard, zur Durchführung des der Brigade 
gewordenen Auftrages den Befehl, mit dem Begimente in die 
Niederung hinabzusteigen und derart gegen die feindliche 
Stellung yorzurückeu, dass der allgemeine Angriff gleichzeitig 
erfolge und die linke Flanke der Brigade Piret gesichert sei. 

Zwischen 8 und 8Vs I^hr Morgens setzt sich das Begi- »uhr. 
ment Benedek in der Richtung gegen die Höhen von Feni- 
letto, den sogenannten Cypressenhügel (nördlich Jese) links 
lassend, in Bewegung, das 3. Bataillon rechts, das 2. links in 
Divisionsmassen-Linie im ersten, das 1. Bataillon folgt in ge- 
schlossener Divisionsmassen - Linie im zweiten Treffen. Die 
vorderen Abtheilungen des ersten Treffens bilden die Feuer- 
linie. Kaum hat das erste Treffen die ganz nahe gelegene 
Terrainwelle nächst Colombarola überstiegen, da erscheint 
plötzlich und unvermuthet feindliche Infanterie bei Jese, unser 
Regiment in der linken Flanke heftig angreifend. 

Es sind Truppen der italienischen Division Sirtori, deren 
eine Brigade, Brescia, den Tione bei Pernisa überschritten, mit 
2 Bataillonen des 20. Infanterie-Regimentes und 4 Geschützen 
die Höhen südlich dieses Gehöftes, mit dem ganzen 16. Re- 
gimente jene von Feniletto besetzt hat. Die zweite Brigade, 
Valtellina, mit einer Batterie ist am rechten Tione-Üfer bei 
Via Cava und S. Lucia aufmarschirt, die Vorhut hat den Weg 
nach S. Rocco verfehlt, sie kämpft bei Oliosi. Die feindliche 
Division zählt ohne Vorhut noch über 8000 Mann, ungefähr 
4000 Streiter mit 4 Geschützen sind in erster Linie auf den, 
der Vertheidigung äusserst günstigen, gegen Norden steil ab- 
fallenden Höhen von Feniletto entwickelt, der Rest der Truppen 
ist so nahe, dass er rasch in den Kampf einzugreifen vermag.. 

unter gänzlich geänderten Verhältnissen hat das Regiment 
Benedek eine neue, schwierigere Aufgabe zu lösen, ihre 
glückliche Durchführung erfordert einen hohen Grad von Um- 
sicht und Entschlossenheit Seitens der Führer, von Disciplin 
und Tapferkeit Seitens der Mannschaft. Nicht nur, dass das 
Regiment dem neu aufgetauchten Feinde gegenüber eine fast 

Ocfchichi« des S8. lof.-Bgmts. 17 



258 Benedeh. 

1866 rechtwinklige Frontveränderung gegeu Süden unter dem be- 
herrschenden Feuer des Gegners vollführen muss, es ist ge- 
zwungen, so rasch als möglich die Höhen zu nehmen, will es 
nicht während der Bewegung als wehrloses Opfer den feindlichen 
Geschossen zum Ziele dienen. Jede Minute des Zögerns kann 
dem Begimente Hunderte seiner Soldaten kosten. Dem schnell 
gefassten Entschlüsse zum Sturme lässt Oberstlieutnant Bitter 
von Bouvard in der That die Ausfuhrung desselben auf dem 
Fusse folgen. 

Das dem Gehöfte Jese zunächst befindliche erste Ba^ 
taillon unter Hauptmann Franz Eolb vonFrankenheld 
stürzt, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern, in raschem 
Anlaufe mit dem Bajonnete auf den Oegner, gewinnt den 
Kamm der Höhen westlich Jese und setzt sich auf demselben fest. 

Nicht minder tapfer und entschlossen, nachdem es in 
grösster Buhe und Ordnung die Frontveränderung vollführt, 
schreitet das zweite Bataillon unter Major Hermann 
Scholz e zum Sturme gegen die Höhe von Feniletto, erklimmt 
ohne Aufenthalt den bebuschten Hang, die 4. Division unter 
Hauptmann BaimundDittl dringt in die Flanke des Gegners, 
alle drei Divisionen erreichen den Kamm der Höhe. 

Das dritte Bataillon unter Major Franz Edlen 
von Goffin hat den weitesten Angriffs weg zurückzulegen, 
bleibt am längsten dem beherrschenden Feuer des Feindes aus- 
gesetzt, trotzdem überwindet es mit gleicher Bravour und mit 
demselben Erfolge wie die beiden anderen Bataillone den 
Widerstand des Gegners, es nimmt den Höhenkamm nächst 
Fenilone. 

Die Italiener haben auf allen drei Angriffspunkten den 
hartnäckigsten Widerstand geleistet, ihre gut gezielten mörde- 
rischen Salven den Stürmenden empfindliche Verluste beigebracht, 
dennoch sind die Angriffe des Regimentes B e n e d e k nicht in*s 
Stocken gekommen, die Höhen genommen, die Aufgabe des 
.Regimentes scheint glückUch und erfolgreich gelöst. 

Indess hat sich der Gegner auf dem südlichen Hange der 
Höhen wieder gesammelt, Verstärkungen herangezogen, gleich- 
zeitig starke Abtheilungen durch die Einsattlung bei Jese gegen 
die linke Flanke des ersten Bataillons dirigirt. In Front 
und Flanke mit Uebermacht von Infanterie angegriffen, über- 
diess auf beiden Flügeln von feindlicher Beiterei (Lucca- 



Benedek. 259 

Cavallegieri von der Corps-Cavallerie) attakirt, gegen welche ir66 
die Flägelabtheilungen Carr^'s und Klumpen formiren müssen, 
versucht unser Kegiment mit grösster Anstrengung, die 
eroberten Höhen zu behaupten. Doch alle Aufopferung der 
Truppe ist vergeblich, die üebermacht zu gross, das Regiment 
muss weichen, den mit blutigen Opfern erkauften, mit über- 
wältigender Tapferkeit erkämpften Posten verlassen. 

In diesem gefahrvollen Augenblicke rasch entschlossen, 
besetzt Hauptmann Baimund Dittl mit der vierten Di- 
vision den schon erwähnten Cypressenhügel nördlich Jese, 
behauptet denselben gegen alle Angriffe des nachdrängenden 
Feindes mit grösster Hartnäckigkeit, bringt dadurch alle übrigen 
Abtheilungen des Regimentes zum Stehen, ermöglicht das 
schnelle Wiederordnen der etwas durcheinander gekommenen 
Äbtheilungen. In kurzer Zeit ist das Regiment wieder 
formirt, bereit, den Sturm auf die verlorenen Höhen noch Ein 
Mal und mit gleicher Enei-gie zu unternehmen. 

Zur Unterstützung unseres vom Feinde hart bedrängten 
Regimentes dirigirt der Brigadier Oberst Bauer das 19. Jäger- 
Bataillon an den linken Flügel desselben und gegen Pernisa, 
die von dort her erschienenen Abtheilungen zu vertreiben, ein 
Befehl — sagt die Brigade-Relation — „dem das Bataillon in 
„eben so ausgezeichneter und erfolgreicher Weise nachkam wie 
„B e n e d e k-Infanterie'^ ! 

Fast gleichzeitig mit den Jägern geht unserRegiment 
wieder zum Angriffe gegen die Höhen vor. Trotz der ausser- 
ordentlichen Erschöpfung Aller, trotz der bisherigen Verluste, 
die die Reihen des Regimentes bedeutend gelichtet, trotzdem 
der Qegner stärker als zuvor in Siegeszuversicht seine günstige 
Position tapfer vertheidigt, gelingt dennoch der Angriff des 
Regimentes, vor seinen Bajonneten weicht der Feind, der ganze 
Höhenrücken wird genommen und behauptet. In voller Auflösung 
geht das italienische 19. Infanterie-Regiment über den Tione 
zurück. Ein Theil unseres Jäger-Bataillons folgt den Fliehenden 
bis nahe Muraglie, das 2. Bataillon Benedek stellt sich auf 
die kahle Kuppe südlich Jese, das 1. und 3. Bataillon setzen 
sich auf dem anstossenden Höhenrücken nächst Fenilone fest, 
die 4. Division wird nach Feniletto vorgeschoben. 

Brigadier Oberst Bauer will in Verfolgung der bis jetzt 

erreichten Resultate auch die Höhen von S. Lucia mit dem 

17* 



260 Benedek. 

1666 bei S. Bocco zurückgehaltenen 70. Infanterie - Begimente an- 
greifen, aber der Corps-Commandant befiehlt, um die fieserven 
noch zur Verfügung zu behalten, dass die Brigade sich vor- 
läufig auf die Behauptung der eroberten Position zu beschrän- 
ken habe. Es tritt auf diesem Theile des Schlachtfeldes eine 
Oefechtspause ein, die ungefähr eine Stunde, von 10 bis 11 Uhr 
Vormittags, dauert. 

u Uhr. Bald nach 11 Uhr beginnt der Kampf aufs Neue. Die am 

Südrande des Tione aufgestellte italienische Brigade Valtellina 
geht in vereinzelten Stössen zum Angriffe über, vertreibt die 
Jäger aus der Nähe von Muraglie und greift auch die vierte 
Division des Begimentes Benedek in Feniletto mit Un- 
gestüm an. Diese behauptet ihren Posten gegen alle Angriffe, 
muss jedoch, da sämmtliche Patronen verschossen sind, bald 
durch Theile des ersten Bataillons abgelöst werden, die 
unter dem Gommando des Hauptmannes Gustav Sitka mit 
gleicher Hartnäckigkeit alle Versuche des Gegners, das Ge- 
höfte zu nehmen, vereiteln. 

Als endlich fünf feindliche Bataillone den Tione über- 
schreiten, die schwachen Jäger aus Pernisa vertrieben werden, 
eröffnet unser Begiment von den Höhen aus ein so wirk- 
sames Gewehrfeuer gegen den Angreifer, dass derselbe rasch 
wieder hinter den Tione in seine frühere Aufstellung zurück- 
weicht. 

Der Brigadier benützt die nun eintretende Gefechtspause, 
18 Uhr. um — nach 12 Uhr — das Begiment Benedek in Berück- 
sichtigung der erlittenen beträchtlichen Verluste und des ein- 
getretenen Mangels an Munition durch das 70. Infanterie-Be- 
giment ablösen zu lassen. Nachdem dieses alle Positionen 
unseres Begimentes eingenommen, geht Letzteres in die ur- 
sprüngliche Aufstellung zwischen S. Bocco und Palazzina. Die 
gänzlich verschossene Munition wird ergänzt, die erschöpfte 
Truppe kann nach so grossen Anstrengungen einige Augen- 
blicke der Buhe geniessen. 

Unser Begiment kam im Laufe dieses Tages nicht 

mehr in's Gefecht, es blieb in Beserve, folgte in diesem Ver- 

sva Uhr. hältnisse vereint mit dem 19. Jäger- Bataillone um etwa 2V« Uhr 

Nachmittags der Brigade G. M. Möring gegen S. Lucia, welche 

die Höhen am rechten Tioue-Ufer nach leichtem Kampfe ein- 



Benedek. 261 

nahm. Die Kraft des Gegners war gebrochen, der Stoss des isss 
Begimentes Benedek hatte ihn mächtig erschüttert. 

]m Ersteigen der steilen Höhen nächst S. Lucia begriffen, 
empfing unserBegiment den Befehl zuhalten, bald darauf 
den Auftrag, zur Sicherung der Brigade 0. M. Möring gegen 
Umgehung über den Tione auf das Plateau zwischen Pernisa 
und Serraglio zu rücken, wo die ganze Brigade Oberst Bauer 
eine conzentrirte Aufstellung mit der späteren Bestimmung 
einnahm, eventuell von hier aus zum Angriffe auf Gustozza 
mitzuwirken. Doch nur der Brigade G. M. Möring war es 
vom V. Armee-Corps gegönnt, an dem schliesslichen siegreichen 
Ausgange der Schlacht durch die Erstürmung von Gustozza 
einen entscheidenden Antheil zu nehmen. 

Bis 5 TJhr Nachmittags verweilte die Brigade Oberst 
Bauer in der erwähnten Aufstellung, ging um 7 V2 Uhr in 7'/i uhr. 
eine neue östlich Serraglio über, wo sie bis zum gänzlichen Bück- 
zuge des Feindes blieb. Nach 8 Uhr Abends bei einbrechender 
Dunkelheit bezogen die Truppen — unser Regiment nächst 
Pianure — das Biwak. Da die Mannschaft während des Tages 
nichts genossen, wurde aus den nahe gelegenen Gehöften 
Serraglio, Marogna lunga und anderen, Schlachtvieh requirirt, 
gegen Mitternacht genossen die Soldaten eine ziemlich aus- 
reichende Kost. 

Siegreich für die kaiserlichen Waffen war die Schlacht 
beiGustozza entschieden, der übermächtige Feind in vollem 
Bückzuge über den Mincio. 14 Kanonen, 16 Protzen, 4 Muni- 
tionswagen und über 4000 un verwundete Gefangene blieben in 
den Händen der österreichischen Südarmee. 

Seiner Majestät des Kaisers Allerhöchste Aner- 
kennung lohnte die Tapferkeit der Armee, einen Tag nach 
der Schlacht erliess der Obercommandant folgenden Armee- 
Befehl : 

„Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser, geruhten 
„Mir heute Nacht folgende Worte zu telegrafiren: 

„Dir und Meinen braven Truppen Meinen wärmsten Dank.^ 

„Waffenbrüder! Es ist der schönste Augenblick Meines 
«Lebens, Euch diese Allerhöchste Anerkennung bekannt geben 
„zu können. 

„Den uns vom Feinde frevelhaft aufgedrungenen Krieg 
„habt Ihr mit dem herrlichen Siege von Gustozza eröffnet, — 



262 Benedtk. 

1W6 „auf denselben Höhen, wo wir vor 18 Jahren bereits ent- 
„ scheidend gesiegt. "* 

„Ich war Zeuge Euerer überwältigenden Tapferkeit, trotz 
„der üeber macht und den ungestümen Angriffen des Gegners." 

„Kanonen wurden erbeutet und zahlreiche Gefangene 
„gemacht. 

„Jeder von Euch hat als field gestritten, keine Waffe 
„ist der anderen nachgestanden, jede hat in ihrer Eigenschaft 
„das Aeusserste geleistet ** 

„Ihr wäret der schweren Aufgabe würdig, wie Ich es Euch 
„vorausgesagt.*' 

„Wir gehen neuen Anstrengungen, aber so Gott will, 
„neuen Siegen entgegen.'' 

Erzherzog Albrecht. 

Der aus Anlass des Sieges zum F. M. L. beförderte Corps- 
Commandant Freiherr von B od ich stellt den Truppen des 
V. Armee -Corps nachfolgendes schöne Zeugniss aus: „An 
„diesem Tage haben die Truppen des Corps nicht nur mit 
„rühmlicher Tapferkeit gegen einen numerisch stärkeren und 
„ — man muss es gestehen — auch hartnäckig kämpfenden 
„Gegner erfolgreich gefochten, sondern auch nebst der dem 
„Corps zugewiesenen Aufgabe „„bei S. Lucia durchzubrechen'"' 
„noch ein anderes für den glücklichen Enderfolg höchst einfiuss- 
„reiches unternehmen glücklich gelöst, indem der grösste Theil 
„des Corps gleich bei Beginn des Kampfes durch einen mit 
„musterhafter Bravour ausgeführten Bajonnetangriff sich der 
„vom Feinde hartnäckig vertheidigten Stellungen bemächtigte. 
„Die Truppen haben, angefeuert durch das heldenmüthige 
„Beispiel aller Offiziere fast jeden vom Feinde besetzten Ab- 
„schnitt mit dem Bajonnete genommen, aber auch die Früchte 
„ihrer Tapferkeit mit sehr schweren Opfern erkauft. Der Feind, 
„welcher mehr als sonst von dem Bajonnete Gebrauch machte, 
„wovon die vielen Stichwunden unserer Blessirten den spre- 
„chendsten Beleg liefecn, entwickelte allenthalben in seiner 
„Vertheidigung ein äusserst intensives Kleingewehrfeuer. " 

Und Brigadier Oberst Bauer schliesst seine Belation 
mit den die Truppen belobenden Worten: „Das Benehmen 
„der ganzen Brigade war ein musterhaftes, ausdauerndes, vom 
„besten Geiste beseeltes. Sie focht tapfer, und wo durch die 



Benedek. 263 

n Disposition in das hitzige Gefecht gebracht — mit voller isee 
„Bravour." 

Die Brigade-Pionnier-Abtheilung, welche Anfangs 
als Geschützbedeckung verwendet, beim Sturme auf die Höhen 
von Feniletto tapfer mitgekämpft hatte, that sich später noch 
dadurch hervor, dass sie der Brigade-Batterie über den Tione 
half, ein von dem steilen Hange stürzendes Geschütz aufhielt, 
zerlegte und auf die Höhen von S. Lucia schaffte. Den Pion- 
nieren wurde die „volle Anerkennung ihrer Leistungen, insbe- 
sondere der der Batterie geleisteten Hülfe"" zu Tbeil. 

Von den schweren Opfern, die der Sieg bei Custozza der 
kaiserlichen Südarmee gekostet, entfielen auf die Brigade Oberst 
Bauer an Todten 5 Offiziere 96 Mann , an Verwundeten 
14 Offiziere 366 Mann, an Vermissten 132 Mann, an Gefan- 
genen 4 Mann , zusammen 19 Offiziere 598 Soldaten. An 
diesem Gesammt- Verluste war das Regiment Benedek allein 
betheiligt mit 16 Offizieren 340 Mann, welche sich wie folgt 
auf die einzelnen Abtheilungen vertheilen: 

Todt: Verwundet: Vermisst: Summe: 



Offiz. 


M. 


Offiz. M. 


Mann 


Offiz. M. 


vom 1. Bataillon — 


13 


3 70 


40 


3 123 


j» ^» » ^ 


13 


2 84 


23 


4 120 


n 3. , 2 


19 


7 59 


19 


9 97 


Zasammen 4 


45 


12 213 


82 


16 340 



Nach Abschlag dieses Verlustes blieb der Stand des Re- 
gimentes an Streitbaren 50 Offiziere, 2594 Mann. 

Von den Offizieren des Regimentes waren getödtet : Haupt- 
mann Gustav 2iwsa und Julius Gylek, Oberlieutnant 
Egnolf Freiherr Röder von Diersburg, Lieutnant 
Emanuel Emminger. Schwerverwundet : Hauptmann 
Wolfgang Markel, Lieutnant Carl Rakowsk^, Hugo 
Weber, August Prinz-Ziegler, Theodor Suchomel, 
Adolf Schneider. Leichtverwundet: Hauptmann Gustav 
Sitka, Oberlieutnant Leopold Janowsky, Heinrich 
Janowsky, Franz Heinrich, Lieutnant Hugo Ahs- 
bahs und Ferdinand Edler von Rueber. Lieutnant 
August Prinz-Ziegler, Hugo Weber und Theodor 
Suchomel erlagen ihren Wunden einen Tag nach der Schlacht 
im Oarnisons-Spitale zu Verona. 



264 Benedek. 

i8«6 Gross war die Anzahl Tapferer, die durch die Huld des 

Monarchen mit Auszeichnungen'*') bedacht wurden. 24 Offiziere 
ernteten theils Decorationen, theils die Allerhöchste Anerken- 
nung, 1 goldene, 7 silberne Tapferkeits-Medaillen erster, 28 
zweiter Classe wurden der Mannschaft zuerkannt, 79 Soldaten 
im Armee-Befehle belobt. 

Den Orden der Eisernen Krone 3. Classe erhielten: 

Oberstlieutnant und Begimeuts-Commandant Friedrich 
Bitter von Bouvard für „ausgezeichnet tapfere und um- 
„sichtige, von glänzendem Erfolge begleitete Führung seines 
„Begimentes zum Bajonnet - Angriffe, nachdem die Position 
„bei schwerem Verluste genommen und behauptet wurde.** 

Major Franz Goffin Edler von Gotthardsburg für 
„der obigen gleiche und geschlossene Fühnmg seines Batail- 
„lons bei diesem Bajonnet-Angri£fe und wesentliche ünter- 
„stützung des Begiments-Commandanten.** 

Hauptmann Baimund Dittl ^drang mit der 4. Division 
„beim dritten Sturme auf den Höhenkamm bei Fenilone dem 
,,Feinde in die rechte Flanke und behauptete sich — als das 
„Begiment auf dem Kamme einen überlegenen kräftigen Wider- 
„stand fand und gleichzeitig in den Flanken bedroht, auf kurze 
„Zeit zum Aufgeben des AtfgriflFes gezwungen war — auf dem 
„Cypressenhügel so lange, bis das Begiment denselben erneuern 
„konnte, der auch reussirte.^ 

Das Militär- Verdienstkreuz : 

Major Hermann Scholze und Hauptmann Franz 
Kolb von Frankenheld für „ausgezeichnet tapfere Führung 
„ihrer Bataillone bei dem Bajonnet-Angriffe." 

Hauptmann Gustav Sit ka „hat sich durch kalte wohl- 
„überlegte, richtige Führung seiner Division, besondere Energie 
„und Ausdauer im Gefechte ausgezeichnet." 

Hauptmann W e n z e 1 Swoboda und Hauptmann F r a n z 
Merlet „haben sich durch besondere Umsicht und kalte Ent- 
„schlossenheit dann Einfluss nehmende Einwirkung im Gefechte,' 



*) F. M. L. Freiherr von Rodich erhielt das Ritterkreuz des 
Maria Theresieii- Ordens, Brigadier Oberst Ferdinand Bauer jenes des 
Leopold-Ordens, Hauptmann Ferdinand Fiedler des Generalstabes 
das Militär- Verdienstkreuz. 



Benedek. 265 

Hauptmann Franz Hess und Hauptmann Gustav im6 
Äiwsa — todt — „durch richtige Führung ihrer Abtheilun- 
„gen und hervorleuchtendes Beispiel ausgezeichnet. "" 

Hauptmann Adolf Lorenz und Friedrich Dorotka 
Edler von Ehrenwall „bei der oben erwähnten 4. Division 
„eingetheilt, trugen durch hervorleuchtende Tapferkeit zu dem 
„erreichten vortheilhaften Resultate wesentlich bei/ 

Oberlieutnant Franz Heinrich „blieb, trotz der durch 
„einen Granatsplitter erhaltenen Contusion fast marschunfähig, 
„während des ganzen Gefechtes bei seiner Abtheilung und that 
„sich rühmlichst hervor." 

Lieutnant Carl Bakowsk^ und Hugo Weber — 
beide schwer verwundet — ferner Hugo Ahsbahs „thaten 
„sich durch besonders musterhafte Haltung im Gefechte hervor, 
„durch Sammlung der zerstreuten Mannschaft und deren Wieder- 
„vorführung zum Sturme/ Oswald Betalli „durch besonders 
„muthiges Vorgehen, bestes Beispiel, so zwar, dass er bis in 's 
„heftigste Handgemenge kam,'' 

Oberlieutnant Egnolf Freiherr Böder von Diers- 
burg und Lieutnant Emanuel Emminger — beide todt 
— „durch besonders musterhafte Haltung im Gefechte." 

Die Allerhöchste belobende Anerkennung wurde zu Theil : 

Hauptmann Julius Gylek — todt für „richtige 
„Führung seiner Abtheilung und hervorleuchtendes Beispiel.'' 

Oberlieutnant Johann Elautschek, Hugo Husa und 
Leopold Janowsky, Lieutnant Alexander Bomanows- 
ky, Theodor Peyl und Ludwig Kiss „zeichneten sich 
„durch besonders musterhafte Haltung im Gefechte aus, durch 
„Sammlung der zerstreuten Mannschaft und deren Wiedervor- 
„führung zum Angriffe." 

Dieselbe Auszeichnung erwarb Lieutnant Franz Oscht- 
zadal Edler von Miraberg, welcher als Adjutant der 
Brigade Sachsen- Weimar in den Kämpfen der Beserve-Division 
bei Oliosi durch hervorragend tapferes Benehmen diese Aner- 
kennung sich verdient hatte. 

Die goldene Tapferkeits - Medaille : Gemeiner Johann 
Heiduk der 12. Gompagnie. Während der Erstürmung der 
Höhen bei Feniletto wurden sämmtliche Unteroffiziere des 
Zuges, in welchem Heiduk eingetheilt war, getödtet und ver- 
wundet. Führerlos folgen die Soldaten dieses Zuges der ge- 



266 Benedek, 

1866 gebeuen AngrifiisrichtuDg, ohne Acht auf die Ereignisse in der 
rechten Flanke der Compagnie, die blosgestellt ist Eine feind- 
liche Infanterie - Abtheiluug dringt heran, Heiduk entdeckt 
sie zuerst, sein Anruf sammelt rasch 30 Soldaten, er führt 
sie gegen den Feind, dieser wird geworfen, die Flanke des 
2. Bataillons ist von einer drohenden Gefahr befreit. 

Die silberne Tapferkeits - Medaille 1 . Classe : die (remeinen 
Josef Bradaö und Johann Kopetzky der 14. Compagnie 
bemerkten, dass Bataillons ^ Adjutant Lieutnant Hugo Weber 
von Piemontesen unter Führung eines Offiziers umringt und 
in Oefahr war, gefangen zu werden. Die beiden Soldaten 
dringen auf den Feind ein, Brada6 tödtet den Offizier, Ko- 
petzky attakirt mit dem Bajonnete die Mannschaft, Lieutnant 
Weber ist gerettet. 

Führer Franz Ho ff mann der 3. Compagnie benahm 
sich mit gleicher Bravour, indem er den durch einen Kolben- 
schlag zu Boden gestreckten Feldwebel Josef AndSl drei 
Feinden entriss. Einen Piemontesen durchsticht Hoff mann 
mit dem Bajonnete, ein Kolbenschlag streckt den zweiten 
nieder, der dritte wird gefangen. 

Von der 2. Compagnie gab Führer Wenzel Maly ein 
schönes Beispiel grosser Selbstüberwindung, indem er auf die 
Nachricht von bevorstehenden Kämpfen trotz eines Fussleidens, 
das ihn in Mizzole zurückgehalten hatte, dem Begimente 
nacheilte, an dem Gefechte muthigen Antheil nahm und ob- 
gleich bald in der Hand verwundet, bis zu dessen Beendigung 
brav mitkämpfte. Nicht weniger tapfer benahm sich Gemeiner 
Johann äoltes, welcher bei der Erstürmung des Gehöftes 
Feniletto dieses als Erster erreichte und einen feindlichen 
Soldaten, der sich hartnäckig wehrte, gefangen nahm. 

Gemeiner Wenzel Mar es der 8. Compagnie, im Anfange 
des Gefechtes verwundet, wollte seine Kameraden, denen er 
mit gutem Beispiele voranging, nicht verlassen. Mit Aufbietung 
seiner letzten Kräfte auf den Höhen -Kamm gelangt, sank er 
vom Blutverluste erschöpft zu Boden. Gemeiner Johann 
Barto§ der 14. Compagnie, war einer der Ersten bei der 
Erstürmung der Höhen, und erschoss einen feindlichen Stabs- 
offizier, der an der Spitze seiner Soldaten diese zu hartnäckigem 
Widerstände ermuthigte. 



Benedek. 267 

Die silberne Medaille 2. Classe : Feldwebel Josef A n d 6 1, im6 
Jobann A r n e t, BudolfBischitzky; Führer CarlHoffmann, 
Vincenz Sadetzk;^, Franz Chrpa, Franz Mälek, Vincenz 
Battmann; Korporal Josef Klima, Anton üebel, Heinrich 
Kramer, Johann Kurka, Johann Nawrätil; Cadet Carl 
Buchwald, Franz Bruner; Gefreiter Josef Swoboda, 
Josef Strej6ek, Johann Swoboda, Josef Holub; Hor- 
nist Franz Hunek und Josef Macal; Gemeiner Josef Bach, 
Johann Wokälek, Alois Götz, Peter Sweida, Franz 
Käse, Josef Cern^, Carl Pech. 

Für besonders tapferes und rühmliches Verhalten wurden 
im Armee-Befehle belobt : Feldwebel Ludwig N o w ä k*), Johann 
Schu h*), Johann Schwarze, Josef Kleina, Carl Bräwa, 
Victor Bober6, Franz Ausky, Ferdinand Z eleu ka, Andreas 
Bill, Johann 2ebrak, Wenzel Sätra, Carl Matousek, 
Carl K a w ä n e k, Abraham Weisskopf, Carl Bogusowsky, 
Aron Pick; Führer Ferdinand Z ä r u b a , Franz H o 1 1 y, 
Gustav Eichler, Johann Fallensleben, Josef Wodicka, 
Josef Spilka, Adalbert Kubes, Wenzel Borsky, Alois 
Bergmann, Johann Drda; Korporal Josef Kaspar, Carl 
Sykora, Franz Bartäk, Max Suvar, Josef Stromer, 
Ludwig Kraus, Mathias Fischer; Cadet Hugo Eidner, 
Vincenz Kwis, Carl Finger, Adolf Ferles, Friedrich 
Grab; Gefreiter Josef Leibel, Anton Bru2ek, Franz 
Pelzel, Anton Malec, Adalbert Maly, Franz Mare§, 
Anton Stehlik, Josef Hlawaöek, Johann Wladika, 
Julius Polläk, Vincenz Pelz; Gemeiner Josef Kfowak, 
Wenzel Poss, Anton Zeemann, Wenzel Semenec, Josef 
Haut, Wenzel Karras, Vincenz Hedbarny, Franz Kas- 
pärek, Josef Kosina, Josef Kfi2, Wenzel Mar e§, Wenzel 
Stejskal, Wenzel Wokoun, Johann Öernohorsky, Josef 
Pisafowic, Josef Pekaf, Josef ßuCil, Josef Krejöi, 
Wenzel Martinowsk^, Josef Panu§ka, Vincenz Kowanda, 
Johann Nowak, Sebastian Fürst, Stefan Hrdli6ka« Anton 
Wondraöek, Franz Kratochwil, Wenzel Holeöek, 
Franz Husak, Wenzel Wotradowec; Zimmermann Johann 
Trousil. 



*) Ludwig Nowak und Johann Schuh sind gegenwärtig Ober- 
lieutnants im Regiments. 



268 Bgnedek. 

1866 Im Laufe des 25. Juni kehrte Hauptmann Adolf Lo- 

' '^°^' r e n z mit einem Detachement des Regimentes auf das Schlacht- 
feld zurück, die Leichen der Gebliebenen aufzusuchen und zu 
bestatten. Drei. der gefallenen Offtziere, Hauptmann 2iwsa, 
Hauptmann Gylek und Oberlieutnant Bö der wurden auf 
einer leicht erkennbaren Kuppe in Einem Grabe beerdigt. 

Nachmittags besuchte der Armee-Commandant in Be- 
gleitung des Erzherzogs Bai n er das Begiment im Biwak 
bei Bipa, begeisterte Jubelrufe empfingen und begleiteten 
den gefeierten Sieger, zu dem die Armee mit Liebe und Ver- 
trauen emporblickte. Eine regnerische Nacht versagte auch 
heute die den Truppen so nothwendige Erholung.*) 
26. jani. Als die Nachrlcht, dass die feindliche Armee ihren Bück- 

zug bis hinter den Oglio fortsetzte, sich zur Gewissheit be- 
stätigte, bezog die Südarmee am 26. Juni enge Cantonnirungen : 
die Brigade Oberst Bauer in Gastelnuovo, das Begiment B e- 
nedek in diesem Orte, Palazzo Ferrari und Alberello. unser 
Begiment trat den Marsch in die angewiesene Station am 
Nachmittage um 3 Uhr an, passirte einen Theil des Schlacht- 
feldes Tom 24. Juni und hatte Gelegenheit, von den durch 
den Kampf verursachten Verwüstungen ein richtiges Bild zu 
gewinnen. 

Die nun folgenden Tage der Buhe benützte unser Be- 
giment zur Ergänzung der Munition und der Waffen und 
liess einzelne Stücke durch abgesendete Mannschaften auf dem 
Schlachtfelde von Custozza auflesen. Die Pionniere des 
Begimentes waren beim Baue von Schanzen beschäftigt, die 
auf den wichtigsten Punkten des Schlachtfeldes, auf welchem der 
Armee-Commandant einem etwaigen Angriffe der Italiener zu 
begegnen gedachte, errichtet wurden. Die grosse Bagage stiess 
zur Truppe, die Czakos wurden nach Verona befördert, statt 
derselben von jetzt an die Feldkappen mit Kopftüchern zum 
Schutze gegen den Sonnenstich getragen. 
1. Juli. Am 1. Juli überschritt die Südarmee den Grenzfluss 

Mincio. Die Brigade Oberst Bauer brach um 5 Uhr Früh 
von Gastelnuovo auf, passirte den Fluss bei Peschiera und 



*) Mit Rücksicht auf die unertr&gliche flitze traf das Armee- 
Commando die wohlthätige VerfOgang, dass die Tornister der Mann- 
schaft mittelst Eisenbahn nach Yeroiia geschafft werden durften. 



Benedek. 269 

bezog am rechten Ufer desselben zwischen den Forts II und i^se 
III nahe dem Ufer des Garda-See's das Lager. Am nächsten 
Tage rückte die kaiserliche Armee bis an den Westrand des 
Hügellandes, misere Brigade lagerte bei fiovizza, ein Bataillon 
des 70. Infanterie-Regimentes bezog die Vorposten nächst 
Bivoltella. 

Italienische Freischaaren trieben sich vor der Front un- 
serer Armee herum, gegen dieselben wurde häufig patrullirt, 
sie alarmirten niehrmals die kaiserlichen Truppen. In der 
Nacht zum 2. Juli wurde auch unser Regiment durch t.jnu. 
einen Alarm, der sich später als unbegründet herausstellte, 
aus seiner Buhe gestört. Begünstigt durch das helle Mondlicht 
war die Truppe in überraschend kurzer Zeit gefechtsbereit, 
und blieb bis zur Aufklärung der Ursache des Alarmes unter 
dem Gewehre. 

Die im Allgemeinen nachtheiligen Kämpfe der Nordarmee 
in Böhmen äusserten jetzt schon ihren hemmenden Einfluss 
auf die Plane des Erzherzogs-Armeecommandanten, der den 
bestimmten Auftrag von Wien erhielt, sich in keine weit- 
reichenden Unternehmungen einzulassen. Dies war die Veran- 
lassung, dass die Südarmee wieder über den Mincio zurück- 
ging. Die Brigade Oberst Bauer rückte demgemäss am 
3. Juli nach Cavalcaselle, bezog in wahrhaft verpesteter Ge- 9. jaii. 
gend das Biwak, am nächsten Tage jedoch engste Cantonni- 
rungen mit Benützung der dem Orte zunächst befindlichen 
Gehöfte. 

Die Niederlage der Nordarmee bei Eöniggrätz am 3. Juli 
entschied nun auch über das fernere Schicksal der Südarmee, 
der grössere Theil derselben wurde auf den nördlichen Kriegs- 
schauplatz beordert. Unter dem Schutze des V. Armee-Corps, 
welches am 6. Juli die Hügelreihe von Valeggio bis Sommacam- e. Jnii. 
pagna besetzte — Brigade Oberst Bauer bei Custozza, Regi- 
ment Benedek nächst dem Monte Godi — marschirte die 
Armee nach Verona ab. Drei Tage blieb das V. ^Corps dem 
Anfalle des mächtigen Gegners allein ausgesetzt, der jedoch 
zum Glücke den günstigsten Zeitpunkt, der kaiserlichen Ar- 
mee Abbruch thun zu können, versäumte. 

Am 7. Juli bezog das 2. Bataillon Benedek die Vor- 
posten beiderseits des Val di Stafialo, am 9. marschirte das s. jqu. 
ganze 5. Armee-Corps, mit der um 3 Uhr Früh aufgebroche- 



270 Benedek 

1M6 nen Brigade Oberst B a u e r an der Tete, bei Ponton über die Gtsch 
und lagerte bei Domigliara. Hier erfuhren die Truppen die Nach- 
richt von ihrer neuen Bestimmung an die Donau, wohin der 
Erzherzog-Armeecommandant ihnen vorauseilte. Ein in herz- 
lichen Worten abgefasster Armee-Befehl, in welchem der Erz- 
herzog sich von den Zurückbleibenden verabschiedete, be- 
gleitete auch die nach dem Norden abmarschirenden Truppen, 
die allem Vermuthen nach schweren Kämpfen entgegen gingen. 

11. Juli. Von Ceraino aus begann am 11. Juli Nachmittags ba- 

taillonsweise der Eisenbahntransport des Regimentes nach 
Botzen, wo am 12. das Biwak südlich der Stadt bezogen 
wurde. Am nächsten Tage trat unserBegiment den Fuss- 
marsch nach Innsbruck an, dessen erster Theil bis Brixen — 
der vielfachen Steigungen seiner staubbedeckten Strasse we- 
gen in der Armee übel berüchtigt — bei tropischer Hitze mit 
grosser Anstrengung überwunden wurde. Die Vergrösserung 
der Distanzen zwischen den einzelnen Compagnien auf öO bis 
100 Schritte trug wesentlich zur Erleichterung des Mar- 
sches bei. 

u. Juli. Am 14. Juli ging das Regiment bis Sterzing, überstieg 

am 15. den Brenner, in Steinach wurde abgekocht und noch 
am Abende desselben Tages mit Zuhilfenahme von Landes- 
Fuhrwerken Innsbruck erreicht. In 3 Tagen hatte die Truppe 
120 Kilometer Weges über die Alpen zurückgelegt. 

In drei Eisenbahnzügen Innsbruck am 16. Juli Nach- 
mittags verlassend, wurden dem Regimente auf allen Statio- 
nen von den wackeren Tirolern Ovationen dargebracht, die 
vom reinsten Patriotismus eingegeben, in wahrhaft erhebender 
Weise auf das Oemüth der Soldaten wirkten, üeberall wo 
die Gelegenheit es zuliess, besonders aber in Schwaz wur- 
den die Truppen von den freundlichen Bewohnern reichlich 
bewirthet. 

17. Juli. Zwischen 10 und 12 ühr Nachts des 17. Juli kamen die 

Bataillone in Wien an, biwakirten auf dem Schmelzer Eier- 
cierplatze und fanden am nächsten Ta^e in den Oantonni- 
rungen zu Nnssdorf, Heiligenstadt und Döbling gastfreie Be- 
wohner und bequeme Erholungs-Quartiere, die Dank der am 
22. Juli mit Preussen abgeschlossenen fünftägigen Waffenruhe 
dem Regimente eine ganze Woche zu Gute kamen. 



Benedek, 271 

Seine Majestät der Kaiser, begleitet von dem isee 
Könige von Sachsen, besichtigte am 25. Juli das ganze **-'***• 
5. Armee-Corps auf der Schmelz und hatte die Gnade, den 
mit der goldenen und mit der silbernen Tapferkeits-Medaille 
1. Classe zu belohnenden Soldaten die zuerkannten Decora- 
tionen an die Brust zu heften. 

Der nahende Ablauf der Waffenruhe veranlasste das Ar- 
mee-Ober-Commando, die einzelnen Heerestheile Donau abwärts 
zu ziehen, um einem bei Pressburg vermutheten Uebergange 
der Preussen mit vereinten Kräften begegnen zu können. 
Demgemäss marschirte die Brigade Oberst Bauer über Wien, 
wo unser Regiment am 26. in der Vorstadt Landstrasse 
einquartiert war, nach Fischamend, der Begimentsstab nebst 
dem 1. und 2. Bataillon kam am 27. Juli nach Maria-Elend, st. juu. 
das 3. Bataillon nach Groatisch-Haslau. Sehr gedrängt unter- 
gebracht, bestritt das Segiment den Vorpostendienst längs 
der Donau bis Begelsbrunn. Am 30. Juli wurden die beiden 
ersten Bataillone nach Fischamend verlegt, das 3. bezog das 
von den ersteren verlassene Maria-Elend. 

Als die bis zum 2. August verlängerte Waffenruhe in 
einen vierwöchentlichen Waffenstillstand mit Preussen überging, 
wurde ein Theil des österreichischen Heeres, darunter auch 
das 5. Armee -Corps, wieder nach dem Süden transportirt, 
um die am Isonzo stehenden Truppen des F. M. L. Freiherr 
von Maroi^iö zu verstärken. 

unser Regiment marschirte am 2. August nach Sim- 9. Angait. 
mering, wurde am 3. im Laufe des Nachmittags einwaggonirt, 
traf am 5. Nachmittags und Abends in Qörz und Nabresina 
ein. Das 1. und 2., Bataillon rückten nachdem sie abgekocht 
noch während des Abends in die Cantonnirungen nach Ran- 
ziano und Vertoiba im Wippachtbale, das 3. Bataillon kam 
nach Boccavica. In unbequemer Unterkunft bei armen Leuten, 
nebstdem in steter Marschbereitschaft, verbrachte das Segiment 
zehn unruhige Tage, bis endlich der eingeleitet^ Waffen- 
stillstand mit Italien am 12. August zu Cormons seinen Ab- 
schluss fand, der gross te Theil der Armee am lö. den Befehl 
zum Beziehen weiter Cantonnirungen erhielt. 

Am 16. August marschirte das Regiment B e n e d e k von le. A«r«st. 
Ranziauo nach Heidenschaft, am 17. in 12 Stunden auf be- 
schwerlichem Wege über die Julischen Alpen nach Idria, über 



272 Benedek. 

1866 PöUand, Laak nach St. Georgen bei Krainburg, in dessen Um- 
ji. Anffust. gßjjmjg jJQ Abtheilungen am 21. August in 43 Ortschaften 

bequeme Erholungsquartiere in weiten Gantonnirungen bei gast- 
freien Bewohnern bezogen. Ende September wurden die Ur- 
lauber der 17. und 18. Gompagnie in die Heimath entlassen. 



Während der Ereignisse in Italien hatten auch die Rü- 
stungen Oesterreichs im Norden der Monarchie immer grö*ssere 
Ausdehnungen angenommen. Am 27. April wurde das 4. Ba- 
taillon Benedek auf den Eriegsstand ergänzt, die 1. Depot- 
Division Anfangs Mai durch die 2. zu einem Depot - Bataillon*) 
in der Stärke von 697 Mann unter Major Balthasar 
Schmidt erweitert, wenige Tage nach der Schlacht bei 
Königgrätz jedoch wieder auf eine Division reduzirt. Major 
Schmidt erhielt das Commando des 3. Wiener Freiwilligen- 
Bataillons. 

Das 4. Bataillon, 1019 Mann mit 964 Streitbaren unter 
Major Laurenz Ritter von Zaremba, kam am 8. Mai 
nach Theresienstadt und trat in den Verband der Brigade 
6. M. Freiherr von Taxis, die im Ganzen aus 7 Bataillonen 
Infanterie, 5 Compagnien Festungs - Artillerie, 1 Genie -Gom- 
pagnie, 1 Escadron Husaren und 1 vierpfündigen Fuss- Batterie 
bestand. Festungs - Commandant war 6. M. Gonrad. 

Gegen Ende des Monates Mai war die Festung, verstärkt 
durch einen Brückenkopf am rechten Elbe - Ufer, vollkommen 
armirt und mit allen Bedürfnissen für die Vertheidigung aus- 
gerüstet. Nach dem Einrücken der preussischen Armeen in 

*) Depot-Bataillon. Adjutant: Lieutnant Woselka. 

Ergänzungsbezirks-Offizier : OberlieutDant Mauczka. 

Augmentations-Magazins-Offizier: Oberlieutnant Hubs. 

Bei der Disziplinar-Compagnie in Theresienstadt: Oberlieut Czermak. 

Comp. Hauptmann Oberlientnant Lieninant 

1. Lang Gregor Hoffmann Beb Voigt 

2. Sommer, Mollinger Ekskel SchostariÖ Nikolaus — 

3. Rhemen Isak Nowosel — 

4. Prasky Hofbauer — Dotzauer. 

Hauptmann Sommer und Oberlieutnant Eckel standen als Mit- 
glieder einer Assent-Commission im Ergänzungsbezirke in Verwendung. 
Sic waren durch die Prenssen von Prag abgeschnitten und dadurch am 
Einrücken verhindert. 



Benedek. 27 



Q 



Böhmeü wurde der Sicherheits - Dienst um Theresienstadt iu 1866 
weiterem Kreise ausgedehnt. Am 24. Juni übernahm das 4. 
Bataillon Benedek die Vorposten in nachfolgender Ordnung : 

Vom 24. Juni bis 4 Juli stand die 19. Compagnie zu 
gleichen Theilen in Gross - Cernosek und Kudeslawec, die 20. 
Compagnie in Giessdorf und Polep ; vom 4. bis 9. beziehungs- 
weise 11. Juli die 21. Compagnie in Eeblic und Liboteinic, 
die 22. Compagnie bis 8. Juli in Ploschkowic, die 23. bis 
11. Juli in Leitmeric, die 24. Compagnie mit einer Hälfte 
vom 9.— 19. Juli in Keblic, dann Doxan, endlich WoleSko, 
die andere Halb - Compagnie vom 12. — 19. Juli in Liboteinic. 

Die 19. Compagnie kam am 12. Juli wieder nach Leit- 
meric, die 20. am 14. und 15. Juli mit je der Hälfte nach 
Eeblic und Lukawec, am 16. vereinigt nach Deutschkopist. 
Am 19. wurden die Vorposten vom 4. Bataillon des 62. In- 
fanterie -Regimentes übernonmien. * 

Am 27. Juli, als das Festungs - Commando von der 
Verlängerung der Waffenruhe noch nicht in Eenntniss war, 
wurde ein Truppen - Detachement unter Commando des Majors 
Laurenz Bitter von Zaremba unseres Begimentes 
gegen Neratowic entsendet, um die dortige, von den Neratowio. 
Preussen bewachte Eisenbahn -Brücke, welche für den Feind 
von hohem Werthe war, zu sprengen. 

Das Streifcorps bestand aus dem 4. Bataillon *) Benedek 
mit 6 Compagnien, Oberlieutnant Carl Sinnreich des 2. 
Husaren-Regimentes mit 50 Husaren, Vs Batterie des 6. Ar- 
tillerie-Regimentes unter Oberlieutnant Johann Weissenbek, 
einem Detachement der Genietruppe unter Hauptmann Otto von 
Bek mit 25 Mann und des Pionnier-Corps (30 Sachsen und 
Oesterreicher), zwei Wagen mit Requisiten und Munition. Um 
3 Uhr Nachmittags in lYebautic versammelt, setzt sich das 



•)*■ 


Bataillon. Adjutant: Lieutnant Jansa. 

Proviant-Offizier: Oberlieutnant Willieh. 




Comp. 


Hsnpimanii OberUentiuuii L i d n t 


n a n t 


19. 


Hess Emil Noltsch Orasch 


Wtllitzer 


20. 


Wemhardt Neisser Werle 


Hanusch 


21. 


Luxer Berg — 


Horrath 


22. 


Wallisch Ofner Butta 


— 


23. 


Jenik Friedl Padera 


Kiegler 


24. 


ScboBtarif Ignaz — Lernet 





UMchicfaie des 28 Inf-Rgiat«. 18 



274 Benedek. 

1866 Detachement in Marsch über Kfezic, Gastdorf, Wegstädtl, Liboch 
nach Melnik, wo es um 11 ühr Nachts ankommt. Die üeber- 
fuhren und Boote bei Wegstädtl, Po6epIic, Liboch und Melnik 
werden am rechten Ufer versichert, bei jeder derselben ein 
Unteroffizier und zwei Soldaten als Wache aufgestellt. 

Die sehr ermüdeten Truppen halten zu Melnik eine ein- 
stöndige Bast, während welcher die äusserst verschiedenartig 
lautenden Nachrichten über den Feind und seine Cantonnirungen 
längs Elbe und Eisenbahn (Eralup-Turnau) durch verlässliche 
Angaben des Bezirks- Vorstehers und des Bürgermeisters von 
Melnik, sowie einiger eben von Prag angekommener Bürger 
berichtigt werden. 

Diese Aussagen bestätigen, dass der Feind die Stefana- 
üeberfuhr gar nicht, oder nur durch PatruUen überwache, an 
der Eisenbahnbrücke bei Neratowic ein Detachement von 
60—70 Mann stehe, die nächsten Ortschaften am linken Elbe- 
ufer Biikovic und Eojetic mit 150 Mann, am rechten Ufer der 
Meierhof Tfebosnic mit 30, die rothe Mühle und Dorf Tisic 
mit 50—60, Liblic und Bi§ic mit 60 - 70 Mann besetzt seien. 

Auf Grund dieser Nachrichten beschliesst Major Bitter 
vonZaremba den Gegner in seinen Cantonnirungen zu über- 
fallen und aufzuheben, dann die Sprengung der Brücke vor- 
nehmen zu lassen. Um 127« ^^^ Nachts sollen die Truppen 
in nachfolgender Ordnung gegen die einzelnen von den Preussen 
besetzten Objekte vorgehen: die 23. Compagnie gegen Liblic 
und Biiic, die 24. gegen Biskowic am linken Ufer der Elbe. 
Beiden Compagnien werden Pionniere zur Zerstörung des Bahn- 
körpers und des Telegrafen beigegeben. 

Die 19., 20. und 21. Compagnie nebst 40 Husaren, den 
Genietruppen und dem Beste der Pionniere werden gegen die 
rothe Mühle, den Meierhof Tfebosnic und das Dorf Tisic diri- 
girt^ nach deren üeberfall gegen die Eisenbahnbrücke gerückt 
werden soll. 

Die 22. Compagnie unter Hauptmann Carl Wallisch, 
die halbe Ausfallsbatterie und 10. Husaren haben auf den 
Höhen von Zabor vor der Wegescheidung eine Aufnahmestellung 
zu beziehen, mit der Aufgabe: durch Patrullen mit den drei 
Colonnen Fühlung zu erhalten, den Kückzug zu decken, und 
eventuel die Gefangenen nach Melnik zu escortiren. Diese 



Benedek. 275 

Dispositionen werden pünktlich und mit bestem Erfolge von 1866 
den einzelnen Colonnen durchgeführt. 

Hauptmann IgnazSchostariÖ mit der 24. Compagnie 
überfällt Biskowic, nimmt nach kurzem Kampfe die Garnison 
grösstentheils gefangen, zerstört den Telegrafen und den Bahn- 
körper, wendet sich dann gegen die Brücke von Neratowic. 
In diesem Augenblicke, 7s '^ U^^> ^^^ dieselbe schon in unserer 
Gewalt, die Vertheidiger sind zersprengt, sie fliehen stromab- 
wärts gegen die Stefans-Üeberfuhr. Hauptmann Schostariö 
folgt denselben, nimmt sie alle gefangen. — Die Compagnie 
hat keinen Verlust, von den Preussen sind 1 Mann todt, 2 
Mann verwundet, 2 Ofüziere 42 Mann und 2 Pferde gefangen. 

Hauptmann Ferdinand von Jenik mit der 23. Com- 
pagnie überrumpelt 6i§ic, macht die im Dorfe untergebrachten 
Feinde und nach kurzem Kampfe auch die im Schlosse befind- 
lichen gefangen, zerstört Telegrafen und Eisenbahn, und geht 
ohne Verluste gegen 5 Uhr nach Melnik zurück. — Die Com- 
pagnie hat 3 Preussen getödtet, 4 verwundet, 2 Offiziere 55 
Soldaten, 1 Doctor, 4 Bahnbeamte, 3 Pferde gefangen. 

Von der Hauptcolonne unter dem Commando des Majors 
Bitter vonZaremba wird beim Wirthshause „ na öervenim 
pisku" die halbe 19. Compagnie unter Oberlieutnant Franz 
Noltsch zum üeberfalle des Gehöftes Trebosnic entsendet, die 
Colonne selbst nimmt im Vorbeimarsche 1 Offizier und einige 
Leute in der rothen Mühle gefangen und überßlllt das von 
50 Mann besetzte Tisic ; die Besatzung wird nach kurzer Gegen- 
wehr gefangen mitgenommen. Die Preussen verlieren 3 Todte, 
4 Verwundete, an Gefangenen 1 Offizier und 27 Mann; auf 
unserer Seite ist Gemeiner Anton Panek getödtet. 

Die Hauptcolonne rückt gegen die Eisenbahnbrücke von 
Neratowic. Sie wird vor derselben von einem lebhaften Klein- 
gewehrfeuer empfangen, erwidert dasselbe einige Augenblicke, 
geht jedoch, da die Vertheidiger nur schwach an Zahl sind 
(60—70 Mann) rasch zum Sturme über, -r- Die Brücke ist 
eine eiserne, auf steinernen Pfeilern ruhende, neuester amerika- 
nischer Construktion ; die Decke war abgetragen und die Passage 
über dieselbe nur durch aufgelegte Bretter, welche abzuwerfen 
der Feind vergessen hatte, ermöglicht. 

Muthig und entschlossen stürzen die 20. und 21. Com- 
pagnie unter Hauptmann Franz Wernhardt und Wilhelm 

18* 



27G Benedek. 

1866 von Luxer, die halbe 19. unter Hauptmann Emil Hess 
auf die Brücke, der Feind enteilt in wilder Flucht. — Ober- 
lieutnant Franz Koltsch hat unterdessen den Hof Trebosnic 
überfallen, die Besatzung (22 Mann) zulu grössten Theile ge- 
fangen genommen, und ist ebenfalls gegen die Brücke vorge- 
rückt. Zum Schutze der Sprengungs-Arbeiten nehmen 2 Com- 
pagnien am linken Ufer Aufstellung, Cavallerie-PatruUen streifen 
nach allen Sichtungen. 

Die Brücke war um V| 7 Uhr in unserem Besitze, um 
7^9 Uhr konnte dieselbe, Dank der umsichtigen Leitung des 
Hauptmannes Otto you Bek vom Geniestabe und der Uner- 
müdlichkeit seiner Mannschaft zerstört werden. Die Sprengung 
gelang vollkommen. Der massive Bi'ückenpfeiler war beinahe 
spurlos verschwunden, die Bahn hatte sich gebrochen und bis 
auf den Flussgrund gesenkt. 

Nach so glücklicher Vollführung des erhaltenen Auftrages 
kehrte das Detachement nach Melnik zurück, wo es um 12 Uhr 
Mittags anlangte, setzte nach dreistündiger Bast den Marsch 
bis Gastdorf fort, bezog dort das Biwak für die Nacht und 
brach den 29. 5 Uhr Früh nach Theresienstadt auf. 

Der Verlust des Bataillons in dieser Affaire bestand in 
1 Todten und 1 Vermissten, jener der Preussen in 12 Todten 
und [13 Verwundeten; ö Offiziere, 1 Doctor, 4 preussische 
Eisenbahnbeamte und 142 Mann wurden gefangen, ferner er- 
beutet: 5 preussische Ofüziers-Dienstpferde , 142 Zündnadel- 
Gewehre, 133 Patronentaschen, 2 Trommeln, 1 Signalhorn und 
eine bedeutende Menge von Monturen, Büstungen und Muni- 
tion, entsprechend der Anzahl der Gefangenen. 

Das Detachement war bei dieser Unternehmung 36 Stunden 
auf dem Marsche, hielt während desselben nur eine Stunde 
Bast und kam erst am Abende des zweiten Tages in Wegstädtl 
zum Essen. Major Bitter von Zaremba stellte der Truppe 
für ihren freudigen Muth im Kampfe, für ihre Ausdauer im 
Marsche das beste Zeugniss aus und bezeichnete die nachbe- 
nannten Offiziere tind Soldaten als besonders verdient um das 
glückliche Gelingen des Ueberfalles. 

Durch Kühnheit und Findigkeit beim Ueberfalle der Can- 
tonniiningen zeichneten sich aus: 

Von der 19. Compagnie: Oberlieutnant F r a n z Noltsch, 
Korporal Josef Z i t e k ; von der 23. Compagnie: Oberlieutnant 



Benedek. 277 

Johann Friedl, Zugsfübrer Johann Bohaöek, Korporal isee 
Carl Koch; von der 24. Compagnie: Hauptmann Ignaz 
Schostariö, Zugsführer Josef Z e 1 e n k a, Korporal Heinrich 
Kamenitzky. — Beim Sturme auf die Brücke von Neratowic 
von der 20. Compagnie: Hauptmann Franz Wernhardt, 
Gemeiner Wenzel Klepacek, Gemeiner Wenzel Koch; von 
der 21. Compagnie: Lieutnant Ferdinand von Horyath, 
Gemeiner Johann Ben e s c h, Franz W i s c h i n, Franz J e f a b e k, 
Wenzel Pittroch, — sie i^raren die Ersten auf der Brücke. 

Für hervorragende Leistungen bei dieser gelungenen Unter- 
nehmung wurde dem Major La urenz Ri Uer vjonji aremb a 
und dem Lieutnant FerdiF and von Horyath die Aller- 
höchste belobende Anerkennung zu Theil. Die Gemeinen Wenzel 
Klepaöe k und Johann B e n e s c h erhielten die silberne 
Tapferkeits-Medaille 2. Classil 

Bald nach der Bückkehr des 4. Bataillons Benedek in 
die Festung Theresienstadt wurde die bis zum 2. August ver- 
längerte Waffenruhe in einen vierwöchentlichen Waffenstill- 
stand umgewandelt. Die Feindseligkeiten hatten hiemit ihr 
Ende erreicht, am 23. August wurde zu Prag der Friede 
zwischen Oesterreich und Preussen abgeschlossen.*) 

Das 4. Bataillon verliess am 18. September 11 ühr 
Nachts Theresienstadt, kam am nächsten Morgen 7 Ühr nach 
Prag und übernahm den Garnisons - Dienst von der Bürger- 
wehr. Als erste kaiserliche Truppe nach der Occupation in 
die Hauptstadt Böhmens einziehend, wurde unser Bataillon 
vom Magistrate auf dem Bahnhofe, von der Bevölkerung mit 
unbeschreiblichem Jubel empfangen und in splendider Weise 
bewirthet. 



*) Der Ueberfall der preassischen Gantonnirungen bei Neratowic 
gab den Anlass zu Reclamationen Seitens des feindlichen Befehlhabers 
in Prag, der sogar die Hauptstadt mit dem Bombardement bedrohte, 
falls die Gefangenen nicht herausgegeben würden. Der preussische Com- 
mandant bezeichnete den Ueberfall als Bruch der Waffenruhe, deren 
Verlängerung jedoch dem Festungs- Gommando in Theresienstadt noch 
nicht bekannt war, als dasselbe das Streif- Corps entsendete. Da auch 
von preussischer Seite ähnliche Unternehmungen^ während der Waff!en- 
rohe stattgefunden hatten, so wurde die Entlassung der seit dem Ein- 
tritte derselben gemachten Gefangenen vereinbart. 



278 Bcnedek. 

irm Als die Preussen Aofangs Juli sieb Prag näherten, wurden 

die dort befindliche 1. Depot - Division unter Hauptmann 
Gregor Lang und die Ergänzungs-Bezirks-Eanzlei unter 
Oberlieutnant Fran^ Mauczka nach Budweis verlegt. Am 
5. Juli in Protiwin angekommen, erhielt die Depot -Division 
die Bestimmung nach Wien, die Ergänzungs - Bezirks- und 
Rechnungs- Kanzlei erreichten am 6. Budweis, am 8. Wels, 
per Bahn über Wien am 20. Oedenburg, am 23. Juli Pest. 

Von hier, wo auch die Depot - Division eintraf, fährte 
Major Hermann Scholze die Letztere sammt den Kanz- 
leien am 20. September nach Prag zurück, wo die Depot- 
Division am 7. Oktober aufgelöst wurde. Auch das 3. Bataillon 
war am 8. Oktober aus den Cantonnirungen in Krain zu Prag, 
das Begiment einen Tag später in Krakau, seiner neuen 
Friedensstation, eingetroffen. 

Mit den Feldzügen gegen Italien und Preussen ist die 
Kriegsgeschichte unseres Regimentes beendet. Aus 
unglücklichen Zeiten hat das Regiment nur schone Erinne- 
rungen zu bewahren, es hat den Ruf seiner Tapferkeit neu 
belebt, seines Kaisers Zufriedenheit erkämpft, — es blickt 
mit Genugthuung auf die letzten seiner Waffen thaten, auf 
Neratowic und Custozza! 



1867-1878. 

In Erakaa nahm das Begiment B e n e d e k die neue Orga- mj 
nisation der Infanterie an. Aus den ersten zwölf Compagnien 
wurden drei Bataillone zu Tier Compagnien gebildet, das vierte 
Bataillon — nebst dem Depot-Cadre zu Prag — setzte eben- 
falls die Anzahl seiner Compagnien auf vier herab. Das 
3. Bataillon ging am 9. September nach Tarnow, blieb dort 
bis zum 17. August des nächsten Jahres detachirt. Oberst 
Georg Bitter von Eees war Begiments-Commandant. 

Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht mit einer 
dreijährigen Präsenz -Dienst -Verpflichtung, die Schöpfung der 
Landwehr, der Einjährig - FreiwilligeD und Beserve - Offiziere, 
die Bewaffnung der Armee mit Hinterladern, endlich die Um- 
wandlung der traditionelen weissen Bockfarbe in die bläue, — 
air diese Beformen und Neuerungen fallen in die ersten Friedens- 
jahre nach den Ereignissen von 1866. 

In Prag wurde im Jahre 1868 der Cadre für ein fünftes ises 
Bataillon mit der 17. bis 20. Compagnie aufgestellt, die Hälfte 
des vierten bildete den Stamm dieses Bataillons, dessen Com- 
mando interimistisch dem Hauptmann Franz Hess übertragen 
war. Dem Obersten Georg Bitter von Kees folgte Oberst 
Friedrich Bitter von Bouvard im Begiments-Commando. 

Die Heeresorganisation vom Jahre 1869 schuf das Beserve- igeg 
Commando unter dem Oberstlieutnant August Sontag, der 
Depot-Cadre wurde aufgelöst, dafür jener eines ErgäDzungs- 
Bataillons mit fünf Compagnien gebildet. Alle AbtheiluDgen 
des Beserve-Commando*s bezogen die Bruska-Caserne. 



280 Benedek. 

i8«9 Major Wenzel Edler von Peschka befehligte das 

vierte, Hauptmann Franz Kolb von Frankenbeld das 
fünfte Bataillon. Das 3. Bataillon unter Major Emil Czedik 
von Bründelsberg war vom 22. September 1869 bis 
30. August 1870 in Wadowice. 

1871 Das Jahr 187], führte unser Begiment nach Wien. Am 
9. Juni von Erakau aufbrechend — das 1. Bataillon unter 
Oberstlieutnant Guido Eober, das 3. unter Major Baimund 
Bitter von Dittl, — berührte es die Besidenz auf dem 
Durchmarsche in das Lager bei Brück an der Leitha. 

Das erste Auftreten des Begimentes vor seinem Aller- 
höchsten Kriegsherrn in compagnieweisen TJebungen fiel äusserst 
glücklich aus, es hatte Theil an der Anerkennung, die Seine 
Majestät den Lager-Truppen und der Garnison von Wien in 
folgenden, an den Beichskriegsminister gerichteten Worten 
spendete : 

„Ich habe Mir bei den Besichtigungen der Wiener Garnison 
„und der im Brucker Lager befindlichen Truppen von den 
„grossen Fortschritten in der Ausbildung der Fusstruppen die 
„angenehme üeberzeugung verschafit und beauftrage Sie aus 
„diesem Anlasse, sowohl den höheren als insbesondere den 
„Compagnie-Commandanten für die Beweise ihres Eifers und 
„ihrer Thätigkeit Meine besondere Befriedigung und Aner- 
„ kenuung auszusprechen. '^ 

Franz Josef. 

In Wien am 11. Juli eingerückt, bezog das Begiment die 
Heumarkt-Caserne, trat in die Brigade G. M. Preradovic — 
1872 G. M. Alexander Guran, 1876 G. M. Budolf Bitter 
von H f f i n g e r, — der II. Infanterie - Truppen - Division 
F. M. L. Vincenz Freiherr von Abele — 1873 F. M. L. 
Ferdinand Bauer, — und unter die Befehle des commau- 
direnden Generalen F. Z. M. Josef Freiherrn von Maroiöic. 

1872 Vom 6. bis 30. Juni 1872 abermals im Brucker Lager 
erntete unser Begiment die Allerhöchste Anerkennung Seiner 
Majestät am 19. Juni wieder in compagnieweisen Prüfungen, 
bei welchen einige Compagnien im geschlossenen Exercieren, 
andere in der Durchführung kleiner Feld-TJebungen sich produ- 
zirten. 



Benedek. 28 1 

Oberst Friedrich Ritter von Bouvard, welcher das m^ 
Begiment bei seiner letzten Waffenthat auf dem Schlachtfelde 
von Custozza mit Auszeichnung geleitet, schied aus demselben. 
Er wurde als Vorstand der 1. Abtheilung in das Beichs-Eriegs- 
ministerium berufen, 1876 zum Oeneralen befördert und trat als 
Brigadier in den Truppendienst zurück. Ihm folgte im Begiments- 
Comraando Oberst Adolf Besiö von Buinenburg. 

Das für unseren Eaiserstaat so bedeutungsvolle Weltaus- 
stellungs-Jahr 1873 gab auch der Garnison Wiens nebst dem ^»^^ 
Vortheile, täglich Besucher des grossartigen Industrie-Palastes 
im Prater sein zu können, vielfach Gelegenheit, sich fremden 
Potentaten zu zeigen, die kaiserliche Armee vor den hohen 
Gästen vortheilhaft zu repräsentiren. 

unser Begiment nahm am 4. Juni Theil an der ersten 
grossen Parade auf der Schmelz vor dem Kaiser Alexander 
von Bussland, den eine Ehren - Compagnie unter Haupt- 
mann Josef Koller Bitter von Marchenegg auf dem 
Nordbahnhofe empfangen hatte. 

Störend trat die Cholera mitten zwischen die Feste und 
Feierlichkeiten, die mit der Ausstellung verbunden waren, sie 
vertrieb auch unser Begiment, als einige Soldaten der Epidemie 
erlagen, in das Lager bei Brück, von wo aus dasselbe jedoch 
zu der Parade vor dem Schah von Persien auf zwei Tage 
wieder nach Wien gezogen wurde. 

Ende August gingen die beiden ersten Bataillone und die 
9. Compagnie — diese unter Hauptmann Adolf Lorenz — 
in die Station Kaiser-Ebersdorf und machten am 20. Oktober, 
in ein Bataillon formirt, die Parade vor dem deutschen Kaiser 
Wilhelm mit. Der Stab, die 10., 11. und 12. Compagnie des 

3. Bataillons blieben bis zum 1. November im Lager, kamen dann 
in die Stadt Brück. 

Bei allen Paraden durch die Allerhöchste Zufriedenheit 

« 

Seiner Majestät des Kaisers ausgezeichnet, hatte das 
Begiment auch von den hohen Gästen Anerkennung in fol- 
genden Decorationen geerntet, es erhielten: 

Den russischen St. Annen - Orden 2. Classe : Oberst 
Adolf Besic von Buinenburg; den St. Wladimir-Orden 

4. Classe: Hauptmann Gustav Sitka; den St. Stanislaus- 
Orden 3. Classe: Hauptmann Josef Koller Bitter von 
Marchenegg. 



282 Benedek. 

187J Den persischen Sonnen- und Löwen -Orden 3. Classe: 

Oberst Adolf Besiö von Buinenburg; 4. Classe: Oberst- 
lieutnant Alexander Heimbach, Major Emil Gzedik 
von Bründelsberg, Hauptmann Moriz Fochtmann, 
Oberlieutnant Heinrich Janowsky. 

Den preussischen Kronen-Orden 2. Classe : Oberstlieutnant 
Alezander Heimbach; den rothen Adler-Orden 4. Classe: 
Hauptmann Anton Mära; den Kronen-Orden 4. Classe: 
Oberlieutnant Otto Beising von Beisinger und Her- 
mann Daublebsky Freiherr von Sterneck zu 
Ehrenstein. 

Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef vor 
25 Jahren erfolgter Begierungs-An tritt wurde am 2. Dezember 
in grossartiger Weise von der Armee unter Vortritt Seiner 
kaiserlichen Hoheit des F. M. Erzherzog Albrecht in Wien 
gefeiert. „Gedenkblätter" verewigen diesen Moment, die 
,,Kriegs-Medaille" verdankt diesem freudigen Ereignisse 
ihre Entstehung. Sie wurde durch den Armee -Befehl vom 
2. Dezemberl873 in folgenden Worten gegründet: 

„Ein Vierteljahrhundert Meiner Begierungszeit findet heute, 
„unter Meinem Herzen wohlthuenden Kundgebungen seineu 
„Abschluss. 

„Viele und schwere Kämpfe fallen in diese Epoche, in 
„denen Meine Armee und Kriegsmarine glänzende Beweise 
„heldenmüthiger Tapferkeit und unerschütterlicher Treue ge- 
ngeben haben. 

„Es ist Mein Wunsch, alle Jene, die in welch' immer 
„Charge oder Eigenschaft an den Kriegen dieser Zeit Theil 
„genommen haben, durch ein sichtbares Zeichen ehrend aus- 
„zuzeichnen. 

„Ich habe daher beschlossen, eine Erinnerungs-Medaille 
„zu stiften, wegen deren Ausführung und Zuwendung an die 
„Anspruchsberechtigten Ich die Statuten und Befehle erlasse. 

Franz Josef." 

1874 Im Monate Mai 1874 vereinigte sich unser Begiment 

wieder auf vier Wochen im Brucker Lager, wurde am 
16. Juni von Seiner Majestät geprüft und belobt, die 
beiden ersten Bataillone kehrten am 21. nach Ebersdorf zu- 
rück. Das dritte machte alle Lager*Perioden einschliesslich 



Benedek. 283 

des grossen Schluss-Manövers der Wiener Garnison an der i874 
Fischa mit, an welchem auch die beiden Bataillone aus Ebers* 
dorf betheiligt waren. 

Am 1 . Oktober war das ganze Regiment in die Bossauer- 
Caserne nach Wien eingerückt. Oberstlieutnaut Alexander 
H e i m b a c h wurde Reserve - Gonmiandant , Oberstlieutnaut 
Josef Grossmann von Stahlborn erhielt das 1. Ba- 
taillon. 

Glänzend waren die Feierlichkeiten, mit welchen die Fah- isrs 
nenweihe des Regimentes am 8. August 1875 im Lager bei 
Brück vorgenommen wurde. Hohe und liebe Gäste gestalteten 
sie zu einem wahren Familienfeste für das Regiment. Unter 
den Gästen waren: 

Der commandirende General F. Z. M. Freiherr von 
Maroiöic, Divisionär F. M. L. Bauer, Brigadier G. M. 
Alexander Guran, G. M. Graf Degenfeld, Oberst 
Ritter von Bouvard, die Oberste Ritter von Borosini 
des 4. Infanterie-, Freiherr von Lassolaye des l.Uhlanen- 
und Baron Ramberg des 10. Husaren -Regimentes, Major 
Freiherr von Eynatten des 24. Feldjäger - Bataillons 
mit ihren Offiziers-Corps, ferner zwei königlich schwedische 
Offiziere. 

Vom Reserve-Gommando aus Prag als Deputation : Oberst- 
lieutnaut Alexander Heimbach, Major Franz Eolb 
von Frankenheld, Hauptmann Franz Hess und Johann 
Klautschek, Oberlieutnant Georg Wagner und Carl 
Huber, Lieutnant Franz Mräzek und Victor Pauly. 

In sinnreicher Weise leitete Major Franz Eolb von 
Frankenheld die schöne Feier ein, er gab dem Regimente 
einen TJeberblick über seine Vergangenheit, über seine Waffen- 
thaten seit der Errichtung, über die Auszeichnungen, die das- 
selbe erworben. In deutscher und böhmischer Sprache ver- 
fasst, sind die ^Erinnerungen aus der Geschichte des k. k. 
28; Infanterie-Regimentes'' eine Liebesgabe des Majors von 
Eolb, die seiner Anhänglichkeit an unser Regiment, in dem 
er dreissig Jahre gedient, seinem Interesse für den Ruhm des- 
selben den beredtesten Ausdruck geben. 

Ihre kaiserliche Hoheit Frau Erzherzogin Marie The- 
rese, Gemahlin Seiner kaiserlichen Hoheit Erzherzogs Carl 
Ludwig, spendete als Pathin reich gestickte Fahnenbänder 



284 Benedek. 

1875 In den prachtvollen Farben des königlichen Hauses Braganza. 
Als Vertreterin fungirte aus dem Hofstaate der hohen Frau 
Ihre Excellenz Frau Elisabeth Qräfin Schönfeld, ge- 
borene Gräfin Festetics von Tolna, Sternkreuz-Ordens- und 
Palast-Dame Ihrer Majestät der Kaiserin. 

Auf der Spitals- Wiese nächst dem Lager ging die feier- 
liche Handlung der Weihe vor sich. Begiments-Commandant 
Oberst Adolf Besiö von Ruinenburg überreichte die 
neue Fahne ihrem ersten Träger, Feldwebel Johann Schwarze, 
mit folgender Ansprache an das Regiment: 

»Soldaten! Die von Seiner Majestät dem Regimente an- 
„vertraute, von Priesterhand geweihte Fahne, welche von Ihrer 
„kaiserlichen Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin 
„Marie Therese durch ein glänzendes Band mit der Inschrift 
„„für Gott, Kaiser und Vaterland"" geschmückt wurde, werdet 
„Ihr als Symbol Eueres Ruhmes hoch ehren, mit Sorgfalt be- 
„ wahren, Euch im Kampfe um sie schaaren, sie auf das 
„Aeusserste vertheidigen, bei keiner Gelegenheit verlassen, — 
„und unter ihren Fittigen dem durch Euere oft bewährte 
„ausdauernde Tapferkeit erworbenen reichen Siegeskranze neue 
„Lorbeern hinzufügen!" 

Ein Festdiner und bis in die späte Nacht dauernde Ver- 
gnügungen für die Soldaten, au welchen sich alle Lager- 
Truppen betheiligten, beschlossen die Fahnenweihe. Zwei 
Veteranen, — Feldwebel Wenzel Pallas, seit 1833 ununter- 
brochen im Regimente, und Bataillons- Tambour Franz Ze- 
lenka, welcher sein 25. Dienstjahr zurückgelegt, — wurden 
mit Geschenken bedacht. 

Wenzel Pallas hatte schon im Jahre 18Ö8 nach 20- 
jähriger Dienstzeit eine goldene Taschen -Uhr, 1873 nach 
vollendetem 40. Dienstjahre einen goldenen Siegelring erhalten. 
Gelegentlich der Fahnenweihe wurde dem grauen Krieger ein 
Betrag von 100 Gulden und für den Fall seines Uebertrittes 
in das Invaliden - Haus, welcher 1876 in jenes zu Prag erfolgte, 
eine lebenslängliche Unterstützung von monatlichen drei Gulden 
vom Offiziers -Corps zugesichert. Franz Zelenka erhielt eine 
silberne Taschen -Uhr als „Taktmesser.", 

Nicht minder festlich als die Uebernahme der neuen, war 
die Abgabe der alten Fahne durch das Reserve - Commando 
in Prag am 8. Dezember. Der commandirende General, F. Z. M. 



Benedek. 285 

Josef Freiherr Philippovic von Philippsberg, »»75 
begleitet vom Offiziers - Corps der Garnison, wohnte der Feier- 
lichkeit bei, zu welcher die Abtheilungen in ein Bataillon 
formirt vor dem Blinden -Institute Aufstellung nahmen. 

Der Tages -Befehl vom 7. Dezember gab in folgenden 
würdigen Worten der alten Leibfahnb des Regimentes das 
Geleite auf ihren Ehrenplatz in der Kirche St. Adalbert: 

„DieFahne^ die vor mehr als einem Vierteljahrhundert ihre 
„kirchliche Weihe erhielt, — die sich während dieser ereigniss- 
„ vollen bewegten Zeit, in guten und in bösen Tagen, zur Ehre 
„und zum Buhme des Regimentes entfaltete, — die im Laufe 
„der Kriegsjahre durch feindliche Geschosse ihres Schmuckes 
„beraubt, verjüngt, immer wieder neue Lorbeern an sich zu 
„heften wusste, — die treu ihrem Wahlspruche: „Sie führe 
„Euch zum Siege!'' dem Begimente zum Letztenmale 1866 
„bei Custozza voran leuchtete, — diese alt - ehrwürdige im 
„Kriege invalid gewordene Fahne übergeben wir Morgen diT 
„geweihten Hand des Priesters, die sie als Reliquie für uns 
„Soldaten, — als neuen Schmuck der Kirche St. Adalbert, 
„an der Seite anderer ehrwürdiger Denkzeichen aufpflanzen 
„wird I*' 

Heimbach, Oberstlieutnant. 

Im Monate September nahmen die Abtheilungen des 
Reserve-Commando's an den grossartigen Manövern bei Bran- 
deis, jene des Regimentes an dem Schluss - Manöver der 
Garnison Wiens über das Wiener -Waldgebirge bis Ried An- 
theil. — Major Adolf Freyschlag Edler von Freyen- 
stein erhielt das Commando des 2., Major Franz Ru^icka 
jenes des 4. Bataillons. 

Oberst Adolf Re sie von Ruinenburg trat am 30. i876 
März 1876 mit Allerhöchster Anerkennung für seine langjäh- 
rigen vor dem Feinde ausgezeichneten Dienste und mit dem 
Generals- Charakter in den Ruhestand, Oberstlieutnant Josef 
Grossmann von Stahlborn übernahm interimistisch das 
Commando des Regimentes, welches bei einer Production vor 
Seiner Majestät nächst Breitensee in hohem Grade die 
Anerkennung seines Allerhöchsten Kriegsherrn erntete. Major 
Raimund Ritter von Dittl befehligte das 3. Bataillon, 



286 Benedek. 

1876 Major Johann Holzbach*) das 2., Hauptmann Adolf 
B r a d k a das 1. Bataillon. 

Im Monate Mai machte das Regiment die üebongen im 
Lager bei Brück mit, ini September mit dem 2. und 3. Ba- 
taillon unter dem Regiments -Commandanten Oberst Adolf 
Wenko das siebentägige Schluss - Manöver bei Nikolsbnrg, 
an welchem Truppen aus Nieder -Oesterreich und Mähren in 
der Oesammtstärke von nahezu 40.000 Mann betheiligt waren. 

Unser Regiment, 25 Ofßziere 710 Mann, marschirte 
am 2. September bis Obersdorf nächst Wolkersdorf, am 3. 
nach Wilfersdorf, manövrirte am 5. und 6. über Poisdorf bis 
Drasenhofen, wo das 3. Bataillon am Abende die Vorposten 
gegen Nikolsburg bezog. Am 7. nach Beendigung des Manövers 
fand auf den Feldern zwischen Nikolsburg und Drasenhofen 
die Besichtigung aller ausgerückten Truppen durch Seine 
Majestät statt. 

Unmittelbar nach der Revue marschirte unser Regiment 
bei tüchtigem Regenwetter querfeldein über Berg und Thal 
nach Falkenstein, am 8. September nach Staatz, von wo es 
gegen Mittag per Bahn nach Wien befördert wurde. Während 
des siebentägigen anstrengenden Manövers hatte das Regiment 
nicht mehr als zwei Marode! 

Das Regiments - Commando überging, als Oberst Adolf 
Wenko unter Erhebung in den Adelstand nach vierzigjähriger 
ehrenvoller Dienstzeit in den Ruhestand trat, an den Obersten 
Alexander Heimbach, das Reserve - Commando an Oberst- 
lieutnant Franz Strodler, jenes des 1. Bataillons an Major 
Julius Ritter von Nauman, des fonften an Major 
Adalbert Klepeczka des Oeneralstabs-Corps. 

Oberstlieutnant Franz Kolb von Frankenheld über- 

1877 trat 1877 in das 9. Infanterie-Regiment; ein lieber Kamerad, 
Hauptmann Anton Mära, erlag in Frag dem Herzschlage. 

Noch einmal — vom 30. August bis 13. September — 
kam unser Regiment in das Brucker Lager, machte am 
14. und 15. desselben Monates während des Rückmarsches 



*) Mjgor Johann Holzbach, 1866 im Feldzuge gegen Preussen 
schwer verwunder, ist berechtigt, bei Ausrücknngen die Truppe mit 
versorgtem Säbel zu commandiren. 



Benedek. 287 

die Schluss- Manöver an der Fischa mit, am 17. sollte es istt 
Wien verlassen, der Regiments -Stab mit dem 2. und 3. Ba- 
taillon 6 u d w e i s , das 1 . Bataillon K r u m a u als neue 
Stationen beziehen. 

Ehrende Abschiedsworte seiner bisherigen hohen Vorge- 
setzten geleiten das Regiment nach mehr als sechsjährigem 
Aufenthalte aus der Residenz. Der commandirende General 
F. Z. M. Freiherr von Maroiciö, Divisionär F. M. L. 
Bauer, Brigadier G. M. Ritter von Hoffinger, Stabs- 
und Oberoffiziere von „Deutschmeister" und „Preussen", 
zahlreiche Bekannte und Verwandte haben sich auf dem Bahn- 
hofe eingefunden, dem Regimente Lebewohl zu sagen. 

Viel Hunderte aus Wiens Bevölkerung, durch verschie- 
denartige Bande an unser Regiment gekettet, sind der Truppe 
von der Rossauer-Gaserne gefolgt, überhäufen die Soldaten 
mit den letzten Beweisen eines langen freundschaftlichen Ver- 
kehres, — unter den Klängen der Musik enteilen die Bahn- 
züge, ihnen nach tönt es: 

^och die Benedekerl'' 



«'Ctayi- 



281) 
Beilage 1. 



Bestallungsbrief. 

Wir Leopold von Gottes Gnaden 

Erwöhlter Römischer Kayser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, in Germanien, zu 
Hungam, Höhaimb, Dalmatien, Croatien vnd Sclavonien, KöDig, Ertzherzog zu 
Oesterreich, Herzog zu Burgundt, Steyer, Kärndten, Crain Ynd Württemberg; in 
Ober- vnd Nieder- Laussnitz, Graff zu Habsi)urg, Tyroll vnd Görtz etc. 

Bekhennen öffentlich und Tbun Khundt M&nniglicb dass WUr dem Hoch 
vnd Wohlgeboren Ynserm Cammerern des Metternichischcn Regiments bestalten 
Obristleuthenanden vnd Heben getreuen Franz Sebastian graff en von 
Thürheimb in gnädigster ansehung dessen Vnss liangwirrig gelaisten er- 
sprisslichen Kriegsdiensten, in selbig erlangten Kriegserfahrenheit, vnd dessen 
in allen vorgefallenen occasionen erzeugten Yalor, dahero auch erlangten 
Meriten nicht weniger auss dem gnädigsten Vertrauen, so Wir in seiner Persohn 
gesteh haben, Ein Regiment zu Fuss von zwölff Compagnien auf folgende 
C!onditiones zu formiren allergnädiget verwilliget haben, vnd zwar: 

Erstlichen 

werden Ihme die durch absterben Unseres gewesten Generalveldt Zeugmeisters 
Graffens von Metternich seel. anvertraut gewesten Regiment im Königreich 
Hungarn bisshero gestandenen Sechs Compagnieen überlassen, dergestalt, dass 
Er noch andere Sechs Compagnieen vnd zwar seinem gethanen Versprechen 
nach Zwey von diesen also, das Er bey annahender Campagna mit zwey Ba- 
tallionen, oder acht Compagnien Dienst thun könne, alsbald darfQr werben, 
die übrige Vier aber a Conto des empfangs der assignation in drey Monathen, 
gleich andern Regimentern stellen, mithin das Regiment von Zwölff Compagnien, 
achtzehen Hundert Mann starkh, complet formiren solle. 

Würdet iür die Sechs Neu werbende Compagnien auf die Prima-planen Sein 
Werbgeldt passirt, vnd die Mannschafft (weilen man auf einen wohl montirt, 
mit dem seithen Gewöhr Versehenen, zu Diensten Tauglichen Mann dreyssig 
Thaller Werbgeldt gereicht werden sollen) gleich andern Vnsern Regimentern 
im Römischen Reich vnd ausser Vuserer Erb-Königreich vnd Landen geworben 
werden müssen, vnd ist billich, für dass vorschiessende Capital richtig; und 
sichere anweisungen zu geben, allermassen die intimation desswegen an gehörige 
Orth schon ergangen. 

3tio 
Solle der Vorstell- vnd Versamblungs-Platz zu Presspurg sein, vnd ob zwar die 
andere Neu aufHchtende Regimenter Helffte derenselben auf einmal zu liffern 
haben, so solle doch Ihme graffen von Thürheimb die Mannschaft nur Com- 
pagnien Weisse zu stellen, vnd so offt eine ganze Compagnia praesentirt wirdt, die 
Offizier sowohl, alss die Gemaine in die Verpflegung zu nehmen, verwilliget sein; 
Demnach Wür auch 

(jeschichte de- 2*<. Inf.-Rgmta. 19 



l 



290 

Ihme obgemelte Sechs Metternichische CompagDien (wie gemeldet) übergeben 
vnd für die andere Sechs annoch zu werbende vor jeden Mann fünff und vierzig 
Gulden anweisen lassen, so bat Er graff von TbOrheimb die zu Ynserer ander- 
weitigen freyen Disposition Offerirete fünffizehen Tausendt gülden gegen An- 
weisung gleich zu erlegen. 

5*0 

Belangendt die Sechs neue Fahnen, Schweinsfedern sammbt Kharren, dann 
Zeldt, vnd Proviant Wägen für gedachte Sechs aufrichtende neQe Compagnien 
solle zugleich vnter einsten, wie mit dem obge dachten Werbgeld t die sichere 
Anweisung geschehen, damit Er auch in tempore vor diese das geldt anticipiren 
vnd obbedeüthe notturiften mit denen Compagnien zugleich in Stand stellen 
könne. 

6to 

Das obergewöhr ist auss Vnsern Kayserl. Zeüghauss, wie sonsten gemainiglich 
geschehen zu raichen, desswegen bereiths auch die Anordnung ergangen. 

7mo 

Die Montirung betreffendt, würdet es darmit, also wie es mit andern Neüge- 
geworbenen Regimentern observiret wirdt, in allen gleich zu halten sein. 

Wann Er graff von Thürheimb die Zwey Compagnien gleich stellen wirdt, so 
werden selbige aninzo auch sodann angenohmen werden, damit die zwey Bat- 
tallion in Veldt jeglicher in vier Compagnien gleich andern bestehen. 

Werden Wür, weilen Ynss widerholter Graff von Thürheimb, wie oben puncto 
quarto enthalten, zu Ynserer anderwärttig freyen Disposition fünffzehen Tausendt 
gülden gleich herschiessen , auch das übrig-völlige Werbgeldt ohne interesse 
paar anticipiret im Fall es zu einer riforma oder reduction komben sollte, auf 
seine bey diesem Regiment angewendete Mühe und Yolgten ein absonderlich 
gnädigste reflexion haben, Alles treulich vnd ohne Gefährde mit Yrkhnndt dieser 
Capitulation die mit Ynserer aigenen Handt vnterschriben vnd mit Ynseriu 
Kaiserl. Secret. Insigl bekräfftiget worden ist, 

So geschehen auf vnserem Schloss Laxenburg den Neun- und zwanzigiiten 
Monathstag May im Sechzehnhundertacht und neunzigsten, Ynserer Reiche des 
Römischen im Yierzigisten, des Hungarischen im drey und vierzigisten, und des 
Böhaimbischen im zwey und vierzigisten Jahre. 

Das Ich vorstehender Kapitulation in allen puncten gehorsambist nachkhomben, und 
vollständige Satisfaction laisten wolle vnd solle, Yerreversire mich hirmit in Kräff- 

tigster Form. 

Wien, den 6. Juni Anno 1698. 

^ ^' Franz Sebastian 6rair v. ThflrhtlMb, 

Obrist m./p. 



« 
k 



291 

Beilage 2. 



Inhaber. 

1698. Obergtlieutnant Franz Sebastian Graf Thärheim. 1699 General, 1706 FML., 
1713 als FZM. gestorben. 

1713 FML. Friedrieb Ludwig von der Lanlien. 1716 gefallen in der Schlacht bei 
Peterwardein. 

1716. FZM. Leopold Philipp Herzog von Aremberg. Befehligte 1735 ein kaiserlicbeB 
Corps am Rheine^ 1743 in der siegreichen Schlacht bei Dettingen, 1744 in den 
Niederlanden^ starb 1754 als Feldmarschall. 

1754. GM. Leopold Freiherr von Scherzer. 

1754. GM. Friedrich Graf Wied-Runkel. War im 30. Lebensjahre Oberst, zeichnete 
sich in den beiden ersten schlesischen Kriegen rühmlichst aus, erwarb bei 
Kolin 1757 das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens, wurde in demselben 
Jahre FML., und zur Belohnung hervorragender Leistungen bei Hirschberg 
FZM. Seine Verdienste in der Schlacht bei Torgau 1760 erhoben ihn zum 
Grosskreuz des Maria Theresien-Ordens. Nach dem Kriege commandirender 
General in Böhmen, wurde er 1778 FM. und in derselben Eigenschaft nach 
Mailand versetzt, wo er 1779 verschied. 

1779. GM. Wilhelm Graf Wartensleben. Trat 1758 aus holländischen als Major in 
kaiserliche Dienste^ zeichnete sich im siebenjährigen Kriege mehrfach aus, 
erhielt als Belohnung für seine Verdienste im baierischen Frbfolgekriege die 
Inhabersstelle, für jene im Türkenkriege 1788-1790 das Grosskreuz des Maria 
Theresien - Ordens. 1794 FZM. that er sich bei Würzburg 1796 rühmlichst 
hervor, verlor bei Emmendingen einen Arm und starb als commandirender 
General von Siebenbürgen 1799. 

1799. FML Michael Freiherr von FrShIich erwarb sich einen rühmlichen Namen in 
Italien 1799, in den Schlachten bei Legnago, Magnan, Novi, Fossano, in 
Toscana und durch die Einnahme Ancoua's. Er starb 1815 als Festungs-Gom- 
mandant in Olmütz. 

1815. FZM. Johann Freiherr von Kuteohera, General-Adjutant des Kaisers Franz. 

1832. FML. Theodor Graf Bailiet de Latour, aus der Militär-Academie als Offizier 
hervorgegangen, war mit 32 Jahren Oberst, zeichnete sich 1812 als General- 

19* 



292 

stabs-Glief des österreichischen Hülfscorps gegen Rusaland bei Podubnie so 
Tortheilhaft aas, dass ihm das Ritterkreuz des Maria Theresien- Ordens zuer- 
kannt wurde. Bei Dresden, Leipzig, Brienne und Arcis immer unter den herfor- 
ragendsten Offizieren genannt, wurde er 1813 OM., 1831 FML., 1848 Kriegs- 
minister und starb am 6. Oktober als treuer Soldat im Dienste seines Kaisers. 

1849. GM. Ludwig Ritter von Benedek begründete als Oberstlieutnant seinen Ruf 
durch energische Bewältigung der Aufrührer in Galizien 1846. In Italien 1848 
war die Erstürmung Marcaria's deine erste Waffenthat, ihr folgte jene der Cur- 
tatone-Linien, f&r welche Oberst Benedek mit dem Ritterkreuze des Maria 
Theresien-Ordens ausgezeichnet wurde. Den Glanzpunkt seiner Leistungen im 
Kriege gegen Piemont bildete die Einnahme Mortara's, in welcher Stadt er 
an der Spitze zweier Bataillone 66 Offiziere und 2000 Soldaten gefangen nahm. 
Nicht minder tapfer bei Novara, bei Raab und Komom, bei Szegedin und 
Szöreg, schlug FML. Benedek 1859 die Piemontesen bei S. Martino, wurde 
bald nach dem Kriege Armee-Commandant in Italien, 1866 Commandant der 
Nordarmee gegen Preussen. In demselben Jahre trat er als FZM., geschmückt 
mit dem Commandeur-Kreuze des Maria Theresien-Ordens in den Ruhestand. 

Mit den Funktionen eines Inhabers betraut: 
1866. F. Z. M. losef Ritter von Sohnerling, Inhaber des 67. Infanterie-Regimentes, 
trat 1828 als F&hnrich in die Armee, nahm in den Jahren 1848 und 1849 als 
Generalstabs-Chef des 2. Armee-Corps rühmlichen Antheil an den Schlachten 
bei Santa Lucia, Sommacampagna, Custozza, Mortara und Novara, wurde mit 
dem Militär- Yerdienstkrenze und dem Ritterkreuze des Leopold -Ordens decorirt, 
1850 G. M., 1862 F. M. L. und Commandant des 7. Armeecorps. Ein schwerer 
Beinbruch zwang ihn im Jahre 1866, das Corps-Commando niederzulegen. Nach 
seiner Genesung wurde F. M. L. Schmerling commandirender General in 
TemesT^, bei Errichtung der Landwehr Stellvertreter des Landwehr-Ober- 
Commandanten. Am 26. März 1877 feierte F. Z. M. Schmerling sein 5Qjährige8 
Diens^ubiläumi ausgezeichnet mit dem Grosskreuze des Leopold-Ordens. 




/a^^ . 7t>'y^Z^^^*^^ >gL^,<^-».«>^--*=-^--*s--f:C /2!^ 5^ 







293 

Beüage 3. 



Regimen ts-Commandanten. 



1898. Oberst Franz Sebastian Graf Thfirheln. 1699 General. 
1703. Oberstlieutnant Arnold de Genua. 1712 Oberst. 

1716. Oberstlieutnant JoaohSn von SchnSedinger. 1716 ge&llen vor Temesv&r. 

1717. Oberst Franz Baron Niealand. 1722 transferirt. 

1723. Oberst Otto Graf Walaegg. 1723 in badische Dienste. 

1724. Oberstlieutnant Sigmund Baron ThSngen. 1725 Oberst. 1734 General. 
1734. Oberst Sigmund Baron Burmann. 1738 gestorben zu Brüssel. 

1739. Oberst Eberhard Baron Gemmingen. 1743 transferirt. 

1743. Oberstlieutnant ignaz Baron Malowetz. 1744 Oberst. 1752 General. 

1752. Oberst August Baron Lfltzow. 1755 gestorben. 

1755. Oberst Sigmund Baron Burmann. 1760 General. 

1759. Oberst Sigmund Baron Gemmingen. 1759 Maria Theresien-Orden. 1773 General. 

1773. Oberst Peter Baron Piza. 1762 Maria Theresien-Orden. 1783 General. 

1783. Oberst Sigmund Baron LStzow. 1793 General. 

1792. Oberst Josef vpn Luoini. 1796 General. 

1796. Oberst Franz Eder von Hartenstein. 1799 General. 

1799. Oberst Paul Candiani de Ragalni. 18G4 in Pension. 

1804. Oberst Ludwig von Thierry. 1793 Maria Theresien-Orden. 1809 General. 

1809. Oberst Carl Baron Mecs^. 1809 Maria Theresien Orden. 1813 General. 

1813. Oberst Franz Hauger. 1820 General. 

1820. Oberst Georg Baron Hailer von Haliersteln. 1830 General. 

1830. Oberst Peter Luxer. 1832 in Pension. 

1832. Oberst Franz Bienefeid von LSwenkron. 1839 General. 

1839. Oberst Franz Ritter von Rudtorffer. 1845 gestorben. 

1845. Oberst Jobann Haline von WaffiBntreu. 1849 General. 

1849. Oberst Franz Landgraf Fflrstenberg. 1849 gestorben. 

1849. Oberst Philipp Hoffmann Edler von Wunsohheim. 1854 General. 

1854. Oberst Adolf Baron Wimpffen zu üollberg. 1859 General. 

1859. Oberst Alexander Ritter von Lebzeltern. 1866 transferirt. 

1866. Oberst Gustav Prinz zu Saehsen-Weimar-Eisenaoh. 1866 General. 

1866. Oberstlieutnant Friedrich Ritter von Bouvard. 



294 

1866. Oberst Georg Ritter von Kee«. 1869 Commandaut der Militär-Academie zu 

Wiener-Neustadt. 
1869. Oberst Friedrich Ritter von Bouvard. 1872 als Vorstand der 1. Abtheilung zum 

Reichs-Kriegs-Ministerium. 1876 General. 
1872. Oberst Adolf Resic von Ruinenburg. 1876 in Pension mit Generals-Character. 

1876. Oberst Adolf Edler von Wenko. 1877 geadelt in Pension. 

1877. Oberst Alexander Helmbach, /f^**^ ^f^*^?^!^!^^^^ ^ — - 



1869. Oberstlieutnant August Sontag. 1873 Oberst. 1874 transferirt. 

1874. Oberstlieutnant Alexander Heimbach. 1876 Oberst. 1877 Regiments- Commandaut. 

1877. Oberstlieutnant Franz Strodier. 1878 transferirt. 

1878. Oberstlieutnant Adolf Freyschlag Edler von Freyenstein. 




295 



Beilctge 4, 



Verzeichniss 
« 

der Offiziere nach der Reihenfolge ihres Eintrittes in das Begiment. 



ThOrheim Franz 6raf, Oberst 1698. 
Slcklngen Johann Frh., Oberntl. 1698. 
Genua Arnold de, Msgor 1698. 
Plöckner Ernst, Hauptmann 1698. 
Danilly Jakob, Hauptmann 1698. 
Falkenheim Georg Frh., Hauptm. 1698. 
Landficron Johann, Hauptmann 1698. 
Rowensky Johann, Hauptmann 1698. 
Stain Josef fon, Hauptmann 1698. 
Wurmb Johann, Hauptmann 1698. 
Künemann Johann, Lieutnant 1698. 
Krohn Adam, Lieutnant 1698. 
Ditter Hans, Lieutnant 1698. 
Gomins Johann, Lieutnant 1698. 
Reinhard Daniel, Lieutnant 1698. 
Siegrad Carl Freiherr, Lieutnant 1698. 
Schrendel Johann, Lieutnant 1698. 
Stain Christof Ton, Lieutnant 169H. 
Wiesenthal Johann, Lieutnant 1698. 
Wiedemann Friedrich, Lieutnant 1698. 
Adlersheim Ignaz, Fähnrich 1698. 
Behrenburg Georg, F&hnrich 1698. 
Yeldstein Carl von, Fähnrich 1698. 
Inikwitz Carl, Fähnrich 1698. 
Müller Johann, Fähnrich 1698. 
Schulz Johann, Fähnrich 1698. 
Seyboth Heinrich, Fähnrich 1698. 
Winterfelder Ignaz, Fähnrich 1698. 
Wurmb Ferdinand, Fähnrich 1698. 
Koller, Hauptmann 1704. 
Sohmiedinger Joachim v., Major 1713. 
Ziegenhirt, Hauptmann 1713. 
Geissler, Hauptmann 1713. 
Koffler Edmund von, Lieutnant 1740. 
Münch Johann von, Lieutnant 1740. 



Galcada Franz de, Hauptmann 1713. 
Kästner, Hauptmann 1713. 
Toll, Lieutnant 1713. 
Pfäffel, Lieutnant 1713. 
Wirleith Johann von, Fähnrich 1713. 
Reitz, Fähnrich 1713. 
Sohlndl von, Major 1716. 
Bannovist Christian v., Haujytmann 1716. 
Richter Georg, Hauptmann 1716. 
Marobiz von, Hauptmann 1716. 
Sommer Hans, Lieutnant 1716. 
Erhard Johann, Lieutnant 1716. 
Haberl Georg von, Lieutnant 1716. 
Lindenheim von, Lieutnant 1716. 
Ptastel, Lieutnant 1716. 
Reiiihard Franz von, Lieutnant 1716. 
Weissen Johann von, Lieutnant 1716. 
Nieuland Franz Baron, Oberst 1717. 
Burmann Sigmund Baron, Oberstl. 1720. 
Gemmingen Eberhard Baron, Msgor 1720. 
Waisegg Otto Graf, Oberst 1722. 
Thüngen Sigmund Baron, Oberst 1725. 
Cann4 Baron, Hauptmann 1731. 
Malowetz Ignaz Baron, Oberst 1740. 
Guggia Johann de, ^%jor 1740. 
üannaliach Heinrich von. Major 1740. 
iSickingen Carl Baron, Hauptmann 1740. 
Clericini Phiiipp Graf, Hauptmann 1740. 
Rindsmaul Konrad Graf, Hauptm. 1740. 
Weylers Burkhard Baron, Haaptm. 1740. 
Lazan August von, Hauptmann 1740. 
Spreizer Josef von, Hauptmann 1740. 
Ponteres Johann von, Hauptmann 1740. 
Navet Johann de, Fähnrich 1740. 
Schindl Ferdinand von, Fähnrich 1740. 



296 



Bassi Friedrich von, Lieutnant 1740. 
Falke Georg, Lieutnant 1740. 
Browne Franz de, Lieutnant 1740. 
Finger Philipp, Lieutnant 1740. 
Franque Josef ile, Lieutnant 1740. 
Capanes Philipp de, Lieutnant 174U. 
Cazani Franz de, Lieutnant 1740. 
(.'ontrini Anton, Lieutnant 1740. 
Negrelli Ferdinand de, Lieutnant 1740. 
Froidemont Josef, Fähnrich 1740. 



Daggier Carl de, Fähnrich 1740. 
Montbrison Johann de, Fähnrich 1740 
Salm Johann, Fähnrich 1740. 
Dumont Franz, Fähnrich 1740. 
St. Genois Philipp de, Fähnrich 1740. 
Nothnagel Johann, Fähnrich 1740. 
Boglum Johann, Fähnrich 1740. 
Berthrand Ludwig de, Fähnrich 1740. 
Hartinger Andreas, Fähnrich 1740. 
Kessel Johann Baron, Fähnrich 1740. 



N a m « 


F. 


Oblt. 


Hpi. 


Ilaj. 


Obsil. 


Ob. 


Anmerkaag 


Abgang; 


Schmld Andreas, von . 






1740 






17.53 


— 


1759GM. 


Burmann Sigmund, Bar. 




j^ 


1740 


1748 


1753 


lliA 


— 


1760GM. 


Guasoo Peter, Graf . . 






— 


— 


1740 


1755 


— 


GM. 


GemmingenSigm., Baron 


— 


— 


1740 


— 


1754 


1767 


M. Th.-0. 


1771GM. 


t 














1759 




Fischer Ernst, von . . 


— 


1740 


-- 


1758 


1768 


— 


— 


nmt 


Fahnenberg, von . . . 




1740 




1758 






— 


1766 p 


Fingel, von ... 




1740 


- 


— 


— 




— 


1762 p 


Wellenberg, Barou 


— 


— 


1740 


— 






— 


1765 <7 


Calcada Josef, von 


1740 


— 


1745 


— 


— 


— 




1759 g 


Gaveaux Heinrich, de 


1740 


— 


1746 


— 


— 


— 




1758 < 


Burmann Andreas, Bar. 


1740 




1749 


1758 


— 






1773 g 


Spenner Anton, Bar. . 


1740 


— 


1749 




— 


— 


— 


1759 t 


Winkler Johann, von 


1740 




1750 


- 




— 


— 


1761 i> 


Pollard Simon, de . . 


1740 


— 


1752 


1768 


1774 


— 


— 


1781p 


Hulder, de . . 


1740 


— 


1752 


— 


— 


— 




1762* 


Fassignies de Gaillard 


















Emanuel 


1740 




1752 


^ 






M. Th.-O. 
1762 


1762 1 


Lalaumont de Marens 


1740 




1752 


— 


— 


— 


— 


1762p 


Ciairfalt, Graf .... 


1740 


— 


1752 


1759 




... 




t 


VInohent, de 


1743 


— 


1752 


1760 


— 


— 


— 


t 


Freschi Anton, Graf . 


1743 




1754 


— 


— 


— 


— 


17669 


Possart Franz, de . . 


1743 


— . 


1754 


1759 


— 


— 


— 


1759 p. 


Piza Peter, Bar. . 


1743 


— 


1754 


1758 


1768 


1773 


M. Th..O. 
1762 


1783 jf^5^- 


D'Alton 


1743 


— 


1754 


— 


— 


— 


— 


1757* 


Eder von Hartenstein 


















Ferdinand 


1743 


1743 


1758 


— 




— 


— 


1767 p 


Haas Johann, von . . 


1743 


1746 


1758 




— 


— 




1761p 


Olivarez Anton, de 


1743 


1746 


1759 


— 




— 


— 


1759 d 


Lucini Peter, de . . 


1745 


1746 






— 




— 


1757 t 


Piesport Fried., Bar. . 


1745 


1748 


1758 


— 


— 


— 


— 


17739 


Reilly Ludwig . . . 


1746 


1749 


1758 


— 


— 




— 


1773 t 


Anmerlning. F. = Fähnrich, 


{ = traoiferirt. 


/i = peniionirt, 


(/ = qaittirt, c : 


= entlassen, li 


= desertiri. 



f = gestorben. 



297 



Name F. 

Weiss V. Weissenstein, 

Wenzel 1746 

Fuhrmann Fried., fon 1746 

Claubal Thomas . . 1746 

Coechio Josef, de 1746 

Guggia Johann, de 1746 

Mallowetz Johann, Bar. 1746 

Wffrnstätt Rudolf, Bar. 1746 

LOtzow Sigmund, Bar. 1746 

Houto 1746 

Dunkel, tou ... 1747 

Gemmingen, Baron 1748 

Cameller Wenzel, von 1748 

Löwenthal Heinr., Bar. 1748 

Lfltzow Otto, Baron . 1748 

Mayer Paul .... 1749 

Brandmüller Kourad 1749 

Buchler 1749 

Olivarez, de . . 1749 

LttCinI Josef, von . 1749 

Sax 1749 

Stopelberg, von . .* 1749 

Denis, von 1749 

Milkau, von 1749 

Riedl, von .... 1749 

LouTille Phil, Cheval. 1749 

Lützow Hanns, Bar. 1749 

Madron, de 1749 

Raesfeld Georg, von 1.49 

Kieselstein, von . . 1750 

Pinto, de 1751 

Loen Franz, Bar. 1751 

Fiens, de 1751 

Jost David, von . 1753 
Eder von Hartenotein, 

Franz 1753 

Schulz, von . . 1754 

Minkowitz, von . 1754 

Lersch Martin, von . 1755 

Leclerq Franz .... 1756 

Marchant . . — 

fioettel Friedrich von . — 

Dänisch, von . 1756 

Xyllander Leopold 1757 

Saillie, von . . . 1757 

Thun Josef, Graf . . — 

Nehem Carl, von . . 185S 



Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. 



Anni«r1(aDg Abg&Dg 



1749 1758 — — _ — 

1749 - — _ _ — 

1749 - — — — -_ 

1749 - _ - - 

1750 _ - _ _ -_ 

1751 — _ — - _ 
1751 

1752 1759 1774 1784 1787 — 

1752 — - _ _ 

1753 _ _ _ _ _ 

1753 — ~ - - — 

1754 - _ — - _ 

1755 1759 — - - — 

1758 1759 — - — _ * 

1759 — - - - - 
1759 - — — - _ 

1758 1759 _ _ _ _ 

1759 1761 — — - 
1758 1760 1781 1787 1793 — 



1758 1760 — - - 

1759 1760 -- - — 

1759 176S — - _ 



1759 1773 — — — 



1759 1767 1784 1793 1796 — 



1759 — — - - 

1760 1774 - — - 
1756 1757 — — — 

1756 1757 1773 — 

1759 — _ _ 

1767 1778 - — — 

1759 - _ — _ 

1757 1760 — — — 
1773 1785 — ~ _ 



1767 9 
1763* 
1761p 
1769 g 

1764 t 

1767 t 

1759 g 
1793GM. 

17611? 

1757 g 
1764 g 

1768 < 
1787« 
1777« 

1764 t 
1764 g 

1764 t 
1766t 
nOdp 

1758 t 
1758 t 
1757 t 
1757 g 

1757 d 
17861) 
1782 g 

1758 t 

1778 t 
1763 g 

1757 g 

1767 g 

1758 t 
17861) 

1799GM. 

1758 t 
1757 g 
1767^ 
17921) 
1760 1 
1781* 

1760 t 
17811) 

1768 g 

nup 

17991) 



298 



Name 

Belcredi Antoo, Marq. 
Browne, Graf .... 

Billek Carl 

Robiano^ von .... 
Nugent Albert . . . 

Sorgo, von 

Sax, von 

Jaquenau Romanus/ v. 
Bttm, von . . . 

Dorfeid Daniel . 
Sonntag Johann . . . 
Dolcenengo Oktavian, 

Graf 

ächlebusch PhUipp, v. 
Fitzpatrique .... 
LOtzow Balthasar, Bar. 
Villius Carl, von . . 
Fürstenberg Christian, 

Baron 

CopouB, von .... 

Defour 

Ochs Rudolf .... 
Helmreich Jacob . 
Zehnter, von ... 
Ziegler Franz . . . 

Millius, von 

Frisch 

Magdeburg 

Pallast Franz, von 
Hasenstein Paul . 
Melier Franz .... 
Nahmen Eugenius 
Ossenburg Carl, de 

Crann, von 

Vittari, von 

Rocches Furion, de . 
De Baut Franz . 
Wernek Ernst^ Baron 

Kunig, von 

Fedelly 

D'EIsance 

Willimowsky v.Lichten- 

burg Nep 

Mayer, von 

Licius Johann Heinr. 

Egern, von 

Moskopf Hugo, von . 



OMt 



Hpt. Haj Obtil. Ob. AnmerkoDg Abgang 



1758 
1758 
1758 
1758 
1758 
1758 
1758 
1758 
1758 
1758 
1758 



1759 1767 

1759 1760 

1760 1767 



1760 1767 _ — — 



1760 1778 — — 



1772 
1769 



1758 1760 1767 

1758 1773 1784 - 

1758 1761 - — 

1758 1767 1782 1793 

1758 1760 1767 — 



1796 — 



— — 1758 — — — 
1758 _ — _ - - 
1758 1761 — _ — - 
1758 1761 — - — — 
1758 1759 1773 — — — 

- 1758 1759 — — - 
1758 ~ - — — - 
1758 - - — - 
1758 — — - ~ — 

1758 - — - — - 

1759 1760 1774 — — — 
1759 1760 1774 - — - 
1759 — — - - — 
1759 — — — — — 
1759 - - — - - 
1759 _ — — — - 
1759 — — — — - 
1759 - — - — — 
1759 1767 1779 1795 1797 - 
1759 1759 — - - ^ 
1759 _ _ ^ - 
1759 - — — - — 
1759 — - — — - 



1759 1774 1785 - - ~ 
- - 1759 - — ~ 

1760 — - - - - 
1760 — - - — — 
1760 — - — - - 



17689 

1767 e 
1767« 

1760t 
1767« 

1763 9 
1759 c 

1789 t 
1759« 

1780« 

1770 t 

1767« 

1788t 

1764 <? 
1797p 
1769« 

« 
1862 (i 
1768g 

1768 g 

1785t 
1765« 

1767 g 

1764 t 
1758g 

1759 g 

1780 t 

1780 t 
1769« 

1768 g 
1767 g 
1760t 
1761t 
1781g 
1798« 
1767« 
1763« 

1760 d 
1760 t 

17941) 
1769« 
1764i> 

1760t 
1763« 



299 



Name 

Warusdorf Franz, Bar. 
Boyer Siegisbert, de . 
Trohojesky, von . . . 

Eüffel 

Bleügmackers Michael 
Palsgraff Gerhard, ?on 
Weichart Josef, von 
Londitz, von .... 
Hastfer Gustav, von . 
Riedel, von 
Ponty Franz, de , 
Zeschau Karl, von 
Bach, von . . . 
Faschioly, von 
Klein Christof, von 
Nietzen Alexander, von 

Dollrie, von 

Wittmann Josef, von 
Schiaffiuati Franz, Grf. 
Garzaroly, von . . . 
Haagen, Baron . . . 
Dolcenengo Yikt, Graf 
Einsiedl, von .... 
Hoellmoes Peter, von 
Calcada, von .... 
Nehem Friedrich, von 
Wemek, Baron . . 

Johann 

Seckendorf Alex., Bar. 
Wolf Ludwig, von . . 
ReusB zu Plauen Heinr., 

Graf 

Wincop Ernest, Baron 
Fleissner Prokop, von 
Arco Carl, Graf . . 
Frankenstein Carl, Grf. 
St. Felix Heinr., Conte 
Hannik Josef, von . . 
Altst&tten, von . . . 
Schmidt von Eisenfels 

Johann 

MosmQller Johann . . 
Reinwald von WaMegg 

Josef 



F. Oblt. Hpi. Maj. Obitl. Ob. 

1760 1770 1782 — _ — 

— 1760 1760 — — — 

1760 — - — - - 

1760 — — — - — 

1760 1774 — _ — ~- 

1760 1779 — _ — _ 

1760 - — -_-. 

1760 — — - - - 

1760 — — - _ ~ 

1761 — — — - — 
1761 _ — -__-- 

1761 1767 1779 — — — 

1761 — — — - _ 

1761 — — _ - 

1761 1782 -^ — — — 

1761 1778 1790 - — — 

1761 — — - _ — 

1761 1778 178S — — 

1761 1777 — — _ — 

1761 —_---_ 

1761 - - — _ 

1761 1767 1767 — — — 

1762 _-_-.- 
1762 — — — - — 

1762 - -. _ _ 

1763 «774 -- — — — 
1763 - ^ - - - 
1763 --._ — - 



Anmerkang Abg&n; 



1763 



— 1768 1780 
1764 1765 — 



1766 1768 — — — 

__ 1767 -- — 

1767 1769 — — — 

— 1767 - — - 
1767 - 1769 1790 — 
1767 1775 - ~ — 
1767 1768 1773 ~ — 
1767 — _ _ _ 

1767 1776 _ - — 

— 1767 1782 — 



1767 1777 1787 1797 1799 — 



M.-Th.-0. 
1799 



Fiiselherg, von ... . 1767 — — 
Deym Johann, Graf * . — 1768 1783 



1790* 
1773 g 
1771 5 
1765 g 
17871) 
1782 g 

1767 g 

1763 g 
1773 g 

1764 g 
1781« 
1789 t 
1763 * 

1763 g 
17841) 
1806 t 

1762 t 
17991) 
1780* 

1764 g 

1763 g 
t 

1777« 

1764 g 
1762 d 
17981) 
1767* 
1766* 
1784* 
1768* 

1777* 
1769* 
1801g 

1779 g 
17951) 
1777 g 

1789 t 

1768 g 

1780 t 
1786 t 

1804* 

1769 g 
1789 t 



300 



N a m 6 



F. Ublt. Upt. M&j. Obstl Ob. AnuarkuiiBr Abgang 



Stillarsky de Gen tum 

Georg 1768 1778 1787 - — — - 1788 t 

Ellrichshausen £berh., 

Baron -> 1768 — - — - — 1774g 

Wagner, von . . . 176S — — — — — — 1770* 

Seydewitz Wilh., Bar. — 1768 — - — - - 1772 g 

Po Hart Franz Josef — — — — — — — — 

Müncbingen Friedrich, 

Baron 1768 1778 — — — — — 18l»2j) 

Serenny Vincenz,' Graf 1769 1773 — - — — . — 1790i) 

Hierz Anton . . . 1769 - _ — — — 1773g 

Waldeck Georg, Fflret — — — — 1769 1774 — 1774« 

Fuhrnberg Franz, Bar. 1769 1773 — _ _ _ - 1774 g 

Tauber Anton, Baron 1769 1784 _ _ — - — 1789* 

König Josef, Baron . 1769 — _ — _ — — 1773« 

Veth Josef, you . . . — — 1769 — — — — 1782* 
Gemmingen Eberhard, 

Baron 1771 1782 1789 — _ - - 1796 t 

flartig Philipp, Graf 1772 — - — — — ~ 1774 g 

Althan Prosper, Graf 1772 — _ _ _ — — 1773 g 

Weinbach Philipp, von 1772 1785 179() 1799 — 1809* 

Tbierry Ludwig, von . 1773 1781 1789 1797 1800 1804 M. Th.-O. 1809GM. 

1793 

1773 _ _ - — _ -. 1781g 

_ 1773 _--».-— _ 1778 t 

1773 1784 1790 _ - — ~ 1799 jp 

1773 _ _ _ — _ — 1773g 



Blücher Friedrich, von 
PoUmann Christian 
Claus Michael .... 
Latour Carl, Graf 
Van der Mühlen 

Christian 

Morzin Ferdinand, Grf. 
Cicogna Josef, Graf . 
Mallek Franz .... 
üoekeln Johann . . . 
Deym v. Stfitez Ferd., 

Graf 

Deym Philipp, Graf . 
Müller Franz . . . 
Schwerin Fried., Graf 
Mellitz Johann, von . 
Gronsfeld Arnold, Graf 
Moser Lukas . . . 
Pape Ludwig, von . 
Settellin v.Trunglsbnrg, 

Josef .... 
Kramer v. Clanapruch, 
Zadubsky y. Schönthal, 

Emanuel . . 



1773 1783 1789 — — — 

1773 - — — — - 

1773 — — — - - 

1773 1787 1790 — — - 

1773 1786 1790 1805 - — 

1774 1778 — — — — 

1774 ------ 

1774 1787 — — «. — 

1774 - — - - 

1774 1789 1794 - - - 

1774 1788 1789 — — — 

1774 1783 1793 - — - 

1776 — — — — - 

1777 _ _ - _ _ 

1777 1788 1793 1805 - — 

1778 — — — — — 



1792* 
1774* 

1782 g 
1792* 
1806* 

1785 g 
1785g 
1789* 
1776* 

1798 t 
1793 p 
1800p 
1780 g 

1787 t 
1806* 

1783 g 



J 



301 



N a m « 

Zenker Andreas . . . 
Spatke Sigmund . . 
Mang Franz . . 
Barthel Josef 
Arwalowsky y. Carfeld, 

Wenzel 

Zebinger v. Reitenan, 

Josef 

Wagenknecht Wenzel 
Druchsess Carl, Graf 
Ebhard Ludwig . . . 
Otto Johann . . 

Piza Franz, Baron 
Hanifle Josef . . 
Zamolly de Seffon, Jos. 
Spoenda Franz, von . 
Hornigh Josef, von 
Jansen Peter, de . . 
Waldmann Friedrich . 
Herrnann Ludwig 
Flock Ernst .... 
Magdich Josef . . 
Unwertb Ignaz, Graf 
Siebenbeutl Franz . . 
Hendl Carl, Graf 
Domokos Jacob, von 
St. Julien Franz, Graf 
Telleky Georg, Graf 
Schmid Johann . 
Blacha Anton . 
Schulz Johann 
Sartory Ferdinand 
Wick Friedrich 
Ziennig Johann, Baron 
Erti V. Krohlan Josef, 

Baron ... 
Banffy Johann, Baron 
Hanselly Anton . . 
Schaetz Aldalbert 
Dall'Agiio Vincenz 
Nehem Friedrich, von 
Scharf v. Scharfenfels 

Carl 

Dall'Agiio Wenzel 
Wesseleny von Hadad 

Stefan, Baron 
Fecht Friedrich 



P. Oblt. Hpt. Mig. Obstl. Ob. Anmerkung Abgang 

— 1778 1788 - — - — 1793t 
1778 1783 1795 — - - _ 1799p 
1778 1789 1794 — — — — 1799p 
1778 1789 1795 — — — — 1799 i 

1778 1789 1797 — — — — 1808 e 

1778 1789 1796 — - - ^ 1801 e 

1778 — — — — — — 1782t 

1778 - — — - - - 17813 

1778 1789 1797 •- - _ - 1799t 

1778 1790 — — — - — 1794 t 

1779 1788 — — - — — 1786 t 
1779 __ _ _- — — 1782 g 

1779 1788 1793 — - - - 1794t 

1779 1789 1790 -. — — — lldlp 

— 1779 1789 — — — - 1802p 

— — 1780 — — — — 1790p 

— — — — 1781 1784 — 1787t . 

— — — — 1781 1784 — 1787 t 

— — 1782— -— — 1787p 
1783 _ — — — — — 1789« 
1783 - - - - — - 17869 

1783 — — — — - - n84t 
IISH 1790 1790 - - — - 1804 (? 

1784 — — - — — — 17850 

— 1784 — — — - — 1789« 
1784 ----- - - 1788g 

1784 1793 1797 - - — — 1806p 

1785 1790 — — — — — 1799 t 
1785 1790 — — — — — 1794 t 

— 1785 1788 — — — — 1793p 

1785 1793 1799 — — — - 1801t 

1786 1793 1798 — — - — 1801t 

1786 1791 - - — — — 1800g 

1786 - — - - - - 1789 t 

1787 1790 — - - - - 1792 t 
1787 1790 1799 — — — - 1799 t 

— _ - 1787 - — — 1790 t 
1787 1793 1799 - - - — lS06p 

1787 1793 1799 — - — — 1809 t 

1788 - - - - - — 1790t 

1788 1793 — — — — - 1794 t 

1788 1793 - - — — — 1799 t 



302 



Name 

Bechini Vincenz, Bar. 
Wesseleny von Hadad 

Franz, Baron . . . 
Galluschka Johann 
Volkmann Anton . . 
Dorfeid Ignaz . . . 
Höflinger Arnold, Bar. 
Eolb Franz, von 
Ehrenburg Josef, von 
Werth Kaspar . . . 
Akelshaasen Benedikt, 

Baron 

Amann Jacob ... 
Badonye Josef . . . 
Kirchner Franz, von . 
Moratty Reinhard . . 
Steidelle Josef, von . 
Piano Josef, von . . . 
Berger Carl, von . . 
Rosenzweig Franz, von 
Lfltzow Franz, Bar. . 
Paykerth Vincenz, von 
Weirother Clemens, v. 
Kazinczy Ladislaus, von 
Krommer Josef . . 
Auftiefern v. Eulenberg 

Franz 

Pfingsthorn Edmund . 
Lützow Sigmund, Bar. 

Veczay, Bar 

Raschka Josef . . 
Hoffmann Johann . 

Horwath 

Dollberg, Bar. . . . 
Hehseling, von ... 

Grandy 

Horwath Josef .... 
Hahne Heinrich . . . 
Eger Andreas . . 
Ehrich Leopold von . 
Hausser Johann von . 
Breuneck Johann, Bar. 
Geyer Bartholomäus . 
Herdegen Franz . 
Otto Carl, von . 
Neben Carl, von . . 
Damm Alb.^ Yicomte de 



F. Oblt. Hpt. M^. Obitl. Ob. Anmerkang Abgang 

1788 1794 1799 — — — - isoof 

1788 - — - ~ - - 1793t 

1788 1794 1799 — — — _ igog-p 

1788 1790 — - — _ — 1792 t 

1788 - — - - ~ — 1788t 

1789 1794 — _ _ _ 1794^ 
1789 — — — — - 17911 
1789 1794 1799 _ -. — — 1805 (j 
1789 1794 — — _ — - 17961 

1789 1794 1800 1809 1814 ~ — 1820p 

1789 - — — _ — - 1795t 

1789 1795 — — _ — _ 1799 "i- 

1789 - — - — — _ 1791* 

1789 1795 - - - - _ 1796« 

1789 — _ - - _ _ 1790 t 

1789 ----- — 1792^ 

1789 1796 1800 1809 1814 - - 1816p 

— 1789 - — — - — 1796^ 
- 1789 1793 1799 - - - 1807 t 

1789 1796 1801 — — - — I813i> 

1789 1797 1805 — — - — 1809 t 

— - 1790 — — — _ 1801 < 

— 1790 - - — — - 1792« 

— 1790 1793 — — — — 1797* 

1790 1797 1805 - - — — iSlSp 
1790 - — _ — - — 1792 5 

1790 - — — — - — 1790* 

17Q0 _____ _ 1792* 

1790 — — — — — — 1792* 

1790 — — — - - - * 

1790 _ _ _ — — — ' * 

1790 — - — — - - 1790 t 

1790 — _ — — - — 1790* 

1790 - — _ _ — _ 1792* 

1790 1795 1800 _ - - — 1809p 

1790 1797 1805 — - — — 180öp 

1790 1798 — — — - — 1800* 

1790 1798 — — -- - — 1802p 

1790 1799 1809 - — - Armee-Kreuz 1821* 

— 1790 1796 _ — - — 1813p 

1790 — - — — - — 1791g 

1790 17% 1800 1814 1820 - Armee-Kreuz 1821p 

1790 1799 1809 1821 — — „ „ 1828p 

1792 ----- — 1796 t 



303 



N & ro 6 

Silberschlag Friedrich 
WarteDsleben Ferd., 

Graf 

Glass Franz . . 
Langendorf Laurenz . 
Co eis Johann, de 
Hillebrand Josef . . . 
Kollack Ton Jonchie 

Johann 

Lützow Josef, Bar. . 
Murgich Josef . . . 
Lange Friedrich . . 
Häring Xaver, Bar. . 
Debaut Franz .... 
Seve Sigmund, von 
Gustosch Philipp Graf 
Jenison v. Walworth 

Rudolf, Graf . 
Eopfinger Franz, von 
Schäffer Friedrich . 
Schauer Carl . . 
Graf Martin .... 
Lochner v. Lindenheim 

Joachim 

Milinovich Arsenio 
Szemere Ladislaus . . 
Slamitza Paul . 
Pappenheim Alb., Graf 
Hettinger Anton . . . 
Seehausen Fmst, Bar. 
Hettinger Damian . . 
Blgoni v. Wundenheim 

ErmeReglld 

Loy Josef 

Quosdanovich Th., von 
Ritthaler Albert, von 
Seh midi Jakob . . . 
Ratzen Martin . . 
Candlani de Ragalni 

Paul 

Popowich Alex. . . . 
Altenburg Friedrich, v. 
De Yicq Emanuel, Bar. 
Nosser Fridolin . . . 
Jenison v. Walworth 

Carl, Graf .... 



F. Oblt. Hpt. M^j. Obsti. Ob. 

1793 179G 1800 _ - _ 



Anmerkang 



1793 __ — .__ 

1793 1799 — — — — - 

1793 ___--_ _ 

1793 — _ - - — - 

1793 1799 1809 — _ - - 

1793 1799 1809 _ ~ — AnnM-Kr«u2 

1793 1799 ---.-— — 

1793 ----- - 

1793 _ - — _ - 

1793 - — — — — — 

1793 — — - — 

1793 — _ — - — — 

1793 1. — - - - — 

1793 _ — - - — — 

1793 1799 ~ — - — - 

1793 1797 1805 — — — — 

- 1793 — — - - - 

1794 1799 - - — - — 

1794 ______ _ 

1794 1800 _ _ - — — 

1794 1800 — — — - - 

1794 1800 1809 _ — — — 
1794 - — — - - 

1794 1800 1809 — - - — 

1794 - — — — - _ 

1795 1800 1809 — _ — — 

- 1795 1809 1813 — - — 
1795 1801 1809 - — 1793 Sllb. M. 
1795 -. -^ _ — — _ 
1795 __-_-- _ 

1795 ----- 

1795 - 1813 - - _ - 

- — — 1795 1797 1799 - 

1796 — - -_ _ _ 

1796 1801 — — — — — 

1796 — - _ _ _ _ 

1796 — — — - - - 
1796 - - — — — 



Abgang 
18091) 

1794^ 

1800t 
1795<? 
1799p 
181111 

1819 t 
1800t 

1795 t 
1800 f 
18006 

1798 t 
1797 <2 
1795p 

1797 g 
1804 e 
1816p 
1795p 
1806t 

1799« 
18049 
1804$ 
1814 t 

1796 t 
1812p 
1796 e 
1829p 

1814 t 

1813 t 

1800 t 

1799 g 
1800p 

1814 t 

1804p 

1800 t 
1804 g 

1802 g 

1803 t 
1804g 



304 

Name F. ObH. Hpt. Maj. Obati. Üb. Aiimerknng Abgang 

Kiesel 1796 - _ — — _ — 1797 1 

Rosenkranz Philipp . 1797 1800 1809 — — — _ 1809^ 

Metzger Friedrich . 1797 — — — — — _ 1801 f 

Wadlet Josef, Bar. 1797 — — — — — _ i804e 

Glady 1797 ^ — _ — _ _ 1797 ( 

Weigel Franz .... 1797 1805 1809 1830 — — - 1832p 

Schmelzer Hermann — — 1797 — — — — 1801p 

Kf eller Prokop, Bar. - — 1797 - - — - 1798 p 

Schmid Heinrich, von — — 1797 - — - — 1798 p 

Zeitz Maximilian . . l797 1805 1809 — — — - I832p 

Schorlemer Franz, Bar. 1797 — — — — — — 1803p 

Cholich Y. Löwenberg 

Samuel 1797 — — — — — _ 1799^ 

WasB Daniel, Graf . . 1797 — - — - _ — 1804 g 

Oross Johann, von — — 1797 — — — — 1801p 

Lenz Josef, von . — — 1798 — — — — 1800p 

Genger Wilhelm, v. . — — 1798 — — .- _ isoip 

Heil Friedrich . . — 1798 — — — — — I799p 

Visconti Anton, Graf — 1798 — - — — — 1800 q. 

Eberth Nikolaus . 1798 — — — — — — 1799 e 

Schüller Adalbert 1798 1805 1809 — ~ — — 1810 t 

Dürr Philipp . 1798 ----- - I799f 

Bittermann Ferdinand 1798 — — — — — — 1804 5 

Schranz v. Voramberg 

Mathias — 1798 1809 — — — 1794 Gold. M. 1819 t 

Budde Werner . . . 1799 — — — - — — i805t 
Candiani de Ragaini 

Josef 1799 — — - - — - 1806p 

Kleidgen, von .... 1799 — — — — — — t 

Hoffinger Leopold . . 1799 — - - — — — 1703 e 

Herzig v. Herzfeld Ant. 1799 — — — — — — i807p 

Breitenstein Carl, Bar. 1799 — — — — — — 1804^ 

Lümmlein Jakob . 1799 - - — — — — 1804 3 

Jacobs Kasper . . 1799 1810 — — — — 1794 Silb. M. 1810* 

D'Esquille Jos. Marquis 1799 _ — _ __ _ i804f 

Wartenburg Gustav, v. 1799 — — — — — — 1805 p 

Lahrbusch Carl, von - — 1799 — — — — 1801p 

Parma Ferdinand . . 1799 — — — — — — 1809 f 

Foretty Lorenz, Conte 1799 — — — — — — 1804 f 

Pelikan Josef ... 1799 — — — — — _ 1819p 

Ahsberg v. Rusenheim 

Carl — — — — - — - 1802^ 

Trojanek Josef . . — — — — — 1803f 

Portier Leopold . 1800 - — — _ — _ 1809# 

Henssel Carl . . - _ — _ — _ _ lS02f 

Krautelt Josef 1 800— — — — — 1804<r 

Van der Stadt Franz 1800 — — — — — — 18O4 1 



305 

Käme P. Oblt. Upt. Mi^. Obsil. Ob. Anmerkiing Abgang 

Spanochy Hieronimus, 

Edler von 1800 — — — — — — 1800t 

Pfendler Josef . . . 1800 - — — — — — 1800t 

Friedrich Jnnocenz . 1800 — — — -.— — 1802 g 

Haberein Franz . . — 1800 — — — — — 1801t 

Waldhausen Adalb., v. 1800 — — — — — 1807 g 

Straube Josef .... 1800 — — — — - — 1809 t 

Corny Josef — 1800 — — — — — I801jp 

Haumann Johann — — 1800 — — — — ISOOp 

Welsperg Heinr., Gral — 1800 — — - — - 1804 1 

Munichich Josef . . 1800 — — - — — - ISOOff 

De Vicq August, Bar. 1800 1809 1814 — — — ArmM-Kreuz 1828jp 

Feller Anton .... — 1801 — — — — - 1801 jp 

Hutze Wilhelm, von . 1801 — — - - ^ - 1804 t 

Hartmann Josef . . 1801 - — — — — — 1801 q 

Kaisergruber Michael 1801 — — - - — — 1803 g 

Wranitzky Wenzel . . 1801 — - — — — — 1805 q 

Schels Johann . . . 1801 — — — — — — 1805 t 

Müller Eduard . . 1801 1801 — — — - — 1809 t 

Mihalsky Ludwig . 1801 1813 - - — — 1793. Stlb. M. 1813 1 

Freimttller Johann . 1801 — — — — - — 1804 g 

Opiletzky v. Raben- 
haupt Franz, Bar. — 1801 1809 — — — — i^2p 

Emmrich Christian . 1801 1805 1813 - — — 1795 Siib. M. lS22p 

Bubna Anton, Graf . — — 1801 — — — — 1801 1 

Reitz Carl, von . . . — — 1801 — — — — I802t 

Himmelberg Rudolf . 1801 1809 — — — — — 1812|) 

Malier V. Mühlwerth 

Emanuel 1801 -. — — — — — I804g 

Meiü Josef 1801 1809 1814 — — - - 1828jp 

Esterhazy de Gbklantha 

Alois, Graf .... — 1801 - — — - -- 1802 t 

Banitza Franz, Cheval. — — 1801 — — — M. Th.-O. 1803 t 

Trogoff Ludwig, Graf — 1801 — — — — /^j^^- i809 1 

Wadlet Wenzel, Baron - - - 1801 - - - 1802 t 

Graf Simon — 1801 — - — — 1794 Sllb. M. 1805 1 

Doenhof Josef, 8raf . — — - 1801 — — - 1807 1 

Sulhowsky Job., Fürst — — 1801 — — — .- 1802.g 

Gyömerey Johann . . — — 1802 — — — — 1802 g 
Abrenberg Ernot, 

Herzog von ... — — — 1802 — — — 1803 g 

Lotzian Johann . 1802 — — — — — 1797 Sllb. «I. 1812 t 

Lopacz Anton .... 1802 1805 1813 — — Armee-Kreuz. lS16jp 

Hindnach Friedrich . 1802 1809 1813 - — — -- 18241? 

Brand Ferdinand . . 1802 - — — — — — 1805 1 

Möhling Nikolaus . . 1802 — — ^ — — — 1806 t 

Cattaneo Andr6 . . . 1802 — — — — — — 1604 g 

GeBchlchte des 28. Inf.-Rgmto. 20 



306 



N ft m • 

Hohenwarth Wilhelm, 

Graf 

Zateti^ky Anton . . . 
Eckart von £ckenfe]d 

Johann 

•Schiawozzi Bernhard v. 
Voith y. Sterbez Vinc. 

Baron 

Schiwitzhofen Franz, v. 
Brendli Clemens 
Schmelzern £manael . 
Schmid^&bnem Ernst, 

Baron 

Ltttzow Clemens, Bar. 
Peters Franz .... 
Eattenthaler Josef . . 
Möller Emanuel . . . 
Andr& Josef .... 
Habel Ignaz .... 
Hahne v. Waffentren, 

Franz 

Hora Johann .... 
Dittmann Dominik . . 
Formann Wilhelm . . 
Hromada v. Hellenen- 

bnrg Josef, Bar. . 

Hahne v. WafTentreii 
Johann 



Hoffmann Heinrich 
Schmid Franz .... 
Leypold Prokop . . . 
Patazka Leopold . . 
Rosenhafn Gustav, von 
Braunsdorf Alois, von 
Rommerskirch Potivin, 

Baron 

Eempf Wilhelm . 
Gran Heinrich . . 
Galluschka Johann 
Hrdliczka Andreas . 
Bradatsch Josef . . 
Enflpfer August . . 
Quirini Anton . . . 
Baron Alexander . 
Pittreich Gottfried von 



F. Oblt. Hpt. Unj, Obstl. Ob. Anmerlcniig Abgang 

— 1803 — — _ — 1808t 

— 1803 — — — - — 180öt 

1803 _ _ — — — _ IdOiq 

— - 1803 — - - - 18051» 

1803 1809 1815 — - — — 1817p 

— 1804 - - - - - 1804* 

— 1804 1809 - — - ~ 1813« 

1804 - - — - — — 1809* 

1804 - - ~ - - - 1804* 

1804 1809 1809 - - — — 1822g 

1804 1809 — - - — — 1813* 

«_ 1804 - - - — 1809p 

— 1804 1809 — — - — 1811p 
1804 - - - - - - 1804* 

1804 - - - - - - 1805p 

1804 1809 1821 — — — AmiM-Krauz 1832p 

1804 - - - - - - 1805« 

1804 1809 1821 — — — Annee4(r«iiz 1827* 

— 1804 — — - - - 1804* 

— - 1804 — - - M. Th.-O. 1806* 

1799 

1804 1809 1821 1834 1843 1845 Armae-Krtm 1849GM. 

18480e.L.O.R. 

— 1804 - - - - - 1806t 

1804 - - - - - - 1808* 

1804 1809 — — - - - 1816p 

1804 1809 - - — - - 1812 t 

— - ~ - 1804 - — 1809;* 

1804 1809 - - -- - - 1808* 

— 1804 1809 — — — — 1812p 

1805 1809 1822 — — — Armee-Kreuz 1834p 
1805 1809 — — - - — 1809« 
1805 1809 — - — - - 1812« 
1805 1809 — - - - - 1822* 

— - 1805 - - - - 1809t 

— 1805 1806 — — — - 1806p 

— 1805 - - - - - 1820* 
1805 1813 — - - — — 1814* 
1805 1809 - — — , — • - 1809* 



307 



Name 

Bröcklein Andreas . 
Zillich von Zillbom 

Emanael 

Kaster Johann . . . 
Weilebier Josef . . . 
Straiis Wenzel 
Galluschka Josef . . 
Heiversen Alois . . . 
Kiegler Franz . . 
Zebinger Josef . . . 
Hoffer Georg .... 
Ortenbach F'ranz 
Lippka Josef . . . 

Friesel 

Woitech ... 

Perl Franz . . • . 
Bieder ▼. Adelswerth 

Johann 

Langisch von Homitz 

Anton 
lilienberg-Vetter Job., 

von 

Jaroschka Theobald . 
MflUer Salomon . . . 
Brennflek Simon . . . 
Anhalt Johann 
Tnrba ..... 
Wimmer Anton . . . 
Blazek Carl ... 
Abelle Wenzel, Bar . 
Hartlieb Carl, Bar. . . 
Plomhazzi Aitoi, von 

Toldt Ignaz 

Eichler Anton . . . 
Ledebaner Anton . . 

Berthet Josef . . . 
Prochaska Anton, 
Edler von 

Tylli-Gilbert-Piotiftre, 
Marquis de ... . 

Donaty Lorenz, Graf 

Doubrawa v. Doubra- 
wak Friedrich . . . 

Pranpero Markus, Graf 

Henrici Heinrich 



F. Obli. Upt. Haj. Obatl. Ob. Anmerkung Abgang 

1805 1809 — _ — — _ isisp 

1805 1809 1823 — — — — isiQp 

1805 1809 - - — - - 1816 p 

1805 1809 1824 _ — — - igig^ 

1805 1809 ----- - — 18I6J) 

1805 - - - - - - 1809t 

1805 - - - - - - 1809^ 

1805 - - - - - ~ 1812^ 

1805 - - - - - - 18112 

1805 1813 - - - — _ i820ii 

1805 1813 ----- _ 1815^ 

1805 1813 - - — — _ 1822 t 

1805 - - - - -~ - 1805e 

1805 - - - - - _ i806|, 

1805 1809 1813 - - — — i8i6t 



1805 1810 — - — — 

1806 - — - — — 

- 1805 - - ~ — 
1805 — — — — _ 

- 1805 — — - - 

- - 1805 — — - 

- - 1805 — -. - 

- — - - 1805 — 
1805 —--- — _ 

1805 -^ — _ — — 

- 1805 - - — — 

1806 - - ~ _ — 

- - — 1806 - 

1806 —- — -.- 

1806 - - — ~ — 

- 1806 — — — — 

- 1806 — — — - 

- — 1806 — - — 

— - 1807 - — — 

- 1807 — - — — 



1795 Sllb. M. 
1799 Gold. M. 



— 1807 - 

— - 1807 

— 1808 — 



1809« 

1809^ 

1806i) 
1806 g 
1806 9 
1806 9 
ISOßp 
1806 9 
1806 f 

1806 2 

1808 t 

1809 t 
1808t 

1807 t 

1806t 

1806 t 

1808 t 
1820 t 

1807 g 
1813 t 

1808 t 
1809i) 
1813p 



20* 



308 



Name 

Slama, Edl. ?. Treyen 

stein, Anton 
St. GenoiSy Gr., Rud. 
Meosery Carl, Baron . 
Pernwerth Ignaz v. 
Schade Wenzel . . 
Wagraholsky Johann 
Flux Anton 
Langer Carl . . . 
Kalliwoda Carl . . 
Rauch Michael . . 
Treostein Gustav . 
Janowka Wenzel . 
Wittmann Carl . . 
Mayer Viktor . . . 
Hentke Anton . 
Monin Johann 
Kasper Franz . . . 
Riegner v. Schwertau 

Johann 

Graf Franz 

Brennflek Johann . . 
De Vince Carl . . . 
Werchin Ernst, de 

Rieher Carl 

Hentke Maxmilian 
Raczinsky Yincenz . 
Müller V . Fichtenherg 

Paul 

Hahne v. Waffentreu 

Philipp 

Schützer Felix . . . 
Waniek Wenzel . . 
Hanger Franz 
Beriet Ernst .... 
Wischnitzky Lorenz . 
Dangries, Br. Vincenz 
Müller Johann . . . 
Wick Carl . . 

Gutjahr Josef . . . 
Weniger Carl .... 
Dworiak Nikolaus . . 
Hörschelmann Mathias 
Hübel Felix . . . . 
Hiller Josef, Baron . 
Engel Heinrich . . 
Zedwitz, Gr., Wilhelm 



F. Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. Anmerkung Abgang 

1808 — — - — — — 1009« 

1809 — — — — — — 1809t 

— — — - — 1809 M. Th.-0. 1809 1813QM. 

— — 1809 — _ _ _ 1815p 
1809 1813 1828 — - — - 1932 p 
1809 1813 1829 — — — — 1832« 

1809 1813 — — — — — 1816« 

1809 1814 - - _ _ _ 1819 p 

1809 1814 — — - — — 1820p 

1809 1814 — — — — — 1815« 

1S09 1821 1831 - - — — 1833p 

1809 — — — - — 1812p 

1809 — — — — — — 1809« 

1809 — — — — - — 1809t 

1809 1814 — — — — _ 1819 p 

1809 ----- — 1811g 

1809 1814 — — — - _ 1819« 

1809 1814 1831 - — — — 1835p 

1809 — — — — — Annee-Kreuz 1815 p 

1809 - — — — — - 1809« 

1809 — — -. — — — 1809t 

1809 ----- — 1810« 

1809 — - - — — — 1810« 

1809 — — — — - - 1811p 

1809 ----- — 1809g 

1809 1815 — — — — — 1816« 

1809 1822 1832 - — - - 1837 p 

1809 ----- — 1815p 

1809 — - — — — — 1812g 

— — — — 1809 1813 Armw-Kr«itf 1820GM. 
1809 1814 1829 — — - 1809« 
1809 — — — — - — 1812 g 

— 1809 - — — — - 1811g 
1809 1823 — — — — ArmeeKreuz 1827 t 
1809 1814 — — — — „ „ 1820« 
1809 - — — — — - 1811« 
1809 1813 - - - — — 1817p 
1809 --—--. — 1809« 
1809 -. — - — — - 1812 g 
1809 -. — — — — - 1813« 

— — 1809 — — — Annee-Kreuz 1829« 
1809 — — - - - - 1811g 
1809 — — — — — - 1810« 



309 



Name 

Janas Gottlieb . . 
Schwarz Christoph 
Wrany Wenzel . - 
Oresselberg Clemens 
Pollak Alois . . . 
Blick Mathias . . . 
Leiber Yincenz . . 
Bomer Franz . . . 
Aulich Josef . . . 
Franz Johann . . 
"Bandinl Johann . . 
Kamichel Johann . 
Brarer Georg 
Ynchetitz, Edler yon 

Georg 

Severus Bernhard . . 

Le Brenx 

Breiter Martin . . . 
Binder ▼. Degenschild 

Johann 

Sallhausen Heinr., Bar. 
Hrabowsky Josef . ■ 
Werner Emanuel von 
Piret de Bihain Baron 
Kosakowsky Vinc, v. 
Stahlberg-HoU Ant. y. 
Stampfer Josef . . . 
Thomasins Wilhelm . 
Wassmann Heinrich . 
Milich Alois . . . . 
Weigelsberg Franz, Br . 
Stolze Christian . . 
Aschenbrenner Anton 
Bainer Johann . . . 
Haller Johann . . . 

Delrio 

Bergenstanmi Franz 

Edler yon .... 
Haller Friedrich yon 
GudenuB Josef, Baron 
Neumann Franz . 
Gaiser Wilhelm . . . 
Nowak von Neostein 

v/ari 

Krebs Mathias . . . 
Kriegern v. Maixdorf 

Johann 



F. Oblt. Hpi. Maj. Obstl. Ob. Anmerkang Abgang 

1809 1819 — — — — — 1826 t 

1809 — — — — — Armee-Kreuz ISUp 

1809 1814 1830 - - - „ ^ iSSöp 

1809 — - — - — - 1812^ 

1809 — — — — — Armee-Kreuz 1819p 

1809 - — — _ — — 1811g 

1809 1828 — — — — Armee-Kreuz 1830« 

1809 — — — — — — 1813g 

1809 — — — — — — 1813« 

1809 ——. — — — — 1812g 

1809 ----- — 1811« 

— - 1809 — - — - 1812ff 

— 1809 1824 - — — Armee-Kreuz 1827« 

— — 1809 — — — — 1810« 

— — 1809 — — -- — 1813« 

— — 1809 — — - — 1810« 

— 1809 — — — — 1809 Gold. M. I8I611 

— 1810 1813 — — — Armee-Kreuz 1817« 

— 1810 — — — — - iSlOp 

— _ 1810 — - - - 1810« 

1810 ----- — 1814 g 
1810 ----- - 1812« 

— 1810 - - — — — 1811g 
1810 — — -.-— — 1812« 
1810 — — — — — — 1819« 

— 1810 1814 — -~ — - 1824p 
1810 ----- - 1811t 

1810 1822 — — — - - 1828 t 

— 1810 - — - — 1810« 
1810 ----- - 18171) 

1810 — - — — — — 1811g 

1810 — — - — - - 1812 g 

1810 1821 1832 - — - - 1884p 

— . — 1810 - — — -. 1810« 

- 1810 — - — - 1813« 
1810 - — — - - — 1811g 

— - 1810 — — - - 1810 g 
1810 - — — — - — 1811p 

— — 1810 — — — Armee-Kreoz 1821p 

— — 1810 — — — — 1812p 

— 1810 — - — - — 1812 t 

— - 1810 - - - — 1831« 



310 



Name 

Nassbaum Ernst 
Hemmer Carl . . . 
Raikowitz Blasius 
Strobl Josef . . . 
Wolf Anton . . . 
GencjEik von Genczowa 

Carl Ritter . . . 
Lille Josef .... 
Hröcker Ludwig . . 
Rottmann Andreas 
UUmann Adalbert . 
Malpaiz Nikolaus . 
Sklenarz Franz . . 
Bukwiczka Johann 
Genczik ▼. Genczowa 

Ritter 

Stiber Franz . . 
Dubinsky Ignaz . . 
Bolzano Ludwig . . 
Mittenberg Friedrich 
Backe Carl, von . . 
Hartmann Andreas 
Malier Peter . . . 
Reindl Franz . . . 
Walzel Wenzel . . 
Altersheim Anton . 
Scherks Friedrich . 
Oberkirch Ludwig, Br 
Schmidt Johann . . 
Rischak Johann . . 
Soutter Franz . . . 
Letanch Ludwig . 
Kriegsch Franz . 
Cappy Heinrloh, Graf 
Hon Joachim, Baron 
Borosini v. Hohenatern 

Anton, Ritter . . 
Simon Franz . . . 
Zizius Johann . . 
Pfeiffer Johann . . 
Weitenweber Yincenz 
HoUan Yincenz . . 
Kalbfleisch Johann 
Schadl Mathias . . 
Mandel Kaspar 
Till Balthasar . . 
Beranger Ludwig . 



F. Oblt. Hpt. Maj. Obitl. Ob. Anmerknog Abfaag 

1810 ----- - 1810t 

1810 — - — — - - 1811g 

— 1810 - - - - - 1810 t 
1810 1813 - — - — — 1816p 
18t0 1823 — - — — - 1827 t 

1810 - - ^ - ~ - 1813e 

— 1810 ----- - 1813 t 

1810 — - - — — — 1811? 

— 1810 1813 — - - — 1823 p 
1810 ----- - 1812 g 

1810 ----- - 1810 t 

1810 ----- - 1812 g 

— - 1810 ~ - - - 1812p 

1810 — — — -— Armee-Krmiz 1840p 

— — 1810 - — — - 1834p 
_ - 1810 - - - - 1810 g 

— - 1810 - — - - 1810 g 

1811 ----- - 1811g 

— - — — 1811 — — 1812t 

— 1811 - - - - - 1812p 
1811 1813 — - - - - 1828p 

1811 ----- -' 1813 t 

1812 — — — — — — 1813 t 

— — 1812 — - — — 1821t 

1812 1824 1832 — - — Armee-Kreuz 1843p 

1813 1824 — — — — - 1826 t 
1813 — — — - — — 1821p 
1813 — — — - — - 1819p 

— — 1813 — — — Armee-Kreuz 1832 t 

— — 1813 - — - - 1813p 
1813 ----- — 1813p 

— _ __ 1813 — — — 1813 t 

— — — 1813 — — - 1816p 

— - - 1813 — — — 1815p 

— — 1813 — - - — 1810p 

— 1813 - — - - - 1816p 

— — 1813 - - — - 1816p 

— 1813 - - - — — 1813p 
1813 — - — — — — 1816p 

— - 1813 — — — — 1816 p 

— 1813 — - - - — 1814p 

— - 1813 - — - - 1815p 

— — 1813 - - — - 1814p 

— - 1813 — — — - 1813p 



311 



Name 

Berger Leopold . . 
Schinid Heinrich 
Ende Ferdinand . . 
Reichenfeld Carl 
Rosentritt von Bösen 

treter Kaspar . . 
Kndsch Johann . . 
Nikolay Josef . 
Glaisfef von Horstenaa 

Wilhelm ... 
Petz von Petzenstein 

Franz 

Raphael Johann . 
Greischütz Johann 
Loy Josef .... 
Hillebrand Johann . 
Meister Josef . . . 
Deal Stefan . . . 
Weiss Hieronymus 
Candisins Wilhelm 
Ranch Anton . . . 
Mikolin Peter . . . 
Hersich Alexander 
Neuber Friedrich . 
Tobias Johann . . 
Berthold Leopold . 
Pech Johann . . . 
Boffing Johann . . 
Hossner Wilhelm . 
Müller Franz . . 
Drahosch Johann . 
Macha Josef . . . 
Josephy Josef . . . 
Heigel Valentin . . 
Letanche Franz 
B5ok Josef, Baron . 
Fischbäck Rudolf . 
Bataglia Franz, Baron 
Hoffmann Jakob . . 
Merhard Edler auf 

Berneg Lukas . . 
Bartsch Georg . . 
Peters Franz . . . 
Weniger Heinrich . 
Goldmann Carl . . 
Hentke Carl . . . 
Denk Peter ... 



F. Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. Anmerkunir Abgang 

1813 — - — — — _ 1819 g 

1813 —.- — — -. — 1818 e 

1813 — — — ^ — - 18l6ii 

1813 — — — — — — 1813« 

— 1813 1828 — — — - 1830p 
1813 1821 1832 — — — — I836i» 
1813 ----- - 1813 i 

1813 - — - - — - 1823p 

1813 1828 1832 — — — ArmeeKreuz 1840p 

1813 ----- „ „ 1818 g 

1813 1828 — — — - „ „ 1829 e 

1813 — - — ~ — „ „ 1813 t 

1813 — — — - - - 1817p 

1813 — - - — — — 1814 p 

— — 1813 - — - — 1815p 
1813 — — — — — Armee-Kreuz 1817 g 
1813 — - - — — — 182fft 
1813 ----- — 1828« 
1813 — — - — — — 1818p 
1813 — _- -. — _ 1813« 

— — 1813 — — — - 1814p 

— - 1813 — - — — 1815« 
1813 — - — — - — 1816 g 
1813 ----- — 1820p 

1813 — — — -.— — 1816p 

1813 ----- — 1814 t 

1813 — — — - — Armee-Kreuz 1828 t 

1813 — - — — — — 1618 t 

1813 - - - ^ — — 1813 t 

1813 — — — — — — 1818 g 

1813 — — - — — — 1817 g 

1813 — - — — — - 1817« 

_ _ _ 1813 - - - 1818p 

1813 — — — — — Armee-Kreuz 1819p 

— 1813 — — — — — 1816« 
1813 — - — — - - 1816 t 

— 1813 — - — — — 1817 g 
1813 1828 - - — — — 1833p 

1813 ----- — 1814 t 
18U — - — — — — 1818 g 

1814 ----- - 1820 g 

1814 — — - — — — . 1820p 

— - 1814 — — - — 1815p 



312 



Name 

Haas Michael . 
Nikola Johann . . 
Demelich Johann . 
Petz Carl 

Hlawadek Wenzel . 
Ziegler Franz . . 
D'Ahsberg Erik . . 
Gordon Carl, Baron 
Kheres Johann von • 
Kratochwil Friedrich 
Wassermann Franz, v 
Kooy Konrad . . 
Straka von Kriegsfeld 

Friedrich . . . 
BQschel Jakob 
Selinka Wenzel 
Pokorny Alois 
Simon Johann 
Quandt Ednard . 
Leypold Johann . 
Rinteln Anton 
Kheyl Wenzel . . 
Mazzoni Peter . . 
Asnago Clandins 
Qoissani Peter 
Ronciglio Paul . . . 
Gavalotti Hieronimns 
Schofifenhaner Franz 
Hruschka Emanuel . 
Janotta Franz . . . 
Jeppige Johann . . . 

Pirkle Josef 

Weigl V. Löwenvarth 

Josef, Baron . . . 
Wilhelm Ignaz . . . 
Flick Wilh., Ritter v. 
Rantzan Carl, Baroi . 
Fleischer Ferdinand, 

Baron 
Wimmer Peter . • 
Szeth Johann . . . 
Nowak Johann . . 
Edlenbach Johann, v 
Zemlitzka Josef . . 
Spinetti Johann, von 
Landwehr Johann . 



F. Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. Anmerkong Abgang 

1814 —-. — — — - 1818 3 

1814 — - — — — - 1817 q 

1814 -. — — — - -. 1826* 

1814 1828 1832 — — — 1814 Silb. M. 1838|i 

Anna6«Krmiz 

— - 1814 - — - — 1815t 

— 1814 — — — — - 1819« 

— 1814 — ^ — — — 1816p 

— 1814 1830 - - — — 1844 1 
1814 -.- — -.— — 1817 p 
1814 — — — — - — 1816 3 
1814 — — — -.— — 1816 g 
1814 1829 1833 1844 — — — 1849p 

1814 - — — — — - 1816p 

1814 — — — — - — 1821p 

_ — 1814 — — — — 1816« 

1814 ----- - SUb. M. 1816p 

— 1814 - — — — — 1815p 

— 1814 — - - - — 1820p 
1814 — — — — — — 1818 « 

1814 — — — — — — 1828« 

1815 - — - - — — 1821p 

— - «. 1815 - — — 1815« 
1815 — — — - - - 1815p 

— 1815 — - — - — 1817 g 
1815 — — — - - — 1815p 

— — 1815 — - - - 1815« 

— 1815 - — - — — 1816p 

— - 1815 — — — — 1816 p 

1815 — — — — — — 1822p 

1815 ------ — 1821p 

1815 — — — — — — 1817 t 

— -. 1815 - — — - 1816« 
1815 — — — — — — 1818« 

1815 - — — — — — 1819 g 

— ~ - 1815 — — - 1816p 

— — — — — 1815 M. Th.-0. 1817« 

1809 

1815 — — - — — — 1828« 

1815 — — — — — — 1820« 

— 1815 — — — - — 1816« 

1816 — - — — — — 1820t 
1816 1829 — — — — -. 1830« 

_ ; _ — 1817 - — - 1819« 

_ 1817 — — — — 1820« 



313 



N a m • 

Orinninger von Wahl- 
feld, Johann . 
Grosananii v. Stahlborn 

Franz 

Schwarze Ernst . . . 
Bemkopf Stockart Carl 

Ritter von .... 
Altgeyer Anton . 
Karrass Johann . , . 
Werner V. Schallenberg 

Johann 

Weidenthal-Gemperle 

Anton Yon- .... 
Sartorins Lothar £dl. v. 
Tdsinger Franz . . 
Ferner Johann .... 
Hess Carl .... 
Lenchtenberg Hron 

Johann von .... 
Platzer Johann . 
Strahler von Wolgen- 

berg Anton . . 
Komann Wenzel 
Hofmann Max 
Berger Johann 
Laske Josef . . . 
Luxer Peter . . . 
Hahne v. Waffentrea 

Carl 

Schahmann Wilhelm . 
Koller y. Kolleg Leop. 
Malier von Hailerstein 

Georg, Baron . 
Bosenbaam Alois Bitter 

von 

Petzold Carl von . . 
Bayski Leo von . . . 
Bienefeid v. LSwenkron 

Franz 

Bippke Michael, Bar. 
Pöllnitz Carl, Baron 
Baaer Johann £dl. ▼. 

Adelsbach .... 
Kreith v. Kreathenthal 

Carl 

Herrides Thaddäas, Br. 
Amrein Anton . . 



F. Obli. Hpt. Haj. dwil. 

- — 1817 - - 

~- 1817 1831 1843 1845 

- 1817 - — - 



Ob. Anmerkuog Abgang 
— Aimee-Kreuz 1820^ 



» 1* 



1817 1829 1833 — — — — 

1817 - — — - — - 

— — 1817 — — — Armee-Kreuz 

1817 — — — — — - 

1817 - — — — - — 

— — 1817 — — — — 

— 1817 — — — — Armee-Kreuz 

— — — 1817 — — Armee-Kreuz 

— 1818 — - — - - 

1818 - — — - — - 

1819 - - - _ - 



1819 — — - — 

1819 1829 — — — 

1819 — — — — 

1819 — — - — 

1819 - — — - 

— — — 1820 1821 



— Armee-Kreuz 
1830 — 



1820 1830 1833 — — 
1820 1830 1834 — — 
1820 1830 1834 — — 



1848i^ 
1819 g 

1834p 
1821i> 
1833i> 

1819 < 

1819* 
1833p 
18231? 

1821t 
1820p 

1819* 
1823p 

1819* 

1830* 

1821p 

18231? 

1824p 

1832p 

1838p 

1835 1 

P 



— — — — — 1820 Armee-Kreuz 1830GM. 

— 1821 1831 — — — - 1838* 
1821 — — — - -. — 1828* 
1821 1830 1835 — - - — 1847p 

— — 1821 1830 1832 Armee-Kreuz 1839GM. 

1821 — - — — — — 1828* 

1821 — - — — — — 1821* 

1821 — — — — — — 1816* 

1821 — - — — - - 1827<j 

1821 1831 1835 — — - — 1841p 

1821 — — — — — — 1826 q 



314 



Name 

Lippka Johann . . . 
Schulz V. Sternwald Carl 
Neuberg Eduard, Ritt. v. 
Lemair Alexander . . 
Bachant Johann . . . 

Jahn Josef 

Kleinberg Johann . 
Völkel Philipp . . 
Neuberg Wilhelm, 

Ritter von .... 
Weltrowsky Johann . 
Canal auf u. zu Ehren- 

herg, Carl, Baron . 
Humburg Joh. Rit. ?. 
Pizzala Ludwig . . 
Kiegler Carl ... 
Troyer v. Aufkirchen 

Eduard 

Jangling Johann von 
Cerini de Monte Yarchi 

Franz, Baron . . . 
Weiss Vincenz • . . 
Netzer Eduard . . . 
Hacke Philipp, Bar. . 
KBnigl Aiois Graf . . 



Schrott Ludwig . . 
Siegl Eduard . . 
Guggenberger Johann 
Hoffhiann Edier von 
Wendheim Phiiipp . 

Piohier Franz . . . 

Purkart Franz . . . 
Hopf Josef ... 
Prohaska Hermann 

Ritter von .... 
Terschtl Lorenz . . 
Braun v. Praun Anton 

Melzer v. Bärenheim 
Eduard 

Niederweger Josef . . 

Kraus Wilhelm . . . 

Korber Wenzel . . . 

Salins-Lamezan Josef 
Baron 



P. Oblt. Hpt. Maj. Obfitl. Ob. AamerkaBg Ab^ng 

1821 1831 — — ~ - 18359 

1821 1831 1837 — — ~ — 1837« 

1821 1832 1833 1840 — - - 1842p 
lh22 — _ — — — — 1826t 

1822 — — — — — — 1828 t 

1822 — — — — — — 1823* 

— — 1822 1834 — — — 1837 < 

1823 1830 1833 — — — ArmeeKrauz 1836p 

1823 ^ — - — - — 1826 g 

1823 1832 1838 - — — — 1832« 

1823 1832 _ - — - - 1840p 

1823 1832 — — — - 1834 t 

1823 1832 — - — — - 1834« 

1823 1833 — - — — — 18363 

1823 1833 1839 — — - - 1846p 

1824 _ — — - _ — 1828« 

1824 — — - — — — 1827 g 

1824 — — — - — — 1826 t 

1824 — — - — — - 1825« 

1825 - — _•—— — 1826« 

1826 — - '^-'' - — 1849 1850« 

Oe.-E.-K.— R. 
M.-V.-K.— K.-D. 

1826 ---. — - - 1833 t 

1827 — — — — — - 1849p 

— 1827 — — — — — 1880« 

1828 1831 1834 1848 1849 1849 1849 1854GM. 

M.-V.-K.-K.-D. 

— — — 1828 1832 — Annw-Kreuz 1832 t 
1828 1831 - - - — „ „ 1836p 
1828 1830 — — — - - 1834« 



1828 1833 - - — 
1828 1831 1834 - - 
1828 1834 1841 1849 1854 



1828 1834 1840 

1828 — - 

182S — — 

1828 — — 



— 1836 p 

— 1840p 
1849 1856« 

M..V.-K.— K.-D. 



1844 p 
1834 g 
1833« 
1833« 



1828 - 



1831t 



315 

Name F. Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. Anmerkang Abgang 

Böh Franz . . . 1828 - - — — — - 1833t 
Kuntralitz Ritter von 

Woriechofeky, Ed 1829 1834 — — — — — 1842 p 

HolTer v. Wehrfeld Fr. 1829 1834 1841 1849 — — — 1852 p 

Schembera Franz . . 1829 1832 1838 — — — Armee-Kreuz 1843 p 
Lürwald Christian 

Ritter von . . . 1829 1835 — — - - — 1838 t 

Molitor V. Ortwein Job. 1830 1836 1843 - — - - 1849 p 

Graf V. Qrtenburg Carl 1830 1836 1843 — — — - 1845 1 

Nehem Emanuel, von 1830 — — — — — — 1839 g 

Fiatka Moriz, von . . 1830 1836 1843 1850 1859 1849 1859 e 

M.-V.-K— K.-D. 

Benko Anton, Ritter v. 1831 1836 1844 — — - — 1849 1 

Mariceloh Johann . . 1831 1836 1844 1850 — ~ - 1850 p 

VoUmar Jobann . . . 1831 1837 — — - — — 1838* 

Hiyek Franz .... 1831 1838 1845 — . - — — 1848 p 

Krebs voi Sturmwall 

Anton 1831 1838 1846 1854 1859 1849 1860 t 

M.-V.-K.— K.-D. 
Dalmata v. Hidegbet 

Josef 1831 1838 1846 — — - - 1848p 

Scbmaucb Franz . . 1831 L — — — — — 1834« 

Seitz Adolf 1831 — — — — — — 1835 t 

Hopfem V. Aicbelborg 

Ludwig 1831 1889 — — — - — 1846 p 

Babitsch Franz . . . 1831 — — — — — — 1885* 

Feilitsch Carl, Bar. . 1831 1835 — — - _ — 1843p 

Stern Johann .... 1831 1835 1841 — — — — 1848t 

Fabian V. Breitenwiese, 

Josef — 1831 - — — — — 1832p 

Freissler Franz ... — 1831 — — — - — 1834t 

Schramek Alois ... — 1831 — — - — — 1833* 

Nowak Franz .... — 1831 1836 - — — — 1841p 

Weidenfeld Carl, Rit. V. - 1831 — - — — 1821p 

Nicodem Kaspar ... — 1831 — — — — — 1835 p 

LhotUkv.Lhotty.Carl 1831 1839 1848 — — — — 1849* 

Lutzer Franz .... 1831 1840 1848 — - — — 1850 p 

Wietz Alois 1831 — — _. — — — 1838t 

Martinek Leopold . . 1831 1841 1848 - — - — 1859 p 

Pietsch Anton . . 1831 — — — — — — 1834 <? 

Boroalnl v. Hohenetern 

Joeef, Ritter ... — — — 1831 1839 — Arm«e-Kreuz 1843* 

Falkner Josef .... 1831 1841 1848 — — — — 1850 p 

Preusser Carl ... 1831 1842 1848 — — - — 1853 p 

Schmatz Adolf . . . 1831 1843 1848 — — — — 1853 p 
Millitz von Mahlisburg 

Rudolf, Ritter . . . 1831 — — — — — — 1833* 



316 

Name F. Oblt. Hpt. Mtj. Obitl. Ob. Aanerkun« khgßjng 

BuBchek Friedrich . 1831 1843 1848 - - -- — 1849p 

Wirth Joflef 1831 1843 1848 — — - — 1860« 

Auge Johann .... 1831 — _ — — — — 1838* 

Horadck WUhelm . . 1831 1844 1848 — — — — 1849 t 

Zailer Anton .... 1832 1840 — — — — -. 1840« 

Rudtorffer Franz, Rit. V. ~ ~ — 1832 1833 1839 Armae-Krwz 1845 t 
Lichtenf eis - Peithner 

Franz, Ritter von . 1832 — — — -.— — 1834« 
Marziani v. Sacile 

Moriz, Ritter von — 1832 — — — — — 1832« 

Schmid Ferdinand . . 1832 - — — — — — 1842H- 
Hopf von Hopfenstern 

Augnstin 1832 1845 — — — — — 1847t 

PKsohaftFried., Ritter V. — — — 1832 — — — 1835p 

Brem Gustav . . . 1832 1846 1849 — — — — 1859 p 
FUrstenherg Franz, 

Landoraf — 1832 — 1844 1848 1849 1849 1849t 

Oe. L.-O.— R. 

Eypert Ludwig . . . 1832 1846 1849 — — — — 1853 p 

Coletty Carl, Baron . 1833 1832 — — — - — 1833« 

Dittmann Dominik . . 1833 1846 1849 ~ — — ^ 1849 p 

Homme Vinoenz ... — — — 1833 — — Armee-Kreuz 1834 p 

Czemy Johann . . 1833 — — — — — — 1846« 

Dlauhy Anton . . . 1833 — — — - — — 1837 « 
Latour Baillet de Josef, 

Graf 1831 1833 1838 - - — — 1839« 

Maschka Franz . . . 1838 — — — - — — 1837« 

Rosenberg Alfred . . 1833 1847 1849 . — - — 18584} 
Zobel V. Giebelstadt 

Dagobert, Baron . . — 1833 -. — — — — 1837 t 

Kunz Anton .... 1833 — — — — — — 1834q 

Böh V. Rostkron Josef 1833 1847 1849 — — — 1849 1868« 

M.-V.-K.— K.-D. 
Ck)ecklberghe Carl, 

Ritter von ... . — 1833 — — — — — 1836p 

Unschuld Wenzel . . 1833 — - — — — — 1834« 

Kohaut y. Eichenkron 

Gustav, Edler von . 1833 — — — -^ — — 1834« 

Razumofsky Max, Graf — 1833 — — — — — 1839 q 

Mohr Bernhard . . . 1833 — - — — - — 1844 t 

Kalnoky Alexander . 1834 — — — -^ — — 1838« 

Kostka Ferdinand . . 1834 — — — — — — 1848 t 

Rummerskirch Albert 

Baron -.1834— - — — — 1938p 

O'Donnel Moriz, Graf 1834 — — — - — — 1835« 
Schwarzer v. Helden- 
stamm Edmund . . 1834 1848 1849 — — — 1848 1852« 

Oe. E.-K. — R. 



317 



Name 

Pleschner Carl . . . 
Bailog de Manco-Buch 

Anton 

Goadenhoven Fried. 

Graf 

Wegerich Franz . . . 
Paar Wenzel, Graf 
Rnschitzka Johann, 

£dler von .... 
Barbier Lorenz . . . 
Zaborsky v. Zabora . 

Ludwig 

Pflflgl Heinrich, Edl. v. 
StiUfried Philipp, Bar. 
Grömling Emanael 

Fanta Carl 

De Prez Grassier Carl, 

Baron .... 
Jongblut Nikolaus 
Kerpel Heinrich . 
Konenberg Alfred 
Zajiczek Friedrich 
Heidler Wilhelm 
WlmplTen Christian, Bar. 
Steinmetz Franz, Bar. 
Mayer Eduard . . . 
Boden Franz, Bar. . 
Linhof Ferdinand . . 
L5wen«tein-Werthelm 

Wilhelm, FBrst . . 
Malletz Philipp . . . 
Nienland Josef Graf 
Vetter Franz .... 

Wrbna Dominik, Graf 
Pischevich Michael 
Schttnau Johann, Baron 
Bourdeville Böig de 

Angelus 

Reitz Wenzl .... 
Balbi Dominik, Bar. . 
Woytidek Leo .... 
Gugg V. Guggenthal . 

Josef 

Kirchner v. Neukircfaen 

Carl 

Pohl Josef .... 



F. Obli. Hpt. Maj. Obsil. Ob. Anroerlntiig Abgang 

1834 - - — ^ _ — 1841p 

— 1834 — - - — - 1834p 

1834 — — — — — — 1841p 

— 1834 — — - — — 1836p 

— 1834 — — — — — 1837« 

1834 1844 — — - — — 1845t 

1834 1848 1849 1861 — — — 1862p 

1834 1848 1849 — — — — 1357p 

1834 1848 1849 1862 — - — 1862 p 

1834 1844 — — - - - 1840<2 

1834 -. — --— — 1844t 

1835 1848 1849 — — — — 1867 p 

1835 _«-.__— — 1836« 

1835 — — — — — - 1837t 

1835 1842 1848 — - - - 1852p 

1835 — — - — - - 184U 

1835 - — - - — - 1840p 

1835 -.- — _- - 1840c 

— — — 1835 - — — 1886p 
1835 — — — — — - 1838* 

1835 1848 — — ~ — — 1851p 

— 1835 - - - — — 1836t 

— 1835 — — — - — 1840p 

— — — 1836 — — 1838t 

1836 — — — — ~ — 1848t 
1836 1849 — — — — - 1848p 
1836 1845 1849 - — - 1840 1855 p 

M.-V..K.— K..D. 

— 1836 — — — — — 1842t 

1836 - — - — — - 1838t 
~ — -- 1837 - — — 1846p 

1837 — — — — — - 1842? 

— 1837 — — - — - 1841t 

— 1837 - — — — — 1840t 
1837 1848 1849 - — - — 1862 p 

1837 ----- - 1846t 



1837 1839 



1847 1857 
1837 - 



1857 t 
1838p 



318 



Name L. Oblt. Hpi. Maj. Obstl. Ob. Anmerkung Abgang 

Einsredl Carl, Qraf . . - — - 1838 — - - IMßq 

Walz Georg .... 1838 1848 _ — — — — 1849t 

Gofnn V. Gotthardaburg / 

Franz 1838 1848 1849 1863 - — 1849 1868p 

M.-V.-K.~K.-D. 

Koeck V. Staddmfeld 1866 Oe.-£.-K.— R. 

Carl . 1S38 - — — — — - lÖ48i 

Schindler Georg, Rit. v. 1838 1848 1849 — — — — 1862« 

Eiveiioh Cari, Ritter v. - 1838 1844 1850 — ~ — 1862« 
Van Swieten Egidios 

Baron — 1838 — - — — — 1843« 

Birndt Johann — 1838 1847 1859 - — ~ 1860 t 

Zonfal Josef ... — 1838 1839 — - — — 1845p 

Lachmann Andreas , 1839 — — — — — — 1844 1 

Mraz Anton ... 1839 — — — — — — l84Hp 

Puteany Vincenz, Bar. 1839 — — — ~ — — 1840 t 

Schiffneder . . 1840 — — — — — - 1840 f 

Bernkopf-Stookar, 

Ritter von — — 1840 1845 — -^ — I848t 

Czerny Franz, Ritter v. — 1840 —-_-__ — i848q 

Mandl Rudolf, Baron — 1840 — — — — — 1842 1 

Stillfried Carl, Baron 1840 — — — - — — 1846 t 
Windischgr&tz Hugo, 

Fürst 1840 — — — — — — 1841t 

Müller Franz .... 1840 1848 1849 - — — — 1857t 

Roscht Ludwig, von . 1840 1848 1849 — — — — 1854 1 

Zdekauer Josef . 1840 — — — — — — i845t 

Bayer von Bayershurg 

Joaef . . . • 1840 1844 1848 1860 — — — 1863p 

Maschka Josef . . . 1840 1848 1850 — — — — i853t 

Lützow Johann, Bar. 1840 — — — — - — 1843 1 

Herdiborsky Maxmiüan 1841 1848 — — — . — i852t 

Stefan Emannel . . . 1841 1848 1852 — — — — 1849 p 
Piatrik-Lanzenberg 

Ladislaus . . 1841 1848 1849 — — — — 1860 1 

Skriba Georg, von . . 1841 — — — — — — 1847 q 

Korren Carl 1841 — — — — — — 1847 q 

Nieuland Carl, Graf . 1842 1848 1853 — — — — 1859 p 

Monteououli Ludw., Graf — — — 1842 1845 — — 1848 <2 
Boursier de Montureux 

Carl, Graf . . . 1842 — — — — — — 1844^ 

Sauer Carl, von . . — — 1842 — — - — 1849 t 

Rhode Friedrich, Graf — — 1842 1849 — ~ 1849 1857 p 

M.-V.-K.— K.-D. 

Henriquez Hugo, von 1842 1848 1853 - — - — i859t 

Lamm Wilhelm . . . 1842 1848 1853 — — — — 1860 1 

Fischer v. See, Carl . 1843 1848 1853 — — — _ i863t 



319 

N a m • L. Oblt. Hpfc. Maj. Obstl. Ob. Anmerkang Abgang 

Vilatta V. Yitalburg 

Johann, Ritter . . — 1843 — — — — — 1844 1 

Henneberg Carl, Bar. — 1843 — — — — _ 1848 p 

Thurn Anton, Graf . — 1843 — — — — — i849t 

Schmidt Balthasar . 1843 1848 1854 1866 ^ ^ ~ 1871p 

Nagy-Buk Ludwig, v. 1843 1848 1854 — — — — 1860 1 

Rössler Ludwig Edl. v. 1843 1848 — — ~ — — 1849 p 

Jettmar GusUv . . . 1844 1848 1855 — — — — 1858* 

Kersting Adolf . — 1844 1848 — — — — 1849p 

Reislng V. Reiainger Carl — 1844 1848 1860 — — 1849 1862 p 

M.-V.-K.— K.-D. 

Schubert Julius . . . 1844 1848 1856 — — — _ 1859 p 
Gondrecourt Leopold, 

Graf 1844 1844 — — — — — 1848* 

Jakob Josef 1844 1849 — — - — — 1854* 

Wattek Alois . . . 1844 1849 — — — — — 1850* 
Thun-Hohenstein. Fr. 

Graf 1844 — - — — — — 1847* 

Kragora Franz . . . 1844 1849 1857 — ~ — ~ I862p 

Stauder Gustav . . — 1844 — — — — — 1848 p 

Pozza Nikolaus, Graf 1844 1849 _ — — — — 1851* 

Fries Viktor, Graf . - 1846 — — - — - 1852* 
Khn Edler v. HOlleshofiBii 

Hernann - 1845 1848 1860 — ~ — 1865p 

Habermann Heinrich» 

Edler von .... 1845 1849 — - — - 1849 1852* 

M..V.-K.-K.D. 

Montalban Alois, Conte 1845 ~- — — — — — IMlq 

Wöber August, Bar. . — 1845 — — — — — 1854 1 
Luttich V. Luttichheim 

Friedrich ... . 1846 - — — — — — l846q 
Seer Ritter v. Baier 

Carl 1846 1849 1857 — — - — 1859* 

Wunschheim Ritter v. 

Lilienthal Adolf . . 1846 1849 1857 — - — 1849 1857 * 

M..V.-K.—K.D. 

Strasser Anton . . 1846 1849 - — — — — 1859 p 

Kolbv.Frankenheld Franz 1846 1849 1858 1869 1876 — 1866 1877* 

M.-V.-K.— K.-D. 

K..M. 
Rhemen v. Bahrensfeld 

Freiherr Eberhard 1846 1849 1859 — - - - 1866p 

Jeppige Anton . . 1847 1849 — — — _ — 1868* 

Schubert Josef . . . 1847 1848 — — — — — 1858 p 
Wunschheün Ritter v. 

Lilienthal, Johann 1847 1849 - - — — — 1853 t 

Frieberger Gustav 1847 1849 1859 — — — - 1861« 



320 



Name L. Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. Anmerknnf Ab^ng 

Nieke Friedrich . . . 1847 1849 1869 — — — — 1861 q 

Doleisch Gustav . . 1847 1849 — — — — — 1850^ 

Friedberg Emanuel, v. 1847 1848 — - — - 1849 1849 t 

M.-V.-K.~K.-D. 
Nieviadomsky 

Thaddäus, von . — 1847 1848 — — — — 1849 p 

Bylandt Alex., Graf . 1848 1849 — — — — -^ 1853 <2 

Schmitzer Johann . . 1848 1849 1859 _ — — _ 1861 p 

Kraflft Vincenz . . 1848 1849 - — — — — 1851* 

KisB Josef 1848 1849 _ — - — — 1852* 

Fischer V. Feldsee, Carl 1848 1849 1858 _ _ - — 1863 t 

Wirth Carl . . . . 1848 1849 — — — — — 1858p 

Podhradetzky Leopold 1848 1849 1859 — - - 1849 1860« 

M.-V.-K.-K.-D. 
Grossmann v. Stahlbom 

Josef 1848 --. — -- (Seite 331) 1849 t 

Gerlach Hugo . . . 1848 1849 — — _ — — 1857« 

Tysskovsky Jakob, v. 1848 1849 1859 — - _ — 1860 1 

Henricy Carl . . 1848 1849 — _ _ -^ 1849 1850* 

M.-V..K,— K..D. 

Kraflft Heinrich . . 1848 1849 — — _ — — 1850 t 

Fiala Johann .... 1848 1849 _ — ~ — 1849 1853« 

M..V.-K.— K.-D. 

Pilny Martin . • . 1848 1850 1859 — ~ — _ 1860 t 

Heiversen Carl, Bar. . 1848 1851 — _ — — _ i851t 

Wolf V. Wildenau, Aug. 1848 1895 — — - _ — 1863p 

Ivanich Carl .... 1848 — — — — - — 1849 t 

Probst Josef .... 1848 — — — — — — I853p 

Weitenweber Eduard 1848 1851 1859 - — — 1848Süb.M. 1863t 

Schott Franz .... 1848 — — — — — 1848Silb.M. 1854« 

Ullrich V. Ullrichsthal 

Herman ... 1848 — — — — — — 1848t 

Szenpetery Peter, von 1848 1848 1849 — — — — I852t 

Kttnzel Eduard . . . 1848 — — — — — — I849t 

Seiinka Wilhelm . 1848 1852 1859 — — — — I860p 

Fautz Anton .... 1848 1853 — — — — — 1855t 

Artmann Ferdinand . 184& — — — — — — 1853 1 

Gerisch Anton . . . 1848 1853 1869 — — — 1848Süb.M, 1861t 

PUk Franz 1848 1853 1859 — — — — 1864p 

Schwarz Ludwig . . . 1848 1854 1859 — — — — 1860 1 

Schönfeld Franz Kit. V. 1848 — — — — — — 1849 t 

Dworiak Franz 1848 — — — — — — 1854 t 

Erfurth Adolf .... 1848 1854 1859 — — — — 1862 p 

Hess Emil .... 1848 1854 1859 1874 — — K.-M. 1874 1 

Swoboda Wenzel . 1848 1864 1859 — — — 1848Silb.M. 1870 p 

1866 M.-V.-K.— K.-D. 

HuBchek Alexander 1848 1854 1859 — — — — 1860 t 



321 



N » m • 



L. Obli. Hpt. Maj. Obttl. Ob. Aninerkuiig 



- - -« 1848 - - 

— - 1848 _ - - 

- — 1848 — ~ — 

— — 1848 - - - 



Abgang 

1852e 
1852 e 
1848^ 
1849 <2 



1850p 

18481» 
1848i> 



Saak Eduard .... 1848 

May Josef .... 1848 

Lamberg Anton, Graf 1848 
Berg Gustav, Baron . — 
Sepp von Seppenbarg 

Angnst 

Troyer v. Anfkirchen 

£duard 

Melzerv. BarenfeldEd. 
Canal auf u. zu Ehren- 
burg Carl, Baron . — — 1848 « — — — ISöOp 
Stemdahl Georg, Bar. 1848 - - — — — - isöOp 
Nieuland Josef, Graf . 1848 1849 ~ — — ~ — 1851 jp 
Papp Johann . . 1848 — — — — - — 1848t 
Tessarz Eduard . . . 1848 — — — — — 1848 Stlb. M. 1854« 
Radoicsicb Gabriel . 1848 1854 1859 — — 1849 M.-Y.-K. 1860« 

KD. 

Hostosch Kaspar 1848 1855 - — — - — 1862jp 

Huber Carl . . . 1848 1855 1862 — — — - I865jp 

Scheiner Johann . 1848 1856 — — _ _ — I861jp 

Deputowicz Johann . 1848 --. — — — — 1858 

Slawik Anton ... 1848 - — — — — — 1850t 

Brosche Josef ... — - 1848 — — — — 1850jp 

Hartmann Franz . . 1848 1857 1862 — — ^ — I865i> 

Fiala Johann .... 1848 -- — —.— _ 1851 q 
Bodakowski Franz, 

Ritter von .... 1848 1849 — — — — — 1852 1 

Brestel Carl .... — 1848 1854 - — — — 1856 c 

Buratti Josef . . . 1848 — - — — - _ 1852t 

Zeleny Adalbert . . . 1848 1858 - — _ — _ i862jp 

Kölgen Wenzel . . 1848 — — _ — — — 1854 1 

Kozel Rudolf .... — - 1848 - — — - i850p 

Wallaschek Theodor 1848 1858 — — — — ~ I859i> 

Honsig Johann . . . 1848 — — - — — — 1859p 

Lohr Johann .... 1849 1858 — — — — — 1860 t 
Luxer Wilhelm, Edler 

von Mohrfeld . . . 1849 1859 1863 — — — — 1864p 

PoUaczek Johann . . 1849 —-.-. — — 1848 Sllb. M. 1850 1 

Wagner Josef .... 1849 1859 1862 - - — — I864i> 

Ordnung Friedrich . 1849 — — — — — — 1850 t 

Hess Franz . . 1849 1859 1863 - — — 1866 — 

M.-V.-K. - K.-D 
K.-M. 

Dostal Engelbert . 1849 1859 -. — - — — 1864p 
Jenik Ferdinand, Ritt. 

von Zazadzky-Gam- 

sendorf . .1849 1859 1864 - — - — 1872p 

Geschiebte des 28. Inf.-Rgmts. 21 



322 



Schlögl Christian . . 
Jaburek Johann . . . 
Kanka Johann . . 
Werther Heinrich v. . 

Burka Alois 

Lummer Anton . . . 
Prasky Johann . . . 
Yorderegger Friedrich 
Wizina Franz .... 
Lasberg Carl, Freih. v. 
Görner Georg ... 
Prohaska Hermann, ' 

^reiherr 

Stadimann Franz . . 
Buffa Emil, Freih. y. 
Jenik Dyonis, Ritter y. 

Zazadsky-Gamsend . 
Janker Georg .... 
Rudolf Georg .... 
Markel Wolfgang . . 
Zembsch Carl . . . 
Pechio von Weitenfeld 

Wenzel 

Geischütz GustäY . 
Prokopp Johann . . 

Ciiek Carl 

Massner Lorenz . . 
Bechini Wenzel . . 
Wernhardt Franz . . 
Lill Y. Lilienbach £mr. 
Mr&z Josef . ... 
Haraskiewic Nikolaus 
Körber Wenzel . . . 
Prucha Josef .... 
Goffin Hermann, Edl. 

Y. Gotthardsburg . 
Swoboda*Martin . 
Eölgen GustaY 
Jungbaner Josef ■ 
Jarrosch Josef . 
Kooh Ferdinand . 
Haberditzl Anton 
Bennesch Johann 
Mollinger Gustav 
ünger £manael . 
Schröder Guido . 
Hodek Eduard • 



h. Oblt. Hpt. Mmj. Obstl. Ob. Anrnm-kaDg Abgang; 

1849 ----- - - 1860e 

1849 —•— — -— — 1856e 

1849 -.- — — — — 1849d 

1849 — — — — — — 1855« 

1849 — — — — ~ — 1859* 

1849 -..---— — 185U 

1849 1859 1864 — — — 1848 Sllb. M. 1867|> 

1849 - - - - — - 1849t 

1849 - - — — - — 1868t 

- — 1849 — - - — 1849 jp 
- 1849 — — — — 1850p 

_ 1849 — - — — — 1850* 

1849 — — - — — - 1850t 

— 1849 1858 — — — - 1858* 

1849 ----- - 1859t 

1849 1859 - - - - - iSGOq 

1849 1859 1864 - — - — 1867 p 

1849 1859 l>i63 - — — — lÖöTp 

_ _ 1849 - — — ^ 1849* 

1849 1859 - - - - - 1860p 

1849 ----- - 1851<2 

1849 1859 — — — — 1848 Sllb. M. 1860* 

1849 - — - - - — 1849* 

1849 - - - - - - 1860t 

1849 - - - - « - 1849* 

1849 1859 1864 — - - — 1869p 

1849 - - - - - - 1856t 

1849 1859 1864 — — — - 1865p 

1849 - - - - - - 1856^ 

1849 ----- - 1851<2 

1849 1859 1864 — — - 1849 Sllb. M. 1869* 

1849 — — — — — — 1866« 

1849 1859 1864 — — — — 1865p 

1849 - - - - - - 1854« 

1849 - - - - - - 1859p 

1849 1859 — — - - - 1860* 

1H49 1859 1864 1876 - - 1848 Sllb. M. 1876p 

1849 — — — — — 1849 Sllb. M. 1856p 

1849 — — — — — 1848 Sllb. M. 1857* 

1849 1859 1864 - — - — 1868p 

1849 1859 — - - — - 1864* 

1849 - - - - - - 1852* 

1849 - - - - - - 1853* 



323 



Kam« 

Wendler Adalbert . . 
König Wenzel .... 
Horina Anton . . . 
Suschanka Johann 
Schratt Ferdinand . . 
Chotek Otto, Graf. . 
Wilfling Emannel . . 
Pawikausky Wenzel . 
Brandenateln Fried, v. 
Sommer Josef . . . 
Ellrich Karl .... 
Schurda Wenzel . . . 
Kriegelstein Ritter von 
Sternfeld 

Ludwig8dorfWilh.,Br. 
Garkisch Wenzel . . 
Böhmel Jakob . . . 
Veoaey von Heinaoakeff 

Eduard, Graf . . . 
Kohout Julius . . . 
Riedwald Maximilian 
^ejschera Wilhelm . 
Sermage Koloman, Graf 
Kratter Alois . . . 
Rainer v. Lindenbflchl 

Franz 

Swoboda Josef . . . 
Bradka Adolf ... 
Koller Josef ... 
Fielek Heinrich . . • 
Kniestedt Wlh. Freih. v. 
2iw8a Gustav .... 
Mettikosch Gabriel . 
Künzl Mathias . . . 
Lorenz Adolf .... 

Kremlidka Adolf. . . 
Henikstein Friedrich, 

Ritter von .... 

Walz Julius 

Binder Friedrich . . 
Kundmann Carl . . . 
Ofner Franz .... 
Krauss Moriz .... 
Reising, Freiherr von 

Rcisinger Maximil. 



L. Obli. Hpt. Maj. Obt,tI. Ob. Anmerkung 

1849 — - - - _ _ 

1849 1869 1864 — — ~ — 

1849 1859 — — — — 1849 Silb. M. 

1849 1859 ~ - — ^ — 

1849 — — — — — 1849 SJIb. M. 

— 1849 ^ — -. — _ 
1849 -.-__— __ 

1849 — — — — _ _ 

- — - - 1860 — - 

1850 1859 1865 — - — ~ 

1850 - - — _ — _ 

1851 1859 — — — — _ 



Abgang 

1854^ 
1865p 
1860 p 
1863 1 
1850^ 
1849 t 
1860 t 
1851 1 
1861t 
1871p 
1861t 
1860 t 



- — — - 1851 - 1848 1864p 

M..V.-K. — K.-D. 

- - 1861 - - - - 18647 
1851 - - - - - - 1851t 

1851 1859 - - - - - 1859 p 

- — — 1852 1856 — -^ 1866p 

- 1852 1859 - - - - 1869p 

1852 - - - - - - 1863p 

1852 - - - - - - 1869t 

- 1852 - - - - ^ 1854t 

1852 - - « ^ - - 1867 9 

- - 1852 — - - _ 1866c 

1853 — 1866 - — - - 1869 t 

1863 1859 1865 1877 - - K.-M. 1877 t 
1853 1859 - - - - - 1863 c 

1853 - — — -.— _ 1868t 

- -- 1853 - - - - 1857p 

1864 1869 1866 — — — - 1866 f 
1864 1859 - ~ - - -. 1868t 

1854 ----- - - 1859^ 

1854 1859 1866 — - - 1866 K-M. - 

M.-V.-K.— K..D. 

1864 1869 - - - - ^ 1860 t 



1854 - 

1864 — 

1854 1869 
1856 — 
1856 1859 

1865 1859 

1855 .- 



1869p 

1855 1 
1860 t 
1869 t 
1869p 
1860 t 

1869t 



21* 



324 



Kam« 



Bartosch Yincenz . . 
Springer Johann . . 
Hanger von Kirohtberg 
Carl 



U Oblt. 

1855 1859 

1856 1859 



Hpl ÜIQ- 



Obitl. Ob. ABinerkiiiiif Abgang 

- — — 1860« 

- — — 1866p 



- — 1856 — 



Laveran Viktor Ritter 

von Hinzberg . . . 1856 1859 — — 
Roner Heinrich, Freih. 

von £hrenwerth . . 1856 1859 1866 — 
£ynatten Heinr., Freih. 

von 1856 1859 — — 

Schindelka Franz . 1857 1859 - — 
Pontis Stefan Viktor von — — — — 



1849 1857« 
Oe. E. K. — R. 

1860p 

— 1868 « 



Trayer Heinrioh . . 

Wendler Heinrich . . 
Schohay Edmund . . 
Zach Gustav . . . 
Qoluchovsky Ludwig . 
Haymerle Alois, Ritt. v. 
Ptthony Viktor . . . 
M&ra Anton .... 

Rupprecht v. Virtsolog 
Koloman .... 

Radi Albert . . . 

Eckel Wilhelm . . 

Noltsch Franz . . 

Bomemisza vonAdam- 
föld Adam . . . 

Mauczka Franz . 

Seybold Alexander 

Janowsky Leopold . 

Hartmann Wenzel . 
Fejer de Buk Emerich 
Nowak Franz . . 
Elautschek Johann 

Petters Carl . . . 
Krause Eduard . . 
Röder Egnolf, Freiherr 
von Diersburg . . 



Berg Franz 
Husa Hugo 



_ _ _ 1857 

1857 1859 — — 

1857 1859 — — 
1«58 1859 1870 — 

1858 - - - 
- - 1858 - 

1858 1863 1866 - 

1858 1863 1866 — 



1859 — — 

1859 — — 

1859 1863 1871 

1859 1864 1872 



— — — 1859« 

— — — 1860« 
1857 — 1849 1859« 

M.-V.-K. - K.-D. 

— — — 1861p 

— — -. 1862p 

— — - 1860« 



— — K.-M. — 

— — — 1860<| 

— — — 1859« 

— — — 1866<| 

— — 1849 sab. M. 1877 t 

K.-M. 



1859 - — 

1859 1864 1872 

1859 - — 

1859 1864 1871 

1859 1864 1872 

1859 - - 

1859 - — 

1859 1864 1872 

1859 — — 

1859 1864 1872 



1859 1864 - 
1859 1864 1872 



K.-M. 
K.-M. 



1861« 
1860 4 
1876p 



— — — K.-M. 



1860« 
1876 p 

— - 1860« 

- 1866 A. h. 1871« 
Anerkennung K.-M. 

~ - 1872« 

- — 1860« 
— 1860« 

- 1866 A. h. - 
Anerkennung K.-M. 

— - 1860« 

— K.-M. — 



1859 1864 — - — - 



1866 1866 t 
M.-V.-K. - K.-D. 

— - 1866t 

- 1866 A. h. 1872« 
Anerkennung 



325 



N a m 

Wenisch Viktor . . . 
Nadherny Wenzel . . 
iBo^di Julius .... 
Isak Friedrich . . . 
Servolini Ludwig . . 
Marchesini Ritter von 

Oirolamo . . 
Tuppal August 
Peschka Carl . 
Rudolf Vincenz 
Hofbauer Josei 
Schuh Josef . . 
Eynatten Franz, Freih. 

von 

Dittl Raimund, Ritter v. 



Bolla Gabriel, von . . 
Orottger Jaroslav . . 
Qerstmann Adolf von 
Banblebsky-Sterneck 

Freiherr von Ehren- 

atein, TItus 
Schönbaoh Carl . 
Wessely Ignaz 
Eovacsy Oeorg 
Bechtel Georg . . 
Gurecky Constantin 

Freih. v. Eomic . 
Rzikovsky Leopold 

Freih. von DobHsch, 
Pawek Ludwig . . . 
Matkowsky Wladimir, 

Ritter von . . . . 
Wellich Johann . . . 
Klopfstock Josef . . 

Kosar Carl 

Skarda Heinrich . . 
Sembratoviö Ferdinand 
Carponi Herkules . . 
Obich von Tbumstein 

Alfred 

Ganstein Rob., Freih. v. 
Van Crasbek von Wie- 
senbach Ludwig . . 
Kaiser Friedrich . . 

Mayer Carl 

Czerm&k Wenzel . . 



L. Oblt. Hpt. Maj. Obttl. Ob. ABroerkung Abgang 

1859 — — - — - - 186413 

1859 1865 1873 — - — K.-M. 1873« 

1859 — — — — — — 1861« 

1859 1865 — — - — — 1867p 

1859 __ — ».- - 1869Q 

1859 — — — — — — ISGSq 

1859 — — — — - — 1860« 

1859 1866 1873 — - — K.-M. 1873« 

1859 — — — — - — 1860« 

1859 1866 — — — — — ISHp 

1859 — — — — — — 1860<2 

1859 1859 — - — — — 1859« 

1849 1854 1859 1870 1876 — Oe. E. K. - R. — 

1866 K.-M. 

1859 — — — — — — 18621) 

1859 — — — — — — 1859« 

1859 — — — — — — ISeOq 



«- — --. 1859 - — — 1860« 

«. _ — 1859 — — — 18611? 

1859 1866 1875 - - — K.-M. — 

1859 — - — — - — 1863 t 

1859 — — — — - — 1860« 

1869 — — — — - - 1860« 

— — — — — 1859 — 1859GM 
1859 — — - — — - 1860« 

1859 — — — — — — 1876 c 

1869 1866 — - — - — 18701) 

1859 — — — — — — 1860« 

1859 — — - — — — 1860 <2 

1859 — — — — — — 1862 q 

1859 - — — — — — 1860c 

— — 1859 — — — — 1863« 

1869 — — - — — — 1863 Q 

1859 — _ — — — — 1863« 

— — — — 1859 - — 1859« 
1859 — — — — — — 18651) 

1859 - — — — - - 1864q 

1859 1866 1876 — — — K-M. -- 



326 



H a m e L. ObU. Hpi. Maj. Obstl. Ob. Anmerkang AbgHBg 

Hubs Josef 1859 1866 _ — — — — 1868p 

Hoffinann Andreas . 1859 1866 — — — ~ 1849 Snb. M. 1867p 

Ekerth JMathias . . . 1859 — - — - — — 1862 t 

HorvÄth Ferdinand v. 1859 — - — — — 1866 A. h. 1869« 

Anerkennung 

Kotrousch Ferdinand 1859 — — — - — — 1860 ( 

Naglholz Wilhelm . . 1859 1866 ~ — — - K.M. 1874p 

Kulh&nek Vincenz . . 1859 — — -. — — — 186 Oq 

Krippner Johann . . 1859 — — — —— — 1859 q 

NemanskJ Josef . . . 1859 — — - — — 1860* 

Krix Johann .... 1859 — — -. — — — 1860 q 

Watzke Adolf .... 1859 1866 1876 — — — K.-M. ~ 

Pasch Anton .... 1859 — — — — — — 1860* 

Babor Mathias . . . 1859 — — — - — — 1860q 

Honsig Josef .... 1859 — — — — — — I860e 

Rdchan KigetÄn . . 1859 — — — — — — 1865 q 

Rfldt von Kollenberg, 

Karl Freiherr von . 1859 1866 — — - — — 1866 1 

Illenberger Eduard . 1859 — — — — — — 1860* 

Czemy Franz, Ritter V. — — 1859 — — — _ 1859* 

Hartmann Eduard . . 1859 — — — —— — 1860* 

Schümann Karl . . . 1859 — — — — — — 1863 q 

Eschenbacher Robert 1859 — — — — — — 1860p 

Spachholz Julius . 1859 — — — — — 1859 Sllb. M. 1861* 

Wimpffen zv Molberg 

Adolf Freiherr von — — — — — 1859 — 1859GM. 
Lebzeltern Alexander, 

Ritter von — — — — — 1859 — 1866* 

Lang Heinrich . . . 1859 1866 — - — — — 1868p 

Netuschil Josef . . . 1859 — — — — — — 1868* 

SeldenekFried.,Frh.v. 1859 — — — — — — ISßlq 

Vivenot Alfired, Edl. V. — — 1859 — — — — 1863* 

Till Josef 1859 — — — — — — 1860* 

Janowsky Heinrich . 1859 1866 — — — — K.-M. 1873* 

Hummel Rudolf . . . 1869 1866 1876 — — — K.-M. — 

Miltner Johann . . . 1859 — — _ — — — 1859* 

Dittrich Hugo . . . 1859 — — — — — — 1862^ 

Qogel Otto 1859 — — — — — — 1861p 

EminoYicz Alexander, 

Ritter von .... 1859 _ _ _ — — — 1860* 

Paul Josef . ... 1859 _ — — — - — 1861* 

Schneider Aug. Edl. v. 1859 — — — — — — 1860* 

Reisinger Franz ... — 1859 — — — — — 1861 * 

Erbs Lorenz .... — — 1859 — _ — — 1863p 

Heinrich Franz . . . 1859 1866 — _ — — 1866 1868 t 

M.-V.-K— K.-D. 

Nowotny Alois . . . 1859 — — — — — 1860* 



N » m • 

Baillou Heinrich, Bar. 
Domazlicky Josef . . 
WIderkhern Leopold 

Ritter von . « . . 
Bourcard Franz . . . 
Spengel Anton . . . 
Kuberth Johann . . . 
Eistier Hermann . . 
Dorotka v. Ehrenwall 

Friedrich . 



• • • 



Schostariö Ignas 
Gall Albert . . 
Krämer Josef . 
Wallisch Carl . 
Sitka Gustav . 



Ganz ▼. CronhelmLud. 
Hoiiska Anton ... 

Breoer Ignaz . . . . 
Oschtzadal Edler von 
Miraberg Franz 

Raynaad Hanibal . . . 

Zrelec Josef ... 
Merlet Franz . 



• . • 



Nowotny Carl . . . . 

Kabinek Anton . . . 

Jenik Zazadsky von 
Gamsendorf Hngo, 
Ritter 

Mayerhofer GostaY 

Zaremba von Laaronz, 
Ritter 



Lang Gregor . . . 
Schmidt Heinrich . 

Friederichsen Christ 
Rakowsk} Carl . . 



327 

L. Oblt. Hpt. Maj. Obstl. Ob. ABmArkaug Abgtng 

1859 — — — — — — 1860« 

1859 — — — — — - 1860« 

_ — _ 1859 1860 — — 1866j) 

— — 1860 — — — - 1864JP 

1860 1863 1866 — — — K.-M. — 

— 1860 — — — — — 1863i> 

1860 1866 — — — — — 1873« 

1861 1866 — - — — 1866 J872Ä 

M.-V..K. — K.-D. 

1862 1863 1866 — — — — 1869« 
1862 — — — — ^ — 1862« 

— — 1862 1876 — — K.-M. ISlßp 

— — 1862 — — — — isesp 

— — 1862 1874 — — 1866 1874« 

M.- Y.-K. — iL.*I/. 
K.-M. 
_ __ 1862 — — — — 1863t 

— — — 1862 — — — 1864« 
1862 1866 — — — — -. 1870p 

1862 1866 1876 — _ — 1866 A. h. Q. z. 

Anerkennung Ki-M. 

— — -. 1863 — - — 1866« 

1863 — — — — — — 1866« 

-. «. 1863 — - — 1866 1871p 

M,-V.-K4 — K.*D. 
1863 — — — - — — 1865c 
1863 1866 — - — — K.-M. — 

1863 ----- — 1876<2 
1863 1871 — — — — — ü. c. 

— — - 1863 - — 1859 1869« 

Oe. £. E. — R. 
1866 A. h. Anerkennung K.-M. 
_ — 1863 — - ^ K.-M. 1869 t 

— _ 1863 - - — 1849 1864p 

M.-V.-K.-K.D. 

— 1863 — — — — — 1866^ 
1863 1871 — — — — 1866 ü. z. 

M.-V.-K. — K.-D. 
K.-M. 



328 



Name 

Daublebflky Freiherr ▼. 
Stemeck zu Ehren- 
stein Hermann 
Orrasch Ivo . . 
Niebonr Adolf 
Jansa Johann . . 
Schroll Ferdinand 
Stabenrauch v. Tannen 
bürg Georg .... 



L. Obli. Hpi. MaJ. Obsil Ob. AamerXnng Abgaiic 



1863 1871 — — — — K.-M. — 

1863 — — — — — — 1869« 

— 1863 1870 — — — — 1870« 

1864 — — — -.— — 1867p 

— 1864 1865 — - — K.-M. — 



- — — — 1864 



Bauer Josef . . 
Reinel Johann 
Schnppler Josef 
Gylek Julius . 



Reising von Reisinger 

Otto 

Friedl Johann . . . 
Wosatka Vincenz . . 
Beyrodt Wenzel . . . 
Weber Hugo .... 

Werle Franz .... 
Romanovsky Alexander 

Khem Johann . . . 
Padöra Heinrich . . . 
Ahsbahs Hugo . . . 

Roscht Julius .... 
Prinz-Ziegler August . 
Lernet Anton .... 
Bauer Georg 
Tmka Carl . 



1864 1872 — — — 

_ — 1864 — — 

— — 1864 1875 — 

— — 1864 — — 



1866 1859 1871 1 
M.-V.-K.— KD. 
18660e.E.K. — R. 
K.-M. 

— K.-M. 1874t 

— — 1871 1 

— — 1875p 

— 1859 1866 t 
M.-V.-K. — K.-D. 

1866 A. h. Anerkennung 



1864 1866 

- 1864 

1864 — 

1864 1872 

1864 — 

1864 - 

1864 - 

1864 1872 

1864 — 

1864 — 



1876 
1872 



- - - K.-M. 



. • . 



Novosel Johann . . . 

Kuttig Albin 

Peyl Theodor . . . . 

finatav Karl Friedrich, 
Prinz zu Sachsen- 
Weinar-Eltenach . . 

Suchomel Theodor 
Dotzauer Heinrich . . 
Neisser Josef . . . . 



1864 - 

1864 — 

1864 — 

1864 - 

1864 1866 

1864 1866 

1866 — 



1876 < 
1872 e 

— — — - — 1868t 

— — - — K.-M, — 

— — — - 1866 1866 t 

M..V.-K. — K..D. 

— — - — — 1871 q 
_ — _-_. 1866 A.h, 1871p 

Anerkennuiig 

— — — — K-M. — 

— — — - — 1873p 

— — — — 1866 1867<| 

M.-V.-K.— K..D. 

— — — - — 1866^ 

— — — — — 1866t 

— — — — K.-M. 1874^ 

— — - - — 1868 fl 

— - — — 1866 ü. c. 

A. h. Anerkennung K.-M. 

— - — — — 1872t 
1864 1866 — — — 1866« 

— — — — 1866 A.h. imiq 

Anerkennung 



1866 



1866 — 
1866 — 
— 1866 



1864 Siib. M. 



1867GM. 

1866 t 
1866 p 
1871p 



329 



Name L. Cbli. 

Powa Leopold ... — — 

Towarek Carl . . 1866 — 

Beavard Friedrich, — — 
Ritter von 

Selioize Hernann ... — — 



Schindler Gustav . . 1866 
üeyern Leop., Freiti. v. •— 



Beh Wilhelm . 
Wagner Georg . . 
Schmidts Stefan . . 
Bntta Anton . . . 
Schostari6 Nikolaus 
Huber Carl .... 
Rueber Ferd., Edler v. 
Kiss Ludwig ... 



Palm Heinrich 
Skala Johann . . 
Willitzer Carl . 
Wimmer Wilhefan 
Neviani Anton 
Voigt Heinrich . 
Eiegler Jakob . . 
Hanusch Ludwig 
Betalli Oswald . 



Bressnitzer Otto . 
Kummar Gustav . . . 
Schneider Adolf . . . 
Szent-Imrey Julius, v. 
Weitenweber Wilhefan 
Brawa Carl 

Schuh Johann . . . 

Matauschek Carl . . 

Dusspywa Franz . . 

Neviani Johann . . . 

Gech Anton . . . 

Kavanek Carl . . . 



1866 — 

1866 1873 

1866 — 

1866 1878 

1866 — 

1866 1878 

1866 - 

1866 1873 



Hpt. Maj. Obsil. Ob. Anmexkang Abgang 

1866 — — - — 1866« 

— — - — — 1867« 

— 1866 1866 1869 1866 1876GM. 

Oe. E. K. — R. 
K.-M. 

— 1866 — — 1866 1867« 

M.-V.-K— K.-D 

— ~ — ~ - 1867t 

— 1866 — — 1866 1867« 

M.-V.-K.— K.-D. 

— — — — — 1868<2 

— - - - K.M. — 

— — — — - 1869c 

— — — — K.-M. — 

— — — — — 1870c 

— — - K.-M. - 
_.-„«. -. 1869« 

— — — — 1866 A.h. — 

Anerkennung 
K.-M. 



1873 — — — 



1874 
1874 
1874 
1874 
1874 



1866 
1866 
1866 
1866 
1866 
1866 
1866 
1866 
1866 

1866 
1866 
1866 
1866 
1866 
1866 



1866 1875 — — — 



1866 — -. - — 



1866 1875 

1866 1875 
1866 - 
1866 — 



K.-M. 



1867 c 

1868 c 
1876Q 



— — — - — K.-M. 

— — — — K.-M. 

— — — — K.-M. — 

— — — - K.M. — 

— — — - K..M. 1877 <2 

— — — - 1866 1872 t 

M.-V.-K. -K..D. 

— ~ - — — 1868« 

— -. — — - 1868c 

— — - — — 1867p 
.-. — — — — 1868c 

— - - — — 1867q 

— — — - 1866 1876 p 

Belobung, K.-M. 

— 1866 — 
Belobung, K.-M. 

1866 1868 c 
Belobung 

— K.M. - 

— K-M. — 

— - 1773 « 

— 1866 1869 q 
Belobung 



330 



Name 

Kwis Yincenz . 

Rill Andreas . 

Mrdzek Franz . 
Nowak Ludwig 



L. Oblt. Hpt. 

1866 — - 



Maj. 



Krämer Heinrich . . 
Ghilany de Laci Simon - 
Kees fieorg, Ritter von - 



1866 



1866 1875 
1866 1875 



1866 — -- - — 



— 1866 - — — 



Sauer Benedikt . . 
Mandelblüh Clemens 
Emminger Emanuel 



- — 1866 — 

— 1866 1876 — 
1866 — — — 



1866 - 

1866 - 

1866 - 

1866 — 



2ezulak Anton . . . 
Führer Anton . » . 
Hoffimann Carl . . . 
Glaser Carl . ... 
Schotte V. Wahrensberg 

Adolf, Freiherr . . — — — — 
Koller Ritter v. Mar- 

chenegg, Josef . . . — — 1867 — 

Aust Carl 1868 1872 — — 

Jacobs von Kantstein 



Obsil. Ob. Anni«rkiing Abgang 

— — 1866 1868c 

Belobung 

— — 1866 1868<? 

Belobung 

— - K.-M. — 

— - 1866 — 

Belobung, K.-M. 

l866Slib.M. 1867 t 

- 1869t 

— 1866 1869 1869* 

M.-V.-K— K.-D. 

— — — 1869t 

— — K..M. — 

— — 1866 1866 t 

M.-V.-K. — K.-D. 

— — - 1866 

— — — 1867q 

— - — 1866q 

— _ _ 1867t 



1866 



K.-M. 
K.-M. 



Friedrich, Freiherr 
Voith von Sterbez 

Rudolf, Freiherr 
Sontag August 
Lamina Adolf . . 
Kober Guido . . . 
Pesohka Wenzel, Edl. v. 
Czedik v. BrOndelsberg 

EmU 



Fochtmann Moriz 
Ruziczka Wenzel 
Schrutz Josef . . 
Malek Wenzel 
Glass Josef . . 
Sontag August 
Kupelwieser Leopold 
Schmedes Emil . . 



Cvitkoviö Johann 



1868 1876 — _ — - 



1868 1876 — - — — 



- 1868 1873 K.-M. 



1869 1872 _ — ~ — 
- - — — 1869 — 

1875 — 



- - — 1869 



- — — 1869 — - 



K.-M. 
K.-M. 



1866GM. 



1877 p 



ü. c. 



1874 t 

1872 t 

1875 t 



1866 1876 W.G. 
M.-V.-K. - K.-D. 
K.-M. 



— _ 1869 — 

— — 1869 — 

— _ 1869 - 

1869 1876 - — 

1870 « — — 
1870 1876 — — 

— — 1870 1871 

— — • 1871 — 



K.-M. 



1870 t 

1872t 

fl. z. 

1877 W.G. 

1878 t 
1871t 



- — 1866 

M.-V.-K.— K,.D. 
K.-M. 



1871 1877 — — — — 



a. z. 



/ 



Name L. 

Aaffenl)ergMoriz,Ritt.v. 1871 
Berkic Georg .... — 
Machotka Boleslav, 

Ritter von .... 
Günste GKdeon . . 
Oelschlegel Emil . . 
Wagenknecht Franz 
Reiche! Josef ... 
Prawdik Franz . . . 
Resiö V. Ruinenburg Adolf 



Oblt. Hpt. 

1877 - 
1871 — 



1871 — — 
— — 1871 



331 

Maj. Obsil. Ob. Anmerkung Abgang 

- — — — ü. z. 

- - - — 1873f 



— — — K.-M. 

— - - K.-M. 



1871 — — — — — 
— — - — 1872 - 

1872 — — — — - 



— 1872 1876 



Helmbach Alexander 

Studenj^ Hugo . . . 
Müller Edler von 

MflUenaa Heinrich 
Rambausek Gustav 
Pitka Benno 
Loy V. Leichenfeld Vikt. 
St^panek Josef . 
Podpdra Anton . 
Cebis Anton . . 
Kni2ek Hugo . . 
Pauly Viktor . . 
Hubalowsky Albert 
Saffin Emannel . 
Breit Josef . . . 
Gans Josef . . 
Winzerling Paul . 
firossmana v. Sfahiborn 

Josef ... 
Kullich Alfons 
Gnirs Karl . . . 
Sala£ Wenzel . . 
R«2iaka Franz . . 
Mauthner Felix . 
Reisinger Edmund 
Kruis Friedrich . 
Buschmann Eduard, 

Freiherr von . 
Freyschlag Edler von 

Freyenstein Adolf 



— - — K.-M. 

— « 1872 1859 

M.-V.-K. - K.-D. 

18660e.E.K. — R. 

K.-M. 

— 1872 1876 K.-M. 



1874 R. 
1876 e 
1872« 
1872 p 
1873« 
1877« 
1876 GM. 



1872 — 



1874 
1873 



— — — — K.-M. 



1873 - — - — 



1872 
1872 
1873 

1878 
1873 
1873 
1873 
1873 
1873 
1873 
1874 
1874 
1874 



— — — — 1874 - 



K-M. 



1873 t 

1876 q 

fi.c. 



K.-M. 
K.-M» 
K.-M. 
K.-M. 



1877« 



1874 p 



1874 

1874 

1875 
1875 
1876 

1875 



1874 1875 — 
— 1875 — 



K.M. 

— K.-M. 

- K.-M. 



tUc. 

1877« 

1876« 
1875« 

1876« 



— — — 1875 1876 



1859 
M.-V.-K,— K.-D. 

1864, 1866 
A. h. Anerkennung 
K.-M. 



332 

N a m « L. Oblt. Hpt. Mrj. Obsil. Ob. Anmerkiing' Abgaiif 

Wenko Adolf, Edler von _ — _ ~ — 1876 1866 Ah. 1877 p 

Anerkennung 

Holzbaoh Johann ... — — — 1876 — — K.-M. — 

Brinnof Alexander . . — 1876 — — _ — — — 

Machalicky Ottokar . 1876 _ — — — -. _ ^ 

Krbavac Joachim . . 1876 — — — — — — — 

Wolff Adolf { , , . . 1876 1877 — — — — — - 

Lang Franz — — 1876 _ _ — K -M. — 

Huschek Alexander . 1876 — — _ _ _ _ 1878 e 

Nauman Julius, Ritter von — — — 1876 — -- K.M. — 

Ibl Franz 1876 — ^ — _ — — — 

Maximow Wasa . . 1876 __ _ _ — _ — _ 
Faöikovsky v. Grünhof 

Ernst, Ritter . . 1876 — — — — — — 1877 t 

Herzmann Adalbert . 1876 — — — — — — 1878 q 

Skeniiö Spiridion . . - 1877 — _ — — K.-M. — 

Strodler Franz . . — — — _ i877 — K.-M. 1878 t 
Schottnegg y. Zinzen- 

fels Clemens, Edler — — 1877 — — — 1866 — 

M.-V.-K. — iL.'Jj» 
K.-M. 

Rainer Josef .... — — 1877 — — — K.-M. — 

Petvaidid Otto . . . 1877 — — — — — - - — 

Pazourek Josef . . 1877 — — — — — — — 

Fischer Carl .... 1877 — — — — — — — 

Biefel Moriz .... — — 1877 — — — K -M. — 

tiiek Carl 1877 — — — — - — — 

Syka Carl ... . — 1877 — — - — K.-M. — 

Klepeozka Adalbert .— — — _- 1877 K.-M. — 

Dwofak Carl .... 1877 — — — — — — — 

Herglotz Wilhelm . . 1877 — — — — — — — 

Bittinger Leopold . . — - 1877 - - — K.-M. — 



Reserve-Offiziere. 



Lieutnant 

Stupecky Josef 1870 

Hasenöhrl Richard^ Dr. . . „ 

Engelberth August ... „ 

Ott Wilhelm 

Metlitzky Josef ^ 

Richter Hugo „ 

2enisek Franz „ 

Brzorad Carl 1871 

Siedek Franz „ 



Lieutnant 

Pfibyl Leo 1871 

Mach Franz « 

Hahn Ferdinand « 

Klapper Josef 1872 

Mikosch Carl „ 

Herold Josef „ 

Gross Julius „■ 

ätöp^ek Josef 1873 

Nissl Franz ..... „ 



333 



Lieutnant 

Kämpf Maximilian .... 1874 

Schalek Carl 1874 

Cupr Ladislaus ^ 

Pany Leopold 1875 

Lemarie August ,, 

Sprawka Anton „ 

Masopust Rudolf „ 

Foges Theodor ... 1876 

Paroubek Johann „ 

Braunsdorfer Eduard ... „ 



Donbrawa Eduard 
Schindelka Eduard . 
Pfibram Emil . 
Stipek Richard . . 
Kauble Carl . . . . 

2ak Anton 

Khas Josef . . . 
Kramer Leopold . . 
Higny Carl . . 
Chaloupecky Johann 



Lieutnant 

1877 



V 

n 



Cadeten. 



Ludwig Gross Res. 
August Bretter 
Camillo Formanek Res. 



Bohuslav BeneS 
Wenzel Benei 
Camillo Bock 



Carl Mayer. 



Aerzte. 

Regiments- Arzt: Dr. Josef Schalek Oberarzt: Dr. Bernhard Schwarz 

„ Dr. Franz Stanek „ Dr. Wilhelm Lieblein 

y, Dr. Carl Kanik „ Dr. Carl Egger, ü. z. 

Oberwnndarzt: Josef Huber. 



Reserve- Aerzte. 



Oberarzt: Dr. Friedrich Wenisch 
Dr. Franz Nittner 



Oberarzt: Dr. Jaromir Neöas 
^ Dr. Anton Bayer. 



Rechnungsführer. 

Hauptmann Ferdinand Michalek 
Lieutnant Josef Wawra. 



Capellmeister Johann Slach. 



334 



Beilage 5. 



Nachweis 

a) über die Nationalität der Offiziere des RegimenteB seit dessen 

Errichtung. 



Von 1500 Offizieren waren geboren in: 
bis 1847 seit 1848 



Böhmen 


292 


246 


Mähren . . 


38 


29 


Schlesien . . 


3 


5 


Oesterreich .... 


87 


33 


Galizien ... 


7 


26 


Ungarn ... 


27 


23 


Siebenbürgen . 


12 


5 


Croatien, Slavonien 






Dalmatien . . . 


42 


21 


Kärnthen 


6 


2 


Krain 


2 


4 


Steiermark .... 


7 


7 


Tirol . . . . 


9 


5 


Uebertrag 


532 


406 



bis 1847 seit 1848 



Fttrtrag 


532 


406 


Salzburg .... 


3 


— 


Deutschland . . . 


180 


18 


Belgien, Holland . 


37 


2 


Frankreich ... 


19 


— 


Schweiz 


3 




Italien ..... 


19 


22 


Irland . . 


3 


— 


Schweden . . . 


2 


— 


Dänemark (Holst.) 


4 


2 


Corfu 


1 


— 


Spanien 


1 


— 


Unbekannt .... 


237 


11 


Zusammen 15(X) — 


1041 


459 



b) des Standes, dem die Offiziere des Regimentes ihrer Geburt nach 

angehörten. 



Von 1500 Offizieren waren: 



Herzoge • . . . . 

Fürsten 

Landgrafen . . 

Grafen 

Marquis ..... 

Gonte 

Barone (Freiherren) 

Ritter 

Chevalier 

Edle 



9> 



von 



it 



Zusammen adelig: 
bürgerlich : 
Summe 1500 = 



bis 1847 seit 1848 

— 1 

3 - 

1 — 

66 5 

3 - 

3 — 
120 28 

30 26 

4 — 
16 9 

258 36 

504 105 

537 354 

1041 459 



335 
c) über die Art des Abganges von Offizieren ans dem Regimenter 

Von 1500 Offizieren sind : 

bis 1847 seit 1848 

Zu Generalen befördert 18 6 

Geblieben vor dem Feinde 26 11 

Natürlichen Todes gestorben 94 28 

Gewaltsamen „ „ 6 5 • 

In den Ruhestand getreten 224 88 

In andere Truppenkörper versetzt 285 162 

Aus dem Dienste geschieden 186 48 

„ ,j ,f entlassen 14 25 

Desertirt . . 4 1 

unbekannt .... 184 — 

Im Regimente am 1. März 1878 - 85*) 

Zusammen 1500 « 1041 459 



*) Der älteste Offizier im Regimente ist gegenwärtig Hauptmann Franz Hess. 
Er trat am 23. Juni 1845 aus dem Erziehungshause ins Regiment und dient seit- 
dem ununterbrochen in demselben. Als zweit ältester Offizier folgt Hauptmann 
Adolf Lorenz, seit 11. Oktober 1847 ebenfalls ununterbrochen im Regimente, als 
dritter: Hauptmann Gustav Zach, seit 10. September 1852 im Regimente. Vom 
Jahre 1864 bis 1867 war Hauptmann Zach in Mexico, wo er die französische 
Erinnerungs-Medaille erwarb. 



336 



Beilage 6. 



Verzeichniss 

der mit Tapferkeits-Medaillen decorirten Soldaten. 



>» 



ti 



n 



ff 



» 



n 



yy 



Korporal Johann Gerlacb . 

Feldwebel Josef Loy . . . 

Korporal Ludwig Michalsky 
„ Georg Heckel . . 

Gefreiter Ludwig Stette . . 
,f Carl Stettin . 

Conrad Schweinsberger 
Josef Rosenthal . 
Josef B^e2ina . . 
Franz Kleua . . 

Gemeiner Josef Marek . . 
Martin Mendel . 
Mathias Wowosad 
Mathias Steinhach 

Korporal Peter E^ammerer 

Gemeiner Michel Diakowsky 

Korporal Caspar Jakobs 

Feldwebel Simon Graf . . 
„ Josef Czemy . 

Korporal Gottlieb Hillig . 

Gefreiter Adalbert Prochazka 

Gemeiner Hodowanczak 

Grenadier Wenzel Czullek 
„ Mathias Zrager 

Feldwebel Ernst Brokmann 

Korporal Adalbert Heber . 

Feldwebel Carl Schermeny 

Korporal Leonhard Lax . 
Martin Schmigas 
Friedrich Voss . 
„ Caspar Steinwicht 

Gtemeiner Caspar Rakusan 



» 



9> 



) 1793 Tirlemont. 



Valenciennes 



1793 Doozies. 



1795 Mannheim. 



Frankenthal. 



1796 Schliengen. 



337 



99 



99 



9» 



79 



9> 



W 



n 



Feldwebel Josef Czerny . . 
Wenzel Perzina 
Johann Kronaa 
Leonhard Frohn 
„ Ferdinand Sahnen 
Korporal Ambrosius Röhrer 
Friedrich Eichhof 
Wilhelm Rettiger 
y, Anton Schwammenschneider 
Gemeiner Alexander Eolesnik 
t, Johann Rambaasek 
Korporal Heinrich Jungmann 
Gemeiner Wenzel Minafik 
Grenadier Georg Dlouhy . 
Feldwebel Peter Kammerer 
Korporal Stefkn Swillar 
Feldwebel Carl Schermeng 

„ Wilhelm Uebersetzig 
Korporal Paal Zellner 

„ Michael Diakowsky 
Johann Kirschenbach 
Johann Schmahel 
„ Johann KolaHk . 
Feldwebel Franz Weitzner 
Korporal Conrad Oswald 
„ Georg Kohout 
Feldwebel Franz Petz 
Grenadier Paul Kossmann 
Feldwebel Augast Richter . 
Korporal Johann Emmer . 
„ Josef Jellinek . . 
y, Johann Schüller 
Feldwebel Carl Petz . . . 
Korporal Martin Schlenz . 
,, Johann KadeFabek 
Gefreiter Johann Pawli^ek 
Feldwebel Edoard Weitenweber 
Peter Mayer . . . 
Anton Wocelka 
Yincenz Arnberg . 
„ Wilhelm Hellmnnd 
Korporal Josef Beer .... 
„ Josef Schimral . . 
Gefreiter Anton Mr&zek . . . 
„ Franz Cypra . . . 
Gemeiner Johann Watzata 

Wenzel Trmal . . 



99 



99 



99 



99 



Goldene M. (That nicht bekannt). 



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1796 Kempten, Jmmenstadt und Isny. 



1799 Legnago. 

Cassano. 

an der Trebbia. 
»I» 9 gold. M. 

Genua, gold. M. 
Carosio. 

1800 Marengo, gold. M. 

1801 Montecchio. 

1809 Aspem. 

Znaym. 

1813 Leipzig. 

« » goW. M. 

1» 9 

Hochheim. 

1814 Brienne. 



, 1848 Ylcenza^ 1. Classe. 



Geschiebte des 28. Inf.-Rgmts. 



22 



338 



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91 



Cadet Franz Schott ... 
Feldwebel Anton Gerisch . 

Wenzel Swoboda 

Johann Prasky . 

Leopold Balek . 
„ Wenzel Stahl 
Führer Martin Egem . . . 
Korporal Peter Simpartel . 

Carl Hanns . . . 

Adalbert Sedlaöek 

Johann tiiek . . 

Mathias Pfibil . 

Anton Lohann 
Gefreiter Andreas Pfeffer . 

Franz 2wöfin8ky 

Franz Schimani . 

Georg Goldhammer 

Franz ünger . . 

Franz Andöl . 

Wenzel Eonyard 
Gemeiner Franz Prochaska 

Adalbert Pelikan 

Johann Pitzka 

Georg Hamerle . 

Josef §wec . . 
Feldwebel Ferdinand Koch 
Korporal Yincenz Reiss . . 
Gefreiter Georg Baier . . . 
Gemeiner Thomas E[rej£i . 
„ Wenzel Kindel . 
Gefreiter Anton Mr&zek . . 
Korporal Josef Kassik . . 
Gemeiner Andreas Baoschka 

„ Josef MüUer . . 
Feldwebel Johann Polla£ek 

„ Eduard Tesaf 
Korporal Franz Kiefler . 
Gefreiter Johann Watzata 
Tambour Wenzel Schmidt 
Gemeiner Josef Otradowec 

Franz Wolf . . . 

Wenzel Barcal . 

Wenzel Wlßek . 

Feldwebel Johann Prokop 

Zimmermann Josef Moizich 

„ Josef Dupaö . 

Gemeiner Wenzel Soudek . 



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' 1848 Vicenza, 2. Classe. 



Ghiesa, 2. Classe. 

} Sommacampagna, gold. M. 

1. Classe. 






Sommacampagna, 2. Classe. 



Classe. 



I Prag, 2. 

I Wien, 2. Classe. 



339 



ff 



1t 



Feldwebel Ferdinand Schrnth 

Korporal Anton Becker . . 

,, Yincenz Eohoat 

Gefreiter Josef Oöasek . , 

Feldwebel Andreas Hoffmann 

Gadet Wilhelm Goldbach . 

Korporal Johann Znppan 

Gemeiner Jobann Wodak . 

,, Johann Englisch 

„ Anton Eleinhampl 

Feldwebel Anton Haberditzl 

Korporal Wenzel Konyard 

Gemeiner Josef §wec . 

Feldwebel Josef Prucha 

„ Johann Benesch 

„ Josef Heinrich . 

Korporal Johann PoUak 

„ Franz Mascha 

„ Franz Cemoch . 

Gefreiter Thomas Wlöek . 

Franz Mat^'ka . 

Josef Titzar . . 

ff Wenzel Hauschild 

Gemeiner Franz Schleicher 

Adalbert Tomann 

Veit Rada . . . 

Jakob Hajek . . 

Johann Watzek . 

Thomas Kolaf 

Feldwebel Anton Mara . . 

„ Anton HoriDa 
Korporal Josef Ghocz . . . 
„ Julius Janedek . 
„ Carl Chrpa . . . 
Gefreiter Emanuel Lehmann 
Gemeiner Peter Eberth . . 
Veit Ledel . . 
Johann Heidnk . 
Johann Voltes 
Führer Wenzel Maly . . . 
,f Franz Hoffmann . . 
Gemeiner Wenzel Marei . 
Josef Bradaö . . 
Johann Kopetzky 
„ Johann BartoS 
Gefreiter Josef Swoboda . 
Gemeiner Johann Wokalec 



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9» 



1849 Verpel6t, 1. Classe. 



Verpel^t, 2. Classe. 



la Sforzesca, 1. Classe. 



la Sforzesca, 2. Classe. 



Äcs, 2. Classe. 



} Äcs, 1. Classe. 

} 1866 Custozza, gold. Med. 



Custozza, 1. Classe 



\ Custozza, 2. Classe. 



22» 



340 



Feldwebel Josef Andöl . . . 
Gefreiter Josef Strejöek . . . 

,1 Johann Swoboda 
Gemeiner Josef Bach . . . 
Korporal Josef Klima .... 

„ Anton Uebel . . . 

,, Heinrich Kramer 
Cadet-Korporal Carl Bachwald 

„ Franz Bruner 

Gefreiter Josef Holub . . 
Korporal Johann Kurka 
Feldwebel Johann Arnet 
Führer Carl Hoffmann . 
„ Yincenz Padecky 
Feldwebel Rudolf Bischitzky 
Korporal Johann Nawratil 
Fahrer Franz Ghrpa . 
Gemeiner Alois Götz . 

„ Peter §weida 
Hornist Franz Hunek . 

fy Josef Macal 
Gemeiner Franz KaSe 

„ Josef Cerny . 

„ Carl Pech 
Führer Franz Malek . 

„ Yincenz Battmann 
Gemeiner Johann Benesch 
Wenzel Klepa^ek 



9i 



1866 Custozza, 2. Classe. 



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Neratowic. 



Zusammen: 7 goldene, 194 silberne Tapferkeits-Medaillen. 



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